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Archiv für die Kategorie ‘1984’

Merkel, RTL und der Würgereflex

18. Juni 2013 Keine Kommentare
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Es gibt so Stichworte, auf die reagiere ich schon fast allergisch. RTL und Merkel gehören bestimmt dazu…

Heute morgen im Spiegel:

“Wir sind darauf angewiesen, dass wir selber aktionsfähig werden und nicht bedingungslos Terroristen ausgeliefert sind. Und die Kommunikation findet eben heute im Internet statt”, sagte Merkel in einem RTL-Interview.

Und nein, ich werde das nicht weiter kommentieren. Meine Leser sollten wissen, was sie davon halten dürfen…

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1984 – warum das lange her ist

17. Juni 2013 1 Kommentar
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Früher, ja früher.

Da hätten Funktionäre und Politiker gewartet, bis der PRISM-Skandal in den USA abflaut. Das das überhaupt ein Skandal ist, liegt an der seltsamenen Einstellung der Amerikaner: Wäre es “nur” um Ausländer gegangen, hätte kein Hahn danach gekräht. Aber doch nicht das eigenen überlegene Volk! Mehr…

Die krude Logik des BKA

21. Februar 2013 Keine Kommentare
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Man kann diskutieren, ob “Das Internet” öffentlicher oder privater Raum ist. Dabei ist die Diskussion müßig. Denn selbst im “echten Leben” verschwindet die Grenze zwischen öffentlich und privat zunehmend:

Früher hätte man gesagt: Was in den eigenen 4 Wänden geschiet ist privat, was draussen passiert ist öffentlich. Durch den massiven Einsatz von Handys wird aber zum Beispiel aus der privaten Veranstaltung Telefonieren eine semi-öffentliche: Einstmals als 1:1-Kommunikation gedacht, ist es heute 1:n, wenn die Leute in der Bahn mithören. Ich telefoniere öffentlich und doch privat.

Und wenn ich Freunden draußen was erzähle? Dann bekommen andere das möglicher Weise mit, aber es ist dennoch eher privat und ich würde nicht annehmen, dass jemand sich notiert, wann ich mit wem über was gesprochen habe.

Im Internet ist das angeblich ganz anders, obwohl es doch fast gleich ist:

Schreibe ich etwas hier im Blog ist es öffentlich, jeder kann es lesen, tatsächlich tun das aber nur Freunde, Bekannte und Suchmaschinen-Opfer.  Das ist für mich öffentlich. Verschließe ich Artikel mit Kenntworten, die nur die Zielgruppe kennt, dann ist das schon eher privat. Und wenn ich eine eMail schreibe, ist es komplett privat. An anderer Stelle müßte man sehr fein unterscheiden: Wann z. B. ist ein IRC-Chat privat und wann öffentlich?

Ich hab mal gelernt, öffentlich ist wenn etwas einer nicht bestimmbaren Menge Menschen zugägng gemacht wird. Gilt das in einem Chatraum mit einer bekannten Anzahl Teilnehmer? Und wie gilt das bei einem Handytelefonat, dem alle möglichen Leute zu hören?

Es ist also nicht mehr so leicht zu sagen, was öffentlich und was privat ist. Natürlich könnte man jetzt sagen, dass die Leute halt nur zu Hause telefonieren sollen und eMail ausreicht. Aber das ist ewig gestrig und verschließt die Augen vor dem technisch-kulturellem Wandel, dem wir immer während ausgesetzt sind.

Es braucht also andere Ansätze. Einer davon ist Anonymität: Ich kann ungezwungen im “öffentlichen Raum” telefonieren. Weil die umstehenden Passanten zwar Wort- und Gesprächsfetzen mitbekommen, diese aber nicht bekannten Personen zuordnen können, sind die Inhalte dennoch “verschlüsselt” und ergeben nur für die Gesprächspartner einen Sinn.

Weiterhin braucht es ein unbeobachtetes Environment: Ebenso wie ich mich zu Hause unbeobachtet fühlen können sollte, muss es möglich sein im öffentlichen Raum Menschen zu treffen und mit ihnen zu interagieren, ohne das davon Notiz genommen wird.

Stellt Euch mal vor, Ihr trefft Freunde in einer Bar und der Wirt notiert, wer sich da mit wem wann wie lange getroffen hat. Das käme ich Euch mehr als spanisch vor, oder? Und die Schwelle zum Mikro, dass Eure Gespräche aufzeichnet ist gar keine wirkliche Schwelle mehr.

Was im “echten Leben” abstrus wirkt, ist für das BKA im immer noch nicht verstandenen Internet normal. Aus Sicht des BKA rührt das wohl daher, dass jeder irgendwie verdächtig ist. Anders kann ich mir nicht erklären, warum man dort den Menschen die sich online bewegen, jede Privatsphäre abspricht:

“Wer im Internet ist, hat den Privatraum verlassen und befindet sich quasi im öffentlichen Raum.”

  Spon schreibt:

Die Äußerung des BKA-Vizechefs ist radikal, er stellt die Gültigkeit von Grundrechten im Netz in Frage. Das BKA bestätigt auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE den Wortlaut. Wie viele sogenannte Post-Privacy-Aktivisten ist Maurer der Ansicht, man solle grundsätzlich jede Aktivität im Netz als öffentlich betrachten.

Ermittler könnten viel leichter Beweise sichern, Verdächtige belauschen und ihre Rechner ausspähen, sollten Onlineaktivitäten tatsächlich einmal grundsätzlich als öffentliches Handeln gelten.

Man muss mal versuchen, dass auf das wirkliche Leben zu übertragen: Weil Ihr im öffentlichen Raum telefoniert, darf man Euer Telefon abhören. Weil Ihr in einer Kneipe redet, darf man Euch belauschen und Eure Gläser zur Sicherung der Fingerabdrücke nutzen.

Das was dahinter steht ist das Modell, in dem jeder Mensch verdächtig ist und es keine unschuldigen Menschen mehr gibt. Und das wiederum ist ein Zeichen dafür, wie schnell sich die Spirale dreht in der sich Deutschland von einer freiheitlichen Grundordnung in Richtung eines Systems bewegt, dass Anleihen aus totalitären Polizeistaaten zeigt.

Und was mir hier am meisten fehlt sind Politiker die sich hin stellen und sagen: so nicht!

Denn auch das Internet ist ein normaler Kommunikationsraum wie die Straße. Und wer dort jede Privatheit abschafft, schafft sie auch auf der Straße ab. Wer gegen Anonymität im Internet ist, ist auch gegen Anonymität bei Demonstrationen. Und all das sind Bestrebungen, die Deutschland nicht würdig sind.

In welchem Web wollt Ihr leben?

2. Januar 2013 3 Kommentare
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Im Moment entspannt sich im Internet eine Diskussion, die ich für längst überfällig halte: Es geht dabei um die Frage, wie das Internet eigentlich geschaffen ist und wie es geschaffen sein sollte.

Weniger technisch als organisatorisch betrachtet ist es so, dass sich im Internet ein Trend entwickelt hat, der die eigentliche Idee kontakariert. Die Rede ist natürlich (unter anderem) von Facebook, also Informationsgebilden die in sich geschlossen sind und zweierlei Probleme erzeugen. Das erste Problem ist, dass Inhalte nur noch schlecht kontextuell vernetzt werden und suchbar sind, weil die einzig relevante Dimension die Zeit ist. Das zweite Problem ist, dass außen stehenden Dritten der Zugang zu Informationen oft nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich ist.

Mitte Dezember hat sich Anil Dash in einem sehr interessanten Blogbeitrag kurz damit beschäftigt und die Frage aufgeworfen “What Did I Miss?”. Einen Antwortansatz findet man im gleichen Blog einige Tage später, besser ist meiner Meinung nach aber dann von Ende Dezember die Betrachtung von Spreeblick.

Dort schreibt Johnny Häusler in “2013: Das Web zurückerobern“, dass das Problem auch in den geänderten Verhaltensmutern der Informationsanbietern, vulgo Blogger, zu suchen ist. Schrieben viele früher einen Blogbeitrag um einen Link, wird dieser Link jetzt mit wenigen Zeichen Zusatz auf Twitter hingerülpst. Diskussionen finden dann auf G+ oder Facebook statt und geraten schnell in Vergessenheit.

Wie recht er damit den Nerv der Zeit trifft, zeigt sich zum einen in den Kommentaren zu dem Artikel, aber auch in den Artikeln die in der Folge entstanden sind, wie zum Beispiel “Vernetzung ist Arbeit” von HerrLarbig. Diese, ich nenne sie mal Replik auf den Beitrag von Haeusler beschäftigt sich mit dem Aspekt, dass eben Facebook und G+ eine unmittelbare Rückmeldung zu Artikeln geben, eine “instant gratification”. Und außerdem das Leben sehr viel einfacher machen, weil die Pflege von tatsächlichen Netzwerken quasi entfällt.

Der Blog Caipi zeigt dann sehr anschaulich wie sich das auswirkt: In  dem Beitrag “Facebook, Twitter und das verwaiste Blog” ist beschrieben, wie immer weniger Text im eigenen Blog steht und immer mehr statt dessen in Richtung geschlossener “sozialer” Netze abwandert. Die Folgen davon beschreibt dann “Die Freiheit, die wir verschenken“, im Blog von kbojens. Dort wird dann auch ein interessanter Vergleich zu früher gezogen, zur Zeit von Usenet und Co.

Denn damals – und früher war manches wirklich besser – war Information eben tatsächlich in sozialen Netzen allen zugängig. Das trifft vor allem das Usenet, dass ich nach wie vor für die absolute Königsklasse der sozialen Netze halte. Und auch heute sind dort noch die Dinge von vor x Jahren problemlos zu suchen und zu finden. Auch ohne bei Facebook angemeldet zu sein.

Dieses bei Facebook angemeldet zu sein ist übrigens eine Seuche, die auch in den verlinkten Artikeln mehrfach erwähnt wird. Wie mit vermeintlichem “Single Sign On” mehr und mehr Systeme an Facebook angedockt werden.

Und das bringt mich zum Ende dieses Blogbeitrags, nämlich einem Zitat aus einem Beitrag den ich hier im Mai 2012 geschrieben habe:

Das Internet braucht wieder mehr Websites, Blogs, Newsgroups, Foren und Chats. Und weniger zentral Strukturen.

Und Ihr müsst langsam mal anfangen, an die Post-Facebook-Ära zu denken…

Dieser Punkt ist mir in der bisherigen Diskussion zu kurz gekommen:

Wenn ich meinen Blog dicht mache, sind ein paar tausend Beiträge eines einzelnen Bloggers weg. Macht mein Hoster zu, sind die Inhalte von ein paar tausend Kunden weg, was schon viel schlimmer wäre. Aber was passiert, wenn Facebook dereinst das MySpace macht? Google G+ wie schon andere “Innovationen” wegen Erfolglosigkeit abschaltet? Die URL-Shortener nicht mehr finanziert werden? Dann hat das Netz etwas, was eigentlich gar nicht möglich sein dürfte: Einen Gedächtnisverlust erheblichen Ausmaßes.

Von daher schließe ich mich gerne dem an, was all die verlinkten Artikel im Grunde gemeinsam fordern: Publiziert wieder mehr auf eigenen Plattformen, diversifiziert die Plattformen und vor allem: Macht Informationen durch aktives Verlinken (und ja, das ist aufwändiger als “Like” zu klicken) maschinensuchbar und redundant.

Oder anders: Überlegt Euch einfach, in welchem Web Ihr leben wollt. Im umzäunten Facebook mit eingeschränkten Möglichkeiten, oder in der grenzenlosen Freiheit der Information und Kommunikation, die uns das Internet eigentlich geschenkt hat…

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Staatlich gewollte Nicht-Zukunft des Internets

6. Dezember 2012 Keine Kommentare

Rowan Atkinson zum Thema Big Brother UK

22. Oktober 2012 Keine Kommentare

Nur für’s Protokoll: Das war zu erwarten!

16. August 2012 Keine Kommentare
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Lese ich gerade auf Twitter:

Und klicke natürlich auf den Link. Was lese ich da mit riesigen Buchstaben?

Facebook-Partys: Polizei fordert Ausweiszwang für Facebook-User

Okay. Aber neu ist das nicht. Das habe ich schon Oktober 2010 prophezeit ;-)

the fight continues…

16. August 2012 Keine Kommentare

Darf es ein wenig Ablenkung sein?

6. August 2012 Keine Kommentare
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Und mitten in der Diskussion um die fragwürdigen Entscheidungen unseres Bundesinnenministers kommt…

… mal wieder Neues von BinLaden und dem islamistischen Terrorismus.

Ein Schelm, wer böses dabei denkt? Zum Beispiel, dass wir in einer von Angst geprägten Diskussion ganz schnell vergessen, mal nach der persönlich Eignung von Führungskräften zu fragen?

Ich frag ja nur… ;-)

INDECT, ein feuchter Traum wird wahr – dank der Niederlande.

2. August 2012 1 Kommentar
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Im November 2011 habe ich von den Plänen berichtet, die Grenzen zu den Niederlande mit Kameras auszustatten, die alle einfahrenden PKW fotografieren.

Jetzt wird dieser feuchte Traum aller Überwachungsfetischisten wahr. Fotografiert wird das Auto, Fahrer & Beifahrer, so wie das Kennzeichen. Natürlich nur um Menschenschmuggel (die sitzen immer auf dem Beifahrersitz!) und andere schwere Delikte aufzuklären.

Ein automatisiertes System soll dann bei “verdächtigem Verhalten” Alarm schlagen – Pendler wird es freuen, wenn sie demnächst für den Computer “auffällig oft” einreisen ;-)

Wem die automatisierte Überwachung mit automatischem Alarm bekannt vor kommt: Richtig, das ist eines der Vorhaben von INDECT, einem europaweit vorangetriebenen Projekt zur totalen Überwachung aller Bürger. Das Ziel dabei ist, automatisiert verdächtige Menschen zu entdecken und dafür Kameras, Drohnen und inklusive Kommunikation alles zu überwachen, was man überwachen kann.

Die STASI würde feuchte Augen kriegen angesichts der Möglichkeiten heute und der Bereitschaft, all diese Möglichkeiten auch einzusetzen. Und die Rechte der Bürger, unter anderem darauf sich unerkannt im öffentlichen Raum zu bewegen? Auf die Verzichten wir. Gerne doch wegen Menschen- und Drogenhandel. Wissens schon.

Ich geh mal kotzen.

Ol***ia – gut, dass wir nicht paranoid sind!

18. Juli 2012 Keine Kommentare
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Wie gut zu wissen, dass wir vernunftbezogene Wesen sind, die in einer aufgeklärten Zeit leben. Stellt Euch nur mal vor, es wäre anders…

Dann könnte zum Beispiel die Organisation der olympischen Spiele auf die Idee kommen, dass im Zusammenhang mit den Veranstaltungen in London die “Begriffe” Sommer und 2012 schützenswert sind und nur von Lizenznehmern verwendet werden dürfen. Auch könnte man ja auf die Idee kommen, als Organisator einfach mal Steuerbefreiungen in größt möglichem Umfang zu verlangen. Macht ja quasi jeder.

Natürlich könnte man sich auch über ein scheinbar inkompetentes Sicherheitsunternehmen freuen, welches dann auch gleich als Rechtfertigung dient, mit Kriegsschiffen in  die Innenstadt zu schippern.

Aber selbst, wenn dem so wäre: Es würde ja nie einer erfahren. Und damit das so bleibt, verbietet man einfach kritische Links.

Noch jemand Lust auf Olympische Spiele?

Freiheit oder Sicherheit?

9. Dezember 2011 Keine Kommentare
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1984: Die Stasi wäre stolz auf Polen

5. Dezember 2011 Keine Kommentare
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Stopp INDECT

Image by PinguTS via Flickr

INDECT ist der wahr gewordene Albtraum einer allgegenwärtigen Überwachung. Computer sehen, hören und lesen alles. Sie messen und schätzen. Sie beurteilen und klassifizieren. Jeder Mensch ein potentieller Täter – und nur die totale Überwachung bietet Schutz.

Man sollte meinen, dass die ehemalige Nachbarschaft zwischen Polen und der DDR, die Erfahrungen mit der STASI und davor mit Einrichtungen wie der GESTAPO dazu geführt hätten, dass man sensibel ist, was Überwachung angeht. Das Gegenteil ist der Fall und die STASI-Schergen wären stolz auf Polen:

Anlässlich der kommenden EM plant Polen die Komplettüberwachung aller Bürger und Gäste. Alles ist verdächtig:

Das System ist in der Lage, sekundenschnell alle optischen und elektronischen Informationen aus Videoaufzeichnungen, Kommunikationsdaten, Handyortungen, sozialen Netzwerken wie Facebook, Internetseiten und Bevölkerungs- und Polizeidateien zu sammeln, die über eine „auffällig“ verhaltende Person weltweit verfügbar sind.  Gleichzeitig soll es Fangesänge mit Audiosensoren abhören und analysieren. Indect koppelt dann alle Daten zusammen und entscheidet selbstständig, ob eine weitere Überwachung des „Verdächtige“ beispielsweise per Videodrohne nötig ist.

Als auffällig geraten bereits Menschen ins Visier des Systems, die im Aufnahmefeld einer Überwachungskamera sehr schnell laufen, die sich gegen die Laufrichtung einer Menge bewegen, Gepäck stehen lassen oder sich im Stadtbereich ein Auto näher betrachten.

Wer es dabei nicht mit der kalten Angst zu tun bekommt, redet auch noch heute von “ich habe nichts zu verbergen”. Was die Polen da in größt möglichem Umfang schaffen ist die totale Abschaffung der Anonymität und jeden Freiheitsrechts.

Und wenn man liest:

“Das Vorgehen widerspricht allen Datenschutzbestimmungen und ist in Deutschland eindeutig verfassungswidrig“, sagt der Europaabgeordnete Alvaro. Die Privatsphäre der Bürger sei  gefährdet. “

… möchte man Alvaro schütteln: Die Privatsphäre ist nicht gefährdet, sie ist vernichtet. Und ob in Deutschland verfassungswidrig oder nicht wird unsere Hardliner aus CDU und CSU nicht daran hindern können, hier schon ganz hibbelig zu werden. Denn es wäre nicht das erste Mal, dass in Deutschland eigentlich unzulässige Einschränkungen der Rechte über die “Hintertüre” EU eingeführt werden.
Angesichts dessen kann man sich nur wünschen, dass alle Bürger die EM nicht besuchen. Denn besuchen sie die Spiele, wird man hinterher ach die tollen Erfolge feiern und argumentieren, dem unschuldigen Besucher sei gar nichts passiert.

Zu gerne würde ich schreiben: “Wehrt den Anfängen”.

Tatsächlich aber kann man nur noch schreiben: “Steht auf und verhindert das Schlimmste!”

P.S: Wann ist eigentlich die nächste Freiheit-Statt-Angst-Demo?

Wie der Springerverlag dem Polizeistaat den Mund redet

21. November 2011 Keine Kommentare
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Genauso wie ich nicht überrascht bin, dass in den USA mal wieder ein Terrorverdächtiger festgenommen wurde, überrascht es mich nicht, dass Springer auf den Nazi-Zug aufspringt. Was mich überrascht die ist Dreistigkeit,  mit der das in der Welt passiert.

Wenn wirsie doch nur noch hätten, die deutschen Telefon- und Internetdaten des vergangenen Halbjahres. Dann ließe sich jetzt das mögliche Umfeld der Zwickauer Terroristengruppe ziemlich rasch einkreisen.

Schon dieser Satz kann einem jeden Mündigen Bürger nur Angst machen. Zudem ist die Frage noch offen ob es ohne staatliche Subvention die “Zwickauer Terroristengruppe” überhaupt hätt geben können? Aber die Springer-Presse wäre nicht die Springer-Presse, wenn sie es bei bekannten Forderungen belassen würde:

Die generelle Datenspeicherung hat ihren Sinn. Im Licht der aufgedeckten Verbrechen wäre eine Aufbewahrung aller Verbindungsdaten für mindestens fünf bis zehn Jahre sogar sehr empfehlenswert – einschließlich des Rechts der Strafverfolger, nachträgliche Bewegungsprofile zu erstellen.

Das muss man jetzt vielleicht zwei oder drei mal lesen, bis man die ganze Tragweite dieser Aussage erfasst hat.

In den Augen von Torsten Krauel wäre es also sinnvoll, unser aller Daten für 5 bis 10 Jahre (!) zu speichern. Schließlich besteht die Möglichkeit, dass jeder der Bundesbürger in der Zeit straffällig wird – und die Wahrscheinlichkeit, dass eine Menge x aus 80.000.000 in 10 Jahren straffällig wird, ist sogar hoch.

Und deswegen sollen dann die Strafverfolger nachträglich(!) Bewegungsprofile erstellen. Das ist so unfassbar dumm, dass ich gar nicht weiß wie ich angemessen darauf reagieren soll. Nicht nur 6 Monate, sondern 5 bis 10 Jahre die gesamten Verbindungsdaten zu speichern erlaubt es, einen Menschen nicht nur gläsern zu machen, sondern sein Leben insgesamt wie ein Buch aufzuklappen. Und machen wir uns nichts vor: Sind die Daten da, werden sie genutzt. Für Kinderpornos, Terroristen und Zigarettenschmuggler.

Das Perfide am Plan von Krauel ist, dass es eigentlich niemanden geben dürfte, der den Staat nicht schon mal in irgendeiner Form betuppt hat. Zu schnell gefahren, bei der Steuer die Wahrheit weit ausgelegt oder irgendwas anderes. Und dieser jemand gerät jetzt, warum auch immer, sagen wir 2020 ins Netz der Fahnder. Und die schauen bis auf heute zurück, mit wem dieser Mensch in Kontakt stand und all die sind dann plötzlich für Sicherheitsbehörden interessant. Jetzt stellen wir uns vor, eine Untermenge dieser Interessanten ist bei einem anderen Verfahren mit gescannt worden: Macht das nicht erst recht verdächtig?

Wenn man sich überlegt, mit wie vielen Menschen man in 5 bis 10 Jahren Kontakt haben kann, fordert Torsten Kauel hier nicht nur die Vollüberwachung des deutschen Volks.

Torsten Kauel fordert für den Springerverlag, dass jeder Deutsche bis zum zehnjährigen Gegenbeweis verdächtig ist.

Entlastung erfolgt, logisch, immer nur Retrograd. Nach vorne und in die Zukunft sind wir ein Volk von Verbrechern, die es nur noch nicht wissen.

Wir werden alle stöööööööööööööörben

21. November 2011 1 Kommentar
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Man kann ja eigentlich die Uhr danach stellen. Und Merkel wird hoch erfreut sein:

In New York gibt OccupyWallstreet einfach nicht klein bei. Sogar die Medien interessieren sich offensichtlich und was brauch man da? Richtig: Ablenkung.

Und so wird “rein zufällig” mal wieder ein “Islamistischer Terroranschlag” eines “Einzelgängers” vereitelt. DerWesten dazu:

Der 27-Jährige El-Kaida-Anhänger wollte nach Polizeiangaben mit Rohrbomben Regierungsbeamte und aus dem Irak wie Afghanistan heimkehrende US-Soldaten töten. Das Material habe er unter anderem in einem 99-Cent-Ramschladen besorgt.

Alles klar?

Sogar Merkel dürfte sich freuen, lenkt das doch in der Presse die Aufmerksamkeit vielleicht zumindest zum Teil von unserem “Homegrown Terrorism” ab, nämlich staatlich subventionierten Nazis. Aber der Teufel steckt wie so oft bei Artikeln auf derWesten im Detail:

Pimentel sei bereits seit Mai 2009 auf dem Radarschirm der Behörden gewesen. Damals sei er durch Hasstiraden auf Amerikas Militär-Einsätze im Irak und Afghanistan und verbale Unterstützung des Terror-Netzwerks El Kaida zum ersten Mal auffällig geworden. Über einen verdeckten Informanten und mitgeschnittene Gespräche war die Polizei nach eigenen Angaben fortlaufend über den Grad der Radikalisierung des Täters im Bilde, der sich als erklärter Anhänger des Ende September durch einen US-Drohnen-Einsatz getöteten Top-Islamisten Anwar Al-Awlaki zu erkennen gegeben habe. Es sei nicht auszuschließen gewesen, so Kelly, dass nach Awlakis Liquidierung ein Anschlag nur noch eine Frage von Tagen war.

Es ist nicht auszuschließen, man weiss es also nicht. Und er wurde verdächtig, weil er sich als Sympatisant offen zu erkennen gab – was ja sehr sinnvoll für einen Bombenleger scheint. Man vergleiche das mit der medialen Unauffälligkeit der vergleichsweise “erfolgreichen” Zwickauer Gruppe.

Aber derart auffällig geworden zu sein reichte hier aus aus, um überwacht und abgehört zu werden? Ah ja, alles klar, keine weiteren Fragen.

Das ist fast wie im Fall von Andrej Holm:

Hoch konspirativ ist es dann, wenn zu einem Treffen, einem Spaziergang oder einer Veranstaltung das Mobiltelefon ausgeschaltet wird oder zu Hause liegen bleibt.

Konspirativ ist, was konspirativ sein soll. Eindeutige Belege sind, was eindeutige Belege sein soll. Alternativ greift auch gerne mal die kriminalistische Erfahrung.

So langsam dürfte es an der Zeit sein, dass aus Unwohl Angst wird.