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Archiv für Mai, 2008

Klimaschutz? Um welchen Preis?

30. Mai 2008 Kommentare ausgeschaltet
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Grundsätzlich bin ich ja schon lange der Meinung, dass wir zu bestimmten Themen von vorne bis hinten verarscht werden, allen voran von den großen Energieunternehmen und den ihnen hörigen Politikern. Auch wenn Münte ja seinerzeit der Meinung war, man dürfe Politiker nicht an ihren Wahlversprechen messen, das sei unfair, muss man sie doch immer und immer wieder auf das hinweisen, was sie von sich geben.

Heute: Das Merkel & die Ratspräsidentschaft

Erinnert sich noch jemand, dass Merkel mal EU-Ratspräsidentin war? Und das sie in dem Zusammenhang davon sprach, das CO2-Reduktionsziel 60-80% bis 2050 zu erreichen?

Ist noch nicht so lange her. Und natürlich NICHTS, aber auch GAR NICHTS als leere Worthülsen.

In NRW gibt es seit ein paar Wochen vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie ein tolles Dokument namens “Mit Energie in die Zukunft – Klimaschutz als Chance”, dass ich Euch hier erspare. Denn es steht nichts verlässliches drin und teilweise wird es gar RICHTIG absurd: Man erreicht in NRW Ziele, in dem man die vorgegebenen Zielmarken des Bundes auf sich herunterrechnet. Der Bund sagt nicht, wie sie das machen wollen und NRW erst recht nicht. Aber alles wird gut.

Noch absurder wird es wenn man liest, dass man seitens der Regierung glaubt, die Unternehmen wären sich ihrer Verantwortung bewußt und würden nach dem Neubau der Kohlekraftwerke die alten Dreckschleudern abschalten. Unternehmen & Verantwortung? Ich erinnere an Energieunternehmen, die ja sogar eigene Versprechen nicht mehr halten wollen und zudem: warum SOLLTEN die ein Kraftwerk abschalten, dass abgeschrieben ist, also voll in der Gewinnzone liegt? Aus betriebswirtschaftlicher Sicht wäre das blöde und solange das Land das nur im Rahmen der “empfundenen Verantwortung” erwartet… können wir lange warten. Denn schon den Aktionären gegenüber ist das Unternehmen quasi verpflichtet, die Dinger so lange und so profitbale zu fahren, wie eben möglich.

Nur um das mal eben zu relativieren: Du als PKW-Fahrer sollst demnächst nach CO2-Emission besteuert werden, während die Emissionszertifikate (die ein Unternehmen wie der Energieversorger mit 3 Buchstaben sehr viel Geld kosten würden, die das Land dann wunderbar für Klimaschutz verwenden könnte und die Summe würde unter Umständen sogar den Betrieb der Altkraftwerke UNRENTABEL machen!) weiter an die Unternehmen VERSCHENKT werden!

Es gibt jetzt ein interessantes Gutachten aus Aachen von der Firma EU-Tech, dass das Programm NRW mal auseinander nimmt. Ist sogar recht positiv zu lesen, denn wenn man WIRKLICH den Klimaschutz und damit den Schutz unserer Erde (!!!!) ernst nehmen würde, hätte das zum Beispiel im Bausektor sehr positive Auswirkungen und nicht nur da…

Anbei für interessierte das Gutachten:

Und eine kurze Zusammenfassung der Fraktion der Grünen:

Und dann ratet mal, wenn Ihr Formulierungen wie “Grundlage beider Szenarien ist ein Kraftwerkspark, der einen erhöhten Anteil regenerativer Energie enthält” lest UND Ihr wißt, dass alle großen Versorger gerade neue Kohle(!)-Kraftwerke bauen wollen oder gar schon dürfen, warum genau nichts passieren wird.

Solche Großkraftwerke haben eine Laufzeit von angenommenen 50 Jahren und ratet mal, womit ein Energieversorger mehr Geld verdient: Einem großen Dreckproduzenten oder vielen kleinen Kraftwerken, an denen am Besten noch Privatleute beteilit sind ;-)

Was aber scheinbar oft nicht bedacht wird ist: Selbst wenn wir NICHT heute anfangen, uns ums Klima zu kümmern, wir kommen doch gar nicht drumherum. Die Folgen “unseres” Zauderns sehen wir schon heute (gerade erst aus Krefeld von einer Freundin gehört, dass heute morgen ihr Auto Opfer eines Hagelsturms wurde) und zudem wird es einfach immer teurer, je länger wir warten. Und irgendwann können wir nicht mehr VORBEUGEN, irgendwann können wir nur noch Schäden begrenzen. Aber dann leben die Leute, die heute auf Kosten unseres Planeten ihren virtuellen Reichtum immer mehr mehren schon nicht mehr.

Bei der nächsten Wahl solltet Ihr das im Kopf haben. Denn es geht um unsere Zukunft. Und so doof das ist: Derzeit haben wir nur diese eine Welt!

Also, liebes Merkel: Ich messe Dich an dem, was Du sagst. Und erwarte entschlossenes Handeln.

Und weil ich weiss, dass es das von und mit Dir nicht geben wird, mußt Du weg von der Spitze. Gehst Du freiwillig? Danke.

[Kleiner Einwurf: Wißt Ihr eigentlich, dass wir noch wahnsinnig viele Nachtspeicheröfen in Betrieb haben? Alleine deren Energieverbrauch ist so unglaublich hoch, dass mir die Sprache fehlt. Aber guckt Euch das mal an: In Aachen ist der Wohnungsmarkt SO leergefegt, dass man jede noch so alte Bude zu utopischen Preisen vermietet bekommt. Ergebnis: Kein Renovierungsdruck. In Dortmund sieht das GANZ anders aus, auf Grund der hohen Fluktuation der Mieter etc. hat man dort massiv renoviert und saniert mit dem Ergebnis, dass von ca. 40.000 Nachtspeicheröfen schon die Hälfte weg ist. In Essen gibt es etwa genauso viele. Für welches der beiden Modelle man sich wohl dort entscheidet? Dortmund ist ein schönes Zeichen, dass der Wille der Einzelpersonen in der Summe genug Druck aufbringen kann. Aachen dagegen ein Zeichen, dass alles nix hilft, wenn der Markt nicht funktioniert…]

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Krieg ist Krieg ist

29. Mai 2008 Kommentare ausgeschaltet
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Krieg ist Krieg ist Krieg ist Krieg ist Krieg ist Krieg ist Krieg ist Krieg!

Keine Sieger.

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Liebe Sicherheitsbehörden!

28. Mai 2008 2 Kommentare
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Ich gestehe, ich nutze Verschlüsselungstechnologie für meine eMails. Und die nicht nur zum Signieren, also Unterschreiben, sondern auch um zu verhindern, dass Ihr meine eMails lest.

Auch wenn Euch klar sein muss, dass Ihr auch dann keine Chance habt sie zu lesen, wenn Ihr Euch physischen Zugriff auf meine IT gönnt, scheint die Wahrscheinlichkeit ja zu steigen, dass Ihr es dennoch versuchen werdet.

In dem Zusammenhang habe ich eine große, große, große Bitte an Euch: Verschont meine Türen! Die können nichts dafür, wirklich nicht und sind glücklich damit, sich Euch zu öffnen und hinter Euch zu schliessen.

Damit Ihr gar nicht erst die Notwendigkeit seht, hinterlege ich Euch einen Schlüssel unter der Fußmatte. Bitte nehmt den mit der BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) – Kennzeichnung, der ohne Schild ist für normale Einbrecher gedacht und es soll ja seine Ordnung haben.

Herzliche Grüsse von einem
Bürger, der wohl was zu verbergen hat!

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Indy 4 & ein Problem

27. Mai 2008 2 Kommentare
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Du weißt, dass Du ein Problem hast, wenn Du im Stau stehst und an Dir nicht nur Notärzte, Krankenwagen, ein Löschzug, div. Polizeifahrzeuge und schwere Schlepper vorbei fahren. Sondern auch der Krankenwagen langsam und ohne Blaulicht gegen den Verkehr zurück fährt.

Denn das bedeutet mit SICHERHEIT, dass es nach Vorne nicht geht. Und es bedeutet mit einer gewissen Sicherheit, dass der geladene Gast es nicht mehr eilig hat. Sogar so uneilig, dass man kein Blaulicht mehr braucht. Wenn Ihr versteht.

Aber gut, nachdem sich mein Chatpartner Banger zur Bandprobe verabschiedet hat, tue ich es andern gleich und blogge noch den ausstehenden Beitrag zu Indiana Jones IV, kurz Indy 4.

Ich war schon vor ein paar Tagen in dem Film und es nicht so leicht, eine Meinung zu haben, Was Darkyschatzi stört (die Erdmännchen), fand ich einen netten Running Gag. Bei anderen Dingen gehe ich voll mit Ihr einer Meinung, insbesondere bei der Atombombe vs. Kühlschranknummer. Das war nicht mehr übertrieben, das war peinlich.

Und das ist auch das eigentliche Problem an dem Film. In Teilen war es ein typischer Indiana Jones und damit vor allem für “Fans” der Reihe ein netter Unterhaltungsfilm. Auf der anderen Seite scheinen die Macher mittlerweile von bestimmten Dingen (Alines) einfach nicht mehr los zu kommen.

Im Grossen und Ganzen KANN sich den Film ansehen, wer einen nach wie vor grandiosen Harrison Ford sehen will. Es sollte ihn jeder gesehen haben, der Indiana Jones mit Erinnerungen an die eigene Jugend verbindet und stark genug ist, die Entäuschung nicht zu groß werden zu lassen.

Jeder andere, eigentlich jeder der solide Adventure-Unterhaltung sucht, sollte jedoch einen Bogen um den Film machen. Gute Technik und gute Stunts helfen einfach nicht über die Schwächen der Story (muss eigentlich jeder Held immer der Vater von irgend einem Deppen sein?) hinweg und auch die Darsteller sind nicht immer wirklich gut zu ertragen, was bei einigen sicherlich auch an der Synchronisation liegen mag.

Ergebnis: Gemischt. Nicht empfehlenswert, aber irgendwie halt dann doch Indiana Jones :-D

Und hey, gerade in diesem Augenblick informiert mich mein Navi, dass ich in einer Verkehrsstörung stecke und das die Autobahn gesperrt ist. Es ist auch nicht anzunehmen, dass ich das in den letzten 60 Minuten, die ich hier schon stehe, gemerkt hätte ;-) Und oh oh… EinsLive sagt, die Sperrung würde noch 2 Stunden (also mindestens bis 21 Uhr) andauern. Das reicht nicht mit den Akkus, fürchte ich. Hätte ich die doch nur nochmal aufgeladen… ;-)

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Sonde + Mars = E.T. ?

26. Mai 2008 Kommentare ausgeschaltet
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Hey wie geil: Die Amis haben wieder eine Sonde auf dem Mars gelandet und die funkt Bilder und sucht nach Leben.

Das setzt doch den Denkapparat in Bewegung. Stellen wir uns doch mal eine Welt vor, in der wir all das Geld, das wir für Krieg verbrennen nutzen, die Menschen auf gleichen Level zu heben UND aktiven Umwelt- und Naturschutz zu betreiben. Eine glückliche Welt ohne Grenzen und Zäune mit viel Grün.

Und dann stecken wir all das Wissen und Know how – für dessen Vermittlung an die Kinder wir dann auch genug Geld haben – in die Erforschung des Weltalls. Wenn vielleicht nicht direkt in den Besuch, aber doch wenigstens in den telekommunikativen Kontakt mit potentiellen Nachbarn. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass wir nicht allein sind dürfte höher sein als die, das es nur uns gibt.

Könnt Ihr Euch vorstellen, wo wir heute wären, wenn wir das schon seit vielen Jahren machen würden? Wenn wir eine tolerante, offene Gesellschaft wären? One Planet – One Nation?

Und dann… in wenigen Jahren schon… starten wir in die Tiefen des Weltalls. Eine Rasse von friedlichen, hyperintelligenten Mäusen Menschen.

Aber gut, verbrennen wir lieber unser Potential an Geld und jungen Menschen in Kriegen für alte Menschen im Irak, Afghanistan und wer weiss, wo als nächstes noch alles.

Ehrlich: 2008 Jahre nach der fiktiven Geburt einer Person, der man nachsagt, der Anfang von allem zu sein, sind wir kein Stück weiter. Nur, dass wir heute nicht mehr steinigen. Wir sind Human: Erschiessen, Giftspritze und der Strom. Und das hält uns auch in Zukunft auf diesem Planeten fest.

Und wenn dereinst die Sonne zu einem roten Riesen aufgeht und danach zu einem braunen Zwerg wird, wenn das Ende der Existenz unseres kleinen Universums naht, wir werden vermutlich immer noch Kriege um unwichtige Dinge führen und so beschäftigt mit “unseren” Territorien sein, dass das Ende vielleicht sogar eine Wohltat ist.

Oder… bekommen wir noch die Kurve? Fragen wir uns, warum so wenige so reich an dem werden, was die Erde für uns alle vorhält? Beginnen wir zu verstehen, dass Religionen coexistieren können? Beginnen wir, Grenzen abzureissen und aus “Zuwanderern”, “Einwanderern” und “Illegalen” einfach Mitmenschen zu machen? Überwinden wir unsere Vorurteile und Ängste und gelingt uns eine gute Zukunft?

Ich wünsche es mir… und ich arbeite dran.

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Kart Race 2008

25. Mai 2008 9 Kommentare
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Wie auch schon im vergangenen Jahr, fand in Voerde wieder der Kart Grand Prix statt. Nicht schlecht, Herr Specht.

Die Strecke war ein wenig anders als letztes Jahr, es gab eine Reihe von Problemen und es waren wegen des morgens wechselhaften Wetters weniger Leute da, als beim letzten Mal.

Ich selbst war diesmal doppelt da. Einmal präsent als Mitglied der Fraktion und einmal natürlich als Knipser. Von den fast 1000 Fotos finden sich hinter dem Link am Ende dieses Textes 450. Absolut “Out Of The Cam”, also nicht bearbeitet, aber als Vorgeschmack sicherlich gut zu gebrauchen. Wer davon welche haben möchte, kann sich gerne an mich wenden.

Netter Weise scheint das Stadtmarketing nicht nur meine Fotos haben zu wollen, sondern auch meine Hilfe für die Organisation von zukünftigen Events. Sollte wirklich mal jemand glauben, dass ich nicht nur meckern, sondern sogar richtig gut organisieren kann? Das wäre toll, nicht nur für mich, sondern für all jene, die mir heute ihr “Leid” geklagt haben….

Die Grünen haben übrigens ein 8er-Tandem organisiert, als CO2-neutrale Alternative ;-) Aber ich bin mitgefahren… da kommt man schon gut ins Pusten… produziert also eine Menge CO2 ;-) Ne, im Ernst: Waffeln & Kaffee bei den Grünen und gute Laune waren eine gute Ergänzung zum reinen Rennsport…

Was mir gefallen hat war, dass ich eine Reihe von Leuten getroffen habe, die schon letzes Jahr da waren oder die ich gar von der Modenschau auf den Din-Tagen getroffen und geknipst habe. Allen voran meine damalige Favoritin… die auch noch 2 Schwestern hat, die nicht minder hypsch sind. Vielleicht bekomme ich die 3 ja mal vor die Kamera. Aber ich schweife ab…

Hier ein paar Vorschaubilder…

Und hier der Rest:
Klick!

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Die Linke: Wie GEIL ist das denn?

22. Mai 2008 3 Kommentare
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Ich schrei mich weg. Die Linke. Die “wir wollen Diäten erhöht und spenden das dann – vielleicht” – Linke. DIE LINKE, die alles so viel besser machen will als alle andere…

stimmt jetzt erstmal darüber ab, jedem Mitglied einen Laptop zu kaufen:

Klick!

Jeder Kommentar überflüssig. Wirklich jeder. Bin wieder lachen…

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Frei? Gefangen?

22. Mai 2008 3 Kommentare
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Mehr? Mehr.

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Cinemaxx? Nein Danke.

22. Mai 2008 2 Kommentare
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Wenn man mich nicht in seinen Hallen sehen möchte, dann macht man das wie das Cinemaxx, das heute von mir 20 Euro (fast 40 Einheiten Echtwährung!) haben wollte – für 2(!) Karten Indy 4 via Internet.

Nein Danke.

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Gastbeitrag: Gegen finanziellen und ökologischen Kahlschlag

21. Mai 2008 2 Kommentare
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Zu meinem Artikel “Irrsinn mit System” erreicht mich – schon vor der Veröffentlichung – eine Pressemitteilung Bündnis90/Die GRÜNEN in Voerde, die ich dann auch gleich hier einstelle…


Gegen finanziellen und ökologischen Kahlschlag.
Neues Sportzentrum auf dem Babcockgelände?
Bündnis90/Die GRÜNEN sagen dazu Nein!

Für die Grünen in Voerde stellt die geplante Verlegung der Tennisplätze Heidestraße sowie der Sportanlagen “Am Tannenbusch” des SV 08/29 Friedrichsfeld keine Alternative zu den unbedingt notwendigen Sanierungsarbeiten dar. Unbestritten ist für die Grünen, dass für Friedrichsfeld ein attraktives Sportangebot vorgehalten werden muss. Jedoch stellt die -nach derzeitigem Sanierungsstand- völlig unnötige Verlegung einer intakten Tennisanlage für die Kommune eine nicht tragbare finanzielle Last dar.

Nach Ansicht der Grünen ist dies eine freiwillige Leistung, die in der Vergangenheit in anderen Bereichen vielfach nicht möglich erschien. In diesem Zusammenhang erinnern die Grünen an die geführten Diskussionen, wie z.B. Öffnungszeitenverlängerung des Freibades. Diese, im Vergleich sehr geringen Mehrkosten wurden dem Förderverein aufgebürdet. Im Gegensatz dazu soll nun Steuergeld in die Hand genommen werden – und zwar eine ganze Menge, liegen die Zuschusskosten einer Umsiedlung am Ende bestenfalls bei 1 Million, so müssen zunächst einmal 9-11 Millionen in die Hand genommen werden – die Zinsbelastung der Zwischenfinanzierung ist nicht absehbar, der Schuldenberg der Stadt steigt ins Unermessliche.

Allein die Umlegung der Tennisanlage soll ca. 700.000 Euro aus dem Stadtsäckel verschlingen. Bei einer Mitgliederzahl von derzeit ca. 315 Personen, Tendenz fallend, da der Becker/Graf-Sog im Tennissport schon lange nicht mehr besteht, entspricht dies momentan einem pro Kopf- Satz von rund 2.255 Euro. Nach Aussage der Verwaltung ist eine Sanierung der Halle zum jetzigen Zeitpunkt und für weitere fünf Jahre nicht erforderlich.

Betrachtet man die derzeitige Armutsdiskussion und Programme wie z.B. “kein Kind ohne Mahlzeit”, so scheint diese Aufwendung hier nicht zukunftsorientiert angelegt zu sein.

Der ökologische Kahlschlag dieses Vorhabens, es soll eine zusammenhängende! Waldfläche von 85.000 Quadratmetern geopfert werden, ist für die Grünen völlig unakzeptabel. Da keine Ausgleichsflächen in dieser Größenordnung vorhanden sind, sind diese wertvollen Naturbiotope für immer verloren.

Bei einer eventuellen Industrieansiedlung auf diesem Areal, würden wahrscheinlich auch Waldflächen verloren gehen; aber keineswegs eine so große zusammenhängende Fläche, wie sie sich jetzt darstellt. Durch Festsetzungen im Plan könnte außerdem auf dem Gelände selbst ein Ausgleich geschaffen werden. In Anbetracht der Schaffung von Arbeitsplätzen, wäre diese Lösung das geringere Übel.

Betrachtet man die Herausforderungen, vor denen unsere Stadt in den nächsten Jahren steht, ist es nicht nachvollziehbar, warum unser Schuldenberg ohne Not weiter angehäuft werden soll.

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Gastbeitrag: Zum verrückt werden

20. Mai 2008 Kommentare ausgeschaltet
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Der Gastbeitrag aus den Kommentaren hat einen weiteren Menschen dazu gebracht, mir etwas zu schreiben, mit der Bitte um Veröffentlichung. Wie immer ist der / die Verfasser/-in mir bekannt und wird trotzdem nicht genannt ;-)


Hallo unkreativ,
[…]
Ich arbeite bei einer […] Beschäftigungsgesellschaft der Stadt […]. Unsere Projekte/Aufträge erhalten wir fast ausnahmslos von der Arbeitsagentur.

Ich war fast 7 Jahre […] und bin jetzt seit […] bei der Vermittlung für 1-Euro-Jobs.

Ich bin wohlbemerkt kein SozPäd., sondern nur im Verwaltungsbereich tätig, aber auch da bekommt man genügend mit.

Für Deinen Personenkreis, sprich jung, dynamisch und vor allem gut ausgebildet, kann ich eigentlich nicht wirklich mitreden, denn unsere Klientel sind eigentlich die schwer Vermittelbaren oder auch sozialen und gesellschatlichen Looser.

Und hier werden uns zu einem nicht geringen Teil Menschen von der ARGE zugewiesen, bei denen nicht nur mir, auch meinen SozPäd.-Kollegen jegliches Verständis fehlt, warum man diese in einen 1-Euro-Job zwingt.

Fallbeispiele:
– keinerlei Deutschkenntnisse, haben meist ein Familienmitglied dabei zum dolmetschen

– hochgradige Alkoholiker, die vormittags logischerweise schon mit Fahne vor dir stehen oder am ganzen Körper zittern

– psychisch Kranke, die oftmals mit ihrem Betreuer/in kommen

– bishin zu einer knapp 50-jährigen Frau, die an einer nicht heilbaren Krebskrankheit leidet

Alles in allem eine sehr hohe Zahl an Zuweisungen, die man aus menschlichen, sozialen und rein praktischen Gründen gar nicht vermittel kann.

Das ganze ist ein irrwitziger Kreislauf, denn wir machen ein hirnloses Spiel der ARGE mit, denn letztlich werden diese Menschen nach 1-3 Wochen als nicht vermittelbar von uns wieder an die ARGE zurückverwiesen.

Daneben gibt es einen gewissen Anteil von Personen, die sich schon von je her und auch in Zukunft allen diesen Maßnahmen bewußt und willentlich entziehen, aber diesen Bodensatz wird es immer geben!

Seltene Lichtblicke sind diejenigen, die wirklich froh sind überhaupt was zu tun zu haben, auch wenn es nur für 1,25 € / Std. ist und hier geht (traurigerweise) die Palette von jung bis alt, von gebildet bis ungebildet, von ausgebildet bis unausgebildet.

Dahinter steckt natürlich ein System in Form von strikten Auflagen und uns zugewiesenen (Steuer-)Geldern. Will heißen wir fahren aus personal- bzw. finanzielltechnischen Gründen am totalen Limit. Das Motto ist durchschleusen und durchschleusen, am Besten gar nicht darüber nachdenken.

Fazit: Ich denke mir schon seit langem, dass es den einzelnen ARGE-Mitarbeitern gar nicht soviel anders geht als uns. Sie müssen auch nach bürokratischen Anweisungen der großen allmächtigen Arbeitagentur handeln und dass bedeutet Zahlen und Statistiken für letztendlich unsere Regierung.

Wir, sprich meine Kollegen und ich wissen alle, dass wir in einem grotesken Spiel stecken, letztlich um unsere eigenen Arbeitsplätze zu sichern.

Nichtsdestotrotz hoffe ich aus diesem frustrierenden Wahnsinn rauszukommen. Rein statistisch gesehen […] heutzutage fast utopisch *grins*.

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Lesetip: H-IV wirkt

20. Mai 2008 Kommentare ausgeschaltet
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bei Martina…

Klick!

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Irrsinn – mit System?

20. Mai 2008 3 Kommentare
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Die Bereitstellung von Freizeitmöglichkeiten ist Aufgabe der Kommune. Dazu gehören natürlich auch Sportangebote. Bei uns ist daher die Stadt für die Sportanlagen verantwortlich.

Jetzt möchte mein Bürgermeister (CDU) einem Sportverein zu dessen hundertjährigem Bestehen wohl einen Wunsch erfüllen und so diskutiert die Stadt seit Wochen (!) über den Bau einer nagelneuen Sportanlage mit diversen Tennisplätzen, Tennishalle und ein paar Leichathletikteilen und, ganz toll, sogenannten “Kleinspielfeldern”, die als einzige nicht umzäunt wären. Hauptaugenmerk liegt auf der Tennisanlage.

Gut, dafür müßten dann nur fast 85.000 Quadratmeter Bäume abgeholzt werden. Eigentlich muss das wieder aufgeforstet werden, da man dazu aber derzeit weder Lust, Fläche, noch das Geld (ca. 900.000 Euro für die Neuaufforstung, bzw. den Funktionsausgleich) hat, schreibt man erstmal auf ein “Öko-Konto” ein Soll. Um dann hier und da mal ein Bäumchen zu pflanzen und in einer unbestimmten Zeit das Konto vielleicht auszugleichen.

In Zeiten des Global Warming ist das ja an “Sinnfreiheit” schon kaum zu überbieten und wird nur dann mit “Sinn” gefüllt, wenn man weiss, dass die Flächen auf denen die heute bestehenden Sportanlagen sich befinden, als Baufläche vermarkten will. Unter günstigen Umständen könnte man da tatsächlich einiges der Ausgaben wieder reinholen. Bis dahin würde aber auch die Zwischenfinanzierung insgemsamt zu Lasten der Stadt gehen…

Die Ausgaben sind dann auch das wirkliche Problem. Es ist schon jetzt klar, dass die gesamte Anlage über 1.000.000 Euro kosten wird. Das ist mehr als doppelt so viel, wie die Erhaltung / Modernisierung der bestehenden Anlagen kosten würde. Allein die Kosten für das Prestige-Objekt, den Tennispark, belaufen sich auf ungefähr 710.000 Euro.

Wohlgemerkt: Das sind die Summen, die aus Steuergeldern finanziert werden sollen. Der Verein selbst würde einen lächerlich geringen Betrag beisteuern.

Bei etwa 315 aktiven Tennisspielern (und die Verbände rechnen mit einem weiteren Rückgang) bedeutet das in optimistischen Schätzungen 685 Euro je Tennisspieler, in pessimistischen Schätzungen 2254 Euro je Mitglied aus dem öffentlicheb Budget. Das ist davon abhängig, ob ich die Modernisierungskosten abziehe oder nicht.

Aber auch wenn es nur 685 Euro pro aktivem Tennisspieler wären, die die Stadt dazulegt, muss ich mich fragen, ob wir nicht einen an der Klatsche hätten, wenn wir dem zustimmen würden.

In einer Zeit, in der der aktuelle Armutsbericht in aller Munde ist, in der meine eigene Stadt so pleite ist, dass sie sich im “Haushaltssicherungskonzept” befindet, das alle “freiwilligen Ausgaben” eigentlich verbietet und letztlich in Zeiten, in denen “mein” eigener Bürgermeister um Spenden aus der Wirtschaft für das Programm “Kein Kind ohne Mahlzeit” werben muss… In einer solchen Zeit wollen wir mal eben ein Milliönchen in einen Verein blasen. Dann kommt der nächste Verein doch auch gleich um die Ecke und hey, warum denn nicht? Wir haben es doch. Und wer braucht schon satte Kinder in guten Schulen?

Ehrlich, die EINZIGE Erklärung die ich dafür habe, dass die noch an der Macht befindliche CDU dieses Projekt forciert und wir überhaupt noch darüber diskutieren, die will ich hier nicht äußern.

Aber soviel sei noch gesagt: ich kann nicht garantieren, dass meine Zahlenspiele hier richtig sind… gehe aber davon aus.

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Irgendwie komisch, der Film

19. Mai 2008 Kommentare ausgeschaltet
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Ich war im Filmforum und habe dort “Mein Bruder ist ein Einzelkind” gesehen. Und jetzt bin ich verwirrt. Also die Musik war gut.

Die Frage ist jetzt: habe ich den Film nicht verstanden? War er gut? War er schlecht? Auf jeden Fall hat er mich gefesselt, genug um bis zum Ende zu bleiben. Das lag nicht nur an der Musik.

Der Film erzählt eine Geschichte, aber fehlt das Ende oder übersteigt es meinen Intellekt, das Ende zu verstehen? Oder ist das bewußt so gemacht? Und wo findet man so viele tolle alte Autos?

Ach, ich weiss nicht. Also geht doch mal bitte ins Kino und berichtet dann, was Ihr von dem Film haltet ;-)

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Gastbeitrag aus den Kommentaren…

17. Mai 2008 Kommentare ausgeschaltet
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… eigentlich von hier: Klick!

Ich fand den Beitrag zu gut, um ihn “nur” als Kommentar stehen zu lassen:

[…],
da Prospero Dir nicht selber antwortet, versuche ich es mal. Nicht das ich mir einbilden würde, für Ihn sprechen zu können/dürfen, aber trotzdem.

Warum man die Reisekosten für das Barcamp übernehmen sollte kann ich Dir als ehemaliger ALG II-Abhängiger recht einfach erklären.

Man wird als ALG II-Empfänger gerne mal zu diversen Bewerbungstrainings geschickt, egal ob man vor ein paar Monaten erst das letzte Training dieser Art durchlaufen hat. Man wird in “Projekte” gesteckt, deren Sinn man als Bürger (der, wie Du, sich fragt warum man Fahrtkosten zu einem Barcamp bezahlen sollte) durchaus kritisch hinterfragen darf.

Ein Beispiel aus meiner persönliche Erfahrung: Letztes Jahr durfte ich an einem Projekt des BNW (Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft) teilnehmen. In diesem Projekt sollte es laut Info-Faltblatt darum gehen, Erwerbslose Erwachsenen ohne berufliche Qualifikation eine ebensolche zu vermitteln. Dazu sollte es so genannte Qualifikationsmodule geben, die zum selbständigen Lernen anleiten sollten. Diese Module gab es für ein paar Berufsfelder (Einzelhandel, Gastronomie, diese Art von Standardjobs halt nichts für Berufsfelder mit höheren Zugangsvoraussetzungen) und sind den Teilnehmern erst auf heftiges drängen vorgelegt worden. Jetzt kommt der Witz an der Sache: Diese Module worden uns eigentlich verweigert. Und zwar lautete die Begründung das die Module dafür seien, Schulabgängern eine Möglichkeit zu geben sich auf diese Berufe in theoretischer Form vorzubereiten. Ich war mit einem Alter mit 35+ schon einer der ältesten Teilnehmer an diesem Projekt, der Altersdurchschnitt lag allerdings bei ca. 30 Jahren.

