Das BVerfG und die Merkelsche Realität
Jetzt ist es wieder passiert:
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) erklärt mal wieder(!) die Politik von CDU und FDP als nicht mit der Verfassung vereinbar: Mehr…
Jetzt ist es wieder passiert:
Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) erklärt mal wieder(!) die Politik von CDU und FDP als nicht mit der Verfassung vereinbar: Mehr…
Was genau stimmt eigentlich nicht in unsere Gesellschaft, wenn Politiker der EU sehens die Bevölkerung ins Unheil schicken? Und nicht sofort Zehn- und Hundertausende auf der Straße sind, um sich dagegen Gehör zu verschaffen?
So wie mit der Planung, dass demnächst nur noch zertifiziertes Saatgut verwendet werden darf? Mehr…
Aus dem Bereich Kreis Wesel pendeln viele Menschen morgens in die großen Städte zur Arbeit.
Gut angebunden ist dabei die Schiene Oberhausen – Duisburg – Düsseldorf – Köln/Mönchengladbach. Das ist auch für mich schön, fahre ich doch oft morgens mit dem Zug von Voerde nach Duisburg, um dann von dort mit dem Rad wieder nach Voerde zu pendeln.
Jetzt gibt es aber vermutlich fast genau so viele Menschen, die aus unserer Region nach Essen oder Mülheim a. d. R. pendeln.
Dazu fährt man Morgens von uns bis Oberhausen Hauptbahnhof und wenn alles klappt, fällt man am selben Gleis gegenüber in die S2,die zwischen Solingen und Oberhausen pendelt und dabei über Mülheim und Essen fährt. Das ist schon recht praktisch.
Abends sieht das leider anders aus, weil da die Anschlüsse nicht unbedingt passen. Erst eilt man durch den wenig gastlichen Bahnhof Oberhausen um dann am zugigen Gleis auf den Anschluß zu warten.
Wenn man jetzt mal betrachtet, wie viele Menschen morgens von uns kommend in die S2 steigen und Abends umgekehrt wieder in den Kreis wollen, ist da nicht die logische Folgerung zu fragen, ob der VRR die S2 nicht einfach bis Wesel verlängern kann?
Die Bahn macht gerade eine Fahrgastzählung in unserem Bereich und mein Bürgermeister hat mir versprochen, die Zahlen zu besorgen. Denn die Städte entlang der Bahnstrecke könnten politisch sehr wohl auch auf den VRR einwirken, sich das mal zu überlegen und ich habe mit “meinen Grünen” vor, hier einen Vorstoß zu wagen. Bei der SPD gibt es dafür durchaus ebenfalls Sympathien und ich glaube, die anderen Parteien dürften auch nicht abgeneigt sein.
Zudem will die Bahn ja eh mittels Blockverdichtung die Menge an Zügen erhöhen, die durch Voerde brausen. Da kann man dann eigentlich auch mal was für die Pendler machen. Ich meine, außer jedes Jahr die Preise zu erhöhen
Und vielleicht kriegt man so ja noch den einen oder anderen neuen Fahrgast dazu, sein Auto mal stehen zu lassen…
Gut im Gedächtnis sind noch die Warnungen der Energiewirtschaft, dass die Energiewende und der Ausstieg aus der Atomenergie die Versorgungssicherheit in Deutschland gefährden könnte.
Von Ausfällen der Stromversorgung bis zum Untergang der Zivilisation schien kein Szenario zu absurd, den Menschen Angst zu machen. Doch wie sieht die Realität aus?
Die Realität sieht so aus, dass wir in 2012 fast vier Mal (!) so viel Strom noch exportieren konnten, wie in 2011 – also nicht selbst verwenden mussten und mit Gewinn ans Ausland abgaben:
Deutschland hat trotz der Stilllegung von acht Atomkraftwerken im vergangenen Jahr so viel Strom ins Ausland exportiert wie zuletzt vor fünf Jahren. Der Überschuss war mit 22,8 Terawattstunden (TWh) fast viermal so hoch wie noch im Jahr 2011, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte.
Den ganzen Artikel auf Heise.de lesen: Klick!
Kennt Ihr das? Wenn man glaubt Dinge zu verstehen um dann zu erfahren, dass man sie offensichtlich nicht versteht?
Bisher verstand ich das mit dem Windstrom so:
Viel Wind = viel Strom.
Das ist auch logisch, denn um so mehr Windkrafträder drehen, um so mehr Strom kommt ins Netz. Wohl gemerkt: Die Anzahl der Windkraftanlagen ist entscheidend, denn die Drehzahl und damit die Menge von Strom je Anlage ist relativ fix.
Jetzt ist das mit dem “Ökostrom” ja so, dass der nicht so super berechenbar ist. Also bauen die Netzbetreiber Anlagen die dafür sorgen, dass der Strom immer schön gleichmäßig im Netz bleibt. Und sie kompensieren Schwankungen z. B. mit gut regelbaren Gaskraftwerken. Also wenn zu wenig Strom aus der Solar- und Windkraft kommt, wird einfach das Gaskraftwerk hoch gefahren und produziert mehr, so dass in der Theorie immer genug da ist.
Wenn dagegen zu viel Windstrom da ist, weil zu viele Anlagen in Betrieb sind oder zu wenig Strom kompensiert wird, haben die Netzbetreiber die Möglichkeit, Anlagen abzuschalten. Allerdings gilt hier eine Priorisierung: Es darf nicht abgeschaltet werden, um dann Ersatzstrom aus konventionellen Energieträgern einzuspeisen.
Heute lerne ich aber was etwas neues. Etwas, das mich verblüfft. Und bei dem mein interner Braincompiler irgendwas von “…does not compute…. syntax error…” brabbelt. Nämlich:
Wenn zu viel Wind da ist und zu viel Strom produziert wird, muss man Kohlekraftwerke einschalten um noch mehr Strom zu produzieren um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Häh?
Wie bitte?
Mehr Strom gegen zu viel Strom?
Jepp, so steht es geschrieben:
Zur Sicherung der Stromversorgung greifen die Netzbetreiber in Deutschland das erste Mal in diesem Winter auf Reservekraftwerke zurück. Für Dienstag seien vorsorglich Anlagen mit einer Leistung von 850 Megawatt aktiviert worden, teilte der Netzbetreiber Tennet am Montag mit. Weitere 150 Megawatt könnten noch hinzukommen.
Grund hierfür sei unter anderem die in den kommenden Tagen erwartete starke Windfront, durch die die Systemsicherheit gefährdet werden könnte. Je mehr Ökostrom wie etwa Windenergie in das Netz eingespeist wird, desto größer ist die Gefahr, dass es zu Schwankungen kommt. Reservekraftwerke können kurzfristig dafür sorgen, dass die Einspeisung von Strom und der Verbrauch stets im notwendigen Gleichgewicht bleiben.
Das macht in meinen Augen doppelt keinen Sinn:
Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: An meinem Verständnis der Stromnetze und Stromversorgung ist irgendwas komplett falsch – und auch meine mehrjährige Angehörigkeit im Energiebeirat des RWE konnte daran nix ändern.
Oder aber hier versucht gerade irgend jemand mich zu verarschen und der Westen hat, wie viel zu oft, absolut unkritisch wiedergegeben, was ein Anti-Ökostrom-Lobbybund von sich gegeben hat.
Ich würde da auf letzteres Tippen.
In der Rheinischen Post von heute ist zu lesen, dass ab Dinslaken die A3 perspektivisch auf 6 Spuren verbreitert werden soll:
“Der Verkehr rollt dann über die A 3 Richtung Ruhrgebiet. Die Belastung der Strecke wird enorm zunehmen. Die Politiker im Regionalrat haben jetzt darauf reagiert. Sie schlagen vor, dass die A3 auf sechs Spuren ausgebaut wird.”
Das ist verbunden mit der Begründung, dass immer mehr Güter über die A3 kommen sollen:
“Der Hafen in Rotterdam wächst und wächst. Damit steigt gleichzeitig der Druck, die Container vom Hafen abzutransportieren. Experten gehen davon aus, dass schon bald auch eine ausgebaute Betuwe-Strecke auf deutscher Seite die Menge an Transportgütern nicht bewältigen kann. Daher setzen die Niederländer auf einen Ausbau ihrer Autobahnen, um Fracht per Lastwagen abzutransportieren. Geplant ist, die A15 von Bemmel Richtung Zevenaar zu verlängern. Darüber soll dann vor allem der Schwerlastverkehr zwischen Rotterdam und den Hinterlandhäfen am Rhein verbunden werden.
Die Folge: Der Verkehr rollt dann über die A 3 Richtung Ruhrgebiet.
Das ist natürlich in mehrfacher Hinsicht erstaunlich: Nicht nur, dass der Ausbau der Betuwe gar nicht reicht. Interessant wird der Ausbau der Autobahn vor allem dann, wenn man sich überlegt das vor längerer Zeit eine reine Güterverkehrs-Bahntrasse parallel zur Autobahn verworfen wurde. Denn das führt natürlich jetzt die Idee, mehr Güter auf die Schiene zu verlagern mal wieder ad absurdum.
Aber darum soll es mir hier jetzt nicht gehen. Heute schlage ich folgendes vor:
Baut einen Radweg paralell zur Autobahn!
Man muss sich mal vorstellen, dass ein Autobah-Kilometer im besten Fall nicht für unter 4 bis 6 Millionen Euro zu haben ist (Quelle). Die Kosten für einen bestens ausgebauten Radweg beziffert der ADFC dagegen auf ca. 1 Million Euro pro Kilometer (Quelle). Gehen wir davon aus, dass Bauprojekte der öffentlichen Hand eh immer viel teurer werden, stellen wir fest, dass wir für jeden KM neu gebauter Autobahn nicht einmal 20% aufschlagen müssten, um einen guten und schnellen Radweg zu erhalten. Ganz krasse Aussagen beziffern den Kilometerpreis für Autobahnen sogar auf mehr als 25 Millionen Euro, die Kosten für Radwege auf 0,5 bis 2 Millionen Euro (Quelle – Nr. 6 anklicken). Hier wären wir also weit unter 10% Mehrkosten…
Das geht einher mit der Vorstellung des Landes NRW, eine “Radautobahn” zu bauen (Quelle):
Im Ruhrgebiet setzt Landesverkehrsminister Michael Groschek (SPD) zur Entlastung der A40 auf den weitgehend kreuzungsfreien Radschnellweg Ruhr, der über 85 Kilometer von Duisburg und Essen bis nach Hamm führen soll. Diese Radautobahn soll nach holländischem Vorbild je einen Fahrstreifen pro Fahrtrichtung von mindestens zwei Meter Breite haben.
Jetzt stelle man sich vor, man könne genauso entlang der A3 nach Holland radeln. Ich sehe hier Potentail für Langstreckenradler, Radwanderer, Tourismusbetriebe aller Art und die Umwelt. Sieht man mal von den Umweltschäden durch den steigenden Kraftverkehr ab.
DerWesten titelt gerade:
Marode Brücken, volle Straßen – Das Ruhrgebiet braucht Geld für Modernisierungen
… und beschreibt in dem folgenden Artikel, dass uns der Verkehrskollaps droht:
Marode Brücken, überfüllte Straßen – Experten schlagen Alarm. „In den vergangenen 20 Jahren hat der Bund verstärkt in die Verkehrssysteme Ostdeutschlands sowie die südlichen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg investiert“, heißt es in einer aktuellen Studie. Die Ruhr-Wirtschaft hofft unter anderem auf einen sechsspurigen Ausbau der A43 zwischen Bochum/Witten und Recklinghausen/Herten.
Wenn es um die Modernisierung von Straßen und Schienen geht, hinkt das Ruhrgebiet im Vergleich zu anderen Großstadtregionen in Deutschland hinterher.
Ich wage jetzt einfach mal die Frage, ob das nicht der falsche Ansatz ist?
Wobei, ich bin ja nicht doof. Folglich weiß ich natürlich um die unterschiedlichen Qualitäten der neuen Autobahnen im Osten im Vergleich mit den Ruhrgebietsautobahnen.
Aber angesichts einer zu erwartenden Verknappung von Öl, immer weniger Raum, Klimawandel und so weiter sollte die Frage da nicht lauten: Wie entlasten wir die Straße?
Das könnte man dann mit einem effektiven Ausbau des ÖPNV und einer Infrastruktur für Radfahrer und Fußgänger beantworten. Denn: der meiste Verkehr müßte kein Auto-Verkehr sein. Zum einen sind nach wie vor unglaublich viele Menschen allein in einem Auto unterwegs, zum anderen nutzen meiner Meinung nach viel zu wenige den ÖPNV und das Fahrrad.
Für all das gibt es Gründe, teilweise sogar gute Gründe: Die absolut nicht perfekte Struktur des ÖPNV, die teilwese sehr flexiblen Arbeitszeien, die Fahrgemeinschaften erschweren, die Angst, auf der Straße von einem Auto angefahren zu werden und so weiter.
Und vielleicht sollte die Politik genau hier anpacken?
Keines der Probleme die wir haben, ist nicht zu lösen. Aber wie wir die Probleme angehen entscheidet nachhaltig darüber, was es kostet und was es bringt. Und bei der Frage was es bringt müssen wir endlich aufhören, den MIV (Motorisierten Individual-Verkehr, ich mag die Abkürzung) in den Fokus zu rücken.
Wir müssen uns nicht fragen, wie wir immer mehr Verkehr verwalten. Wir müssen uns fragen, wie wir den Kraftstoff betriebenen Verkehr so weit wie möglich reduzieren.
Und hier erwarte ich von der Politik des Bundes, der Länder und der Kommunen nichts weiter als eine 180°-Drehung. Einen kompletten Paradigmenwechsel. Nicht die Straßen müssen breiter, die Autos müssen weniger werden. Und zwar auf eine gesellschaftlich akzeptierte Art und Weise, bei der die Menschen das Auto stehen lassen weil sie es stehen lassen können – und nicht weil sie müssen.
Aber bis dahin… wird es wohl noch eine Weile dauern.
Ich glaube allerdings, dass mein Gedanke alternativlos ist.
Einer der Vorteile eines Blogs ist es, dass man es als externes Gedächtnis verwenden kann. So zum Beispiel beim Thema Offshore-Windparks. Zu denen schrieb ich am 22. Mai 2012:
Aberdie Großen wären nicht Groß, wenn sie nicht wüßten auch aus Ökostrom eine Cash-Cow zu machen. Und das geht so: Wir bauen riesige Windparks, die so teuer sind, dass sie sich nur für Großkonzerne lohnen und nebenbei die Netzbetreiber belohnen. Dann gehen wir hin und legen die Kosten nicht allein dem Betreiber auf. Sondern frech dreist dem Kunden.
Stellt sich raus, das ist natürlich so. Und noch viel schlimmer, wenn man dem SpOn glauben mag:
Für die Erzeugung von Windenergie auf hoher See werden die deutschen Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen als bislang geplant. Nach wochenlangem Geschacher haben sich Union und FDP auf ein Gesetz geeinigt, mit dem der stockende Ausbau von Offshore-Projekten wieder angekurbelt werden soll.
Und wir reden hier natürlich ausschließlich von Nicht-industriellen Endverbrauchern:
Im Wirtschaftsministerium kalkuliert man daher bereits, dass die Verbraucher bis 2015 weit mehr als zwei Milliarden Euro zahlen könnten.”Alle Industriebetriebe sind wieder einmal fast vollständig befreit”, sagte der energiepolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer.
Das sollte man in guter Erinnerung behalten, wenn es das nächste Mal heißt: Die Energiewende macht den Strom teurer.
Denn dann kann man Energiewende streichen und gr0ße Koalition setzen. Das ist auch ein interessantes Stichwort, denn in Sachen Energiewende und Schwarz-Gelb kann man eigentlich nur noch sagen:
Setzen, Sechs!
Derzeit wird versucht, die verfehlte Energiepolitik der Schwarz-Gelben Bundesregierung damit zu überdecken, dass Strom verteuert wird. Falsch begründet mit der Energiewende werden die industriellen Großverbraucher entlastet und die Bürger belastet.
Gleichwohl kann auch Dr. Merkel nicht verhindern, dass die Macht der Zahlen eine ganz andere Sprache spricht. So berichtet heute die Rheinische Post:
Die Energiewende belastet die Kraftwerksbetreiber in NRW stärker als bislang bekannt. Das geht aus einem streng vertraulichen Gutachten des schweizerischen Prognos-Instituts für das NRW-Umweltministerium hervor, das unserer Zeitung vorliegt. 29 der 71 konventionell betriebenen Kraftwerksblöcke (Steinkohle, Braunkohle, Erdöl oder Erdgas) in NRW haben demnach innerhalb der nächsten zwei Jahre mit wirtschaftlichen Problemen zu rechnen.
Und es stimmt: Die Energiewende belastet. Allerdings nur solche Energieversorger, die an alten Geschäftsmodellen und fossilen Energieträgern fest halten – und damit auch an oliopolen Strukturen auf dem Energiemarkt, der immer noch von den Big4 regiert wird: E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW.
Eigentlich traurig ist, dass hier der Markt die Führungsrolle übernehmen muss, die eigentlich von der Politik ausgefüllt werden muss:
Grund für die zu erwartenden Verluste sind die sinkenden Großhandelspreise für Strom durch die zunehmende Einspeisung erneuerbarer Energien etwa aus subventionierten Photovoltaik- und Windkraftanlagen. Darunter haben in NRW vor allem alte Steinkohle- und Gaskraftwerke zu leiden. Einige von ihnen könnten rein technisch betrachtet zwar noch über 30 Jahre lang laufen. Wegen ihrer veralteten Technik holen sie jedoch zu wenig Strom aus den Rohstoffen, um auch unter den Marktbedingungen der Energiewende noch profitabel arbeiten zu können.
(Und ebenso schade ist die durchgängig negativ konnotierte Wortwahl der RP)
Es mag sein, dass die Kraftwerke noch 30 Jahre laufen können. Aber es ist doch gut, wenn sie es nicht müssen, oder? Und die Subventionen der Stromerzeugung aus regenerativer Energie sollte man vielleicht mal den Subventionen der Kohle- und Atomstromindustrie gegenüber stellen.
Und noch besser ist, wenn der Strompreis so stark sinkt. Am Besten wäre jetzt, wenn das auch noch beim Endkunden ankommt und der an seiner Brieftasche auch merkt, dass ersten Strom sparen lohnt. Und zweitens, dass Strom aus erneuerbaren Quellen nicht nur gut sondern besser ist.
Das Kraftwerk Voerde gehört übrigens wie das Kraftwerk Walsum zu den eindeutigen Verlierern der Energiewende und wird, so prognostiziert der Artikel der RP, bereits in 2014 in wirschaftliche Schieflage kommen. Allerdings ist eine mögliche Abschaltung der STEAG Voerde kein neues Diskussionsthema…
Irgendwie ist das schon kurios:
Wir hängen die gesamte “Weltwirtschaft” an den Tropf des “Markt” und glauben zu wissen was wir tun. Wie irre das manchmal ist, dokumentiert für mich folgende Meldung aus der SZ von heute zur Wiederwahl von Obama:
Der Schweizer Fondsmanager Marc Faber, der von Anlegern aufgrund des von ihm verantworteten Gloom Boom & Doom Reports gern Dr. Doom genannt wird, zeigt sich in einem Interview mit Bloomberg-TV (teilweise transkribiert von Business Insider) erstaunt, dass die Wiederwahl von Barack Obamas nicht noch einen viel größeren Einbruch an den Aktienmärkten ausgelöst hat: “Der S&P ist nur 30 Punkte gefallen. Ich hätte gedacht, dass der Markt um mindesten 50 Prozent einbrechen müsste. Mr. Obama ist ein Desaster für die Unternehmen und ein Desaster für die Vereinigten Staaten”. Auf die Frage, wie Investoren nun ihre Anlagen schützen sollen, scherzte der Börsenexperte: “Sie sollten sich Maschinengewehre kaufen”.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Nicht nur entscheiden heute Ratingagenturen über Wohl und Wehe eines Staates, vielmehr sind die Börsen jetzt wichtige Stakeholder bei politischen Wahlen. Im Umkehrschluss ist es nur noch eine Frage der Zeit bis man auf die Idee kommen wird, Wahlen abzuschaffen, weil diese ja die Märkte beunruhigen. Mit dem Argument der Marktberuhigung sind in der letzten Zeit ja schon ganz andere Dinge durchgebracht worden.
Wenn man sich überlegt, dass seit um 1500 bereits Börsen gibt, ist das wenig plausibel. Zumal der Sinn einer Börse ja eigentlich ein ganz anderer war: Dort sollte geregelt gehandelt werden, wenn Firmeneigner Kapital brauchen und dafür Anteile an ihrem Unternehmen (die Aktie) veräußern.
Heute geht es an der Börse um alles. Aber mit Sicherheit nicht mehr um Anteile an Unternehmen im Sinne von Unternehmerschaft. Es geht um Gewinnbeteiligung, Spekulation und den Sieg des (finanz-) Starken über den Schwachen. Und immer stärker wird die Börse und der an ihr vertretene Markt zu einer politischen Einflussgröße.
Ich erlaube mir die Frage, ob das wirklich das ist, was wir wollen?
Oder sollte die Politik nicht langsam wieder den Mut aufbringen und genug Courage zeigen, die Börse und den Markt wieder in ihre Grenzen zu verweisen und eine klare Linie zwischen Politik für das Volk und den Handel zwischen Unternehmern und Geldgebern ziehen?
Nur so ein Gedanke…
Was für viele vor allem jüngere Leser dieses Blogs eine Überraschung sein mag: nicht schon immer war Dr. Merkel unsere Bundesmutti.
Nein, dereinst, als sie Kohls Ziehtochter wurde, wurde sie zunächst Umweltministerin in Niedersachsen. Damit war sie mitverantwortlich dafür, dass die Asse zu einem Lager für radioaktiven Müll wurde. Und nicht nur den Menschen, die in der Umgebung wohnen bereitet das Unbehagen.
So berichtete auch 2009 die ARD:
Von Anfang an war das Endlager Asse in Niedersachsen instabil. Grundwasser ist in den Salzstock eingedrungen, höhlt das Bergwerk aus. Der Schacht droht dadurch einzubrechen. Und nicht nur das: Die Lauge zersetzt die Fässer mit dem Atommüll. Dadurch ist das Wasser kontaminiert. Die Öffentlichkeit erfuhr davon nichts.
Durch die Hohlräume entsteht eine Spannung im Wirtsgestein, also im Salz, die verseuchte Lauge kann so nach oben gedrückt werden und ins Grundwasser eindringen. Der GAU eines jeden Endlagers.
Angela Merkel ist seit langem mit dem Thema Endlagerung vertraut. Als ehemalige Bundesumweltministerin war sie sogar mitverantwortlich für den fahrlässigen Umgang mit dem Atommüll.
So richtig wahr haben wollte das nur nie jemand. Dummerweise ist im Zuge des Atomausstiegs die Diskussion um ein “Endlager” wieder offener geführt worden. Und unter dem Druck der Öffentlichkeit sah man sich gezwungen, auch die bestehenden Standorte nochmal kritisch und mehr oder weniger unabhängig untersuchen zu lassen. Das Ergebnis ist nicht überraschend, aber beängstigend:
Das marode Salzbergwerk Asse hätte nie zur Lagerung von Atommüll genutzt werden dürfen. Zu diesem Schluss kommt der niedersächsische Untersuchungsausschuss nach mehr als dreijähriger Arbeit in seinem Abschlussbericht.
Politik, Atomwirtschaft und Wissenschaft hätten kritische Stimmen seit den sechziger Jahren beiseite geschoben, um das Endlagerproblem zu lösen und die Eignung von Salzstöcken nachzuweisen. Das gefährliche Eindringen von Wasser in die Asse sei bekannt gewesen, aber ignoriert worden.
Quelle: Zeit online
Die Frage ist, wem Merkel damals wie heute einen Gefallen tut. Klar, den Betreibern der AKW, denn die bisherigen Lagerorte waren schnell gefunden und verhältnismäßig preiswert. Denn wenn man jetzt ernsthaft suchen und sich Gedanken machen muss, wird man feststellen: Endlagerung kostet. Und es darf bezweifelt werden, dass diese Kosten bereits eingepreist sind.
Wobei auch das kein Problem sein wird. Wie bei dem Schwachsinn mit der Umlage für erneuerbare Energien wird man auch hier eine Möglichkeit finden, den Steuerzahler noch mal zur Kasse zu bitten…
Also bei mir nicht.
Hätte es aber müssen. Eigentlich. Denn: Durch die Abschaltung der bisher still gelegten Atomkraftwerke ist bekanntlich eh schon zu wenig Strom da. Und wenn dann das Atomkraftwerk Brockdorf wegen einer defekten Kühlmittelpumpe statt 1400 nur noch 500 Megawatt Strom produziert…
… ja, dann sieht es ganz schön düster aus.
Oder halt nicht. Was die Frage aufwirft, wieso wir die Risikotechnologie Kernkraft denn dann überhaupt brauchen? Außer um die Zukunft zu ruinieren?
Wegen technischer Probleme hat das Kernkraftwerk Brokdorf (Dithmarschen) am Wochenende deutlich weniger Strom als üblich produziert. Aufgrund einer fehlerhaften Abschaltung einer von vier Hauptkühlmittelpumpen sei die Leistung am Sonnabend ungeplant um rund 900 Megawatt abgefallen, teilte das Ministerium für Energiewende am Montag mit.
Quelle: LN-Online
Einzig beruhigend, dass auch in Brockdorf wie immer auf gar keinen Fall Mensch oder Umwelt zu irgendeinem Zeitpunkt gefährdet worden ist.
Für wen macht schwarz-geld Politik?
Ganz einfach: für die Wirtschaft. Denn während man uns unsinnger Weise Strom sparen als das Credo der Wahl verkauft, wird der Strom für uns immer teurer.
Weil…
er für die Industrie immer billiger wird. Und zwar je mehr sie verbrauchen. Sprich: Als Unternehmer ist es falsch in Strom sparen zu investieren, weil ab 1 Gigawatt verbrauch der Spaß erst richtig los geht. Finanziert vom Bürger, im Sinne des “internationalen Wettbewerbs”. Und deswegen auch Verfügbar für Bäckereien und andere eher weniger internationale Wirtschaftsbetriebe.
Alles klar?
Aber natürlich liegen die Strompreissteigerungen nur an dem Ausbau der Erneuerbaren
Und sollen wir wetten, es finden sich auch nächstes Jahr wieder genug Idioten um Merkel an der Macht zu halten?
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