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Archiv für die Kategorie ‘gedanken’

Keine Panik: Habt nur ein bisschen Angst

5. Februar 2016 Keine Kommentare
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Meine Fresse, drehen wir am Rad.

Es gibt also eine abstrakte Terrorgefahr, bei der wir nix genaues wissen. Allerdings ist sie konkret genug um zu sagen das sie nicht an Karneval eintritt. Sie ist auch konkret genug um zu sagen das Berlin ein Ziel ist.  Sie ist auch konkret genug um zu sagen das es wohl nichts konkretes in Berlin gibt.

Vorsichtshalber zeigt sich der Staat aber schon mal (wieder) im Sauerland mit ganzer Härte. Von den Terrorverdächtigen werden wir vermutlich, wie schon die letzten Male nie wieder was hören. Vor allem nicht, dass sie wirklich irgendeiner Tat oder Tatvorbereitung überführt werden konnten. Wetten?

Die SZ fordert, den Ermittlern Vertrauen zu schenken.

Ernsthaft?

Ich würde gerne. Und noch lieber wäre mir wenn Ermittler Ergebnisse liefern. Aber diese wenig substantielle Panikmache? Diese  zufällig zeitlich perfekt getimten Razzien und Festnahmen von Verdächtigen oder auch nur möglicherweise Verdächtigen

Können wir nicht einfach mal einen Schritt zurück machen, tief durch die Hose atmen und uns bitte nicht bekloppt machen lassen?

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Eigentlich darf mich das nicht mehr erstaunen

3. Februar 2016 Keine Kommentare
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Ich bin irgendwie immer noch nicht so abgebrüht wie ich gerne wäre. Ich habe immer noch dieses nervöse Zucken, wenn ich sowas sehe:

Auf Heise:

heise
Und beim Spiegel:

Spon

Und nächste Woche wieder die wilde Diskussion um die Frage, warum niemand mehr Spiegel und Co ernst nimmt. Ich hätte da eine Theorie…

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Der Terror-Amok-Lauf der Presse

27. Januar 2016 Keine Kommentare
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Gut, die Überschrift mag „etwas“ übertrieben sein. Aber mal ehrlich, damit entspreche ich doch offensichtlich dem Zeitgeist. Denn gerade auf wdr.de unter dem URL

http://www1.wdr.de/themen/politik/koeln-karneval-terror-100.html

(Man beachte: Karneval + Köln + Terror)

steht in der Headline:

Möglicher Verdächtiger stellt sich der Polizei

Der Mann ist in den Baumarkt gegangen und hat was völlig legales gemacht. Etwas das sich im Rahmen von „Dual Use“ vielleicht auch in etwas illegales verwandeln läßt. Das läßt die Polizei aufhorchen.

Aber wird er verdächtigt eines Straftat begangen zu haben? Soweit ich das sehe nicht. Warum also sollte er sich „stellen“ wenn er so nett ist sich zu melden(!) nachdem man eine möglicherweise völlig überzogene Suche nach ihm gestartet hat?

Und warum nennt man ihn „Möglicher Verdächtiger„? Spontan denke ich, dass auch ich ein möglicher Verdächtiger bin. Oder jede Person die mein Blog liest.

Ehrlich WDR, was soll denn das? So eine blöde Überschrift und dann so ein reißerischer URL? Quote um jeden Preis?

Wenn Ihr die BILD wärt, ich würde es verstehen. Aber von Euch erwarte ich da eigentlich was anderes.

(Übrigens ein scher schönes Beispiel warum man sich ggf. überlegen sollte in Geschäften mit flächendeckender Kameraüberwachung unverkleidet einzukaufen. Ein vager Verdacht eines Mitarbeiters und schon wird öffentlich mit Bildern nach einem gefahndet. Was das für Auswirkungen haben kann, muss ich Euch wohl kaum erklären.)

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Gut, dass wir nicht paranoid sind.

21. Januar 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Ich lese manchmal Nachrichten und wünschte mir, dass es Enten wären. Ich möchte aufwachen und feststellen, dass alles nur ein wirrer Traum war.

So wie heute morgen, als ich beim Spiegel folgendes las:

Ein zehn Jahre alter muslimischer Junge aus der englischen Grafschaft Lancashire ist von der Polizei befragt worden, weil er in einem Schulaufsatz schrieb, er lebe in einem „Terroristenhaus“. Das berichtet die BBC. Der Junge habe sich verschrieben und eigentlich Reihenhaus gemeint („terraced house“ statt „terrorist house“).

Die Lehrer hätten das nicht als Schreibfehler erkannt und den Jungen daher den geltenden Anti-Terror-Gesetzen zufolge der Polizei gemeldet. Der Counter-Terrorism and Security Act 2015 fordert Lehrer auf, Verdächtiges zu melden.

Laut BBC befragten Ermittler den Sohn und untersuchten einen Computer im Haus der Familie.

Das ist so dermaßen absurd, dass man zunächst glauben möchte, dass sich das gar nicht zugetragen haben könnte. Das das gar nicht sein kann, ich meine weder kann man so bescheuert sein, noch kann eine zivilisierte Gesellschaft so denunziatorisch werden und so panisch in ihrer Angst, dass selbst kleine Kinder nicht mehr außen vor gelassen werden.

Leider aber erinnert mich die Nachricht an eine von vor wenigen Tagen, als ich bei der Washington Post folgendes las:

A 10-year-old girl received a pat-down in a North Carolina airport after she left a Capri Sun juice pouch in her bag, according to her father, who filmed the incident and posted footage on YouTube.

Sehr schön übrigens die Erklärung, man habe ja nur Regel befolgt:

But a TSA spokesman said that the pat-down followed agency guidelines.

Ich meine, mal ehrlich und unter uns: Bin ich wirklich der einzige, den das massivst beunruhigt, was gerade passiert? Und nein, es ist nicht der Terrorismus, vor dem ich hier Angst habe. Es ist unsere Bereitschaft, vor einer selbst geschaffenen Angst zu kapitulieren und alle Werte über Board zu werfen – für eine vermeintliche Sicherheit vor einem vermeintlichen Feind.

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Feinstaub-Schizophrenie :-)

18. Januar 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Irgendwie ist das schon kurios.

Stuttgart, da wo man alte und wirkungsvolle Bäume fällt für einen Bahnhof den niemand will, muss bereits heute Feinstaubalarm ausrufen.

Natürlich wird als aller erstes wieder über irgendwelche Verbote diskutiert. Denn wenn wir was gut können, dann verbieten. Wir könnten statt dessen natürlich auch den ÖPNV stärken: Zwar sind Busse deutlich stärkere Verschmutzer, aber auf die Menge der Fahrgäste gerechnet könnte es Sinn machen. Aber ÖPNV… ach ich sag mal:

… schwierig 😉

Wobei es in der Theorie halt auch wieder einfach wäre: An Tagen wie heute kostenloser ÖPNV. Wenn man dann allerdings schon am Limit ist, ist das natürlich auch keine Hilfe. Pendler auf nach 9 Uhr verschieben ist ja auch eher semi.

Gut Arbeitgeber könnten endlich mal ernsthaft überlegen ob Heim- / Telearbeit nicht eine Win-Win-Lösung wäre. Mehr Zufriedenheit bei den Arbeitnehmern, höhere Produktivität für die Firma und weniger Umweltbelastung durch wegfallende Pendlerfahrten.

Auch die Politik könnte was machen, in dem sie zum Beispiel mal schaut wieso in den Niederlanden und Dänemark eigentlich so viele Menschen mit dem Rad fahren. Oder mal nach Österreich schauen, wo es bis zu 25% Zuschuss für den Kauf eines Lastenrades gibt.

In dem Kontext könnte man dann auch gleich über Städteplanung nachdenken und die Frage stellen, ob immer noch der PKW-Verkehr das Leitmotiv für Verkehrsplaner sein sollte.

Aber das wäre wenig Deutsch. Statt dessen lamentieren wir und klagen andere. Dann hat man am Ende vielleicht ein Urteil und vielleicht macht man wieder Symbolpolitik zu Gunsten der Autobauer.

Aber eine nachhaltige Lösung sieht doch irgendwie anders aus.

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Amalthea

14. Januar 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Ich bin ein Bücherwurm. Und ich liebe lange Bücher, gerne auch gut gemachte Hörbücher. SciFi ist durchaus ein Genre das ich mag und so dachte ich, ich schaue mir mal Amalthea an. Als Hörbuch schlappe 34,5 Stunden Hörgenuss. Soweit die Theorie.

Die Realität derweil sah leider anders aus. Nämlich so, dass ich nach gut 7 Stunden das Hörbuch genervt vom Gerät gelöscht habe. Und bei 7 Stunden behaupte ich mal, dass ich dem Buch wirklich eine Chance gegeben habe.

Eine Chance die der Autor gleich dreifach nicht verdient hatte.

Zu aller erst ist das Buch erstaunlich langweilig. Man kann sich nicht mit den Charakteren richtig identifizieren und alle sind irgendwie… austauschbar. Nebensächlich. Da helfen auch die Liebesgeschichten im All oder unter Senioren nicht. Es ist einfach flach.

Das zweite Problem ist das der Autor bestimmte Dinge wohl gelernt hat und viel zu häufig anbringt. Wie die unterschiedlichen Umlaufbahnen, die ca 1 Million mal genannt werden wollen. Und bestimmte Dinge die immer und immer wieder mit der gleichen Erklärung vorgestellt werden, wie Radio-Isotropen-Generatoren die kontinuierlich Wärme… aber ich schweife ab.

Das dritte Problem ist dann, dass die Geschichte nicht voran kommt, weil sich der Autor ständig in irgendwelchen absolut nebensächlichen Nebengeschichten verliert, die die Handlung nicht voran treiben.

Und so war dann heute morgen im Zug der Entschluss gefallen, dass mir meine Lebenszeit zu schade ist, um noch mal weitere 28h mit dieser Geschichte zu verschenken.

Vielleicht bin ich aber auch einfach nicht der richtige Leser gewesen.

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Die Welt als Terror-Tollhaus

13. Januar 2016 3 Kommentare
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Es ist kaum auszuahlten – und so bizarr vorhersehbar. Scheinbar gesteuert von einer derzeit herrschenden Allmachtsphantasie wird alles und jeder genutzt, um mehr Überwachung, mehr Krieg, mehr irgendwas durchzusetzen. Und die Muster sind immer die gleichen:

In Paris will ein mit einem Messer(!) bewaffnerter Mann in eine Polizeistation und wird wenig überraschen erschossen. Gut, eigene Schuld, bitte die Geschichtsbücher schließen, der Typ war irre. Auf die eine oder andere Art und Weise.

Heute aber muss er ein Terrorist sein.

Und welch glückliche Fügung, dass er angeblich eine SIM-Karte aus Deutschland im Handy hatte. Denn das rechtfertigt doch sofort wieder den Ruf nach der Vorratsdatenspeicherung. An deren Daten endlich auch die Geheimdienste wollen. Wann sie wollen. Natürlich sind hier die Hardliner der CDU ganz vorne. Aber als ob die SPD nenneswert dagegen halten würde :-/

Dabei alleine bleibt es nicht. Denn sofort wird in Recklinghausen jeder Flüchtling mit dem „Attentätter“ über einen Kamm geschert. Und man nennt das euphemistisch „Sicherheitsabfrage zu jedem Flüchtling„. Ich nenne das Racial Profiling.

Und kaum kommt es zu einem Attentat in Istanbul ist sofort klar: Es muss ISIS gewesen sein. Logisch, damit hat die NATO den perfekten Grund in sich noch militärischer zu geben. Für die USA wären jetzt schon alle Hemmungen gefallen.

Dann noch Deutsche unter den Toten? Das wird ja immer „besser“. Und schon titelt sogar der öffentlich rechtliche Rundfunk leicht panisch-paranoid „Selbstmordattentat in Istanbul – Gezielter Angriff auf Deutsche?“ und man fragt sich: wozu?

Muss hier ein äußerer Feind gestärkt in die Wahrnehmung, damit wir unsere internen Probleme vergessen? Zum Beispiel die Welle von politisch rechts motiviertem Terror der gerade über unser Land zieht?

Während dessen wird darüber diskutiert ob und wann man die Nationalität von Straftätern veröffentlichen soll. Könnten wir uns vielleicht darauf einigen, dass Nationalitäten und Religionen keine Straftaten direkt begehen, sondern Menschen? Es ist doch vollkommen egal, ob ein Deutscher, Niederländer, Türke oder Syrer eine Straftat begeht: Die Strafe muss für alle die gleiche sein, im gleichen Rechtsraum. Und der einzige Grund die Nationalität oder Abstammung zu nennen ist doch einen bestimmten Eindruck forcieren zu wollen.

Ähnlich schwachsinnig wie „unter den Toten 6 Deutsche, davon 2 Frauen und ein Kind“. Ein Toter ist ein Toter. Ein tragischer Verlust. Der nicht mehr wert wird, wenn er ein bestimmtes Alter, Geschlecht oder eine Nationalität hat. Es ist völlig egal ob ein Syrer in der Türkei Deutsche getötet hat: ein Täter hat eine abscheuliche Tat begannen bei der Menschen ums Leben kamen. Punkt.

Könnten wir uns also vielleicht alle wieder ein wenig beruhigen? Wieder vor der eigenen Tür kehren? Und aufhören uns ständig irgendwelche Feindbilder (Der Syrer, Der Afrikaner, Der Moslem, Der Katholik) zu bauen?

Einfach mal wieder… wie intelligente und vernunftbegabte Menschen handeln?

Denn wo das endet, wenn wir es nicht schaffen, sieht man sehr schön in den USA. Wo jetzt der falsche Name schon verhindert, Computerspiele spielen zu können.

Wenn die Wahrheit nur die halbe Wahrheit ist

5. Januar 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Besonders in der Politik muss man oft nicht auf das achten was man lesen kann – sondern vor allem auf das was man nicht liest. Das kann man gerade wieder besonders schön sehen.

Gestern berichtete (auch) derWesten über Quecksilber in den Abgasen der Kohlekraftwerke und der Forderung der Grünen nach strengeren Grenzwerten:

Stein- und Braunkohlekraftwerke schädigen nicht nur das Klima, sie stoßen auch gesundheitsschädliche Gifte wie Quecksilber aus. Nach einer Studie, die die Grünen-Bundestagsfraktion in Auftrag gegeben hat und die dieser Zeitung vorliegt, bliesen die 53 deutschen Kohlemeiler im Jahr 2013 rund sieben Tonnen Quecksilber aus. „Es ist technisch möglich, den Quecksilberausstoß von Kohlekraftwerken zu reduzieren, das muss endlich passieren“, fordert der Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer. (…)

Moderne Filtertechnik könne helfen, rund 85 Prozent der Giftwerte großer Braun- und Steinkohlekraftwerke zu vermeiden, meinen die Hamburger Forscher. „Alles andere ist gesundheits- und umweltpolitisch grob fahrlässig“, sagte der Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer. „Deutschland ist mit Griechenland und Polen der traurige Spitzenreiter bei der Quecksilberfreisetzung in Europa.“ Der Politiker forderte die Bundesregierung auf, ähnlich strenge Emissionswerte wie in den USA einzuführen.

Und heute geht die Steag Voerde direkt in Verteidigungshaltung in auf derWesten liest man:

Zu der Forderung, die strengeren amerikanischen Grenzwerte sollten eingeführt werden, erklärt ein Pressesprecher der Steag, die die Kohlekraftwerke in Voerde betreibt: „Steag-Kraftwerke halten sowohl die derzeitigen als auch die ab 2019 verschärften Grenzwertvorgaben bereits heute ein.“ Der derzeit in Deutschland geltende Grenzwert von 30 Mikrogramm pro Kubikmeter werde eingehalten. Ab 2019 soll ein Grenzwert von zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gelten. Für das Kraftwerk West wurde im Jahresmittel 2015 ein Quecksilber-Emissionswert von 1,68 bzw. 2,18 Mikrogramm/Kubikmeter erreicht und für das Kraftwerk Voerde ein Wert von 1,71 bzw. 1,92.

Das ist natürlich Augenwischerei. Denn es ging nicht darum das die aktuell geltenden Grenzwerte nicht eingehalten werden – sondern das die erlaubten Grenzen viel zu hoch sind.

Denn über das Jahr setzt die Steag Voerde derzeit fast 120 kg Quecksilber frei. (Selbe Quelle wie zuvor)

Natürlich kann man sich hinstellen und sich gut fühlen wenn man sagt: 30 Mikrogramm sind erlaubt, bei uns sind es keine 3. Dann darf man sich aber nicht wundern, wenn man nicht ernst genommen wird.

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01.01.2016 – wir werden alle stöööörben

1. Januar 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Frohes Neues.

Und was für ein Neues! Es geht nämlich genau so absurd weiter, wie das Alte aufgehört hat. Denn nachdem kurz vor Silvester bereits in Berlin die Terrorpanik ausbrauch und Brüssel gleich die ganze Party absagte, geht die Krone für den Terroralarm des neuen Jahres eindeutig an München.

Man kann es Bayern nicht verübeln, schließlich will man da ja immer mitspielen, wenn es um große Neuigkeiten geht. Warum also nicht auch im allgemeinen Terrorwahn. Auch wenn die ganz konkrete Terrorgefahr, die sofortiges Handeln erforderte, dann doch eher nicht so wirklich da war:

Die Gefahrensituation ist so groß wie vor dem abgelaufenen Jahreswechsel, also entsprechend der des internationalen Terrorismus. Das bestätigte Joachim Herrmann im Rundschau extra im Bayerischen Fernsehen. Ähnlich äußerte sich zuvor der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä. Konkrete Anschlagspläne gebe es derzeit nicht mehr. Dennoch sind noch 100 weitere Einsatzkräfte vor Ort, insbesondere in der Innenstadt Münchens und den Bahnhofsbereichen (Hauptbahnhof und Pasinger Bahnhof).

Quelle: BR

Wenn ich das richtig verstehe, kam von den Amierkanern der Hinweis, dass möglicherweise eine Gruppe von mehreren oder wenigeren einen Anschlag oder auch nicht an Silvester oder auch nicht in München oder auch nicht geplant habe. Das ganze scheint Euch unlogisch? Nur ein bisschen, denn die Informationen sind so konkret, dass man die Verdächtigen identifizieren kann – aber gar nicht weiß ob es sie überhaupt gibt:

Laut Polizei konzentrieren sich die Ermittlungen auf fünf bis sieben mögliche Täter. Zwar hat die Polizei genügend Hinweise, um einige dieser Verdächtige zu idenfizieren – es ist jedoch noch nicht einmal klar, ob es diese Personen überhaupt gibt. Sie sollen aus Syrien und Irak stammen.

Quelle: SZ

Erinnert das noch irgendwen an die Geschichte vom Hirtenjungen und dem Wolf?

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Frohes Neues

1. Januar 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Willkommen in 2016

Ne ehrlich: Neues Jahr und neues Glück. Die guten Vorsätze gibt es natürlich auch, dazu gehört unter anderem hier wieder mehr zu bloggen, aber auch in meinem Fahrrad– und meinem Geocaching-Blog. Themen wird es genug geben, da bin ich sicher.

Außerdem möchte ich dieses Jahr mal die ganzen Absurditäten sammeln und am Ende des Jahres einen „richtigen“ Jahresrückblick schreiben zu können. Das wird bestimmt lustig :-)

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Von Steuern, Geschenken und der FDP.

27. November 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Gestern schrieb ich ja hier was über das Thema Steuern. Das griff dann einer der Söhne unseres FDP-Ratsherren Benninghoff direkt auf und schrieb auf Facebook:

Bildschirmfoto 2015-11-26 um 18.39.48

Drehen wir die Frage doch einfach mal um: Was wäre denn, wenn wir keine Steuern hätten? Also niemand einen Beitrag für das Gemeinwohl leistet?

In dem Kontext ist mir aufgefallen, dass die FDP – wenn ich mich recht erinnere – am Mittwoch im Rat gegen alle Steuererhöhungen gestimmt hat. Das hat vermutlich was mit Adam Smith zu tun und der unsichtbaren Hand des Marktes, die uns alle reich und glücklich macht.

Das aber erinnerte mich dann wieder an die KAB-Diskussion, als mir aus dem FDP-Lager zugerufen wurde, Voerde solle sich von seinem Tafelsilber trennen, unter anderem unseren „Wasserwerken“. Gemeint ist vermutlich die WVV, der ich ja angehöre.

Mal ganz abgesehen von der Frage ob erstens Trinkwasser privatisiert gehört und zweitens ob man die WVV verkaufen sollte, kann man ja mal grundsätzlich die Motivation der FDP zu solchen Forderungen hinterfragen.

Denn es scheint sich ja nicht nur um klassischen Wirtschaftsliberalismus im Sinne von Smith zu handeln. Ein Indiz, dass hier die „unsichtbare Hand des Marktes“ eigentlich eine Hand ist, die der FDP zu Vorteil gereicht ist die Privatisierung von Krankenhäusern. Eine kurze Google-Suche ergibt: Jupp, wie erwartet ein FDP-Thema (1, 2, 3). Und in Verbindung damit: Abgeordnetenwatch berichtet von einem warmen Geldregen für die FDP – mit Verbindung zur Helios Gruppe, dem größten Betreiber privater Kliniken.

Wenn jetzt also die FDP Voerde, nicht nur durch die Familie und den  Ratsherren einen Verzicht auf jede Steuer oder -erhöhung  fordert, zu gleich auch den Verkauf des Voerder Tafelsilbers… dann sollte man vielleicht ganz genau hinauschauen und die Motivation hinterfragen.

Meiner Meinung nach kann die Motivation nicht das Allgemeinwohl sein. Aber vielleicht verstehe ich das auch alles nur nicht richtig.

Wahrheit ist oft mehr als ein Satz.

26. November 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Kennt Ihr das? Man hat so eine abgrundtiefe Abneigung gegen jemanden, dass man schon hyperventiliert, wenn man nur im gleichen Raum ist? Und natürlich möchte man so jemandem vor das Schienenbein treten. Wann immer sich die Möglichkeit bietet. Und auch dann, wenn sie sich nicht bietet.

Dabei kann man natürlich auch schon mal kreativ werden. So wie ein wohlbekannter Voerder, der bei der letzten Kommunalwahl als Einzelkandidat gescheitert ist. Dann schreibt er schon mal in seinem Blog:

Da versteigert sich der Fraktionssprecher der Grünen, Stefan Meiners, zu der These, dass jeder Politiker, der gegen die Erhöhung der Grundsteuer in Voerde stimmen würde, gegen das Wohl seiner Stadt stimmt.

Kann man machen.

Dummerweise ist halt das Auslassen von Textstellen auch eine Form der Manipulation. Denn in dem zitierten Absatz steht:

„Wenn wir das heute nicht hinbekommen, dann haben wir viele Jahre in Voerde das Problem, überhaupt noch etwas machen zu können“, konstatierte Stefan Meiners. Der Grünen-Fraktionssprecher hielt jedem, der gegen die Maßnahme votiere, vor, „gegen das Wohl“ der Stadt zu stimmen.

Quelle: 151126_NRZ_Grundsteuer

Und offensichtlich liege ich ja gar nicht so falsch, weil sich meiner Ansicht 38 von 41 Ratsmitgliedern angeschlossen haben und die Steuererhöhung somit 39 zu 2 beschlossen wurde. Und würden die CDU und andere nicht viel lieber gegen die Grünen stimmen? Darauf könnt Ihr wetten. Allerdings dürften eigentlich alle Mitglieder des Stadtrates verstanden haben, um was es wirklich ging. Und warum die Entscheidung leider unmöglich anders ausfallen konnte.

Möglicherweise ist aber gerade die Fähigkeit komplexe Sachverhalte auch komplex zu betrachten und nicht auf einzelne Polemiken zu reduzieren ein Grund, warum der eine im Stadtrat sitzt. Und der andere halt nicht.

 

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Und mal völlig davon abgesehen: Es ist gerade der Sinn der Steuern damit die Dinge zu finanzieren in deren Genuß dann der Bürger kommt. Ohne Steuern kein Gemeinwesen, keine Infrastruktur und keine öffentliche Kultur.

Durchgangslager Westerbork

10. November 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Gestern Abend fand im Gymnasium Voerde anlässlich des 77. Jahrestages eine Veranstaltung mit Eva Weyl statt. Die Veranstaltung stand dabei unter dem Titel: „Damit ihr es nicht vergesst„.

Eva Weyl ist eine der Überlebenden des Durchgangslager Westerbork, von dem ich ehrlich gesagt noch nie gehört hatte. Und was sie zu erzählen hatte, ist wirklich so bedeutend, dass man es nicht vergessen wird. Denn sie hat nicht nur mit dem erhobenen Zeigefinger referiert. Sondern sie hat versucht zu zeigen, wie sie als kleines Mädchen (sie war 6) den „Umzug“ ins Lager und das Leben dort erlebt hat.

Dabei ist Westerbork nicht mit Auschwitz zu vergleichen – war aber ein Baustein in der Kette der Vernichtungsmaschinerie der Nazis. Was mich dabei am meisten beeindruckt hat war, wie Juden selbst duch geschicktes Social Engeneering dazu gebracht wurden, sich selbst zu bewachen und zu organisieren.

„Es waren nur ganz selten Nazis im Camp.“

Dabei ist überraschend, dass Frau Weyl durchaus auch humorige Elemente einbaut. Wer also einen Vortrag nur über Leid und Tod erwartet hat, der war falsch. Wer aber einen Vortrag ohne Tiefe erwartet hat, der auch.

Denn hinter der „lockeren“ Atmosphäre und dem fast schon entspannten Umgang mit dem Thema verbargen sich einige sehr tiefgehende Fragen. Fragen danach wie es dazu kommen konnte, dass tausende Menschen sich mit einer Situation abfanden vor dem Hintergrund des „so schlimm wird es schon nicht werden“. Wie es sein konnte, dass Juden Juden verrieten.

Aber auch, und das ist das eigentlich erschreckende, wie viele Parallelen sich zu den „Registrierzentren für Flüchtlinge“ ziehen lassen. Natürlich planen CDU und SPD nichts in der Art von Westerbrock. Aber es ist erschreckend, wie fließend die Grenzen zwischen legitimen Interessen und unmenschlichem Handeln zu sein scheinen.

Vor allem vor diesem Hintergrund ist es natürlich besonders schade, dass die Fraktionsvorsitzenden der CDU, SPD aber auch der PDL Frau Weyl gester nicht ihren Respekt durch Anwesenheit gezollt haben.

Ich bin heute, gut 12h später, immer noch nicht so richtig in der Lage in Worte zu fassen was da gestern eigentlich passiert ist. Denn auch ich neige dazu, zu stark in Schwarz (böse Nazis) und Weiss (gute Menschen heute) zu denken. Und vergesse die Zwischentöne.

Dafür habe ich wieder gemerkt, wie wenig ich im Endeffekt über unsere Vergangenheit weiß. Und das obwohl ich Wissen normalerweise aufsauge wie ein Schwamm. Und das wiederum führt mich zu dem Gedanken das ich hoffe, dass das Wissen der verbliebenen Augenzeugen gut aufgezeichnet und der Welt zugänglich gemacht wird.

Denn nur wenn wir begreifen, wie es zum Holocaust gekommen ist, können wir lernen bessere Menschen zu sein.

Und ich wünsche jedem PEGIDA-Mitläufer die Gelegenheit, ein Mal eine Augenzeugin wie Eva Weyl zu hören. Wer das macht, wer sie sieht und hört und ihre Gegenwart erlebt, der kann nicht mehr gegen Asylbesucher auf die Straße gehen. Völlig ausgeschlossen.

Wer schmuggelt denn noch Drogen, Waffen, Menschen oder Tiere?

3. November 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Das ist alles so Neunzehnhundertachziger. Ehrlich. Echte Helden schmuggeln nur den richtig heissen Scheiss.

Wie Kinderüberraschungseier.

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Lieber besorgter Bürger!

31. Oktober 2015 Kommentare ausgeschaltet
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Nein nein, liebe Leser. Es geht nicht um Asylbewerber. Es geht um das Dauerthema in Voerde, die Sparkassenfusion. Alle die nix mit Voerde zu tun haben, dürfen jetzt also weglesen.

Mich erreicht in meiner Funktion als Fraktionssprecher der Grünen in Voerde heute ein Brief eines anonymen, aber besorgten Bürgers. Eine Seite Anschreiben und 2,5 Seiten Durchschrift eines Schreibens, dass er an die Presse gesteuert hat. Die zu seinem Bedauern nicht reagiert hat.

Das Schreiben beginnt mit dem Hinweis, dass man anonym bleiben müsse um seine Quellen zu schützen. Das ist verständlich. Der Hinweis, es lägen sogar noch weitere Informationen vor, macht natürlich neugierig.

Dummerweise folgen sodann ausschließlich Fragen: Warum dieses, warum jenes, wurde hier oder hat man dort. Alle Fragen sind dabei bereits entweder beantwortet oder sie wären recht leicht zu beantworten.

Der ganze Brief läßt mich etwas ratlos zurück. Ich meine, welchen Informationsgewinn soll ich aus so vielen Sätzen ziehen, die fast immer mit einem ‚?‘ enden? Und beantworten durch Sätze mit einem ‚.‘ oder ‚!‘ kann ich das ja auch nicht, weil das Schreiben ja anonym ist.

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An dieser Stelle greift dann die einzige Analogie zu den PEGIDA-Besorgten: Meine völlige Ratlosigkeit: Was will man mir hier sagen?

Lieber Anonymer,

vielleicht rufst Du mich einfach mal an oder enttarnst Dich anderweitig. Dann kann ich auch versuchen Dir Deine Fragen zu beantworten und Dir Deine Sorgen zu nehmen oder sie zu verringern. Ich verspreche Dir auch, dass ich nach den journalistischen Grundsätzen dieses Blogs Deine Identität mit ins Grab nehmen werde.