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Sneak-Preview: Der neue Volvo XC90

27. Januar 2015 Keine Kommentare
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Gestern Abend auf Zeche Zollverein, gut behütet hinter Türen und Sicherheitsdienst stand er: Der neue Volvo XC90.

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Umgenau zu sein, der einzige, derzeit verfügbare Prototyp weltweit. Zu Gast waren dabei 100, vielleicht 150 geladene Gäste, die es sich nehmen lassen wollten als Erste einen Blick auf und in das neue Prestigemodell von Volvo zu werfen. Und auch wir waren eingeladen und konnten und wollten es uns nicht nehmen lassen.

Volvo hatte in Halle 5 einen “Parcour” aufgebaut, mit dem man das Auto erfahren konnte: Hier ein Stand mit Exterieur und Interieur, dort ein Stand mit dem Multimedia-System, dort einer mit den Sicherheitsfeatures.

Sicherheit ist ohnehin die Domäne von Volvo: Das ehrgeizige Ziel verfolgend, dass ab 2020 niemand mehr in einem Volvo (und am Besten auch nicht durch einen) sterben oder schwer verletzt werden soll, strotzt der neue XC90 auch nur so vor neuen Sicherheitsfeatures – und bleibt auch hochfestem Stahl als Konstruktionsmerkmal treu. Besonders erfreulich finde ich, dass der neue XC90 jetzt auch Radfahrer erkennt und ich bin mal gespannt, was hier in Kooperation mit POC zu erwarten ist.

Aber ich schweife ab. Bei mir hatte Volvo schon gewonnen, als ich direkt am Eingang die Oculus Rift entdeckt habe.

IMG_4708Absolut genial gemacht: Man sitzt auf einem Originalsitz und erlebt extrem plastisch, wie um einen herum das Auto zusammen wächst. Vom Schiebedachgeräusch bis zum Blinken des fernen Leuchtturms die mit Sicherheit multimedialste Vorführung, die ich erlebt habe.

Nach den obligatorischen Häppchen kam dann das eigentliche Highlight. Die Enthüllung eines automobilen Traums :-) Und natürlich nagt sofort das grüne Gewissen an mir – das sich aber beruhigen läßt mit dem Versprechen, dass der T8 bei 400 PS doch nur 2,5 Liter im Durchschnitt verbraucht – Hybridantrieb sei Dank. Das ist immer noch ein Liter mehr als der V70 D6 Diesel-Hybrid, aber für einen 9-Sitzer?

Und ich muss sagen,  wer Volvo für bieder hält, sollte demnächst im Rückspiegel auf eine Überraschung gefasst sein. So brav ein Volvo als Reisefahrzeug auch ist, der neue Kühlergrill verströmt eine absolut eindeutige Message:

IMG_4732Und auch wenn ich ein bekennender Volvo-Fanboy bin, ich bin mal gespannt wie VW, Audi, BMW und Porsche dem kontern wollen. Ach ja, Thema Porsche: Wenn man einmal die völlig überfrachtete Mittelkonsole da erlebt hat und dann das Design im neuen Volvo….

Anyway, ich gestehe ich bin absolut voreingenommen gewesen. Aber meine Fresse, was für eine geile Karre!

Ach und Thema Sicherheit im Verkehr: Es gab zwar viel zu trinken, aber nichts alkoholisches. Selbst das Bier war alkoholfrei.

 

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Arbeit muss Urlaub werden!

26. Januar 2015 Keine Kommentare
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Ich gebe zu, die Überschrift klingt erst einmal Banane. Aber was ich damit meine hoffentlich nicht:

Warum genau reden wir immer noch über Arbeitslose, als wäre das ein Mangel? Es ist doch einfach so: Vollbeschäftigung wird es nie wieder geben. Statt das aber einzusehen und endlich das zu machen, was wir sollten, verweigern wir uns der Realität.

Wir besteuern weiter überwiegend Arbeit und nicht Kapital. Und erlauben uns die Illusion, Erwerbsleben wäre untrennbar aus “einem Erwerb nachgehen” und “um zu Leben” geformt.

Statt dessen sollten wir nicht länger die knappen Ressourcen besteuern, sondern die in scheinbar limitloser Ausprägung. Eine Billion pumpt allein die EZB an “frischem Geld”, dass niemand ernstlich erwirtschaftet. Das einfach da ist. Das nutzen wir natürlich nicht um die Gesellschaft voran zu bringen.

Dabei wäre das so dringend notwendig. Wir müssen einen Gesellschaftszustand anstreben, in dem die arbeiten gehen, die arbeiten gehen wollen. In dem es einen wahren “War on Talents” gibt, der die Arbeitgeber zwingt, sozial verantwortliche Arbeit (Krankenpfleger, Pädagogen etc) um ein Vielfaches besser zu bezahlen als heute. Und Jobs ohne gesamgesellschaftlichen Benefit deutlich schlechter. Eine Gesellschaftsform, in der man nicht arbeitet weil man muss, sondern weil man will. Und vielleicht nur ein paar Wochen im Jahr, um sich ein paar $ extra zu verdienen, z. B. für eine Reise.

Modelle und Modellrechnungen wie das BGE gibt es genug. Allein es fehlt der Mut und der Wille der Regierenden. Und damit meine ich nicht die Politiker. Denn ich glaube, die  haben zwar viel zu reden, aber wenig zu sagen. Daran könnten wir dann übrigens auch arbeiten. Das Politiker wieder für das Volk und den Staat (Polis, Ihr wisst schon) und nicht für Partikularinteressen da sind.

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Die Wahl in Griechenland

26. Januar 2015 Keine Kommentare
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Ich freue mich über die Wahlergebnisse – und staune wie schnell das Gejammer vom “verunsicherten Markt” und den üblich verdächtigen Politikern zu hören ist. Noch bevor die erste politische Entscheidung gefallen ist, ist das Geheule groß.

Dabei trifft es der Spiegel heute morgen sehr genau:

Erstens: Hauptschuld an der Krise trägt die verkommene Wirtschafts- und Politikelite des Landes. Griechische Oligarchen begriffen den Staat als Beute. Korrupte Politiker waren ihnen zu Diensten.

Zweitens: Um die Krise zu überwinden, sollten die Griechen bloß keine Experimente wagen, sondern bitte die Koalition aus konservativer Nea Dimokratia und sozialistischer Pasok im Amt bestätigen. Alles andere gefährde die wirtschaftliche Erholung des Landes.

Ganz schön paradox, schließlich haben diese beiden Parteien Griechenland über drei Jahrzehnte in den Abgrund regiert. Und denen hätten die Griechen jetzt erneut ihre Zukunft anvertrauen sollen?

Und mal ehrlich:

Als wenn der Euro davon stirbt. Oder das Wahlergebnis automatisch bedeutet, dass Griechenland aus dem Euro ausschert. Ich glaube, die meisten Klagen hören wir jetzt von denen, die um die eigene Macht fürchten. Von denen die Angst haben,  dass eine alternative Politik in Zeiten der Alternativlosigkeit erfolgreich sein könnte – und sie sich am Ende rechtfertigen müssen.

Im Deutschlandfunk lese ich:

Nach dem Wahlsieg der Syriza-Partei fordern Union wie SPD von der künftigen griechischen Regierung, die mit den internationalen Geldgebern geschlossenen Vereinbarungen einzuhalten. Der stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Friedrich, warnte Athen vor einer Aufgabe des Sparkurses. Die Griechen müssten jetzt die Konsequenzen selber tragen und können sie nicht dem deutschen Steuerzahler aufbürden, sagte der CSU-Politiker der “Bild”-Zeitung.

CSU und Bild. Da haben sich ja die richtigen für solche Parolen gefunden. Dabei war es unter anderem die deutsche Regierung, die Griechenland dahin gebracht hat, wo es heute steht. Und man darf annehmen, dass die Politik der letzten Jahre nicht dafür gedacht war, den Menschen zu helfen. Sondern dem Kapital, den Banken, den Großunternehmen, den oberen wenigen.

Wie gesagt, ich bin sehr gespannt. Und ich glaube, wir werden alle viel von Griechenland lernen können in den nächsten Jahren.

 

Und danke an alle Griechen, die gewählt haben, was SIE für richtig gehalten haben. Und nicht was MERKEL für Richtig vorgegeben hat.

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BAYMAX – Riesiges Robowabohu

26. Januar 2015 Keine Kommentare
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Ein Kinderfilm? Im Kino? Ja bitte! :-)

Wir haben gestern BAYMAX geguckt und der Film ist schlichtweg großartig – ich habe Tränen gelacht.

Natürlich ist es in erster Linie ein Kinderfilm, aber das ist kein Nachteil. Es sind auch genug Scherze für Erwachsene eingebaut. Und natürlich ist der Film vorhersehbar und bla bla bla. Aber darum geht es ja auch gar nicht.

Es geht darum, einfach mal wieder Spaß zu haben – ohne viel Nachdenken. Einfach mal die Welt vergessen – und den Auftrag erfüllt der Film zu 150%

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Ziemlich unter dem Radar: Nightcrawler

24. Januar 2015 Keine Kommentare
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Als ich die Vorschau gesehen habe, dachte ich: Geil, will ich gucken. Dummerweise kam “Nightcrawler” dann so still ins Kino und war so schnell wieder verschwunden, dass ich ihn zunächst verpasst habe. Und was für ein Verlust!

In dem Film, in dem Jake Gyllenhaal absolut überzeugend einen soziopathischen Psychopathen spielt ist man nach wenigen Minuten gefagen. Es wird nichts unnötiges gezeigt, jeder Augenblick zählt, während sich die Geschichte vor dem Auge immer schneller und dramatischer entwickelt.

Absoluter Top-Film!

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Miteinander reden? Ja. Aber.

20. Januar 2015 Keine Kommentare
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In einem TAZ-Artikel geht Ines Pohl der Frage nach, ob es opportun ist, den Dialog mit PEGIDA zu meiden.

Dabei kommt sie zu dem Fazit, dass nicht überall der rechte Ort ist und nicht immer die rechte Zeit. Aber dennoch, so sagt sie:

Eine Talkshow mit vielen Gästen kann nicht der richtige Ort sein. Aber wegen der Jauch-Panne den Dialog grundsätzlich zu verweigern wäre eine fatal falsche Reaktion.

Und ich frage mich ob das so ist.

Grundsätzlich glaube ich immer an die Macht des Arguments. Ich glaube, dass man auch den dümmsten Menschen irgendwann überzeugen kann, dass er im Unrecht ist. Ich glaube auch, dass nicht alle die bei PEGIDA mitmachen, wissen was sie da wirklich anrichten – und das man sie mit genügend Zeit und Aufwand darüber informieren und auf ihre Einsicht hoffen kann.

Was mich aber daran hindert, sind nicht nur persönliche Erlebnisse. Viel mehr ist es auch die simple Tatsache, dass ich 2014 von Bürgern erwarte, aufgeklärte Bürger zu sein. Und wenn es nicht reicht, dass ständig ermittelt wird, welcher Rechte welche Demo angemeldet hat (Duisburg, Schwerin, Düsseldorf , etc) dann sollte vielleicht das hier reichen:

Ich kann die Echtheit der Aussagen nicht verfizieren – nehme sie nach allem was ich bis jetzt weiß aber an. Und frage mich dann, wie ich mit IRGENDWEM reden soll, der jemandes Idee folgt, der Ausländer als Viehzeug verunglimpft?

Solche Strömungen gehören für mich nicht wegdiskutiert. Sie gehören mit allen Mitteln des friedlichen Widerstands bekämpft.

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PEGIDA Duisburg – die dunkle Seite

20. Januar 2015 Keine Kommentare
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Gestern gingen in Duisburg viele tausend(!) Menschen gegen die Kleingeister von PEGIDA auf die Straße. Die, da bin ich fest überzeugt, eher mit 150 als den postulierten 400 Teilnehmern da waren. Sieht man von kleinen Rangeleien der Antifa mit der Polizei und den Steinwürfen der (Dortmunder?) Nazis ab, die dann schnell gekesselt und abtransportiert wurden, war es überwiegend ruhig.

Heute kann man überall sehen, wie hell und bunt sich auch Duisburg präsentierte. Das ist toll.

Aber es gibt auch eine dunkle Seite. Die Seite, auf der 150 meist schwarz gekleidete, oft glazköpfige und selten hell wirkende Gestalten durch die Straßen ziehen und immer wieder “WIR SIND DAS VOLK” skandieren. Und in der ersten Reihe ein Geistlicher in Dienstkleidung.

Natürlich wurde ich auch angemacht. Gemeinsam mit Thomas von xtranews stand ich bei dem PEGIDA-Trupp, als schon der Erste zu uns kam und wissen wollte, warum wir ihn verleumden.

Ich habe ihn dann gefragt, warum er da ist. Um seine Rechte wahrzunehmen. Für was? Gegen alles was schief läuft. Was das sei? Das wüsste ich schon. Was ihn konkret störe? Na das was alles schief läuft. Ja was denn konkret? Ja zum Beispiel die Ausländer in Marxloh. Was denn das Problem dort sei? Er würde sich nicht mehr als Deutscher im eigenen Land fühlen. Vielen Dank für das Gespräch, ich kotz gleich.

Absolut inhaltsleer.

Da wundert es dann auch nicht, wenn bei Teilnehmern mal der rechte Arm einige Sekunden vor dem linken Arm gehoben wird. Es wundert nicht, wenn man hört “NPD bleibt hinten im Zug”. Man wundert sich über gar nichts mehr.

Aber man hätte gerne einen Wasserwerfer.

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Social Hacking

17. Januar 2015 Keine Kommentare
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Wie schwer kann es sein, Leute zu bitten Ihr Kennwort zu verraten?

Stellt sich raus: Gar nicht:

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Save the Date: Montag, 19.01.2015 – NOPEGIDA!

14. Januar 2015 Keine Kommentare
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Am 19.01.2015 wollen die Dumpfbacken der PEGIDA in Duisburg demonstrieren. Dagegen gibt es zwar nix von Ratiopharm, aber aus der Hausapotheke der Demokratie:

Friedlicher Widerstand!

Also: Datum merken, Zugticket lösen, PEGIDA stoppen kommen. Danke.

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Der Punkt an dem man es merken sollte

13. Januar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Ich bin ja immer wieder fasziniert von dem letzten verbliebenen FDP-Ratsherren (Fraktionslos) in Voerde. Der gute Herr Benninghoff hat ja nicht  nur erhebliche Anstrengungen unternommen, um letztlich alleine wieder im Rat zu sitzen.

Er nutzt auch jede, wirklich jede Möglichkeit, sich in die Öffentlichkeit zu bringen. Bevorzugt aber leider nicht mit Dingen, die Voerde voranbringen würden. Sondern mit elender Besserwisserei und einer offenkundigen Abneigung, demokratisch gefasste Beschlüsse zu akzeptieren. Die Verunsicherung von zahlreichen Eltern und den Schaden den er damit anrichtet, nimmt er scheinbar billigend in Kauf.

Gut, mag er sich aufführen wie ein wütendes Rumpelstilzchen. Sein Verhalten und das seiner Partei stehen für sich selbst. Ich jedenfalls antworte z. B. in der Presse mit Sicherheit nicht auf sein wütendes Keifen.

Allerdings ist möglicherweise langsam der Punkt gekommen, an dem auch Herr B. aus V. merken sollte, dass er sich vollständig isoliert. In der heutigen Ausgabe der NRZ wird er meiner Meinung nach implizit gleich zwei Mal erwähnt. Dass es um ihn geht, schließe ich daraus, dass er der Einzige ist, der sich so wehement in die Öffentlichkeit bringt.

Zunächst kann man in dem Artikel “Gesamtschule: Genehmigung ist da” lesen:

Über die Debatte ist Haarmann alles andere als erfreut: Es werde versucht, sich die Verunsicherung der Eltern zunutze zu machen, um gegen die neue Schule zu argumentieren.

Und in einem Kommentar der Redakteurin unter der Überschrift “Unverantwortliches Vorgehen”:

Die Weichenstellung ist getragen von dem deutlichen Elternwunsch nach einem integrativen Schulangebot in Voerde. Statt diese breit gestützte demokratische Entscheidung zu akzeptieren und den in Gang gesetzten Zug unbehelligt und unter bestmöglichen Vorzeichen in Richtung Ziel fahren zu lassen, torpedieren Gegner ihn auf der Strecke. Die Folgen sind fatal: Eltern werden verunsichert und der so wichtige Vorbereitungsprozess für die neue Schule wird von derartigen Querschlägen überschattet.  (…)

Der Versuch, sie im Vorfeld kaputt zu reden, ist unverantwortlich.

(Hervorhebung von mir)

Gut, man kann jetzt sagen, dass weder die FDP noch Herr Benninghoff namentlich genannt sind. Aber muss das? Ein Blick auf die (Presse-)Veröffentlichungen der FDP in Voerde der letzten Tage belegt eindrucksvoll, dass man sich an die “Speerspitze der Gegner” setzen will. Allerdings scheinen sie auch die einzigen zu sein. Und innerhalb der FDP scheint es mir auch eher auf einige wenige Personen reduziert werden zu können.

Vielleicht kommt man ja langsam mal zu der Einsicht, dass es schon ein bemerkenswertes Zeichen ist, dass da in Richtung FDP gesendet wird. Aus der Erfahrung heraus erwarte ich jedoch vieles. Nur keine Einsicht bei Herrn B.

Könnte, sollte und müsste mir egal sein. Ist es aber nicht, weil es Potential hat Schaden anzurichten. Und wenn es nur ist, dass ein einziges Elternteil sich in seiner Entscheidung beeinflußt sieht. Denn die Aufgabe der Stadt und Politik ist es nicht, Eltern Vorgaben zu machen, was sie zu tun und zu lassen haben. Sondern ihnen ein möglichst passendes Angebot zu unterbreiten.

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Die Politisierung des Terrors

12. Januar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Ich schrieb schon, wie sehr mich das alles anwidert. Aber ich komme nicht drumherum:

Genau wie erwartet, hat das Attentat, der feige Mord, von Paris eine “Sicherheitsdebatte” losgetreten. Heute morgen auf WDR2 wurde für die Vorratsdatenspeicherung geworben und die Welt fasst die Diskussion ganz gut zusammen.

Dummerweise wird dabei natürlich gern vergessen, dass es die VDS in Frankreich gibt. Und die Attentäter ohnehin schon überwacht wurden, wie der Spiegel berichtet.

Eine interessante Position bietet der Telegraph:

Instead, they merely pretend to be offended by cartoons, in order to give themselves a pretext to commit murder. Murder so horrifying, on a pretext so unWestern, that non-Muslims – blinded by grief and rage – turn on Muslims. Blame them. Persecute them. Burn their book, attack their mosques, threaten them in the street, demand their expulsion from Western societies. Actions that, in turn, scare Western Muslims, isolate them, alienate them. And thus drive some of them to support – and even become – terrorists.

Ich habe ja ohnehin das Gefühl, dass wir hier noch einige interessante Dinge hören werden. Denn mal ehrlich: wenn doch bekannt war, dass es sich um verblendete Islamisten handelt und die Beobachtet wurden und die angegriffene Redaktion sogar bewacht wurde, da bleiben Fragen. Für die man kein Verschwörungstheoretiker sein muss.

Wäre man einer, würde man sofort die Frage stellen: Wem das nutzt.

Vor allem wenn man dann liest, dass der erste Ermittler schon tot ist.

 

Kino: Neues Jahr, neues Glück

12. Januar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Das Kinojahr 2014 war eher durchwachsen – was man auch daran sieht, dass wir knapp 15 mal weniger drin waren, als 2013. Das neue Jahr 2015 ist aber erst ein paar Tage alt und hat schon mit 2 guten Filmen begonnen:

Fury – Herz aus Stahl

Warum der deutsche Titel so bescheuert ist, wird niemand verstehen. Das macht aber nix, denn der Film ist echt gut. Klar, sehr amerikanisch, sehr viel Pathos, sehr dumme Deutsche – der Film greift tief in die Vorurteilskiste.

Das  ändert aber nix daran, dass Brad Pitt sehr gut in seine Rolle passt und der Film insgesamt eine unglaublich dichte Spannung erzeugt. Auf jeden Fall sehenswert.

Noch viel sehenswerter ist aber…

St. Vincent

Der neue Film mit Bill Murray ist einfach genial – ich habe tränen gelacht. Eigentlich ist Lachen oft unangebracht, weil die Geschichte in sich schon eher ein Drama ist. Aber manchmal  muss man einfach und die Rolle scheint dem guten Bill wie auf den Leib geschrieben.

Definitiv ein Kandidat für die Liste der besten Filme 2015.

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Es widert mich an :-(

8. Januar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Der Anschlag gestern in Paris, der feige Mord an Menschen, ist schlimm. Er wird die Politik der nächsten Tage und unsere Gesellschaft auf lange Sicht prägen.

Er wird der Politik der Angst Vorschub leisten. Er wird Vorurteile verstärken und Hass säen. So gesehen war der Anschlag ein voller Erfolg.

Das war er aber nicht (nur) wegen der Toten. Er war es vor allem, weil wir reagiert haben, wie wir es taten. Sofort waren die Medien vor Ort, überall Sondersendungen, Live-Ticker und Newsflash. Wirklich was wissen tat keiner. Warum auch, es schien doch alles klar: Vermutlich Muslime haben die Redaktion vermutlich wegen der islamkritischen Karikaturen angegriffen. Wobei: vermutlich sagt eigentlich kaum einer, den meisten Berichterstattern ist alles völlig klar:

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Screenshot RP vom 08.01.2015

Es ist mir unklar, warum sich Berichterstattung nicht auf die Fakten beschränken kann. “Es gibt X Tote, zu den Hintergründen ist nichts bekannt – wir melden uns, wenn Klarheit herrscht”. Statt dessen versuchen die Kameraleute möglichst Blut und Elend zu filmen. Gerüchte nach dem Motto “Es scheint” oder “Es sieht so aus, das” werden munter gestreut und reflexhaft kommen alle die zum Vorschein, die es schon immer wußten. Genau wie die, die “solche Taten auf das schärfste veurteilen”, um dann im nächsten Moment deren Nährboden politisch z u bereiten. Dazu werden verwackelte Handyaufnahmen werden  in soziale Netze geblasen um später revidiert zu werden:

Na, dann muss ja alles klar sein.

Kritische Fragen stellt niemand. Fragen wie nach dem Nutzen solcher Anschläge. Die Frage wie ein solcher Anschlag auf eine “gesicherte, gefährdete Einrichtung” passieren kann. Die Frage wie die Attentäter so militärisch präzise agieren konnten. Wo die Attentäter ihre Kriegswaffen her hatten.

Und vor allem die Frage, ob man mich verarschen will: Da wird ein Anschlag auf ein gesichtertes Objekt minutiös geplant und durchgeführt und sogar die Flucht gelingt perfekt und dann… vergisst mal wieder (vgl. Anschläge von New York) ein Attentäter seinen Pass im Auto???

Die Attentäter haben auf der Flucht offenbar einen schweren Fehler gemacht und die Polizei so auf ihre Spur gebracht. Wie die Zeitschrift “Le Point” und die Zeitung “Le Monde” schreiben, vergaß einer der Brüder seinen Personalausweis im Fluchtwagen, als die Attentäter am Rande der Hauptstadt das Auto wechselten.

Der Westen, 08.01.2015

Das Terror funktioniert, liegt am Funktionieren unsere Gesellschaft. Allgegenwärtige Kameras liefern die Bilder, die für die Sender die Quote bringen. Die Bilder potenzieren die Gewalt und tragen sie in die Gesellschaft, in unsere Häuser und unsere Wohnungen. Plötzlich fühlt sich niemand mehr sicher – aber die sich bestätigt, die schon immer wußten, dass die Islamisierung des Abendlandes die größte Gefahr darstellt.

Da wundert es natürlich auch nicht, wenn sich direkt die Polizeigewerkschaften zu Wort melden:

Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft hält auch islamfeindliche Kundgebungen wie die Pegida-Demonstrationen für anschlagsgefährdet.  Zwar könne niemand sagen, ob solch ein Anschlag auch in Deutschland drohe, sagte Rainer Wendt dem “Handelsblatt” vom Donnerstag. “Aber es braucht nicht viel Phantasie, um die vielen islamkritischen Veranstaltungen, Parolen und Demonstrationen ebenfalls als mögliche Terrorziele zu definieren.”

RP, 08.01.2015

Ähm, niemand fragt ob nicht andersherum auch ein Schuh daraus wird? Angesichts der PEGIDA-Verstehversuche z. B. der FDP und ähnlichem, werden sich auch in unsere Gesellschaft die Extremen bestätigt und im Recht sehen. Wie lange soll es dann dauern, bis Moscheen brennen? Wenn jetzt selbst die Polizeigewerkschaft ja betont, dass die “aufrechten Christen des Abendlandes” Ziele des “Islamischen Terrors” werden könnten? Da kann man sich doch leicht zusammenreimen, was für die Knallköppe in der ersten Reihe 1+1 ergibt. Von Auge für Auge bis hin zu wer zuerst zuschlägt gewinnt.

Nein, das alles widert mich an.

Es widert mich an, wenn Menschen andere Menschen töten – ganz gleich welch niederes Motiv odere hehere Absicht dahinter steckt.

Es widert mich an, wie die Medien damit umgehen und der Katalysator des Terrors sind, willige Helfer der Angst.

Es widert mich an, wie Politik und Lobbyisten Kapital aus dem Leid der Menschen schlagen.

Es widert mich an.

 

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Starkes Zeichen gegen Fremdenhass und Intoleranz

6. Januar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Gestern gingen in Köln tausenden Menschen gegen die fremdenfeindlichen PEGIDA/KÖGIDA-Anhänger auf die Straße. Das alleine ist schon bemerkenswert.

Aber es kann einem schon einen Schauer den Rücken hinunterlaufen lassen wenn man das größte Zeichen gegen PEGIDA sieht: das Abschalten der DOM-Beleuchtung…

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2015 wird ein anstrengendes Jahr :-)

5. Januar 2015 2 Kommentare
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Das Jahr hat kaum angefangen, da zeichnet sich ab, dass ich auch 2015 viel Spaß haben werde. Zum Beispiel mit der FDP, oder dem was davon übrig ist. Denn deren Vorturner und Hoeneß-Freund Kubicki hat gerade der Welt ein aufschlussreiches Interview gegeben:

Kubicki: Nein, ich habe mich noch nie über mangelnde Berichterstattung beklagt. Was mich besorgt, ist, dass es mehr als vor 20, 30 Jahren eine Art Mainstream dessen gibt, was man kommunizieren darf und was nicht.

Die Welt: Das hört sich jetzt eher nach Pegida an als nach FDP.

Kubicki: Es stimmt aber. Wenn man zum Beispiel bereits durch die öffentlich artikulierte Sorge, dass der Rechtsstaat sich aus der Bekämpfung von salafistischen Umtrieben zurückziehen könnte, als ausländerfeindlich diskreditiert wird, bekommen wir ein riesiges Problem.

Die Welt: Wer tut das?

Kubicki: Schauen Sie sich doch die Berichterstattung über die Pegida-Demonstrationen an: Da äußern Menschen genau solche Gedanken und dürfen sich abends bei RTL anhören, das sei ein Zeichen von Ausländerfeindlichkeit. Das ist es eben nicht. Das ist eine ernst zu nehmende Sorge, auf die Politik reagieren muss.

Das ist durchaus interessant, wie hier versucht wird zu verdrängen, für was PEGIDA wirklich steht. Und RTL? War das nicht der Sender mit dem Undercover-Journalisten? Insgesamt scheint Herr Kubicki eine sehr selektive Wahrnehmung zu haben. Aber es  geht noch besser:

Die Welt: Wie sollte die Politik reagieren?

Kubicki: Es sollte jedenfalls nicht so sein, dass sich einerseits durch verstärkten Zuzug von Menschen aus islamischen Ländern die Gefährdungslage bei uns in Deutschland erhöht und zum selben Zeitpunkt der Leiter des Bundesamtes für den Verfassungsschutz erklärt, dass er nicht ausreichend Personal habe, um nach Deutschland zurückkehrende IS-Kämpfer zu überwachen. Oder dass der Leiter des nordrhein-westfälischen LKA berichtet, dass er nicht in der Lage sei, Gefährdungspotenziale hinreichend unter Kontrolle zu behalten. Wenn erklärt wird, dass es keine Frage des Ob mehr sei, sondern nur des Wie und Wann ein islamistischer Anschlag in Deutschland ausgeführt wird, dann teile ich die Sorgen, die sich die Menschen zum Beispiel bei den Pegida-Demonstrationen in Dresden machen.

Die Welt: Und schlagen deshalb was vor?

Kubicki: Es wird uns nicht gelingen, die Bereitschaft der Menschen zu einer Willkommenskultur aufrechtzuerhalten und vielleicht sogar noch zu verstärken, wenn wir in der aktuellen Situation beim Verfassungsschutz oder bei der Polizei Personal einsparen. Das geht nicht. Wir müssen die Sorgen der Menschen ernst nehmen und das auch in unserem politischen Handeln dokumentieren. Wenn ich in einem Ort XY ein Flüchtlingsheim errichte, kann ich dort nicht gleichzeitig die Polizeistation schließen. Solche gesellschaftlichen Unwuchten muss man erkennen und vermeiden, auch wenn man noch nicht ganz so lange im politischen Geschäft ist wie ich.

Interessante Implikation, oder?

Für mich steht da: Mehr Ausländer -> Mehr Kriminalität -> Mehr Polizei notwendig. Leider steht da nicht welche Art von Kriminalität, z. B. politisch rechter.

Im Gegenteil, mir scheint Kubicki hier die CDU/CSU rechts überholen zu wollen und die Arme ganz weit für PEGIDA-Anhänger öffnen zu wollen: Durch die Kombination von Schließung einer Polizeieinrichtung + Ausländer + Sorgen der Menschen (dem Standard-Argument der PEGIDA) entsteht in meinen Augen hier ein sehr starkes Statement.

Sehr schön auch der direkt konstruierte Zusammenhang zwischen “verstärkten Zuzug von Menschen aus islamischen Ländern” und “die Gefährdungslage bei uns in Deutschland erhöht” – fehlt natürlich nicht der Hinweis auf die Terroristen: ” nach Deutschland zurückkehrende IS-Kämpfer”. Das wird allerdings nicht zur Abgrenzung genutzt, sondern vermischt sich (gewollt? gekonnt?) mit dem davor gesagten. Nachtigall, ich hör dir trapsen…

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