Des weiteren sollte in diesem Projekt eine individuelle Betreuung der Teilnehmer stattfinden. Leider gab es nur zwei Personen, die für dieses Projekt zuständig waren. Die Zeit pro Teilnehmer bei anstehendem “Unterricht” für die Gruppe und, ab Mittags, die Suche nach Praktikumsplätzen (per ISDN ins Internet bei bei 16 Rechnern) ist dann nicht mehr soooo üppig gewesen.

Dieses Projekt wurde über den ESF (Europäischer Sozial Fond) finanziert und kostete pro Monat/Teilnehmer etwa 600.- €. Von den 25 Teilnehmern haben dann etwa 10 eigentlich auf das Projekt keine Lust gehabt, diese Personen sind auch (soweit ich das mitbekommen habe) immer noch Erwerbslos. 10 Teilnehmer haben inzwischen eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und über fünf der Personen habe ich leider keine Infos.

Fangen wir mal an zu Rechnen: 25 * 600 € = 15.000 € pro Monat. Dazu kommt der Regelsatz für Hilfe zum Lebensunterhalt und Wohnung pro Teilnehmer, da diese Zahlen aber individuell sehr Unterschiedlich sind, ist es schwierig hierzu Zahlen zu nennen. Gehe bitte von einem Betrag von 600 € – 700 € aus. Wir sind also bei einem Betrag jenseits der 30.000.- € pro Monat. Lass das BNW eine “Vermittlungsquote” von 50% haben, dann kostete dieses Projekt, je nach Zeitpunkt der Aufnahme eines einzelnen Teilnehmers (der ein Beschäftigungsverhältnis begonnen hat) über die Laufzeit des Projekts etwa (ich betone etwa!) 170.000 €.

Schlimm wird es, wenn man sich die nicht vermittelten 50% der Teilnehmer anschaut. Die haben keine Lust auf das Projekt und fühlen sich “zu der Maßnahme gezwungen, weil sonst Hartz IV gekürzt wird”. Für solche Personen werden, nach der Rechnung eben, sinnlose 600.- € pro Monat gebunden (ALG II wird ja so oder so gezahlt), was über die Laufzeit des Projektes mal eben bei 12 nicht zu vermittelnden Personen mal eben 8 Monate x 600.- € gleich 57.600.- € macht. Für Personen, die auf solche Projekte keine Lust haben und sich dazu gezwungen fühlen.

Wir halten also fest: Hier stehen fast 60.00 verschwendete Euro gegen simple 39.- € für etwas Eigeninitiative, die nun ganz sicher nicht verschwendet sind

Und um jetzt endlich auch mal auf den Artikel von Prospero und deinen Kommentar einzugehen: Du fragtest nach dem “Warum soll die Allgemeinheit Deine Reisekosten zum Barcamp (und damit Privatvergnügen) zahlen?” Eventuell hast Du, banger, ja schon inzwischen schon gemerkt warum die Allgemeinheit die Reisekosten zahlen sollte. Prospero hat es ja auch schon sehr deutlich geschrieben. WEIL PROSPERO AUS EIGENINITIATIVE SEINEN VERPFLICHTUNGEN NACHKOMMT (Sorry fürs Schreien)! Weil die Arge seine Motivation gerade zunichte gemacht hat. Weil in diesen unsäglichem Sozialgesetzbuch (gerne auch als Hartz-Gesetze bezeichnet) etwas von “Fördern und Fordern” steht.

Diese Projekt, oder Kurse, zu denen Hartz IV-Empfänger “gedrängt” werden, bringen nichts und kosten unnötiges Geld. Statt den Menschen wirklich individuell zu helfen, wird auf Seite der Arge Dienst nach Vorschrift durchgeführt und mit den Mitteln der Geldkürzung den Erwerbslosen unnötig Druck gemacht.

Was ich mit diesem langen Text in aller Kürze sagen möchte: Die Allgemeinheit sollte die Reisekosten zum Barcamp übernehmen, weil Prosperos Eigeninitiative unterstützenswert ist und man sich von ALG I und ALG II solche Sachen eben nicht selber finanzieren kann. Ich wollte das nur anhand eine Beispiels verdeutlichen

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