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Archiv für die Kategorie ‘gedanken’

Wer nichts zu verbergen hat….

17. September 2016 2 Kommentare
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Im Spiegel bin ich gestern auf einen interessanten Artikel gestoßen. Es geht vorgeblich um die vermeintlichen IS-Terroristen, die man in Schleswig Holstein entdeckt hat. Allerdings bedient der Artikel m. M. n. eine ganz andere Zielrichtung, als die Berichterstattung über Terror. Deswegen arbeite ich mal Absatz für Absatz durch ihn durch:

Die drei mutmaßlichen Kämpfer des „Islamischen Staates“ (IS), die neun Monate lang in Asylunterkünften in Schleswig-Holstein lebten, haben nach Auffassung der Ermittler großen Aufwand betrieben, um unentdeckt zu bleiben.

Hier lesen wir: Wer seine Kommunikation vor dem Staat verbirgt, ist verdächtig. Denn tatsächlich haben die Männer ja Asylanträge gestellt und damit genau das Gegenteil gemacht, von sich verstecken. Es geht hier nicht um die Personen, sondern deren Kommunikation:

Die drei Männer kommunizierten nach Informationen des SPIEGEL laut ersten Ermittlungsergebnissen über die Messengerdienste Telegram, Viber und Skype, die wegen ihrer Verschlüsselung von den deutschen Behörden schwer zu überwachen sind.

Ich nutze Threema. Das eigentlich gar nicht zu überwachsen sein dürfte. Skype und Co gehen meines Wissens nach nur per Quellen-TKÜ. Aber hier wird der Eindruck von der Einleitung noch mal untermauert und durch die konkrete Nennenung wird deutlich gemacht: Verschlüsselung ist böse, denn sie verhindert, dass der Staat uns vor Terror schützt. Und nur Terroristen verschlüsseln!

Zudem wechselten sie offenbar mehrmals die Sim-Karten ihrer Telefone. In einem Fall mietete einer der Männer eine temporäre Telefonnummer im Internet, über die eine Verbindung zu einer „relevanten Person“ in Rakka, der IS-Hochburg in Syrien, zustandegekommen sein soll. Bis auf das Wort „Hallo“ wurde allerdings nichts gesagt.

Eine Verbingung zustande gekommen sein soll? Also nix genaues weiß man nicht. Aber der Absatz unterstreicht das Bestreben der Bundesregierung, anonyme SIM-Karten und damit anonyme Kommunikation zu unterbinden. Denn nur Terroristen wollen anonym kommunizieren, alle anderen haben nix dagegen, wenn  der Staat beliebig soziale Graphen aufbaut.

US-Dienste waren an der Überwachung der drei Verdächtigen maßgeblich beteiligt.

Jetzt hört endlich auf mit NSA-Skandal, Snowden und der ständigen Kritik an der Datenweitergabe des BND an die Amerikaner. Alleine kann Deutschland Eure Sicherheit nicht gewährleisten.

Bei der Durchsuchung ihrer Wohnungen am Dienstag entdeckten die Ermittler mehrere Computer, Mobiltelefone und 1500 Dollar in bar, allerdings weder Sprengstoff noch Waffen.

Wir haben zwar nix schlimmes gefunden, aber ausländische Währungen in der Währung, die überall auf der Welt akzeptiert wird, das ist bei Flüchtlingen doch total unüblich. Ebenso der Besitz von Mobiltelefonen und Computern. Na, fällt Euch was auf?

Ibrahim M., Mohamed A. und Mahir Al-H. waren Ende vergangenen Jahres aus Syrien nach Griechenland gekommen. Sie wurden am 13. November 2015 in Mytilini auf Lesbos als Flüchtlinge registriert – dem Tag, an dem IS-Terroristen in Paris 130 Menschen töteten.

Erinnert Ihr Euch noch an den ersten Absatz aus dem Artikel? Jetzt sind sie nicht verdächtig, weil sie versteckt waren, sondern sich an dem Tag registrieren ließen, an dem in Paris die Anschläge waren. Das kann doch kein Zufall sein…

Alle drei wurden schließlich am 7. Dezember im schleswig-holsteinischen Boostedt erkennungsdienstlich behandelt. Danach wurden sie als potenzielle Gefährder zum Teil rund um die Uhr verdeckt überwacht.

Warum sie potentielle Gefährder sein sollen, erfahren wir leider nicht. Und merkt Ihr was? Für die Rund-um-die-Uhr-Überwachung müsst Ihr kein Täter sein. Ihr müsst auch nicht Gefährder sein, also Menschen von denen man annimmt, dass sie Täter werden. Es reicht schon „potentieller“ Gefährder zu sein. Also vermutlich jemand der gerne anonym telefoniert oder einen verschlüsselten Messenger verwendet.

Die Behörden sorgten dafür, dass sie in räumlicher Nähe zueinander untergebracht wurden, um sie besser observieren zu können. Die Asylanträge der drei wurden bewusst nicht entschieden, um weiteres Beweismaterial sammeln zu können. Die Ausbeute nach rund neunmonatiger Observation war gering.

Also weil wir annehmen, dass sie zusammen gefährlich sind, bringen wir sie zusammen um zu sehen wie gefährlich sie sind und sehen im Ergebnis, dass wir so klug sind wie zuvor. Alles klar?

Und dann, der ultimative Beweis der Schuld:

Allerdings sollen die Pässe der drei Männer aus derselben syrischen Fälscherwerkstatt stammen wie die Dokumente zweiter Attentäter aus Paris.

Ähm ja. Mal abgesehen davon, dass es vermutlich wenig Fälscherwerkstätten gibt und bei gleicher Herkunft sowas nicht unüblich sein dürfte, ist hier der Schlusssatz im Artikel NICHT, dass die Observation wenig brachte. Sondern, dass die Pässe möglicherweise gefälscht wurden und zwar möglicherweise von den Fälschern die auch die Ausweise der Attentäter von Paris (siehe „Zufall“ weiter oben) gefälscht haben.

Im Fazit lernen wir aus dem Artikel also gar nichts. Wir lesen aber einen Artikel, der in jedem einzelnen Punkt die Sicherheits- und Überwachungshysterie der Bundesregierung widerspiegelt.

Wenn das „guter“ Journalismus ist, der sich so kritiklos auf könnte, sollte und müsste und die Bundesregiergung sagt verlässt, dann haben wir in Deutschland auch kein Problem zu erklären, warum die AFD solche Erfolge feiert.

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Autofahren ohne Nachdenken. Geht, ist dann aber halt Scheisse.

3. September 2016 3 Kommentare
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Es gibt ja durchaus Momente im Straßenverkehr, bei denen man sich fragt: Was zur Hölle hat der jenige (oder die) sich dabei gedacht? Haben die überhaupt gedacht oder war das der Versuch ohne aktiviertes Großhirn zu existieren?

Eine solche Situation gab es gestern in Wesel. Und ich muss ehrlich sagen, ich bin fassungslos. Aber so total.

Auf dem folgenden Bild seht Ihr das Endergebnis: Polizei, Feuerwehr, einen großen Strafzettel und eine teure Rechnung für einen Autofahrer.
IMG_8556[1]

Was war passiert?

Ich habe mich genötigt gesehen, einen PKW-Fahrer auf dem Zubringer zur A3 zu bitten anzuhalten. Der Grund dafür war einfach: Ein Loch im Tank, durch das eine erhebliche Menge Kraftstoff auslief und quer durch Wesel eine Spur zog. Auf mein Drängen(!) hin rief er dann auch endlich mal die Feuerwehr.

IMG_8555[1]

Und ich die Polizei.

Natürlich kann man sagen: Ja mei, ein Auto kann mal kaputt gehen. Und es kann auch mal ein Loch im Tank sein. Muss man deswegen gleich die Polizei rufen? Muss man sich deswegen gleich aufregen? Ein Faß aufmachen? Das ist doch total über….

Und deswegen jetzt hier die Vorgeschichte:

Nach einer Sitzung gestern war ich in Wesel tanken. Dabei habe ich gesehen, dass zwei aufgeregte Frauen neben mir einen weiteren Tankstellenkunden auf sein Auto hinwiesen. Unter dem fleissig der gerade getankte Super-Kraftstoff hervorlief. Erst auf Drängen der Frauen(!) ist er dann in den Kassenraum und hat sich einen Eimer mit Bindemittel geben lassen. Er ging streuen, ich bezahlte.

Als ich gerade raus ging, kam der Herr rein und sagt: Ich glaub das reicht nicht. Stellte den Eimer hin und ging.

Zu seinem Auto.

Stieg ein.

Fuhr los.

An der Stelle war ich völlig von der Rolle.

Erstens sind Tankstellen so gebaut, dass auslaufender Kraftstoff nicht ins Grundwasser oder die Kanalisation laufen kann. Der stand also theoretisch am best möglichen Ort für so eine Panne.

Zweitens aber, und das war noch krasser, stand an der Tankstelle sogar ein ADAC-Engel und half gerade einem anderen PKW. Dem gelben Engel ein Wort zugerufen und ich wette, er wäre sofort herbeigeeilt um zu helfen. Eine Wanne zum unterstellen hätte man sicher auch im Bereich der Tanke gefunden. Alles kein Drama. Aber nein, der Typ fuhr einfach los.

1Auf dem Foto hier seht ihr wie er gerade am ADAC vorbei gefahren ist und auf die Straße abbiegt. Im Bogen zwischen dem BMW und dem ADAC hindurch. Der schwarze Strich unter seinem Auto ist das Benzin. Wir standen beide in die gleiche Fahrtrichtung. Der ADAC-Wagen hatte seine gelben Leuchten an. Völlig unmöglich, dass er den (von mir rechts stehend) übersehen haben könnte.

Und so ist der, I kid you not, dann am Bahnhof vorbei in Richtung Autobahn gefahren. Nach mir die Sintflut.

Ich frage mich was der gedacht hat wie weit er damit kommt? Wie kann man so absurd neben der Spur sein, dass man weiß das man ein größeres Loch im Tank hat und trotzdem auf die Autobahn wollen? Wie kann man so überhaupt losfahren, statt Maßnahmen zu treffen, eine drohende ökologische Katastrophe zu verhindern?

Ehrlich.

Ich raffe es nicht.

 

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Lohfink: Liebe Leute, kommt mal wieder runter

23. August 2016 2 Kommentare
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Normalerweise halte ich mich aus solchen Vergewaltigungs-Prozessen heraus, die mehr in der Öffentlichkeit stattfinden als da wo sie hin gehören. Manchmal aber bin ich doch sprachlos und frage mich ernstlich, was eigentlich gerade schief läuft. Und das nicht erst, seit versucht wurde, Kachelmann auch nach seinem Freispruch öffentlich hinzurichten.

Dementsprechend war mir heute morgen klar, dass das bestimmende Thema heute das Urteil gegen Frau Lohfink sein wird. Normalerweise wäre hier Klappe halten angesagt, wegen der Schere im Kopf: Egal was für eine Position Du beziehst (vor allem als Mann), irgendwer wird immer ausflippen.

Einer der ersten Blogbeiträge die mir zu dem Thema heute morgen in die Timeline gespült wurden, war der von Frau Maja. Nach dem Lesen dachte ich mir drei Dinge:

  1. Die tatsächlichen Beweggründe des Gerichts spielen keine Rolle – warum nicht?
  2. Die geschilderte Angst irritiert mich, weil der hier geschilderte Sachverhalt kaum alltäglich scheint.
  3. Das Gleichnis mit dem Alkohol irritiert mich.

Vor allem das mit dem Alkohol: Eine Vergewaltigung ist nicht mehr oder weniger schlimm, wenn das Opfer (oder der Täter) vorher Alkohol konsumiert hat. Auch wenn man jetzt die verminderte Schuldfähigkeit anführen mag, für mich persönlich ist Vergewaltigung eine Tat die unabhängig von äußeren Einflüssen statt finden: Alkohol ist so wenig ein valider Grund wie das Tragen „aufreizender Kleidung“.

Trotzdem macht die Bloggerin den Vergleich auf, dass sie sich jetzt ja nicht mehr betrinken könnte.

Mir stellt sich die Frage ob man sich überhaupt, als Mann oder Frau, in irgendeiner Umgebung betrinken sollte. Denn das ist für mich etwas, dass ich völlig separat bewerte. Betrunkene stellen gerne eine Gefahr für sich und ihre Umwelt dar.

Insofern halte ich es auch für gefährlich zu sagen, dass wenn keine K.O.-Tropfen attestiert werden konnten (neben anderen Ungereimtheiten, die das Urteil laut Presse aufzeigt) – ist es dann klug zu sagen, dass es egal ist ob K.O.-Tropfen oder Alkohol im Spiel waren? Die Schlussfolgerung ist natürlich richtig, dass es keinen Unterschied machen darf ob das Opfer betrunken war oder nicht. Es muss aber einen machen, wenn die Tat noch mals verschlimmert wurde, wenn das Opfer unter Drogen gesetzt wurde.

Ich habe Frau Maja in einem Tweet darauf hingewiesen, dass ich das für problematisch halte. Leider bietet Twitter nur 140 Zeichen und ich wäre gerne in eine Diskussion darüber eingestiegen. Die Antwort aber überraschte mich doch:

. achso! Also ich besoffen bin und mich jemand vergewaltigt bin ich selbst schuld? Ich bin es so leid sowas zu lesen. *kotz*

Da frage ich mich doch: Geht’s noch?

Als hätte ich das gesagt. Im Gegenteil: Frau Maja verbreitet hier schlicht die Unwahrheit, wenn sie sagt, ich hätte gesagt das Vergewaltigungsopfer selbst schuld sind, wenn sie betrunken vergewaltigt werden. Was für ein Käse.

Aber genau diese Art der hochemotionalen Reaktion ist es, die es so schwierig macht hier ein wirklich wichtiges Thema zu diskutieren. Nämlich den Spagat zwischen wirksamen Schutz vor Vergewaltigung, der angemessenen Bestrafung und dem Schutz vor dem falschen Vorwurf der Vergewaltigung. Und eben auch der Bestrafung bei falschen (erfundenen?) Vorwürfen.

Damit hat sich für mich Frau Maja leider selbst aus der Diskussion auf die denkbar ungünstigste Art und Weise verabschiedet. Ihre nachfolgenden Tweets sind auch kein bisschen besonnener, sondern bringen eine extreme Wut zum Ausdruck. Weil natürlich sind die Leute die anderer Meinung sind, Anti-Feministen.

Ich weiß nicht ob ich der einzige bin, der der Meinung ist, dass Unwahrheiten und hoch emotionale Wutausbrüche genau das sind, was der Feminismus nicht braucht. Ich würde mir wünschen, dass Menschen, die ich eigentlich wegen ihrer Intelligenz schätze, erkennen, wie wichtig es ist hier ein wenig mehr Fingerspitzengefühl zu zeigen.

Und weswegen ich hoffe, dass wir in der gesamten Diskussion ein Level finden, das nicht von Emotion sondern von Sachlichkeit geprägt ist.

Wenn uns das nicht gelingt, werden zukünftig die besonnenen Kräfte die Diskussion scheuen. Weil sie keine Lust haben, durch Wutreaktionen wie hier dokumentiert in eine Ecke gestellt zu werden. Ich will mir nicht vor einem Post überlegen müssen, ob irgendjemand das wieder bewußt falsch versteht. Sondern ich möchte das wir uns alle als vernunftbegabte Wesen gegenüber stehen und begreifen, dass andere Meinungen nicht immer „das Böse“ sind.

Nachtrag: Ich fand den Beitrag von Udo Vetter zu dem Thema sehr lesenswert:

Damit zeigt sich, dass der Fall der denkbar schlechteste war, um ein zweifellos wichtiges Thema zu diskutieren. Nämlich die Frage, ob in Deutschland die sexuelle Selbstbestimmung ausreichend geschützt ist.

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Deutschland, Land der Prepper?

22. August 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Prepper, das sind jene Menschen die sich auf alles Mögliche vorbereiten. Vom Stromausfall bis zum Atomkrieg und nicht alle von denen scheinen einen gesunden Bezug zu ihrer Umwelt zu haben 😉

Daran musste ich denken, als ich gehört habe das es eine Anpassung des Zivilschutzkonzeptes gegeben hat. Und wie erwartet, sind alle politischen Parteien direkt in ihre Muster verfallen. Die einen sagen „dringend nötig, wir müssen uns auf Katastrophen und Angriffe vorbereiten“. Die anderen dagegen sagen „alles Panikmache“ und ein paar besonnene (Grüne) sagen „Ja, aber“.

Deutschland ist ein sehr sicheres Land. Mitten in Europa gelegen mache ich mir keine Sorgen vor einem plötzlichen Krieg im Land. Auch die möglichen „terroristischen“ Anschläge machen mir keine Sorgen, weil Sicherheit und Rettungswesen wirklich gut organisiert sind.

Was uns allen aber Gedanken bereiten sollte, sind Umwelteinflüsse. Das muss nicht gleich eine Katastrophe sein, aber die Wetterkapriolen der letzten Monate zeigen sehr eindrucksvoll, wie schnell man von der gewohnten Versorgung abgeschnitten sein kann.

Und auch wenn man sich heute dran gewöhnt hat, beinahe täglich frisch einzukaufen: Ist es wirklich so dumm ein paar Dosen mit Essen und ein paar Flaschen mit Wasser auf Vorrat im Haus zu haben? Damit man eben im Notfall nicht sofort auf externe Hilfe angewiesen ist? Denn die muss erst mal anlaufen und dann Prioritäten abarbeiten.

Dabei vergessen viele, wie schnell zum Beispiel Dehydration einsetzen kann. Ein Tag ohne Trinkwasser kann sehr schmerzhaft sein. Eine Kiste Wasser im Keller dagegen hält praktisch ewig und steht im Notfall schnell zu Verfügung.

Man kann also aus der Diskussion um das Zivilschutzkonzept Panikmache lesen. Und in der Tat ist die begleitende Kommunikation – wie so oft – desaströs. Man kann sich aber auch einfach mal die Frage stellen, was denn passiert wenn mal im eigenen Haushalt das Wasser für 24h ausfällt und die Straßen wegen Überflutung nicht passierbar sind. Oder der Supermarkt wegen Wintereinbruch nicht beliefert werden kann.

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Wenn das Land seinen Beamten den Mittelfinger zeigt

9. August 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Beamte, so schlecht ihr Ruf auch sein mag, leisten in der Regel gute Arbeit. Und wenn wir mal ehrlich sind, erleben wir das auch regelmäßig. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die gibt es überall.

Beamte haben ihrem Dienstherren, also z. B. dem Land NRW gegenüber, eine besondere Treuepflicht. Und die gilt sogar dann, wenn man gar nicht mehr aktiv im Dienst ist. Beamte haben auch keinen Arbeitsvertrag im klassischen Sinne.

Daraus erwächst für den Arbeitgeber eine sehr komfortable Position. Denn faktisch gibt es wenig, dass Beamte einklagen können, weil zwar sie gegenüber dem Land Treu sein müssen, das Land sie aber „nur“ alimentieren muss. Und das ist laut Wikipedia so:

Das Alimentationsprinzip bezeichnet die Verpflichtung des Dienstherren, Beamten während des aktiven Dienstes, bei Krankheit und Dienstunfähigkeit und nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst aus Altersgründen amtsangemessene Dienstbezüge zu gewähren. Die Alimentation begründet sich aus dem Treueverhältnis des Beamten gegenüber dem Staat und soll ihm die angemessene Amtsführung ohne wirtschaftliche Schwierigkeiten ermöglichen, die sein Amt erfordert.

Es wird also nicht nach dem gezahlt, was man macht. Sonder nach dem Amt und damit nach der Besoldungsgruppe. Das ist bei Angestellten anders, die nach Tätigkeit bezahlt werden. Und es bringt ein weiteres Problem, denn der Gesetzgeber hat nur einen Teil des Gehaltes wirklich zu zahlen – der Rest ist „nice to have“.

Das wiederum führt dazu, dass man den Beamten das Urlaubsgeld streichen konnte, die wöchentlicheArbeitszeit erhöhen, das Weihnachtsgeld auf einen Witzbetrag herunterechnen und den Pensionseintritt deutlich nach hinten schieben konnte. Und dagegen wehren? Leider nicht vorgesehen… Man hat ja keinen Vertrag auf den man sich berufen könnte und denkt an die Treuepflicht…

Und jetzt zeigt das Land den Beamten mal wieder den Stinkefinger. Denn:

Bei Gehaltserhöhungen wartet das Land gerne die Ergebnisse bei den Tarifbeschäftigten ab. Dann wird den Beamten versprochen, dass das Ergebnis der Tarifverhandlungen übernommen wird – aber erst ein halbes Jahr später oder so. Und 1:1, wenn man vernachlässigt, dass das Land weitere Teile als „Pensionsrücklage“ abzieht. Und so sollten dann die Beamten des Landes im August, ein halbes Jahr nach den Angestellten, 2,1% mehr Lohne bekommen – mindestens aber 75€.

Und genau das ist der Knackpunkt. Denn mindestens 75€ bedeutet für mich: Wenn die 2,1% nur 60 oder 70€ sind, muss einfach was aufgelegt werden.

Das Land sieht das natürlich anders und sagt, man macht eine „Günstigkeitsprüfung“. Günstig aber allenfalls für das Land – und so liest man auf der Seite des LBV NRW:

Die Bezüge erhöhen sich ab 01.08.2016 um 2,1 % (2,3 % minus 0,2 % Versorgungsrücklage) – mindestens um einen Prozentsatz, der einem Erhöhungsbetrag von 75 € entspricht (Günstigerprüfung).

Ähm konkret bedeutet das nämlich in der Interpretation des Landes: Wenn die Beamtin oder der Beamte mit 2,1% nicht 75€ bekommt, bekommt er weniger, sofern das was er bekommt mehr als 2,1% wäre. Verstanden? Ich auch nicht:

Die Berechnung ist wie folgt durchzuführen:

  1. Der Betrag von 75 € wird durch das bisherige Grundgehalt geteilt und dann multipliziert mit 100.
  2. Der sich daraus ergebende Prozentsatz wird um die Versorgungsrücklage in Höhe von 0,2 % gemindert.
  3. Das bisherige Grundgehalt ist um den so errechneten Prozentsatz zu erhöhen.

Beispiel:
A 10, Stufe 4 – bisheriges Grundgehalt: 2.721,89 €

     75 €        x 100    = 2,7554 % minus 0,2 % = 2,5554 % Erhöhung
2.721,89 €

Ergebnis:
Bei dem/der Bezügeempfänger/in wird das bisherige Grundgehalt um 2,5554 % erhöht; dies entspricht einem Erhöhungsbetrag von 69,56 €. Das neue Grundgehalt beträgt 2.791,45 € ab August 2016 (2.721,89 € + 69,56 €).

Alles klar? Ganz konkret bedeutet das für den Kollegen nebenan (A9, Stufe 8), dass er von 2861€ Brutto auf 2931€ steigt. Das sind 70€ – und eben nicht 75. Weil es für das Land halt „günstiger“ ist, ihn auch da noch über den Tisch zu bedienen.

 

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Blockxit: Oh mein Gott wie peinlich!

25. Juli 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Vor ein paar Tagen habe ich bei Fefe einen Rant zu Blockxit gelesen und mich amüsiert. Aber nicht weiter drüber nachgedacht. Tangierte mich nicht weiter, interessierte mich nicht weiter. Bis heute:

Ich wollte beim Stern etwas über die Plasberg-Sendung gestern lesen. Und der Stern empfing mich so:

stern1Naja… zumindest ausprobieren kann man es ja vielleicht mal. Weil vielleicht die Websites ja gelernt haben, was man Usern besser nicht zumutet. Gleichwohl der fette Rand mir schon komisch vorkam. Aber ausnahmsweise mal den Blocker deaktiviert und die Seite neu geladen.

Es dauert.

Es dauert.

Unten sehe ich welche Server alles kontaktiert werden und irgendwann lädt die Seite:

stern 1Und direkt zwei animierte, blinken und blitzende Werbungen. Das rote Feld rechts blinkt, das Bild bewegt sich. Die Werbung oben scrollt immer von links nach rechts in Bild.

Wie zum Teufel soll ich bei einer solchen Scheisse in Ruhe lesen können, wenn im Sichtfeld ständig was blinkt? Und glaubt irgendjemand, dass ich da wirklich drauf klicke? Mal abgesehen davon, dass der Code für die Werbung auch hätte Schadcode sein können?

Also Ad-Blocker wieder aktiviert. Und Fefe hat Recht:

Legt doch mal für ne Sekunde das Koks weg. Vielleicht sehr ihr dann, wie sehr ihr euch gerade zum Stück Brot macht.

 

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Der islamistische Terror von Ansbach…

25. Juli 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Das Wochenende war geprägt von Schreckensmeldungen über Menschen, die ihre Mitmenschen verletzten und töten wollten. Einer der traurigen Höhepunkte war das Selbstmordattentat in Ansbach mit 12 Verletzten und einem toten Attentäter.

Unmittelbar danach wußte der bayrische Innenminister zu sagen, seiner Meinung nach handele es sich um einen islamistischen Terroranschlag?

Ja?

Vielleicht war der Sprengstoff sogar vom IS. Nur…

Nach allem, was ich bisher halbwegs gesichert erfahren konnte, handelte es sich um einen Syrer, der vor 2 Jahren die Flucht aus seiner zerbombten Heimat nach Deutschland geschafft hat. Nur damit sein Einreiseantrag vor einem Jahr abgelehnt wurde und er seit einem Jahr(!) im rechtlichen Niemandsland des Gedulded-seins verweilt. In einem der reichsten Länder der Erde nicht am Leben teilnehmen zu dürfen und jeden Tag abgeschoben werden zu können.

Ein Mann, der polizeibekannt mindesntes 2 Mal(!) versucht hat sich das Leben zu nehmen.

Einem Menschen, der in den letzten Tagen wieder erleben durfte, das Du nur dann aus der Anonymität ausbrechen  kannst, wenn Du den Medien Futter hinwirfst. Lauf mit einer Axt Amok, Schiesse in einem Einkaufszentrum wild um Dich oder… ja spreng Dich halt bei einem Festival in die Luft.

Und plötzlich kennt man Deinen Namen. Dein Schicksal. Weiß wer Du bist.

Ich will nicht sagen, dass der Münchener Amoklauf und der in Ansbach in Bayern passiert sind, weil gerade Bayern ja eine erzkonservativ geprägte Einstellung zu Ausländern zu haben schein. Aber ich würde mich freuen wenn wir mal darüber nachdenken.

Und wenn wir endlich mal darüber nachdenken die Rolle der Medien als Katalysator zu hinterfragen. Es mag einfacher erscheinen im Fall von München (mal wieder) Computerspielen die Schuld zu geben und im Fall von Ansbach das Gespenst des IS.

Aber ist das ernstlich wahrscheinlicher, als das die Täter auf eine große Medienwirksamkeit ihrer Taten setzen konnten? Das sie bewußt entschieden haben mit einem lauten Knall aus dem Leben zu scheiden, statt anonym drauf zu gehen?

Und können wir jetzt vielleicht anfangen darüber nachzudenken, dass die Presse mit solchen Anschlägen umgeht wie mit Suizid? Über den man nicht, nicht personalisiert und am Besten gar nicht, berichtet um keine Nachahmer zu motivieren?

Oder gehen wir den einfachen Weg, lauschen Herrmann, machen uns vor fiktivem Terror in die Hose und bauen unseren Staat weiter zum Sicherheitsstaat um? Wohl wissend, dass all die Überwachung keine der Taten am Wochenende verhindern konnte?

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Klimawandel gestoppt! Erde gerettet! Alles wird gut!

13. Juli 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Manchmal liest man ja Artikel und möchte sich anschließend die Augen mit Chili und Tabasco auswaschen. So wie bei diesem tollen Artikel auf MotherJones: Die republikanischen Genies in den USA haben einfach mal eben Kohle zu einem sauberen Energieträger erklärt.

After a unanimous vote on Monday, the RNC’s draft platform officially declares coal „an abundant, clean, affordable, reliable domestic energy resource.“

Man möchte das nicht glauben.  Andersherum hat man leider mittlerweile überhaupt keine Probleme mehr genau das zu glauben. Und es läßt mich ernsthaft daran zweifeln ob wir es schaffen, den blauen Planeten zu erhalten.

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Hallo De Maizière, ich bin gerne einer der Letzten

16. Juni 2016 1 Kommentar
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Heute im Spiegel Online kann man lesen, dass de Maiziere gerne Kreuzungen mit Videokameras überwachen will. Er begründet das mit den Krawallen rund um die EM und wird wie folgt zitiert:

„Vielleicht begreift jetzt auch der Letzte in Deutschland, dass mehr Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen in erster Linie eine Hilfe ist und nicht eine Beobachtung von Unschuldigen.“

Er möchte dabei keineswegs die Orte überwachen, an denen tatsächlich Kriminalität ein Problem ist. Sondern solche, die er zu solchen Orten macht:

Kreuzungen in ansonsten ruhigen Wohngegenden und Einfamilienhaussiedlungen könnten zu Kriminalitätsschwerpunkten erklärt werden, um dort öffentliche Kameras zu installieren.

Er möchte also gerne z. B. in der Siedlung in der ich wohne eine unschuldige Kreuzung zu einem Kriminalitätsschwerpunkt erklären, um dort Kameras aufstellen  zu dürfen. Und mich gerne überwachen falls mal irgendwann was passiert.

Super Idee.

Übrigens nur eine von mehreren, die er gerade im Rahmen seiner Aussagen zur Bekämpfung von Einbruchdiebstählen gemacht hat. Eine weitere ist:

Angesichts der steigenden Zahl von Wohnungseinbrüchen hat sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) für den vermehrten Einsatz von Hilfspolizisten ausgesprochen.

Diese „Hilfspolizisten“ sind Menschen, die gerne Macht und eine Uniform hätten. Bei denen es, warum auch immer, nicht gereicht hat, richtiger Polizist zu werden und die gerne Polizei spielen wollen.

Nachdem die CDU (gemeinsam mit der SPD) die Polizei über Jahre kaputt gespart hat, will man jetzt mit einer Billiglösung Sicherheit vorgaukeln.

In Sachsen unterstützen bereits 47 Absolventen einer solchen Ausbildung die regulären Polizeikräfte.

In Sachsen.

Eigentlich muss man dazu ja nicht mehr viel schreiben. Vielleicht sollte man aber, weil wir hier gesellschaftlich einen Kurs fahren, der geradezu danach schreit, schlimme Folgewirkungen mit sich zu bringen.

Ich habe ein hohes Vertrauen in die Polizei. Allen Unkenrufen zum Trotz leben wir ein einem sehr sicheren Staat und haben ein Rechtssystem, dass auch Fehlverhalten sanktioniert. Dieses System mutwillig zu schwächen und dann irgendwelche Jedermänner und -frauen in Uniform auf „Streife“ zu schicken ist eine ganz, ganz doofe Idee.

Wie die Idee mit den Kameras an Punkten an denen man zwar keine Kriminalitätsbelastung hat, diese aber einfach postuliert.

An der Stelle würde ich gerne die Frage stellen, ob Herr de Maiziere eigentlich  noch mit beiden Füßen fest auf unserer Verfassung steht.

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#verafake – oder: Ehre, wem Ehre gebührt

13. Mai 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Das Netz diskutiert über den neuen „Geniestreich“ von Jan Böhmermann. Und ich muss sagen: Zu recht, ein erneuter Volltreffer.

Nur: mir fehlte da was. Nämlich die Erwähnung von Fernsehkritik.tv. Denn Holger Kreymeier kämpft schon seit Jahren gegen den Müll im Trash-TV der Privaten. Und hate schon vor relativ langer Zeit insbesondere auch Sendungen wie Schwiegertochter gesucht auf’s Korn genommen.

Unvergessen Tim Mälzer zu dem Thema – und das schon 2010(!):

Ich nehme an, dass einem Team wie dem von Böhmermann das alles nicht verborgen geblieben ist. Und hätte mir gewünscht, dass man hier ein paar „Credits“ an Holger vergibt.

Das eigentliche Problem hat übrigens der Mafnificent Bastard zusammengefasst:

 

 

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Wie schnell eine Gesellschaft sich ändern kann

10. Mai 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Die SZ steht ja sicherlich nicht im Ruf, ein grünes Kampfblatt zu sein. Deswegen ist es ein interessanter Hinweis auf eine Veränderung der Gesellschaft, wenn ausgerechnet sie ein Loblied auf Lastenräder schreibt:

Kommt das Lastenfahrrad raus aus der Nische?

Das ist insofern interessant, als das man schon das Gefühl haben kann, dass in den letzten Monaten die Fortbewegung ohne Verbrennungsmotor dramatisch an Aufmerksamkeit gewonnen hat.

Dazu beigetragen hat sicherlich die Diskussion um die Anschaffungsprämie für Elektro-Autos. Insbesondere hier fragen ja zunehmen die Menschen, ob es nicht sinnvoll wäre, diese Prämie eben auch für e-Bikes anzubieten. Gleichzeitig gewinnen Zweiräder auch in der Städteplanung rasant an Bedeutung.

Mit ein bisschen Zweckoptimismus kann man das durchaus so verstehen, dass sich hier die Gesellschaft verändert. Daran mag das gute Wetter seinen Teil haben – denn wer fährt schon gern im Regen Rad. Aber grundsätzlich scheint sich immer mehr auch die Überzeugung durchzusetzen, dass das Auto eben nicht die Lösung aller Probleme ist. Und manchmal sogar mehr Probleme verursacht.

Es wird interessant werden, das Thema „Verkehr in der Stadt“ mal zu beobachten. Denn ich glaube das nicht nur der finanzielle Druck durch immer höhere Kosten die Menschen vom Auto weg treibt. Ich bin fest überzeugt, dass unsere Gesellschaft dabei ist, eine neue Form anzunehmen. In der Ökonomie und Ökologie sich nicht gegenüberstehen und in der neue Formen des Miteinander entstehen. Und der Verkehr scheint hier das Leitmedium zu werden.

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Fort McMurray :-(

6. Mai 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Wer mich kennt der weiß, dass ich so oft es geht in Kanada bin. Die meiste Zeit habe ich dabei im Großraum Edmonton verbracht.

370km Luftlinie Nordöstlich davon liegt Fort McMurray

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Screenshot Google Earth

Und gemessen an der Größe von Kanada sind 370 km keine wirkliche Entfernung:

Screenshot Google Earth

Screenshot Google Earth

In Fort McMurray lebten unter anderem der Bruder und dessen Frau von jemanden, der mir sehr wichtig ist. Deswegen macht mich das auch so betroffen, dass die von dort nach Edmonton fliehen mussten. Denn in und um Fort McMurray wüten die schlimmsten Waldbrände seit über einem Jahrhundert. Derzeit brennen 85.000 Hektar:

Hier hat ein Redditor das mal ins Verhältnis gesetzt:

Fort McMurray Fire Destruction Put in to Perspective

Das es so schlimm kommt, kann man sich vielleicht damit erklären, dass der Winter in Canada dieses Jahr ausgesprochen Milde war und wenig Schnee mit sich brachte. Passend dazu ist der Frühling ungewöhnlich heiß und es weht in der Gegend eigentlich immer leichter Wind. Das sind natürlich optimale Voraussetzungen für eine Katastrophe – da braucht es nicht viel mehr.

Leider ist der nächste Flug nach Kanada erst im Juni 2017 geplant. Und auch wenn ich direkt fliegen würde, gäbe es vermutlich wenig was ich tun könnte. Dieses Gefühl der Hilflosigkeit und von der anderen Hälfte der Welt all das mit ansehen zu müssen, ist schon ziemlich ätzend 🙁

Das einzig Positive, dass ich dem abgewinnen kann, ist dass die Kanadier (und nicht nur die) aus den übrigen Landesteilen alles veruschen, um den tausenden von Menschen die fliehen müssen zu helfen. Auf Twitter kann man unter anderem bei #fortmcmurray ein Bild davon bekommen.

Und wenn wir das nächste Mal über den Klimawandel sprechen, dann denken wir vielleicht auch mal an dieses Feuer. Und fragen uns wie viel Schuld wir und unser Lebensstil daran haben.

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Ende einer Ära

27. April 2016 2 Kommentare
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Auf der Website der Welt kann man lesen, dass die Konzert-Zeiten für Roxette zu Ende gehen. Das macht mich traurig, was eigentlich komisch ist: ich hatte keine Karten. Um genau zu sein war ich schon ewig auf keinem Konzert mehr. Auch auf keinem von Roxette.

Auf der anderen Seite habe ich ziemlich viele CDs von Roxette. Denn in meiner Jugend fand ich die echt gut. Und es war ein Roxette-Konzert, auf das ich als aller erstes alleine gegangen bin – mein zweiter Konzertbesuch überhaupt. Und es war extrem beeindruckend.

Und irgendwie… zu sehen das ein weiterer Teil meiner Jugend den Bach runter geht, macht ein Mal mehr klar, dass man eigentlich viel zu selten darüber nachdenkt, was man für tolle Momente hatte. Hätte ich damals schon Internet gehabt, ich hätte vielleicht drüber gebloggt. Und könnte heute noch mal lesen, was ich damals dachte.

Denn wenn ich ehrlich bin: Bis zur Konzertabsage hatte ich Roxette irgendwie völlig aus dem Gedächtnis verloren.

Ich glaube heute Abend gibt es ein Glas Wein und „Look Sharp„, meine Lieblings-CD von Roxette. Mit den Freundinnen und Freunden von damals habe ich heute nichts mehr zu tun. Aber ich werde mal an sie denken und vielleicht google ich mal, was der eine oder die andere heute macht. Und erinnere mich an früher.

(Scheiße, wenn man so was bloggt, fühlt man sich schon ziemlich alt…)

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Börse: Gaga ist gar kein Ausdruck mehr

27. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Heute morgen fette Headline, unter anderem bei der Frankfurter Rundschau:

Twitter-Quartalszahlen enttäuschen Anleger

und dann im Text:

Zwar legte der Umsatz in den drei Monaten bis Ende März verglichen mit dem Vorjahreswert um 36 Prozent auf 594,5 Millionen Dollar (526,4 Mio Euro) zu, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Analysten hatten jedoch mit einem wesentlich höheren Wert gerechnet. Besonders enttäuschend: Die Werbeerlöse, Twitters wichtigste Geldquelle, wuchsen nur noch um 37 Prozent auf 595 Millionen Dollar. Im Vorquartal hatte es hier noch ein Plus von 48 Prozent gegeben.

Entschuldigung, das ist doch nicht mehr normal. Ein Umsatzplus von 36% und ein Wachstum der Werbeerlöse um 37%. Und die Börse ist unzufrieden, die Anleger sind enttäuscht.

Was für ein unfassbarer Schwachsinn.

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Dinge aus dem All betrachtet

20. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Es gibt Tweets die leitet man gerne weiter.

Und es gibt Tweets, die einem vor Augen halten, was man weiß. Und trotzdem immer wieder verdrängt.

Aktulles Beispiel ist dieser Tweet von Alexander Gerst:

Das machen wir. Die Krone der Schöpfung, wie wir uns gerne nennen.

Danke, RWE

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