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Archiv für die Kategorie ‘1984’

All your biometrischen Daten belong zu Apple!

26. August 2016 1 Kommentar
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Auf Heise konnte ich lesen, dass Apple einen neuen „Geniestreich“ plant:

Apple erwägt ein Sicherheitssystem, das biometrische Daten von Gerätedieben sammelt und an den Besitzer übermittelt. Entdecke etwa ein iPhone oder iPad die Benutzung durch eine unautorisierte Person, könne das Gerät verschiedene biometrische Merkmale heimlich erfassen und versteckt speichern, wie das Unternehmen in einem am Donnerstag veröffentlichten Patentantrag ausführt.

Zu den gesammelten Daten zählen laut Apple zum Beispiel Fingerabdrücke, Fotos und Videos des nicht autorisierten Nutzers, Audioaufnahmen der Umgebungsgeräusche sowie Informationen über die Aktionen, die auf dem Gerät ausgeführt werden.

Quizfrage:

Bin ich der einzige, dem dabei Angst und Bange wird? Das bedeutet nicht nur, dass heimlich Fotos gemacht und Fingerabdrücke aufgezeichnet werden. Sondern das die auch an einen Server (bei Apple) übertragen und von dort abrufbar sind. Und das bietet so viel Potential für Missbrauch, dass ich mich ernsthaft frage, was das soll.

Denn wenn es diese Daten gibt, sind sie wertvoll. Nicht nur für Hacker, sondern auch Regierungsorganisationen, die sich legal, halblegal oder illegal daran bedienen wollen. Denn wenn wir eines Wissen, dann ist das ja, dass es keine 100% sichere IT gibt. Auch nicht bei Apple.

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Internetsecurity done wrong

19. August 2016 2 Kommentare
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Edith sagt: Ja, HE hat die Zertifikate getauscht:

Dieses ist korrekt und wurde im Zuge des Update des Betriebssystems auf unseren Plattformen durchgeführt. Wenn Sie die Zertifikate gegen prüfen möchten, finden Sie dazu unter 

https://www.hosteurope.de/faq/webhosting/sicherheit-ssl/ssl-zertifikate-webhosting-bereich/

eine Anleitung.

 


Die meisten Leute ignorieren ja „Fehlermeldungen“ gerne. Das gilt natürlich auch für falsche oder abgelaufene Zertifikate im Browser. Bei Mail verzichten witziger Weise immer noch sehr viele Leute darauf, überhaupt verschlüsselte Verbindungen zu wählen.

Ich verrate kein Geheimnis wenn ich sage, dass ich das natürlich anders sehe. Um so irritierter war ich heute morgen, dass sowhol mein Desktop, als auch mein Handy mich pflichtbewußt darauf hinwiesen, dass das Zertifikat für „meinen“ Mailserver ungültig ist:

UnbenanntIch kann mich absolut nicht erinnern, dass HostEurope mich über einen Zertifikatswechsel informiert hätte und habe mal eine entsprechende Anfrage an den Helpdesk gestellt. Bis zu einer Antwort von dort nutze ich temporär einen anderen Server. Weil dummerweise ein solcher Hinweis eben auch auf eine Manipulation an der technischen Infratruktur hinweisn kann. Und leider sind zwar alle meine Mails digital signiert, aber nur sehr wenige auch verschlüsselt.

Da möchte ich schon sicher gehen, dass der Transportweg, zumindest der Teil den ich kontrollieren kann, so sicher wie möglich ist. Sollte HE „vergessen“ haben, auf einen Zertifikatswechsel hinzuweisen (ich wüsste auch nicht wie mir die Überprüfung ohne Fingerprint gelingen sollte), wäre das natürlich ein klassischer Fall von: Das darf ja wohl nicht wahr sein.

Es ist allerdings auch möglich, dass ich die Info einfach übersehen habe….

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Ich kann diesen Terror-Wahn nicht mehr hören

10. August 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Es stehen wichtige Wahlen an: NRW wählt den Landtag und Deutschland den Bundestag in 2017. Das kann man gar nicht oft genug betonen, diese Tage. Denn in genau dem Kontext muss man sehen, dass die CDU gerade wieder versucht, sich als Law-and-Order-Partei zu profilieren.

„Anlass“ ist natürlich der vermeintliche Terror, der unser aller Leben bedroht. Und De Maiziere, von uns allen ob seiner Besonnenheit geliebter Minister für Inneres prescht schon mal vor:

  • Die Vorratsdatenspeicherung soll ausgeweitet werden
  • Mehr Videoüberwachung
  • Ermittlungen aucch schon gegen Kinder
  • Aufweichen der ärztlichen Schweigepflicht…

… wenn man dem Artikel in der SZ glauben mag, gibt es für den ausufernden Sicherheitswahn der CDU/CSU keine Grenze mehr. Die Notwendigkeit für all das wird, passend wie immer, mit einer Verhaftung einer „möglicherweise“ ganz großen Nummer des internationalen Terrors begründet:

Ein Terrorverdächtiger ist in Rheinland-Pfalz vorläufig festgenommen worden. (…) Es bestehe der Verdacht, dass es sich um einen hohen Repräsentanten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) handle. Quelle: KStA

Kann sich noch irgendwer an die ganzen vermeintlichen Top-Terroristen und Bombenbauer erinnern, die in den letzten Jahren so aufsehenerregend verhaftet wurden und von denen man nie wieder was gehört hat? Oder bei denen man dann einräumen musste, dass außer Spesen nix gewesen?

Natürlich gäbe es einen anderen Ansatz. Man könnte zum Beispiel in Bildung investieren, die Menschen zu mündigen und aufgeklärten Bürgern heranreifen lassen, die von sich aus eine Gesellschaft formen, in der Terror keine Chance hat.

Aber das ist natürlich eine Illusion. Ganz besonders übrigens im von der Union schon fast monopolistisch beherrschten Bayern.

Und so werden wir auch morgen wieder erleben, wie vermeintliche Sicherheit über Freiheit gestellt wird. Und man lieber von Zeit zu Zeit mit großem Spektakel einen vermeintlichen Top-Terroristen in der Presse hat, statt mal zu lesen das es keinen Lehrermangel, keine überfüllten Klassen und keine perspektivlosen Jugendlichen gibt. Aber hey, auch die CDU muss Prioritäten setzen und alles geht nun wirklich nicht.

 

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Der islamistische Terror von Ansbach…

25. Juli 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Das Wochenende war geprägt von Schreckensmeldungen über Menschen, die ihre Mitmenschen verletzten und töten wollten. Einer der traurigen Höhepunkte war das Selbstmordattentat in Ansbach mit 12 Verletzten und einem toten Attentäter.

Unmittelbar danach wußte der bayrische Innenminister zu sagen, seiner Meinung nach handele es sich um einen islamistischen Terroranschlag?

Ja?

Vielleicht war der Sprengstoff sogar vom IS. Nur…

Nach allem, was ich bisher halbwegs gesichert erfahren konnte, handelte es sich um einen Syrer, der vor 2 Jahren die Flucht aus seiner zerbombten Heimat nach Deutschland geschafft hat. Nur damit sein Einreiseantrag vor einem Jahr abgelehnt wurde und er seit einem Jahr(!) im rechtlichen Niemandsland des Gedulded-seins verweilt. In einem der reichsten Länder der Erde nicht am Leben teilnehmen zu dürfen und jeden Tag abgeschoben werden zu können.

Ein Mann, der polizeibekannt mindesntes 2 Mal(!) versucht hat sich das Leben zu nehmen.

Einem Menschen, der in den letzten Tagen wieder erleben durfte, das Du nur dann aus der Anonymität ausbrechen  kannst, wenn Du den Medien Futter hinwirfst. Lauf mit einer Axt Amok, Schiesse in einem Einkaufszentrum wild um Dich oder… ja spreng Dich halt bei einem Festival in die Luft.

Und plötzlich kennt man Deinen Namen. Dein Schicksal. Weiß wer Du bist.

Ich will nicht sagen, dass der Münchener Amoklauf und der in Ansbach in Bayern passiert sind, weil gerade Bayern ja eine erzkonservativ geprägte Einstellung zu Ausländern zu haben schein. Aber ich würde mich freuen wenn wir mal darüber nachdenken.

Und wenn wir endlich mal darüber nachdenken die Rolle der Medien als Katalysator zu hinterfragen. Es mag einfacher erscheinen im Fall von München (mal wieder) Computerspielen die Schuld zu geben und im Fall von Ansbach das Gespenst des IS.

Aber ist das ernstlich wahrscheinlicher, als das die Täter auf eine große Medienwirksamkeit ihrer Taten setzen konnten? Das sie bewußt entschieden haben mit einem lauten Knall aus dem Leben zu scheiden, statt anonym drauf zu gehen?

Und können wir jetzt vielleicht anfangen darüber nachzudenken, dass die Presse mit solchen Anschlägen umgeht wie mit Suizid? Über den man nicht, nicht personalisiert und am Besten gar nicht, berichtet um keine Nachahmer zu motivieren?

Oder gehen wir den einfachen Weg, lauschen Herrmann, machen uns vor fiktivem Terror in die Hose und bauen unseren Staat weiter zum Sicherheitsstaat um? Wohl wissend, dass all die Überwachung keine der Taten am Wochenende verhindern konnte?

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Putin trollt die CIA

14. Juli 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Bei dem ganzen Russland-Bashing der letzten Tage hat das gleich doppelt Humor: Putin erklärt, warum Snowden in Russland ist

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Für öfter mal das Handy ausschalten

2. Juni 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Wo Daten sind, sind Begehrlichkeiten.

Ein schönes Beispiel dafür ist gerade die Polizei in Meck-Pomm, die „mal eben auf Verdacht“ ganze Verkehrsabschnitte überwachen möchte. Der NDR dazu:

Die Polizei von Mecklenburg-Vorpommern will künftig den Mobilfunk auf ganzen Straßen- und Autobahnabschnitten überwachen dürfen. Immer dann, wenn es sich um die „vermutete Fahrstrecke“ eines Tatverdächtigen handelt, sollen Beamte dazu befugt sein, die Daten von Handys zu erheben, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt entlang dieser Fahrstrecke bei ihrem Netzanbieter eingeloggt haben.

Das Problem ist, dass damit auch alle anderen auf der Strecke ins Netz geraten und überwacht werden. Und was dann mit den Daten passiert, ist ja oft eine Black-Box. Will man das? Ich will das nicht.

Zudem sollte man sowieso mal schauen, was das Handy so macht. Will man zum Beispiel, dass Twitter bei jedem Tweet die GPS-Daten speichert? Eigentlich eher nicht.

Und begrüßt Euch auf Eurem Handy von Zeit zu Zeit Google und sagt Euch, dass Ihr auf dem Heimweg seid und wie lange Ihr brauchen werdet? Das liegt daran, dass Google nicht nur weiß wo Ihr wohnt und arbeitet. Sondern auch daran, dass Google Eure Bewegungsprofile speichert. Die übrigens gerne schon mal abgefragt werden.

Während ich aber Twitter und Google am Handy selbst deaktivieren kann, habe ich mit dem Telefon ein Problem:

Ein angeschaltetes Handy bucht sich je nach Standort in eine bestimmte Funkzelle ein. Diese Daten können von Ermittlern abgefragt werden.

Und das kann man eigentlich nur umgehen, wenn man das Handy in den Flugmodus schaltet oder ganz aus. Das wiederum scheint Euch bestimmt auf den ersten Blick unangebracht. Handy aus, macht doch heute keiner mehr.

Aber seht es mal andersherum: Wenn Ihr Euer Telefon in den Flugmodus schaltet oder (noch besser) gleich ganz aus, dann kann es Euch beim Autofahren nicht ablenken. Ihr kommt also gar nciht in Versuchung die gerade eingegangene SMS zu lesen oder einen Anruf zu tätigen.

Und selbst wenn Ihr mit dem Zug unterwegs seid: Einfach mal in Ruhe das Hörbuch hören, ohne das ständig irgendeine App stört und Eure Aufmerksamkeit an sich binden will. Was übrigens ein Thema für sich ist.

Fazit ist also: Macht es den Überwachern nicht zu leicht. Und haltet es mit dem kürzlich, leider viel zu früh, verstorbenen Peter Lustig:

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Was Dein Handy mit einem Spielautomaten gemein hat…

23. Mai 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Gerade bei Fefe den vielleicht wichtigsten Artikel unserer Zeit gefunden – über die Ähnlichkeit im „Design“ von Apps und Glückspielautomaten. Absolut beeindruckend:

The average person checks their phone 150 times a day. Why do we do this? Are we making 150 conscious choices?

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BKA WARNT VOR TERROR BEI DER EM IN FRANKREICH

19. Mai 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Natürlich abstrakt. Und überhaupt eigentlich eher so. Also  nix konkretes. Aber man will halt gewarnt haben. Oder so. In einem schreiben das „intern“ sein soll und zufällig „extern“ wurde.

Ich hab jetzt keine Lust, das zu kommentieren. Ihr könnt Euch sicher denken, was hier stünde.

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Apples Verständnis von „Eigentum“

6. Mai 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Seit Jahr und Tag warne ich Leute davor, sich irgendeine DRM-Scheisse einzufangen. Oder Musik/Filme nur als Service zu nutzen. Alles was von einem anderen Anbieter abhängig ist, gehört nicht Dir, sondern wird Dir nur überlassen. Praktischer Weise kann man ja sogar in iTunes gekaufte Musik direkt in mp3 ohne DRM konvertieren.

Das bisherige „Highlight“ war ja, wenn der Service dicht macht. Microsoft Zune war so ein Beispiel: Zune gibt es nicht mehr, die Lizenzen sind erloschen und damit hat man keinen Zugriff mehr auf die legal erworbene Musik.

Apple geht jetzt einen Schritt weiter:

Nutzern von Apple Music kann es passieren, dass Apple einfach die lokal gespeicherte Musik löscht. Ja, Ihr habt richtig gelesen: Apple löscht ungefragt Musikdateien von Eurem PC!

What Amber explained was exactly what I’d feared: through the Apple Music subscription, which I had, Apple now deletes files from its users’ computers. When I signed up for Apple Music, iTunes evaluated my massive collection of Mp3s and WAV files, scanned Apple’s database for what it considered matches, then removed the original files from my internal hard drive. REMOVED them. Deleted.

Den ganzen Artikel gibt es hier. Und glaubt mir, es ist noch schlimmer, als ihr jetzt meint.

Und das ist unendlich krass: Nicht nur erwerbt Ihr nur noch das Recht Musik von Apple zu hören, so lange Apple den Service anbietet. Die zerstören Euer Eigentum und nennen das regelkonform.

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Der Terrorismus, die Bekämpfung und die Verfassung

20. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Mal wieder. Und in schöner Regelmäßigkeit: Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) zerlegt ein Gesetz der CDU-dominierten Regierung. Mal wieder ein Überwachungsgesetz.

Die Frankfurter Allgemeine dazu:

Das Gesetz zur Terrorismusbekämpfung durch das Bundeskriminalamt (BKA) ist in weiten Teilen verfassungswidrig. Das gab das Bundesverfassungsgericht am Mittwoch in Karlsruhe bekannt. Das Gesetz muss bis Ende Juni 2018 stark nachgebessert werden. (…)

Die konkrete Ausgestaltung der Befugnisse durch den Gesetzgeber sei aber in verschiedener Hinsicht ungenügend. (…)

Der Senat habe „in etlichen Einzelvorschriften unverhältnismäßige Eingriffe festgestellt“. (…) Insbesondere treffe das Gericht erstmals Aussagen zur Übermittlung von Daten ins Ausland.

Wer verwundert ist, dass erneut das Bundesverfassungsgericht (mit Ansage!) hier das letzte Bollwerk der Bürger vor dem Überwachungswahn der Bundesregierung ist, der hebe die Hand. Niemand? Das überrascht nicht.

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Sei auf der Hut – und gewiss: WIR beobachten dich.

18. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Es scheint für unsere Regierung zunehmend problematisch zu sein, dass Menschen sich anonym bewegen wollen. Anonym Geld (bar) übergeben? Ein Unding. Anonym Telefonieren? Ach hör auf. Unbeobachtet Auto fahren? Terrorist, ganz klar.

Und jetzt neu im Theater: die flächendeckende Rund-um-die-Uhr-Überwachung des ÖPNV.

Völlig unbestritten mag Videoaufzeichnung im Einzelfall helfen, Täter zu finden. Aber Taten verhindern? Kaum. Und das all die Überwachung vor Terror schützt, glaubt doch allenfalls jemand, der auch glaubt was in der Bild-Zeitung steht.

Bleibt also die Frage nach dem Warum. Dem Motiv.

Was verspricht sich der Staat davon, wenn sie ihre Bürger auf Schritt und Tritt überwacht? Baustein für Baustein eine Gesellschaft baut in der Verdächtig wirkt, der sich der Überwachung entzieht?

Und warum scheint es, mit wenigen Ausnahmen, niemanden zu stören?

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„EFF würdigt WhatsApp“ – I don’t get it?

13. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Heise hat in den letzten Tagen eine Reihe von Artikeln zu WhatsApp veröffentlicht, die sich mit der nun verfügbaren Verschlüsselung beschäftigen. Der letzte Artikel beleuchtet dabei das Lob, dass die EFF nun ausgesprochen hat:

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) lobt neben der „starken Verschlüsselung“ von WhatsApp auch die einfache Handhabung: Wer den Krypto-Messenger benutzt, muss sich nicht mit der Schlüssel-Verwaltung herumschlagen, sondern versendet Nachrichten wie gewohnt; nur sind diese jetzt Ende-zu-Ende verschlüsselt. Dabei hebt die EFF besonders hervor, dass wenn ein Schlüssel kompromittiert wird, Chats aus der Vergangenheit dank Forward Secrecy (durch Axolotl Ratcheting) verschlüsselt bleiben.

Wenn man sich dann aber die verlinkte Quelle ansieht, wird schnell deutlich: WhatsApp ist ein Nachzügler: Es macht nichts besser als viele andere, manches schlechter und ist bei den Dingen für die es nun gelobt wird, Nachzügler.

Außerdem bleibt eine wichtige Frage ungeklärt:

Facebook macht nichts umsonst. Wenn man also jetzt darauf verzichtet, die Kommunikationsinhalte auswerten zu können, bleibt die Frage warum. Mögliche Antworten wären, dass der Druck durch Abwanderung zu groß wurde. Schließlich gibt es mit Threema und Co ebenbürtige Mitspieler.

Oder das es Facebook in dem Fall sogar genügt zu wissen, wer mit wem. Denn es steht leider nirgendwo geschrieben, dass Facebook sich nicht mehr den Vollzugriff auf das Adressbuch genehmigt. Oder das Facebook nicht die Verbindungsdaten mitschneidet und auswertet. Denn auch wenn man nicht den Inhalt der Nachricht sehen kann, so weiß FB doch sehr genau wer wem wann wo geschrieben hat.

Und dann so euphorisch wegen einer Barcode-Authentifizierung, die es anderswo schon seit Jahren gibt… es ist mir ein Rätsel.

Einzige Erklärung die ich für das wenig kritische Verhalten von Heise und das überschwängliche Lob der EFF habe ist, dass jetzt die Kommunikation auch der Menschen verschlüsselt wird, denen es bisher völlig egal war. Nicht zu kompliziert, denn auch Threema und Co machen das transaprent und ohne zutun. Einfach egal.

Naja,

wie die Überschrift schon sagt: Ich versteh es nicht. Andersherum gibt es in der Erziehung wohl auch den Trend alle zu loben. Selbst den, der als letztes über die Ziellinie kommt.

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Apple, Zensur und Fragen

12. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Ich teste gerade u. a. die Beta-Version einer VPN-Software. Im Rahmen des heutigen Updates steht im Changelog:

„Bypass censorship“ profile removed, as requested by Apple, in accordance with the Apple Review Guidelines.

Die Profile sollen dem Nutzer erlauben, ohne tiefe Kenntnisse die „richtige“ Stufe der Anonymität, bzw. die richtigen Einstellungen zu wählen. Bei diesem Profil zum Beispiel geht es logischer Weise darum einen VPN-Server in einem Land zu wählen, dass weniger Restriktionen vorsieht:

Anti-Censorship
The main purpose here is to simply get a server which is NOT located in your country in order to simulate a location outside of your country. As this feature will be available free forever, it will not contain additional features like ad blocker etc. It’s our gift to citizens in countries which suffer from censorship.

Was mich irritiert ist, dass nicht die Funktionen entfernt wurden. Nur das Profil. Also nur die Voreinstellung und der Name….

 

hmmm….

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Im Zweifel eher früh zugreifen als zu spät.

8. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Es gibt da wieder so eine Terror-Geschichte, die mich völlig irritiert zurück läßt.

Also, laut SZ werden in München zwei Männer verhaftet. Weil:

Die Männer standen im Verdacht, eine schwere, staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet und Kontakt zu Kämpfern der IS-Terrormiliz zu haben.

Aber natürlich:

Eine konkrete Gefahr für die Bevölkerung soll es laut Polizei nicht gegeben haben.

Also war die Gefahr quasi greifbar, aber für niemanden konkret. Also irgendwie unkonkret konkret. Und natürlich fährt man das ganze Arsenal an Möglichkeiten auf. Nur um dann einräumen zu müssen:

Die Ermittler hätten die Nacht durchgearbeitet, die Wohnungen der beiden Männer durchsucht und sie vernommen, so Segerer. Die Tatverdächtigen hätten sich äußerst kooperativ gezeigt. Verdächtige Gegenstände wurden bei den Männern offenbar keine gefunden.

Gefunden wurde nix. Aber was war denn jetzt überhaupt der Anlass?

Diese sollen auf einer Liste von rund 22 000 Mitgliedern des sogenannten „Islamischen Staats“ stehen, die die Strafverfolgungsbehörden im März erhalten hatten.

Aha. Im März(!) wurde also eine Liste mit 22.000 Namen bekannt, die angebliche Mitglieder des IS enthält. Was dann im April (!) zu drastischen Aktionen führt. Aber wohl ohne Ergebnis.

Und was sagt unser Innenminister?

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) lobte am Freitag das Eingreifen der Polizei: „Ich sage Ihnen, dass es richtig ist – und so verhalten sich die Sicherheitsbehörden: im Zweifel eher früh zugreifen als zu spät.“

Naja, lieber zu früh als zu spät ist ja ein weites Feld. Vielleicht sollte man mir den Führerschein weg nehmen, weil ich vielleicht mal zu schnell fahren werde? Oder meinen Nachbarn verhaften, weil der vielleicht mal überlegt darüber nachzudenken irgendwann irgendwas zu machen?

Diese Mischung aus Pranoia, Angstmache und den Rechtsstaat untergrabender Politik macht mir mehr Angst als die Vorstellung, dass auf der Liste vielleicht ein wirklicher Terrorist steht. Denn was wir hier erleben ist der Abstieg in den Willkührstaat. In dem man ohne Beweise, ja ohne konkrete Indizien mit Verhaftung und Durchsuchung rechnen muss. Getreu des Ministers Linie: Lieber zu früh als zu spät.

Allerdings ist er damit ja in guter Tradition. Erinnern sich noch wer an Schäuble als Innenminister? Ich mich schon. Vor allem an das hier:

Die Unschuldsvermutung heißt im Kern, dass wir lieber zehn Schuldige nicht bestrafen als einen Unschuldigen zu bestrafen. Der Grundsatz kann nicht für die Gefahrenabwehr gelten.

 

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Nachtigall, ick hör Dir trapsen

22. März 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Stell Dir vor, Du bist das FBI und lieferst Dir in der Öffentlichkeit ein Scharmützel mit Apple, weil die Sausäcke einfach nicht die Verschlüsselung für Dich öffnen. Und stell Dir weiter vor, auf ein Mal fällt Dir auf, dass das ein Bild sendet. Das Bild des FBI, das vor Deinen Daten kapitulieren muss.

Das ist natürlich ein unhaltbarer Zustand. Menschen die glauben, sie hätten einen sicheren, geschützen, privaten Raum? Das darf es nicht geben.

So, oder so ähnlich mag es sich zugetragen haben und plötzlich liest man z. B. im Spiegel:

Dem FBI zufolge präsentierte am Sonntag eine nicht näher beschriebene „dritte Partei“ eine nicht näher beschriebene Methode, um das Smartphone zu knacken.

Natüüüürlich. Ich persönlich glaube eher, dass das FBI lieber auf die Daten dieses einen Telefons verzichten würde, als in der Öffentlichkeit als „inkompetent“ dazustehen. Und vielleicht eröffnet sich hier, als Nebeneffekt, ja noch die Möglichkeit ein paar Gelder einzufordern.

Kranke Welt. Aber sowas von.

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