Archiv

Archiv für die Kategorie ‘ökologisch’

E-Auto-Prämie hilft dem Klima gar nicht? Nein, jetzt bin ich aber überrascht m(

2. August 2016 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Ich weiß gerade nicht ob ich lachen oder weinen soll.

Von Anfang an bin ich ja erklärter Gegner der Prämie für E-Auto-Käufer. Nicht nur, weil ich es für eine verfehlte Politik halte, sich nur auf den PKW-Verkehr zu beschränken, z. B. durch Ausschluss von eBikes.

Sondern vor allem, weil ich der festen Überzeugung bin, dass das nach der Abwrackrpämie der zweite Anlauf ist, der Autoindustrie was Gutes zu tun. Sie dafür zu belohnen, dass sie sich nicht auf E-Mobilität konzentriert und ihr zu helfen, ihre Ladenhüter los zu werden.

Und jetzt, wenig überraschend, muss das Bundesverkehrsministerium unter CDU-Führung einräumen, was nicht nur die Spatzen schon längst von den Dächern pfiffen:

Das milliardenschwere Förderprogramm, mit dem die Bundesregierung Deutschland zum elektromobilen Musterland machen will, trägt den Namen „Umweltbonus“. Wer dachte, dass die Regierung damit die Luftqualität in Städten verbessern möchte, sieht sich nun leider ent- beziehungsweise getäuscht: „Der Absatz von circa 300.000 Elektrofahrzeugen alleine hat auf die Reduktion von Luftschadstoffen einen geringen Einfluss“. So lautet die überraschend ehrliche Antwort von Dorothee Bär (CSU), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag.

Quelle: Tagesspiegel

Das Schlimme an der Antwort ist doch, dass sie völlig logisch ist. Und die einzige Überraschung wohl wirklich die Ehrlichkeit von Bär ist.

So lange wir nicht darüber nachdenken, den PKW-Verkehr so zu gestalten, dass die Menschen jedes Mal bewußt FÜR das Auto eine Entscheidung treffen müssen, wird sich am PKW-Verkehr wenig ändern. So lange die Politik in Berlin weiter mehr und größere und schnellere Straßen für ein probates Mittel hält, wird sich ebensowenig ändern.

Ändern könnte sich was, wenn man Programme zur gemeinsamen Nutzung von Fahrrad und Bahn/Bus für Pendler auflegt, die über das bisherige Job-Fahrrad hinaus gehen. Ändern könnte sich was, wenn man den innerstädtischen Verkehr stark aus der PKW-Fokussierung in Richtung ÖPNV/Fahrrad schiebt. Wenn man endlich mal die Dreckschleudern namens „Frachtschiffe“ und „Kreuzfahrtschiffe“ ins Visier nehmen würde.

Aber das würde ja was ändern. Das war hier von vornherein nicht gewollt. Hier wollte man VW und Co einen Gefallen erweisen. Zumindest der Teil ist allerdings auch in die Hose gegangen, was mich ein bisschen schadenfroh sein lässt.

Kategorienökologisch, ökonomisch, politik Tags:

Klimawandel gestoppt! Erde gerettet! Alles wird gut!

13. Juli 2016 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Manchmal liest man ja Artikel und möchte sich anschließend die Augen mit Chili und Tabasco auswaschen. So wie bei diesem tollen Artikel auf MotherJones: Die republikanischen Genies in den USA haben einfach mal eben Kohle zu einem sauberen Energieträger erklärt.

After a unanimous vote on Monday, the RNC’s draft platform officially declares coal „an abundant, clean, affordable, reliable domestic energy resource.“

Man möchte das nicht glauben.  Andersherum hat man leider mittlerweile überhaupt keine Probleme mehr genau das zu glauben. Und es läßt mich ernsthaft daran zweifeln ob wir es schaffen, den blauen Planeten zu erhalten.

Kategoriengedanken, ökologisch Tags:

Irgendwas stimmt doch da nicht…

16. Mai 2016 2 Kommentare
No Gravatar

Die nächste Kanada-Reise steht (endlich) an. Und ich checke im Moment regelmäßig die Flugpreise. Weil: Direktflüge zu den Zielen gibt es wenige und die sind teilweise recht teuer. Ich brauche zwei unabhängige Flüge (nach Montreal und von Vancouver), beides bitte ohne Stop-Over. Denn mit wird aus 8-9h Flugzeit auch gerne mal >30h.

Tja….

Und während mein „seit immer“-Favorit Air Canada auch schon mal bis zu 2000€ pro Person und Flug aufruft, bin ich heute auf das hier gestoßen:

1 2

Kann mir das mal kurz jemand erklären? Und das ist  _kein_ Last Minute, weil der Flug erst Mitte(!) 2017(!) geplant ist. Das ist der Kurs, den man heute bezahlt, wenn man dann fliegen will. Und die Flughäfen sind mit der Bahn nicht weiter weg von Duisburg (in Zeit ausgedrückt), als Frankfurt am Main.

Ich bin nachhaltig irritiert. Und ernsthaft besorgt. Denn wenn das die Zukunft der Flugpreise ist, dann schaffen wir das mit den Klimazielen wohl kaum…

Kategorienökologisch, ökonomisch Tags:

Wie schnell eine Gesellschaft sich ändern kann

10. Mai 2016 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Die SZ steht ja sicherlich nicht im Ruf, ein grünes Kampfblatt zu sein. Deswegen ist es ein interessanter Hinweis auf eine Veränderung der Gesellschaft, wenn ausgerechnet sie ein Loblied auf Lastenräder schreibt:

Kommt das Lastenfahrrad raus aus der Nische?

Das ist insofern interessant, als das man schon das Gefühl haben kann, dass in den letzten Monaten die Fortbewegung ohne Verbrennungsmotor dramatisch an Aufmerksamkeit gewonnen hat.

Dazu beigetragen hat sicherlich die Diskussion um die Anschaffungsprämie für Elektro-Autos. Insbesondere hier fragen ja zunehmen die Menschen, ob es nicht sinnvoll wäre, diese Prämie eben auch für e-Bikes anzubieten. Gleichzeitig gewinnen Zweiräder auch in der Städteplanung rasant an Bedeutung.

Mit ein bisschen Zweckoptimismus kann man das durchaus so verstehen, dass sich hier die Gesellschaft verändert. Daran mag das gute Wetter seinen Teil haben – denn wer fährt schon gern im Regen Rad. Aber grundsätzlich scheint sich immer mehr auch die Überzeugung durchzusetzen, dass das Auto eben nicht die Lösung aller Probleme ist. Und manchmal sogar mehr Probleme verursacht.

Es wird interessant werden, das Thema „Verkehr in der Stadt“ mal zu beobachten. Denn ich glaube das nicht nur der finanzielle Druck durch immer höhere Kosten die Menschen vom Auto weg treibt. Ich bin fest überzeugt, dass unsere Gesellschaft dabei ist, eine neue Form anzunehmen. In der Ökonomie und Ökologie sich nicht gegenüberstehen und in der neue Formen des Miteinander entstehen. Und der Verkehr scheint hier das Leitmedium zu werden.

Kategoriengedanken, mobile, ökologisch, ökonomisch Tags:

Fracking… was kann da schon schief gehen?

24. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Kategorienökologisch, ökonomisch Tags:

Dinge aus dem All betrachtet

20. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Es gibt Tweets die leitet man gerne weiter.

Und es gibt Tweets, die einem vor Augen halten, was man weiß. Und trotzdem immer wieder verdrängt.

Aktulles Beispiel ist dieser Tweet von Alexander Gerst:

Das machen wir. Die Krone der Schöpfung, wie wir uns gerne nennen.

Danke, RWE

Kategoriengedanken, ökologisch, ökonomisch Tags:

Deutschland. Autoland.

20. April 2016 3 Kommentare
No Gravatar

Irgendwie hält sich ja die Mär vom Autoland Deutschland.

Der freien Fahrt für freie Bürger.

Das wir mittlerweile mehr Fahrräder als Autos besitzen, ist da sicherlich nur eine Randnotiz. Mehr im Mittelpunkt sollte aber schon stehen, dass der MIV (Motorisierte Individual-Verkehr) auch beim Klimaschutz eine Rolle spielt.

Während der Energie-Bereich dank der Eneuerbaren hiere zu einem europaweiten Vorzeigeprojekt wird, ist erfreulich. Ein bisschen Schade ist, dass im Verkehrsbereich noch keine wesentliche Änderung in Sicht ist.

Um genau zu sein ist eigentlich das Gegenteil der Fall:

Was Deutschland braucht ist eine moderne Infrastruktur, die aus der Kombination ÖPNV + Fahrrad + Auto das Maximum heraus holt. Wir brauchen Anreize mit dem Rad zu fahren und wir brauchen einen guten ÖPNV. Das Auto muss das „Letzte Mittel“ sein für alles, was nicht mit dem Rad, Bus und Bahn zu erledigen ist.

Wir brauchen Anreize für Arbeitgeber, Fahrradreundlich zu planen. Das schließt Stellplätze, Duschen und Umkleinen mit ein. Wir brauchen Steueranreize für Menschen die das Rad zur Arbeit nutzen. Ebenso brauchen wir genug Kapazitäten um z. B. bei schlechtem Wetter auch mit dem Rad auf Bus und Bahn ausweichen zu können.

Wir brauchen einen Bund der sich bemüht, den MIV zu reduzieren. Zum Beispiel in dem als Vorreiter (Öffentlicher Dienst) und durch Steueranreize Dinge fördert die Verkehr vermeiden, wie zum Beispiel Telearbeit.

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, die sich mit wenig bis gar keinem Aufwand umsetzen ließen. Das Ziel wäre mannigfaltig: Die Luft wäre besser, die Menschen würden entspannter sein, der MIV würde abnehmen und alle hätten was davon.

Statt dessen aber plant der Bund munter neue Monster-Straßen für noch mehr Autos. Und damit die Autos auch irgendwo her kommen, werden gleich wieder Subventionen für die Autoindustrie geschaffen – auf Kosten aller Steuerzahler.

Das ist dermaßen wenig zukunftsweisend, dass man es schon getrost als modernen Rückschritt bezeichnen kann. Es ist Ausdruck einer Bundespolitik, die das Wohl von VW, BMW, Mercedes; so wie RWE, E-On und Vattenfall im Auge hat.

Das ist keine zukunftsweisende Politik, von der Menschen, Umwelt und Gesellschaft profitieren würden.

Das ist, zusammengefasst, dumm.

 

Kategorienökologisch, ökonomisch, politik Tags:

Verkehrsplanung wie im letzten Jahrtausend

17. März 2016 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Eigentlich, so sollte man meinen, hat sich 2016 herumgesprochen das eine Ausweitung des MIV (Motorisierter Individual-Verkehr) eine Sackgasse ist. Dass es intelligente Lösungen braucht, die verschiedene Verkehrsarten kombiniert. Und vor allem die Nutzung des PKW deutlich reduziert.

In Berlin scheint sich das noch nicht durchgesetzt zu haben. Denn heute kann man lesen, dass der Bund bis 2030 die unglaubliche Summe von 13 Milliarden Euro für…. den Ausbau von Straßen zur Verfügung stellt. Dazu gehört laut derWesten:

  • Sechsspuriger Ausbau der A40 zwischen dem Kreuz Kaiserberg und Essen-Frohnhausen sowie zwischen Bochum-Stahlhausen und dem Kreuz Dortmund-West und zwischen Dortmund-Ost und dem Kreuz Dortmund/Unna.
  • Sechspuriger Ausbau der A52 zwischen Breitscheid und Essen-Rüttenscheid.
  • Ausbau der A3 auf acht Spuren zwischen dem Kreuz Leverkusen und Oberhausen sowie zwischen Königsforst und Dreieck Heumar.

Zwischen Dinslaken und Wesel soll zudem die B8 erneuert und Vierspurig werden.

Warum investiert man so elend viel Geld in den Ausbau des Straßennetzes, statt durch intelligente Investitionen den Nahverkehr zu fördern und die Vernetzung von PKW, Zug und Fahrrad zu fördern? Warum höre ich nicht, dass man auch einen Radschnellweg zwischen Wesel und Duisburg baut, der sich mit einem zwischen Oberhausen und Essen kreuzt? Warum lese ich nicht, dass man durch gezielte steuerliche Entlastung oder andere Anreize die Menschen dazu bewegt mit dem Auto nur noch Teilstrecken (oder gar keine) mehr zu fahren und dafür den Zug, Bus, die Tram oder sonstwas zu nutzen?

Noch mehr Fläche versiegeln? Und wofür? Ich meine, der unfassbare Platzbedarf des MIV ist doch kein Geheimnis. Hierzu gibt es ein sehr eindrucksvolles Bild aus Münster:

fahrradtage-bus-autos-raede

Ehrlich,

diese Art der Verkehrspolitik geht doch so gegen ziemlich alles, was man als Politiker im Fokus haben sollte. Außer vielleicht der Förderung der Automobilindustrie und der Tatsache, dass man in Berlin wohl immer noch glaubt, Alternativen wären in der Autofahrer-Nation Deutschland nicht tragfähig.

Was für ein Irrsinn.

Kategorienökologisch, ökonomisch, politik Tags:

Wirtschaft vs. Umwelt

22. Februar 2016 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Man könnte glauben, sie lernen es nicht.

Müssen wir 2016, nach dem wärmsten Januar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, wirklich noch darüber sprechen wie wichtig Umweltschutz ist? Müssen wir wirklich darüber sprechen, dass es neben „Industrie“ im klassischen Sinne längst Alternativen gibt? Und ist ernsthaft immer noch nicht Thema, dass ewiges Wachstum nicht möglich ist?

Und ich muss hier gar keine Bilder auch China zeigen, um mich über die Wirtschaftsverbände in NRW zu wundern. Denn die, so schreibt derWesten heute, laufen Sturm gegen das neue Umweltschutzgesetz NRW.

Unter anderem:

Maier-Hunke kritisierte dagegen einen „wiederholten umweltpolitischen Alleingang“: So würden die Chancen auf neue Investitionen und Arbeitsplätze massiv gefährdet. Konkret macht die Wirtschaft ihre heftige Kritik an neuen Vorgaben bei Ausgleichsflächen für Neubaumaßnahmen, der Ausweitung von ökologischen Schutzzonen und einem zusätzlichen Prüfaufwand für Unternehmen fest.

Ausgleichsflächen?  Überlegen wir doch mal die hätte man schon vor ein paar Jahren gefordert. Zum Beispiel für Thyssen in Duisburg:

Das Areal der Fa. Thyssen, Screenshot aus Google Earth

Das Areal der Fa. Thyssen, Screenshot aus Google Earth

Natürlich war das damals kein Thema. Und genau deswegen muss es heute mehr denn je Thema sein!

Und auch das Theme „Prüfungen“ und Ökologische Schutzzonen“ ist interessant. Denn was passiert, wenn stark im Sinne der Industrie Politik betrieben wird, kann man wunderbar bei Jüchen sehen:

braunkohle

Und das sind ja nur zwei mehr oder weniger willkürliche Beispiele dafür, dass wir einen modernen Umweltschutz brauchen. Der eben nicht nur das eine oder andere verlangt. Sondern einen fairen Ausgleich schafft: Wenn schon an einer Stelle geaast werden soll, muss dafür an anderer Stelle eben etwas neues entstehen.

Und bevor überhaupt ist die Frage zu stellen: Brauchen wir das? Wollen wir das? Und WIR darf dabei nicht nur die Stimme der Wirtschaftsförderer und der Nutznießer sein. Sondern eben auch die Stimme der Umwelt, die eben ein Umweltminister wir Johannes Remmel zu sein hat.

Kategorienökologisch, ökonomisch, politik Tags:

Georg Schramm trifft den Punkt

21. Februar 2016 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Hach…

wenn ich ein Vorbild hätte, er wäre es:

#EfuerAlle

10. Februar 2016 3 Kommentare
No Gravatar

Als ich gestern bei „It started with a fight“ den Artikel #EfuerAlle gelesen habe, dachte ich: coole Idee.

Und um so mehr ich darüber nachdenke, um so mehr ärgere ich mich, dass ich nicht selbst die Idee hatte. Denn als ich das erste Mal von den 5000€ für Käufer von E-Autos gehört habe, war mir klar wer Nutznießer ist: Besserverdiener und vor allem die Automobilindustrie.

Das ist weder nachhaltig, noch sinnvoll. Geschweige denn klug.

Statt mehr (E-)Autos auf die Straße zu bringen, müsste die Politik endlich anfangen den PKW-Verkehr (und auch die LKW) drastisch zu reduzieren. Auto fahren muss zu etwas werden, dass man nach reiflicher Überlegung macht. Das muss nicht unbedingt durch einen hohen (finanziellen) Druck passieren, sondern es kann eben auch durch Anreize passieren.

Wenn man sich überlegt, was man für 5000€ für ein (E-)Bike bekommt. Selbst für 2500 oder 1000€ könnte man ein gutes Rad, manchmal sogar ein gutes E-Bike bekommen. Und wenn man dann die Arbeitgeber noch motiviert, Umkleideräume und Duschen zur Verfügung zu stellen (z. B. durch Steueranreize) und man Druck auf die Arbeitgeber ausüben würde Heimarbeit zu fördern. Und wenn dann noch die Bahn mitspielt?

Stellt Euch mal vor, viele Büromenschen müssten nicht mehr 5 Tage die Woche zur Arbeit pendeln. Und könnten bei schönem Wetter mit dem Rad fahren und bei schlechtem mit der Bahn. Oder eine Strecke so, eine so. Ich fahre zum Beispiel oft mit dem Zug und Rad zur Arbeit und radel dann zurück.

Wie wäre es also, wenn der Staat nicht Millionen an die Automobilindustrie verschenkt. Sondern über die Kombination Heimarbeit, Steueranreize für Arbeitgeber, Zuschuss für Radkäufer und Ausbau des ÖPNV den PKW-Verkehr dramatisch reduziert?

Würden wir nicht alle am Ende davon profitieren?

Kategoriengedanken, ökologisch, ökonomisch Tags:

Feinstaub-Schizophrenie :-)

18. Januar 2016 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Irgendwie ist das schon kurios.

Stuttgart, da wo man alte und wirkungsvolle Bäume fällt für einen Bahnhof den niemand will, muss bereits heute Feinstaubalarm ausrufen.

Natürlich wird als aller erstes wieder über irgendwelche Verbote diskutiert. Denn wenn wir was gut können, dann verbieten. Wir könnten statt dessen natürlich auch den ÖPNV stärken: Zwar sind Busse deutlich stärkere Verschmutzer, aber auf die Menge der Fahrgäste gerechnet könnte es Sinn machen. Aber ÖPNV… ach ich sag mal:

… schwierig 😉

Wobei es in der Theorie halt auch wieder einfach wäre: An Tagen wie heute kostenloser ÖPNV. Wenn man dann allerdings schon am Limit ist, ist das natürlich auch keine Hilfe. Pendler auf nach 9 Uhr verschieben ist ja auch eher semi.

Gut Arbeitgeber könnten endlich mal ernsthaft überlegen ob Heim- / Telearbeit nicht eine Win-Win-Lösung wäre. Mehr Zufriedenheit bei den Arbeitnehmern, höhere Produktivität für die Firma und weniger Umweltbelastung durch wegfallende Pendlerfahrten.

Auch die Politik könnte was machen, in dem sie zum Beispiel mal schaut wieso in den Niederlanden und Dänemark eigentlich so viele Menschen mit dem Rad fahren. Oder mal nach Österreich schauen, wo es bis zu 25% Zuschuss für den Kauf eines Lastenrades gibt.

In dem Kontext könnte man dann auch gleich über Städteplanung nachdenken und die Frage stellen, ob immer noch der PKW-Verkehr das Leitmotiv für Verkehrsplaner sein sollte.

Aber das wäre wenig Deutsch. Statt dessen lamentieren wir und klagen andere. Dann hat man am Ende vielleicht ein Urteil und vielleicht macht man wieder Symbolpolitik zu Gunsten der Autobauer.

Aber eine nachhaltige Lösung sieht doch irgendwie anders aus.

Kategoriengedanken, ökologisch, ökonomisch Tags:

Wenn die Wahrheit nur die halbe Wahrheit ist

5. Januar 2016 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Besonders in der Politik muss man oft nicht auf das achten was man lesen kann – sondern vor allem auf das was man nicht liest. Das kann man gerade wieder besonders schön sehen.

Gestern berichtete (auch) derWesten über Quecksilber in den Abgasen der Kohlekraftwerke und der Forderung der Grünen nach strengeren Grenzwerten:

Stein- und Braunkohlekraftwerke schädigen nicht nur das Klima, sie stoßen auch gesundheitsschädliche Gifte wie Quecksilber aus. Nach einer Studie, die die Grünen-Bundestagsfraktion in Auftrag gegeben hat und die dieser Zeitung vorliegt, bliesen die 53 deutschen Kohlemeiler im Jahr 2013 rund sieben Tonnen Quecksilber aus. „Es ist technisch möglich, den Quecksilberausstoß von Kohlekraftwerken zu reduzieren, das muss endlich passieren“, fordert der Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer. (…)

Moderne Filtertechnik könne helfen, rund 85 Prozent der Giftwerte großer Braun- und Steinkohlekraftwerke zu vermeiden, meinen die Hamburger Forscher. „Alles andere ist gesundheits- und umweltpolitisch grob fahrlässig“, sagte der Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer. „Deutschland ist mit Griechenland und Polen der traurige Spitzenreiter bei der Quecksilberfreisetzung in Europa.“ Der Politiker forderte die Bundesregierung auf, ähnlich strenge Emissionswerte wie in den USA einzuführen.

Und heute geht die Steag Voerde direkt in Verteidigungshaltung in auf derWesten liest man:

Zu der Forderung, die strengeren amerikanischen Grenzwerte sollten eingeführt werden, erklärt ein Pressesprecher der Steag, die die Kohlekraftwerke in Voerde betreibt: „Steag-Kraftwerke halten sowohl die derzeitigen als auch die ab 2019 verschärften Grenzwertvorgaben bereits heute ein.“ Der derzeit in Deutschland geltende Grenzwert von 30 Mikrogramm pro Kubikmeter werde eingehalten. Ab 2019 soll ein Grenzwert von zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gelten. Für das Kraftwerk West wurde im Jahresmittel 2015 ein Quecksilber-Emissionswert von 1,68 bzw. 2,18 Mikrogramm/Kubikmeter erreicht und für das Kraftwerk Voerde ein Wert von 1,71 bzw. 1,92.

Das ist natürlich Augenwischerei. Denn es ging nicht darum das die aktuell geltenden Grenzwerte nicht eingehalten werden – sondern das die erlaubten Grenzen viel zu hoch sind.

Denn über das Jahr setzt die Steag Voerde derzeit fast 120 kg Quecksilber frei. (Selbe Quelle wie zuvor)

Natürlich kann man sich hinstellen und sich gut fühlen wenn man sagt: 30 Mikrogramm sind erlaubt, bei uns sind es keine 3. Dann darf man sich aber nicht wundern, wenn man nicht ernst genommen wird.

Kategoriengedanken, infos, ökologisch, politik Tags:

Atomausstieg – tja, was soll man sagen?

29. Juli 2015 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

In der Süddeutschen war gestern ein interessanter Artikel zu den „Rückstellungen“ der Big4 für den Rückbau der Atomkraftwerke. Grobes Fazit des Artikels: Ätsch, Pech gehabt.

Im Klartext: Wenn das Geld gebraucht wird, könnte es zum Teil futsch sein.

Sind die Konzerne nicht mehr in der Lage zu zahlen, müssten die Steuerzahler ran.

Tja. Wer überrascht ist, hebe die Hand. Ach, niemand? Dachte ich mir.  Warum auch, es war doch zu erwarten: Nachdem der Steuerzahler Jahre lang über den Strompreis, offene und verdeckte Subventionen den großen Energieversorgern und deren Aktionären eine goldene Zeit verschafft hat – da ist es doch nur logisch, dass der gleiche Zahlmeister jetzt für eine gute Exit-Strategie sorgt.

Allerdings wäre es falsch, hier allein RWE und Co anzugehen. Denn die Regierungen der letzten Jahrzehnte haben das Spiel ja nicht nur mitgespielt, sie haben in wesentlichen Teilen auch die Regeln bestimmt. Unter anderem eben die, die dafür sorgten das die „Rücklagen“ gar nicht zurück gelegt werden mussten.

Und demnächst in diesem Theater: Überraschte Politiker, die wenn sie das doch nur gewußt hätten, jetzt aber dafür sorgen, dass sich soetwas nicht wiederholt. Finde den Fehler.

Georg Schramm sagt mal kurz an, was ist…

8. Juli 2015 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Eigentlich geht es um Strom. Aber dann auch um Umweltschutz, Krieg und Griechenland. Ein schönes Beispiel dafür, warum es Schade ist, dass nicht er Bundespräsident wurde….

 

 

Wirklich schade, dass er auch kein Kabarett mehr macht…

Kategorienökologisch, ökonomisch, politik Tags: