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Archiv für April, 2017

GoodReader unter iOS 10.3 oder: Kann Apple eigentlich gar nichts?

28. April 2017 1 Kommentar
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Manchmal bin ich schon stocksauer.

Als jemand der viel mit IT-Sicherheit zu tun hat, installiere ich Security-Updates immer so schnell wie möglich und halte meine Software überall so aktuell wie es geht. Das geht manchmal gewaltig nach hinten los.

Vorige Tage fiel mir auf, dass die am meisten auf meinen Apple Geräten genutzte Software, der GoodReader nicht mehr läuft. Also er läuft schon, aber beim Synchronisieren meiner Dokumente bekomme ich wirre Fehlermeldungen. Software neu installieren, iPad neu installieren, Dokumente auf Integrität prüfen, nichts half.

Irgendwann habe ich mich verzweifelt an den Hersteller gewendet. Der wußte wo das Problem lag und das hat mir die Schuhe ausgezogen – denn ich wäre im Leben nicht drauf gekommen:

We’re aware of a problem introduced by iOS 10.3 which causes errors when downloading or syncing files to GoodReader when a file or folder name includes characters with accents, umlauts or other special characters like these: ü, ø, å, é, à, ç, and certain special Asian language characters. In some cases it may also interfere with your ability to open, move or delete a file from GoodReader which includes these characters.

This is not a problem if you’re running GoodReader on iOS 10.2.1 or older, but unfortunately it appears that Apple is no longer allowing users to revert back to iOS 10.2.1 at this point. If you have any devices which have not been updated to iOS 10.3, we advise not to update iOS until a GoodReader update is available to fix the issue.

Wie bekloppt ist das denn bitte, dass nach einem Update des Betriebssystems Dateien mit Umlauten nicht mehr im internen Speicher abgelegt werden können? Ich meine, wir haben nicht 1985, wo Dateinamen nur aus 8 Zeichen und den ASCII-Codes 33 bis 127 bestehen durften. Wir leben in Zeiten von UniCode und UTF-8 und Apple zerschießt Umlaute?

Maaaaaaaaaaaaaaaaaaaaan, das darf doch wohl nicht wahr sein.

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Steuern und Gehälter

25. April 2017 Kommentare ausgeschaltet
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Ich finde Steuern sinnvoll. Denn damit wir all das bezahlt, was unsere Gesellschaft braucht und will: Straßen, Schulen, ein Sozialsystem und so weiter. In sofern klage ich eigentlich nicht über Steuern die ich Zahle. Ohne Steuern kann der Staat nix machen.

Manchmal aber möchte man sich schon ärgern:

Ich bin ja nun Mal Beamter des Landes NRW. Und die haben in den letzten Jahren für weniger Geld länger pro Woche und im Leben arbeiten dürfen und die Gehaltsentwicklung hält nichtmal mit der Inflation schritt. Geschweige denn mit den besonderen Ausgaben z. B. für die Private Krankenversicherung.

In diesem Jahr, ist es Zufall, dass es das Wahljahr trifft?, hat der Innenminister mal die Spendierhosen an: in 2017 gibt es zum 01.04 eine Erhöhung um 2%, mindestens aber 75€. Na gut, der April ist fast rum und vielleicht gibt es die im Mai. Und Brutto versteht sich.

Zum 01.01.2018 soll es dann noch mal 2,35% geben. Damit ist der Reichtum greifbar.

Oder nicht?

Denn still und heimlich steigt auch die Abgabenlast. In meinem Fall pro Gehaltserhöhung um 0,4%. Ja, richtig gelesen: von den tollen 2% kommen nur 1,6% bei mir an, die 0,4% verschwinden in der Tasche des Bundes. Und von den 2,35% kommenden Jahres sind es dann auch nur 1,95%.

Zum Vergleich: Im März lag die Inflation bei 1,6%. Also mache ich dieses Jahr Plus Minus Null.

Vielen Dank auch.

Kategoriengedanken, politik Tags:

Der kurze Moment der Hoffnung

13. April 2017 Kommentare ausgeschaltet
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Aktuell kann man wieder sehr schön sehen, warum eine GroKo nicht gut für das Land ist:

Vorige Tage noch war ich froh gemut, dass die Bundesregierung die Zeichen der Zeit erkannt hat und eine Verkehrswende einleitet. Genährt hat diese Hoffnung eine Studie des Bundes(!)umweltministeriums, nach der ein Großteil der Menschen in Deutschland sich eine andere, als die PKW-zentrierte, Verkehrspolitik wünscht.

Aber nichts währt ewig und schon heute macht die SZ jede Hoffnung zu nichte:

Noch im November hatte der zuständige Staatssekretär im Verkehrsministerium, Enak Ferlemann, unter Verweis auf die steigenden Nutzerzahlen im Nahverkehr auch höhere GVFG-Zahlungen in Aussicht gestellt. Der Betrag von derzeit etwa 330 Millionen Euro, den der Bund jährlich für Großprojekte im Rahmen des GVFG zur Verfügung stellt, solle aufgestockt werden. Inoffiziell war die Rede von 70 Millionen Euro mehr. Keine Riesensumme und trotzdem eine fast historische Zäsur in der deutschen Verkehrspolitik: Denn seit 1997 hat der Bund diese Zahlungen für den Nahverkehr nicht erhöht. (…)

Doch nun wird klar: Die Wende bleibt aus. Berlin wird die Mittel nun doch nicht erhöhen. Die Bundesregierung friert die Mittel stattdessen sogar auf Jahre hin ein. Aus dem Paket von Grundgesetzänderungen, das die Regierung zur Neuordnung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen vorgelegt hat, geht hervor, dass die Mittel bis 2025 nicht erhöht werden können. Dort ist die Förderhöhe von 332 Millionen Euro festgeschrieben. Änderungen sind erst in acht Jahren möglich. Dann könnte die Zahlung sogar ganz eingestellt werden.

Da möchte man sich Haare raufen und laut schreiend im Kreis laufen. Denn das passt ja hervorragend dazu, dass der Bund weiter nur Mittel in homöopathischen Dosen für die Fahrradinfrastruktur zur Verfügung stellen möchte:

Autobahnen dagegen kosten, wenn man Statista glauben will, mal eben locker 10 Millionen Euro pro km.  Das wäre bei einem angenommenen Mittelwert von 1 Million Euro pro km Radschnellweg das 10-Fache.

Das ist auch der Grund, warum ich nur von guten Nachrichtchen sprechen möchte. Denn nach der Logik würde ja bei 25 Millionen für Radschnellwege 250 Millionen für Autobahnen geplant sein. Wenn man davon ausgeht, dass der Bund den Radverkehr wirklich ernsthaft als Alternative zum Autofahren aufwerten will.

Irgendwie beschleicht mich dieses „das kann doch alles nicht wahr sein“-Gefühl. Denn es ist doch mittlerweile unübersehbar, dass die Menschen in Deutschland das Auto nicht mehr als Mittelpunkt des Lebens und der Fortbewegung sehen:

Der Führerschein verliert bei jungen Menschen immer mehr an Bedeutung. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Fahrschüler in den kommenden Jahren deutlich einbrechen wird. Gründe dafür sind die demografische Entwicklung, ein gutes Mobilitätsangebot in den Städten und der Attraktivitätsverlust des Autos als Statussymbol.

Man ist geneigt, der Bundespolitik hier eine böse, besser: autofixierte, Absicht zu unterstellen. Anders kann man eigentlich nicht mehr erklären, warum die Vorschläge aus Berlin immer wieder die eigentlich guten Ansätze einer Verkehrswende ad absurdum führen – und damit das Auto weiter pushen.

Wo man mich nicht finden wird

12. April 2017 1 Kommentar
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Ich kandidiere ja dieses Jahr als Bundestagskandidat der Grünen in Wesel. Das bedeutet, dass man nicht drumherum kommt, hier und da von mir zu lesen. Vermutlich werde ich mich auch an zahlreichen Stellen vorstellen dürfen.

An einer Stelle werde ich das aber nicht machen: Im „Lokalkompass Wesel“. Diese Lokale „Nachrichten-Website“ ist mir in der Vergangenheit öfter negativ aufgefallen, vor allem mit Beiträgen von Dirk Bohlen.

Aktuelles „Highlight“ ist sein „Aufreger der Woche„, dass er sich an einer Tankstelle nicht an der Waschstraße vordrängeln durfte. Abgesehen von der Vermessenheit seiner Aufregung finde ich es ausgesprochen ungehörig, seine journalistische Position für eine solche Art der selbstgerechten Abrechnung zu nutzen.

Das ist aber nur ein Aspekt.

Ein zweiter Aspekt ist seine „Vorstellung“ der Kandidaten zur Landtagswahl 2017. Hier hat er es sich einfach gemacht und keine Vorstellung geschrieben, sondern er forderte einfach die Kandidaten auf, sie mögen sich erstens auf der Website anmelden und dann zweitens in den Kommentaren eine Vorstellung schreiben.

Kann man machen, wenn man die Mühe scheut, selber einen vernünftigen Artikel zu schreiben. Sein „Anprangern“, dass nicht alle Kandidaten das so machen wie er es sich vorgestellt hat – oder zu einem Zeitpunkt den er sich vorgestellt hat, finde ich dann wieder in der gleichen Schublade wie sein Anprangern der Tankstelle:

 


Für mich haben sich damit der Lokalkompass und insbesondere Dirk Bohlen mit Erfolg aus der Gruppe „ernstzunehmender Journalismus“ geschossen. Und von daher werde ich – sollte eine Aufforderung kommen – mich dort nicht vorstellen. Mir ist diese Art des „Schmierenjournalismus“ schlicht zuwider.


Nachtrag:

Der Facebook-Strang zu der Tankstellen-Nummer mit unzähligen negativen Kommentaren wurde kommentarlos gelöscht. Auch eine Art mit Kritik umzugehen. Nachdem der Autor es sich nicht hat nehmen lassen noch mal zu erwähnen, er lache sich über die Kommentare kaputt.

Kategorienpolitik, wahlkampf Tags:

Does Not Compute

10. April 2017 1 Kommentar
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Als ich ein kleiner Junge war und zur Schule ging, da lernte ich mal das Bäume CO2 aufnehmen und Sauerstoff abgeben. Ich lernte auch, dass Bäume und Pflanzen „nebenbei“ auch noch das eine oder andere mehr aus der Luft filtern. Und ich Begriff Baum -> gute Luft -> glücklicher Stefan. Vermutlich war ich deswegen so gerne im Wald.

Und heute?

Da reden wir über die schlechte Luft in Stuttgart und wollen Fahrverbote. Und holzen Bäume ab. Und in der „Grünen Hauptstadt“ werden künstliche Moosfelder angelegt. Für bessere Luft.

Ich höre nur niemanden sagen: Ey kommt, lasst uns Parkplätze zu Grünflächen machen. Bäume pflanzen, die uns mit guter Luft und Sauerstoff versorgen, die im Sommer Schatten geben und die Kinder im Herbst mit buntem Laub erfreuen.

Irgendwie kriege ich das nicht in meinen Birne. Da stimmt doch was nicht.

Kategorienökologisch, ökonomisch Tags:

Ghost in the Shell

6. April 2017 Kommentare ausgeschaltet
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Wochenende ist Kinozeit und deswegen war ich gestern im Kino:

Auf den Film habe ich mich eine Weile gefreut, der Trailer war ja recht viel versprechend. Und um das Gute vorweg zu nehmen: Scarlett Johansson  ist so attraktiv anzusehen wie erwartet. Und auch die computergenerierte Welt ist einfach beeindruckend. Wirklich tolle Bilder.

Leider endet es damit. Denn jeder Versuch, der Figur Motoko auch nur sowas wie Tiefe oder wenigstens Persönlichkeit zu geben scheitert. Dazu kommt eine Story die so langweilig erzählt ist, dass einem die Füße einschlafen. Was aber kaum noch auffällt, denn der wirklich größte Fehler des Films sind…

… die Dialoge.

Oh mein Gott ist das schlecht. Da läuft einem echt das Blut aus den Ohren: Dem Trend zu weniger Sprache (=weniger Synchronisationsaufwand) folgend, wird wenig gesprochen. Und das was gesprochen wird ist so Banane, dass man sich wünscht man hätte das Geld gespart. Und davon ausgehend, dass die Karte an einem Mittwoch Abend schon fast 14€ gekostet hätte, wäre ich echt sauer gewesen.

Ne. Ne. Ne. Geht gar nicht.

Kategorienfilm Tags:

Verkehrspolitik auf dem rechten Weg?

4. April 2017 1 Kommentar
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Gestern hatte ich noch im Nachbarblog über die Entwicklungen im Radverkehr in NRW und Kontext Deutschland berichtet. Heute mache ich das Internet auf und finde zahlreiche weitere Nachrichten die darauf hindeuten, dass sich in Deutschland was  ändert:

Die Grünen in NRW fordern ein „NRW-Ticket“, dass endlich das Tarifchaos auflöst. Ich bin ja schon froh, dass es zwischen Voerde und Dinslaken keine „Grenze“ mehr gibt – die Älteren werden sich erinnern. Diese Grenzen gibt es aber ja z. B. zwischen VRR und VRS – wer nach Köln will, weiß wovon ich rede.

Der Vorschlag der NRW-Grünen ist jetzt ein Jahresabo für ganz NRW für 730Euro im Jahr. Das wäre eine gute Ergänzung zur Bahncard 100 und würde sicherlich dazu führen, dass mehr Menschen auch z. B. zwischen Duisburg oder Düsseldorf nach Köln pendeln. Die Züge sind da, die Hemmschwellen noch zu hoch.

Tatsache ist aber, dass es hochgradig sinnvoll ist, den Verkehr weiter zu vernetzen. Dazu muss man sich nur mal vor Augen halten, wie wenige wir zum Beispiel unsere Autos eigentlich nutzen. Wir legen 5-stellige Beträge auf den Tisch und dann stehen diese Luxusobjekte fast 95%(!) ihrer Zeit nutzlos rum. Nutzlos, aber nicht ohne Wirkung, denn wenn man sich mal die großen Städte anschaut, sieht man den enormen Flächenbedarf.

Die Zeit analysiert das wunderschön und listet mal auf, warum das so ist: Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist auf 20 km/h gesunken, was viele sogar zum Umstieg auf das Rad bewegt. Daneben stellen die Autos freie Flächen zu, die anderweitig genutzt werden könnten. Und fahren sie, verursachen sie Lärm und Abgas.

Wobei fahren ja relativ ist. Ein „schönes“ Beispiel dafür, dass wir den Verkehrsinfarkt nicht erwarten sondern erleben, findet man in Münster und auf der A1:

In Münster sorgte eine harmlose Straßensperrung für ein völliges Chaos und ein komplettes Erliegen des Verkehrs. Nichts ging mir. Ebenso gestern auf der A1, wo nach einem Unfall 2000 Menschen auf der Autobahn fest saßen. Ohne Fluchtmöglichkeit.

Und es sind interessante Zeiten, wenn jetzt schon die Bayern fast neidisch nach NRW schauen: Im Umland von München  plant man gerade einen oder mehrere Radschnellwege. Die SZ kann nicht ganz aus ihrer Haut und leistet sich ein paar Schnitzer, wie die Behauptung normale Radwege wären 2,50m breit oder sehr teuer – ersters ist die Breite von Straßen, letzteres stimmt nicht wenn man die Kosten pro KM für Radwege und Straßen vergleicht.

Aber sieht man davon mal ab, macht auch dieser Artikel sehr deutlich: Es geht nicht mehr, Städte für Autos und um Autos herum zu planen. Das Auto muss ein Verkehrsmittel sein, dass ich bewußt nutze, wenn es keine Alternative gibt. Für alles andere braucht es dringend intelligente vernetzte Konzepte, die es den Städten erlauben wieder zu atmen.

Kategorienökologisch, ökonomisch, soziologie Tags: