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Archiv für Januar, 2014

Der hört das ab und die das? Gewöhnt Euch endlich dran!

31. Januar 2014 2 Kommentare
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Der heutige Aufreger in der nicht kleiner werdenden Enthüllungs-Orgie ist folgender:

Die NSA hat wohl dem kanadischen Geheimdienst geholfen, Free-WLAN-Spots abzuschnorcheln. The Verge berichtet:

Canada’s electronic spy agency has allegedly been using airport Wi-Fi to spy on its citizens. CBC News reports that the Communications Security Establishment Canada (CSEC) collected data over a two-week period from free Wi-Fi hotspots at what it describes as a “major Canadian airport.” While it’s unclear what data was obtained, CBC News claims it could be used to “track the wireless devices of thousands of ordinary airline passengers for days after they left the terminal.”

An der Stelle muss man vielleicht mal mit aller Deutlichkeit sagen: GEWÖHNT EUCH DRAN!

Ja, die Geheimdienste bespitzeln uns. Jeden von uns. Auch DICH!

Wichtig ist, jetzt nicht auf das Weichsprech von Politikern herein zu fallen. Und wichtig ist auch, endlich mal den eigenen Arsch hoch zu bekommen und sich zu überlegen, wie man es den Überwachern schwer machen kann. Im Falle von WLAN heißt hier die Lösung ganz klar: VPN.

Denn VPN ist an der Stelle Euer Freund. Und das gilt eigentlich IMMER, wenn Ihr irgendwo in einem WLAN seid, das Ihr nicht 100% kontrollieren könnt. Und selbst dann eigentlich.

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In meinem Fall haben alle meine Mobilgeräte VPN-Clients eingerichtet. Eben weil ich z. B. am Bahnhof oder in der Stadt gerne die zahlreichen Hotspots nutze, sei es weil es schön viele gibt (Telekom), ich gerade da bin (Cafe) oder einfach, weil ich das lächereliche Inklusivvolumen meiner „Flat“ nicht erschöpfen will.

Und jedes dieser WLAN ist notorisch unsicher. Und das nicht nur wegen der NSA und Co. Jeder halbwegs intelligente Schüler kann Eure Datenkommunikation dort mitschneiden – im schlimmsten Fall dank nachlässig konfigurierter Geräte, dann auch gleich Eure eMail-Passwörter ausschnüffeln oder andere persönliche Daten.

Also nutzt doch Eure eigene emotionale Aufgewühltheit gerade mal positiv: Überlegt Euch, ob es nicht okay ist, minimale Einbußen im Komfort hinzunehmen und vor dem Datenverkehr den Schutz überzustülpen – meist nicht mehr als 2 Klicks entfernt. Und dann denkt auch noch mal über PGP nach 😉

Also: Die Frage ist nicht OB Ihr überwacht werdet. Denn ja, Ihr werdet. Auch nicht WIE, denn das ist vielfältig. Auch nicht von WEM, denn da kann es vom Script-Kiddie bei McDonalds bis zum Supergeheimdienst jeder sein. Macht Euch endlich Gedanken, wie Ihr die Hoheit über Eure Datenverbindungen zurückgewinnen könnt!

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Das Zeitalter der Maschinen

31. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Wer sich schon immer gewundert hat, was es mit all den Katzenbildern im Internet auf sich hat: Das sind die Vorboten. Der Machtübernahme der Maschinen.

Denn Google musste jetzt feststellen, dass deren System zur automatischen Gesichtserkennung ein „Bewußtsein“ entwickelt 😉 Und das ist bekanntlich der erste Schritt auf dem Weg zur Machtergreifung:

Ein “Deep-Learning”-Computer, der mit zahllosen Fotos gefüttert wurde, um darauf Gesichter zu erkennen und diese in Kategorien einzuteilen, fing von alleine an, eine weitere, nicht vorgesehene Kategorie anzulegen: Katzenbilder. Dabei rätseln die Google-Mitarbeiter, wie ihr Computersystem auf diese Idee kam – explizit einprogrammiert haben sie das nicht.

 

Mehr beim ZDF: Klick!

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Schweigen ist Gold

31. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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In Düsseldorf gibt es aktuell einen Fall, der eine Menge Fragen aufwirft:

Dort ist im Jahr 2005 das Grundwasser am/durch den Flughafen verseucht worden. Allerdings hielten Stadt und Flughafen es erst 2008 für nötig, die Anwohner zu informieren. Diese wollten nun die ganze Geschichte unter strafrechtlichen Gesichtspunkten geprüft wissen und sind damit abgeblitzt.

Begründung: Verjährung

Jetzt halte ich das Konstrukt der Verjährungsfristen für durchaus angemessen – dem Grunde nach. Was mich aber irritiert ist, dass ich hier zwischen den Zeilen lese, dass die Stadt und die Flughafengesellschaft bewußt auf die Verjährung gesetzt haben. An der Stelle müsste man dann vielleicht mal die Frage stellen, ob der Rat der Stadt Düsseldorf hier nicht über Konsequenzen nachdenken sollte: Denn eine der Hauptaufgaben ist es, Schaden von der Stadt und ihren Bürgern abzuwenden.

Und das bedeutet nicht, Schaden in Form von eventuellen Bußgeldern…

Liebe FDP Voerde…

30. Januar 2014 4 Kommentare
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In einem Kommentar hier im Blog schreibt ein Dirk Benninghoff:

Ach ja…zum Thema „schwierige Zeiten“ für Voerde….Respekt,da haben Sie ja ein ganz tolles Mittel mit einem Bürgermeisterkandidatencasting! Klasse,Herr Meiners…..

Ich nehme jetzt einfach mal eine verwandtschaftliche Beziehung zu unserem Herrn Benninghoff von der FDP Voerde an. Ich weiß auch nicht ob er für die FDP Voerde spricht. Der Eindruck ist bei mir jedoch entstanden.

Aber ich nehme auf jeden Fall an, er ist politisch in der FDP tief verwurzelt. Auch, weil er ja 2009 Bezirkskandidat für die FDP Dinslaken gewesen ist.

Vielleicht hätte dieser gute Herr Dirk Benninghoff mal Google benutzen sollen, bevor er der FDP Voerde einen Bärendienst erweist.

Denn das, was er „Bürgermeisterkandidatencasting“ nennt, ist witzigerweise von der FDP bereits Mittel der Wahl gewesen:

Begründet hat die FDP ihren Vorstoß damit, dass durch eine öffentliche Ausschreibung rechtzeitig eine Persönlichkeit gefunden werden könnte, die nicht per Parteibuch ins Amt komme, sondern aufgrund von Qualifikation, Berufserfahrung und Persönlichkeit überzeuge.

Das ist so amüsant, dass ich es gar nicht weiter kommentieren möchte…

 

Was Du für Geld machst, bringt Dich nun mal um…

30. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Die Zeit hat eine sehr beeindruckende Bildreihe über den Elektro-Schrottplatz der Welt, Ghana, veröffentlicht:

http://www.zeit.de/wissen/2014-01/fs-ghana-agbogbloshie-elektroschrott

Die Überschrift stammt aus dem Text des ersten Bildes. Und es ist erschreckend, dass es so zutreffend ist. Wenn manchmal auch völlig anders als erwartet, denn in London sterben gerade auch Menschen wegen Geld. „Freiwillig“.

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Wirtschaft/d/4197252/selbstmordserie-erschuettert-finanzstandort-london.html#.UuoTG7SE4-M

Was für eine kaputte Welt, in der wir leben….

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Die FDP in Voerde: Mit offenen Augen in den Abgrund?

29. Januar 2014 11 Kommentare
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Die FDP in Voerde ist ja ein sehr spezieller Fall – was vor allem an ihrem Fraktionsvorsitzenden Benninghoff liegt. Und ich persönlich hatte ja die Hoffnung, dass er mit seinen 79 Lebensjahren nicht noch einmal kandidiert.

Mit einer erheblichen Enttäuschung musste ich dann am 18. Januar 2014 in der RP lesen, dass die FDP ihn doch wieder zum designierten Fraktionsvorsitzenden für die  nächste Ratsperiode gewählt hat. Diese Wahl wurde begleitet von interessanten Randbedingungen:

Gegen ihn angetreten war Werner Ellenberger. Allerdings ist es wohl ein typisches Vereins-Phänomen, dass es oft jemanden gibt, der schon lange dabei ist und die Fäden fest in der Hand hält. Gerne hinter den Kulissen und vor allem dann, wenn es um „freie“ Wahlen geht. Das ist zumindest der Eindruck der bei mir entsteht, wenn Ellenberger nicht nur nicht gegen Benninghoff gewinnt – sondern in der Folge überhaupt nicht mehr auf der Liste auftaucht.

Wenig verwunderlich wird dann auch Benninghoffs Wunsch-Kandidatin auf Platz 2 der Liste gewählt – gegen den ebenfalls kandidierenden Vorsitzenden des Ortsverbands, Torsten Larek. Jetzt ist mir Michaela Niewerth eigentlich nie (positiv, aber eigentlich überhaupt nicht) aufgefallen – Torsten schon.

Ebenfalls in der Folge der Wahl hat dann Manfred Gockel auch gleich angekündigt, nicht mehr als Direktkandidat für Möllen zur Verfügung zu stehen.

Für mich sieht das so aus, als wenn es in der FDP zwei Lager gibt: das eine ist das um Benninghoff, der mit aller Macht und vermutlich allen Mitteln an der Macht hängen bleiben will und damit die notwendigen Veränderungen in der Partei verhindert. Dabei hilft ihm, so sagt man mir, der Machteinfluß seiner Familie erheblich.

Heute nun ist in der Presse der Rücktritt von Torsten Larekt als Vorsitzender der FDP Voerde Thema. Dabei gibt man sich ungewohnt offen und in der RP von heute kann man lesen:

Keinen Hehl macht das liberale Urgestein [Benninghoff, Anm. d. Verf.] daraus, dass es zwischen ihm und Torsten Larek, der knapp zwei Jahre Parteichef war, in der letzten Zeit Meinungsverschiedenheiten gegeben hat.

Jetzt übernimmt Frau Niewerth den Job von Torsten und ich denke mir, dass die FDP damit einen riesen Fehler gemacht hat:

Klar, Benninghoff hat damit Vorstand und Fraktion nach seiner Vorstellung gebildet und sich durchgesetzt. Solche Machtspielchen sind aber immer auch Ausdruck eines internen Gefüges, dass langfristig dazu führt, dass nur noch genehme Vorstellungen auf die Tagesordnung kommen. Und am Ende sind nur noch Ja-Sager übrig, die der Vorsitzende um sich herum zuläßt.

Für die FDP Voerde sind diese Entwicklungen extrem bedenklich: Auch wenn ich ein solches Machtpokern in vielen Vereinen beobachten kann, bedeutet es aber hier ein besonderes Problem. Denn es geht nicht um irgendwelche Kleintiere die gezüchtet werden, sondern es geht um die Zukunft meiner Stadt. Und mir ist völlig klar, dass ich nicht erwarten kann, dass sich die FDP hier in den nächsten Jahren positiv verändert.

Mir persönlich tut der Rücktritt von Torsten Larek leid – ich habe viel von ihm gehalten und gehofft, dass er Teil der notwendingen Veränderungen sein wird.

Ich kann ihn aber auch verstehen, denn solche Machtkämpfe beschränken sich selten auf die Sache, gerne wird es persönlich und betrifft irgendwann auch Arbeit und Familie. In sofern muss man Torsten Respekt zollen, die eigene Position nicht zu sehr überzuwerten und die Prioritäten klar zu setzen.

Natürlich könnte man jetzt hoffen, dass die Mitglieder der FDP den Rücktritt als Warnschuss verstehen und endlich aufwachen. Es ist aber zu befürchten, dass der innere Zirkel um Benninghoff sich inzwischen so eingemauert hat, dass da keine Veränderungen zu erwarten sind.

Und Einsicht ist etwas, dass ich da schon lange nicht mehr erwarte.

Jetzt wünsche ich mir, das die Voerderinenn und Voerder die FDP bei der kommenden Wahl einfach ignorieren.

Denn eine Partei, die sich so darstellt, zerstritten und geprägt von Machtkämpfen, ist das Letzte, was Voerde im nächsten Rat braucht. Denn die nächste Ratsperiode wird von vielen schwierigen Entscheidungen geprägt sein, für die es flexible, entschlossene und auch kompromissbereite Politikerinnen und Politiker braucht.

Und 2 der 3 Adjektive sind keine, die ich mit Benninghoff und Niewerth in Verbindung bringe.

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Die SPD: Andere Städte, andere Sitten.

28. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Und während sich in Voerde die SPD darüber aufregt, dass Grüne/Linke/WGV das Bürgermeisteramt ausschreiben

… schreibt die SPD in Band Oeynhausen das Bürgermeisteramt aus:

Mit der öffentlichen Ausschreibung und Suche nach einer Bürgermeisterkandidatin/einem Bürgermeisterkandidaten geht die SPD Bad Oeynhausen bewusst neue Wege und bislang als einzige Partei in der Stadt einen äußerst transparenten Weg für alle Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Verbände und Parteien. Denn: es geht um die zukünftige Entwicklung unserer Stadt!

Ehrlich gesagt weiß ich jetzt nicht, ob ich lachen oder weinen soll 😉

 

(danke Andreas!)

Manchmal ist es so naheliegend….

28. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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In einem Artikel in der NRZ heute morgen, derzeit nur im Print, bekommen SPD und CDU Gelegenheit, sich zu dem Plan der Grünen, WGV und Linken in Voerde zu äußern. Dieser Plan ist es, weder die Kandidatin der CDU, noch den Herausforderer der SPD im Wahlkampf zu unterstützen. Vielmehr soll das Bürgermeisteramt ausgeschrieben werden.

In dem Artikel wird der Chef der örtlichen SPD zitiert:

Insgesamt ist Goemann über das Vorgehen von Grünen, WGV und Linke „verwundert“. Wenn sie beklagten, in den vergangenen Jahren am „Katzentisch“ gesessen zu haben, sollten sie sich überlegen, „warum das so ist“.

Weiterhin merkt er an:

Der SPD-Parteichef bedauert, dass mit den Kleinen in der Bürgermeisterfrage keine Einigung erzielt werden konnte. Sollten sie einen eigenen Kandidaten aufstellen, könnte es zu einer Stichwahl kommen.

Beide Punkte sind beachtenswert. Auf der einen Seite frage ich mich, was das „Bedauern“ hinsichtlich einer Stichwahl soll. Ist es das Ansinnen der SPD, den Bürgern die wirklich freie Wahl zu lassen? Wenn ja, ist eine Stichwahl doch Ausdruck des Wählerwillens. Es stellt ein interessantes Demokratieverständnis dar, wenn man erwartet, dass schon im ersten Wahlgang einer (der eigene!) der Kandidaten gefälligst gewählt zu werden hat.

Viel Besser finde ich aber die „Katzentisch“-Nummer: Die drei Parteien repräsentieren in Voerde gut 20% der Stimmen. Das ist schon eine ordentliche Größe. Und abgesehen von der Größe an sich, sollte jede Partei im Rat das gleiche Ansehen genießen.

In dem Artikel aber wird konsequent verniedlichend nur von „den Kleinen“ gesprochen.

Schon in der Unterüberschrift und dann mehrfach im Text. Aus dieser Formulierung trieft eine solche Überheblichkeit der beiden großen Parteien, dass man die Frage nach dem „warum“ relativ einfach beantworten kann: Die SPD und CDU in Voerde leben in einer inoffiziellen großen Koalition und ignorieren weitestgehend alle anderen Parteien – es sei denn es dient den ausschließlich eigenen Interessen. Bewegung auf die anderen Parteien zu kann man eigentlich nicht feststellen.

Dafür spricht auch, dass der SPD-Kandidat es jetzt nicht mehr für nötig hält, sich bei anderen Parteien vorzustellen:

Auch mit der WGV hatten die Sozialdemokraten noch sprechen wollen; nach der Nachricht, dass die drei Kleinen im Stadtrat auf einen eigenen Kandidaten setzen wollen, den sie hoffen, über ein öffentlich ausgeschriebenes Bewerbungsverfahren zu finden, habe der geplante Gesprächstermin mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Dirk Haarmann nicht mehr stattgefunden, so Goemann.

Denn die SPD will ja den nächsten Bürgermeister stellen. Den Kandidaten der Grünen, WGV und Linken hält sie für keine Herausforderung. Also könnte man doch annehmen, dass der mögliche zukünftige Bürgermeister sich schon mal vorstellen geht. Denn vielleicht muss man ja ab Mitte des Jahres zusammen arbeiten. Das jetzt nicht zu machen, weil es noch einen weiteren Kandidaten geben soll, ist meiner Meinung nach keine gute Verhaltensweise. Auf mich wirkt sie arrogant.

Und bei aller Kritik sollte die SPD auch mal darüber nachdenken, was demokratischer ist: Mal wieder einen Kandidaten von irgendwo her aus dem Hut zaubern, den Mitgliedern vorsetzen und hoffen, dass man ihn im Wahlkampf beliebt genug machen kann – oder offen an die Frage heran zu gehen, wer die möglicherweise beste Alternative für die Zukunft Voerdes ist und in einem ergebnisoffenen(!!!) Verfahren einen geeigneten Kandidaten zu suchen?

Aber hey, das birgt ja das Risiko, dass es tatsächlich ein überparteilicher Bürgermeister ist, der im Amt nicht die Interessen der eigenen Leute priorisieren könnte.

Obwohl, das ist gemein. Natürlich würde eine Simone Kaspar nie dankbar der CDU gegenüber sein, dass diese sie erst in ein gut bezahltes Amt in der Verwaltungsspitze gehoben hat – und sie dann zur Bürgermeisterin gemacht hat. Genau so wenig, wie Dirk Haarmann der SPD Dankbarkeit gegenüber bringen würde, wenn diese ihn zu einem Bürgermeister macht. Beide Kandidaten würden nach der Wahl selbstverständlich und ausschließlich überparteilich dem Wohl der Voerderinnen und Voerder dienen. Zumindest sagen sie das.

Mal ehrlich: wir sind im Arsch

27. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Echt jetzt.

Jeder Kampf um unsere Rechte und für Freiheit ist vergebens. Wir können aufgeben. Uns ergeben. Unser Schicksal einfach tapfer ertragen.

Zumindest ist das mein Eindruck, wenn ich sehe, dass der „Skandal“ um den ADAC mehr politische Aufmerksamkeit erregt, als die flächendeckende Überwachung aller Menschen durch die Geheimdienste. Wenn ein Snowden-Interview erst mitten in der Nacht läuft, zugleich aber zehntausende Menschen das politische(!) Instrument der Petition nutzen wollen, um einen Moderator „abzuwählen“.

Hallo Welt, halt mal kurz an, ich will aussteigen.

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Deutsche Justiz, I don’t get it?

23. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Da haben wir

einen Drogen nehmenden, mit Drogenkriminalität verbundenen Rocker, der „seinen“ Club aufrüstet und diverser Gewaltverbrechen beschuldigt wird. Aber ein Geständnis und die Drogensucht ergeben mildernde Umstände.

Strafe: 6 Jahre, 6 Monate.

Außerdem haben wir

einen zur Tatzeit 22-jährigen, der einen Drohanruf(!) macht, der scheinbar politisch gerade recht kam. Dem man außerdem zur Last legt, Mitglied in einer ausländischen Terror-Organisation zu sein.

Damit habe E. sich der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten schuldig gemacht, befand das Gericht.

Strafe: 7 Jahre.

Ehrlich? Ich krieg es nicht auf die Kette. Für mich stehen die Urteile im Vergleich in einem absoluten Missverhältnis.

Und mit das Geilste:

Als strafverschärfend werteten die Richter allerdings unter anderem, dass E. eine Waffenausbildung absolviert und an Kampfhandlungen teilgenommen habe.

Äh wie meinen? Das gilt aber vermutlich natürlich nur wieder für die per Definition Bösen. Mit Sicherheit nicht für die Soldaten, die in den Krieg ziehen, um anderen Ländern Frieden, Freiheit und Demokratie zu bringen 😉

 

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Facebook – Das Ende einer Krankheit?

23. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Golem hat einen interessanten Artikel im Angebot:

Demnach würde Facebook schon in den nächsten 3 Jahren ca. 80% seiner Nutzer verlieren. Errechnet haben wollen das US-Forscher, die die Entwicklung von Sozialen Netzwerken mit Krankheitsepedemien verglichen haben. Als Referenz-Modell diente dabei MySpace:

Das Netzwerk wurde 2003 gegründet und erreichte seinen Höhepunkt im Jahr 2008 mit 75,9 Millionen monatlich aktiven Nutzern, bevor es 2011 kaum noch genutzt wurde.

Im Vergleich dazu ist Facebook mit seinen knappen 10 Jahren schon ein Oldie, was den Lebenszyklus angeht. Was mich allerdings irritiert ist, dass einer der Faktoren zur Bestimmung der Popularität ausgerchnet Google ist:

Einer der Werte für die Berechnung ist der Anteil an „infizierten“ Nutzern. Dafür haben die Forscher ermittelt, wie oft der Begriff Facebook bei Google gesucht wurde. „Die Anzahl der Suchanfragen deutet darauf hin, dass Facebook bereits den Höhepunkt seiner Popularität erreicht hat“, schreiben die Wissenschaftler in ihrer Studie.

Das ist in sofern verwunderlich, als das Google ja ein großes Problem hat mit Facebook. Eines, dass es so oder so ausgeprägt nicht bei MySpace gab:

Nämlich das Facebook Google den Rang der meistbesuchten Website und vermutlich auch der „Startseite“ ja nachhaltig streitig macht. Dazu die doch sehr erfolgreiche Strategie, auf allen Systemen präsent zu sein.

Und während es „früher“ durchaus viele Leute gab, die als Startseite Google hatten und dann einfach Facebook ins Suchfeld eingegeben haben um dann auf der Ergebnisseite auf den ersten Link zu klicken, hat sich das Nutzungsverhalten doch drastisch gewandelt.

Von daher bin ich mal gespannt und lege mir das mal auf Wiedervorlage 😉

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Der Terror, der aus dem Kino kam…

22. Januar 2014 1 Kommentar
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Das Department of Homeland Security – oder auch liebevoll DHS genannt, verbinde ich mit Anti-Terror-Maßnahmen. Ihr vermutlich auch.

Was in letzter Zeit alles unter den Begriff Terror fällt, erstaunt mich dabei immer wieder. So berichtet die Zeit von einem DHS-Einsatz in einem Kino in den USA. Dabei wurde ein Mann aus dem Saal entfernt, der der Inbegriff des Terroristen zu sein scheint.

Nein, nein. Er hatte keine Schusswaffen. Auch keinen Sprengstoff. Er hatte… eine Brille:

Einer von ihnen wurde am vergangenen Wochenende während des Films von Beamten der Heimatschutzbehörde unsanft aus dem Kinosaal geholt. Er wurde verdächtigt, den Film heimlich aufzunehmen.

Ich frage  mich ja ernsthaft, was mehr den Reflex zum ausgiebigen Facialpalmieren auslöst: Die nach wie vor irre Angst vor Videokameras in Kinos oder das hier gleich das Ministerium für Staatssicherheit Innere Sicherheit gerufen wurde. Andersherum, wenn man das mal mit dem Verhalten der TSA-Agenten an den Flughäfen kombiniert…

Dann komme ich übrigens auch zu dem Ergebnis, dass ich besser auf absehbare Zeit nicht in die USA reise. Ist mir zu heiß.

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Zwei vom alten Schlag

22. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Ich gebe es ja zu: Offensichtlich habe ich eine Vorliebe für Filme mit den alternden Helden meiner Jugend. Also bin ich natürlich auch in den neuen Film mit Stallone und De Niro gegangen:

Außerdem spielt auch Kim Basinger mit, und als pubertärer Bub war sie es ja, die… äh zurück zum Film:

Boxen und Stallone ist ja so ein Dauerthema irgendwie. Und nicht immer wird das Thema ernst angegangen. In dem Film ist es anders, denn es geht hier sehr ernst um zwei alternde Männer, die ihre Rivalität nie richtig ausleben und beenden konnten. Das diese Rivalität sich dann nicht nur auf den Ring erstreckt, sondern auch auf die Frau, ist nur eine Randnotiz.

Jetzt ist es allerdings genau diese Randnotiz, die dem Film schadet. Denn die Dreiecksbeziehung De Niro, Stallone und Basinger erweist sich als fragiles Element des Filmes, das auf der einen Seite nur Fragen aufwirft, um sie nicht zu beantworten. Auf der anderen Seite versucht dieser Erzählstrang Tiefe zu vermitteln und scheitert daran kläglich.

Das liegt allerdings zu einem großen Teil an Jon Berntahl, der den Sohn von De Niro und Basinger spielt. Und genauso fehlbesetzt ist, wie in The Walking Dead. Und das ist übel. Zumindest in sofern, als das ich jetzt schon viel zu viel negatives geschrieben habe, was einen völlig falschen Eindruck vermittelt.

Denn der Film ist eigentlich wirklich sehenswert. Auch und gerade wegen des moralischen Dilemmas, in das sich De Niro manövriert. Und ohne zu viel zu verraten: Auch wenn ich mir das Ende beim Gong zur ersten Reihe erwünscht hätte, ist das Ende das Peter Segal dem Film verpasst, durchaus befriedigend.

Wer also bei dem Wetter nicht weiß was er machen soll: Der Film schadet nicht.

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Das erstaunliche Leben des Walter Mitty

22. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Der erste Kinobesuch 2014 führte mich in die erstaunliche Welt des Walter Mitty, gespielt und realisiert von Ben Stiller:

Ich bin bei Filmen von und mit Stiller immer vorsichtig – nicht immer sind die sehenswert. Und wenn mich jetzt jemand fragen würde, warum ich damals nach dem Trailer überlegt habe den Film zu sehen, ich weiß es nicht.

Tatsächlich war ich aber überrascht – und das ausgesprochen positiv.

Nicht nur macht Ben Stiller in dem Film eine gute Figur – auch die Storyline mag trotz der etwas dick aufgetragenen Liebesgeschichte zu gefallen. Das alles ist aber nichts gegen die Bilder…. hach… damit kann man mich ja offensichtlich locken: Grönland, Island, Himalaya… ich glaub ich will nach Island 🙂

Sehr gut gefallen hat mir übrigens auch Sean Penn. Der kommt zwar nur kurz vor, ist aber richtig authentisch in seiner Rolle.

Ich denke mal, der Film ist einer der Filme 2014, die leider total unter dem Radar bleiben werden. Hat er nicht verdient…

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Bürgerkriegsähnliche Notwehrzustände?

22. Januar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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In der Zeit ist ein interessanter Artikel vom Strafrechtler Dr. Berster erschienen, der sich mit der Frage auseinandersetzt: Ist Notwehr gegen die NSA zulässig?

Wenig überraschend kommt er zu dem Fazit, dass sie das ist. Und zwar auf Grund des Versagens oder Unwillens des Staates, seine Bürger zu schützen:

Auf unseren Fall gewendet erscheint damit die Rechtslage klar: Das fortlaufende Abhorchen begründet einen gegenwärtigen vieltausendfachen Angriff auf das informationelle Selbstbestimmungsrecht einer Vielzahl von Geschädigten, und Bürger B. setzt, nachdem ihm die mildere Option obrigkeitlicher Hilfe versagt wurde, von den ihm noch verbliebenen Mitteln das mildestmögliche ein. Seine Tat wäre demnach gerechtfertigt.

Sein Beitrag endet mit einem butterweichen Appell an eine Regierung, die ihn nicht hören will:

Darum, liebe Bundesrepublik, erfülle deinen Zweck und hilf! Denn wenn du uns nicht hilfst, dann könnten Bürger vom Schlage des B. auf die Idee kommen, uns zu helfen – und dann helfe uns Gott.

Und das geht leider meilenweit am Kern vorbei und vernichtet einen Großteil der positiven Effekte des Artikels. Denn statt einen solche hilflosen Appell an die Regierung zu richten, wäre es womöglich besser gewesen zu prüfen, ob und wie wir Bürger und die Gerichte die Bundesregierung zum Handeln zwingen könnten.

Denn eine „Notwehr“ gegenüber den Amerikanern in Deutschland würde blitzschnell in eine Gewaltspirale eskalieren, wie wir sie gerade in anderen Ländern beobachten können. Das Ergebnis wäre, dass der Deutsche Staat, der uns nicht schützen will, die Amerikaner mit aller Macht (aka Gewalt) schützen würde. Was daraus erwachen kann, vermag ich mir nicht vorzustellen.

Aber selbst wenn wir im Zuge der „Notwehr“ erst die Arbeit verhindern und schließlich die „Spione“ aus dem Land vertreiben könnten (was ich nicht glaube), löst das nicht unser Problem. Denn, und hier greift der Beitrag von Berster eben viel zu kurz, es ist kein nationalstaatliches Problem. Die Ausforschung beginnt und endet nicht auf unserem Grund und Boden. Vielmehr sprechen wir hier von einem globalen Problem. Und selbst wenn wir uns komplett von Europa und dem Rest der Welt abschotten würden durch eine Mauer – dann wären es eben die Satelliten von oben.

Udo Vetter nannte den Beitrag in der Zeit mutig. Und ich frage mich wieso?

Der Beitrag ruft nicht zur Gegenwehr auf, er zeichnet nur ein juristisches Bild. Und das ignoriert auch noch, dass der Staat an sich geneigt wäre, den Notwehr-Tatbestand mit allen Möglichkeiten zu negieren. Der Beitrag geht auch auf keiner Weise auf Artikel 20 Absatz 4 unseres Grundgesetzes ein. Der Leser weiß hinterher, dass er zwar theoretisch das Recht hätte sich zu wehren – praktisch aber keine Chance habe. Und das Fazit lautet, wenn die Bundesregierung nicht handelt, die ja bis jetzt auch nicht gehandelt hat, käme es zwangsläufig zu Gewalt.

Im Grunde ist der Artikel in meinen Augen nur… heiße Luft.

 

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