Deutschland, Griechenland und das Versagen der Politik

29. März 2015 Keine Kommentare
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Die aktuelle Folge “Die Anstalt” wird aus “Respekt” vor dem Flugzeugabsturz nicht gesendet. Das ist doppelt und dreifach schade. Denn was ich bei der “Heute-Show” noch in Teilen nachvollziehen kann, finde ich hier übertrieben.

Aber das ZDF hat die Folge “Die Anstalt vom 31.03.2015″ zumindest in der Mediathek belassen und auf Youtube findet sich inzwischen eine Kopie als Schutz vor Depublikation:

 

Und die Folge hat es echt in sich. Auch wenn ich nie verstehen werde, die die Gäste darüber lachen können, was sie sehen. Sehen können sie (und wir Zuschauer) in dem Fall nämlich eine sehr gute Aufarbeitung der Mär von der Griechenlandhilfe. Und dann, in den letzten 5 Minuten wird es – selbst für die Anstalt – extrem heftig. Für Menschen wie mich, mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitsinn hart an der Grenze des Erträglichen.

Nicht wegen des letzten Gastes. Sondern dem, was er zu sagen hat.

Eigentlich müsste diese Sendung zum Pflichtprogramm in den Schulen werden. Und eigentlich müsste jeder Wähler diese Folge sehen, damit ihm klar ist, was für ein Schlag von Menschen derzeit unsere Politik und damit unser Leben und unsere Geschicke lenkt: Völlig frei von Moral und Verantwortung.

Liebe Sabine von der CDU…

25. März 2015 Keine Kommentare
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warum genau hast Du diese Pressemitteilung veröffentlicht? Hat keiner Deiner Berater Dir gesagt, dass man lieber nichts sagt, als Unsinn zu reden?

Noch eben von unterwegs ein Foto auf Facebook teilen oder ein Lied von YouTube herunterladen. Für viele ist das im Alltag ganz normal geworden. “Viele wissen dabei nicht, dass sie sich gerade strafbar machen. Das habe ich mal eben im Internet heruntergeladen und das habe ich mal eben im Laden mitgehen lassen sind nicht zwei Paar Schuhe. Wir können nicht weiterhin Unterschiede zwischen der realen und der virtuellen Welt machen. Das muss auch endlich gesetzlich geklärt werden”, so Sabine Verheyen.

Zunächst einmal den wichtigsten Unterschied:

Wenn Du eine Schuhhändlerin wärst und jemand würde das machen, dann wären die Schuhe? Genau… dann sind die Schuhe weg.

Was aber passiert, wenn einer auf Facebook ein Bild teilt? Richtig, ein anderer sieht es auch und das Original ist wo es war. Das Gleiche gilt auch beim Herunterladen von Musik.

Besonders deutlich wird der Wissensnachteil bei der Vermengung von “Download” und “Youtube”. Natürlich kann man Musik von Youtube auch runterladen, in erster Linie ist es aber ja ein Streaming-Dienst.

Das alles ist ein so hahnebüchener Unsinn, dass man gar nicht weiß wie man damit umgehen soll. Ich würde gerne das machen, was beim PC hilft: Runterfahren und wieder hoch fahren. Vielleicht einen Reset durchführen und der Frau noch mal gaaaanz langsam erklären, wie das mit den Daten und dem Internet so funktioniert.

Mit der Copyright-Arbeitsgruppe möchte die EVP-Fraktion das Thema grundlegend aufarbeiten und an das 2.0 Zeitalter anpassen: “Copyright ist ein vielschichtiges Thema. Nicht nur der Schutz des geistigen Eigentums und der kulturellen Vielfalt spielen dabei eine Rolle. Wir müssen die Rechte des Verbrauchers auch mit einem funktionierenden digitalen Binnenmarkt in Einklang bringen.

Ich habe so meine Zweifel.

Es geht um den Markt, es geht um Copyright. Das kann nur zur Folge haben, den Verbraucher noch weitergehend zu entrechten, als es eh schon der Fall ist. Reine Lobbydienste für die Rechteverwerter.

Und so Politiker vertreten unsere Interessen in Europa?

Oh man, wie übel.

Andersherum: sie kommt halt von der Neuland-Partei CDU. Hätte man da was anderes erwarten können oder hoffen dürfen? Vermutlich nicht…

Insurgent

21. März 2015 Keine Kommentare
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Nachdem ich von Divergent damals sehr angetan war, habe ich mich gefreut das Freitag im UCI ein Double-Feature lief: Divergent und im Anschluss Teil 2 – Insurgent

Aber zuerst mal wieder über das UCI geärgert. “15 Euro zzg. Zuschläge”. Das die Zuschläge noch mal eben 10% ausmachten, scheint ja eher Nebensache zu sein. So kann man Kunden auch das Gefühl geben, sie total verarschen zu wollen. Anyway.

Nach einer Werbekatastrophe (alle Werbungen liefen 2-3 mal hintereinander, wtf?) konnte dann endlich das Filmfestival beginnen. Und Teil 1 war so gut wie damals. Das Dumme ist nur, dass das für Teil 2 nicht gilt. Es fängt an beim Soundtrack, der nicht annähernd so gut ist wie im Teil 1 und geht weiter über eine grauenvolle Versimplifizierung der Geschichte bis zu mehr oder weniger subtilen Abweichungen von der Buchvorlage.

Insgesamt war ich sehr, sehr enttäucht. Man hat sich offensichtlich entschieden einen Action-Film mit Matrix-Elementen zu produzieren, statt die spannende und vielschichtige Geschichte so fortzusetzen, wie sie es verdient hätte. Oder wie meine Kino-Begleitung sagte: Teil 3 muss man sich da wohl nicht mehr ansehen. Gut, wie bei Matrix werde ich natürlich trotzdem noch Teil 3 gucken. Aber wie bei Matrix rechne ich mit dem Schlimmsten.

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Dicke Krokodilstränen und unerträgliche Halbwahrheiten

21. März 2015 Keine Kommentare
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Oh mein Gott. Wir werden zwar nicht alle sterben, aber so ähnlich:

Der RWE-Konzern schlägt Alarm. (…) Zusammen mit Stellen bei Zulieferern und mittelständischen Firmen in der Region sowie bei stromintensiven Betrieben gehe es sogar um „weit über 100. 000 Arbeitsplätze“, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns.

So steht hes heute auf DerWesten und wie immer wird hier völlig unkritisch übernommen, was einer der Big Four sagt. Statt dessen sollte man mal hinterfragen, ob die Branchen der Erneuerbaren nicht viel mehr Jobs schaffen, als hier abgebaut werden. Falls sie überhaupt abgebaut werden, denn ich habe gelernt, RWE, E.OFF und Co so weit zu glauben, wie ich ein Klavier werfen kann.

Das die Big Four mit dem Rücken an der Wand stehen, haben sie nicht der Politik zu verdanken. Denn die hat lang genug die Füßte zu Gunsten der Oligopolisten still gehalten und zugesehen, wie nicht nur die Umwelt dran glauben musste – sondern wir Kunden auch immer mehr zahlen durften, obwohl der Strom selbst immer billiger wurde.

Jetzt, wo sich die öffentliche Meinung dahingehend verschiebt, dass Gabriel und Co klar ist, dass sie den Kurs wechseln müssen, da haben sich RWE und Co noch immer nicht darauf eingestellt. Hätten sie das, hätten sie vor Jahren, vielleicht vor Jahrzehnten, damit begonnen statt immer aberwitzigerer Gewinne in neue Geschäftsfelder zu investieren. Ist ja nicht so, als käme der Wandel hin  zu regnerativer Energie plötzlich und unerwartet.

Was jetzt passiert ist das typische Muster des “wir haben keine Argumente, aber wir können Euch Angst machen”, dass so beliebt ist. Hier wird die Panik vor Massenarbeitslosigkeit geschürt. Hier wird wieder mit den Ängsten der Menschen gespielt.

Und das ist soooo zum Kotzen!

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Echt oder Falsch? Egal, das ist auf jeden Fall Internet-Gold

19. März 2015 Keine Kommentare
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… schon alleine durch den Bild-Typen :-D

 

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Ich lachste so hart…

19. März 2015 Keine Kommentare
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Oh…. da hat der Schäuble wohl Popo-Aua?

17. März 2015 Keine Kommentare
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Im Internet gibt es ja für alles ein Wort. Mal mit mehr, mal mit weniger Stil. Aber ich finde auf Schäuble passt im Moment der Begriff “arschverletzt” ganz gut:

wenn jemand sehr eingeschnappt reagiert, besonders wegen einer Kleinigkeit, dann ist er arschverletzt.

Denn die Diskussion um/über/mit Griechenland nimmt ja langsam Züge an, die schon nicht mal mehr lächerlich sind. Sondern nur noch peinlich. Zum Beispiel die Frage, ob den Griechen Reparationen zustehen. Der Spiegel berichtet heute morgen davon, dass durchaus Politiker im Bundestag der Meinung sind:

Erstmals sprechen sich jetzt namhafte Vertreter von Sozialdemokraten und Grünen dafür aus, Griechenland für die Folgen der Nazi-Besatzung zu entschädigen. “Politisch ist der Fall aus meiner Sicht eindeutig: Wir sollten auf die Opfer und deren Angehörige finanziell zugehen”, sagt Gesine Schwan, Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission und zweimalige Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten. “Ich glaube, es wäre von deutscher Seite gut, wenn wir in Sachen Vergangenheit vor unserer eigenen Tür kehren. Es geht darum anzuerkennen, dass wir in Griechenland schlimmes Unrecht begangen haben.”

“Wir sollten die Frage der Entschädigungen nicht mit der aktuellen Debatte über die Eurokrise verknüpfen. Aber unabhängig davon bin ich der Meinung, dass wir die Entschädigungs-Diskussion führen müssen”, sagt auch der stellvertretende SPD-Chef Ralf Stegner: “Das gehört zum Umgang mit unserer eigenen Geschichte. Ich bin gegen Schlussstrichdebatten. Es gibt auch nach Jahrzehnten noch zu lösende völkerrechtliche Fragen.”

Und auch der “Wissenschaftliche Dienst” der Bundesregierung ist hier eher zurückhaltend mit einer Ablehnung:

Einem Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages zufolge ist die Rechtsauffassung der Bundesregierung aber aus völkerrechtlicher Sicht nicht zwingend (WD 2, 041/13). Von der rechtlichen Situation abgesehen, müssen aus Sicht der Fragesteller auch moralische und politische Pflichten berücksichtigt werden. Was die Nazis gestohlen haben, darf die Bundesrepublik Deutschland nicht einfach behalten.
So weit, so gut. Schäuble allerdings poltert einfach nur rum. So in der RP von heute:

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (hat) in einem Rundumschlag die griechische Regierung kritisiert. “Sie haben alles Vertrauen zerstört. Das ist ein schwerer Rückschlag.” (…)

Schäuble schmetterte das Ansinnen der Griechen ab, Milliarden aus Deutschland für eine Zwangsanleihe aus der Nazi-Zeit zu bekommen. Auf diesem Weg werde Athen seine Schuldenprobleme nicht lösen können: “Sie werden auch die griechischen Schulden nicht durch wie immer zu konstruierende deutsche Verpflichtungen aus dem Zweiten Weltkrieg bezahlt bekommen”, sagte Schäuble.

Das ist schon beachtenswert und wirkt wenig Staatsmännisch. Aber vielleicht ist es auch nur Ausdruck davon, dass Schäuble um jeden Preis darum bemüht ist, von sich auf andere abzulenken. Denn die Griechen haben ja nicht vergessen, mit wem sie reden. Dazu die SZ:

“Ich verstehe nicht, warum Schäuble sich jeden Tag in neuen Statements gegen Griechenland wendet”, sagte Kammenos der Bild-Zeitung. “Das ist wie ein psychologischer Krieg und er vergiftet damit die Beziehungen zwischen beiden Ländern.” Kammenos hielt Schäuble auch dessen Verwicklung in die CDU-Parteispendenaffäre vor: “Wir Griechen erinnern uns genau, dass Herr Schäuble sein Amt als Parteivorsitzender aufgeben musste, weil er in einen Fall von Bestechung verwickelt war. Heute ist er trotzdem Finanzminister.”

Interessanter Weise redet darüber nämlich wirklich niemand. Statt dessen beschäftigen wir uns Tag ein, Tag aus mit irgendwelchem Gefasel – und wissen dabei, dass die EU aus zahlreichen Gründen Griechenland gar nicht aufgeben kann.

Schäuble aber… der macht auf mich im Moment wirklich den Eindruck, als täte ihm der Hintern weg ;-)

Der Sigmar. Die Angela. Das Logik.

15. März 2015 Keine Kommentare
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Mal wieder fordert Sigmar Gabriel die Vorratsdatenspeicherung. Und mal wieder steht das Abendland am Abgrund, wenn er sie nicht bekommt. Wahre Wunder könnte sie vollbringen. Nicht nur Verbrechen aufklären, sondern sie gar im Vorfeld verhinern.

Die dahinter stehende Logik versuche ich mal eben zu erklären:

Wenn Gabriel oder Merkel die VDS fordern, sollten wir mit gleicher Vehemenz den Rücktritt der beiden fordern.

Angesichts der VDS-Diskussion wundert der Schwachsinn rund um offene WLAN natürlich niemanden. Im Gegenteil, man stelle sich vor die Hardliner bekämen VDS in einem anonymen Netz. Wie lächerlich stände man dann mit heruntergelassener Hose dar. Ich meine, das ist eh der Fall, wenn mal davon ausgegangen wird, dass all die Hardcore-Internetzverbrecher eh TOR und ausländische VPN-Dienste nutzen. Nicht werden, sondern schon nutzen.

Die Frage die wir endlich mal laut diskutieren sollten: Wem nutzt eine VDS wirklich?

Computer… Von der Entrechtung der Menschen

11. März 2015 3 Kommentare
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Das ist schon witzig:

Damals (80×86, falls das noch wem was sagt), waren Computer quasi religiöse Gegenstände. Niemand kaufte einen und dachte das er jetzt alles machen kann. Einige verstanden wie es funktioniert und stiegen zu Hohepriestern der Digitalen Religion auf.

Wir kannten jedes Teil. Wir suchten unsere Grafikkarten aus, wußten was es mit Soundblaster und -kompatibel auf sich hatten. Kannten DIN und PS/2-Anschlüsse, COM- und LPT. Wir wußten nicht was ein IRQ macht, aber das wir ihn nicht doppelt belegen können.

Kurzum: Man beschäftigte sich mit dem Computer und war froh über die Flexibilität und die Kontrolle die man hatte.

Irgendwann wurden die Anschlüsse weniger. Statt 2x Seriell, 1x Parallel, 1x Maus, 1x Tastatur habe ich heute x mal USB. Das ist eine feine Sache. Soundkarten kauft heute eigentlich nur noch ein Musiker, alle andere nutzen Ob-Board. Und bei Grafikkarten geht es um die Frage welche für welches Spiel geeignet ist, aber IRQ und Co interessiert niemanden mehr. Computer wurden um ein vielfaches einfacher.

Damit wurden sie für immer mehr Menschen interessant, die nicht wußten wie die Kisten funktionieren und was was macht – und es auch gar nicht wollten. Computer sollten Alltagsgegenstände werden, über die man nicht nachdenkt.

In dieser Phase kam zum ersten Mal TPM auf den Schirm. “Trusted Plattform Module” sollte Computer sicherer machen – schnell stellte sich aber heraus, dass es eigentlich nur den Sinn hatte, Quasi-Monopole unter anderem vom Intel und Mircosoft zu sichern. Damals gab es noch eine kritische Masse an Computer-Menschen die dagegen aufmuckten und in der Folge war TPM faktisch tot. Verbrannt.

Jetzt kommt TPM leider wieder und nur wenige können erahnen, welche Konsequenzen das haben wird. FEFE hat das ganz gut zusammengefasst. Das alleine ist schon besorgniserregend genug.

Parallel dazu verwenden immer mehr Menschen kastrierte Computer namens “Tablet”.

Es wird noch verschlimmert duch die fehlende Kompabilität und Offenheit der heutigen Systeme. Samsung läßt den SD-Slot weg, bei Apple gab es nie einen und iOS und Android schaffen in sich geschlossene Systeme, aus denen es für Tablet-User kaum einen Ausbruch gibt.

Auch die Anschlüsse an Tablets lassen extrem zu wünschen übrig, denn im Grunde lassen sie ja nur eine Synchronisation in der eigenen Welt zu. Und genau den gleichen Weg will man jetzt wohl auch Richtung Computer gehen:

Apple stellt ein neues MacBook vor und das hat noch genau einen (!) USB-Anschluss. Der sowohl zum Laden des Geräts, als auch zum Anschluss von externen Geräten ausreichen soll. Zwar kann man USB per “Hub” vervielfältigen, aber wer macht das denn bitte: Man kauft sich ein kleines, feines Notebook und um dann auch nur einen Kartenleser anzuschließen, schleppt man noch einen USB-Hub mit sich rum? Also leitet auch Apple hier den Trend ein, dass bitte keine Konnektivität zu anderen Geräten gewünscht ist und man auf dem Gerät bitte nur das macht, was man aus dem Appstore heruntergeladen hat.

Und die Leute die die Technik von heute nutzen, stehen oft vor Problemen bei denen wir damals gedacht hätten, dass das  niemandem passieren kann. Jüngstes Beispiel aus dem Bekanntenkreis:

Person A kopiert Musik aus iTunes auf einen USB-Stick. Steckt den in Computer von Person B und fügt die Musik in dessen iTunes hinzu. Nach dem Abziehen des USB-Stick die große Überraschung: Die Musik ist gar nicht da. Warum? Weil A iTunes die Dateien selber organisieren läßt und Person B nicht – folglich wurden die Dateien nicht übertragen, sondern nur in der iTunes-Datenbank “verlinkt”. Was für uns Trivial klingt, stürzt Menschen die sich nicht damit beschäftigen in eine Krise.

Die Steambox von Steam ist ein interessantes Zeichen: ich glaube wir erleben gerade den Niedergang des klassischen PC hin zu einer “Work-” oder “Gaming-Station”, also Geräten mit bestimmten Einsatzzwecken. Die dann nicht oder kaum aufrüstbar und von ihren Nutzern nicht verstanden werden.

Was ich persönlich sehr schade finde. Denn gerade die offene Architektur des Personal-Computers hat uns dahin gebracht wo wir heute sind. Und ich für meinen Teil fänd das sehr bedauerlich.

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Die Mär von der Vollbeschäftigung

11. März 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Viele Jahre behielten zahlreiche Politiker den Gedanken an die Vollbeschäftigung für sich. Nun reden plötzlich sehr viele davon: Der Arbeitsmarkt ohne Arbeitslose wird Wirklichkeit, hatte zuletzt Frank-Jürgen Weise angekündigt, Chef der Agentur für Arbeit. Die Bundeskanzlerin erhob die Vollbeschäftigung ebenfalls zum Ziel – und Horst Seehofer hat sie den Bayern längst versprochen. Schließlich wächst die Wirtschaft bundesweit und die Arbeitslosenzahlen sinken stetig. Aber profitiert auch die breite Mitte vom großen Jobwunder?

Zeit, 11.03.2015

Es muss für die Politik eine Art Lebenseinstellung sein, die Menschen für Dumm zu verkaufen. Anders kann man sich manche Sachen gar nicht erklären und schon gar nicht, wieso schon wieder von Vollbeschäftigung schwadroniert werden darf, ohne das man dafür aus dem Amt gejagt wird.

Denn machen wir uns nix vor: Vollbeschäftigung wird es hoffentlich nie wieder geben. Hoffentlich, weil die einzige realistische Möglichkeit dafür wäre, dass es einen Krieg gibt. Denn nur wenn viel, sehr viel, zerstört ist und Werte neu geschaffen werden müssen und wenn die maschinelle Industrie am Boden liegt, wäre menschliche Arbeitskraft in notwendigem Umfang von nöten.

Selbst die OECD weist ja immer wieder, und witziger Weise auch heute wieder darauf hin, dass wir in keinem Boom leben:

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat die Euro-Länder zu einem gemeinsamen Reformpaket für mehr Wirtschaftswachstum und Beschäftigung aufgefordert.

“Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken für eine ambitionierte Reformagenda, die zu einem nachhaltigen Wachstumsmodell führt, das allen zugutekommt”, sagte OECD-Chef Angel Gurría vor einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vertretern weiterer internationaler Spitzenorganisationen.

Spiegel, 11.03.2015

Zunächst müsste nämlich die Wirtschaft wachsen, sehr stark wachsen, um eine so starke zusätzliche Nachfrage nach Arbeitsleistung zu generieren. Zusätzlich aber auch dürfte das Effizienz steigernde Potentail an Maschinenarbeit nicht mehr verfügbar sein, um überhaupt menschliche Interaktion erforderlich zu machen.

Highly unlikely, wie der Franzose sagt.

Ich bin der festen Überzeugung, dass es nie wieder so etwas wie Vollbeschäftigung geben wird. Es wird “Hilfsarbeit” geben, die die Maschinenfertigung unterstützt und hoch bezahlte Jobs in R&D. Es wird viel geistige Arbeit geben und wenig körperliche. Und es wird eine Situation eintreten, in der längst nicht mehr alle Menschen arbeiten müssen.

Nicht mehr arbeiten müssen ist aber etwas, was unsere Gesellschaft scheut wie der Teufel das Weihwasser. Der Gedanke an eine Gesellschaft in der nur die arbeiten, die es wollen scheint unerträglich. Und statt unsere Geschicke in aber genau diese Richtung zu lenken, auch nur einmal in diese Richtung zu denken, wird weiter das Volksopium, die Mär von der Vollbeschäftigung, verteilt.

Das ist nicht ehrlich. Es ist auch nicht fair. Es ist schlicht verarsche am Volk.

Ich verstehe es nicht…

10. März 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Heute bin ich Samba

9. März 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Das Kino-Jahr 2015 hat eigentlich überraschend gut angefangen. Von daher waren wir auch erfreut, dass der neue Film der “Ziemlich Beste Freunde”-Macher Éric Toledano und Olivier Nakache ins Kino kam. Noch dazu mit Omar Sy, den wir schon damals sehr mochten: “Heute bin ich Samba”


 

Und der Vorspann ließ ja einiges erwarten…

… das der Film dann leider nicht gehalten hat.

Um es kurz zu machen: Die besten Szenen sind im Trailer verwertet worden. Jenseits dessen zieht der Film sich wie Kaugummi und man möchte den Protagonisten regelmäßig ins Gesicht schreien, sie sollen endlich hin machen.

Passend dazu sind die Bilder nich besonders eindrucksvoll und die Geschichte weist ein paar böse Logik-Löcher auf. Wären das noch nicht genug Schmerzen, bin ich mir ziemlich sicher, dass das Happy End nachträglich (nach dem Screening?) angefügt wurde – und den Film restlos versaut.

Somit hat “Heute bin ich Samba” das traurige Privileg, der erste wirklich verschwendete Kinobesuch 2015 gewesen zu sein. Sehr schade.

 

Kategorienfilm, Kino Tags:

Günther Oettinger: Treten Sie zurück!

9. März 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Oettinger ist ein Politiker, wie man ihn sich vorstellt: Er beherrscht die Kunst, zielgruppengerecht zu reden und seinen Hörern zu verkaufen, was er glaubt das sie hören wollen. Und das bei völliger thematischer Inkompetenz.

Und ich habe so die Schnauze voll von solchen Sprechblasenautomaten.

Aktuelles Highlight: Wer Netzneutralität will, ist ein Terrorist.

Was die Netzneutralität betrifft, da haben wir gerade in Deutschland Talbian-artige Entwicklungen.

Das ganze Desaster eines frei drehenden Politikers bei Netzpolitik.

Key Biner: Gute Ideen machen sich bezahlt

6. März 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Ich gehe gern mal auf Kickstarter und suche nach Projekten die ich spannend finde. Dort habe ich zum Beispiel damals Asset gefördert (und ich hab 2 die richtig cool sind), derzeit warte ich auf mein Poseidon und aktuell gucke ich gespannt auf ein neues Projekt.

Wer Kickstarter nicht kennt: Man zahlt nur dann, wenn tatsächlich das Finanzierungsziel erreicht wurde und üblicherweise kann man als Mitfinanzierer für sein Geld relativ günstig zu den Ersten gehören, die ein neues Produkt in den Fingern halten.

Manchmal ist das ein knappes Rennen, vieles schafft es nicht. Manches aber überschreitet die Erwartungen bei weitem. So zum Beispiel beim Poseidon, wo die Unternehmer gerne 50.000$ eingesammelt hätten und fast das Doppelte (~98.000$) bekommen haben.

Aber KeyBiner toppt das locker: Ziel waren 2.500$ für die Produktion – eingesammelt wurden dann aber unglaubliche 172.565$  – also fast das 70-fache des gewünschten Startkapitals. Und das mit einer eigentlich einfachen, wenn auch raffinierten Idee.

Banff Mountain Film Festival World Tour

2. März 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Gestern konnten wir in Essen die BMFFWT 2015 sehen – und noch immer verstehe  ich nicht wie man auf den Namen kommen konnte:

Die Filme und deren Auswahl war ähnlich genaial wie letztes Jahr oder auch bei der EOFT. Und trotzdem war dieses Jahr alles anders als sonst. Und Schuld daran war ein Film.

DamNation

Schon die Länge von 52 Minuten stand aus der Menge der 5 bis 10 minütigen Filme heraus. Aber noch stärker als der Film über die Entwicklungen in Patagonien letztes Jahr, machte DamNation die Zuschauer tief betroffen und sprachlos.

Zwischen sentimental-süßen Filmen über 88 Jahre alte Ski-Fahrer und halsbrecherische Einlagen von Dany McAskill war DamNation wirklich herausragend. Zeigt er doch schonungslos, welcher Irrsinn oft dem menschlichen “Trieb” innewohnt, die Umwelt beherrschen und die Natur gestalten, ja sogar “verbessern” zu wollen.

Wer keine Gelegenheit mehr hat die Film-Tour zu sehen, sollte sich zumindest DamNation von der Website kaufen (wahlweise auch z. B. über iTunes). Absolut sehenswert. Und absolut erschütternd.