Archiv

Archiv für die Kategorie ‘1984’

Willkommen im Land der tausend Zufälle

No Gravatar

Machen wir uns nix vor: das politische System in Deutschland hat ein Problem – und das ist ein Glaubwürdigkeitsproblem. Das kann man erkennen, daraus kann man Schlussfolgerungen ziehen und Maßnahmen ableiten.

Diese Maßnahmen könnten zum Ziel haben, das Vertrauen in der Bevölkerung zu erhöhen. Dazu ist zum Beispiel Transparenz wichtig. Denn man glaubt gerne, was man versteht. Verstehen kann ich unsere Bundesregierung allerdings gar nicht mehr. Denn statt Maßnahmen zu ergreifen die Skeptiker überzeugen und Zweifler beruhigen, passiert wieder genau das, was immer passiert: Es kommt zu einer schier unglaublichen Sammlung von Zufällen.

So wird z.B. ja nach wie vor Kritik am NSU-Ausschuss hörbar. Die Bundesregierung, so einer der Vorwürfe, habe gar kein Interesse daran, dass Organversagen des Staates aufzuarbeiten. Es wird vertuscht, verheimlicht und letztlich nur zugegeben, was in der Presse schon zu lesen war. Doch obacht, im Moment höchter Not eilt eine seltsame Terror-Kombo herbei und stellt sich einmal mehr super dämlich an und wird mediengerecht hochgenommen. Ähnlichkeiten mit den Sauerland-Terroristen sind rein zufällig.

Und dann ist da noch die Sache mit der Vorratsdatenspeicherung. Warum brauchen wir die gleich? Ach ja, wegen der Kriminalität im Internet.

Das Problem ist nur, dass das ja niemanden mehr so richtig schockt. Was also braucht es? Gewaltige Internetkriminalität! Das ganz große Ding! Einen Super-Mega-Angriff auf… ja auf was? Naja, stellen wir uns vor der Staat bräuchte einen “Hackerangriff”, aber eigentlich darf da erstens niemand externes (Unternehmen?) wirklich zu Schaden kommen. Zweitens muss es so sein, dass man jederzeit die Kontrolle behält (auch über die Kommunikation). Und Drittens muss das Staatswohl gefährdet sein. Und wenn man 1 und 1 zusammenrechnet…

Bislang unbekannte Täter haben nach Informationen von SPIEGEL ONLINE das interne Datennetz des Deutschen Bundestags attackiert. Wie Bundestagssprecher Ernst Hebeker am Freitag auf Anfrage bestätigte, seien “die IT-Systeme des Bundestags” Ziel eines elektronischen Angriffs geworden. (Quelle: SPON)

Das geradezu absurde ist doch, dass Einrichtungen wie der Bundestag mit Sicherheit jeden Tag, jede Stunde Ziel von mehr oder weniger durchtriebenen “Cyber-Attacken” sein dürften. Warum also jetzt der Lautsprech? Ahhh warte, das könnte etwas mit der aktuellen Diskussion über Vorratsdatenspeicherung zu tun haben? Denn nach all den Fällen aus denen wir wissen, dass sie genau nicht geholfen hat oder hätte, brauchen wir jetzt einen wo niemand mit 100% Sicherheit sagen kann, dass sie nicht vielleicht doch geholfen hätte. Glücklicher Zufall, dass gerade jetzt, wo auch bei einem der Regierungspartner die Kritik an der VDS wieder laut wird, so ein Fall auftritt!

Und dann ist da noch das Problem mit dem BND und der NSA. Auch hier erleben wir den unbedingten Regierungswillen, eine Aufklärung um jeden Preis zu verhindern. Was es also braucht ist ein Erfolgserlebnis! Ein wichtiges. Eine richtige Bombe. Und was gebraucht wird, wird nicht geliefert, sondern ergibt sich rein zufällig:

Hat der deutsche Geheimdienst BND den Amerikanern bei der Ergreifung von Osama Bin Laden entscheidend geholfen? Das berichtet die “Bild am Sonntag” (BamS) unter Berufung auf US-Geheimdienstkreise. Demnach soll ein Agent des Bundesnachrichtendienstes angeblich den Hinweis auf das Versteck des Terroristen in Pakistan gegeben haben. (Quelle: SPON)

Dummerweise hat die Primärquelle, die selten regierungskritische Springer-Presse wohl das Memo nicht bekommen. Das Memo in dem geschrieben stand, dass sich in den USA gerade ein mittelschweres politisches Erdbeeben anbahnt:

It’s been four years since a group of US Navy Seals assassinated Osama bin Laden in a night raid on a high-walled compound in Abbottabad, Pakistan. The killing was the high point of Obama’s first term, and a major factor in his re-election. The White House still maintains that the mission was an all-American affair, and that the senior generals of Pakistan’s army and Inter-Services Intelligence agency (ISI) were not told of the raid in advance. This is false, as are many other elements of the Obama administration’s account. (Quelle: Seymour Hersh)

Und das Hersh recht haben könnte?

Ein Indiz dafür könnte sein, dass es in den USA just in diesem Moment einen glücklichen Zufall gibt:

A senior Islamic State leader was killed, and his wife captured, in a raid in eastern Syria by U.S. Special Operations forces, the first on-the-ground mission in that country targeting wanted extremists, defense officials said on Saturday (Quelle: WallStreetJournal)

Allein…

Es ist ja nicht so das ich nicht glauben möchte, von weisen Frauen und Männern regiert und geschützt zu werden. Es ist nur einfach so, dass ich irgendwie… ein komisches Gefühl im Bauch kriege, wenn so viele Zufälle zusammenfallen, dass ein Lottogewinn dagegen als höchstwahrscheinlich gelten muss.

Kategorien1984, politik Tags:

Und ich bin der Kaiser von China

7. Mai 2015 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Eine Behörde, die alles sammelt. Man kann ja nie wissen wofür man es braucht. Eine Behörde, die zudem ein Geheimdienst ist. Eine Behörde, die im Moment in der Schusslinie der Öffentlichkeit steht.

Und genau die Behörde, die alles sammelt, was man irgendwann mal irgendwie auswerten kann…

ausgerechnet die löscht die Liste der “Begriffe” mit denen man wesentliche Tätigkeiten definiert.

Natürlich. Absolut glaubwürdig.

Und ich bin der Kaiser von China.

Kategorien1984 Tags: ,

Ihr seid so doof, Ihr merkt das nie!

30. April 2015 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Als ich gestern darüber schrieb, wie unverschämt uns die Bundesregierung belügt, da dachte sicherlich der eine oder andere: Das kann gar nicht. So dreist kann nicht mal das Merkel sein.

Für WIE doof man uns aber hält, sieht man sehr schön in diesem Video aus der Bundespressekonferenz – jeder weitere Kommentar ist überflüssig, das spricht einfach für sich: (Transkript)

Kategorien1984, politik Tags: , , ,

Wie Deutschland den NSA-Skandal “AUFKLÄRT”

21. April 2015 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Ohne Worte:

Kategorien1984 Tags: , , ,

Die VDS, die SPD, die Lügen und der Frust

16. April 2015 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Hach,

ich höre sie schon wieder alle jammern. Die Wahlbeteiligung, sie ist so niedrig. Die jungen Leute interessieren sich nicht für Politik. Was kann man nur tun? Die Rechten erstarken. Wie kann das nur passieren? Oh weh oh weh.

Kurzer Gruß nach Berlin:

Hört doch einfach auf die Leute zu verarschen, zu verraten, zu verkaufen!

Ich meine, was genau erwartet man denn von einem Volk, das “vertreten” wird von Menschen die sich heute einen Dreck um ihre Worte von gestern kümmern. Wie “Merkel – mit mir kommt keine Maut“, die dann doch kommt. Oder TTIP.

Oder eben der Vorratsdatenspeicherung.

Ach ne, die heißt ja jetzt in bester Orwellscher Weise “Höchstspeicherfrist“.  Was für ein Hohn.

Tatsächlich geht es natürlich nicht darum, die Speicherung zu beschränken. Sondern erst einzuführen. Von einem Minister, der gerade erst gesagt habe, mit ihm gäbe es das nicht:

Klar. Und mit Merkel keine Maut.

Die Zeit hat eine interessante Theorie, warum: Weil Gabriel die VDS als “Geschenk” an die Bundesmutti brauchte. Und wie wenig die Abgeordneten und Minister tatsächlich noch ihrem Gewissen folgen wird auch schnell klar:

Nun hat Minister Maas geliefert, genau vier Wochen nach der Ansage seines Chefs. Es ist Mittwochmorgen, Maas sitzt aufrecht in seinem Ministerium, der Anzug passt makellos. Die Sonne scheint durch die Fenster, der Minister wirkt aufgeräumt, er guckt freundlich, lobt den “guten Kompromiss”, den er mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) gefunden hat. Statt “Vorratsdatenspeicherung” sagt Maas “Mindestspeicherpflicht” – das klingt harmloser.

Maas Vorgängerin im Amt, die FDP-Politikerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger trat zurück, als sie den großen Lauschangriff ausarbeiten sollte – aus Gewissensgründen. Für Maas war das nie eine Option. Nach langen Politikerjahren im bundespolitisch unbedeutenden Saarland war der Ministerjob in Berlin seine große Chance.

Ja super. Für das Ego mal eben das ganze Land unter Generalverdacht stellen.

Und natürlich kommen wieder die “aber denkt doch an die Kinder”-“das wird alles nicht so schlimm werden”-Sprecher aus dem Boden gekrochen. Ach wird es nicht? Dann ist es sicherlich Zufall, dass schon jetzt auch die Ressourcen geplant werden, mit all den wunderbaren Daten auch “arbeiten” zu können:

Das Bundesamt für Verfassungsschutz errichtet für mehrere Millionen Euro eine neue Einheit zum Ausbau der Internet-Überwachung. Das geht aus dem geheimen Konzept zur „Erweiterten Fachunterstützung Internet“ hervor, das wir veröffentlichen. Über 75 Spione sollen Chats und Facebook überwachen, Bewegungsprofile und Beziehungsnetzwerke erstellen sowie „verdeckte Informationen erheben“.

Ist ja nur konsequent.

Deutlich ist nur, dass die “alte Politik” Angst vor dem Internet und den daraus resultierenden Möglichkeiten hat. Die Angst vor dem Verlust der persönlichen Macht und Erhabenheit findet Ausdruck in immer absurderen Versuchen, den Menschen die mit Schweiß und Blut erkämpfte Freiheit zu nehmen.

Und einmal mehr hofft und bangt man, Karlsruhe möge dem ein Ende bereiten.

Und zur nächsten Wahl…. siehe oben.

Wie kaputt ist Deutschland?

17. Oktober 2014 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Das muss man sich mal vorstellen:

Nicht nur, dass der Parlamentarische(!) Untersuchungsausschuss zur NSA/BND-Affäre nach kurzer Zeit abgebrochen werden muss. Vielmehr schreckt die Bundesregierung nicht einmal mehr davor zurück, den Aufklärern mit strafrechtlicher Verfolgung zu drohen – wenn diese Aufklären.

 

Es ist unglaublich, mit welcher Dreistigkeit hier die grundlegensten Rechte außer Kraft gesetzt werden. Und mit welch frechen Erklärungen unsere Gesetze mißachtet werden, setzt dem noch die Krone auf.

Erstaunlicher Weise wird hier  noch nicht ermittelt. Gegen niemanden und wegen gar nichts. Dabei gibt es m. M. genügend Ansätze um gegen zahlreiche aktive und ehemalige Regierungsmitglieder und auch gegen hochrangige Beamte in “Sicherheitsbehörden” einen Anfangsverdacht zu postulieren.

Wobei das ja niemand ernsthaft glaubt. Genauso wie niemand glaubt, dass zu NSA und NSU tatsächliche Aufklärung zu erwarten ist. Statt dessen lassen sich Politiker zu “Twittersprechstunden” herab, in denen sie Volksnähe simulieren – ohne natürlich auch nur eine einzige Frage zu beantworten.

Das einzig gute an der ganzen Nummer ist, dass ich hier viele leuchtende Beispiele sehe – für die nachwachsende Generation Politiker (mich eingeschlossen), wie man es genau nicht macht.

Ehrlich, das politische System in Deutschland ist gut. Die aktuellen Akteure an der Macht erzeugen aber eine unfassbare Übelkeit.

Unbeobachtete Mails?

8. August 2014 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Nein.

Doch.

Ohhhh!

Google (und MSN und so weiter) scannen also Mails. Nach Kinderpornographie. Jemand überrascht? Wirklich? Wie doof seid Ihr denn!

Mal im Ernst, Google hat schon mal geäußert, man könne doch Mails scannen, um passgenau Werbung zu platzieren. Ihr erinnert Euch? Und darf ich Euch auch daran erinnern, dass eMails wie Postkarten sind, wenn Ihr sie nicht verschlüsselt?

Natürlich werden Mails durchsucht. Und wenn schon nach Pornos, dann bestimmt auch nach Terrorismus. Vielleicht nach Drogen. Oder Verkehrssündern. Macht Euch nix vor, die Büchse der Pandorra ist längst offen und nur Kleinkinder und Idioten dürfen glauben, es wäre nicht so.

Im konkreten Fall hält sich mein Bedauern in Grenzen: Wer illegales per Mail verteilt und zu doof ist, PGP zu nutzen, der hat es verdient erwischt zu werden – völlig losgelöst vom Vorwurf und Delikt. Aber es freut mich, dass jetzt langsam auch die Presse wach wird. Zwar stellt man nur zaghaft die Frage nach dem Datenschutz – denn wer würde schon mit dem Datenschutz den Missbrauch von Kindern verdecken wollen. Aber die Fragen kommen. Und vielleicht kommen irgendwann auch die richtigen Fragen, nämlich danach wie leicht man sich schützen kann.

Und das kann man. Zum Beispiel über den Einsatz von TrueCrypt + Thunderbird + Enigmail.

Und natürlich habt Ihr recht: in einer perfekten Welt sollte es nicht notwendig sein, Rechner und Mails zu verschlüsseln – vor allem dann nicht, wenn man sich nichts zu schulden kommen läßt. Wir leben aber nicht in einer perfekten, sondern ziemlich kaputten Welt, die einer Orwellschen Dystopie schon fast  zum Verwechseln ähnlich ist. Und in dieser seid Ihr gezwungen, die letzten privaten Freiräume zu verteidigen. Also macht das!

(Es ist nur eine Frage der Zeit, bis mit dem Terrorismus-Kinderporno-Argument auch Festplattenverschlüsselung und Mailverschlüsselung unter Strafe gestellt werden. Oder andere Länder dem Beispiel Englands folgen und Knast ermöglichen, wenn man sich weigert seine Kennwörter heraus zu geben. NOCH aber ist es nicht so weit. Also kriegt den Arsch hoch!)

Es gibt so Tage….

29. Juli 2014 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Guten Morgen. Kaffee getrunken? Na, dann kann ja ein Blick in die Zeitung, bzw. das Internet folgen.

Der Justizminister Maas (SPD) schafft defacto mal eben das politische Asyl ab. Ausgerechnet die Form von Asyl, die dringend gebraucht wird, wenn Regierungen gleich wo Amok laufen. Im Fall Maas geht es natürlich um Snowden:

Ich sag mal so, dass was Herr Mass für “schwierig” hält ist letztlich eine Frage des Wollens. Ich konnte noch nicht zur Kenntnis nehmen, dass mal ergebnisoffen oder unter der Prämisse es zu ermöglichen überhaupt ernsthaft geprüft wird. Wenn aber Snowden kein Präzedenzfall ist, was oder wer wäre dann eines? Und sind transnationale Beziehungen so offensichtlich wertvoller als Artikel 1 des Grundgesetzes?

Währenddessen wird in Australien eine riesige Kohlemine genehmigt. Mit “kleinen” Auswirkungen auf die eigentlichen Schätze des Landes:

Wirtschaft geht vor Umweltschutz: Die indische Firma Adani darf in Australien ein gigantisches Bergbau-Projekt umsetzen. Naturschützer sind entsetzt, denn nicht nur ein riesiges Reservoir ist in Gefahr, auch das Great Barrier Reef könnte großen Schaden nehmen.

Aber ich bin sicher, wir brauchen dringed mehr Kohle, die noch mehr CO2 in die Atmosphäre pustet. Und alle die was vom Klimawandel schreien, sind ja eh nur technikfeindliche Idioten. Und so Unwetter, wie sie im Moment fast regelmäßig über uns hereinbrechen, also das hat damit gar nix zu tun:

Wieder starke Gewitter in Nordrhein-Westfalen: Heftiger Regen hat am Montagabend und in der Nacht die Feuerwehren in Atem gehalten. Besonders betroffen war die Region Münster. Dort ist ein Mann in einem überfluteten Keller ertrunken. Aber auch das Ruhrgebiet und Teile des Niederrheins waren betroffen. Für Dienstag gibt es neue Unwetter-Warnungen.

Tja, auf der anderen Seite reiht sich Australien nur in die Linie derer ein, die tun, was getan werden muss. Ganz vorne mit dabei, nicht nur bei der Verfolgung unliebsamer Personen wie Snowden oder Assange ist natürlich auch immer England. Die mal eben fast das ganze Land für Fracking frei geben:

Die Regierung in London hat am Montag die Hälfte der Fläche Großbritanniens für Fracking freigegeben. Dazu gehören „unter bestimmten Umständen“ auch Nationalparks, Naturschutzgebiete und Stätten des Weltkulturerbes. Dafür müssen die Unternehmen allerdings eine „besonders umfassende und detaillierte“ Erklärung abgeben, aus der hervorgeht, dass sie die Bedenken der lokalen Bevölkerung ernst nehmen.

Ich bin sicher, die Unternehmen werden die Schranken ganz doll ernst nehmen. Ne Spaß, werden sie natürlich nicht. Denn dafür hat man ja durch “Freihandelsabkommen” und geheime Schiedsgerichte längst eine Schattenjustiz erfunden. Deren Auswüchse, als Vorwarnung für das was TTIP uns tolles bringen wird, kann man gerade in Kanada sehen:

Ein US-Konzern verklagt Kanada wegen eines Fracking-Verbots – auf Basis eines Freihandelsabkommens. Jetzt könnte auch das Abkommen zwischen EU und Kanada scheitern. (…)

Aber nicht nur in den USA, auch in Deutschland dürften die Vorbehalte Gabriels auf Widerstand stoßen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die deutsche Industrie werben für TTIP, das den Handel vereinfachen und der deutschen Wirtschaft zahlreiche neue Arbeitsplätze bringen soll.

So, ich glaub ich mach das Internet wieder zu und steige von Kaffee um auf Vodka.

Ist unsere Regierung noch regierungsfähig?

15. Juli 2014 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Die Frage muss man stellen.

Denn die Geschichte der NSA und verbündeter Dienste macht immer deutlicher, dass unsere Regierung längst nicht mehr die Fäden in der Hand hält. Das sieht man nicht nur daran, dass die jetzt enttarnten zwei(!) Agenten nur die Spitze des Eisbergs sein dürften.

Auch der Fall Snowden macht klar, dass unsere Regierung völlig hilflos ist. Wenig überraschend versucht man alles, um Snowden nicht nach Deutschland zu holen und bloß nicht mehr zu erfahren, als unbedingt nötig. Dabei ist völlig klar, dass bei Veröffentlichungen im Ausland in aller Regel ein “auch in Deutschland” folgt.

Das dürfte auch für die jüngsten Enthüllungen gelten.

Und im Falle der  beiden Spione?

Da sah wohl selbst die Bundesregierung die Notwendigkeit, wenigstens symbolisch zu handeln und einen Geheimdienstkoordinator des Landes zu verweisen. Aber offensichtlich ist der Einfluss der amerikanischen Regierung aud die Deutsche so groß, dass man uns mit ausgestrecktem Mittelfinger ein lautes F U zuruft. Und gar nicht daran denkt, sich an irgendwelche Regeln zu halten.

Es wird m. M. n. immer deutlicher, dass die Regierung nicht nur kein Interesse an der Aufklärung des NSA- (und GHCQ/BND-)Skandals hat. Sondern schlicht Angst davor, dass mit einer Aufklärung auch sichtbar wird, dass man sich dem gar nicht verwehren kann.

Was soll man über eine Regierung denken, die äußerlich demokratisch legitimiert zu sein scheint, nach innen aber wohl komplett fremdgesteuert durch eine andere Regierung zu sein scheint?

Kategorien1984, politik Tags: , , , , ,

(M)(K)ein Trip in die USA

3. Juli 2014 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Eigentlich würde ich ja gerne in die USA reisen. Vor allem mal zum Grand Canyon. Aber auch andere Ecken des Landes haben es mir angetan.

Allerdings habe ich schon seit Jahren das Gefühl, dass man mich nicht oder nur nach besonders gründlicher Überprüfung überhaupt ins Land lassen würde.
Im Zuge der NSA-Affäre wuchs dieses Gefühl immer weiter an. Seit heute ist es aber wohl als Fakt anzusehen. Denn sowohl Heise, als auch di berichten heute darüber, wie schnell man für die USA zu einem Terroristen wird.
Demnach genügt es, im Internet zum Beispiel nach der Verschlüsselungssoftware TOR zu suchen.
Hurra.
Das Problem ist jetzt, dass mein Rechner sich erst mal per VPN ins Internet einwählt. Damit bin ich wohl schon Extremist Light. Denn nur wer was zu verbergen hat, verschlüsselt. Allerdings rennt auf meinem Router auch ein TOR-Node. Und damit bin ich wohl von Extremist Light zu Extremist aufgestiegen.
Denn selbstverständlich betreibe ich den Node nicht um den Menschen zu helfen privates privat zu halten. Und auch nicht um den Menschen in Regiemen mit einer starken Kontrolle des Internets die Möglichkeit zu geben, ohne Gefahr für Leib und Leben zu kommunizieren.
Nein. Wer einen TOR-Node betreibt und nicht nur nach TOR sucht, der muss ein ganz schlimmer sein und nur extremes im Sinn haben. Ein echter Extremist halt.
Oh man. Was für eine kranke Welt.
P.S.  Wo auf der nach Oben offenen Extremistenskala lande ich eigentlich wenn raus kommt, dass meine Rechner mit TrueCrypt verschlüsselt sind?
P.P.S oh und PGP nützlich ja auch noch. Das Äquivalent zur schmutzigen Bombe?
Kategorien1984, politik Tags:

So so, der Verfassungsschutz liest also Briefe? Na, da bin ich aber erstaunt. Nicht.

5. Juni 2014 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Manche Nachrichten sind irgendwie nur auf den ersten Blick Nachrichten oder gar Überraschend. So berichtet Heise heute, dass auf Anfrage der Linkspartei herausgekommen ist, dass der Thüringer Verfassungsschutz die Post mitliest:

 Eine Landtagsabgeordnete in Thüringen hat durch eine Kleine Anfrage erfahren, dass der Verfassungsschutz des Landes heimlich Briefe öffnet, offenbar auch in Poststellen. Wozu das geschehe, könne man aber nicht preisgeben.

Der eigentliche Skandal ist natürlich, dass man sein eigenes Handeln nicht rechtfertigen will. *geheimnisvolles Geräusch einfügen* Das ist Geheim und das darf man aus Sicherheitsgründen niemandem sagen. Und natürlich braucht das kein Mensch zu glauben. Der einzige wahre Grund für die Geheimniskrämerei ist vermutlich, dass sonst aufkippen würde, dass man die Post durchschnüffelt, weil man es kann. Nicht mehr und nicht weniger.

Aber ist irgendwer überrascht davon?

Ich meine, es kann doch niemand der bei Verstand ist, glauben das nur in der ehemaligen DDR die Post mitgelesen wurde. Und das die Geheimdienste und Sicherheitsbehörden unserer Republik sich ernsthaft nur auf elektronische Kommunikation beschränken? Denn die ist ja noch gar nicht so alt und das Mitlesen von Briefen wird früher das Standardinstrument zur Informationsbesorgung gewesen sein.

Interessant ist aber die Frage, warum bei all den aufgedeckten Ereignissen noch immer keine Konsequenzen folgen. Offensichtlich macht sich Regierung unter Merkel nicht einmal Sorgen, dass es Konsequenzen geben müsste. Man hält in Berlin die Füße still und hat Erfolg damit.

Und das ist unser eigentliches Problem.

Wenn eine transparente Telekom Angst macht

5. Mai 2014 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Die Telekom hat jetzt eine Transparenz-Offenive gestartet und veröffentlicht erstmals die Zahlen zu Anfragen der Sicherheitsbehörden. Und man muss sich vergegenwärtigen, dass die Telekom ja nur ein Provider für Telefonie und Internet ist:

Für 2013 bedeutet das:

Die nachfolgende Übersicht weist für den Betrachtungszeitraum 2013 die von staatlichen Stellen gegenüber der Telekom angeordneten Anschlussüberwachungen sowie die beauskunfteten Verkehrsdatensätze, Teilnehmerbestandsdaten und IP-Adressen aus:

  • Anschlussüberwachungen 49.796
  • Verkehrsdatensätze 436.331
  • Teilnehmerbestandsdaten 28.162
  • IP-Adressinhaberdaten 946.641

Alleine, dass nur die Telekom schon fast 50.000 Anschlüsse überwacht hat ist unglaublich. Aber auch die Zahl der IP-Adressinhaberdaten ist absolut Schwindel erreigend. Die Telekom definiert diesen Wert so:

Im Rahmen der zivilgerichtlichen Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen wurden in insgesamt 946.641 Fällen die Inhaber von IP-Adressen auf Basis von § 101 UrhG beauskunftet. Die Beantwortung dieser Anfragen nimmt die bei Telekom zuständigen Bereiche in besonderem Maße in Anspruch. Mangels gesetzlicher Verpflichtung findet eine weitergehende Speicherung der beauskunfteten Teilnehmerdaten nicht statt.

Das bedeutet, dass in fast einer Million Fälle ohne jeden Beweis einer Schuld Daten ermittelt wurden – ohne das der Betroffene es jemals erfährt. Wegen… Urheberrecht.

Ich finde die Zahlen der Telekom sprechen für sich und ich will gar nicht versuchen die hoch zu rechnen auf die anderen Service-Anbieter. Mir reichen allein die Zahlen um zu sehen, dass nicht nur die NSA ein Problem ist. Sondern auch die Regelungs- und Überwachungswut unserer eigenen Regierung. Und in deren Windschatten der “Rechteverwerter”.

[Sponsored] Erdogan sperrt Twitter – CyberGhost hilft aus mit weiteren 10.000 Gratis-Premium-Lizenzen

21. März 2014 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Ich benutze ja seit geraumer Zeit Cyberghost als VPN-Anbieter. Und das scheint auch eine moralisch richtige Entscheidung gewesen zu sein:

Nur drei Tage nach Bekanntgabe der Unternehmensspende von 10.000 1-Jahres-Premiumabonements für türkische Bürger stockt CyberGhost auf 20.000 Lizenzen auf

Bukarest, 21. März 2014

Mit der Sperrung des sozialen Netzwerks Twitter eskaliert der türkische Regierungschef Erdogan weiter die angespannte Lage in der Türkei. Als Reaktion auf die nicht enden wollenden Proteste im Land gegen die jüngsten Websperren und Zensurbestrebungen zog der wegen Korruptionsverdacht in Misskredit geratene Ministerpräsident kurzerhand den Stecker und vollzog damit den letzten Schritt zu einem national begrenzten ‚Internet Light‘.

Um den türkischen Bürgern in dieser Zeit beizustehen, startete der VPN-Provider CyberGhost VPN vor wenigen Tagen eine direkte Unterstützerkampagne. Unter dem Motto ‚Internet ist Freiheit‘ spendete das Unternehmen 10.000 Lizenzen im Wert von knapp 150.000 Euro für individuelle einjährige VPN-Zugänge, mit denen sich die staatliche Zensur sowie die jetzige Twitter-Sperren als auch gewollt herbeigeführte technische Einschränkungen umgehen lassen. Wegen der gewaltigen Nachfrage und als Antwort auf den jüngsten Coup des türkischen Ministerpräsidenten, legt das Unternehmen jetzt nach und erweitert die Spende um weitere 10.000 Lizenzen, gefolgt von einer geplanten Solidaritätskampagne im Verlauf der nächsten Woche.

Interessierte türkische Bürger können eine Mailadresse auf der Website http://internetisfreedom.com/tr hinterlassen und erhalten anschließend eine kostenfreie Aktivierungsnummer für ein einjähriges VPN-Abonnement.

Über CyberGhost S.R.L.

Gegründet 2011 in Bukarest, Rumänien, ist CyberGhost S.R.L. einer der bekanntesten VPN-Anbieter in Deutschland und West-Europa.

Das Unternehmen beschäftigt mehr als 20 Mitarbeiter und besteht aus einem deutsch/rumänischen Entwicklerteam sowie einer Gruppe hochmotivierter junger IT-Experten im Hauptquartier in Bukarest. Außerordentlich erfahren im Bereich Internet-Anonymität und bestrebt, mit Gleichgesinnten zusammen zu arbeiten, leistet das Unternehmen ferner einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung von Bürgerrechten, einer freien Gesellschaft und einer unzensierten Internetkultur.

Über CyberGhost VPN

CyberGhost VPN stellt eine mit 256 Bit AES verschlüsselte Verbindung zum CyberGhost-Netzwerk her. Dort wird die online sichtbare und eindeutig identifizierbare IP-Adresse des Internetnutzers maskiert und durch eine unverfängliche ersetzt. Der Windows-Client ist sehr einfach und schnell einzurichten und verfügt über eine intuitiv bedienbare Oberfläche. Ebenfalls erhältlich sind eine iOS-App und die Unterstützung der nativen Protokolle PPTP, L2TP/IPSec und OpenVPN. In Kürze erscheinen außerdem ein Mac- und ein Android-Client.

Mir ist klar, dass das Werbung für das Unternehmen ist. Aber in dem Fall stelle ich mal den Zweck über die Wahl der Mittel.

In dem Zusammenhang bitte ich Euch übrigens auch dringend, TOR-Nodes aufzumachen, um die Bandbreite im TOR-Netzwerk zu erhöhen!

Warum eMails eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung brauchen

21. März 2014 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Natürlich habt Ihr nix zu verbergen. Warum solltet Ihr Eure Mails verschlüsseln!

Oder habt Ihr doch was zu verbergen? Ich mein, wenn Ihr echt nix zu verbergen habt, dann schreibt doch mal Eure Zugangsdaten, ich schau dann mal nach. Ach doch nicht? Dachte ich mir.

Das es aber noch andere Gründe geben kann, seine Mails zu verschlüsseln, zeigt Microsoft. Ja, richtig gelesen, es geht ausnahmsweise mal nicht um die NSA. Denn auf Heise kann man lesen:

Microsoft hat auf der Suche nach einem Informationsleck die E-Mails eines Bloggers im hauseigenen Dienst Hotmail durchsucht.

Und machen wir uns nix vor: Jedes Unternehmen, auf dessen Servern unsere Mails liegen, kann das tun. Und jeder Admin der Server kann das machen, wenn er Lust darauf hat. Dagegen hilft auch nicht die aktuell von T-Online und United Internet beworbene “Verschlüsselung” des Transportweges. Ist ja nett, wenn die Mails auf dem Weg zum Server verschlüsselt werden, prinzipbedingt liegen sie dort dann allerdings unverschlüsselt rum.

Um daher den Inhalt von Mails vor neugierigen Augen zu schützen, gibt es nur eine Möglichkeit: Verschlüsseln

Natürlich geht das mit minimalem Aufwand einher. Aber das ist nicht mehr Aufwand als die bewußte Entscheidung, einen Brief in einen Umschlag zu stecken und keine Postkarte zu versenden.

Also Leute, kriegt bitte ENDLICH Eure Ärsche hoch und fangt an, Mails mit PGP/GnuPG zu verschlüsseln! Ich helfe Euch auch gerne dabei!

 

Wenn die Zeitung den Puls und Hals anschwellen lässt…

11. März 2014 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Heute ist wieder einer dieser Tage.

Da schlage ich die Zeitung auf lese in einem einzigen Artikel gleich zwei Punkte, die mich echt wütend machen können. Die Rheinische Post schreibt, leider nur hinter Paywall:

Düsseldorf In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der über 60-jährigen Tatverdächtigen in NRW um 8,9 Prozent angestiegen – im vergangenen Jahr wurden 31 196 kriminelle Senioren ermittelt. Das geht aus der Kriminalstatistik für 2013 hervor, die NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) gestern vorgestellt hat. Die Zahl der Senioren, die Opfer von Straftaten wurden, stieg seit 2004 sogar um 31 Prozent an. Ursache für den Trend ist offenbar der demografische Wandel.

Ursache ist der demografische Wandel? So als wären mehr alte Menschen mit mehr kriminellen alten Menschen gleich zu setzen? Reden wir hier nicht über die Generation, die noch versucht hat uns Werte zu vermitteln? Wäre es, auch im Sinne einer Berichterstattung, mal nicht sinnvoll, nicht einfach nur die PR aus dem Ministerium zu drucken? Sondern mal Fragen zu stellen wie: “Hat das vielleicht was mit um sich greifender Altersarmut zu tun?”

Und dann im gleichen Artikel:

Sorge bereitet den Ermittlern auch der Anstieg der Computer-Kriminalität. Bei der Kinderpornografie stieg die Fallzahl um fast 15 Prozent auf 1578 an. Wegen der fehlenden Vorratsdatenspeicherung sei Deutschland möglicherweise zu einem Rückzugsraum für die Täter geworden, hieß es. Dem Cybercrime-Kompetenzzentrum des Landeskriminalamts gelang 2013 ein spektakulärer Schlag. Dabei wurde ein Junge in den USA aus den Händen eines Peinigers befreit.

Also…

der einzige(?) Erfolg eines ganzen Kompetenzzentrums soll die Befreiung eines Jungen in den USA sein? Und deswegen ist Deutschland Rückzugsraum und das wegen der fehlenden Vorratsdatenspeicherung? Ich hab ja schon viel Unsinn gelesen, aber hier gilt ja nur noch: Hallo, Mc Fly, jemand zu Hause?

Liebe Rheinische Post, was Ihr hier macht, kann man nur noch mit Kopfschütteln quittieren. Ihr lasst Euch vor den politischen Karren spannen, mit dem unsere Freiheit im Namen einer nicht echten “Sicherheit” abgebaut wird und hinterfragt das nicht einmal im Ansatz?