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Archiv für die Kategorie ‘gedanken’

Liebe RP, geht’s noch?

18. Februar 2015 Keine Kommentare
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Presse ist manchmal ein harter Job.

Die Nachrichten kommen zwar, aber nur bestimmte Nachrichten sind echte Kracher. Ein Mord ist da immer gut. Blut zieht die Leser in seinen Bann. Sie wollen mehr… härter… näher dran. Den Schauer im Nacken fühlen. Die Haare die sich auf dem Rücken aufstellen.

Und was ist besser als ein Mord?

Richtig, ein Mord mit Internet-Bezug. Und so kann man heute morgen in der RP lesen:

Internet-Freundin tötete Emmericher

Wow, denkt man da. Internet-Freundin. Cybersex und Drohnenmord. Um dann die Beziehung herzustellen, wird erst im Absatz

Wer war das Opfer?

genau beschrieben, was niemand wissen will. Das der Getötet in einem Supermarkt arbeitet, und welchem. Das er Familie hatte. Und dann natürlich die mysteriöse Täterin:

Wer war die Täterin? Um was für eine Frau es sich handelt, die ihren Lebensgefährten mit einem Stich in die Brust tödlich verletzte, ist derzeit noch unklar.

Eigentlich ist die Geschichte auch relativ eingängig, auch wenn man eigentlich ja eher den Mann als Mörder vermuten würde. Aber nun gut, so steht es geschrieben:

Eine 29-Jährige aus Braunschweig hatte ihren Lebensgefährten nach einem gemeinsamen Besuch des Karnevalszugs in dessen eigenem Schlafzimmer erstochen. Zuvor soll es bereits häufiger zu Streitigkeiten zwischen den beiden gekommen sein, Fälle häuslicher Gewalt wurden der Polizei jedoch nicht bekannt. Sowohl das Opfer als auch die Frau waren laut den Ermittlungen der Polizei zum Tatzeitpunkt alkoholisiert.

Das macht die Geschichte aber noch nicht spannend genug. Alkohol an Karneval, Streit und dann ein Mord, meine Güte, das gibt es ja beinahe täglich, dachte sich der Redakteur und fügte flux ein:

Kennengelernt hatten sich das spätere Opfer und die 29-Jährige aus Braunschweig erst vor Monaten über das Internet. Anfang November ließ der Emmericher die Online-Bekanntschaft und ihren fünfjährigen Sohn dann in seine Wohnung an der Görresstraße einziehen.

Und das ist dann eine Internet-Freundin? Eine Frau mit der monate lang offensichtlich eine Beziehung führte und die dann, wie eine ganz normale Lebensgefährtin bei ihm einzog?

Liebe Rheinische Post, was genau ist denn die Aussage wert, dass er sie online kennengelernt hat? Was soll die reißerische Überschrift? Ich weiß ja nicht ob Ihr es übersehen habt, aber 2014/2015 ist online kennen (und lieben) lernen wohl so alltäglich wie… sich im Cafe zu treffen.

Von der “Cafe-Freundin tötet Irgendwen” habe ich aber noch nicht gelesen.

Vermutlich nicht sensationsgeil genug. Für die Kundschaft über 60 oder so. Bei den Leuten um mich herum dürfte Eure Art der sensationsgeilen Aufmachung eines Mordes eher zu Kopfschütteln führen.

Liebe FDP Voerde, Du musst jetzt GANZ stark sein…

14. Februar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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… denn in Deinem ewigen Gemeckere gegen die neue Gesamtschule Voerde führst Du ja an, dass das zwangsläufig zu einem Problem bei der Gesamtschule Hünxe führen muss. Und die habe, so habe die BR gesagt, Bestandsschutz.

Und nun das. 162 Anmeldungen, 6 Eingangsklassen bei der Gesamtschule Voerde. Das muss doch zwangsläufig das Aus der Gesamtschule Hünxe bedeuten. Und sicherlich ist man dort schon mit den ersten Plänen zur Abwicklung beschäftigt.

Äh halt, Stop. Ist man nicht.

Denn die Gesamtschule Hünxe hat eine Rekordzahl an Anmeldungen – trotz Rekordanmeldung in Voerde. Daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, überlasse ich jetzt Dir und vor allem Deiner Gallionsfigur, Bernd Benninghoff. Ich befürchte jedoch, dass der bisher von Euch an den Tag gelegte Starrsinn auch diesmal die Fakten einfach an sich abprallen lassen wird.

gesamtschule hx

Das “uns” in FDP

12. Februar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Eigentlich wollte ich zur Gesamtschule Voerde nix mehr schreiben. Und Ihr habt ja recht, dann sollte man es auch nicht machen.

Die gute Nachricht gestern war, dass es 162 Anmeldungen für die neue Gesamtschule in Voerde gibt. Das bedeutet, dass mit 6 Klassen die neue Schule gegründet werden kann. So viele werden es nicht bleiben, aber bei 100 “Muss”-Anmeldungen ist 162 ein verdammt eindeutiges Zeichen, dass es richtig und notwendig war, für die Gesamtschule zu arbeiten.

Seit die Diskussion ob oder ob nicht im Raum steht, wehrt sich die FDP Voerde mit Händen und Füßen gegen die Gesamtschule. Und auch wenn man in meiner Wahrnehmung seit der Wahl nichts mehr für Voerde gemacht hat: Meckern und dagegen sein geht immer. Egal, welches Thema.

Und auch jetzt muss B. Benninghoff, der einzige im Rat verbliebene FDPler in Voerde noch einmal nachtreten. Nocht einmal meldet er sich in der Zeitung und im Web zu Wort und bekundet, dass er noch immer nicht bereit ist, den Elternwillen zu akzeptieren. Denn er weiß es besser: Die Gesamtschule wird scheitern und alles eine große Katastrophe werden.

In dem aktuellen Beitrag dazu auf der Website der FDP Voerde bin ich allerdings stutzig geworden. Ich weiß, dass gerade B. Benninghoff sehr darauf bedacht ist, die richtigen Worte zu wählen. Um so erstaunlicher, was ich da lese:

Die FDP in Voerde ist nach wie vor der Ansicht, dass es richtig gewesen wäre, den von uns vorgeschlagenen und zulässigen Zweckverband mit Dinslaken und Hünxe zu bilden. (…) Ferner wäre unsere Realschule mit ihrem guten Ruf erhalten geblieben.

Und weiter:

Es kann uns nicht zugemutet werden, unsere Vorstellung aufzugeben zugunsten einer Lösung, hinter die wir uns nicht stellen können, weil sie aus den dargestellten Gründen nicht zukunftsfähig erscheint.

Webiste der FDP vom 12.02.2015

Um mal zu verdeutlichen was ich meine, habe ich die interessanten Dinge fett markiert.

Die FDP scheint also zu glauben, dass die vielen Jahre erfolgreiche Realschularbeit einzig auf ihr Konto geht und das es ihre Realschule gewesen sei. Das könnte man noch als grammatikalisch unsauber erklären und behaupten, mit uns wäre Voerde gemeint.

Der zweite zitierte Absatz aber macht deutlich, dass es eben nicht um Voerde geht. Es geht um die FDP, besser gesagt um Benninghoffs FDP, der man nicht zumuten könne, eine gefasste und demokratisch legitimierte Entscheidung zu akzeptieren.

Ich versteh das mal dergestalt, dass er nach wie vor nicht akzeptieren kann, was der Wähler ihm schon letztes Jahr vermitteln wollte. Nämlich das seine Vorstellungen nicht die Vorstellungen der Allgemeinheit sind. Und das er weiter der Meinung ist, dass nur er weiß, was die Menschen wollen und Voerde braucht.

Ein solches Verständis von repräsentativer Demokratie erschüttert mich zutiefst.

Passt aber in das Bild, dass die FDP Voerde in den letzten Monaten von sich vermittelt.

 

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Bedingungsloses Grundeinkommen – eine Frage des Standpunktes

10. Februar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Gestern Abend war ich auf der Veranstaltung “Grundeinkommen für alle – eine gute Idee ?” (plenkendes ? wie im Original) und dem Untertitel: “Verschiedene Konzepte werden vorgestellt und auf ihre Tauglichkeit hin kritisch untersucht.”

Das ganze fand in Voerde statt, war vom Frauenzentrum Voerde e.V. organisiert und die Referentin war Frau L.. Das ich überhaupt auf den Termin noch aufmerksam wurde, verdanke ich einem Tweet von @Voerde_De:

Ich hatte noch versucht ein paar Leute zum Mitkommen  zu überreden, auf Grund der Kürze der Zeit war mir das leider nicht möglich. Rückblickend sicherlich besser so.

Neben einer Dame, die ich von der SPD und aus dem Rat kenne, war noch ein älterer Herr anwesend und zusammen mit Frau L. vervollständigte ich dann die Runde.

Die Referentin hielt dann einen gut 90 minütigen Vortrag, der nicht zur Diskussion frei gegeben war. Dabei wurde schnell klar, dass sie sich über BGE informiert hatte.

Allerdings:

  • Scheinbar nur oberflächig.
  • Scheinbar nur dort, wo ihre Einstellung bestätigt wurde.

Denn von Anfang an war klar, dass sie wohl folgende Meinung vertritt:

  • BGE kann nicht funktionieren
  • BGE schadet der Gesellschaft
  • BGE fördert die Faulheit
  • BGE nutzt nur dem Kapital
  • BGE schafft Schule und Ausbildung ab
  • BGE verstärkt die Ungleichbehandlung der Frau

Ihre Quellen waren vor allem Götz Wener, der Chef von DM. Diesem sprach sie mehrfach(!) die Qualifikation ab, denn er sei nur Drogerist und kein Ökonom. Danaben war Professor Roth ihre bevorzugte Quelle, so wie Professor Straubhaar. Allerdings jeweils nur einzelne Aspekte ihrer Darstellungen, sofern diese in das Muster passten.

Dabei sollte klar herausgestellt werden, dass BGE böse ist. Die Begründung läuft in etwa so:

Professor Roth sagt, Kinder sind nur die Reproduktion der Ware Arbeitskraft. Daher sollten die Kosten dafür die Nutzer, die Arbeitgeber übernehmen.

Das Konzept BGE leitet sich von der Fiktion der Gleichen unter Ungleichen ab, denn schließlich sind nicht alle Menschen gleich und deswegen kann auch nicht jeder gleich viel Geld bekommen.

Das Geld im BGE reicht sowieso nicht, um uneingeschränkt zu leben und führt nur zu Billiglöhnen und Ausbeutung.

Schule wird überflüssig, weil man ja keine Ausbildung mehr braucht, wenn man eh BGE bekommt.

 

Wie Ihr Euch vorstellen könnt, habe ich an aktuter Schnappatmung gelitten – Frau L. aber trotzdem zu Ende reden lassen. Widerspruch tolerierte sie eh nicht und Hinweise auf Denkfehler nahm sie nicht zur Kenntnis.  So stellte sie z. B. die angedachte Erhöhung der Mehrwertsteuer als K.O.-Kriterium dar – verstand aber nicht, dass eine Erhöhung von Konusmsteuern und Vermögenssteuern eine Verringerung der Steuern auf Arbeitskraft und Produktion ermöglichen müssen, damit es funktioniert.

Aber gut, sie war auch der Meinung, dass Vollbeschäftigung auch heute noch jederzeit möglich sei.

Zudem versteifte sie sich letztlich darauf, dass in einer globalen Wirtschaft BGE nicht möglich sei, weil es Exporte zwar erheblich verbilligen würde, Importe aber drastisch verteuern würde. Mein Einwand war, dass das durchaus gewollt sein kann, weil es dann erstens die Anreize für lokale Produktion erhöhen würde und zweitens ein Ansatz sein könnte, auch indirekte Kosten wie Umweltkosten in (z. B.) KIK-Shirts einzurechnen und mal wirkliche Preistransparenz zu schaffen. Ihr K.O.-Argument zur Beendigung meines Einwands war, dass es trotzdem teurer würde. Ja, teurer als bei KIK wird es wohl. Aber das muss nicht automatisch schlecht sein… na gut, ich ergebe  mich und lausche wieder.

Nachdem ich mich dann so brav beherrscht habe, wollte ich dann in eine Diskussion einsteigen und nur an Hand meiner Notizen über ihre Äusserungen mal eine Gegenposition beziehen. Die Referentin honorierte das mit dem Packen ihrer Sachen und dem Beenden der Veranstaltung.

 

W-T-F???

 

Mit anderen Worten: Frau L. war nur mit der Erwartungshaltung in die Veranstaltung gegangen, dass man bitteschön ihre BGE-ablehnende Haltung ungefragt übernehme und das man bitte schön ihre aus dem Kontext gerissenen Informationshappen als Wahrheit akzeptiere.

Auch wenn das harsch klingt: Mich erinnerte das verdammt an die Impfgegner-Argumentationen, mit denen ich im Moment mehr zu tun habe, als ich gerne hätte. Denn für jeden Versuch einer argumentativen Auseinandersetzung war die Referentin nicht zu haben.

Ich musste dann den beiden Gästen versrprechen, selber mal eine Veranstaltung zum BGE zu organisieren und ich glaube ich spreche hier mal die Politik-Schüler des GV an – das könnte ein interessanter Abend werden.

Der Abend gestern zeigt nämlich, dass offensichtlich große Teile einer ablehnenden Haltung aus Fehlinformationen abgeleitet werden können – denen gestern leider Vorschub geleistet wurde.

Wie gesagt, ich war froh das keiner meiner Freunde und Bekannten gestern Zeit hatte. Ich hätte mich geschämt, sie zu dieser Veranstaltung eingeladen zu haben.

Kann man sich gar nicht ausdenken

28. Januar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Auf der A40 steht ein Blitzer. Auf der A40 steht eine elektronische Schilderbrücke.  Probleme würde da niemand vermuten: Die Sensoren in und an der Straße messen Verkehr, Wetter und andere Kennzahlen und veranlassen dann, dass über die Schilderbrücke die entsprechende Höchstgeschwindigkeit angezeigt wird.

Sicherlich wird der Blitzer damit synchronisiert. Alles andere wäre ja wiedersinnig.

Ist es auch. Denn der Blitzer muss per Hand zwischen 80 und 100 km/h umgeschaltet werden, 120 kann er scheinbar gar nicht. Die Schilderbrücke aber. Und wie groß das Ausmaß des Chaos ist, sieht man auf derWesten sehr schön dokumentiert.

Gestern:

Dutzende Autofahrer auf der A40 in Essen zu Unrecht geblitzt

Heute:

Blitzer-Panne auf A40 – Über 600 Fahrer zu Unrecht geblitzt

Frei nach Fefe möchte man ein eiziges Mal mit Profis arbeiten…

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Miteinander reden? Ja. Aber.

20. Januar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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In einem TAZ-Artikel geht Ines Pohl der Frage nach, ob es opportun ist, den Dialog mit PEGIDA zu meiden.

Dabei kommt sie zu dem Fazit, dass nicht überall der rechte Ort ist und nicht immer die rechte Zeit. Aber dennoch, so sagt sie:

Eine Talkshow mit vielen Gästen kann nicht der richtige Ort sein. Aber wegen der Jauch-Panne den Dialog grundsätzlich zu verweigern wäre eine fatal falsche Reaktion.

Und ich frage mich ob das so ist.

Grundsätzlich glaube ich immer an die Macht des Arguments. Ich glaube, dass man auch den dümmsten Menschen irgendwann überzeugen kann, dass er im Unrecht ist. Ich glaube auch, dass nicht alle die bei PEGIDA mitmachen, wissen was sie da wirklich anrichten – und das man sie mit genügend Zeit und Aufwand darüber informieren und auf ihre Einsicht hoffen kann.

Was mich aber daran hindert, sind nicht nur persönliche Erlebnisse. Viel mehr ist es auch die simple Tatsache, dass ich 2014 von Bürgern erwarte, aufgeklärte Bürger zu sein. Und wenn es nicht reicht, dass ständig ermittelt wird, welcher Rechte welche Demo angemeldet hat (Duisburg, Schwerin, Düsseldorf , etc) dann sollte vielleicht das hier reichen:

Ich kann die Echtheit der Aussagen nicht verfizieren – nehme sie nach allem was ich bis jetzt weiß aber an. Und frage mich dann, wie ich mit IRGENDWEM reden soll, der jemandes Idee folgt, der Ausländer als Viehzeug verunglimpft?

Solche Strömungen gehören für mich nicht wegdiskutiert. Sie gehören mit allen Mitteln des friedlichen Widerstands bekämpft.

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Social Hacking

17. Januar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Wie schwer kann es sein, Leute zu bitten Ihr Kennwort zu verraten?

Stellt sich raus: Gar nicht:

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Save the Date: Montag, 19.01.2015 – NOPEGIDA!

14. Januar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Am 19.01.2015 wollen die Dumpfbacken der PEGIDA in Duisburg demonstrieren. Dagegen gibt es zwar nix von Ratiopharm, aber aus der Hausapotheke der Demokratie:

Friedlicher Widerstand!

Also: Datum merken, Zugticket lösen, PEGIDA stoppen kommen. Danke.

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Der Punkt an dem man es merken sollte

13. Januar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Ich bin ja immer wieder fasziniert von dem letzten verbliebenen FDP-Ratsherren (Fraktionslos) in Voerde. Der gute Herr Benninghoff hat ja nicht  nur erhebliche Anstrengungen unternommen, um letztlich alleine wieder im Rat zu sitzen.

Er nutzt auch jede, wirklich jede Möglichkeit, sich in die Öffentlichkeit zu bringen. Bevorzugt aber leider nicht mit Dingen, die Voerde voranbringen würden. Sondern mit elender Besserwisserei und einer offenkundigen Abneigung, demokratisch gefasste Beschlüsse zu akzeptieren. Die Verunsicherung von zahlreichen Eltern und den Schaden den er damit anrichtet, nimmt er scheinbar billigend in Kauf.

Gut, mag er sich aufführen wie ein wütendes Rumpelstilzchen. Sein Verhalten und das seiner Partei stehen für sich selbst. Ich jedenfalls antworte z. B. in der Presse mit Sicherheit nicht auf sein wütendes Keifen.

Allerdings ist möglicherweise langsam der Punkt gekommen, an dem auch Herr B. aus V. merken sollte, dass er sich vollständig isoliert. In der heutigen Ausgabe der NRZ wird er meiner Meinung nach implizit gleich zwei Mal erwähnt. Dass es um ihn geht, schließe ich daraus, dass er der Einzige ist, der sich so wehement in die Öffentlichkeit bringt.

Zunächst kann man in dem Artikel “Gesamtschule: Genehmigung ist da” lesen:

Über die Debatte ist Haarmann alles andere als erfreut: Es werde versucht, sich die Verunsicherung der Eltern zunutze zu machen, um gegen die neue Schule zu argumentieren.

Und in einem Kommentar der Redakteurin unter der Überschrift “Unverantwortliches Vorgehen”:

Die Weichenstellung ist getragen von dem deutlichen Elternwunsch nach einem integrativen Schulangebot in Voerde. Statt diese breit gestützte demokratische Entscheidung zu akzeptieren und den in Gang gesetzten Zug unbehelligt und unter bestmöglichen Vorzeichen in Richtung Ziel fahren zu lassen, torpedieren Gegner ihn auf der Strecke. Die Folgen sind fatal: Eltern werden verunsichert und der so wichtige Vorbereitungsprozess für die neue Schule wird von derartigen Querschlägen überschattet.  (…)

Der Versuch, sie im Vorfeld kaputt zu reden, ist unverantwortlich.

(Hervorhebung von mir)

Gut, man kann jetzt sagen, dass weder die FDP noch Herr Benninghoff namentlich genannt sind. Aber muss das? Ein Blick auf die (Presse-)Veröffentlichungen der FDP in Voerde der letzten Tage belegt eindrucksvoll, dass man sich an die “Speerspitze der Gegner” setzen will. Allerdings scheinen sie auch die einzigen zu sein. Und innerhalb der FDP scheint es mir auch eher auf einige wenige Personen reduziert werden zu können.

Vielleicht kommt man ja langsam mal zu der Einsicht, dass es schon ein bemerkenswertes Zeichen ist, dass da in Richtung FDP gesendet wird. Aus der Erfahrung heraus erwarte ich jedoch vieles. Nur keine Einsicht bei Herrn B.

Könnte, sollte und müsste mir egal sein. Ist es aber nicht, weil es Potential hat Schaden anzurichten. Und wenn es nur ist, dass ein einziges Elternteil sich in seiner Entscheidung beeinflußt sieht. Denn die Aufgabe der Stadt und Politik ist es nicht, Eltern Vorgaben zu machen, was sie zu tun und zu lassen haben. Sondern ihnen ein möglichst passendes Angebot zu unterbreiten.

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Die Politisierung des Terrors

12. Januar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Ich schrieb schon, wie sehr mich das alles anwidert. Aber ich komme nicht drumherum:

Genau wie erwartet, hat das Attentat, der feige Mord, von Paris eine “Sicherheitsdebatte” losgetreten. Heute morgen auf WDR2 wurde für die Vorratsdatenspeicherung geworben und die Welt fasst die Diskussion ganz gut zusammen.

Dummerweise wird dabei natürlich gern vergessen, dass es die VDS in Frankreich gibt. Und die Attentäter ohnehin schon überwacht wurden, wie der Spiegel berichtet.

Eine interessante Position bietet der Telegraph:

Instead, they merely pretend to be offended by cartoons, in order to give themselves a pretext to commit murder. Murder so horrifying, on a pretext so unWestern, that non-Muslims – blinded by grief and rage – turn on Muslims. Blame them. Persecute them. Burn their book, attack their mosques, threaten them in the street, demand their expulsion from Western societies. Actions that, in turn, scare Western Muslims, isolate them, alienate them. And thus drive some of them to support – and even become – terrorists.

Ich habe ja ohnehin das Gefühl, dass wir hier noch einige interessante Dinge hören werden. Denn mal ehrlich: wenn doch bekannt war, dass es sich um verblendete Islamisten handelt und die Beobachtet wurden und die angegriffene Redaktion sogar bewacht wurde, da bleiben Fragen. Für die man kein Verschwörungstheoretiker sein muss.

Wäre man einer, würde man sofort die Frage stellen: Wem das nutzt.

Vor allem wenn man dann liest, dass der erste Ermittler schon tot ist.

 

2015 wird ein anstrengendes Jahr :-)

5. Januar 2015 2 Kommentare
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Das Jahr hat kaum angefangen, da zeichnet sich ab, dass ich auch 2015 viel Spaß haben werde. Zum Beispiel mit der FDP, oder dem was davon übrig ist. Denn deren Vorturner und Hoeneß-Freund Kubicki hat gerade der Welt ein aufschlussreiches Interview gegeben:

Kubicki: Nein, ich habe mich noch nie über mangelnde Berichterstattung beklagt. Was mich besorgt, ist, dass es mehr als vor 20, 30 Jahren eine Art Mainstream dessen gibt, was man kommunizieren darf und was nicht.

Die Welt: Das hört sich jetzt eher nach Pegida an als nach FDP.

Kubicki: Es stimmt aber. Wenn man zum Beispiel bereits durch die öffentlich artikulierte Sorge, dass der Rechtsstaat sich aus der Bekämpfung von salafistischen Umtrieben zurückziehen könnte, als ausländerfeindlich diskreditiert wird, bekommen wir ein riesiges Problem.

Die Welt: Wer tut das?

Kubicki: Schauen Sie sich doch die Berichterstattung über die Pegida-Demonstrationen an: Da äußern Menschen genau solche Gedanken und dürfen sich abends bei RTL anhören, das sei ein Zeichen von Ausländerfeindlichkeit. Das ist es eben nicht. Das ist eine ernst zu nehmende Sorge, auf die Politik reagieren muss.

Das ist durchaus interessant, wie hier versucht wird zu verdrängen, für was PEGIDA wirklich steht. Und RTL? War das nicht der Sender mit dem Undercover-Journalisten? Insgesamt scheint Herr Kubicki eine sehr selektive Wahrnehmung zu haben. Aber es  geht noch besser:

Die Welt: Wie sollte die Politik reagieren?

Kubicki: Es sollte jedenfalls nicht so sein, dass sich einerseits durch verstärkten Zuzug von Menschen aus islamischen Ländern die Gefährdungslage bei uns in Deutschland erhöht und zum selben Zeitpunkt der Leiter des Bundesamtes für den Verfassungsschutz erklärt, dass er nicht ausreichend Personal habe, um nach Deutschland zurückkehrende IS-Kämpfer zu überwachen. Oder dass der Leiter des nordrhein-westfälischen LKA berichtet, dass er nicht in der Lage sei, Gefährdungspotenziale hinreichend unter Kontrolle zu behalten. Wenn erklärt wird, dass es keine Frage des Ob mehr sei, sondern nur des Wie und Wann ein islamistischer Anschlag in Deutschland ausgeführt wird, dann teile ich die Sorgen, die sich die Menschen zum Beispiel bei den Pegida-Demonstrationen in Dresden machen.

Die Welt: Und schlagen deshalb was vor?

Kubicki: Es wird uns nicht gelingen, die Bereitschaft der Menschen zu einer Willkommenskultur aufrechtzuerhalten und vielleicht sogar noch zu verstärken, wenn wir in der aktuellen Situation beim Verfassungsschutz oder bei der Polizei Personal einsparen. Das geht nicht. Wir müssen die Sorgen der Menschen ernst nehmen und das auch in unserem politischen Handeln dokumentieren. Wenn ich in einem Ort XY ein Flüchtlingsheim errichte, kann ich dort nicht gleichzeitig die Polizeistation schließen. Solche gesellschaftlichen Unwuchten muss man erkennen und vermeiden, auch wenn man noch nicht ganz so lange im politischen Geschäft ist wie ich.

Interessante Implikation, oder?

Für mich steht da: Mehr Ausländer -> Mehr Kriminalität -> Mehr Polizei notwendig. Leider steht da nicht welche Art von Kriminalität, z. B. politisch rechter.

Im Gegenteil, mir scheint Kubicki hier die CDU/CSU rechts überholen zu wollen und die Arme ganz weit für PEGIDA-Anhänger öffnen zu wollen: Durch die Kombination von Schließung einer Polizeieinrichtung + Ausländer + Sorgen der Menschen (dem Standard-Argument der PEGIDA) entsteht in meinen Augen hier ein sehr starkes Statement.

Sehr schön auch der direkt konstruierte Zusammenhang zwischen “verstärkten Zuzug von Menschen aus islamischen Ländern” und “die Gefährdungslage bei uns in Deutschland erhöht” – fehlt natürlich nicht der Hinweis auf die Terroristen: ” nach Deutschland zurückkehrende IS-Kämpfer”. Das wird allerdings nicht zur Abgrenzung genutzt, sondern vermischt sich (gewollt? gekonnt?) mit dem davor gesagten. Nachtigall, ich hör dir trapsen…

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Mal eben ein Auto kaufen

5. Januar 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Am Wochenende haben wir intensiv die Autohändler der Umgebung abgeklappert. Ziel war ein Auto für ganz spezielle Vorstellungen zu kaufen, wobei Marke und in einem großem Bereich auch der Preis absolut flexibel waren.

Getroffen haben wir schlechte und gute Verkäufer/-innen, interessierte und uninteressierte. Gefunden haben wir preiswerte Autos und vollkommen überteuerter. Und solche die in Frage kämen und solche die halt nicht.

Aber eigentlich kann ich mein “Einkaufserlebnis” mit einem kurzen Dialog bei Alfa-Romeo ganz gut zusammen fassen:

“Möchten Sie einen zweiten vollwertigen Autoschlüssel?”

“Äh ja, wieso?”

“Ja weil der Zweite ja ein Ersatzschlüssel ist?”

“Ja aber einen hat doch sie, einen hab ich?”

“Ja gut, also zweiten Schlüssel für 40€, ist  notiert?”

“häää???”

“Ja nachkaufen wird noch teurer!”

Stellt sich raus, das man bei dem teuersten Kleinwagen den wir uns angesehen haben (dem Mito) ernsthaft  40€ verlangt, wenn man einen zweiten richtigen Schlüssel (mit Fernbedienung und halt nicht nur einen Notschlüssel) haben will.

Ich meine, ich fühle mich bei manchen “Extras” ja eh schon verarscht, aber DA hört es dann völlig mit meinem Verständnis auf. Wobei das eh schon stark strapaziert war, als mir ein Motir mit 0,9 Liter Hubraum, 2 Zylindern, aber 100 PS dank Turbolader angeboten wurde…

Man fasst es ja nicht. Ein zweiter Schlüssel. Für 40€.

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Es ist… nicht schön

22. Dezember 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Ich lebe in einer Zeit, in der vieles besser sein könnte, als es ist. Und wie schizo das manchmal ist, macht mir echt zu schaffen.

Im Radio höre ich von dem Nicaragua-Kanal und denke mir, es ist eigentlich mal an der Zeit sich darüber zu informieren. Das geht, dank Wikipedia super. Für mich ist Wikipedia so unverzichtbar geworden, dass ich jedes Jahr, wenn gegen Weihnachten die Aufforderung kommt, gerne dafür Spende.

Allerdings spende ich in der Weihnachtszeit bei fast jedem Einkauf auch für etwas anderes. Für ein Projekt mit dem Namen “Für jeden Braten einen Paten”. B5E94FoIcAAdSn5

Und jedes Mal wenn ich die Gutscheine in meinen Einkaufskorb fallen lasse (ich nehme bei fast jedem Einkauf welche mit), möchte ich eigentlich laut schreiend aus dem Laden rennen.

Wieso kann 2014 die Welt nicht so weit sein, dass ich mein Geld für gemeinnützige Projekte wie Wikipedia allein ausgebe. Die sinnvoll sind, aber keine extenzielle Auswirkung habe?

Warum lebe ich in einem Land, das zu den reichsten Nationen der Erde gehört und kaufe Gutscheine, weil es Menschen gibt die zu arm sind, sich auch nur zu Weihnachten “etwas Gutes” gönnen zu können – wobei wir bei 5€ ja weniger von Qualitätsfleisch reden können, besonders wenn es um Familien geht.

Und genau um die geht es:

Jedes sechste Kind in Deutschland ist von Hartz-IV-Leistungen abhängig. Darauf machte die Arbeitsmarkt-Expertin der Linke-Fraktion, Sabine
Zimmermann, unter Bezug auf eine offizielle Statistik der Bundesagentur für Arbeit in Berlin aufmerksam.

„Besonders zu Weihnachten spüren viele Kinder, dass sie in ärmlichen Verhältnissen aufwachsen müssen“, sagte Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur. „Für
Hartz-IV-Beziehende ist es ungleich schwerer, ihren Kindern ein schönes Weihnachtsfest zu bescheren.“ Nach den jüngsten offiziellen Zahlen waren im Juli mehr
als 1,64 Millionen Unter-15-Jährige auf Hartz IV angewiesen oder lebten in einer Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft.

Das waren 15,5 Prozent. Binnen eines Jahres war
die Zahl um gut 7000 gestiegen.

Tagesspiegel vom 22.12.2014

Das wirklich Schlimmste ist, dass ich nichts dagegen machen kann.

Und während Familien in Deutschland nicht wissen, wo sie was zu beißen her kriegen, gehen 15.000 Menschen gegen eine imaginäre Überfremdung auf die Straße.

Das schließt dann auch den Kreis. Denn Asylbewerber, Menschen die alles zurück lassen mussten, kriegen ja nicht mal H-IV. Sie wissen also auch nix von dem Programm. Und werden damit Weihnachten sogar noch eine Stufe weiter unten stehen. Und dabei ist es mir scheiss egal, ob Weihnachten Teil ihrer Religion es.

Mir wäre wichtig, dass in diesen Tagen im Dezember ALLE Menschen in Deutschland, ja sogar auf der Welt einfach mal durchatmen können. Und vielleicht wirklich mal 3 Tage haben, in denen sie von ihren Sorgen Abstand nehmen können. Ach man, das ist einfach eine ungerechte Scheisswelt. Wohlgemerkt nicht von Natur aus. Sondern als Produkt menschlichen Handelns. Der “Krönung der Schöpfung”.

 

Wäre es in dem Kontext nicht unangebracht, ich würd den Spruch mit dem Fressen und Kotzen anbringen.

 

Ich weiß ja nicht…

18. Dezember 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Im Stern ist ein recht interessanter Artikel über eine “Selbsterfahrung” einer Journalisten zum Thema PEGIDA. Mir persönlich viel zu öberflächig wird hier so getan, als wären die meisten Leute dort Spinner. Ich meine, das sind sie vermutlich auch  – aber daraus wächst ja erst recht eine erhebliche Bedrohung.

Was mich allerdings zugegebenermaßen irritiert hat war der kurze Dialog der wiedergegeben wird zu der Frage, ob die Journalistin im Stern lügt oder nicht. Natürlich nicht, sagt sie. Wenn aber der Anspruch des Sterns Integrität und Ehrlichkeit ist, dann sollte man vielleicht im Rahmen der eigenen Corporate Governance die Info auch das Marketing weitergeben.

Denn sonst passiert so etwas: Eine Journalistin bemüht sich um Glaubwürdigkeit. Und die geschalteten Banner strafen ihr Bemühen Lüge:

Screenshot Stern am 18.12.2014 gegen 12: 15 Uhr, Quelle: http://www.stern.de/politik/deutschland/pegida-demo-in-dresden-was-eine-reporterin-erlebte-2160572.html

Screenshot Stern am 18.12.2014 gegen 12: 15 Uhr, Quelle: http://www.stern.de/politik/deutschland/pegida-demo-in-dresden-was-eine-reporterin-erlebte-2160572.html

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Die Sorgen und Nöte der FDP Voerde

17. Dezember 2014 2 Kommentare
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Ich bin mir nicht so sicher, was die FDP in Voerde umtreibt. Aber sie hat keinen Fraktionsstatus und bekommt daher die entsprechenden Zuwendungen auch nicht.

Außerdem hat man ja nach der letzten internen Wahl immer wieder gehört, dass angeblich sehr viele Mitglieder die Partei verlassen hätten. Deren Beiträge dürften auch futsch sein.

Wie schlimm es aber um die FDP in Voerde gestellt sein muss, erfährt man erst, wenn man mal seinen Adblocker abschaltet. Dann offenbart sich, mit welche verzweifelten Mitteln die FDP in Voerde mittlerweile wohl versucht Geld zu verdienen. Und ich meine Werbung auf einer Website ist ja nicht per se böse. Und auch wenn ich keine Ahnung habe ob man als Partei überhaupt kommerzielle Werbung schalten darf und wie das steuerrechtlich ist… ich meine, man sollte zumindest Anstand und Würde bewahren.

Vor allem, wenn man Herr B. aus V. ist. Der ja gerne anderen mal vorwirft, sie würden der Verrohung der Sitten Vorschub leisten oder sich nicht in seinem Sinne angemessen verhalten. ;-)

Screenshot der FDP-Voerde-Website, erstellt mit meinem iPad am 16.12.2014

Screenshot der FDP-Voerde-Website, erstellt mit meinem iPad am 16.12.2014