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Archiv für die Kategorie ‘ökonomisch’

Der kurze Moment der Hoffnung

13. April 2017 Keine Kommentare
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Aktuell kann man wieder sehr schön sehen, warum eine GroKo nicht gut für das Land ist:

Vorige Tage noch war ich froh gemut, dass die Bundesregierung die Zeichen der Zeit erkannt hat und eine Verkehrswende einleitet. Genährt hat diese Hoffnung eine Studie des Bundes(!)umweltministeriums, nach der ein Großteil der Menschen in Deutschland sich eine andere, als die PKW-zentrierte, Verkehrspolitik wünscht.

Aber nichts währt ewig und schon heute macht die SZ jede Hoffnung zu nichte:

Noch im November hatte der zuständige Staatssekretär im Verkehrsministerium, Enak Ferlemann, unter Verweis auf die steigenden Nutzerzahlen im Nahverkehr auch höhere GVFG-Zahlungen in Aussicht gestellt. Der Betrag von derzeit etwa 330 Millionen Euro, den der Bund jährlich für Großprojekte im Rahmen des GVFG zur Verfügung stellt, solle aufgestockt werden. Inoffiziell war die Rede von 70 Millionen Euro mehr. Keine Riesensumme und trotzdem eine fast historische Zäsur in der deutschen Verkehrspolitik: Denn seit 1997 hat der Bund diese Zahlungen für den Nahverkehr nicht erhöht. (…)

Doch nun wird klar: Die Wende bleibt aus. Berlin wird die Mittel nun doch nicht erhöhen. Die Bundesregierung friert die Mittel stattdessen sogar auf Jahre hin ein. Aus dem Paket von Grundgesetzänderungen, das die Regierung zur Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen vorgelegt hat, geht hervor, dass die Mittel bis 2025 nicht erhöht werden können. Dort ist die Förderhöhe von 332 Millionen Euro festgeschrieben. Änderungen sind erst in acht Jahren möglich. Dann könnte die Zahlung sogar ganz eingestellt werden.

Da möchte man sich Haare raufen und laut schreiend im Kreis laufen. Denn das passt ja hervorragend dazu, dass der Bund weiter nur Mittel in homöopathischen Dosen für die Fahrradinfrastruktur zur Verfügung stellen möchte:

Autobahnen dagegen kosten, wenn man Statista glauben will, mal eben locker 10 Millionen Euro pro km.  Das wäre bei einem angenommenen Mittelwert von 1 Million Euro pro km Radschnellweg das 10-Fache.

Das ist auch der Grund, warum ich nur von guten Nachrichtchen sprechen möchte. Denn nach der Logik würde ja bei 25 Millionen für Radschnellwege 250 Millionen für Autobahnen geplant sein. Wenn man davon ausgeht, dass der Bund den Radverkehr wirklich ernsthaft als Alternative zum Autofahren aufwerten will.

Irgendwie beschleicht mich dieses „das kann doch alles nicht wahr sein“-Gefühl. Denn es ist doch mittlerweile unübersehbar, dass die Menschen in Deutschland das Auto nicht mehr als Mittelpunkt des Lebens und der Fortbewegung sehen:

Der Führerschein verliert bei jungen Menschen immer mehr an Bedeutung. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Fahrschüler in den kommenden Jahren deutlich einbrechen wird. Gründe dafür sind die demografische Entwicklung, ein gutes Mobilitätsangebot in den Städten und der Attraktivitätsverlust des Autos als Statussymbol.

Man ist geneigt, der Bundespolitik hier eine böse, besser: autofixierte, Absicht zu unterstellen. Anders kann man eigentlich nicht mehr erklären, warum die Vorschläge aus Berlin immer wieder die eigentlich guten Ansätze einer Verkehrswende ad absurdum führen – und damit das Auto weiter pushen.

Does Not Compute

10. April 2017 1 Kommentar
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Als ich ein kleiner Junge war und zur Schule ging, da lernte ich mal das Bäume CO2 aufnehmen und Sauerstoff abgeben. Ich lernte auch, dass Bäume und Pflanzen „nebenbei“ auch noch das eine oder andere mehr aus der Luft filtern. Und ich Begriff Baum -> gute Luft -> glücklicher Stefan. Vermutlich war ich deswegen so gerne im Wald.

Und heute?

Da reden wir über die schlechte Luft in Stuttgart und wollen Fahrverbote. Und holzen Bäume ab. Und in der „Grünen Hauptstadt“ werden künstliche Moosfelder angelegt. Für bessere Luft.

Ich höre nur niemanden sagen: Ey kommt, lasst uns Parkplätze zu Grünflächen machen. Bäume pflanzen, die uns mit guter Luft und Sauerstoff versorgen, die im Sommer Schatten geben und die Kinder im Herbst mit buntem Laub erfreuen.

Irgendwie kriege ich das nicht in meinen Birne. Da stimmt doch was nicht.

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Verkehrspolitik auf dem rechten Weg?

4. April 2017 1 Kommentar
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Gestern hatte ich noch im Nachbarblog über die Entwicklungen im Radverkehr in NRW und Kontext Deutschland berichtet. Heute mache ich das Internet auf und finde zahlreiche weitere Nachrichten die darauf hindeuten, dass sich in Deutschland was  ändert:

Die Grünen in NRW fordern ein „NRW-Ticket“, dass endlich das Tarifchaos auflöst. Ich bin ja schon froh, dass es zwischen Voerde und Dinslaken keine „Grenze“ mehr gibt – die Älteren werden sich erinnern. Diese Grenzen gibt es aber ja z. B. zwischen VRR und VRS – wer nach Köln will, weiß wovon ich rede.

Der Vorschlag der NRW-Grünen ist jetzt ein Jahresabo für ganz NRW für 730Euro im Jahr. Das wäre eine gute Ergänzung zur Bahncard 100 und würde sicherlich dazu führen, dass mehr Menschen auch z. B. zwischen Duisburg oder Düsseldorf nach Köln pendeln. Die Züge sind da, die Hemmschwellen noch zu hoch.

Tatsache ist aber, dass es hochgradig sinnvoll ist, den Verkehr weiter zu vernetzen. Dazu muss man sich nur mal vor Augen halten, wie wenige wir zum Beispiel unsere Autos eigentlich nutzen. Wir legen 5-stellige Beträge auf den Tisch und dann stehen diese Luxusobjekte fast 95%(!) ihrer Zeit nutzlos rum. Nutzlos, aber nicht ohne Wirkung, denn wenn man sich mal die großen Städte anschaut, sieht man den enormen Flächenbedarf.

Die Zeit analysiert das wunderschön und listet mal auf, warum das so ist: Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist auf 20 km/h gesunken, was viele sogar zum Umstieg auf das Rad bewegt. Daneben stellen die Autos freie Flächen zu, die anderweitig genutzt werden könnten. Und fahren sie, verursachen sie Lärm und Abgas.

Wobei fahren ja relativ ist. Ein „schönes“ Beispiel dafür, dass wir den Verkehrsinfarkt nicht erwarten sondern erleben, findet man in Münster und auf der A1:

In Münster sorgte eine harmlose Straßensperrung für ein völliges Chaos und ein komplettes Erliegen des Verkehrs. Nichts ging mir. Ebenso gestern auf der A1, wo nach einem Unfall 2000 Menschen auf der Autobahn fest saßen. Ohne Fluchtmöglichkeit.

Und es sind interessante Zeiten, wenn jetzt schon die Bayern fast neidisch nach NRW schauen: Im Umland von München  plant man gerade einen oder mehrere Radschnellwege. Die SZ kann nicht ganz aus ihrer Haut und leistet sich ein paar Schnitzer, wie die Behauptung normale Radwege wären 2,50m breit oder sehr teuer – ersters ist die Breite von Straßen, letzteres stimmt nicht wenn man die Kosten pro KM für Radwege und Straßen vergleicht.

Aber sieht man davon mal ab, macht auch dieser Artikel sehr deutlich: Es geht nicht mehr, Städte für Autos und um Autos herum zu planen. Das Auto muss ein Verkehrsmittel sein, dass ich bewußt nutze, wenn es keine Alternative gibt. Für alles andere braucht es dringend intelligente vernetzte Konzepte, die es den Städten erlauben wieder zu atmen.

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Früher war mehr Lametta!

29. März 2017 Kommentare ausgeschaltet
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Das mit dem Früher ist so eine Sache. War da alles Besser? Schlechter? Oder war es nur anders?

Aktuell schwappt, vor allem durch die sozialen Netze, eine Welle des „Früher war alles besser“. Und ich bin manchmal geneigt, dem zuzustimmen. Denn in meiner „Erinnerung“ gab es schon Dinge, die früher besser waren: Wenn man als Kind aus der Schule kam (mittags!) war ein Elternteil daheim und hat für gutes Essen und die Hausaufgaben gesorgt. Das Haus und das Auto waren abbezahlt und Konsumkredite gab es kaum. Der Sommer war schön, der Winter war kalt und überhaupt: Viel mehr Lametta.

Die WAZ hat sich in einem Artikel diesem Phänomen mal angenommen. Und in der Tat: Früher, da war auch die RAF. Und andere Terroranschläge. Früher, da war auch deutlich mehr Umweltverschmutzung – schnuppert alleine mal, wenn ein Auto mit H-Kennzeichen in der Nähe ist. Außerdem war früher kalter Krieg und die unmittelbare Bedrohung durch einen Atomkrieg.

Wenn man sich dieses Phänomen mal mit Google ansieht, landet man schnell bei einem Artikel des Spiegels aus letztem Jahr: Demnach neigen wir dazu, positive Empfindungen tiefer und besser ins Hirn zu brennen, als die negativen. Dabei bleiben vor allem die Erfahrungen aus jungen Jahren besonders präsent und mit zunehmendem Alter wird man verklärter.

Es ist faszinierend, wie das eigene Gehirn einem hier einen Streich spielt.

Und man am Ende da sitzt und sich denkt: Ja stimmt. Früher war nicht alles besser. Aber was ist mit den Dingen bei denen man sich sicher war, wie z. B. das bei Familien nur ein Elternteil arbeitete und ausreichend Geld verdiente? Der Artikel der WAZ suggeriert, dass das nicht so war (Preis- und Einkommensentwicklung). Auf der anderen Seite weiß man aber doch….

Jetzt bin ich verwirrt.

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Verkehrsfragen

11. März 2017 2 Kommentare
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Die ganze Diskussion um Diesel-Fahrverbote geht mir auf die Nüsse. Denn was wir hier erleben ist eine erneute Subvention (nach Abwrackrpämie und E-Prämie) für die Automobilindustrie. Wäre es nicht so, würden wir nicht über lokale Fahrverbote sprechen, sondern über die Ursachen und die auch mal in einen globalen Kontext setzen.

Man müsste ja zum Beispiel mal über den immensen Ausstoß von Schadstoffen durch Fracht- und Personenschifffahrt reden. Machen wir aber nicht, wir tun so als würde der Dreck nicht durch das Klima weltweit verteilt.

Wir könnten natürlich statt Verboten auch mal differenzierter denken. Dazu sind mir ein paar Gedankenfetzen durch den Kopf gegangen, die meiner Meinung nach auf der Hand liegen und trotzdem kaum öffentlich diskutiert werden:

  • Diesel werden schon höher besteuert. Aber wieso ist, trotz des Minderverbrauchs, Diesel nach wie vor auch für Privat-PKW so billig? Warum nicht die Ökosteuer auf Diesel so erhöhen, dass der Liter das Gleiche kostet wie super? Das wäre nur fair.
  • Wieso „dürfen“ Taxi eigentlich stundenlang mit eingeschaltetem Motor auf Fahrgäste warten? Das sind i. d. R. Diesel und wer mal schlechte Luft erleben will, der schau sich Abends mal die Taxi-Parkplätze an den Hauptbahnhöfen an. Warum ist da keine (vom Fahrer nicht deaktivierbare) Start-Stopp-Automatik Pflicht? Hat mal jemand ausgerechnet, wie viel weniger Schadstoffe in den Innenstädten wären?
  • Seit es für die Post billiger ist, weniger Zustellkräfte mit Diesel-VW-Bussen fahren zu lassen als mehr mit dem Rad, erlebt man ein Trauerspiel. „Mein“ Postbote z. B. fährt erst die eine Seite der Straße ab – von Haus zu Haus und mit im Stand laufenden Motor, dann die andere. Er bringt aber nur die Post, für Pakete schickt DHL ein zweites Auto. Warum zum Teufel ist das erlaubt? Und der langsame Umstieg auf E-Autos bei der Post ist ökonomisch getrieben und könnte durch höhere Kosten (Treibstoff!) deutlich angetrieben werden.
  • Warum ist Parken in Städten eigentlich so billig? Der Flächenverbrauch als „Lagerfläche“ müsste deutlich teurer sein und einen „Innenstadtaufschlag“ enthalten. Der dürfte auch bei Parkhäusern in der Innenstadt fällig werden. Damit müssen Maßnahmen finanziert werden, die Städte wieder Grün machen und Autofahren (bzw. das Abstellen in den Städten) deutlich unattraktiver machen.
  • Warum gibt es eigentlich keine Verkehrsplanung die vorsieht, dass Touristen das Auto am Rande der Stadt abstellen und dort ein (deutlich billiger als in der Citiy) Parkticket erwerben, dass zugleich als Ticket für den ÖPNV in die Stadt dient?
  • Warum gibt es eigentlich keine Stadtplanung, die einen Innenstadtmaut vorsieht? Gestaffelt nach Treibstoffart und Dreckausstoß? Und kommt mir nicht mit das geht nicht, selbst London hat das hinbekommen.

Insgesamt bin ich immer deprimiert, wenn wir über Fahrverbote und faktische Wertvernichtung reden. Als wenn ein PKW-Neukauf ökoloigisch sinnvoller wäre, als ein gutes Auto weiter zu fahren – aber weniger zu nutzen.

Und wieso reden wir immer noch nicht über Verkehrskonzepte, die ÖPNV & Fahrrad priorisieren und den durch weniger PKW-Stellflächen freien Raum für mehr Bäume (die Garanten für bessere Luft!) nutzen?

Die ganze aktuelle Diskussion um „Fahrverbote in Innenstädten“ ist dermaßen verlogen und sinnlos, dass ich mich frage, wo eigentlich die Protestwelle bleibt?

Und nur für den Fall das wieder die Mär von der Bedeutung der PKW-Industrie für den Arbeitsmarkt aufkommt: Im Fahrradbereich arbeiten bereits heute mehr Menschen in Deutschland, als im PKW-Bereich.

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2017, Hetero, Homo, AFD

15. Februar 2017 Kommentare ausgeschaltet
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Habt Ihr auch gehofft, dass 2017 endlich das Jahr wird, in dem auch der (die) letzte aufhört darüber zu diskutieren ob Mann und Frau richtiger ist als Mann und Mann oder Frau und Frau?

Das darf natürlich nicht sein. Und so treten die gewohnten Tugendwächter wieder in Erscheinung, allen voran Beatrix von Storch, die auf Twitter verlauten lässt:

Und der Anlass des Ganzen? Ein Werbespot der Telekom für die „Familienkarte“, die das Unternehmen eben für alle Formen der Familie öffnet: Ob per Heirat, Vertrag oder einfach aus dem Gefühl heraus.

Die Telekom macht da vieles richtig. Die AFD dagegen zeigt mal wieder ihr wahres Gesicht. Schöner Kommentar dazu auch auf Queer.de.

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Viel Spaß mit Stromio: Wie man seine Kunden vergrault

13. Februar 2017 Kommentare ausgeschaltet
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Ich war (bin noch wenige Tage) Stromkunde bei Stromio, wo ich einen Ökostrom-Tarif hatte (habe). Das ich Stromio verlasse, ist ein in meinen Augen typischer Beispielvorgang dafür, wie wenig Unternehmen heute auf ihre Kunden wert legen.

  1. Akt:

Stromio hat mir einen Brief geschrieben, dass man leider, leider die Strompreise erhöhen müsse. Der Grundpreis sei 143,29€ im Jahr und die Kilowattstunde würde 33 Cent kosten. Das fand ich relativ teuer und ein kurzer Check der üblichen Vergleichsportale ergab: das ist teuer. Aber: Stromio weist ordentlich auf das entstehende Sonderkündigungsrecht hin.

2. Akt:

Ich habe bei Stromio angerufen und mein Leid geklagt. Die Antwort war überraschend: Ja, für Bestandskunden gäbe es ein Alternativangebot: Der Grundpreis wäre dann 84,43€ und die Kilowattstunde 22,84 Cent. An der Stelle fühle ich mich schon mal extrem verarscht: Warum bietet Stromio das nicht direkt bei der Preiserhöhung an, sondern schreibt erst mal nur den deutlich höheren neuen Preis in ihr Schreiben? Hofft man einfach darauf, dass die Kunden das schon irgendwie laufen lassen würden? Und trotzdem: bei dem bei uns angenommenen jährlichen Stromverbrauch viel zu teuer.

Zwischenfazit

Wenn ich mich von einem Unternehmen auf den Arm genommen fühle, fällt mir die Trennung relativ leicht. Wenn man in dem Schreiben gesagt hätte, „ihr Tarif verteuert sich… wir bieten ihnen an, in folgenden Tarif zu wechseln“ hätte ich vielleicht gar nicht so sehr auf den Preis geschaut – denn eigentlich war ich mit den Leistungen und der Kommunkation bisher zufrieden. Spätestens nach dem Telefonat war aber klar: Selbst wenn Stromios Angebot konkurenzfähig gewesen wäre: Ich hätte gekündigt.

3. Akt

Man kann aber auf alles noch einen drauf setzen: Bei allen seit Oktober 2016 über das Internet geschlossenen Verträgen muss der Anbieter auf die Kündigung über das Internet akzeptieren. Mein Vertrag ist älter, also habe ich mal geschaut was passiert, wenn ich das Schreiben (mit Unterschrift) als PDF an Stromio sende. Natürlich ist das Original auf dem Postweg, ich ahnte ja was kommt. Und richtig:

Mit Bedauern haben wir Ihren Kündigungswunsch erhalten.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihre Kündigung per E-Mail nicht anerkennen können. Gemäß den für Sie gültigen Allgemeinen Geschäftsbedingungen bedarf eine Kündigung des Liefervertrages der Schriftform. Eine Kündigung in Textform (beispielsweise Computerfax, E-Mail, SMS) ist nicht ausreichend. Ihre Kündigung senden Sie uns daher bitte per Brief mit Unterschrift des Vertragspartners zu.

Ich halte das für rechtlich nicht haltbar, denn meine Unterschrift war in dem PDF. Ist mir aber egal, ich streite mich nicht. Ich ziehe ein…

Fazit

Offensichtlich hat man es bei Stromio nicht nötig die Kunden ernst zu nehmen oder auch nur auf Augenhöhe zu behandeln. Statt einen Kundenservice zu bieten, bei dem man sich ernst genommen fühlt, bekommt man erst auf explizite Nachfrage ein vernünftiges Angebot. Und die Kündigung per PDF nicht akzeptieren zu wollen ist auch für sich schon ein starkes Stück. Andersherum fällt einem das Abschied nehmen so natürlich ein ganzes Stück leichter. Und andere Anbieter haben auch schöne Ökostrom-Angebote.
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Warum eigentlich Lügenpresse? Vielleicht darum?

12. Dezember 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Heute wehrt sich die Presse ja mit allen Mitteln gegen den Vorwurf der Lügenpresse. Man möchte den Status der 4. Gewalt behalten und als Korrektiv wahrgenommen werden.

Und vielleicht sollten dann alle Organe der Presse bei sich selbst mal anfangen und überlegen, ob sie nicht lieber Recherchieren und neutrales Berichten als Priorität betrachten, denn Klicks.

Ein schönes Beispiel dafür gibt es gerade im Umfeld des Flughafen Weeze. Hier wurden die Anteile des Kreises Wesel und des Kreises Rees in eine stille Gesellschaft überführt. Ich bin dagegen, aber aus anderen Gründen als die meisten. Von denen viele ihr Wissen wohl aus der Presse ziehen.

Zum Beispiel aus dem „Kurier am Sonntag„, nach eigener Beschreibung satirisch, kritisch, kontrovers. Und man kann nur hoffen, dass der verlinkte Artikel Satire ist.

Es beginnt bei der reißerischen Überschrift:

„Kreistag stimmt Entmachtung zu: 24 Millionen für stille Gesellschaft“

Der Autor will uns damit zwei Dinge sagen: erstens hat der Kreis offensichtlich in der stillen Gesellschaft nichts zu sagen und zweitens zahlt er dafür 24 Millionen. Mal angenommen, dass ist keine Satire: Hätte er doch wenigstes mal in die Wikipedia geschaut!

Die Einführung ist dann diese:

„Kurz vor Weihnachten macht der Kreistag dem Flughafen Weeze wie erwartet ein 24 Millionen Euro Geschenk: Mit großer Mehrheit beschloss der Kreistag in nicht-öffentlicher Sitzung am Donnerstag, seine dem Flughafen einst gewährten Kredite in  Höhe von 24 Millionen Euro in eine so genannte „stille Gesellschaft“ zu überführen. Die Gemeinde Weeze wird es dem Kreis gleich tun und dem Flughafen gewährten Kredite in Höhe von 2,8 Millionen Euro in diese Gesellschaft überführen.“

Jetzt könnte man sich natürlich mit dem Wesen einer stillen Gesellschaft und dem Unterschied zwischen Eigenkapital (durch die Gesellschafter) und Fremdkapital (Kredite) beschäftigen. Und so Kleinigkeiten wie Zinsen beim Kredit und Anspruch auf den Gewinn beim Eigenkapital. Aber das wäre vermutlich zu komplex.

Auch das ein Gesellschafter immer Rechte hat, ein Kreditgeber aber nur das auf Rückzahlung und Zinsen ist wohl eher zu hoch.

„Eine stille Gesellschaft entspricht nicht einem Gesellschaftsverhältnis, sondern ist eher eine Form des Schuldverhältnisses.“

Dieser Satz steht übrigens 1:1 in der Wikipedia 😉

Die genauen Vereinbarung zwischen Kreis, Weeze und Flughafen bleiben geheim. In der Regel ist es so, dass eine stille Gesellschaft an Verlusten oder am Gewinn beteiligt ist, nicht aber am Vermögen.

Dieser Satz ist so geil, weil er einen so falschen Eindruck erweckt, wie nur eben möglich. Denn natürlich ist das Wesentliche die Gewinnbeteiligung. Und das mit den Verlusten kann vertraglich ausgeschlossen werden. Wikipedia beschreibt das so:

Die Rechte und Pflichten des stillen Gesellschafters beschränken sich ausschließlich auf das Innenverhältnis. Der stille Gesellschafter nimmt am Verlust bis zur Höhe seiner Einlage teil (§ 232 Abs. 2 HGB). Oft wird die Verlustbeteiligung im Gesellschaftsvertrag aber ausgeschlossen (§ 231 HGB). Die Einlage kann gemäß § 706 Abs. 3 BGB entweder in Geld oder auch in Sach- oder Dienstleistungen bestehen. Für die Überlassung der Einlage erhält er üblicherweise eine Beteiligung am Gewinn.

Der wesentliche Unterschied ist folgender:

Bin ich Kreditgeber, habe ich das Ausfallrisiko, dass ich in die Zinsen einpreise. Wenn es dem Unternehmen aber gut geht und es Gewinne schreibt, habe ich da gar nix von. Wenn ich aber (stiller) Gesellschafter bin, nehme ich am Erfolg des Unternehmens teil. Vereinfacht kann man sagen, dass man Kreditgeber ist, wenn man eine sichere Rückzahlung im Auge hat und stiller Gesellschafter wird man, wenn man vom unternehmerischen Erfolg ausgeht und mehr Gewinnanteile bekommen würde, als Zinsen.

Die stille Gesellschaft ist nicht im Handelsregister eingetragen und auch nicht zu Veröffentlichungen verpflichtet. Das bedeutet, dass der Steuerzahler, um dessen Geld es hier geht, nun völlig von der Information abgeschnitten ist.

Das Eine hat mit dem anderen mal  wieder gar nix zu tun. Denn das ein stiller Gesellschafter nicht zur Veröffentlichung nach Handelsrecht verpflichtet ist, bedeutet nicht, dass die Kreise als Gesellschafter nicht sehr tiefe und sehr genaue Einblicke haben, wie es dem Unternehmen geht. In Wahrheit hat man hier sogar mehr Kontrolle, als bei einem Darlehen, bei dem man letztlich nur die „Kredittragfähigkeit“ auf Grund der Jahresabschlüsse (und einiger Papiere mehr) bewertet. Der Artikel verdreht also die Tatsachen exakt.

Der ganze Artikel hat nur einen einzigen Zweck: Die Menschen aufzuwiegeln, dass „die da oben“ mit ihren Steuergeldern wieder mal machen, was sie wollen. Dabei wird auch nicht davor zurück geschreckt, die Realität einfach mal ins Gegenteil zu verkehren. Vielleicht unter dem Motto: Satire darf alles.

Die Kommentare, schon der Erste, lassen aber nicht vermuten, dass der Artikel als „Satire“ wahrgenommen wird.

#1 Jens-Uwe Habedank 09.12.2016 19:23
Was, und wieviel bekommen a) Kreisverwaltungsführung b) Fraktionen/ Kreistagsmitglieder und c) evtl. Sonstige Personen/ Gesellschaften für diesen Raub am Volk..?

Den „Raub am Volk“ politisch zu bewerten überlasse ich jetzt Euch.

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Und ewig lockt die Kohle… äh das Atom

6. Dezember 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Jetzt ist es amtlich:

Das Bundesverfassungsgericht hat E.ON und Co heute grundsätzlich einen Anspruch auf Schadenersatz zugesprochen. Dieser erwächst aus der erzwungenen Abschaltung der AKW nach Fukushima.

Das Urteil ist nicht überraschend um im Grunde richtig. Denn wenn wir mal vom Atom weg gehen: Wie wäre es wenn die GroKo heute spontan VW verbieten würde Autos zu bauen oder Thyssen Stahl zu produzieren?

Der eigentliche Skandal ist auch nicht das dilettantische Vorgehen von Merkel, die Atomkraft erst als sicher gepriesen hat und dann nach Fukushima spontan umgeschwenkt ist.

Der Skandal an sich ist die schon damals viel zu lange geplante Restlaufzeit und die Milliarden, die man als Subventionen und Förderung in Atomkraft gesteckt hat. Der Skandal ist, wie lange sich die Bundesregierung, hier vor allem CDU und CSU in verschiedenen Konstellationen, gedacht hat, es würde schon alles gut gehen.

Die Rechnung bezahlen wir jetzt. Durch die Kontamination von Fukushima genauso wie durch die Steuermilliarden, die jetzt sterbenden Energieriesen zu Gute kommen. Als Ergebnis einer völlig gestrigen Politik.

Aber, man muss ja auch das Positive sehen:

An den Börsen zogen die Aktienkurse der drei Konzerne deutlich an.

Na dann ist ja alles gut.

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Wenn Jobs nicht die Lösung – sondern das Problem sind.

26. November 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Wenn Ihr mich kennt, wißt Ihr, dass ich zwei Dinge propagiere:

  1. Die Zeit der Vollbeschäftigung ist vorbei: Angenommen es gibt keinen neuen Weltkrieg, der einen großen Teil der Menschheit ausrottet und unsere Güter und Dienste zerstört. Dann wird es nie wieder Vollbeschäftigung geben. Im Gegegenteil: Würden wir das Potential der Automatisierung ausnutzen und auch noch all die „künstlichen“ Jobs löschen, ein Großteil der Menschen wäre arbeitlos. Daraus folgt:
  2. Wir müssen uns dringend darüber unterhalten, wie Gesellschaft in Zukunft funktioniert. Hint: Die Teilhabe an der Gesellschaft darf nicht mehr über Erwerbstätigkeit definiert werden. Statt Arbeitslose als „Schmarotzer des Sozialsystems“ zu betrachten, die „wir“ irgendwie durchfüttern, müssen die Gewinne aus der Automatiosation und aus der Wertschöpfung so verteilt werden, dass alle genug haben. Und die die noch arbeiten gehen, eben etwas mehr. Ja, das geht stark in Richtung Bedingungsloses Grundeinkommen.

Bei Fefe bin ich jetzt auf einen extrem guten Essay gestoßen: What if jobs are not the solution but the problem?

 Work means everything to us Americans. For centuries – since, say, 1650 – we’ve believed that it builds character (punctuality, initiative, honesty, self-discipline, and so forth). We’ve also believed that the market in labour, where we go to find work, has been relatively efficient in allocating opportunities and incomes. And we’ve believed that, even if it sucks, a job gives meaning, purpose and structure to our everyday lives – at any rate, we’re pretty sure that it gets us out of bed, pays the bills, makes us feel responsible, and keeps us away from daytime TV.

These beliefs are no longer plausible. In fact, they’ve become ridiculous, because there’s not enough work to go around, and what there is of it won’t pay the bills – unless of course you’ve landed a job as a drug dealer or a Wall Street banker, becoming a gangster either way. (continue)

Wenn Ihr des Englischen mächtig seid und etwas Zeit habt: Dringende Leseempfehlung!

Kategoriengelesen, ökonomisch, politik, soziologie Tags:

Oettinger, der Binnenmarkt und die Frage warum niemand Politiker mag

26. September 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Unser EU-Oettinger ist für mich ja der Prototyp des Politikers, den niemand mag. Mehrfach hatte er ja schon die Ehre, hier im Blog zu Gast zu sein und nie mit guten Nachrichten oder auch nur einer einzigen Kundenfreundlichen Aktion.

Jetzt hat Tilo Jung ihn mal zum EU-Binnenmarkt in Sachen Roaming und vor allem Gebühren befragt. Hintergrund ist, dass die EU Roaming ja eigentlich nur als Alibi abschafft, damit niemand fragt, warum man sich z. B. als Deutscher nicht im europäischen Ausland eine billige SIM-Karte holen kann.

 

Das was Oettinger da von sich gibt ist Ausdruck einer Politik die sicher nicht dazu führen wird, dass junge und netzaffine Menschen die EU plötzlich toll finden. Es ist eher Ausdruck der Verachtung gegenüber den Bürgern und dem Buckeln vor der Industrie. Oder wie Fefe sagt:

Der Grund, wieso bei uns Mobiltelefonie teuer ist, ist nicht zu viel Regulierung, sondern eher dass Vater Staat bei den Frequenzen Blut leckte und Versteigerungen machte, um seine maroden Finanzen zu sanieren, und damit die Telcos auf Jahre zu hohen Gebühren zwang, um den Schuldenberg zurückzuzahlen. Und wenn man sich einmal an Gebühren gewöhnt hat, dann schafft man die auch nie wieder ab.

 

Kategorienökonomisch, politik Tags:

Telekommuniktionsbullshitbingo: Gigabit-Gesellschaft

22. September 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Gigabitgesellschaft.

Gigabit-Level.

Internet as a Service.

Walter Haas, Mitglied der Geschäftsleitung von Huawei Deutschland, pflichtete dem Telekom-Vertreter in vielen Punkten bei. Er plädierte für eine „nahtlose Konnektivität ohne Einbuchungsprozesse“, für die unterschiedliche Qualitätsklassen für Spezialdienste erforderlich seien. Um einen „Gigabit-Level“ zu erreichen, werde es aber ohne einen deutlich höheren Glasfaseranteil kaum gehen. Dafür müssten die Nutzer und die Kommunen stärker in den Infrastrukturaufbau mit eingebunden werden.

„Ich will Netzkonnektivität als Service haben“, verwies Manfred Hauswirth vom Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme (Fokus) in eine ähnliche Richtung wie Haas. Für den Forschungsmanager bedeutet die Gigabitgesellschaft im Kern eine „Virtualisierung der Netzwerke in gleicher Weise wie von Rechenleistung in der Cloud“. Der Nutzer müsse sich dann nicht mehr um einen speziellen Internetanschluss kümmern, sondern könne sich „Bandbreite, Dienste und Netzwerke zusammenklicken“.

(Quelle: Heise)

Ja ne, ist klar. Sonst geht es aber?

(Wer es nicht vershtet: Da steht erstens Ihr sollt mehr löhnen, zweitens steht da das Netzneutralität lästig ist und drittens das ihr bitte noch weniger Kontrolle über die Infrastruktur haben sollt.)

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E-Auto-Prämie hilft dem Klima gar nicht? Nein, jetzt bin ich aber überrascht m(

2. August 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Ich weiß gerade nicht ob ich lachen oder weinen soll.

Von Anfang an bin ich ja erklärter Gegner der Prämie für E-Auto-Käufer. Nicht nur, weil ich es für eine verfehlte Politik halte, sich nur auf den PKW-Verkehr zu beschränken, z. B. durch Ausschluss von eBikes.

Sondern vor allem, weil ich der festen Überzeugung bin, dass das nach der Abwrackrpämie der zweite Anlauf ist, der Autoindustrie was Gutes zu tun. Sie dafür zu belohnen, dass sie sich nicht auf E-Mobilität konzentriert und ihr zu helfen, ihre Ladenhüter los zu werden.

Und jetzt, wenig überraschend, muss das Bundesverkehrsministerium unter CDU-Führung einräumen, was nicht nur die Spatzen schon längst von den Dächern pfiffen:

Das milliardenschwere Förderprogramm, mit dem die Bundesregierung Deutschland zum elektromobilen Musterland machen will, trägt den Namen „Umweltbonus“. Wer dachte, dass die Regierung damit die Luftqualität in Städten verbessern möchte, sieht sich nun leider ent- beziehungsweise getäuscht: „Der Absatz von circa 300.000 Elektrofahrzeugen alleine hat auf die Reduktion von Luftschadstoffen einen geringen Einfluss“. So lautet die überraschend ehrliche Antwort von Dorothee Bär (CSU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag.

Quelle: Tagesspiegel

Das Schlimme an der Antwort ist doch, dass sie völlig logisch ist. Und die einzige Überraschung wohl wirklich die Ehrlichkeit von Bär ist.

So lange wir nicht darüber nachdenken, den PKW-Verkehr so zu gestalten, dass die Menschen jedes Mal bewußt FÜR das Auto eine Entscheidung treffen müssen, wird sich am PKW-Verkehr wenig ändern. So lange die Politik in Berlin weiter mehr und größere und schnellere Straßen für ein probates Mittel hält, wird sich ebensowenig ändern.

Ändern könnte sich was, wenn man Programme zur gemeinsamen Nutzung von Fahrrad und Bahn/Bus für Pendler auflegt, die über das bisherige Job-Fahrrad hinaus gehen. Ändern könnte sich was, wenn man den innerstädtischen Verkehr stark aus der PKW-Fokussierung in Richtung ÖPNV/Fahrrad schiebt. Wenn man endlich mal die Dreckschleudern namens „Frachtschiffe“ und „Kreuzfahrtschiffe“ ins Visier nehmen würde.

Aber das würde ja was ändern. Das war hier von vornherein nicht gewollt. Hier wollte man VW und Co einen Gefallen erweisen. Zumindest der Teil ist allerdings auch in die Hose gegangen, was mich ein bisschen schadenfroh sein lässt.

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Blockxit: Oh mein Gott wie peinlich!

25. Juli 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Vor ein paar Tagen habe ich bei Fefe einen Rant zu Blockxit gelesen und mich amüsiert. Aber nicht weiter drüber nachgedacht. Tangierte mich nicht weiter, interessierte mich nicht weiter. Bis heute:

Ich wollte beim Stern etwas über die Plasberg-Sendung gestern lesen. Und der Stern empfing mich so:

stern1Naja… zumindest ausprobieren kann man es ja vielleicht mal. Weil vielleicht die Websites ja gelernt haben, was man Usern besser nicht zumutet. Gleichwohl der fette Rand mir schon komisch vorkam. Aber ausnahmsweise mal den Blocker deaktiviert und die Seite neu geladen.

Es dauert.

Es dauert.

Unten sehe ich welche Server alles kontaktiert werden und irgendwann lädt die Seite:

stern 1Und direkt zwei animierte, blinken und blitzende Werbungen. Das rote Feld rechts blinkt, das Bild bewegt sich. Die Werbung oben scrollt immer von links nach rechts in Bild.

Wie zum Teufel soll ich bei einer solchen Scheisse in Ruhe lesen können, wenn im Sichtfeld ständig was blinkt? Und glaubt irgendjemand, dass ich da wirklich drauf klicke? Mal abgesehen davon, dass der Code für die Werbung auch hätte Schadcode sein können?

Also Ad-Blocker wieder aktiviert. Und Fefe hat Recht:

Legt doch mal für ne Sekunde das Koks weg. Vielleicht sehr ihr dann, wie sehr ihr euch gerade zum Stück Brot macht.

 

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Kauft mehr bei örtlichen Händlern. Obwohl…

21. Mai 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Ich würde gerne alles im Ort kaufen. Ehrlich. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass man es mir besonders schwer macht, den Händler vor Ort zu unterstützen.

Aktuelles Beispiel:

Am 07.06. erscheint das neue Buch meines Lieblingsautors. Ich kann es als gebundene Ausgabe beim gelben Fluss vorbestellen. Lieferung a, 07.06 garantiert, Preis 18,99€ – ist ein englisches Buch das nicht der Buchpreisbindung unterliegt.

Jetzt gibt es hier einen schnuckeligen Buchhandel, zu dem ich heute eh musste. Und an der Tür hängt ein Plakat, dass ich nicht bis zum Amazonas reisen muss, um ein gutes Buch zu bekommen. Naja, was solls, bestell ich doch direkt das Buch mit.

Ähm…

Also im örtlichen Handel kostet das Buch 25,99€.

Und ich kann es vorbestellen. Aber wann es kommt, kann man mir nicht sagen. Ich könne ja zwischendurch mal rein schauen. Auf Nachfrage war man zumindest bereit mich anzurufen, wenn es da ist – bestellt habe ich es nämlich als Überzeugungstäter und gegen jeden ökonomischen Verstand dann doch dort.

Aber mal ehrlich: 7€ mehr für ein Buch (ich konsumiere 20-30 Bücher/Hörbücher im Jahr!) und dann ein Liefertermin der „irgendwann“ sein kann? So gewinnt man als örtlicher Händler sicherlich keinen Blumentopf. Und man darf sich dann auch nicht beschweren, wenn weniger idealistische Menschen sagen: Dann doch lieber im Internet.

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