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Archiv für Februar, 2014

Wenn Träume wahr werden: Voerde ohne FDP?

27. Februar 2014 8 Kommentare
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[heiteres Update am Ende]

Vor ein paar Tagen spöttelte ich noch „Good Bye FDP Voerde“.

Und was sehen meine entzündeten Augen heute abend? Wenn man auf fdp-voerde.de geht, wird man nach wie vor auf voerde.wordpress.com weitergelitten. Um dann dort zu lesen:

fdp voerde offline

Nachdem bei der überhaupt nicht zerstrittenen Partei erst alle Beiträge gelöscht wurden, die auf das Vorhanden sein eines inzwischen geschassten OV-Vorstands oder auf die gewählten Kandidaten für die Kommunalwahl deuteten: Jetzt ist also die ganze Website gelöscht.

Hut ab, liebe FDP Voerde, Ihr macht keine halben Sachen. Und ich steh drauf, dass Ihr Voerde lieber ein Ende mit Schrecken gönnt, als einen Schrecken ohne Ende. 😉

(Es sei erwähnt, dass Unterseiten auf fdp-voerde.de noch vorhanden sind…)

__________

[Update 28.02.14 gegen 12:15 Uhr]

Die Geschichte der FDP Voerde ist nunmehr um einen Aspekt reicher geworden: Nachdem ja Dirk Benninghoff stellvertretend für seinen Vater, Bernhard Benninghoff hier im Blog klar gestellt hat, dass nichts an dem Gerücht sei, die Familie Benninghoff sichere die Macht des Faktionsvorsitzenden, steht in der NRZ vom 27.02.2014:

Die FDP hat während einer außerordentlichen Wahlversammlung die nach parteiinternen Querelen vakant gewordenen Wahlbezirke neu besetzt. Mit Torsten Larek, Jörg Spelleken, Manfred Gockel, Michael Nühlen, Gustav Blumenroth, Werner Ellenberger und Heinz Schulze standen laut Fraktionschef Bernhard Benninghoff sieben Kandidaten nicht mehr zur Verfügung. An deren Stelle treten Johann Benninghoff (Wahlbezirk 40 Möllen Rahmstraße), Heinrich Tenter (Wahlbezirk 50 Am Sportplatz), Prof. Dr. Günter Jacobi, Vorsitzender des Fördervereins Freibad (Wahlbezirk 120 Buschacker), Victoria Maria Berger (Wahlbezirk 140 Am Birkenhain), Käthe Benninghoff (Wahlbezirk 150 Alte Hünxer Straße), Martina Niewerth (Wahlbezirk 160 Am Tannenbusch) und Sigrid Dowideit (Wahlbezirk 210 Elisabethstraße) an.

Also: für die Partei, die auf keinen Fall mehr oder weniger durch die Familie Benninghoff auf Kurs gehalten bleibt – das sind ja nur böswillige Gerüchte, treten dieses Jahr zur Kommunalwahl an:

Außerdem tritt jetzt Martina Niewerth an, die ja Torsten Larek „beerbt“.

Wie gut, dass mit den Nachnominierungen endlich klar ist, dass die FDP Voerde nicht fest in den Händen der Familie Benninghoff ist. Und das niemand folglich die Frage stellen muss, ob sie nicht doch nur ein Vehikel für das Durchsetzen der Interessen der Familie sein soll. Oh schaut mal, da hinten: Ein Dreiköpfiger Affe!

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Ich bin ich?

25. Februar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Die heutige Aufregung rund um die Veröffentlichung von Snowden bezieht sich auf die „psychologische Kriegsführung“. Dabei geht es vor allem um die Schädigung der Online-Reputation von Menschen:

Um seine These zu untermauern, führt Greenwald Informationen aus neuen und bereits veröffentlichten Dokumenten zusammen. So gehe aus einer Folie hervor, dass der britische Geheimdienst GCHQ gezielt „Honey traps“ einsetzt, um jemanden zu bestimmten Seiten zu lotsen. Um eine „Person zu diskreditieren“ (so der Titel der Folie), könnte außerdem deren Foto bei einem sozialen Netzwerk geändert oder ein Blogeintrag veröffentlicht werden, der von einem angeblichen Opfer stammt. Falsche beziehungsweise rufschädigende Informationen könnten auch direkt an „Kollegen, Nachbarn, Freunde etc.“ gemailt werden. Solche und ähnliche Taktiken werden in internen Informationsdokumenten des Geheimdiensts aufgelistet.

Das ist an sich keine neue Erkenntnis. Gerne werden ja schon mal Twitter-Accounts gekapert oder jemand „hackt“ eines anderen Facebook-Account, um in dessen Namen zu schreien „I am gay!!!“

Aber auch in ernsteren Situationen ist das nicht so fern liegend, wie man vielleicht denken möchte. So kann man bei der aktuellen Diskussion über Erdogan auch durchaus die Frage stellen, welchen Wert  neutrale Anreden haben:

„Bist du zu Hause, Sohn?“, fragt die Stimme eines älteren Mannes auf Türkisch.

„Ja, Vater“, antwortet die jünger klingende Stimme.

Das Problem ist, dass unser gesamtes Kommunikationsnetz solchen Attacken fast schutzlos ausgeliefert ist. Es ist denkbar leicht, ein solches Telefonat zu fingieren und dann zu veröffentlichen. Noch leichter ist es Mails unter einem fremden Namen zu versenden und mit den richtigen Mitteln kann ich quasi alle Formen der Online-Kommunikation stören.

Gegenwehrmaßnahmen gibt es wenige und deren Effektivität ist nur durch den Aufwand begrenzt, den man zum Brechen braucht. So kann ich z. B. E-Mails mit PGP/GnuPG signieren. Das schützt aber nicht davor, dass jemand sich dann des private key bemächtigt und über einen Keylogger der Passphrase.

Allerdings ist offensichtlich, dass es schon ein ganz anderes Kaliber ist, ob ich nur den Absender einer Mail fälsche, oder dafür auch noch Dateien „klauen“ und Software-Trojaner oder fingierte Hardware brauche.

Bei anderen Medien sieht es noch düsterer aus: Wenn ich die Möglichkeit habe, mich in die Kommunikation mit Facebook und Co einzuklinken,  habe ich nahezu keine Hindernisse zu überwinden, um nicht nur authentisch aussehende Posts abzusetzen – sondern auch gleich den eigentlichen Nutzer wirksam auszusperren. Bin ich eine Behörde, ist mir das sogar noch leichter.

Und auch Blogs: Ich könnte hier unter jeden Beitrag beliebige Namen setzen. Dummerweise kann aber jemand der Zugriff auf meine WordPress-Datenbank bekommen kann – und das sind eben nicht nur böse Hacker – im Grunde hier alles machen, was er will. Von der Bild- über die Textmanipulation. Ein wirksamer Schutz dagegen ist nicht bekannt – klar, ich könnte alle Beiträge digital signieren, aber stellt Euch mal den Aufwand bei mir vor und dann bei Euch um die Signatur zu prüfen.

Wobei doch gerade das mal eine pfiffige Idee wäre: PGP/GnuPG-Integration in den WordPress, die dem Leser ermöglicht mit dem Public-Key gegenzuprüfen…

Aber ich schweife ab.

Mein Fazit aus den aktuellen Snwoden-Geschehnissen ist eine Umkehr meines Lebensmottos. Eigentlich fordere ich immer, Menschen offen gegenüber zu treten und nicht alle gleich finsterer Absichten zu verdächtigen. Denn, so meine Behauptung: Die Menschen sind im Grunde gut.

Leider scheinen aber die Systeme die wir geschaffen haben, von Grund auf böse. Auch wenn ihre Intention vielleicht mal gut war. Von daher kann man eigentlich nur sagen:

Seid wachsam. Seid kritisch.

Und vor allem: hinterfragt!

Hinterfragen kann man übrigens persönlich immer noch am Besten.

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Guten Morgen :-)

25. Februar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Foto

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83.000 Liter im Monat weg – normaler Schwund?

25. Februar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Auf WDR lese ich gerade von dem Kerosin-Skandal in Wesseling:

 Es sind Unregelmäßigkeiten, die Mitarbeiter des Ölkonzerns Shell am 25. Februar 2012 in der Rheinland Raffinerie in Wesseling bei Köln entdecken. Offenbar gibt es in Deutschlands größter Raffinerie Probleme mit einer Kerosinleitung. Zu diesem Zeitpunkt ahnt noch niemand das Ausmaß: Es handelt sich um eine der größten Umweltkatastrophen in NRW der letzten Jahre. Mindestens eine Million Liter Kerosin sickern wochenlang unentdeckt in die Erde.

Mal von all den offenen Fragen, die der Artikel bei mir zurück läßt, drängt sich eine in den Vordergrund: „sickern Wochenlang“ und „Mindestens eine Million Liter“ ergeben eine sehr merkwürdige Kombination:

  • Gehen wir Shell zu Liebe von 52 Wochen aus, die das Leck bestand hatte.
  • Gehen wir Shell zu Liebe von nur 1 Million Liter aus.

Dann bedeutet das, dass in dem Jahr ca. 83.000 Liter pro Monat einfach… verschwunden sind. Also knapp 20.000 Liter Pro Woche. Einfach weg.

Kann mir mal bitte jemand erklären, wie einem Unternehmen, dass mit „flüssigem Gold“ handelt, knapp 20.000 Liter Treibstoff pro Woche, bzw. mehr als 80.000 Liter pro Monat verloren gehen können, ohne, dass das irgend jemand merkt?

 

Good Bye FDP Voerde

25. Februar 2014 1 Kommentar
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Die FDP in Voerde macht weiter mit der Selbstzerfleischung:

Nachdem man ja schon erhebliche Probleme mit dem Vorstand hatte und das Vater-Sohn-Glanzststück der Kommunikation zu bewundern war, gibt es jetzt zwei neue Entwicklungen:

Nachdem die FDP ja schon mit merkwürdigen Durchhalteparolen auffällig wurde, hat man einen weiteren Schritt zur „Geschichtsbereinigung“ getan: Auf der eigenen Website sind alle Artikel bis Oktober 2013(!) rückwirkend entfernt worden. Mal abgesehen davon, warum man sich eines kostenlosen WordPress-Blogs bedient und die Frechheit besitzt, den ausschließlich nach unserer Stadt zu benennen: Es ist schon auffällig, wie hier versucht wird, Geschichte neu zu schreiben. OV- und Listenwahlen? Torsten Larek als OV-Vorsitzender? Das soll niemand sehen können.

Kleiner Tip an die Kollegen in Gelb: Ihr solltet auch die Fotos bearbeiten. Am Besten retuschiert ihr unliebsame Personen einfach raus, dafür gibt es ja gute Vorbilder 😉

Dafür kann man dann heute in der Rheinischen Post  lesen, dass jetzt auch Werner Ellenberger die FDP verlassen hat. Ellenberger hatte seine „15 minutes of fame“ mit der Umbenennung der Hindenburgstraße und galt als ein möglicher „Stimmenbeschaffer“ im kommenden Wahlkampf der FDP. Daraus wird jetzt wohl nix werden, denn er ist nicht mehr FDP.

Vielleicht sollte man jetzt noch mal mit ganz besonderer Aufmerksamkeit die Durchhalteparolen der FDP-Altvorderen zu Gemüte führen:

  • Nein, die FDP Voerde ist nicht zerstritten.
  • Der geschasste Ortsverbandvorsitzende, der ausgetretene Ellenberger, die scheinbaren Bemühungen der Benninghoffs, die Machtstrukturen zu erhalten, das ist alles ganz anders als man meint 😉

Und  die Ähnlichkeit mit anderen untergegangenen Systemen ist rein zufällig.

 

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Banff Mountain Film Festival World Tour

24. Februar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Es gibt ja Titel, die kann man sich gar nicht ausdenken 😉

Wie auch immer, wir waren gestern auf Einladung von Vaude in Essen beim Banff Mountain Film Festival und haben uns dort beeindruckende Filme angeschaut.

Auch wenn wir den einzigen MTB-Film im Programm schon von Youtube kannten, hat sich der Besuch voll gelohnt. Wer Action und Menschen am Limit erwartet, ist hier nur bedingt richtig. Natürlich ist auch Extremsport Thema der kurzen Filme (5-25min), aber insgesamt sind die Bilder eher ruhig und unaufgeregt.

Besonderes Highlight war für uns der Film „Keeper of the Mountain“, ein Film über Miss Elisabeth Hawley. Und wenn man hier nicht ganz doll aufpasst, steht einem schnell das Pipi in den Augen. Auf der anderen Seite der Skala steht Sufferfest, der die Neigung des Menschen sich Leid zu verschaffen, wunderschön zeigt und einem die Möglichkeit gibt, sich davon zu überzeugen, dass auch andere bescheuerte Ideen hat.

Das ist auch ganz gut, dass man mal lachen kann. Denn eigentlich vergeht einem das Lachen am Anfang des Films, wenn man mit den „Strems of Consequence“ konfrontiert wird: Wie multinationale Konzerne eines der letzten intakten Kleinode der Welt, Patagonien, bedrohen.

Somit deckt das Festival eine perfekte Mischung aus ernst und kritisch über lustig und spannend bis hin zu… ja, man muss es sagen, nackter Haut ab. Und ist damit überaus sehenswert.

Wer die Gelegenheit hat, sollte sich unbedingt noch schnell Karten besorgen – das Geld ist hervorragend angelegt!

(Und jetzt die spannende Frage: 2015 nach Patagonien oder doch wieder Banff?)

DHL vs. UPS (vs. andere)

21. Februar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Ich mag DHL.

Vor allem seit ich die Paketstation um die Ecke habe. DHL liefert schnell und präzise wie ein Uhrwerk. Und wenn ich nicht zu Hause bin, kann ich eben mein Paket aus der Paketstation holen. Bzw. inwischen eigentlich fast alle von da. Und geht das mal nicht, kann ich am nächsten Tag bei der Postfiliale vorbei laufen.

Mit anderen Diensten ist das anders… Mit DPD hatte ich erhebliche Probleme und wenn die keinen Antreffen, muss man dafür schon mal an das eine Ende des Industriegebiets vor der Stadt. Und GLS? Wenn die einen nicht antreffen, schon mal an das andere Ende. Wobei es auch deutlich näher liegende Stationen geben würde. Ein Albtraum. Und Hermes? Von Hermes will ich gar nicht anfangen.

Insofern trifft DHL bei mir sehr fruchtbaren Boden an mit einer Saat, die man als ausgesprochen fiese Werbung bezeichnen kann. Fies – aber gut:

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WhatzApp goes Facebook

20. Februar 2014 6 Kommentare
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Seit heute ist es also offiziell: Facebook kauft WhatzApp.

Aus Sicht von Facebook ein logischer Schritt:

  •  Seit einer Zeit schon kehren mehr und mehr Leute dem sozialen Netz den Rücken. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von klassischem keinen Bock mehr über Werbungsfrust bis hin zu ernsthaften datenschutzrechtlichen  Bedenken.
  • Mit WhatzApp bekommt Facebook nicht nur auch Mitglieder, die nicht oder nicht mehr bei dem Netzwerk selbst sind. Es erfährt auch sehr viel über stärkere soziale Bindungen, als es die Freundschaften auf Facebook sind.
  • Die Inhaltsdaten vonWhatzApp sind nach wie vor so, dass sie gelesen und damit ausgewertet werden können. Eine Goldgrube für Dataminer.

in der Folge sind heute morgen weitere ehemalige WhatzApp–Kontakte in meiner Threema-Liste auf. Und betonen teils, dass es genau dieser Aufkauf von WhatzApp durch Facebook war, der jetzt auch sie wechseln ließ.

Man kann nur hoffen, dass dieses Beispiel Schule macht. Denn WhatzApp wechselt durch die Übernahme vom Status Defekt zum Status Gefährlich.

Ohne Worte ;)

19. Februar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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counterUnd das hier wollten sie alle lesen: Klick!

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Haupt- und Finanzausschuss am 13.02.2013 in Voerde

18. Februar 2014 3 Kommentare
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Folgenden Text hatte ich an RP und NRZ geschickt, in der Hoffnung ihn heute – vor der Ratssitzung – im Print zu lesen:

Als vor einiger Zeit von einem Ratskollegen eine Verrohung der Sitten in
der Voerder Politik postuliert wurde, war das in seinem Beispiel
übertrieben - nach der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses muss man
aber die Frage stellen, ob er nicht doch im Kern Recht hatte.

Auslöser der Ereignisse waren die Fragen eines Bürgers in der
Einwohnerfragestunde, welche eine unerwartete und hoffentlich einmalige
Eskalation auslösten.

Schon das Verhalten des Bürgermeisters, die Frage nach den
Eigentumsverhältnissen am Wisselsmannsweg nicht mit Ja oder Nein
beantworten zu wollen, sondern in Ausflüchten das Heil zu suchen, schien
bemerkenswert.

Nicht akzeptabel war jedoch das Verhalten des Ersten Beigeordneten:
Auch wenn das angespannte Verhältnis zwischen ihm und dem fragenden
Bürger ein offenes Geheimnis ist, hätten dessen Fragen zu keiner Zeit
dazu führen dürfen, ihm infantiles Verhalten zu unterstellen.

Noch schlimmer waren die folgenden Einlassungen der CDU und der SPD, die
direkt an den Bürger gerichtet waren. Hier hätten der
Ausschuss-Vorsitzende und der Bürgermeister Einhalt gebieten müssen.

Statt dessen wurde dem Bürger sogar untersagt, sich gegen die
Vorhaltungen der CDU und SPD zur Wehr zu setzen!

Das Verhalten meiner Ratskollegen ist absolut ungeeignet für ein solches
Gremium. Die Einwohnerfragestunde ist dafür gedacht, dem Bürger die
Möglichkeit des direkten Kontakts mit der Verwaltung zu geben. Sie ist
in keinem Fall dafür vorgesehen, persönliche Befindlichkeiten auszutragen.

Der Vorsitzende eines Ausschusses hat zudem nicht nur die Pflicht, die
Einhaltung der Tagesordnung sicher zu stellen. Er hat auch die Pflicht,
den Bürger bei der Ausübung seiner demokratischen Rechte zu unterstützen
und zu fördern. Beides ist - trotz Aufforderung der Linken, der WGV und
Grünen - nicht passiert.

Voerde möchte die Bürgerinnen und Bürger politisch mitwirken lassen.
Dies setzt aber voraus, dass sich die politischen Vertreter an die
selbst auferlegten Regeln halten!
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Moral ist auch nur eine Frage der Perspektive

18. Februar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Das ist schon witzig: Wie ich gestern vermutet habe, kommt im Rahmen der Edathy-Affäre reflexhaft der Schrei nach härteren Gesetzen. Fehlen eigentlich nur noch Stephanie zu Guttenberg und Alice Schwarzer. Wobei ein baldiges Auftauchen der letzgenannten „Persönlichkeit“ Gott-sei-Dank eher unwahrscheinlich ist.

Wie auch immer:

Das Problem an der ganzen Sache ist doch, dass unsere Politik unglaublich flexibel ist, wenn es um die Frage geht, was Moral ist. Unabhängig von der tatsächlichen Entwicklung werden willkürliche Grenzen gezogen, die schon heute dazu führen können, dass junge Pärchen die sich gegenseitig Fotos mailen, mit einem Bein im Knast stehen.

Und zur gleichen Zeit?

Zur gleichen Zeit geht eine europäische Regierung hin und bietet Strip-Clubs ordentlich Cash, wenn sie junge Frauen zwischen 18 und 24 einstellen:

The Department for Work and Pensions (DWP) has paid cash incentives of over £2,000 to lap-dancing bars and similar establishments to hire young unemployed people aged 18-24 as part of its Youth Contract scheme.

Aber nicht, dass Ihr jetzt denkt: Die spinnen die Briten. Denn auch bei uns gab es ja schon Testballons:

Als Christine Hirmer (Name geändert) am vergangenen Samstag einen Brief des Arbeitsamtes öffnete, freute sich die 19-jährige Augsburgerin noch: Die Agentur für Arbeit hatte ihr einen Vermittlungsvorschlag für eine neue Arbeitsstelle geschickt. Seit November sucht die gelernte Hauswirtschafterin einen Job, bisher erfolglos. Doch als sie den Brief dann genauer las, war sie fassungslos: Die Arbeitsagentur schlug ihr eine Stelle als Servicekraft im Colosseum vor – einem Augsburger Großbordell.

Versteht mich nicht falsch: Ich will damit nicht über Bordelle und „Massagesalons“ urteilen. Mir geht es darum, dass auf der einen Seite immer mehr Gesetze die Prüderie fördern wollen und bei jedem Skandal – losgelöst von Sachfragen – nach härteren Strafen geschrien wird. Auf der anderen Seite aber solche Dinge passieren.
Damit will ich auch nicht darüber urteilen, was Edathy gemacht hat oder nicht. Mir liegen zu wenig Kenntnisse vor, um mich in dem Thema sicher zu bewegen. Mir geht es darum, dass solche Skandale reflexhafte Reaktionen hervorrufen, die immer genutzt werden um strengere Gesetze zu postulieren. Die dann aber oftmals gar nicht gegen das eigentliche Problem gerichtet sind, sondern nur dessen sichtbare Symptome bekämpfen wollen.
Und nicht selten erhebliche Kollateralschäden anrichten…

Soll man dankbar oder bestürzt sein?

17. Februar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Dankbar, dass es wenigstens ehrlich ist?

Bestürzt, dass so offen angesagt ist, dass das, was das Volk will keine Rolle spielt, wenn Merkel und die Industrie was anderes wollen:

Als der Doctor und ich im House of Cards Breaking Bad sahen…

17. Februar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Ich bin, das gestehe ich, ein Geschichten-Junkie. Wenn die Geschichte gut ist, kann sie nicht in genug Büchern daher kommen. Und auch nicht in genug Filmen. Und natürlich auch nicht in genug Folgen einer Fernseh-Serie.

Das widerspricht auf den ersten Blick der Tatsache, dass ich seit vielen Jahren keinen Fernseher mehr besitze. Erklärt aber auf den zweiten Blick, warum an meinem Rechner zwei große Monitore hängen.

Denn ich hasse Fernseh. Die Werbung. Die Programmgestaltung. Das Drumherum und die GEZ-Abzocke für angeblichen Bildungsauftrag.

Und ich habe ein Problem: Will ich Doctor Who gucken, muss ich dafür ein spezielles Pay-TV-Programm abonnieren. Auch wenn ich aus dem ganzen Programm nur diese eine Serie gucken will. Stelle ich fest, dass die da erstens mit erheblichem Verzug zur Ausstrahlung in UK läuft und dann auch noch grottig synchronisiert, ist die Alternative keine mehr.

Will ich House of Cards schauen, wo am Valentinstag die komplette(!) 2. Staffel in den USA verfügbar ist, hab ich Pech. Von den drohenden Kürzungen bei Breaking Bad oder The Walking Dead mal ganz zu schweigen. Und selbst, wenn ich nur Sheldon und Penny sehen will, verleidet es mir die Synchronisation.

Das hier was im Argen liegt, wissen wir nicht erst seit gestern. Und doch versucht man immer noch, mit untauglichen Methoden den Eindruck zu erwecken, alles wäre gut:

Es ist also mehr als bloß ein Verdacht, dass die Einschaltquote nicht etwa misst, wie viele Menschen welche Sendungen sehen. Sie misst vielmehr, wann, was und wie lange jene Leute sehen, die Zeit und Nerven genug haben, an der Quotenmessung teilzunehmen. Die Differenz, der systematische Messfehler ist evident – die tatsächliche Quote kann nur niedriger sein als das, was die GfK veröffentlicht. Verständlicherweise hat aber niemand ein Interesse, diesen Messfehler genauer bestimmen zu wollen.

Im Gutjahr-Blog bin ich jetzt auf eine fast schon brilliante Analyse gestoßen, die mir zu 100% aus der Seele spricht:

Fernsehen erlebt aktuell eine Renaissance, wie man das vor Jahren kaum für möglich gehalten hätte. Ausgelöst wurde dieser Imagewandel nicht etwa durch neue Technologien, sondern durch die Inhalte. TV-Serien, monumental wie Wagner-Opern (Game of Thrones), episch wie Shakespeare (Breaking Bad), packend wie Hitchcock (Homeland) und journalistischer als CNN (The Daily Show with Jon Stewart).

Wer von Minuten Zeit hat, sollte den gesamten Text dort lesen: Klick!

Aus dem Kalten Krieg nichts gelernt?

17. Februar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Manchmal frage ich mich ja, ob wir aus der Geschichte nichts lernen können.

Oder nichts lernen wollen:

Die Bundesregierung erwägt als Reaktion auf den NSA-Überwachungsskandal, die Geheimdienst-Aktivitäten der USA und anderer Verbündeter auf deutschem Boden ins Visier zu nehmen. Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet über Pläne, die Abteilung Spionageabwehr des Verfassungsschutzes auszubauen.

Quelle: Heise

Obwohl sich die deutschen Geheimdienste im In- und Ausland als Macht- und Nutzlos präsntiert haben, will man jetzt die gleichen massiv ausbauen um dann „zurückzuschlagen“. Das erinnert mich fatal an den Kalten Krieg, auch wenn es hier nicht um Bomben und Raketen geht. Und es ist ein interessantes Bild, dass unsere Politik auf die Spionageaffäre offensichtlich keine andere Antwort weiß, als Spion vs. Spion.

Und das, meine Damen und Herren, in 2014. Vergleicht das mal damit, wie Ihr Euch damals vorstellt habt, wie die Welt im Jahr 2000 ist…

 

Wie die Nazis das reichte 1% der Bevölkerung umbrachten

15. Februar 2014 Kommentare ausgeschaltet
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Die Überschrift versteht Ihr nicht? Das wiederum verstehe ich. Denn ich hab es eigentlich auch nicht verstanden. Aber die Geschichte geht so:

Bei Fefe im Blog steht:

Die Ultrareichen in den USA arbeiten an Konzepten für Demokratie 2.0: Die Anzahl der Stimmen bei der Wahl sollte von der Menge der gezahlten Steuern abhängen. Und, daraus folgend natürlich: Wer keine Steuern zahlt, darf nicht wählen.

Das fand ich irgendwie skuril. Nicht, dass ich es den Amerikanern nicht zutrauen würde (und manchen in Deutschland auch), ein solches Wahlrecht ernsthaft anzustreben. Also klickte ich mutig auf den Link, um den dahinter liegenden Artikel zu lesen. Mehr als 2 Absätze hab ich aber nicht geschafft:

The event, entitled „The War on the 1%,“ focused on the issue of income inequality. Perkins, 82, not only revealed his opinions on social, fiscal, and monetary policy, but he also clarified his views on how taxes are being used as a weapon against the wealthy 1% as a whole.

Perkins‘ infamous Jan. 24 letter to the editor published in the Wall Street Journal compared modern discrimination against America’s rich to Nazi Germany’s treatment of the Jews. He also claimed that the 1% currently faces a „rising tide of hatred“ akin to Kristallnacht.

Danach kommt zwar noch die obligatorische Entschuldigung, ich hab trotzdem aufgehört zu lesen. Aber ich muss zugeben, dass ich nicht mal mehr entsetzt bin, wenn ich soetwas lese. Ich empfinde mittlerweile eine tief gehende Desillusionierung, was den Zustand unserer Gesellschaft im Jahre 2014 angeht, dass ich solche Spinner wie Perkins schon fast erwarte.

Was mir Angst macht ist, dass das, was solche Menschen von sich geben, immer einen Dummen finden, der es glaubt.