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Archiv für Juli, 2010

Loveparade: Zeit gehen zu lassen.

31. Juli 2010 11 Kommentare
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Eine Woche ist die Loveparade jetzt her, die den unrühmlichen Zweitnamen “Deathparade” bekommen hat. Was als großes, fröhliches Musikspektakel begann, endete für 21 Menschen tödlich und für über 500 mit Verletzungen. Heute hat Duisburg Abschied genommen und für mich ist das der Punkt, an dem ich noch einmal die letzte Woche Revue passieren lasse. Und dann mich umdrehe und nach vorne schaue.

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31. Juli 2010 1 Kommentar
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I need explanation

30. Juli 2010 2 Kommentare
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Kann mir bitte mal jemand erklären, wieso die Presse lang und breit über die Pensions- und Ruhegehaltsansprüche von Adolf Sauerland (CDU) diskutiert?

Ist das im Angesicht der 21 Toten nicht mehr als makaber?

Ich sag mal so: Wovon er sein Leben in Zukunft bestreitet ist mir erst mal ziemlich egal. Er wird erstens nicht in H-IV rutschen, dafür ist er zu gut vernetzt. Und zweitens finde ich es absolut unterirdisch, dass man ernsthaft fragen muss, ob die Übernahme der Verantwortung für den Tod so vieler Menschen hinter der eigenen Finanzplanung stehen sollte.

Sorry, ich geh mal eben kotzen.

Ist unkreativität ansteckend? Heilbar?

30. Juli 2010 4 Kommentare
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Der Blogger, der nicht genannt werden will, freut sich im Moment ja einen Käsekuchen, weil sein Counter klettert. Das ist natürlich auch unserem Disput zu verdanken, der sich in andere Kreise ausgebreitet hat, die ihn dann doch verlinkten. Ich gönne ihm seine 5 Minuten Ruhm, hat er doch nicht viel mehr vom Leben.

Und dieser arme Geselle ist ja drauf bedacht bei jeder Gelegenheit meine Un-Kreativität in  den Mittelpunkt zu stellen. Weil er nicht versteht, was sich dahinter verbirgt. Und er lässt natürlich, ohne das er das selber merken würde, keine Gelegenheit aus, zu zeigen wie wichtig alles ist, was ich schreibe und sage. Was oft dazu führt, dass er mich nachahmt. Mehr…

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30. Juli 2010 Kommentare ausgeschaltet
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Angst? Oder nur “Unwohlsein”?

29. Juli 2010 6 Kommentare
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Man kann mich unter Wasser packen oder aus einem Flugzeug werfen. Ich springe mit einem dünnen Seil von Brücken und habe mir mehr als ein Mal bei waghalsigen Rennradtouren den einen oder anderen Knochen gebrochen. Wer mich kennt weiß, dass ich manchmal so sorglos (“Frei von Angst”) bin, dass es schon an waghalsigen Wahnsinn grenzt.

Aber vor Samstag habe ich Angst? Mehr…

Schaller bekennt sich zu seiner Verantwortung

29. Juli 2010 Kommentare ausgeschaltet
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Über den Lawblog bin ich gerade auf eine Hilfsaktion von AXA-Versicherung und Schaller gestoßen,  die ich für erwähnenswert halte.

Und noch mehr, weil sie in einem Nebensatz auf weiter sehr merkwürdiges Verhalten der Verantwortlichen in Duisburg verweist: Mehr…

Demo in Duisburg

29. Juli 2010 Kommentare ausgeschaltet
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Heute morgen war in Duisburg die erste und vermutlich nicht letzte Demo, die Adolf Sauerland zum Rücktritt bewegen soll.

Je nach Quelle wird von 200, 400, einigen Hundert und bis zu 1.000 Teilnehmern gesprochen. Die Wahrheit wie üblich irgendwo dazwischen.

Fotos sind schon online, Video folgt: Mehr…

Die CDU ist ja schon ein lustiger Haufen…

29. Juli 2010 Kommentare ausgeschaltet
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Gestern berichtete ich darüber, dass die CDU Duisburg den Brief von Herrn Mahlberg (Vorsitzender CDU Duisburg) an den damaligen Innenminister NRW, Herrn Dr. Wolf (FDP)  nach über einem Jahr von der Website der CDU Duisburg genommen hat. Kommentarlos.

Und dann wieder auftauchte. Als wäre er nie weg gewesen und prompt werde ich dafür der “Propagande” bezichtigt. Zu Recht? Eher nicht ;-)  Mehr…

29. Juli 2010 Kommentare ausgeschaltet
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Gastbeitrag: Jetzt doch noch Senf

28. Juli 2010 1 Kommentar
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Eigentlich wollte ich nichts zur Loveparade in Duisburg und ihrem tragischen Ende schreiben. Das Netz und die Medien sind voll von Artikeln, Berichten, Videos und Fotos. Man kommt an dem Thema nicht vorbei, daher sah ich bisher auch keinen Grund, mich auch noch dazu auszulassen.

Im Grunde habe ich auch nichts zur Loveparade an und für sich zu sagen. Ich war nicht da. Zum einen ist das nicht meine Musik und zum anderen vermeide ich Massenveranstaltungen. Nicht, weil sie tendenziell gefährlich sein könnten oder weil ich Angst vor Massen hätte. Ich mag einfach nicht so viele Menschen um mich herum ohne die Möglichkeit zu haben selber zu entscheiden wie körperlich nahe die mir jetzt kommen können.

Doch nur weil ich Menschenmassen und Riesenevents nicht mag heißt das noch lange nicht, daß ich anderen Menschen ihren Spaß nicht gönne. Egal ob Loveparade, Stilleben auf Autobahnen, Sportveranstaltungen oder was auch immer – wenn es Menschen gefällt und sie dort Spaß haben dann sollen sie dort hingehen, feiern, eine schöne Zeit haben. Jeder ist anders. Gut, wenn die Fußballenthusiasten bis mitten in die Nacht hupend und trötend im Konvoi die Straße rauf und runter fahren werde ich irgendwann stinkig. Wie verbittert muß man sein um anderen Menschen nicht auch mal ein bißchen Spaß zu gönnen?

Was mir wirklich sauer aufstößt, sind die Menschen, die jetzt aus ihren Löchern gekrochen kommen und ohne Rücksicht auf Angehörige und Freunde der Opfer dummes Zeug sabbeln. Ganz vorneweg Frau Hermann, die was von Gottes Strafe faselt. Auch immer nett die Menschen die leicht hämisch verkünden, daß so etwas passiert wenn über eine Million Säufer, Kiffer und sonstige Drogen-Einschmeißer sich zusammenrotten.

Nur mal so nebenbei bemerkt: nicht jeder, der zu so einer Veranstaltung geht, muß sich zwangsläufig auch betrinken, bekiffen oder sonstwie zudröhnen. Der überwiegende Großteil sind ganz normale Menschen, die einfach nur ein bißchen Spaß haben und feiern möchten. Die Schuld nun darauf zu schieben, daß dort ein gewisser Prozentsatz der Menschen in welcher Art auch immer berauscht gewesen sei, ist zwar sehr einfach, schießt aber um Längen an der Realität vorbei.

Und für die ganzen Neunmalklugen, die immer noch behaupten, daß die Opfer selber schuld gewesen seien weil sie überhaupt erst dort hingegangen seien, mal eine bescheidene Frage: Schon mal Panik gehabt? Nicht nur Angst, sondern richtig echte Panik aka Todesangst? Nein? Dann einfach mal setzen und Fresse halten.

Schon mal in einer großen Menschenmasse festgesteckt wo es weder vorwärts noch rückwärts geht und man glaubt, der Nebenmann verschmilzt gleich mit einem? Nein? Dann ebenfalls setzen und Fresse halten.

Und beim Fresse halten mal einen Augenblick darüber nachdenken, welche Kräfte so eine Masse von Menschen entwickeln kann die auf engstem Raum feststecken. Dagegen kommt man nicht an. Da hat man auch keine Chance, jemandem aufzuhelfen wenn er fällt. Das ist zwar ein nobles Vorhaben, doch ich lege meine Hand dafür ins Feuer daß jeder, der in eine solche Situation gerät gleich reagieren wird. Jeder. Du, ich, er, sie. Jeder.

Weil das Gehirn so programmiert ist. Wenn unser Hirn uns in Lebensgefahr glaubt, dann schaltet es jede Besonnenheit und klare Überlegung ab. Und dann übernimmt einer von drei Reflexen das Steuer: Kampf, Starre oder Flucht. Da ist nichts mehr mit klarem Denken, da gibt es für unser Hirn nur noch eins: Ich oder die anderen. Weil unser Hirn nunmal nicht sonderlich altruistisch ausgelegt ist, haben die anderen von vorneherein verloren. Und jeder, der das negiert verneint damit einen seiner Urinstinkte.

Was mich mindestens genauso ankotzt sind all diese unerträglichen Gaffer, deren Leben anscheinend nicht genug Aufregung bietet und die nichts besseres zu tun haben als sich an dem Leid anderer zu ergötzen. Und dabei einer der Eigenschaften vermissen lassen, die ich persönlich für wichtig halte: Respekt.

Mir sind Journalisten und Reporter ein Gräuel, die nichts besseres zu tun haben als Rettungskräften im Weg zu stehen und traumatisierten Menschen erstmal ein Mikro ins Gesicht zu halten um möglichst als Erste die blutigen Details im Kasten zu haben. Dicht gefolgt von den Menschen, die laut mit “Pflicht zur Dokumentation” herumdiskutieren und mit dem Schlagwort “Heuchelei” wedeln wenn sich jemand weigert die Bilder des Unglücksortes zu veröffentlichen. Oder gar im Nachhinein laut bejammern, daß sie doch nicht hingegangen sind und so die Möglichkeit verpaßt haben Leichen unter weißen Tüchern zu fotografieren.

Eine ganz miese Nummer ist auch der Vorwurf an die Menschen, die noch weiter gefeiert haben weil die Loveparade nicht abgebrochen wurde. Man hat sich entschieden, die Veranstaltung langsam ausklingen zu lassen um nicht noch eine Panik mit noch mehr Opfern zu provozieren. Was ich vollkommen nachvollziehen kann. Ich war damals auf dem 1000. Konzert der Toten Hosen, auf dem ein Mensch zu Tode gedrückt wurde. Ich möchte mir auch all die Jahre später nicht ausmalen was passiert wäre wenn die Hosen das Konzert abgebrochen und bekannt gegeben hätten was passiert ist. In das Stadion rein zu kommen war schon Gedrängel genug – ich möchte nicht wissen, was passiert wäre wenn alle auf einmal zu den Ausgängen gestürmt wären …

Das ganze Drumherum geht mir einfach auf die Nerven. All die neunmalklugen Dummschwätzer, die sich jetzt überall ihre Häme oder Verbitterung aus dem Leib kotzen nerven mich ungemein.

Wißt Ihr was? Einfach mal die Schnauze geschlossen halten und den Fakt zu Gemüte führen, daß dort 21 Menschen ihr Leben verloren haben. 21 Menschen, die Angehörige und Freunde hinterlassen. Familien und Freunde, die trauern.

Davor sollte man zumindest Respekt haben. Wenn man das mit dem Mitgefühl schon nicht auf die Reihe bekommt.

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Dunning-Kruger-Effekt

28. Juli 2010 4 Kommentare
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Wow, wenn man mal angefangen hat, in der Wikipedia zu stöbern…

Kanntet Ihr den Dunning-Kruger-Effekt? Ist irgendwie krass, oder?

Ich kann nur den Kopf schütteln…

28. Juli 2010 22 Kommentare
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Es gibt ja Leute, hier sei besonders der Blogger der nicht genannt werden will, die haben zu allem eine Meinung. Das ist auch okay, solange es nicht zu absurd wird.

Aktuell wirft er jedoch den Teilnehmern der Loveparade vor, sie hätten angesichts des Todes nur wenige Meter weiter besoffen und bekifft gefeiert. Und natürlich kriegen auch die VIP einen drüber.

Dabei war er selbstverständlich nicht. Er hat auch offensichtlich nicht mitbekommen, dass bewußt die Party nicht abgebrochen wurde, sondern vorzeitig ausklingen sollte. Eine Taktik, die auch gefruchtet hat.

Was seine Äußerungen so UNERTRÄGLICH für mich macht ist, dass er damit die Emotionen der Menschen mit FÜSSEN tritt, die nach der Party erfahren haben, was wenige Meter von ihnen entfernt passiert ist. Und die damit leben müssen. Die damit klar kommen müssen. Und es teilweise nicht  können.

Und um das zu verstehen, hätte er NICHTS WEITER MACHEN brauchen, als sich mal die Fotos bei mir anzusehen:

Aber vermutlich sagt er dann wieder: “Da steht doch Satire dran”. Weil er nicht versteht, dass DAS keine Satire ist. Das ist in meinen Augen Ausdruck, wie sehr er Menschen verachtet, die glücklich eine Party feiern – und ihnen unterstellt, dabei wörtlich über Leichen zu gehen.

21 mittlerweile.

21 Tote.

Die CDU und ihr Umgang mit ihrer Geschichte

28. Juli 2010 6 Kommentare
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Nachdem ich hier auf die RP verwiesen und hier auf das Original bei der CDU Duisburg verlinkt habe, hat die CDU nun zwischen meinem Beitrag gestern Nacht und heute Morgen ihren Beitrag gelöscht.

Es ging dabei um den Brief des Vorsitzenden Mahlbergs, der 2009(!) um die Ablösung des damaligen Polizeipräsidenten von Duisburg gebeten hatte – weil dieser sich negativ zur Sicherheit der Loveparade äußerte.

Macht nix, gibt ja Screenshots: Mehr…

28. Juli 2010 Kommentare ausgeschaltet
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