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Archiv für Juni, 2016

Facebook: Von der Cholera zur Pest

20. Juni 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Vor ziemlich genau 5 Jahren habe ich mich bei Facebook abgemeldet. Das hatte hauptsächlich die zwei Gründe, dass ich Facebook nervig und eine Gefahr für das offene Netz fand.

Daran hat sich nichts geändert, gleichwohl habe ich mich Ende letzter Woche neu angemeldet. Aus einem einfachen Grund: es stehen zwei Wahlen an, von denen eine für mich besonders wichtig wird. Und ich möchte gerne mit den Menschen dazu kommunizieren. Und da ich niemanden zwingen kann, sein Habitat zu verlassen, muss ich halt zu ihnen. Hilft ja nix.

In den wenigen Tagen die ich jetzt wieder bei Facebook bin, habe ich knapp 750 „Freunde“ gefunden. Von denen ich vielleicht 1% wirklich kenne. Da ich aber nicht sehr selektiv die „Freundschaften“ angenommen habe, vermittelt mir meine Timeline schon einen interessanten Einblick.

Das wiederum macht mir schon Angst. Denn zu den beiden oben genannten Gründen, warum man Facebook links liegen lassen sollte, kommt nun ein Dritter: Facebook ist eine Gefahr für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Auf FB werden völlig gedankenlos die absurdesten Meldungen und Videos verbreitet – aus den obskursten Quellen. Das wird freudig geliked und geteilt, mal politisch streng rechts, mal streng links aber immer völlig gaga.

Es scheint, als wäre „denken vor dem klicken“ völlig ausgestorben und durch ein „ich will dazu gehören – dafür klicke ich“ ersetzt worden. Eine Verarbeitung dessen was man da sieht und teilt scheint nicht statt zu finden.

In der Folge bewegt sich jede Diskussion aus der neutralen Mitte schnell in ein extremes Lager. Meiner Meinung nach aber mit deutlicher Tendenz nach Rechts, weil man offensichtlich dort die Nachrichten produziert, die die Menschen lesen wollen. Um sich in ihrer Angst, Furcht vor anderen oder einfach nur in ihrer Dummheit bestätigt sehen wollen. Diese Effekte verstärken sich in einem interessanten Ausmaß, bis letztlich auch die „gefangen“ werden, deren IQ man so hoch einschätzt, dass sie eigentlich auf solche Schwachsinns-Posts nicht reagieren dürften.

Vielleicht wäre das mal für die eine oder andere Doktor-Arbeit interessant zu analysieren: Wie sehr Facebook die Mitte der Gesellschaft destabilisiert.

Au wei. Das kann ja eine lustige Zeit da werden….

Neulich auf dem Regionalkongress…

20. Juni 2016 Kommentare ausgeschaltet
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… der Grünen Niederrhein-Wupper.

Oder: Ein wenig Puder hätte mir gut gestanden 😉

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Mit Dank an Dietmar Helmreich-Schwinge

Kategorienfoto, politik Tags:

Hallo De Maizière, ich bin gerne einer der Letzten

16. Juni 2016 1 Kommentar
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Heute im Spiegel Online kann man lesen, dass de Maiziere gerne Kreuzungen mit Videokameras überwachen will. Er begründet das mit den Krawallen rund um die EM und wird wie folgt zitiert:

„Vielleicht begreift jetzt auch der Letzte in Deutschland, dass mehr Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen in erster Linie eine Hilfe ist und nicht eine Beobachtung von Unschuldigen.“

Er möchte dabei keineswegs die Orte überwachen, an denen tatsächlich Kriminalität ein Problem ist. Sondern solche, die er zu solchen Orten macht:

Kreuzungen in ansonsten ruhigen Wohngegenden und Einfamilienhaussiedlungen könnten zu Kriminalitätsschwerpunkten erklärt werden, um dort öffentliche Kameras zu installieren.

Er möchte also gerne z. B. in der Siedlung in der ich wohne eine unschuldige Kreuzung zu einem Kriminalitätsschwerpunkt erklären, um dort Kameras aufstellen  zu dürfen. Und mich gerne überwachen falls mal irgendwann was passiert.

Super Idee.

Übrigens nur eine von mehreren, die er gerade im Rahmen seiner Aussagen zur Bekämpfung von Einbruchdiebstählen gemacht hat. Eine weitere ist:

Angesichts der steigenden Zahl von Wohnungseinbrüchen hat sich Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) für den vermehrten Einsatz von Hilfspolizisten ausgesprochen.

Diese „Hilfspolizisten“ sind Menschen, die gerne Macht und eine Uniform hätten. Bei denen es, warum auch immer, nicht gereicht hat, richtiger Polizist zu werden und die gerne Polizei spielen wollen.

Nachdem die CDU (gemeinsam mit der SPD) die Polizei über Jahre kaputt gespart hat, will man jetzt mit einer Billiglösung Sicherheit vorgaukeln.

In Sachsen unterstützen bereits 47 Absolventen einer solchen Ausbildung die regulären Polizeikräfte.

In Sachsen.

Eigentlich muss man dazu ja nicht mehr viel schreiben. Vielleicht sollte man aber, weil wir hier gesellschaftlich einen Kurs fahren, der geradezu danach schreit, schlimme Folgewirkungen mit sich zu bringen.

Ich habe ein hohes Vertrauen in die Polizei. Allen Unkenrufen zum Trotz leben wir ein einem sehr sicheren Staat und haben ein Rechtssystem, dass auch Fehlverhalten sanktioniert. Dieses System mutwillig zu schwächen und dann irgendwelche Jedermänner und -frauen in Uniform auf „Streife“ zu schicken ist eine ganz, ganz doofe Idee.

Wie die Idee mit den Kameras an Punkten an denen man zwar keine Kriminalitätsbelastung hat, diese aber einfach postuliert.

An der Stelle würde ich gerne die Frage stellen, ob Herr de Maiziere eigentlich  noch mit beiden Füßen fest auf unserer Verfassung steht.

Kategoriengedanken, politik Tags:

Wie putzig ist das denn bitte???

7. Juni 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Kategorieninternettes, mitmenschen Tags:

Wochenende, Kinozeit

6. Juni 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Nach der hier verschwiegenen Tragödie „Alice im Wunderland“, gab es am Wochenende zwei Filme über die man durchaus berichten kann.

Zunächst Money Monster:

George Clooney und Sandra Bullock in einem Film. Das schürt hohe Erwartungen, die hier auch sicherlich nicht enttäuscht werden. Nicht, dass wir uns missverstehen: Die Story ist flach, vorhersehbar und Ur-Amerikanisch:

Böser Banker betrügt arme Sparer, arme Sparer wollen Rache und Clonney ist das Mittel zum Zwecke. Natürlich ohne jede ernste System- oder Politik-Kritik.

Trotzdem ist der Film sehenswert und hat einen interessanten Effekt dadurch, dass er länger wirkt als er ist. Allerdings ohne langweilig zu sein.

Auf der negativen Seite steht allerdings eben auch, dass er nicht sonderlich spannend ist.

Er lebt von den Personen und ihrer Geschicht, die teilweise irritierend amüsant ist. In Situationen die ganz und gar nicht zum Lachen sind. In sofern ein wirklich unterhaltsamer Film.

Und dann gab es am Wochenende noch Nice Guys in OV:

Nice Guys ist sicherlich ein Film, in den man geht um Ryan Gossling und Russell Crowe zu sehen. Vielleicht auch, die inzwischen sehr alt wirkende, Kim Basinger (Jungs, das war die in dem Tiger-Badeanzug). Allerdings auch um das Nachwuchs-Talent Angourie Rice zu sehen. Von ihr werden wir noch hören.

Der Film hat eine interssante Mischung aus 70er-Krimi, Comödie und Thriller. Mit viel Alkohol, viel Kippen, viel Sex und viel Schlägereien, die manchmal an Bud Bencer und Terrence Hill erinnern könnten.

Die Story ist überraschend komplex – wenn auch nicht überraschend. Dabei nicht verwirrend. Und mit den humorvollen Einlagen immer die genau richtige Mischung aus spannend und amüsant.

Zusammenfassend ein ziemlich interessanter Film. Und in OV sehr gut zu verstehen. Dazu noch mit einem sehr feinen Soundtrack. Also sowas wie eine uneingeschränkte Empfehlung.

Kategorienfilm Tags:

Für öfter mal das Handy ausschalten

2. Juni 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Wo Daten sind, sind Begehrlichkeiten.

Ein schönes Beispiel dafür ist gerade die Polizei in Meck-Pomm, die „mal eben auf Verdacht“ ganze Verkehrsabschnitte überwachen möchte. Der NDR dazu:

Die Polizei von Mecklenburg-Vorpommern will künftig den Mobilfunk auf ganzen Straßen- und Autobahnabschnitten überwachen dürfen. Immer dann, wenn es sich um die „vermutete Fahrstrecke“ eines Tatverdächtigen handelt, sollen Beamte dazu befugt sein, die Daten von Handys zu erheben, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt entlang dieser Fahrstrecke bei ihrem Netzanbieter eingeloggt haben.

Das Problem ist, dass damit auch alle anderen auf der Strecke ins Netz geraten und überwacht werden. Und was dann mit den Daten passiert, ist ja oft eine Black-Box. Will man das? Ich will das nicht.

Zudem sollte man sowieso mal schauen, was das Handy so macht. Will man zum Beispiel, dass Twitter bei jedem Tweet die GPS-Daten speichert? Eigentlich eher nicht.

Und begrüßt Euch auf Eurem Handy von Zeit zu Zeit Google und sagt Euch, dass Ihr auf dem Heimweg seid und wie lange Ihr brauchen werdet? Das liegt daran, dass Google nicht nur weiß wo Ihr wohnt und arbeitet. Sondern auch daran, dass Google Eure Bewegungsprofile speichert. Die übrigens gerne schon mal abgefragt werden.

Während ich aber Twitter und Google am Handy selbst deaktivieren kann, habe ich mit dem Telefon ein Problem:

Ein angeschaltetes Handy bucht sich je nach Standort in eine bestimmte Funkzelle ein. Diese Daten können von Ermittlern abgefragt werden.

Und das kann man eigentlich nur umgehen, wenn man das Handy in den Flugmodus schaltet oder ganz aus. Das wiederum scheint Euch bestimmt auf den ersten Blick unangebracht. Handy aus, macht doch heute keiner mehr.

Aber seht es mal andersherum: Wenn Ihr Euer Telefon in den Flugmodus schaltet oder (noch besser) gleich ganz aus, dann kann es Euch beim Autofahren nicht ablenken. Ihr kommt also gar nciht in Versuchung die gerade eingegangene SMS zu lesen oder einen Anruf zu tätigen.

Und selbst wenn Ihr mit dem Zug unterwegs seid: Einfach mal in Ruhe das Hörbuch hören, ohne das ständig irgendeine App stört und Eure Aufmerksamkeit an sich binden will. Was übrigens ein Thema für sich ist.

Fazit ist also: Macht es den Überwachern nicht zu leicht. Und haltet es mit dem kürzlich, leider viel zu früh, verstorbenen Peter Lustig:

Kategorien1984, technik Tags: