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Threema: Jetzt mit Empfehlung durch den Verfassungsschutz

5. Februar 2016 Keine Kommentare
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Gute Software, im Sinne von Datensicherheit, ist Software für mich dann, wenn Sicherheitsbehörden sie zu einem Problem erklären. Und genau das macht Thüringens Verfassungsschutz gerade mit Threema:

Sicherheitsbehörden können Chats auf Diensten wie Threema nicht umfassend überwachen, beklagt Thüringens Verfassungsschutzchef. Deswegen müsse geklärt werden, wie Behörden Zugriff bekommen und „Hintertüren wären die einzige Möglichkeit“.

Quelle: Heise

Ich will an der Stelle gar nicht darauf eingehen was für ein gefährlicher Vorstoß das wieder einmal ist. Ich will einfach die Gelegenheit nutzen Euch zu motivieren, von WhatzApp auf Threema umzusteigen. Ihr werdet nichts vermissen. Dafür aber viel Sicherheit gewinnen.

Plus: Ihr könnt mit Leuten kommunizieren, denen Ihr nicht Eure Rufnummer oder Mail-Adresse geben müsst. Meine Threema-ID findet Ihr rechts in der Seitenleiste.

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Keine Panik: Habt nur ein bisschen Angst

5. Februar 2016 Keine Kommentare
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Meine Fresse, drehen wir am Rad.

Es gibt also eine abstrakte Terrorgefahr, bei der wir nix genaues wissen. Allerdings ist sie konkret genug um zu sagen das sie nicht an Karneval eintritt. Sie ist auch konkret genug um zu sagen das Berlin ein Ziel ist.  Sie ist auch konkret genug um zu sagen das es wohl nichts konkretes in Berlin gibt.

Vorsichtshalber zeigt sich der Staat aber schon mal (wieder) im Sauerland mit ganzer Härte. Von den Terrorverdächtigen werden wir vermutlich, wie schon die letzten Male nie wieder was hören. Vor allem nicht, dass sie wirklich irgendeiner Tat oder Tatvorbereitung überführt werden konnten. Wetten?

Die SZ fordert, den Ermittlern Vertrauen zu schenken.

Ernsthaft?

Ich würde gerne. Und noch lieber wäre mir wenn Ermittler Ergebnisse liefern. Aber diese wenig substantielle Panikmache? Diese  zufällig zeitlich perfekt getimten Razzien und Festnahmen von Verdächtigen oder auch nur möglicherweise Verdächtigen

Können wir nicht einfach mal einen Schritt zurück machen, tief durch die Hose atmen und uns bitte nicht bekloppt machen lassen?

Kategoriengedanken, mitmenschen, politik Tags:

Eigentlich darf mich das nicht mehr erstaunen

3. Februar 2016 Keine Kommentare
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Ich bin irgendwie immer noch nicht so abgebrüht wie ich gerne wäre. Ich habe immer noch dieses nervöse Zucken, wenn ich sowas sehe:

Auf Heise:

heise
Und beim Spiegel:

Spon

Und nächste Woche wieder die wilde Diskussion um die Frage, warum niemand mehr Spiegel und Co ernst nimmt. Ich hätte da eine Theorie…

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Wer von Euch ist die Bundeskanzlerin?

3. Februar 2016 Keine Kommentare
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Kategorienfilm, unsinn Tags:

Liebes Deutschland: Mach doch mal was aus dem vorhandenen Potential

2. Februar 2016 Keine Kommentare
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Es ist ja nicht erst seit gestern bekannt, dass wir in Deutschland ein massives Problem mit den Einwohnerzahlen haben. Dazu trägt natürlich auch die dramatische Überalterung der Gesellschaft bei. Und so ist es eigentlich nur logisch, dass alle mit ein wenig Grips im Kopf die Frage stellen müssten:

Sind all die Menschen die nach Deutschland kommen wollen nicht eher notwendig?

Und ja, sie sind es. Der Spiegel griff das Thema schon 2010 auf und 2015 legte die Welt noch einmal nach und prognostizierte, dass Deutschland bis 2050 eine halbe Million Zuwanderer braucht. Und zwar nicht insgesamt – sondern pro Jahr!

Jetzt legt der Spiegel noch mal nach:

Manchmal ist ein Problem die Lösung für ein anderes Problem. Der deutsche Mittelstand etwa klagt über einen erheblichen Fachkräftemangel, wie das aktuelle Mittelstandsbarometer der Wirtschaftsberatung Ernst & Young (EY) belegt: 62 Prozent der Betriebe können freie Stellen nicht besetzen, 49 Prozent müssen deshalb gar Aufträge ablehnen. Hochgerechnet gehen dem Mittelstand dadurch fast 46 Milliarden Euro an Umsatz im Jahr verloren, insgesamt fehlen ihm 326.000 Arbeitskräfte. Gleichzeitig dürfte der Zuzug von Flüchtlingen in diesem Jahr für 380.000 zusätzliche potenzielle Arbeitskräfte sorgen, schätzt die Bundesagentur für Arbeit (BA) – also etwas mehr, als dem Mittelstand fehlen.

Im weiteren Verlauf des Artikels wird dann aber schnell klar: Das Problem ist gar nicht das die Menschen die zu uns kommen nicht arbeiten wollen. Sie dürfen schlicht nicht.

Einig sind sich der Mittelstandsexperte und der Arbeitsmarktforscher allerdings in einem anderen Punkt: Die Unsicherheit im deutschen Aufenthaltsrecht stellt ein sehr großes Hindernis dar. „Solange unklar ist, ob ein Flüchtling dauerhaft in Deutschland arbeiten darf, werden Betriebe vor Investitionen etwa in die Ausbildung zurückschrecken“, sagt IAB-Forscher Brücker. „Aus Sicht der Betriebe sind Investitionen in Flüchtlinge riskant, solange sie kein dauerhaftes Bleiberecht haben“, meint EY-Partner Englisch.

Und damit ist es für die Betriebe mit (zu hohen) Unsicherheitsfaktoren belastet, jemanden einzustellen. Wenn es denn überhaupt ginge.

Das dahinter liegende Problem ist, dass wir zwar in Europa die Freizügigkeit genießen, also jeder Europäer hier arbeiten dürfte. Nur ist der Zustrom aus diesen Ländern eben bei weitem nicht groß genug um das Delta aufzufangen. Gleichzeitig gibt es aber nur sehr wenige und teilweise ungewöhnlich beschwerliche Wege, legal und zum Arbeiten aus Nicht-EU-Ländern nach Deutschland zu kommen.

Während wir also über den „ungebremsten Zustrom von Flüchtlingen“ debattieren und sie durch immer perfidere Gesetze zu Illegalen erklären und durch immer tödliche Grenzen abhalten wollen, zeigt sich im Inneren unseres schönen Landes das wir diese Menschen brauchen. Und da darf man doch mal die Frage stellen:

Was stimmt hier nicht?

Kategorienökonomisch, politik, soziologie Tags:

Hateful Eight

2. Februar 2016 Keine Kommentare
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Was gab es nicht für Geschichten rund um den 8. Film von Tarantino. Und erst die Kritik: Vom besten Film aller Zeiten bis hin zum schlechtesten Film aller Zeiten. Was soll man denn da glauben?

Am Besten gar nichts und so ergab sich für mich gestern die Möglichkeit den Film in OV in Duisburg zu sehen. Um es vorweg zu nehmen: Das UCI hat es natürlich wieder versaut und eine Pause(!) mitten in einem Dialog(!) eingebaut. Aber nun ja, es geht ja um den Film.

Und was für ein Film.

Schon die scheinbar nie enden wollende Anfangsszene zieht einen sofort kilometertief hinab in die Geschichte, aus der man dann auch nicht mehr heraus kommt. Das fasziniernede Gefühl das der Film vermittelt ist eine absolute Unaufgeregtheit verbunden damit, dass einem nicht langweilig wird. Dieser Tanz auf der Rasierklinge ist Tarantino gelungen. Und er hält es aufrecht bis zum „Shoot Out“, der unweigerlich kommt.

Dann macht der Film aber meiner Meinung nach einen Fehler, den andere Filme auch schon vor ihm gemacht haben: Er läßt es nicht gut sein. Dort wo er hätte zu Ende sein können (sollen? müssen?) klebt Tarantino einen neuen Subplot an und katapultiert den Zuschauer vor den Anfang des Films den er gerade gesehen hat, um dann dem Ende das man erlebte ein weitere hinzu zu fügen.

Wenn man davon aber mal absieht, ist der Film ausgesprochen gut und sehenswert. Ich bezweifel allerdings das die deutsche Synchronisation dem gerecht wird, was die englische Vorlage bietet. Alleine die inflationären Gebräuche von Nigger und Bitch werden es kaum in die deutsche Fassung schaffen und weite Teile des Filmes leben eben von der Interaktion der wirklich liebevoll (über-)gezeichneten Figuren.

Vielleicht schaue ich mir die deutsche Fassung noch mal an. Für die englische Version aber: Wer sich nicht schnell ekelt und Gewaltorgien nach dem Vorbild von Kill Bill hinnehmen kann, der kann sich den Film durchaus ansehen. :-)

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Zoolander 2 – I don’t even know where to begin

28. Januar 2016 Keine Kommentare
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Also… entweder… oder. Vermutlich aber.

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Der Terror-Amok-Lauf der Presse

27. Januar 2016 Keine Kommentare
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Gut, die Überschrift mag „etwas“ übertrieben sein. Aber mal ehrlich, damit entspreche ich doch offensichtlich dem Zeitgeist. Denn gerade auf wdr.de unter dem URL

http://www1.wdr.de/themen/politik/koeln-karneval-terror-100.html

(Man beachte: Karneval + Köln + Terror)

steht in der Headline:

Möglicher Verdächtiger stellt sich der Polizei

Der Mann ist in den Baumarkt gegangen und hat was völlig legales gemacht. Etwas das sich im Rahmen von „Dual Use“ vielleicht auch in etwas illegales verwandeln läßt. Das läßt die Polizei aufhorchen.

Aber wird er verdächtigt eines Straftat begangen zu haben? Soweit ich das sehe nicht. Warum also sollte er sich „stellen“ wenn er so nett ist sich zu melden(!) nachdem man eine möglicherweise völlig überzogene Suche nach ihm gestartet hat?

Und warum nennt man ihn „Möglicher Verdächtiger„? Spontan denke ich, dass auch ich ein möglicher Verdächtiger bin. Oder jede Person die mein Blog liest.

Ehrlich WDR, was soll denn das? So eine blöde Überschrift und dann so ein reißerischer URL? Quote um jeden Preis?

Wenn Ihr die BILD wärt, ich würde es verstehen. Aber von Euch erwarte ich da eigentlich was anderes.

(Übrigens ein scher schönes Beispiel warum man sich ggf. überlegen sollte in Geschäften mit flächendeckender Kameraüberwachung unverkleidet einzukaufen. Ein vager Verdacht eines Mitarbeiters und schon wird öffentlich mit Bildern nach einem gefahndet. Was das für Auswirkungen haben kann, muss ich Euch wohl kaum erklären.)

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Die 5. Welle

26. Januar 2016 Keine Kommentare
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Am Sonntag war ich mal wieder im Kino und auf dem Programm stand „Die 5. Welle“ nach dem gleichnamigen Buch. Und das Buch reiht sich nahtlos in die aktuelle Welle (no pun intended) der Bücher ein, in denen junge Menschen gegen das Ende der Welt kämpfen – mehr oder weniger. Sei es Panem oder das Labyrinth, die Ähnlichkeit ist da.

Was mir an dem Buch und dem Nachfolger jedoch gefallen hat war die Idee, eine Invasion durch Außerirdische ganz ohne Außerirdische statt finden zu lassen. Wie das funktioniert, könnt Ihr im Buch oder Film erfahren.

Der Film ist dann auch eher „normale“ Kost. Ein paar Dinge aus dem Buch wurden weg gelassen (z. B. die Vernichtung des Flüchtlingscamp), andere Dinge betont (die „Beziehung“ zwischen den Hauptdarstellern) und so wird der Film sehr stark auf ein jugendliches Publikum ausgerichtet, am Besten in der Pubertät.

Gleichzeitig aber hält man sich überraschend gut an der Buchvorlage und die Besetzung der wichtigen Rollen scheint mir auch durchaus gelungen.

Das führt zu der kuriosen Situation, dass der durchschnittliche Erwachsene den Film vermutlich zu oberflächig findet. Während Teens ihn vermutlich nicht spannend genug finden. Und alle zusammen nicht verstehen, dass es ja quasi nur der Prolog zu einer längeren Geschichte ist.

Ist der Film daher schlecht?

Ich denke nicht. Er leidet einfach massiv unter einer versuchten Zielgruppen-Orientierung. Dafür aber erzählt er halt im Wesentlichen was im Buch stand. Und hat es damit im jungen Jahr auf Platz 2 meiner Kino-Charts geschafft.

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Point Break – wenn Extremsport langweilig wird

24. Januar 2016 1 Kommentar
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Am Freitag hatte ich das „Vergnügen“ Point Break zu schauen. Eigentlich war meine Hoffnung viele Szenen zu sehen, die auch von RedBull.TV kommen könnten – denn genau die Sportarten die in der Vorschau gezeigt wurden, sind ja deren Domäne. Und wenn man schon im Dschungel, am Meer und in den Bergen drehen wird, was kann da schon schief gehen?

Leider überrascht der Film negativ. Nicht nur durch die wirklich, wirklich schlechten Greenscreen-Szenen zum Beispiel beim Wingsuit fliegen – das erinnerte schon stark an die Puppenfilme von früher. Sondern auch weil die Story langweilig, unlogisch und extremst vorhersehbar war. Dazu noch eine absolut oberflächige Betrachtung der Darsteller und deren wirklich schlechte Performance. Oder anders gesagt, das einzige was auffiel waren die Brüste der weiblichen Hauptrolle.

Dieses Kinojahr fängt wirklich nicht gut an, wenn der beste bisher gesehehen Film „Ich bin dann mal weg“ gewesen ist. Daher gehe ich gleich schön „Die 5. Welle“ gucken und hoffe das der was taugt. Allerdings schwindet die Hoffnung 😉

Kategorienfilm Tags:

Kleine Spiele mit Suchtpotential

22. Januar 2016 2 Kommentare
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Ich kann stundenlang Spiele ohne Tiefang spielen. Und manche davon, machen wir uns nix vor, haben echtes Suchtpotential.

So wie Z-TYPE.

Das Spielmodell ist denkbar einfach: auf mein kleines Raumschiff fliegen die bösen Aliens zu, die ich abschießen muss. Verschieden große Aliens brauchen verschiedene Anzahlen von Treffern und von Level zu Level werden es mehr und fliegen sie schneller.

So weit so bekannt. Doch Z-Type hat einen kleinen aber feinen Trick auf Lager: Die Aliens haben Namen (englische Wörter) und der Abschuss erfolgt durch eintippen der Wörter. Die armen Sehnen in den armen Handgelenken, sage ich da nur.

Probiert es mal aus. Und vielleicht kommentiert Ihr ja mal ausnahmsweise und verratet welche kleinen Spiele für zwischendurch Ihr spielt.

Kategorieninternettes, technik Tags:

Von Terroristen und Selbstmördern

21. Januar 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Im Intercept gibt es einen sehr interessanten Artikel, warum eine IT-gestützte Suche nach Terroristen wenig erfolgversprechend ist. Allerdings lernte ich gerade aus dem Artikel auch noch etwas komplett anderes:

The briefing suggested that the algorithm Facebook uses to spot and prevent possible suicides might be a helpful model for a technology to locate terrorists, asking: “Are there other areas where online providers have used technology to identify harmful content and remove it? … Something like Facebook’s suicide process flow?”

Also Facebook leitet aus dem Verhalten seiner Nutzer ab ob sie selbstmordgefährdet sind?

Diese Technik kann also mit 65% Wahrscheinlichkeit ermitteln, ob jemand sich das Leben nehmen möchte. Und natürlich kann man sagen, dass das helfen könnte Menschen davor zu bewahren sich umzubringen. Man kann allerdings auch die Frage stellen ob Facebook in irgendeiner Form das moralische Recht hat, eine Analyse der psychischen Verfassung seiner Kunden vorzunehmen. Oder anders ausgedrückt: bei einer so niedrigen Wahrscheinlichkeit kommt es zwangsläufig zu False-Positive-Meldungen – was das für Folgen haben kann, kann man sich vorstellen.

Ebenso kann man sich vorstellen, welche Gruppen Interesse an solchen Daten hätten: Versicherungen, Arbeitgeber, …

Und ich stelle mal die Vermutung an das den wenigsten Facebook-Nutzern klar ist, dass im Hintergrund Software darüber entscheidet in welcher mentalen Verfassung sie sich möglicher Weise gerade befinden.

Wow. Krass.

Kategorien1984, infos, soziologie Tags:

Du hast nichts getan – trotzdem beobachten wir Dich!

21. Januar 2016 Kommentare ausgeschaltet
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In der Welt ist ein Artikel erschienen, der eine andere Aussage hat, als man zunächst vermuten würde.

Vordergründig geht es um „Islamisten“ und darum, dass man in der EU keine einheitliche Vorstellung davon hat, was ein islamistischer Gefährder eigentlich ist. Allerdings hat der Artikel einen zweiten Inhalt, der wesentlich beunruhigender ist als die Frage woran man denn einen gemeingefährlichen Islamisten nun erkennt – oder auch nicht.

Der zweite Aspekt ist der des Gefährders:

Unter dem Sammelbegriff [Gefährder, Anmk. des Autors] werden in Deutschland Personen zusammengefasst, denen die Umsetzung einer erheblichen Straftat zugetraut wird. (…)

Demnach ist ein Gefährder „eine Person, bei der bestimmte Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie politisch motivierte Straftaten von erheblicher Bedeutung, insbesondere solche im Sinne des Paragrafen 100a der Strafprozessordnung (StPO), begehen wird“. (…)

Regelmäßig wird ihr Aufenthaltsort festgestellt. Immer wieder werden sie auch observiert.

Wir reden hier nicht von Menschen die für eine Tat bestraft wurden. Wir reden hier von Menschen von denen man animmt, dass sie vielleicht in Zukunft eine Straftat begehen könnten oder wollen. Und solche Gefährder gibt es natürlich nicht nur im Bereich des Islamismus.

Für mich ist das nur sehr schwer mit meinem Verständnis von Rechtstaat in Einklang zu bringen. Darf der Staat Menschen, die sich nichts zu schulden haben kommen lassen, aus Verdachtsgründen so behandeln? Es gibt ja eine Theorie, dass wenn man jemanden nur lang genug beobachtet, das man ihn dann zwangsläufig auch bei Rechtsverstößen erwischt.

Und was mir auch nicht klar ist: Gibt es eine unabhängige Stelle (Richter?) der prüft ob solche Maßnahmen überhaupt zulässig sind und nicht vielleicht nur willkürlich? Werde ich eigentlich informiert, wenn man mich für einen Gefährder hält?

Laut Wikipedia gibt es dafür die sogenannte „Gefährderansprache„:

Als Gefährder werden im Zusammenhang mit der öffentlichen Sicherheit und Gefahrenabwehr Personen bezeichnet, bei denen kein konkreter Hinweis vorliegt, dass sie eine Straftat planen, aber bei denen „bestimmte Tatsachen die Annahme der Polizeibehörden rechtfertigen, dass sie Straftaten von erheblicher Bedeutung, insbesondere solche im Sinne des § 100a der Strafprozessordnung (StPO)[1], begehen“ werden.

(…)

Die Polizei kann bei bekannten Gefährdern eine Gefährderansprache durchführen, um deren weiteres Verhalten zu beeinflussen. Die individuelle Ansprache soll signalisieren, dass „polizeiliches Interesse an seiner Person besteht, die Gefährdungslage bei der Polizei registriert wird und die Lage ernst genommen wird“.

(übrigens verwendet die Welt vermutlich nur zufällig die gleiche Formulierung wie Wikipedia *kicher*)

Ich fasse also zusammen: Es gibt bei der Polizei jemanden der annimmt, ich könnte etwas böses im Schilde führen. Damit lande ich in einer Datenbank und werde unter Umständen angesprochen nach dem Motto: „Wir beobachten dich…“. Na super. Danach ist das Leben ja mit Sicherheit total entspannt, weil man ja gut beweisen kann, dass man etwas NICHT tun wird.

Vielleicht sehe ich das zu negativ. Aber ist die Verhinderung von Straftaten durch intensives Beobachten von Menschen von denen man annimmt, dass sie möglicherweise mal eine Straftat begen an der Stelle nicht ein wenig too much?

Kategorien1984, politik Tags:

Gut, dass wir nicht paranoid sind.

21. Januar 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Ich lese manchmal Nachrichten und wünschte mir, dass es Enten wären. Ich möchte aufwachen und feststellen, dass alles nur ein wirrer Traum war.

So wie heute morgen, als ich beim Spiegel folgendes las:

Ein zehn Jahre alter muslimischer Junge aus der englischen Grafschaft Lancashire ist von der Polizei befragt worden, weil er in einem Schulaufsatz schrieb, er lebe in einem „Terroristenhaus“. Das berichtet die BBC. Der Junge habe sich verschrieben und eigentlich Reihenhaus gemeint („terraced house“ statt „terrorist house“).

Die Lehrer hätten das nicht als Schreibfehler erkannt und den Jungen daher den geltenden Anti-Terror-Gesetzen zufolge der Polizei gemeldet. Der Counter-Terrorism and Security Act 2015 fordert Lehrer auf, Verdächtiges zu melden.

Laut BBC befragten Ermittler den Sohn und untersuchten einen Computer im Haus der Familie.

Das ist so dermaßen absurd, dass man zunächst glauben möchte, dass sich das gar nicht zugetragen haben könnte. Das das gar nicht sein kann, ich meine weder kann man so bescheuert sein, noch kann eine zivilisierte Gesellschaft so denunziatorisch werden und so panisch in ihrer Angst, dass selbst kleine Kinder nicht mehr außen vor gelassen werden.

Leider aber erinnert mich die Nachricht an eine von vor wenigen Tagen, als ich bei der Washington Post folgendes las:

A 10-year-old girl received a pat-down in a North Carolina airport after she left a Capri Sun juice pouch in her bag, according to her father, who filmed the incident and posted footage on YouTube.

Sehr schön übrigens die Erklärung, man habe ja nur Regel befolgt:

But a TSA spokesman said that the pat-down followed agency guidelines.

Ich meine, mal ehrlich und unter uns: Bin ich wirklich der einzige, den das massivst beunruhigt, was gerade passiert? Und nein, es ist nicht der Terrorismus, vor dem ich hier Angst habe. Es ist unsere Bereitschaft, vor einer selbst geschaffenen Angst zu kapitulieren und alle Werte über Board zu werfen – für eine vermeintliche Sicherheit vor einem vermeintlichen Feind.

Kategorien1984, gedanken, politik, soziologie Tags:

Große Bilder werfen ihren Schatten voraus: Suicide Squad

20. Januar 2016 Kommentare ausgeschaltet
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