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Archiv für die Kategorie ‘technik’

Telekommuniktionsbullshitbingo: Gigabit-Gesellschaft

22. September 2016 Keine Kommentare
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Gigabitgesellschaft.

Gigabit-Level.

Internet as a Service.

Walter Haas, Mitglied der Geschäftsleitung von Huawei Deutschland, pflichtete dem Telekom-Vertreter in vielen Punkten bei. Er plädierte für eine „nahtlose Konnektivität ohne Einbuchungsprozesse“, für die unterschiedliche Qualitätsklassen für Spezialdienste erforderlich seien. Um einen „Gigabit-Level“ zu erreichen, werde es aber ohne einen deutlich höheren Glasfaseranteil kaum gehen. Dafür müssten die Nutzer und die Kommunen stärker in den Infrastrukturaufbau mit eingebunden werden.

„Ich will Netzkonnektivität als Service haben“, verwies Manfred Hauswirth vom Fraunhofer-Institut für offene Kommunikationssysteme (Fokus) in eine ähnliche Richtung wie Haas. Für den Forschungsmanager bedeutet die Gigabitgesellschaft im Kern eine „Virtualisierung der Netzwerke in gleicher Weise wie von Rechenleistung in der Cloud“. Der Nutzer müsse sich dann nicht mehr um einen speziellen Internetanschluss kümmern, sondern könne sich „Bandbreite, Dienste und Netzwerke zusammenklicken“.

(Quelle: Heise)

Ja ne, ist klar. Sonst geht es aber?

(Wer es nicht vershtet: Da steht erstens Ihr sollt mehr löhnen, zweitens steht da das Netzneutralität lästig ist und drittens das ihr bitte noch weniger Kontrolle über die Infrastruktur haben sollt.)

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All your biometrischen Daten belong zu Apple!

26. August 2016 1 Kommentar
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Auf Heise konnte ich lesen, dass Apple einen neuen „Geniestreich“ plant:

Apple erwägt ein Sicherheitssystem, das biometrische Daten von Gerätedieben sammelt und an den Besitzer übermittelt. Entdecke etwa ein iPhone oder iPad die Benutzung durch eine unautorisierte Person, könne das Gerät verschiedene biometrische Merkmale heimlich erfassen und versteckt speichern, wie das Unternehmen in einem am Donnerstag veröffentlichten Patentantrag ausführt.

Zu den gesammelten Daten zählen laut Apple zum Beispiel Fingerabdrücke, Fotos und Videos des nicht autorisierten Nutzers, Audioaufnahmen der Umgebungsgeräusche sowie Informationen über die Aktionen, die auf dem Gerät ausgeführt werden.

Quizfrage:

Bin ich der einzige, dem dabei Angst und Bange wird? Das bedeutet nicht nur, dass heimlich Fotos gemacht und Fingerabdrücke aufgezeichnet werden. Sondern das die auch an einen Server (bei Apple) übertragen und von dort abrufbar sind. Und das bietet so viel Potential für Missbrauch, dass ich mich ernsthaft frage, was das soll.

Denn wenn es diese Daten gibt, sind sie wertvoll. Nicht nur für Hacker, sondern auch Regierungsorganisationen, die sich legal, halblegal oder illegal daran bedienen wollen. Denn wenn wir eines Wissen, dann ist das ja, dass es keine 100% sichere IT gibt. Auch nicht bei Apple.

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Willkommen im IoT: Der vernetzte Sportler

22. August 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Viele Menschen reden ja vom Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) und kaum einer kann sich darunter was vorstellen. Dabei gibt es eine Gruppe von Menschen, die schon heute wie selbstverständlich IoT nutzen – und sich vermutlich darüber gar nicht im Klaren sind.

Anders als man das bei Computern und compurisierter Technik erwarten würde, sind es aber nicht die Nerds. Es sind die Sportler. Na gut, vielleicht nerdige Sportler, zu denen ich mich auch zählen würde.

Denn ich lebe in einer Cloud von IoT-Devices, die mich durch den Tag begleiten. Bei dem folgenden Text bewege ich mich in der Welt von Garmin, aber ähnliche Produkte gibt es auch von zahlreichen anderen Herstellern. Ich nutze allerdings Garmin:

An meinem Rad ist ein „allmächtiger“ Radcomputer (Garmin Edge) das Herz des Ganzen: Er miss nicht nur Tempo und zahlreiche andere Daten. Er kann mich über ein Radar im Rücklicht auch informieren, wenn hinter mir Autos sind und wo sie sind. Natürlich kann er auch gleich das Frontlicht abhängig von meinem Tempo regeln und die Digitalkamera am Helm fernsteuern. Meine Strecken überträgt er, wenn ich es möchte, live ins Internet und wenn ich stürze, werden automatisch Angehörige informiert. Und wenn ich in Gruppen fahre, kann ich jederzeit sehen, wo meine Mitfahrer sind.

Das setzt voraus, dass mein Garmin Edge mit meinem Smartphone verbunden ist. Auf dem läuft Garmin Connect, die zentrale Anwendung für alle Technik drumherum. Connect empfängt die Daten vom Radcomputer und kommuniziert mit diesem. Aber nicht nur mit dem.

IMG_8413Sondern zum Beispiel auch mit meinem Fittness-Tracker, der auch aufzeichnet, wie viele Schritte ich gehe und wie viele Stockwerke ich erklimme.

Dort werden Daten noch angereichert um eine Schlafanalyse und Informationen, wie viel ich Esse. Dafür nutze ich MyFittnessPal (MFP), eine sehr populäre App zum Eintragen dessen, was man so über den Tag futtert.  Dazu kommen dann noch die Informationen aus der Waage, die ebenfalls ihre Daten in die zentrale Cloud übermittelt.

Garmin weiß wie groß und schwer ich bin, MFP wie schwer ich sein möchte. Unter Berücksichtigung meiner Aktivitäten legt dann eine Software fest, wie viel ich essen darf, um mein Gewichtsziel zu erreichen. Der Wert erhöht sich entsprechend bei körperlicher Aktivität.

Gleichzeitig wird gelegentlich geprüft, ob ich denn genug Sport treibe: Über den Tag verteilt verdonnert mich der Tracker immer wieder mal durch zartes Vibrieren dazu, den Schreibtisch zu verlassen und ein paar Schritte zu gehen. Laufe ich zu wenig, wird mein Ziel reduziert und ich bekomme motivierende Nachrichten. Laufe ich „zu viel“ wird mein Ziel für die Zukunft nach oben angepasst.

Nebenbei misst mein Armband auch den Tag über meinen Puls, etwas wozu man früher extra einen Brustgurt anglegen musste. Das Einzige, worauf ich willentlich verzichte – was aber natürlich möglich ist – ist eine GPS-Funktion um auch zurückgelegte Strecken am Tag und beim Sport direkt mit dem Armband zu tracken.

Viele der Daten kann z. B. unsere Trainerin direkt nutzen um zu schauen ob und wie wir uns an ihre Pläne halten. Und wo Optimierungsbedarf ist. Alle Daten bleiben schließlich nicht auf meinem Handy: Das dient nur zur Darstellung. Tatsächlich liegen sie natürlich im Buzzword von vor wenigen Jahren: Der Cloud, also auf Servern des Anbieters.

Jetzt kann man natürlich die Frage stellen: Warum und wozu? Geht es mir damit irgendwie besser? Bringen mir all die Daten was? Ja und nein.

Tatsächlich helfen all die kleinen Gadgets, die einen wie eine IoT-Cloud umgeben, dabei, sich bewußter zu ernähren (wenn man es nötig hat) und sich bewußter zu bewegen (wenn man es nötig hat). Da das alleine natürlich nicht unbedingt ausreicht, gibt es immer auch direkt Social Media-Komponenten: Auf MFP unterstützt man sich gegenseitig mit Lob und Rezepten.

IMG_8448Auf Garmin Connect tritt man gegeneinander an. Dabei geht es natürlich auch wieder nur um „Fake-Internetpoints“, aber das Belohnungszentrum im Hirn wird natürlich bei beidem angesprochen und meldet sich durch die Abgabe von Glückshormonen. Erster zu sein ist immer schön, letzter will niemand sein.

Damit schafft die Technik es, Sportler zu Nerds zu machen und weniger aktive Menschen zu mehr Aktivitäten zu animieren.

Natürlich hat die ganze Datensammelwut auch eine Kehrseite. Denn wo Daten sind, sind Begehrlichkeiten. Man erinnere sich nur daran, wie 2011 bekannt wurde, dass der Navi-Hersteller die Bewegungsdaten an die Polizei verkauft hat.

Was wäre jetzt, wenn die Krankenkassen gerne wüßten, was so mit ihren Kunden ist? Natürlich nicht repressiv, sondern in Form von Boni: „Senden Sie uns ihre Daten und wenn Sie sich genug bewegen, bekommen Sie Fakte-Internetpoints!“ Nennen wir die Punkte mal „Sportis“.

Wenn ich dann einkaufen gehe und für gesundes Obst noch ein paar Sportis bekomme. Für die bei MFP eingebuchte Pizza aber welche abgezogen werden? Aus den gewonnen Daten läßt sich eine Vielzahl vom Möglichkeiten ableiten, diese zu monetarisieren. Denn wer glaubt, dass Garmin die „kostenlosen“ Dienste rund um Connect „umsonst“ anbietet, der hat nicht verstanden wie Unternehmen funktionieren.

Aber in allem Negativen wartet auch was Positives. Ein Bekannter von mir hatte bei einem Fahrradwettkampf folgende Pulskurve:

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Man muss kein Arzt sein um zu wissen, dass die Spikes bis 240 nicht normal sind und ein Anzeichen für ein sehr, sehr seriöses Problem mit dem Herzen. Wenn ich jetzt schon mit meinem Armband eh einen Pulssensor 24/7 trage oder mit dem Brustgurt beim Sport mit dem Edge verbunden bin, könnten diese Sensoren eine sehr wichtige Hilfe leisten: Sie könnten mich auf eine mögliche ernsthafte gesundheitliche Gefahr hinweisen und bei Nicht-Reagieren ähnlich wie der Crash-Sensor automatisch Hilfe anfordern. Oder zumindest ans Telefon holen. Und wenn ein GPS-Empfänger verbaut ist, könnte auch eine genaue Ortung erfolgen.

Wie fast alle Technologie, die in unser Leben vordringt gibt es also Entwicklungen auf die wir achten müssen. Und solche die eine spannende Zukunft versprechen, in der z. B. schwere Folgen nach Herzproblemen deutlich verringert werden können, wenn die Nutzer der Technik gewarnt werden.

Im Moment sind die meisten Gerätehersteller nur grob untereinander (ANT+ / BT le) miteinander kompatibel. Die Brücke schlagen hier wieder andere Dienste wie z. B. Strava, die Systemübergreifend zum Wettkampf auffordern – und wieder Daten produzieren, die auch anderweitig einen Nutzen haben können.

Und jetzte stellen wir uns mal vor, in einer zukünftigen Welt können Städteplaner aus den Daten Unfallschwerpunkte ermitteln. Und so wie ich durch Radar weiß was hinter mir ist, bekommen PKW-Fahrer eine Warnung wenn sie sich einem Radfahrer nähern. Bei neu anzulegenden Trassen wird dagegen darauf abgestellt, wo welche Verkehrsart am stärksten zu fördern ist oder wo man bauliche Trennungen vornehmen sollte. Das IoT und die Cloud machen das möglich.

Gehen wir jetzt mal davon aus, dass der Mensch durchaus zu Gutem in der Lage ist, sehe ich einige sehr interessante Dinge auf uns zukommen. Und vielleicht leben wir alle ja wirklich ein bisschen bewußter, wenn uns Software und Hardware hilft, uns ein wenig genauer mit uns selbst auseinander zu setzen?

 

Der Artikel bezieht sich auf Garmin, weil wir überwiegend Garmin-Geräte einsetzen. Ich will nicht verhehlen, dass wir drüben im Radsport-Blog eine Partnerschaft mit Garmin haben. Es gab allerdings keine Aufforderung diesen Blogbeitrag zu schreiben.

Die Links gehen, sofern es sich um Links zu kaufbaren Produkten handelt, zu Amazon, da wir dort Teilnehmer am AmazonPartnerNet sind.

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Internetsecurity done wrong

19. August 2016 2 Kommentare
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Edith sagt: Ja, HE hat die Zertifikate getauscht:

Dieses ist korrekt und wurde im Zuge des Update des Betriebssystems auf unseren Plattformen durchgeführt. Wenn Sie die Zertifikate gegen prüfen möchten, finden Sie dazu unter 

https://www.hosteurope.de/faq/webhosting/sicherheit-ssl/ssl-zertifikate-webhosting-bereich/

eine Anleitung.

 


Die meisten Leute ignorieren ja „Fehlermeldungen“ gerne. Das gilt natürlich auch für falsche oder abgelaufene Zertifikate im Browser. Bei Mail verzichten witziger Weise immer noch sehr viele Leute darauf, überhaupt verschlüsselte Verbindungen zu wählen.

Ich verrate kein Geheimnis wenn ich sage, dass ich das natürlich anders sehe. Um so irritierter war ich heute morgen, dass sowhol mein Desktop, als auch mein Handy mich pflichtbewußt darauf hinwiesen, dass das Zertifikat für „meinen“ Mailserver ungültig ist:

UnbenanntIch kann mich absolut nicht erinnern, dass HostEurope mich über einen Zertifikatswechsel informiert hätte und habe mal eine entsprechende Anfrage an den Helpdesk gestellt. Bis zu einer Antwort von dort nutze ich temporär einen anderen Server. Weil dummerweise ein solcher Hinweis eben auch auf eine Manipulation an der technischen Infratruktur hinweisn kann. Und leider sind zwar alle meine Mails digital signiert, aber nur sehr wenige auch verschlüsselt.

Da möchte ich schon sicher gehen, dass der Transportweg, zumindest der Teil den ich kontrollieren kann, so sicher wie möglich ist. Sollte HE „vergessen“ haben, auf einen Zertifikatswechsel hinzuweisen (ich wüsste auch nicht wie mir die Überprüfung ohne Fingerprint gelingen sollte), wäre das natürlich ein klassischer Fall von: Das darf ja wohl nicht wahr sein.

Es ist allerdings auch möglich, dass ich die Info einfach übersehen habe….

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Das UCI verschlimmbessert das Kino

15. Juli 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Mit großem TamTam führt UCI in seinen Kinos „iSens“ ein, so auch in Duisburg. Hervorstehendes Merkmal ist:

Beim Bild ist 3D heute schon fast Standard – selbstverständlich können auch im iSens-Saal 3D-Filme gezeigt werden. Die eigentliche Neuheit ist das Tonsystem. Heute ist 5.1-Ton der übliche Standard für die Vorführung von Kinofilmen. iSens geht hier einen großen Schritt weiter: Dolby Atmos ist eine Soundrevolution, die die Ansprüche an Kinoton für immer verändern wird. Dolby Atmos ist die neueste Innovation des Kinosounds und bietet ein besonders kraftvolles und intensives Hörerlebnis.

Äjm ja. Zumindest in Duisburg ist das allerdings ganz großer Mist. Aber nicht wegen der Klangqualität, denn die ist wirklich gut. Nein, Das Problem liegt woanders:

In jedem(!) der zahlreichen Lautsprecher sind in Richtung Besucher blinkende LEDs verbaut. Die für mich aussehen wie die LED an Netzwerkinterfaces bei einem Broadcast-Sturm. Dazu passt auch, dass alle synchron und ohne Bezug zum Bild blinken.

Unabhängig davon was das letztlich für Leuchten sind: So lange das Bild hell ist, ist das kein Problem. Doch in düsteren Szenen mit wenig Licht hat man in beiden Augenwinkeln blinkende Lämpchen.

Wie kann man denn  bitte auf so eine bekloppte Idee kommen, vom Zuschauerraum aus sichtbare LED in Lautsprecher einzubauen?

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Facebook: Von der Cholera zur Pest

20. Juni 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Vor ziemlich genau 5 Jahren habe ich mich bei Facebook abgemeldet. Das hatte hauptsächlich die zwei Gründe, dass ich Facebook nervig und eine Gefahr für das offene Netz fand.

Daran hat sich nichts geändert, gleichwohl habe ich mich Ende letzter Woche neu angemeldet. Aus einem einfachen Grund: es stehen zwei Wahlen an, von denen eine für mich besonders wichtig wird. Und ich möchte gerne mit den Menschen dazu kommunizieren. Und da ich niemanden zwingen kann, sein Habitat zu verlassen, muss ich halt zu ihnen. Hilft ja nix.

In den wenigen Tagen die ich jetzt wieder bei Facebook bin, habe ich knapp 750 „Freunde“ gefunden. Von denen ich vielleicht 1% wirklich kenne. Da ich aber nicht sehr selektiv die „Freundschaften“ angenommen habe, vermittelt mir meine Timeline schon einen interessanten Einblick.

Das wiederum macht mir schon Angst. Denn zu den beiden oben genannten Gründen, warum man Facebook links liegen lassen sollte, kommt nun ein Dritter: Facebook ist eine Gefahr für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Auf FB werden völlig gedankenlos die absurdesten Meldungen und Videos verbreitet – aus den obskursten Quellen. Das wird freudig geliked und geteilt, mal politisch streng rechts, mal streng links aber immer völlig gaga.

Es scheint, als wäre „denken vor dem klicken“ völlig ausgestorben und durch ein „ich will dazu gehören – dafür klicke ich“ ersetzt worden. Eine Verarbeitung dessen was man da sieht und teilt scheint nicht statt zu finden.

In der Folge bewegt sich jede Diskussion aus der neutralen Mitte schnell in ein extremes Lager. Meiner Meinung nach aber mit deutlicher Tendenz nach Rechts, weil man offensichtlich dort die Nachrichten produziert, die die Menschen lesen wollen. Um sich in ihrer Angst, Furcht vor anderen oder einfach nur in ihrer Dummheit bestätigt sehen wollen. Diese Effekte verstärken sich in einem interessanten Ausmaß, bis letztlich auch die „gefangen“ werden, deren IQ man so hoch einschätzt, dass sie eigentlich auf solche Schwachsinns-Posts nicht reagieren dürften.

Vielleicht wäre das mal für die eine oder andere Doktor-Arbeit interessant zu analysieren: Wie sehr Facebook die Mitte der Gesellschaft destabilisiert.

Au wei. Das kann ja eine lustige Zeit da werden….

Für öfter mal das Handy ausschalten

2. Juni 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Wo Daten sind, sind Begehrlichkeiten.

Ein schönes Beispiel dafür ist gerade die Polizei in Meck-Pomm, die „mal eben auf Verdacht“ ganze Verkehrsabschnitte überwachen möchte. Der NDR dazu:

Die Polizei von Mecklenburg-Vorpommern will künftig den Mobilfunk auf ganzen Straßen- und Autobahnabschnitten überwachen dürfen. Immer dann, wenn es sich um die „vermutete Fahrstrecke“ eines Tatverdächtigen handelt, sollen Beamte dazu befugt sein, die Daten von Handys zu erheben, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt entlang dieser Fahrstrecke bei ihrem Netzanbieter eingeloggt haben.

Das Problem ist, dass damit auch alle anderen auf der Strecke ins Netz geraten und überwacht werden. Und was dann mit den Daten passiert, ist ja oft eine Black-Box. Will man das? Ich will das nicht.

Zudem sollte man sowieso mal schauen, was das Handy so macht. Will man zum Beispiel, dass Twitter bei jedem Tweet die GPS-Daten speichert? Eigentlich eher nicht.

Und begrüßt Euch auf Eurem Handy von Zeit zu Zeit Google und sagt Euch, dass Ihr auf dem Heimweg seid und wie lange Ihr brauchen werdet? Das liegt daran, dass Google nicht nur weiß wo Ihr wohnt und arbeitet. Sondern auch daran, dass Google Eure Bewegungsprofile speichert. Die übrigens gerne schon mal abgefragt werden.

Während ich aber Twitter und Google am Handy selbst deaktivieren kann, habe ich mit dem Telefon ein Problem:

Ein angeschaltetes Handy bucht sich je nach Standort in eine bestimmte Funkzelle ein. Diese Daten können von Ermittlern abgefragt werden.

Und das kann man eigentlich nur umgehen, wenn man das Handy in den Flugmodus schaltet oder ganz aus. Das wiederum scheint Euch bestimmt auf den ersten Blick unangebracht. Handy aus, macht doch heute keiner mehr.

Aber seht es mal andersherum: Wenn Ihr Euer Telefon in den Flugmodus schaltet oder (noch besser) gleich ganz aus, dann kann es Euch beim Autofahren nicht ablenken. Ihr kommt also gar nciht in Versuchung die gerade eingegangene SMS zu lesen oder einen Anruf zu tätigen.

Und selbst wenn Ihr mit dem Zug unterwegs seid: Einfach mal in Ruhe das Hörbuch hören, ohne das ständig irgendeine App stört und Eure Aufmerksamkeit an sich binden will. Was übrigens ein Thema für sich ist.

Fazit ist also: Macht es den Überwachern nicht zu leicht. Und haltet es mit dem kürzlich, leider viel zu früh, verstorbenen Peter Lustig:

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Was Dein Handy mit einem Spielautomaten gemein hat…

23. Mai 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Gerade bei Fefe den vielleicht wichtigsten Artikel unserer Zeit gefunden – über die Ähnlichkeit im „Design“ von Apps und Glückspielautomaten. Absolut beeindruckend:

The average person checks their phone 150 times a day. Why do we do this? Are we making 150 conscious choices?

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Die 4-Minuten-Hypnose

14. Mai 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Schatz, zieh was hübsches an, wir kriegen Besuch ;-)

12. Mai 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Interessante Ereignisse am frühen Abend:

Ich wollte gerade in der Fritz-Box etwas einstellen, da fällt mir die Liste der Geräte im Netz auf. Und die ist…. äh spannend, denn da ist ein WLAN-Device, dass nicht hier in den Haushalt gehört:

wlan

Und wer oder was hier mitsurft, hat sich die Mühe gemacht, einen sehr langen Schlüssel zu knacken. Klar, ich weiß das es Programme dafür gibt, die das automatisieren. Aber trotzdem – da gehört schon was zu  🙂

Hallo Du, wer auch immer Du bist: Wenn Du gefragt hättest, hätte ich Dich auch so mitspielen lassen. Du musst nicht gleich in fremde WLAN einbrechen. Und überhaupt: War Dir unser Freifunk zu langsam?

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Störerhaftung ade?

11. Mai 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Ich trau ja meinen Augen kaum und das wird auch so bleiben, bis gute Anwälte das Gesetz geprüft haben. Aber:

Heise und der Spiegel berichten übereistimmend, dass die GroKo noch dieses Jahr(!) die Störerhaftung für WLAN abschaffen will. Damit könnten auch Privathaushalte ihre WLAN wieder ohne Umwege (z. B. Freifunk) freigeben. Sogar die Vorschaltseite scheint vom Tisch:

Die Union hatte darauf gedrungen, dass Nutzer zumindest über eine Vorschaltseite zur Einwilligung in Vertragsbedingungen gezwungen werden sollen, um insbesondere Urheberrechtsverletzungen einzudämmen. Das ist nun aber offenbar zugunsten wirklich offener WLANs vom Tisch. (Heise)

Das würde Deutschland unglaublich nach vorne bringen, wenn WLAN-Betreiber nicht mehr pauschal haftbar sind, wenn ihre User Unsinn betreiben. Erfreulicherweise würde damit auch meine Petition hinfällig: Gemeinsam mit vielen Tausend Menschen hatte ich den Bundestag gebeten, sich des Themas anzunehmen.

Nur beiläufig sei erwähnt, dass mein Anliegen seit Januar 2011(!) unbearbeitet geblieben ist. Hätte sich dann aber ja durch liegenlassen erledigt 😉

Anyway: kommt es, wie es scheint, wäre das einfach gut.

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Apples Verständnis von „Eigentum“

6. Mai 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Seit Jahr und Tag warne ich Leute davor, sich irgendeine DRM-Scheisse einzufangen. Oder Musik/Filme nur als Service zu nutzen. Alles was von einem anderen Anbieter abhängig ist, gehört nicht Dir, sondern wird Dir nur überlassen. Praktischer Weise kann man ja sogar in iTunes gekaufte Musik direkt in mp3 ohne DRM konvertieren.

Das bisherige „Highlight“ war ja, wenn der Service dicht macht. Microsoft Zune war so ein Beispiel: Zune gibt es nicht mehr, die Lizenzen sind erloschen und damit hat man keinen Zugriff mehr auf die legal erworbene Musik.

Apple geht jetzt einen Schritt weiter:

Nutzern von Apple Music kann es passieren, dass Apple einfach die lokal gespeicherte Musik löscht. Ja, Ihr habt richtig gelesen: Apple löscht ungefragt Musikdateien von Eurem PC!

What Amber explained was exactly what I’d feared: through the Apple Music subscription, which I had, Apple now deletes files from its users’ computers. When I signed up for Apple Music, iTunes evaluated my massive collection of Mp3s and WAV files, scanned Apple’s database for what it considered matches, then removed the original files from my internal hard drive. REMOVED them. Deleted.

Den ganzen Artikel gibt es hier. Und glaubt mir, es ist noch schlimmer, als ihr jetzt meint.

Und das ist unendlich krass: Nicht nur erwerbt Ihr nur noch das Recht Musik von Apple zu hören, so lange Apple den Service anbietet. Die zerstören Euer Eigentum und nennen das regelkonform.

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Outlook 2010 und Dinge, die man gar nicht glauben will

4. Mai 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Eine Bekannte bat mich um Hilfe, weil „seit längerem“ schon ihr Mail-Client nicht funktioniert. Stellt sich raus: Outlook 2010.

Also habe ich mich auf die Fehlersuche gemacht. Da ich den Mailserver betreue, habe ich erst mal da geschaut: Da kamen aber keine Fehlerlogs (z. B. falsches Kennwort) oder so. Da war einfach gar nichts und das schon relativ lange.

Bleibt also nur ihr PC. Internet geht. Mail geht nicht. Also das Mailkonto überprüft. Alle Einstellungen richtig. Mailkonto gelöscht und neu angelegt. Nada.

Langsam fing das schon an, ein wenig komisch zu sein: ich konnte den Mailserver anpingen. Den Webserver ansprechen und per Webmailer ins Postfach. Ich konnte per FTP Verbindungen aufbauen. Nur Outlook konnte oder wollte nicht: „Server konnte nicht gefunden werden.“ WTF?

Selbst ein testweises einrichten alternativer DNS-Server brachte mich nicht weiter. Es war dann der Zufall:

Ich habe testweise noch mal einen Ping abgesetzt und dabei ist mir aufgefallen, dass offensichtlich der ISP (Telekom) irgendwann auf IP V6 umgestellt hat. Es schien mir zwar unwahrscheinlich, aber ich habe mal einfach V6 dekativiert und IP V4 aktiviert.

Und siehe da: Es kamen Mails.

Fazit: Outlook 2010 kann unter Windows 7 nicht  mit IP V6 umgehen.

Über das Warum kann man nur spekulieren. Und fluchen.

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„EFF würdigt WhatsApp“ – I don’t get it?

13. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Heise hat in den letzten Tagen eine Reihe von Artikeln zu WhatsApp veröffentlicht, die sich mit der nun verfügbaren Verschlüsselung beschäftigen. Der letzte Artikel beleuchtet dabei das Lob, dass die EFF nun ausgesprochen hat:

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) lobt neben der „starken Verschlüsselung“ von WhatsApp auch die einfache Handhabung: Wer den Krypto-Messenger benutzt, muss sich nicht mit der Schlüssel-Verwaltung herumschlagen, sondern versendet Nachrichten wie gewohnt; nur sind diese jetzt Ende-zu-Ende verschlüsselt. Dabei hebt die EFF besonders hervor, dass wenn ein Schlüssel kompromittiert wird, Chats aus der Vergangenheit dank Forward Secrecy (durch Axolotl Ratcheting) verschlüsselt bleiben.

Wenn man sich dann aber die verlinkte Quelle ansieht, wird schnell deutlich: WhatsApp ist ein Nachzügler: Es macht nichts besser als viele andere, manches schlechter und ist bei den Dingen für die es nun gelobt wird, Nachzügler.

Außerdem bleibt eine wichtige Frage ungeklärt:

Facebook macht nichts umsonst. Wenn man also jetzt darauf verzichtet, die Kommunikationsinhalte auswerten zu können, bleibt die Frage warum. Mögliche Antworten wären, dass der Druck durch Abwanderung zu groß wurde. Schließlich gibt es mit Threema und Co ebenbürtige Mitspieler.

Oder das es Facebook in dem Fall sogar genügt zu wissen, wer mit wem. Denn es steht leider nirgendwo geschrieben, dass Facebook sich nicht mehr den Vollzugriff auf das Adressbuch genehmigt. Oder das Facebook nicht die Verbindungsdaten mitschneidet und auswertet. Denn auch wenn man nicht den Inhalt der Nachricht sehen kann, so weiß FB doch sehr genau wer wem wann wo geschrieben hat.

Und dann so euphorisch wegen einer Barcode-Authentifizierung, die es anderswo schon seit Jahren gibt… es ist mir ein Rätsel.

Einzige Erklärung die ich für das wenig kritische Verhalten von Heise und das überschwängliche Lob der EFF habe ist, dass jetzt die Kommunikation auch der Menschen verschlüsselt wird, denen es bisher völlig egal war. Nicht zu kompliziert, denn auch Threema und Co machen das transaprent und ohne zutun. Einfach egal.

Naja,

wie die Überschrift schon sagt: Ich versteh es nicht. Andersherum gibt es in der Erziehung wohl auch den Trend alle zu loben. Selbst den, der als letztes über die Ziellinie kommt.

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Apple, Zensur und Fragen

12. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Ich teste gerade u. a. die Beta-Version einer VPN-Software. Im Rahmen des heutigen Updates steht im Changelog:

„Bypass censorship“ profile removed, as requested by Apple, in accordance with the Apple Review Guidelines.

Die Profile sollen dem Nutzer erlauben, ohne tiefe Kenntnisse die „richtige“ Stufe der Anonymität, bzw. die richtigen Einstellungen zu wählen. Bei diesem Profil zum Beispiel geht es logischer Weise darum einen VPN-Server in einem Land zu wählen, dass weniger Restriktionen vorsieht:

Anti-Censorship
The main purpose here is to simply get a server which is NOT located in your country in order to simulate a location outside of your country. As this feature will be available free forever, it will not contain additional features like ad blocker etc. It’s our gift to citizens in countries which suffer from censorship.

Was mich irritiert ist, dass nicht die Funktionen entfernt wurden. Nur das Profil. Also nur die Voreinstellung und der Name….

 

hmmm….

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