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Archiv für die Kategorie ‘1984’

Bürgerkriegsähnliche Notwehrzustände?

22. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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In der Zeit ist ein interessanter Artikel vom Strafrechtler Dr. Berster erschienen, der sich mit der Frage auseinandersetzt: Ist Notwehr gegen die NSA zulässig?

Wenig überraschend kommt er zu dem Fazit, dass sie das ist. Und zwar auf Grund des Versagens oder Unwillens des Staates, seine Bürger zu schützen:

Auf unseren Fall gewendet erscheint damit die Rechtslage klar: Das fortlaufende Abhorchen begründet einen gegenwärtigen vieltausendfachen Angriff auf das informationelle Selbstbestimmungsrecht einer Vielzahl von Geschädigten, und Bürger B. setzt, nachdem ihm die mildere Option obrigkeitlicher Hilfe versagt wurde, von den ihm noch verbliebenen Mitteln das mildestmögliche ein. Seine Tat wäre demnach gerechtfertigt.

Sein Beitrag endet mit einem butterweichen Appell an eine Regierung, die ihn nicht hören will:

Darum, liebe Bundesrepublik, erfülle deinen Zweck und hilf! Denn wenn du uns nicht hilfst, dann könnten Bürger vom Schlage des B. auf die Idee kommen, uns zu helfen – und dann helfe uns Gott.

Und das geht leider meilenweit am Kern vorbei und vernichtet einen Großteil der positiven Effekte des Artikels. Denn statt einen solche hilflosen Appell an die Regierung zu richten, wäre es womöglich besser gewesen zu prüfen, ob und wie wir Bürger und die Gerichte die Bundesregierung zum Handeln zwingen könnten.

Denn eine “Notwehr” gegenüber den Amerikanern in Deutschland würde blitzschnell in eine Gewaltspirale eskalieren, wie wir sie gerade in anderen Ländern beobachten können. Das Ergebnis wäre, dass der Deutsche Staat, der uns nicht schützen will, die Amerikaner mit aller Macht (aka Gewalt) schützen würde. Was daraus erwachen kann, vermag ich mir nicht vorzustellen.

Aber selbst wenn wir im Zuge der “Notwehr” erst die Arbeit verhindern und schließlich die “Spione” aus dem Land vertreiben könnten (was ich nicht glaube), löst das nicht unser Problem. Denn, und hier greift der Beitrag von Berster eben viel zu kurz, es ist kein nationalstaatliches Problem. Die Ausforschung beginnt und endet nicht auf unserem Grund und Boden. Vielmehr sprechen wir hier von einem globalen Problem. Und selbst wenn wir uns komplett von Europa und dem Rest der Welt abschotten würden durch eine Mauer – dann wären es eben die Satelliten von oben.

Udo Vetter nannte den Beitrag in der Zeit mutig. Und ich frage mich wieso?

Der Beitrag ruft nicht zur Gegenwehr auf, er zeichnet nur ein juristisches Bild. Und das ignoriert auch noch, dass der Staat an sich geneigt wäre, den Notwehr-Tatbestand mit allen Möglichkeiten zu negieren. Der Beitrag geht auch auf keiner Weise auf Artikel 20 Absatz 4 unseres Grundgesetzes ein. Der Leser weiß hinterher, dass er zwar theoretisch das Recht hätte sich zu wehren – praktisch aber keine Chance habe. Und das Fazit lautet, wenn die Bundesregierung nicht handelt, die ja bis jetzt auch nicht gehandelt hat, käme es zwangsläufig zu Gewalt.

Im Grunde ist der Artikel in meinen Augen nur… heiße Luft.

 

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BSI, was geht?

21. Januar 2014 3 Kommentare
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Bisher war das BSI in meinen Augen eher unaufällig. Doch heute änderte sich das schlagartig:

Auf allen Kanälen dröhnt, dass das BSI eine riesige Identitätsklauwelle bemerkt habe und man möge ganz schnell prüfen, ob auch die eigene eMail-Adresse sammt Passwort von einem ominösen Bot-Netz geklaut wurden.

Dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik wurden von Forschern und Strafverfolgern Daten übergeben, die auf millionenfachen Identitätsdiebstahl hinweisen. Insgesamt sollen 16 Millionen digitale Identitäten betroffen sein. Nutzer können auf einer vom BSI eingerichteten Webseite überprüfen, ob sie betroffen sind.

Ich kann den Wert von gültigen Postfächern einschätzen. Und dabei geht es keineswegs um Spam, denn wer Zugriff auf Mails hat, hat mehr Möglichkeiten als eine SPAM-Schleuder zu bauen. Und trotzdem stinkt hier irgendwas:

  • Wenn es ein solches Botnetz gibt, müsste man den Menschen mitteilen, welche Betriebssysteme und Geräte betroffen sind: mein Windows-PC, Linux, MacOS oder doch Android / iOS auf meinem Smartphone? Weiß ich das nicht, weiß ich nicht wo ich Gegenmaßnahmen ansetzen soll.
  • Woher kommt die Datenbank im Klartext? In der Presse liest man von “Sicherheitsbehörden und Forschern”. Aber haben die ernsthaft einen Klartext-Dump gefunden? Ist das Botnetz noch aktiv?

Die Aufforderung, seine Mailadresse zu prüfen greift viel zu kurz. Denn nur das Ändern des Mailpassworts hilft kaum weiter. Es müssen mehr Infos her. Zum Beispiel auch, welche Virenscanner-Signaturdateien den Schädling schon finden können. Oder ob die Kommunikation über bestimmte (blockbare) Ports läuft. Oder oder oder.

Mit den spärlichen Infos durch das BSI wird eine große Unsicherheit geschürt und einer Panik Vorschub geleistet wie sie entsteht, wenn Menschen Angst vor abstrakter Bedrohung haben.

Damit erweist das BSI sich und uns einen Bärendienst.

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Liebe Firma AVM…

21. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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… Ich mag Euch und meine Fritzbox. Sehr. Doch etwas verstehe ich nicht:

Warum kann ich. Eine VPN-Verbindung ZU der Box und damit meinem Netz einrichten. Aber nicht andersherum:

Ich würde gerne meine VPN-Daten auf der Box ablegen, damit der gesamte ausgehende Verkehr über meinen VPN-Anbieter geht.

So muss ich das an jedem Endgerät einzeln einrichten. Was in meinen Augen doch vermeidbarer Aufwand ist, oder?

Oh, und TOR  wäre auch toll :)

Hochachtungsvoll,

ich

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Die perverse Logik der Überwacher

15. Januar 2014 2 Kommentare
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Das Spiel, dass die NSA und andere Geheimdienste mit uns spielt, erinnert fatal an die Diskussion um Websperren. So berichtet Heise gerade über die Expertengruppe, die Obama bei der “Reform” beraten soll:

Die Speicherung von Verbindungsdaten müsse nur einmal zur Abwehr eines Anschlags führen, damit sich der Aufwand gelohnt habe, sagte der ehemalige CIA-Vizechef Michael Morell.

Das kommt mir so verdächtig bekannt vor. Es erinnert mich an die Diskussionen um Vorratsdatenspeicherung und Websitesperren. Zugleich zeigt sie aber auch das wesentliche Problem: Es wäre doch furchtbar einfach für eine solche Methode Werbung zu machen, wenn es nachweisbare, qualitative und quantitative Ergebnisse gibt. Bleiben die aus, muss eben der Bullshit-Generator angeworfen werden.

Damit muss dann auch schnell und lautstark überdeckt werden, wenn der Einsatz von Überwachungstechnik sogar das Gegenteil erreicht. Die Zeit schreibt:

Die massenhafte Telefonüberwachung seitens des Geheimdienstes NSA hat nach Ansicht der New America Foundation bislang nur wenig dazu beigetragen, Anschläge zu vereiteln. Wie die Washington Post berichtete, untersuchte die Denkfabrik 225 Terrorismus-Fälle seit den Anschlägen vom 11. September 2001.

Die Organisation komme zu dem Schluss, dass die Ermittlungen meistens durch traditionelle Strafverfolgungs- und Fahndungsmethoden angestoßen worden seien. Dagegen habe das Sammeln von Telefondaten seitens der NSA “keinen erkennbaren Einfluss auf die Verhinderung von Terrorakten gehabt”.

Während also keine Erfolge zu verzeichnen sind, werden zugleich wichtige Ressourcen, allen voran Mitarbeiter und Geld, in diesen Überwachungsmaschinen gebunden und verbrannt.

Die, da bin ich mir sicher, durchaus einen Sinn und Zweck haben. Nur nicht den, den man uns verkaufen will, nämlich das Leben sicherer zu machen. Wie die jüngsten Toten im Drohnenkrieg leider plakativ belegen.

Vollends pervers wird es dann, wenn eine Regierung, ja UNSERE Bundesregierung in dem letzten verlinkten Artikel dann ein solches Statement von sich gibt:

Die Bundesregierung betrachtet die Tötung von Deutschen, die sich in der pakistanischen Provinz Waziristan gewaltbereiten Gruppen anschließen, als legitim. Dies gelte auch dann, wenn sie nicht unmittelbar an Kampfhandlungen beteiligt seien. “Wer nach Waziristan geht und dort umkommt, ist selbst schuld,” formulierte ein hoher Beamter des Bundesinnenministeriums im vergangenen Dezember.

Das zeigt meiner Meinung nach, dass wir jetzt nicht leise werden dürfen. Und das wir auch die Geschehnisse in Deutschland wieder auf den Monitor holen müssen. Denn aktuell, so scheint es, ist der Fokus auf die NSA gerichtet – sehr zum Gefallen derer, die in Europa nichts anderes machen. Und es geht nicht nur darum, die “Herrschaft im Internet” zurück zu gewinnen und die demokratischen Möglichkeiten dieses wunderbaren Mediums auszubauen.

Es geht darum, ein weltweites abdriften der demokratischen Staaten in geheimdienstlich gesteuerte Polizeistaaten zu verhindern…

Nichtnachricht des Tages: Die USA verweigern sich dem No-Spy-Abkommen

14. Januar 2014 1 Kommentar
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Und eigentlich könnte hiermit alles gesagt sein:

Die SZ, und in der Folge alle möglichen Medien, berichtet heute, dass das No-Spy-Abkommen mit den USA zu scheitern droht:

Das geplante No-Spy-Abkommen der Bundesrepublik mit den USA droht zu scheitern. Dass die beiden Länder gegenseitige Spionage nicht vertraglich ausschließen können, sorgt für Empörung.

Allerdings bin ich geneigt, die Partei übergreifende Erregung als Kasperletheater abztun. Oder wie Knuddelbacke auf Twitter schreibt:

Denn ehrlich betrachtet:

  1. War die Regierung nie überrascht
  2. War und ist die Regierung nicht an Aufklärung interessiert
  3. War und wird niemand mit den USA auf Konfrontation gehen.

Wobei vor allem letzteres spannend ist. Denn mit den im Moment auszuhandelnden “Freihandelsabkommen” (die aus anderen Gründen eine Katastrophe sind), hätte man ein gewichtiges Pfund in der Hand. Außerdem könnte man den SWIFT-Transfer einstellen, die Abkommen zur Fluggastdatenspeicherung auflösen und so weiter. Denn, weltpolitisch gesehen, braucht die USA Europa dringender als wir die USA.

Gleichwohl hat kein mächtiger Politiker in Deutschland oder der EU genug Arsch in der Hose, jetzt wirklich aufzustehen und zu sagen: Okay, dann eben keine Daten mehr von uns. Oder: Okay, dann geben wir Snowden Asyl und lernen aus seinen Aussagen, wie wir uns schützen können.

Es sagt mehr als genug über Deutschland aus, wenn man heute in der Zeit liest, wie der frühere Bundesinnenminister Friedrich darüber denkt:

“Ich hatte übrigens wichtigere Themen als die NSA-Affäre”, sagte Friedrich dem Münchner Merkur. Die größeren Aufgaben während seiner Amtszeit seien die Zuwanderung nach Deutschland, Fragen der Integration und die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden gewesen, sagte der CSU-Politiker.

Klar, die Integration und Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden ist wichtiger. Denn man will ja nicht zu sehr in den Rückstand kommen und möglichst gut mitschnüffeln können.

Denn, auch das muss jedem klar sein: Die deutschen Organe schnüffeln nach innen und außen nicht weniger als andere Länder das tun. In sofern ist man froh, dass sich die Wut auf die USA konzentriert und man jetzt entrüstet tut. Weil man zugleich Angst hat, dass mal jemand sehr aufmerksam dahinter schaut, wie es eigentlich in Deutschland, Europa oder sonstwo ist.

Folglich ist das Problem auch nicht nationalstaatlich zu lösen. Aber gleichwohl wäre es ein Anfang, wenn Deutschland jetzt mal die transparente Nation geben würde und auf den Tisch legen würde, wie hier die eigenen Bürger ausgeforscht werden.  Denn dann könnte man auch offen darüber diskutieren, warum viele Skeptiker (mich eingeschlossen) direkt an “Wahlmanipulation” denken, wenn sie lesen, dass die CDU/CSU gerne Wahlen über das Internet einführen möchte.  Und damit die perfekte Plattform schafft um erstens das Wahlgeheimnis auszuhöhlen und zweitens die relativ gute Absicherung der Integritäte unterminieren würde.

Denn das tiefe Misstrauen gegenüber Regierungen wird sich weiter ausbreiten. Weil immer mehr Menschen betroffen sein werden und dann auch das “ich hab nix zu verbergen” nicht mehr ziehen wird. Und um das zu verhindern, versucht man jetzt PR-mäßig den Schwarzen Peter an die USA zu geben. Oder wie man im Internet sagt:

Schau! Dahinten! Ein zweiköpfiges Eichhörnchen!

 

 

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So verschlüsseln Informanten nicht sicher – danke Spiegel!

8. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Auf Spiegel Online gibt es eine Unterseite, wie man Informationen an den Spiegel verschlüsselt. Und die ist leider unbrauchbar.

Grundsätzlich ist zwar der Einsatz von TrueCrypt durchaus ein Mittel der Wahl, wenn man verschlüsselte Informationen übergeben will. Das scheitert hier aber daran, dass der Spiegel vorschlägt, die CD/DVD mit dem Container doch einfach per Post zu schicken und das Passwort mit getrennter Post.

Das ist natürlich Blödsinn. Denn das würde voraussetzen, dass die Post nicht abgefangen wird. Was eine ziemlich naive Ansicht darstellt.

Besser wäre gewesen, den Schlüssel ausschließlich im persönlichen Kontakt zu übergeben. Oder, wenn das scheitert, sicherzustellen, dass Datenträger und Schlüssel auf grundsätzlich unterschiedlichem Weg ankommen.

Noch simpler wäre natürlich gewesen, wenn Spiegel Online einen PGP-Key hätte. Denn dann könnte man den Schlüssel verschlüsselt als eMail senden. Oder gleich die Information als eMail, verschlüsselt mit PGP.

Also, lieber Spiegel, gut gemeint ist nicht gut gemacht.

Argumente? Welche Argumente?

3. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Letzte Tage habe ich die Frage in den Raum gestellt, ob ich irgendwas verpasst habe. Inzwischen würde ich sagen: Ja, ich muss irgendwas verpasst haben.

Gerade lese ich von Chris Sickendieck auf Twitter:

Und wenn man dem Link folgt, landet man in einem Artikel, der folgende Maßnahme ankündigt:

Die Hamburger Polizei stellt sich erneut auf ein arbeitsreiches Wochenende ein – und trifft daher Vorkehrungen: Ab Sonnabendmorgen, 6 Uhr, werden große Teile Hamburgs zum Gefahrengebiet erklärt. Diese Maßnahme gilt lageabhängig bis auf Weiteres und betrifft vor allem die Region Altona, St. Pauli und Sternschanze.

Äh Gefahrengebiet? Was ist das denn und was hat es damit auf sich? Wer jetzt aber denkt, in dem Artikel würden sachliche Informationen vermittelt, der irrt. Vermutlich direkt per CTRL+C CTRL+V aus einer Pressemitteilung geklöppelt liest man:

Durch die Einrichtung eines Gefahrengebietes können relevante Personengruppen einschließlich ihrer mitgeführten Sachen überprüft und aus der Anonymität geholt werden. Zudem können Platzverweise erteilt, Aufenthaltsverbote ausgesprochen und Personen in Gewahrsam genommen werden.

Was ist das denn für ein Schwampf? Kann ja sein, das ich mich irre aber hat die Polizei nicht schon jetzt das Recht Personen und deren Personalien zu prüfen und bei Bedarf Platzverweise zu erteilen? Oder die legendären “Gefährder” in Gewahrsam zu nehmen?

Aber hey, kein Grund zur Aufregung:

“Die Kontrollen werden wie gewohnt mit Augenmaß durchgeführt (…)”, teilte die Polizei Hamburg mit.

Na dann ist ja alles gut. Oder doch nicht?

Die Wikipedia kennt Gefahrengebiete nämlich nur aus der Luftfahrt. Und selbst wenn man das anwenden würde, fehlt hier schon die zeitliche Bestimmtheit.

Sucht man mit Google dann nach “Polizeirecht Gefahrengebiet” um mal zu erfahren auf welcher Rechtsgrundlage ein solches Gebiet bestimmt und letztlich umgesetzt wird, erhält man erst mal nur Links die Hamburg betreffen. Und selbst beim Republikanischen Anwaltsverein findet sich keine wirklich Rechtsgrundlage.

In dem Fall muss dann die Frage erlaubt sein, ob Chris nicht recht hat mit seinem Vergleich zu einem Polizeistaat. Oder ob man nicht gar vom Unrechtstaat sprechen muss.

Und es ist ein Mal mehr extrem bedauerlich, dass ich hier im Blog solche Fragen stellen muss. Und nicht die Vierte Gewalt sie gestellt hat – sondern nur vorbehaltlos übernommen hat, was da aus dem Fax quoll.

 

Was mir in der NSA-Diskussion fehlt

3. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Alle Welt redet über die NSA: Abgehörte und nachverfolgte Telefone, mit Schadcode präparierte Websites. Mit Radar ausgelesene Computer und Super-Computer zum Knacken von Verschlüsselungen.

Fällt Euch was auf?

Dabei geht es nur um Technik, relativ abstrakt, aber austauschbar. Ich gebe Dir mein Handy, Du nutzt meinen Computer.

Mir fehlt in der aktuellen Diskussion ein Schlaglicht auf die Frage, welche Arten von “persönlichen” Daten die NSA und die übrigen Mitspieler der FiveEyes eigentlich noch speichern.

Konkret die Frage: legt die NSA, legen die anderen Geheimdienste DNA-Datenbanken an? Wenn man an die “Riechproben-Datenbanken” der STASI denkt, ist doch eine DNA-Datenbank nur der logische Schritt. Also eine Datenbank die nicht den Regeln unterworfen ist, wie sie z. B. für unsere Polizeien gelten.

Und wie ist das mit biometrischen Daten? Es würde die Auswertung der Video- und Bilddatenbanken viel leichter machen, wenn man umfangreiche Daten über die Menschen in den USA und auf der Welt sammelt. Die werden in den letzten Jahren ja dank biometrischer Pässe auch noch frei Haus geliefert. Wie ist das mit Stimmmustern?

Aktuell Diskutieren wir über Daten, deren Erzeugung wir vielleicht nicht mehr verhindern, aber minimieren können. Worüber wir noch nicht reden sind die Daten die uns als Menschen aus machen. Und die wir nicht verändern oder ablegen können.

Will mir doch keiner erzählen, die wären nicht interessant, oder?

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Good Bye WhatzApp – Hello Threema

3. Januar 2014 3 Kommentare
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Als ich damals meinen Facebook-Account löschte, viel mir das relativ leicht. So eine Datenkrake braucht kein Mensch und um mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben, gibt es andere Wege. Mail, Blog, aber vor allem “Instant Messaging” (IM).

Zu den Vätern des IM gehört die SMS. Das Problem ist, dass gerade in Deutschland die Netzbetreiber inzwischen (oder noch immer) völlig irre Vorstellungen davon haben, was SMS kosten sollen. Für die Nutzer der Apple-Welt gibt es das formal kostenlose iMessage, ein Internet-basiertes SMS, dass jedoch nur in der Apfelwelt verfügbar ist.

Eine Alternative ist da WhatzApp, dass sich seit meiner ersten Installation zu einem defacto-Standard entwickelt hat: Schnell zu installieren, meistens kostenlos zu haben und weit verbreitet: Inzwischen haben aus meinem Telefonbuch mehr als 150 Leute die Software im Einsatz. Mal schnell einen Text, ein Bild, ein Video oder Geodaten gewhatzappt und gut ist.

Allerdings leben wir im Jahr 2014 unter dem bleibenden Eindruck von 2013, Snowden und der NSA-Affäre. Die macht auch vor WhatzApp nicht halt: Auf der einen Seite ist WhatzApp schon auf Grund seiner Nutzerzahlen ein beliebtes Ziel für (staatliche und private) Hacker. Dazu kommt, dass die Firma hinter Whatzapp nicht gerade für sichere Kommunikation bekannt ist. Und als wäre das nicht genug, leistet sie sich immer wieder Schnitzer, die einfach unnötig sind und das Vertrauen untergraben, dass man haben muss. Vertrauen in die Firma, nicht zu spionieren und vertrauen in die Firma schnell und gut mit neuen Problemen umzugehen. Beides leider nicht gegeben.

iMessage ist leider auch keine Lösung: Selbst wenn ich nur Apfelfreunde hätte, was ich nicht habe, wäre es keine Option. Spätestens seit im Schatten der NSA-Affäre deutlich wurde, dass auch die Verschlüsselung bei iMessage nicht hält, was sie verspricht. Und so kann Apple mitlesen.

Am 31. Dezember habe ich dann getwittert:

Und da fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren: Für SMS gibt es sowas doch – Threema!

Threema ist wie WhatzApp und doch völlig anders. Durch den Einsatz einer asynchronen Verschlüsselung ist gewährleistet, dass die Kommunikation wirklich nur von Sender und Empfänger gelesen werden können.

Dafür wird bei der Installation ein öffentlicher Schlüssel und ein privater Erzeugt. Den öffentlichen kann  ich wie bei PGP beliebig verbreiten, denn er dient nur dazu, Nachrichten an mich zu verschlüssen und Nachrichten von mir als Absender zu verifizieren. Entschlüsseln kann ich die Nachrichten nur mit meinem privaten Key, der mein Telefon nicht verlässt.

Natürlich ist hier die Schwachstelle offenkundig der Key auf dem Telefon, aber 100% Sicherheit ist illusorisch.

Der gesamte Ver- und Entschlüsselungsteil ist transparent, das heißt als User sehe ich nix davon und höre ich nix davon. Besonders schön ist aber, dass ich persönliche Kontakte mit einer integrierten Funktion (via QR-Code) auf eine höhere Sicherheitsstufe heben kann, als “nur” per Mail oder Telefon  bekannte Kontakte – das ist für Menschen wie mich wichtig.

Was auch auffällt ist, dass es kaum Nutzer gibt. Das ist leider auch logisch, denn wie Facebook und Twitter hat WhatzApp durch den defacto-Standard die kritische Masse User: Alle meine Freunde sind ja da, also auch ich. Trotzdem darf gerade 2014 eine solche Bequemlichkeit nicht über der Sicherheit stehen. Und es gab auch mal eine Zeit, wo man die Leute überzeugen musste, WhatzApp  zu nutzen. Also überzeugen wir (ich?) sie jetzt gerne, zu wechseln.

Ich habe gestern die wichtigen Kontakte auf Threema hingewiesen und die ersten haben schon gewechselt. Einige Bekannte waren sogar schon da. Toll, solche Freunde und Bekannten zu haben!!!

WhatzApp lasse ich jetzt noch bis Ende des Monats mitlaufen, danach fliegt es runter. Und deswegen an dieser Stelle ein Good Bye: Ich hatte eine schöne Zeit mit dem Tool, aber das Bessere ist der Feind des Guten und Threema bietet einfach eine deutlich höhere Sicherheit bei gleichem Komfort.

Von daher: hello Threema, ich hoffe wir werden gute Freunde :-)

Keine Anhaltspunkte für flächendeckende Überwachung

2. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Ich liebe es ja, wenn MaHa Politikersprech auseinander nimmt. Und wenn ich dann den Pofalla sehe frage ich mich ernsthaft, wie sich ein ganzes Volk von so jemandem (in die Irre) leiten lassen kann. Da stimmen Aussehen und mein Eindruck ausnahmsweise mal überein:

Google, Du eklige Datenkrake!

2. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Es gibt ja Dinge, die hasse ich wie die Pest. Zum Beispiel, wenn sich Malware auf meinem Rechner einmistet.

Malware ist nach meinem Verständnis Software, die nicht das tut was ich will. Eine solche Software könnte zum Beispiel alle meine Fotos ins Internet hochladen wollen. Deswegen war ich extrem angefressen, als ich heute einen solchen Fiesling auf meinen Rechner fand.

Irritiert hat mich allerdings, dass der von Google kommt:

google

Ich glaub ich spinne: Ich habe auf meinem Notebook Google Earth und Picasa 3 von Google. Und beide Programme haben mich mit Sicherheit nicht gefragt, ob sie mir so einen Scheiss installieren dürfen. Und schon gar nicht heute:

google2

Gut, kann man ja deinstallieren. Und Google Earth gleich mit. Und Picasa auch. Wo man auch sein kostenpflichtiges Abo gleich kündigen kann. Andere Firmen haben auch Internetalben.

Flickr scheidet aus, weil ich dafür ein Yahoo-Konto brauche, das zwingend eine Handynummer will. No need for this shit.

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Na? Auch Kinderpornos und Terrorpläne auf dem Notebook?

2. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Manche Nachrichten aus den U.S.A., Land of the Free und Home of the Brave können mich schon gar nicht mehr überraschen. Sie sind einfach… zu absurd.

So urteilte ein Richter in den USA gerade, dass die anlasslose Beschlagnahme und Durchsuchung von Notebooks rechtens ist. Heise dazu:

Richter Korman begründete seine Entscheidung (PDF) damit, dass im 21. Jahrhundert die gefährlichste Schmuggelware oft in Laptops und anderen elektronischen Geräten enthalten sei – zum Beispiel terroristisches Material und Kinderpornografie.

Selbst wenn es hier und da Vollpfosten geben sollte, die unverschlüsselte und unversteckte Dateien solcher Ausprägungen mit sich führen, ist es doch überraschend wie hier wieder mit den alt bekannten Standardargumenten der Kinderpornografie und des Terrorismus immer weitere Einschränkungen durchgepeitscht werden.

Denn ein Notebook / Tablet / Smartphone ist heute weit mehr, als es früher war. Es ist heute i. d. R. Container des privaten Leben: Die Adressen und Termine gab es auch früher. Aber auch (schlüpfrige) Kommunkation mit der Herzdame oder dem Herzbuben dürfte heute auf dne meisten Geräten zu  finden sein. Vielleicht andere Daten, die keineswegs kriminell sind – gleichwohl aber schützenswert, weil ich nicht will, dass irgendein übereifriger Grenzer in meinen Daten wühlt und sich daran aufgeilt.

Witziger Weise wird eine andere Komponente scheinbar völlig ausgeschlossen: Das die steigenden Kontrollen zunehmen, weil der Druck sich am Material fremeder Menschen zu ergözen und aufzugeilen, so viel einfacher befriedigt werden kann. Denn einen Schutz davor, dass die Daten kopiert werden und dann u. U. weitere Verbreitung finden, der ist komischer Weise nicht vorgesehen. Meine Datenträger werden mir weggenommen, meinen Sinnen entzogen und irgendwann bekomme ich sie wieder.

Was bis dahin damit passierte, weiß und sagt niemand.

Wenn ich solche Nachrichten lese, juckt es mich einmal mehr in den Fingern, Euch aufzufordern auf _allen_ Rechnern und Geräten starke Kryptographie einzusetzen. Wann immer möglich.

Und da wo es nicht  möglich ist, keine privaten Daten speichern. Auch keine Fotos. Keine Nachrichten. Nichts. Auch wenn Löschen oft nicht vor professioneller Wiederherstellung schützt, ist es oft der erste Eindruck, der zählt: Jemand der in Eure Endgeräte schaut, hat i. d. R. kein professionelles Equipment und nimmt nur, was er ohne Aufwand nehmen kann. Und glaubt bloss nicht, das könnte Euch nur in den USA passieren – Handys werden auch in Deutschland gerne  mal kontrolliert. Ganz gleich, ob das Bundesverfassungsgericht anderer Meinung ist oder nicht.

Von der Wirkungslosigkeit von Pornofiltern

28. Dezember 2013 Kommentare ausgeschaltet
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Manchmal ist das ja schon mehr als kurios. So zum Beispiel die sich wieder ausbreitende Prüderie. Und in deren Schatten die Einführung von “Pornofiltern”. Das die genau so nicht funktionieren, dafür aber erhebliche Nebenwirkungen haben – davor warnen Experten ja schon lange. Und jetzt kann man es in der Nachbarschaft beobachten, denn die Briten legen sich gerade mit Ankündigung auf die Fresse:

 

Mehr…

Weihnachten 1984

25. Dezember 2013 Kommentare ausgeschaltet
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In seiner viel beachteten Weihnachtsansprache, spricht Edward Snowden davon, dass die Kinder von heute keinen unbeobachteten Moment mehr haben werden:

Aber ist es wirklich so schlimm? Mehr…

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Die NSA überwacht Handys? Nein? Doch! Oh!

6. Dezember 2013 1 Kommentar
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Wie jetzt?

Die NSA überwacht Handys? Weltweit? Und erstellt Bewegungsprofile?

Manchmal weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Vor allem angesichts solcher Nachrichten und der Überraschung die manche Leute empfinden.

Hallo WACH WERDEN!!!!

Natürlich überwacht die NSA Handys. Und nicht nur die. Und das ist absolut logisch und keineswegs überraschend. Denn warum soll ich Menschen “verwanzen”, wenn die  so nett sind, ein Gerät mich sich herum zu tragen, dass (fast) genau so gut ist? Klar, die räumliche Genauigkeit ist ewas geringer, dafür bekomme ich aber den Benefit des sozialen Graphen, wenn sich Handys gemeinsam durch Zellen bewegen.

Und natürlich überwacht jeder Geheimdienst und jede Sicherheisteinrichtung, die die Möglichkeit hat, Mobiltelefone. Und hört die auch gerne mal ab. Das das geht ist einer Schnittstelle für “Lawful Interception” zu verdanken. Auf gut Deutsch “Legals Abhören”. Das unterscheidet sich nur dadurch, dass es den “Hackern im Auftrag der Dienste” leicht gemacht wird: Sie müssen keine Sicherheitseinrichtungen überwinden, sondern bekommen alle Daten die sie sich wünschen direkt ausgeleitet. Und ja, auch die deutschen Dienste bedienen sich.

Wißt Ihr was mich am meisten ärgert?

Die gespielte Überraschung und die beispiellose Gleichgültigkeit.

“Trifft mich nicht, ich bin ja kein Terrorist!”

Bis dann das nächste Mal der Gentest ruft, weil man versehentlich zur falschen Zeit in der falschen Funkzelle eingebucht war…

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