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Archiv für Juli, 2016

FDP: Langzeitarbeitslose? Die sind krank.

27. Juli 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Das mag nach einem schlechten Witz klingen:

Schon länger gehe ich davon aus, dass es in Deutschland durch Automation und effektivere Prozesse keine Vollbeschäftigung mehr geben kann und fordere, die Gesellschaft darauf vorzubereiten.

Die FDP sieht das naturgemäß anders.

Wie anders, erfuhr ich heute von Beret Roots, überzeugte Kämpferin für die Liberalen. Auf meinen entsprechenden Hinweis, dass ich keine Chance für eine Vollbeschäftigung sehe, antwortete sie auf Facebook wie folgt (Screenshot):

also noch ist eine Gesellschaft, in der Vollbeschäftigung nicht möglich ist, ferne Zukunftsmusik.
In Deutschland ist es noch so, dass DURCH Effizienzgewinne mehr Jobs insg. entstehen.
Wir haben quasi Vollbeschäftigung, wenn man die Langzeitarbeitslosen raus nimmt.
Ich denke bei denen stimmt meist was nicht. Psychische Probleme, soziale Probleme oder ähnliches.
Die bräuchten ne andere Betreuung.
Ein Bekannter von mir hat in Zusammenarbeit mit einer Psychologin solche Leute, die seit Ewigkeiten arbeitslos ist, mal einer Diagnose unterzogen – die meisten waren klinisch auffällig und hatte noch niemand diagnostiziert.

Ich will gar nicht bezweifeln, dass bei einer psychologischen Betrachtung Langzeitarbeitslose auffällig sein können. Ich wäre es, wenn man mich Jahre von der gesellschaftlichen Teilhabe fern und mit Hartz-IV in Armut hält.

Berets Bild ist aber in meinem Empfinden typisch für das, für das die FDP steht: Wer in unsere Gemeinschaft abgehängt wird, wird schon selbst „schuld“ sein. Oder halt krank.

Was mich persönlich besonders enttäuscht ist, dass ich Beret, die ich gelegentlich an den unwahrscheinlichsten Orten treffe, eigentlich mag und gerade von ihr nicht erwartet hätte, ein solches Weltbild sich zu eigen zu machen.

Kategorienpolitik, wahlkampf Tags:

Star Trek: Beyond

26. Juli 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Wochenende ist Kino-Zeit und deswegen war ich gestern im Kino. Den neuen Star Trek gucken. Nach der herben Enttäuschung von Independence Day 2 war ich aber skeptisch.

Und nach den ersten Minuten war dann auch schnell klar: Überhaupt kein Vergleich.

Während man in ID2 so gar nicht rein kam, erzählt Star Trek eine nette, mehrschichtige aber nicht komplizierte Geschichte. Wie sie aus jedem Film oder jeder Folge TNG sein könnte. Das ganze gepaar mit wirklich guten Bildern ist schon sehenswert.

Woran der Film aber am meisten gewinnt ist die Darstellung der Charaktere. Die sehr schön an die „Originale“ aus meiner Jugend angelehnt sind und die mit viel Liebe zu Detail gezeichnet werden. Einzig die eher feministischen Kinobesucher werden Scotty nicht mögen. Ansonsten aber ist jeder Charakter einzigartig und wirklich gut gemacht.

Für meinen Geschmack spielt der Film zu wenig im Weltall, aber das ist zu verschmerzen. Tatsächlich geht man am Ende aus dem Kino und fühlt sich einfach gut unterhalten. Davon hatten wir dieses Jahr noch nicht so sehr viele Filme 🙂

Also: Sehenswert!

Kategorienfilm Tags:

Blockxit: Oh mein Gott wie peinlich!

25. Juli 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Vor ein paar Tagen habe ich bei Fefe einen Rant zu Blockxit gelesen und mich amüsiert. Aber nicht weiter drüber nachgedacht. Tangierte mich nicht weiter, interessierte mich nicht weiter. Bis heute:

Ich wollte beim Stern etwas über die Plasberg-Sendung gestern lesen. Und der Stern empfing mich so:

stern1Naja… zumindest ausprobieren kann man es ja vielleicht mal. Weil vielleicht die Websites ja gelernt haben, was man Usern besser nicht zumutet. Gleichwohl der fette Rand mir schon komisch vorkam. Aber ausnahmsweise mal den Blocker deaktiviert und die Seite neu geladen.

Es dauert.

Es dauert.

Unten sehe ich welche Server alles kontaktiert werden und irgendwann lädt die Seite:

stern 1Und direkt zwei animierte, blinken und blitzende Werbungen. Das rote Feld rechts blinkt, das Bild bewegt sich. Die Werbung oben scrollt immer von links nach rechts in Bild.

Wie zum Teufel soll ich bei einer solchen Scheisse in Ruhe lesen können, wenn im Sichtfeld ständig was blinkt? Und glaubt irgendjemand, dass ich da wirklich drauf klicke? Mal abgesehen davon, dass der Code für die Werbung auch hätte Schadcode sein können?

Also Ad-Blocker wieder aktiviert. Und Fefe hat Recht:

Legt doch mal für ne Sekunde das Koks weg. Vielleicht sehr ihr dann, wie sehr ihr euch gerade zum Stück Brot macht.

 

Kategoriengedanken, internettes, ökonomisch Tags:

Der islamistische Terror von Ansbach…

25. Juli 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Das Wochenende war geprägt von Schreckensmeldungen über Menschen, die ihre Mitmenschen verletzten und töten wollten. Einer der traurigen Höhepunkte war das Selbstmordattentat in Ansbach mit 12 Verletzten und einem toten Attentäter.

Unmittelbar danach wußte der bayrische Innenminister zu sagen, seiner Meinung nach handele es sich um einen islamistischen Terroranschlag?

Ja?

Vielleicht war der Sprengstoff sogar vom IS. Nur…

Nach allem, was ich bisher halbwegs gesichert erfahren konnte, handelte es sich um einen Syrer, der vor 2 Jahren die Flucht aus seiner zerbombten Heimat nach Deutschland geschafft hat. Nur damit sein Einreiseantrag vor einem Jahr abgelehnt wurde und er seit einem Jahr(!) im rechtlichen Niemandsland des Gedulded-seins verweilt. In einem der reichsten Länder der Erde nicht am Leben teilnehmen zu dürfen und jeden Tag abgeschoben werden zu können.

Ein Mann, der polizeibekannt mindesntes 2 Mal(!) versucht hat sich das Leben zu nehmen.

Einem Menschen, der in den letzten Tagen wieder erleben durfte, das Du nur dann aus der Anonymität ausbrechen  kannst, wenn Du den Medien Futter hinwirfst. Lauf mit einer Axt Amok, Schiesse in einem Einkaufszentrum wild um Dich oder… ja spreng Dich halt bei einem Festival in die Luft.

Und plötzlich kennt man Deinen Namen. Dein Schicksal. Weiß wer Du bist.

Ich will nicht sagen, dass der Münchener Amoklauf und der in Ansbach in Bayern passiert sind, weil gerade Bayern ja eine erzkonservativ geprägte Einstellung zu Ausländern zu haben schein. Aber ich würde mich freuen wenn wir mal darüber nachdenken.

Und wenn wir endlich mal darüber nachdenken die Rolle der Medien als Katalysator zu hinterfragen. Es mag einfacher erscheinen im Fall von München (mal wieder) Computerspielen die Schuld zu geben und im Fall von Ansbach das Gespenst des IS.

Aber ist das ernstlich wahrscheinlicher, als das die Täter auf eine große Medienwirksamkeit ihrer Taten setzen konnten? Das sie bewußt entschieden haben mit einem lauten Knall aus dem Leben zu scheiden, statt anonym drauf zu gehen?

Und können wir jetzt vielleicht anfangen darüber nachzudenken, dass die Presse mit solchen Anschlägen umgeht wie mit Suizid? Über den man nicht, nicht personalisiert und am Besten gar nicht, berichtet um keine Nachahmer zu motivieren?

Oder gehen wir den einfachen Weg, lauschen Herrmann, machen uns vor fiktivem Terror in die Hose und bauen unseren Staat weiter zum Sicherheitsstaat um? Wohl wissend, dass all die Überwachung keine der Taten am Wochenende verhindern konnte?

Kategorien1984, gedanken, politik Tags:

Das UCI verschlimmbessert das Kino

15. Juli 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Mit großem TamTam führt UCI in seinen Kinos „iSens“ ein, so auch in Duisburg. Hervorstehendes Merkmal ist:

Beim Bild ist 3D heute schon fast Standard – selbstverständlich können auch im iSens-Saal 3D-Filme gezeigt werden. Die eigentliche Neuheit ist das Tonsystem. Heute ist 5.1-Ton der übliche Standard für die Vorführung von Kinofilmen. iSens geht hier einen großen Schritt weiter: Dolby Atmos ist eine Soundrevolution, die die Ansprüche an Kinoton für immer verändern wird. Dolby Atmos ist die neueste Innovation des Kinosounds und bietet ein besonders kraftvolles und intensives Hörerlebnis.

Äjm ja. Zumindest in Duisburg ist das allerdings ganz großer Mist. Aber nicht wegen der Klangqualität, denn die ist wirklich gut. Nein, Das Problem liegt woanders:

In jedem(!) der zahlreichen Lautsprecher sind in Richtung Besucher blinkende LEDs verbaut. Die für mich aussehen wie die LED an Netzwerkinterfaces bei einem Broadcast-Sturm. Dazu passt auch, dass alle synchron und ohne Bezug zum Bild blinken.

Unabhängig davon was das letztlich für Leuchten sind: So lange das Bild hell ist, ist das kein Problem. Doch in düsteren Szenen mit wenig Licht hat man in beiden Augenwinkeln blinkende Lämpchen.

Wie kann man denn  bitte auf so eine bekloppte Idee kommen, vom Zuschauerraum aus sichtbare LED in Lautsprecher einzubauen?

Kategorientechnik, unsinn Tags:

Independence Day 2

14. Juli 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Wochenende ist Kinozeit und das ist ein guter Grund, mal Mittwochs ins Kino zu gehen. Dieser Satz macht keinen Sinn, aber den macht der Film Independence Day 2 – Wiederkehr auch nicht.

Tatsächlich hab ich am Anfang gedacht: Wo, ein Intro wie ein guter Alien-Film.

Und dann kam der Absturz. Roland Emmerich nutzt den Film natürlich um die Welt  in Schutt und Asche zu legen. Es gibt allerdings keinen millionenfachen Tod, sondern nur wehrhafte Armeen. Das deren Dasein von einer wirren Logik begleitet wird, ist da nur eine Randerscheinung. Denn obwohl man betont, dass es keine bewaffnenten Konflikte mehr auf der Welt gibt, verhandelt man mit schwer bewaffneten Warlords. Und obwohl die Welt vereint ist und man ab und an mal andere (eine belgische?) Flaggen sieht, sieht man eigentlich nur US-Flaggen.

Darüber hinaus macht einfach gar nichts an dem Film Sinn. Weder das Alien-Gefängnis, nocht die Bienenkönigin aus dem All oder der Bus voller Schulkinder. Statt dessen klaut man großzügig ein Mal quer durch alle Sci-Fi-Filme der letzten Jahre. Sogar ein gewisser Tunnel in den eine gewisse Bombe in ein gewisses Raumschiff… oh man.

Daneben besteht der Film dann inhaltlich aus Anspielungen auf den ersten Teil, Wiederholungen vom ersten Teil und versuchter Selbstironie auf den ersten Teil. Und endet mit einer Anspielung auf einen dritten Teil.

Keine Frage, die Bilder sind größtenteils gut (nicht alle und 3D braucht es hier auch nicht). Die Story dagegen ist so müde lächerlich, dass man sich den Film ernsthaft schenken kann. Es sei denn, man will seine Helden von vor 20 Jahren wiedersehen. Oder man ist einfach leidensfähig. Oder man hat eine Jahreskarte. Denn ansonsten sind die 20€ (14,20€ das Ticket am Mittwoch, 4,90€ das kleine Popcorn) völlig fehlinvestiert.

Klarer Anwärter auf den Titel: Kino-Enttäuschung 2016.

Kategorienfilm Tags:

Putin trollt die CIA

14. Juli 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Bei dem ganzen Russland-Bashing der letzten Tage hat das gleich doppelt Humor: Putin erklärt, warum Snowden in Russland ist

Kategorien1984, politik Tags:

Klimawandel gestoppt! Erde gerettet! Alles wird gut!

13. Juli 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Manchmal liest man ja Artikel und möchte sich anschließend die Augen mit Chili und Tabasco auswaschen. So wie bei diesem tollen Artikel auf MotherJones: Die republikanischen Genies in den USA haben einfach mal eben Kohle zu einem sauberen Energieträger erklärt.

After a unanimous vote on Monday, the RNC’s draft platform officially declares coal „an abundant, clean, affordable, reliable domestic energy resource.“

Man möchte das nicht glauben.  Andersherum hat man leider mittlerweile überhaupt keine Probleme mehr genau das zu glauben. Und es läßt mich ernsthaft daran zweifeln ob wir es schaffen, den blauen Planeten zu erhalten.

Kategoriengedanken, ökologisch Tags:

Agenten. Überall Agenten.

10. Juli 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Wochenende ist Kino-Zeit und ich hatte Zeit zwei Filme zu sehen: Bastille Day und Central Intelligence. Thematisch nah bei einander, filmisch so weit auseinander wie irgendwas nur sein kann.

Bastille Day macht mit einer sehr sehenswerten Nacktszene auf und nimmt die Geschichte sofort in den Mittelpunkt. Dabei ist der Film durchaus sehenswert gemacht und gutes Popcorn-Kino. Natürlich darf man nicht darüber nachdenken, mit welcher Selbstverständlichkeit hier die Amerikanischen Dienste mitten in Europa Menschen jagen, fangen, foltern. Wir wollen ja nicht nachdenken, sondern unterhalten werden. Was, interessanter Weise gelingt.

Central Intelligence macht ebenfalls mit einer Nacktszene auf und die ist alles andere als sehenswert. Und das ist dann auch gleich bezeichnend für den Film. Weder die Selbstironie (vor allem leider erst in den TakeOuts), noch der „Humor“ oder die Geschichte sind geeignet den Film in irgendeiner Form zu empfehlen. Im Gegenteil: Wer schon immer dachte, dass Nicolas Cage irgendwie in einen Trudelflug geriet, was die Qualität der Filme mit ihm angeht: Hier knallt The Rock wie ein Stein vom Himmel auf die Erde. Tiefstes Niveauloch.

Interessanter Weise lief Bastille Day nur um 17 Uhr, während Central Intelligence Samstag Abend zur PrimeTime lief. Meiner Meinung nach hätte man das genau andersherum machen sollen, denn die Zuschauer die letzerer hatte, hätte erstert verdient.

Das einzige, was mich an Central Intelligence dann doch amüsiert hat, war das kichern der pubertierenden Mädchen hinter mir. Vor allem als The Rock blank zog. Dagegen hatte aber Bastille Day tatsächlich einen gewissen schwarzen Humor. Vielleicht war das dann auch zu viel des Guten?

Man weiß es nicht. Aber falls Ihr überlegt, einen der beiden Filme zu gucken: Bastille Day ist was für Herbstabende auf DVD. Central Intelligence ist was für unliebsame Gäste, die man los werden möchte.

Kategorienfilm Tags: