
Da bin ich wieder. Müde und sehr müde, erschöpft vom vielen Fahren und nicht von den Frauen, wie manch einer glauben mag.
Die 3 Tage Hamburg / Kiel und Umgebung waren sehr… eigen. Fangen wir von vorne an? Wir fangen von vorne an. Und es wird Namen geben. Und pikante Details. Und noch pikantere Zitate. So stay tuned und be on guard

In Hamburg angekommen, war erstmal scheiss Wetter. Die gute Nachricht vorweg, das blieb auch so bis ich gefahren bin. Ich mag ja keine schnellen Änderungen. Außerdem paßte das zu meiner Einstellung zu Hamburg. Ich war seit etwa 1000 Jahren nicht mehr da und das aus gutem Grund, zu viele Erinnerungen. Auf dem Weg nach Kiel und heute bin ich dann auch noch insgesamt 4x an einem Ort mit dem klangvollen Namen “Hohenwestedt” vorbeigekommen. Auch das ein Ort, den ich am liebsten weiträumig umfahren würde. Schwer das zu erklären und sicherlich eher was für einen ganz eigenen Eintrag.
Richtig doof wurde es aber, als ich im Hotel angekommen bin. Eigentlich wollte und sollte ich ja im “Gastwerk” unterkommen. Uneigentlich gab es aber die berühmten Kommunikationsprobleme und so bin ich letztlich in einem anderen 4-Sterne-Hotel eingebucht worden, dem “Hotel Alte Wache“.
Und ganz ehrlich? Ich dachte, mich trifft der Schlag. Denn mein Einzelzimmer zu einem nicht unerheblichen Preis sah dann so aus:

BXTXH = 2,5mx2,5mx2,5m
Das kann doch nicht deren ernst sein. War es dann aber leider doch. Begleitet von WDR4 im Restaurant, was der Grund war, warum ich extern gefrühstückt habe. Hallo, das soll ein Einzelzimmer in einem 4-Sterne-Haus sein? *AUFREG*
Na egal, Koffer abgeladen und fluchtartig nach Kiel gefahren, wo ich dann auf Rini und ihre beste Freundin getroffen bin.
Die Geschichte ist eigenartig. Ich meine, wenn man jemanden nur virtuell aus dem Netz kennt, hat man ein unscharfest Bild und eine gewisse Vorstellung. Natürlich hört man auch das eine oder andere und ich wußte, dass Rini das zweifelhafte Vergnügen hatte, von einem Nordhorn mit vermeintlichen Infos über mich versorgt worden zu sein.
Wenn ich sagen würde, ich war leicht angespannt, ist das die Untertreibung des Jahres. Aber total. Ich war schlicht nervös.
Völlig grundlos. Nicht nur, dass die Freundin mit dem interessanten Auge auch noch ein extrem ansteckendes Lachen hat und sicherlich ein guter “Eisbrecher” war. Sondern auch, dass Rini alles übertrifft, was man von einem Menschen erwarten kann. Sie hat mich einfach… umgehauen. Vor allem ihre sehr einfühlsame Art, die ihr hilft, in Menschen einfach hinein zu schauen, als wären sie offene Bücher. Und gleichzeitig sehr sensibel mit allen Möglichen Themen umgehen zu können. Sie ist schlichtweg jemand, mit dem man beim reden die Zeit vergisst und wenn man sich dazu noch die Planetenringe ansieht, die Ihre Iris zieren, ist es ruck zuck mitten in der Nacht. Sie ist einfach… wahnsinn. Super intelligent, sehr selbstsicher ohne jede Spur von Arroganz. Und ganz anders als ich, nämlich richtig kreativ und einfach nur bemerkenswert.
Ich habe sie dann heim gebracht und wehmütig verabschiedet. Unglücklicherweise mußte ich ja noch 140km zurück zum “Hotel”. Hätte aber eigentlich auch im Auto schlafen können
Dienstag war dann die Veranstaltung von Business Objects, wegen der ich ja da war. Frisch und ausgeruht dort aufgeschlagen und mich direkt wohlgefühlt.
Nicht nur, dass das Publikum mir sehr sympatex war, auch die meisten Vorträge waren sehr gut. Dabei war sogar einer, der mir einen spontanen Einfall brachte. Den habe ich danach mit dem Referenten abgesprochen, der auch direkt einverstanden war. Kann es zwar noch nicht genau beziffern, aber wenn es läuft wie ich denke das es laufen wird, habe ich dem Steuerzahler (Euch Deppen!) einen nicht unerheblichen Betrag gespart.
Während der Veranstaltung gab es ein paar kleine Momente, die ich persönlich sehr lustig fand. Kennt jemand “Bullshit-Bingo”? Das hätte man da toll spielen können, habe ich mit der jungen Frau neben mir dann auch ausgiebig belacht. Dazu kamen dann englische Kunstwörter mit deutschen Schreibfehlern (-t statt -ed zum Beispiel) oder lustige Unmöglichkeiten wie “die sich näherenden Parallelen”. Spaß von früh bis spät
Abends dann noch lecker Essen und dabei dann auf Mauzi getroffen und sie mit Leuten bekannt gemacht, die für sie sicherlich interessant sein könnten. Flugzeugbauer, Unternehmensführer, Hotelberater auf den Malediven. Halt alles was man so braucht. Dann habe ich sie nach Hause gebracht, weil sie selber ja von einer anstrengenden Veranstaltung kam.
Wieder in Richtung Hotel, noch ein wenig Hamburg bei Nacht mitgenommen. Geschlafen. Nicht im Hotel gefrühstückt. Dann wieder hoch zu Mauzi gefahren und mit ihr ein frühes Mittagessen in einem bekannten Schnellrestaurant welches nicht den goldenen Doppelbogen im Logo führt eingeworfen, nachdem mir mal so richtig schlecht war. Das Essen dort zu bekommen war eine eigene Geschichte. Schonmal personalisierte Menüs bei jemandem bestellt, dessen Deutsch sich auf “Pommes oder Cola” beschränkt?
Geklönt, noch einen Tee getrunken. Was ich an Mauzi so mag ist, dass sie voll im Leben steht. Nicht nur ein schönes Häuschen hat, sondern auch in anderen Dingen den perfekten Blick für das wesentliche hat. Sie ist einfach jemand der Wissen teilt und Unwissen durch Fragen beseitigt. Ich würde sie gerne mal live im Job sehen, weil ich denke sie ist mit dem was sie macht mit Sicherheit die Beste, die ihre Firma haben kann. Sie strahlt einfach Erfahrenheit, Wissen, Gutmütigkeit aber auch Neugier, Durchsetzungsvermögen und eine Aura des Respekts aus.

Und dann mußte ich schon wieder weiter, weil die Anfängerin auf mich wartete.
Wobei das nicht so ganz stimmt. Erstens wartete sie eher auf den Ordner den ich vorbei gebracht habe und zweitens war sie gerade erst von der Arbeit gekommen. Bemitleidenswert. Und das meine ich ernst.
Bei ihr dann einen lecker Kaffee bekommen, ein paar Insiderinfos über ihre neue Bleibe und die sehr gute Bücherauswahl bewundert. Dabei mit einem Ort ein Wort gehört, über das ich sie nochmal ausquetschen muss.
Leider ist auch da die Zeit wieder viel zu schnell rumgewesen und ich hatte ja noch 300km vor mir.
Ich war aber traurig gehen zu müssen, denn wie so oft hat sie nämlich nur sehr wenig gesagt und mich dazu verführt, mein Leben vor ihr auszubreiten, aber ich mag das. Bei ihr. Weil ich ihren messerscharfen Verstand so schätze. Aber leider hat sie auch definitiv für das Köln-Treffen abgesagt. Und das hat mir doch irgendwie… den Abend nicht versaut aber ich fand es sehr traurig.
Tja… und jetzt bin ich wieder daheim. Lese eMails, dass meine Firma einen neuen Namen hat – na da schau her, kaum ist man mal kurz nicht da… Außerdem gibt es Probleme mit meiner neuen Dienstkleidung, Entscheidungen wurden nicht getroffen und so weiter und so fort und morgen muss ich nach Dortmund, mir eine Klatsche abholen. Freitag dann eine weitere Besprechung, netter Weise aber um die Ecke.
Aber was ist das schon im Vergleich zu den wirklich schönen Tagen mit Rini, Mauzi und der Anfängerin? Euch Drei nochmal meine Hochachtung und Dankbarkeit. Seid Ihr doch die lebenden Beweise dafür, warum wir Männer nie Euch Frauen nie genug schätzen können…
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