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Archiv für die Kategorie ‘internettes’

DerWesten.de – was zur Hölle???

1. Dezember 2016 Keine Kommentare
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Ich lese die ePaper von RP und NRZ fast täglich, weil mich vor allem der Lokalteil interessiert. Und natürlich klicke ich gelegentlich auch mal „nur so“ auf derwesten.de. Naja, klickte, denn nach heute morgen werde ich wohl nur noch meine Deeplinks verwenden.

westenLieber derWesten, was soll denn das?

Wollt Ihr die neue HuffPo sein? Mal abgesehen von der Platzverschwendung und nicht optimalen Darstellung im Browser finde ich schon die inflationären Ausrufezeichen total daneben: Unglaublich! Jezt ist es raus! Ganz neu!

Oder wie ich sagen würde. Seid ihr noch ganz frisch? Vielleicht habt Ihr auch nur noch nicht mitbekommen, dass die Hochzeit des Clickbait schon wieder vorbei ist und diese Senstationalisierung von Nachrichten nur nervt.

 

Warum setzt Ihr Eure optische Seriösität für ein Tablet-Design aufs Spiel, dass zudem noch den Eindruck erweckt, Ihr wollt um jeden Preis nicht mehr ernst genommen werden?

Übrigens, Protip: Angesichts der Diskussion um Gewalt im Amateurfußball ist die Headline „…versohlt (…) nach Strich und Faden“ ja auch eher so Semi. In der Summe würde ich mich Christian Spließ anschließen: Das war ein Satz mit x – das war nix!

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Digitaler Leichtsinn – Nachdenken ist nur was für andere

5. November 2016 Kommentare ausgeschaltet
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In 2015 hatte ich hier im Blog mal den Begriff „Digitaler Leichtsinn“ ins Gespräch gebracht.  Wie zu erwarten war, vermutlich weil eben nicht jeder Mensch diesen Beitrag gelesen hat, wurde die Situation nicht besser – sondern eher schlimmer.

In den letzten Tagen bin ich zwei mal Zug gefahren. Mit dem Thalys nach Brüssel und mit dem ICE nach Berlin. Beide Zugfahrten waren IT-technisch bemerkenswert.

img_8973Im Thalys saß ich neben einem jungen Mann, der in Paris gejobbt hatte (auf einer Food-Messe). Und dieser junge Mann hat die meiste Zeit mit / an seinem Notebook und Handy gespielt.

Auf dem Notebook waren offen: der Mailclient, Facebook und ein paar andere Websites. Darüber lief ein Video. Gelegentlich schob  er Fotos vom Handy auf den Rechner.

Irgendwann stand er auf und ging weg. Das Notebook ließ er ungesperrt neben mir stehen. Herzlichen Glückwunsch, ich bin jetzt Besitzer seiner Mail- und Social-Media-Credentials. Bzw. ich wäre es, wenn ich ein Bösewicht wäre.

img_9037Paar Tage später, der „Geschäftsleute-ICE“ von Berlin nach Duisburg. Neben mir ein Typ der für eine englischsprachige NGO arbeitet.

Ein paar Powerpoint-Präsentationen hier, ein paar Mails dort. Online natürlich über das unverschlüsselte WLAN des Zuges (siehe hier). Und wenn man viel arbeitet, bekommt man schon mal Hunger. Und so steht er auf, und geht Richtung Board-Bistro. Ich bin jetzt im Besitz seiner geschäftlichen Daten und habe ein Rootkit auf seinem Rechner. Bzw. hätte ich, wenn ich ein Bösewicht wäre.

Während die den jungen Typen im Thalys fast noch verstehen kann, bin ich bei dem NGO-Typen total ratlos. Klar hätte Mr. Thalys auch ein Bewußtsein dafür haben müssen, dass ich mich grundsätzlich in einer „feindlichen“ Umgebung aufhalte, wenn mein Rechner nicht im trauten Heim und eigenen LAN steht (und eigentlich selbst dort).

Aber spätestens Mr. NGO hätte doch eine Folie gegen Mitleser auf dem Display haben müssen und nicht nur sein Notebook sperren, sondern bitte MITNEHMEN müssen, als er ins Bistro ging.

Ist sich eigentlich wirklich niemand bewußt, dass es an einem nicht gesichterten Rechner nur einen griffbereiten USB und wenige Sekunden braucht, um wahlweise (alle/wichtige) Daten und die Kontrolle zu verlieren? Bzw. sein eigenes Geschäft, vielleicht auf Geschäftsparner in Gefahr zu bringen?

Hallo Leute, aufwachen!

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Hermann Winkler, die Superillu und der Osten. Oder: Die AFD, die CDU und Burda.

6. Oktober 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Manchmal bin ich einfach nur irritiert:

Diverse Medien zitieren gerade einen EU-Abgeordneten der CDU, Hermann Winkler. Dieser hat, so der Spiegel, wohl gefordert, dass die CDU mit der AFD koalieren soll.

Gefordert hat er das in einem Interview mit der Zeitschrift „SUPERillu„, die laut Markenbotschaft des verlegenden Burda-Verlags folgendes Selbstverständnis hat:

(…) der Webauftritt der größten Kaufzeitschrift der neuen Bundesländer und versteht sich als „Heimat im Internet„

(falsche Anführungszeichen wie im Original)

Inhaltlich wird die Ausgestaltung der SUPERillu jetzt beschrieben als:

(…)bietet verschiedene Themenchannels mit Inhalten zu Musik, Kino & TV, Reisen, Leute, Erotik und Gewinnspielen.

Hm, ein Blick auf die Landingpage bestätigt das auch. Kurze Auswahl der Themen:

  • Ist glutenfreies Essen gesünder?
  • Stefan Mross: Trennung von Ehefrau Susanne!
  • Vanessa Mai: Keine Zeit zum Heiraten
  • Der Helene Fischer-Kosmos
  • Anna Loos & Jan Josef Liefers: Das Geheimnis des Power-Paars

Und in diesem Umfeld wirbt nun ein CDU-Politiker für eine Koalition mit der AFD. Wenn ich jetzt an die ganzen „Lügenpresse“-Schreihälse denke und an Burdas Darstellung der „Heimat im Internet“ und der größten Kaufzeitschrift in den neuen Bundesländern…

… also mal ehrlich: Gibt es eine bessere Art, jedes noch so klischeehafte Bild des ungebildeten AFD-Pöbels zu unterstreichen? Was sagt das über die CDU, wenn sich einer ihrer Vertreter ausgerechnet in der Super-Illu zu einem Bündnis mit der AFD bekennt?

Ich bin wirklich irritiert über die, die sich hier gesucht und gefunden haben: Die CDU, die AFD und Burda. Das alles verpackt in der komischen Leichtigkeit des Seins einer Super-Illu.

Deutschland. Das Land der Dichter und Denker. Ich denke ich bin vermutlich nicht dicht genug, um darüber nachzudenken 😉

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Wolltet Ihr Euch nicht immer mal eine Railgun bauen?

25. September 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Physik kann auch unterhaltsam sein.

Und mit dem Song kann er direkt bei Disney anfangen. Wetten? 😉

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Telekommuniktionsbullshitbingo: Gigabit-Gesellschaft

22. September 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Gigabitgesellschaft.

Gigabit-Level.

Internet as a Service.

Walter Haas, Mitglied der Geschäftsleitung von Huawei Deutschland, pflichtete dem Telekom-Vertreter in vielen Punkten bei. Er plädierte für eine „nahtlose Konnektivität ohne Einbuchungsprozesse“, für die unterschiedliche Qualitätsklassen für Spezialdienste erforderlich seien. Um einen „Gigabit-Level“ zu erreichen, werde es aber ohne einen deutlich höheren Glasfaseranteil kaum gehen. Dafür müssten die Nutzer und die Kommunen stärker in den Infrastrukturaufbau mit eingebunden werden.

„Ich will Netzkonnektivität als Service haben“, verwies Manfred Hauswirth vom Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme (Fokus) in eine ähnliche Richtung wie Haas. Für den Forschungsmanager bedeutet die Gigabitgesellschaft im Kern eine „Virtualisierung der Netzwerke in gleicher Weise wie von Rechenleistung in der Cloud“. Der Nutzer müsse sich dann nicht mehr um einen speziellen Internetanschluss kümmern, sondern könne sich „Bandbreite, Dienste und Netzwerke zusammenklicken“.

(Quelle: Heise)

Ja ne, ist klar. Sonst geht es aber?

(Wer es nicht vershtet: Da steht erstens Ihr sollt mehr löhnen, zweitens steht da das Netzneutralität lästig ist und drittens das ihr bitte noch weniger Kontrolle über die Infrastruktur haben sollt.)

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Willkommen im IoT: Der vernetzte Sportler

22. August 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Viele Menschen reden ja vom Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) und kaum einer kann sich darunter was vorstellen. Dabei gibt es eine Gruppe von Menschen, die schon heute wie selbstverständlich IoT nutzen – und sich vermutlich darüber gar nicht im Klaren sind.

Anders als man das bei Computern und compurisierter Technik erwarten würde, sind es aber nicht die Nerds. Es sind die Sportler. Na gut, vielleicht nerdige Sportler, zu denen ich mich auch zählen würde.

Denn ich lebe in einer Cloud von IoT-Devices, die mich durch den Tag begleiten. Bei dem folgenden Text bewege ich mich in der Welt von Garmin, aber ähnliche Produkte gibt es auch von zahlreichen anderen Herstellern. Ich nutze allerdings Garmin:

An meinem Rad ist ein „allmächtiger“ Radcomputer (Garmin Edge) das Herz des Ganzen: Er miss nicht nur Tempo und zahlreiche andere Daten. Er kann mich über ein Radar im Rücklicht auch informieren, wenn hinter mir Autos sind und wo sie sind. Natürlich kann er auch gleich das Frontlicht abhängig von meinem Tempo regeln und die Digitalkamera am Helm fernsteuern. Meine Strecken überträgt er, wenn ich es möchte, live ins Internet und wenn ich stürze, werden automatisch Angehörige informiert. Und wenn ich in Gruppen fahre, kann ich jederzeit sehen, wo meine Mitfahrer sind.

Das setzt voraus, dass mein Garmin Edge mit meinem Smartphone verbunden ist. Auf dem läuft Garmin Connect, die zentrale Anwendung für alle Technik drumherum. Connect empfängt die Daten vom Radcomputer und kommuniziert mit diesem. Aber nicht nur mit dem.

IMG_8413Sondern zum Beispiel auch mit meinem Fittness-Tracker, der auch aufzeichnet, wie viele Schritte ich gehe und wie viele Stockwerke ich erklimme.

Dort werden Daten noch angereichert um eine Schlafanalyse und Informationen, wie viel ich Esse. Dafür nutze ich MyFittnessPal (MFP), eine sehr populäre App zum Eintragen dessen, was man so über den Tag futtert.  Dazu kommen dann noch die Informationen aus der Waage, die ebenfalls ihre Daten in die zentrale Cloud übermittelt.

Garmin weiß wie groß und schwer ich bin, MFP wie schwer ich sein möchte. Unter Berücksichtigung meiner Aktivitäten legt dann eine Software fest, wie viel ich essen darf, um mein Gewichtsziel zu erreichen. Der Wert erhöht sich entsprechend bei körperlicher Aktivität.

Gleichzeitig wird gelegentlich geprüft, ob ich denn genug Sport treibe: Über den Tag verteilt verdonnert mich der Tracker immer wieder mal durch zartes Vibrieren dazu, den Schreibtisch zu verlassen und ein paar Schritte zu gehen. Laufe ich zu wenig, wird mein Ziel reduziert und ich bekomme motivierende Nachrichten. Laufe ich „zu viel“ wird mein Ziel für die Zukunft nach oben angepasst.

Nebenbei misst mein Armband auch den Tag über meinen Puls, etwas wozu man früher extra einen Brustgurt anglegen musste. Das Einzige, worauf ich willentlich verzichte – was aber natürlich möglich ist – ist eine GPS-Funktion um auch zurückgelegte Strecken am Tag und beim Sport direkt mit dem Armband zu tracken.

Viele der Daten kann z. B. unsere Trainerin direkt nutzen um zu schauen ob und wie wir uns an ihre Pläne halten. Und wo Optimierungsbedarf ist. Alle Daten bleiben schließlich nicht auf meinem Handy: Das dient nur zur Darstellung. Tatsächlich liegen sie natürlich im Buzzword von vor wenigen Jahren: Der Cloud, also auf Servern des Anbieters.

Jetzt kann man natürlich die Frage stellen: Warum und wozu? Geht es mir damit irgendwie besser? Bringen mir all die Daten was? Ja und nein.

Tatsächlich helfen all die kleinen Gadgets, die einen wie eine IoT-Cloud umgeben, dabei, sich bewußter zu ernähren (wenn man es nötig hat) und sich bewußter zu bewegen (wenn man es nötig hat). Da das alleine natürlich nicht unbedingt ausreicht, gibt es immer auch direkt Social Media-Komponenten: Auf MFP unterstützt man sich gegenseitig mit Lob und Rezepten.

IMG_8448Auf Garmin Connect tritt man gegeneinander an. Dabei geht es natürlich auch wieder nur um „Fake-Internetpoints“, aber das Belohnungszentrum im Hirn wird natürlich bei beidem angesprochen und meldet sich durch die Abgabe von Glückshormonen. Erster zu sein ist immer schön, letzter will niemand sein.

Damit schafft die Technik es, Sportler zu Nerds zu machen und weniger aktive Menschen zu mehr Aktivitäten zu animieren.

Natürlich hat die ganze Datensammelwut auch eine Kehrseite. Denn wo Daten sind, sind Begehrlichkeiten. Man erinnere sich nur daran, wie 2011 bekannt wurde, dass der Navi-Hersteller die Bewegungsdaten an die Polizei verkauft hat.

Was wäre jetzt, wenn die Krankenkassen gerne wüßten, was so mit ihren Kunden ist? Natürlich nicht repressiv, sondern in Form von Boni: „Senden Sie uns ihre Daten und wenn Sie sich genug bewegen, bekommen Sie Fakte-Internetpoints!“ Nennen wir die Punkte mal „Sportis“.

Wenn ich dann einkaufen gehe und für gesundes Obst noch ein paar Sportis bekomme. Für die bei MFP eingebuchte Pizza aber welche abgezogen werden? Aus den gewonnen Daten läßt sich eine Vielzahl vom Möglichkeiten ableiten, diese zu monetarisieren. Denn wer glaubt, dass Garmin die „kostenlosen“ Dienste rund um Connect „umsonst“ anbietet, der hat nicht verstanden wie Unternehmen funktionieren.

Aber in allem Negativen wartet auch was Positives. Ein Bekannter von mir hatte bei einem Fahrradwettkampf folgende Pulskurve:

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Man muss kein Arzt sein um zu wissen, dass die Spikes bis 240 nicht normal sind und ein Anzeichen für ein sehr, sehr seriöses Problem mit dem Herzen. Wenn ich jetzt schon mit meinem Armband eh einen Pulssensor 24/7 trage oder mit dem Brustgurt beim Sport mit dem Edge verbunden bin, könnten diese Sensoren eine sehr wichtige Hilfe leisten: Sie könnten mich auf eine mögliche ernsthafte gesundheitliche Gefahr hinweisen und bei Nicht-Reagieren ähnlich wie der Crash-Sensor automatisch Hilfe anfordern. Oder zumindest ans Telefon holen. Und wenn ein GPS-Empfänger verbaut ist, könnte auch eine genaue Ortung erfolgen.

Wie fast alle Technologie, die in unser Leben vordringt gibt es also Entwicklungen auf die wir achten müssen. Und solche die eine spannende Zukunft versprechen, in der z. B. schwere Folgen nach Herzproblemen deutlich verringert werden können, wenn die Nutzer der Technik gewarnt werden.

Im Moment sind die meisten Gerätehersteller nur grob untereinander (ANT+ / BT le) miteinander kompatibel. Die Brücke schlagen hier wieder andere Dienste wie z. B. Strava, die Systemübergreifend zum Wettkampf auffordern – und wieder Daten produzieren, die auch anderweitig einen Nutzen haben können.

Und jetzte stellen wir uns mal vor, in einer zukünftigen Welt können Städteplaner aus den Daten Unfallschwerpunkte ermitteln. Und so wie ich durch Radar weiß was hinter mir ist, bekommen PKW-Fahrer eine Warnung wenn sie sich einem Radfahrer nähern. Bei neu anzulegenden Trassen wird dagegen darauf abgestellt, wo welche Verkehrsart am stärksten zu fördern ist oder wo man bauliche Trennungen vornehmen sollte. Das IoT und die Cloud machen das möglich.

Gehen wir jetzt mal davon aus, dass der Mensch durchaus zu Gutem in der Lage ist, sehe ich einige sehr interessante Dinge auf uns zukommen. Und vielleicht leben wir alle ja wirklich ein bisschen bewußter, wenn uns Software und Hardware hilft, uns ein wenig genauer mit uns selbst auseinander zu setzen?

 

Der Artikel bezieht sich auf Garmin, weil wir überwiegend Garmin-Geräte einsetzen. Ich will nicht verhehlen, dass wir drüben im Radsport-Blog eine Partnerschaft mit Garmin haben. Es gab allerdings keine Aufforderung diesen Blogbeitrag zu schreiben.

Die Links gehen, sofern es sich um Links zu kaufbaren Produkten handelt, zu Amazon, da wir dort Teilnehmer am AmazonPartnerNet sind.

Kategorieninternettes, technik Tags:

Internetsecurity done wrong

19. August 2016 2 Kommentare
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Edith sagt: Ja, HE hat die Zertifikate getauscht:

Dieses ist korrekt und wurde im Zuge des Update des Betriebssystems auf unseren Plattformen durchgeführt. Wenn Sie die Zertifikate gegen prüfen möchten, finden Sie dazu unter 

https://www.hosteurope.de/faq/webhosting/sicherheit-ssl/ssl-zertifikate-webhosting-bereich/

eine Anleitung.

 


Die meisten Leute ignorieren ja „Fehlermeldungen“ gerne. Das gilt natürlich auch für falsche oder abgelaufene Zertifikate im Browser. Bei Mail verzichten witziger Weise immer noch sehr viele Leute darauf, überhaupt verschlüsselte Verbindungen zu wählen.

Ich verrate kein Geheimnis wenn ich sage, dass ich das natürlich anders sehe. Um so irritierter war ich heute morgen, dass sowhol mein Desktop, als auch mein Handy mich pflichtbewußt darauf hinwiesen, dass das Zertifikat für „meinen“ Mailserver ungültig ist:

UnbenanntIch kann mich absolut nicht erinnern, dass HostEurope mich über einen Zertifikatswechsel informiert hätte und habe mal eine entsprechende Anfrage an den Helpdesk gestellt. Bis zu einer Antwort von dort nutze ich temporär einen anderen Server. Weil dummerweise ein solcher Hinweis eben auch auf eine Manipulation an der technischen Infratruktur hinweisn kann. Und leider sind zwar alle meine Mails digital signiert, aber nur sehr wenige auch verschlüsselt.

Da möchte ich schon sicher gehen, dass der Transportweg, zumindest der Teil den ich kontrollieren kann, so sicher wie möglich ist. Sollte HE „vergessen“ haben, auf einen Zertifikatswechsel hinzuweisen (ich wüsste auch nicht wie mir die Überprüfung ohne Fingerprint gelingen sollte), wäre das natürlich ein klassischer Fall von: Das darf ja wohl nicht wahr sein.

Es ist allerdings auch möglich, dass ich die Info einfach übersehen habe….

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Blockxit: Oh mein Gott wie peinlich!

25. Juli 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Vor ein paar Tagen habe ich bei Fefe einen Rant zu Blockxit gelesen und mich amüsiert. Aber nicht weiter drüber nachgedacht. Tangierte mich nicht weiter, interessierte mich nicht weiter. Bis heute:

Ich wollte beim Stern etwas über die Plasberg-Sendung gestern lesen. Und der Stern empfing mich so:

stern1Naja… zumindest ausprobieren kann man es ja vielleicht mal. Weil vielleicht die Websites ja gelernt haben, was man Usern besser nicht zumutet. Gleichwohl der fette Rand mir schon komisch vorkam. Aber ausnahmsweise mal den Blocker deaktiviert und die Seite neu geladen.

Es dauert.

Es dauert.

Unten sehe ich welche Server alles kontaktiert werden und irgendwann lädt die Seite:

stern 1Und direkt zwei animierte, blinken und blitzende Werbungen. Das rote Feld rechts blinkt, das Bild bewegt sich. Die Werbung oben scrollt immer von links nach rechts in Bild.

Wie zum Teufel soll ich bei einer solchen Scheisse in Ruhe lesen können, wenn im Sichtfeld ständig was blinkt? Und glaubt irgendjemand, dass ich da wirklich drauf klicke? Mal abgesehen davon, dass der Code für die Werbung auch hätte Schadcode sein können?

Also Ad-Blocker wieder aktiviert. Und Fefe hat Recht:

Legt doch mal für ne Sekunde das Koks weg. Vielleicht sehr ihr dann, wie sehr ihr euch gerade zum Stück Brot macht.

 

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Facebook: Von der Cholera zur Pest

20. Juni 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Vor ziemlich genau 5 Jahren habe ich mich bei Facebook abgemeldet. Das hatte hauptsächlich die zwei Gründe, dass ich Facebook nervig und eine Gefahr für das offene Netz fand.

Daran hat sich nichts geändert, gleichwohl habe ich mich Ende letzter Woche neu angemeldet. Aus einem einfachen Grund: es stehen zwei Wahlen an, von denen eine für mich besonders wichtig wird. Und ich möchte gerne mit den Menschen dazu kommunizieren. Und da ich niemanden zwingen kann, sein Habitat zu verlassen, muss ich halt zu ihnen. Hilft ja nix.

In den wenigen Tagen die ich jetzt wieder bei Facebook bin, habe ich knapp 750 „Freunde“ gefunden. Von denen ich vielleicht 1% wirklich kenne. Da ich aber nicht sehr selektiv die „Freundschaften“ angenommen habe, vermittelt mir meine Timeline schon einen interessanten Einblick.

Das wiederum macht mir schon Angst. Denn zu den beiden oben genannten Gründen, warum man Facebook links liegen lassen sollte, kommt nun ein Dritter: Facebook ist eine Gefahr für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Auf FB werden völlig gedankenlos die absurdesten Meldungen und Videos verbreitet – aus den obskursten Quellen. Das wird freudig geliked und geteilt, mal politisch streng rechts, mal streng links aber immer völlig gaga.

Es scheint, als wäre „denken vor dem klicken“ völlig ausgestorben und durch ein „ich will dazu gehören – dafür klicke ich“ ersetzt worden. Eine Verarbeitung dessen was man da sieht und teilt scheint nicht statt zu finden.

In der Folge bewegt sich jede Diskussion aus der neutralen Mitte schnell in ein extremes Lager. Meiner Meinung nach aber mit deutlicher Tendenz nach Rechts, weil man offensichtlich dort die Nachrichten produziert, die die Menschen lesen wollen. Um sich in ihrer Angst, Furcht vor anderen oder einfach nur in ihrer Dummheit bestätigt sehen wollen. Diese Effekte verstärken sich in einem interessanten Ausmaß, bis letztlich auch die „gefangen“ werden, deren IQ man so hoch einschätzt, dass sie eigentlich auf solche Schwachsinns-Posts nicht reagieren dürften.

Vielleicht wäre das mal für die eine oder andere Doktor-Arbeit interessant zu analysieren: Wie sehr Facebook die Mitte der Gesellschaft destabilisiert.

Au wei. Das kann ja eine lustige Zeit da werden….

Wie putzig ist das denn bitte???

7. Juni 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Kategorieninternettes, mitmenschen Tags:

Schatz, zieh was hübsches an, wir kriegen Besuch ;-)

12. Mai 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Interessante Ereignisse am frühen Abend:

Ich wollte gerade in der Fritz-Box etwas einstellen, da fällt mir die Liste der Geräte im Netz auf. Und die ist…. äh spannend, denn da ist ein WLAN-Device, dass nicht hier in den Haushalt gehört:

wlan

Und wer oder was hier mitsurft, hat sich die Mühe gemacht, einen sehr langen Schlüssel zu knacken. Klar, ich weiß das es Programme dafür gibt, die das automatisieren. Aber trotzdem – da gehört schon was zu  🙂

Hallo Du, wer auch immer Du bist: Wenn Du gefragt hättest, hätte ich Dich auch so mitspielen lassen. Du musst nicht gleich in fremde WLAN einbrechen. Und überhaupt: War Dir unser Freifunk zu langsam?

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Störerhaftung ade?

11. Mai 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Ich trau ja meinen Augen kaum und das wird auch so bleiben, bis gute Anwälte das Gesetz geprüft haben. Aber:

Heise und der Spiegel berichten übereistimmend, dass die GroKo noch dieses Jahr(!) die Störerhaftung für WLAN abschaffen will. Damit könnten auch Privathaushalte ihre WLAN wieder ohne Umwege (z. B. Freifunk) freigeben. Sogar die Vorschaltseite scheint vom Tisch:

Die Union hatte darauf gedrungen, dass Nutzer zumindest über eine Vorschaltseite zur Einwilligung in Vertragsbedingungen gezwungen werden sollen, um insbesondere Urheberrechtsverletzungen einzudämmen. Das ist nun aber offenbar zugunsten wirklich offener WLANs vom Tisch. (Heise)

Das würde Deutschland unglaublich nach vorne bringen, wenn WLAN-Betreiber nicht mehr pauschal haftbar sind, wenn ihre User Unsinn betreiben. Erfreulicherweise würde damit auch meine Petition hinfällig: Gemeinsam mit vielen Tausend Menschen hatte ich den Bundestag gebeten, sich des Themas anzunehmen.

Nur beiläufig sei erwähnt, dass mein Anliegen seit Januar 2011(!) unbearbeitet geblieben ist. Hätte sich dann aber ja durch liegenlassen erledigt 😉

Anyway: kommt es, wie es scheint, wäre das einfach gut.

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Outlook 2010 und Dinge, die man gar nicht glauben will

4. Mai 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Eine Bekannte bat mich um Hilfe, weil „seit längerem“ schon ihr Mail-Client nicht funktioniert. Stellt sich raus: Outlook 2010.

Also habe ich mich auf die Fehlersuche gemacht. Da ich den Mailserver betreue, habe ich erst mal da geschaut: Da kamen aber keine Fehlerlogs (z. B. falsches Kennwort) oder so. Da war einfach gar nichts und das schon relativ lange.

Bleibt also nur ihr PC. Internet geht. Mail geht nicht. Also das Mailkonto überprüft. Alle Einstellungen richtig. Mailkonto gelöscht und neu angelegt. Nada.

Langsam fing das schon an, ein wenig komisch zu sein: ich konnte den Mailserver anpingen. Den Webserver ansprechen und per Webmailer ins Postfach. Ich konnte per FTP Verbindungen aufbauen. Nur Outlook konnte oder wollte nicht: „Server konnte nicht gefunden werden.“ WTF?

Selbst ein testweises einrichten alternativer DNS-Server brachte mich nicht weiter. Es war dann der Zufall:

Ich habe testweise noch mal einen Ping abgesetzt und dabei ist mir aufgefallen, dass offensichtlich der ISP (Telekom) irgendwann auf IP V6 umgestellt hat. Es schien mir zwar unwahrscheinlich, aber ich habe mal einfach V6 dekativiert und IP V4 aktiviert.

Und siehe da: Es kamen Mails.

Fazit: Outlook 2010 kann unter Windows 7 nicht  mit IP V6 umgehen.

Über das Warum kann man nur spekulieren. Und fluchen.

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Apple, Zensur und Fragen

12. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Ich teste gerade u. a. die Beta-Version einer VPN-Software. Im Rahmen des heutigen Updates steht im Changelog:

„Bypass censorship“ profile removed, as requested by Apple, in accordance with the Apple Review Guidelines.

Die Profile sollen dem Nutzer erlauben, ohne tiefe Kenntnisse die „richtige“ Stufe der Anonymität, bzw. die richtigen Einstellungen zu wählen. Bei diesem Profil zum Beispiel geht es logischer Weise darum einen VPN-Server in einem Land zu wählen, dass weniger Restriktionen vorsieht:

Anti-Censorship
The main purpose here is to simply get a server which is NOT located in your country in order to simulate a location outside of your country. As this feature will be available free forever, it will not contain additional features like ad blocker etc. It’s our gift to citizens in countries which suffer from censorship.

Was mich irritiert ist, dass nicht die Funktionen entfernt wurden. Nur das Profil. Also nur die Voreinstellung und der Name….

 

hmmm….

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Out-Put

11. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Ende letzten Jahres ist mir aufgefallen, dass ich meine Blogs sträflich vernachlässigt habe. Und ich habe mir gedacht (naja, vielleicht so was wie ein guter Vorsatz), dass ich dieses Jahr mal wieder mehr blogge.

Bis jetzt klappt das auch ganz gut. hab gerade mal nachgesehen:

Mal gucken ob das auch im Rest des Jahres so bleibt. Die Lesezahlen jedenfalls erholen sich gaaaaanz langsam von der langen Abstinenz. Wobei sie natürlich deutlich niedriger sind als zu den Zeiten, als ich jeden Furz auf Facebook verbreitet habe. Aber vor allem im Geocaching-Bereich kommt immer mehr über die Link-Aggregatoren. Ist ja auch was.

blog

Und wenn man davon ausgeht, dass ich ja nicht bezahlt werde für Aufrufe meiner Seiten, ist es letztlich auch egal ob 50 Treue oder 200 Zufallsleser hier vorbei schauen. Das Einzige, was sich in all den Jahren nicht geändert hat (dieser Blog hier besteht ja seit Mitte 2005) ist, dass meine Leser extrem kommentarfaul sind 😉

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