Archiv

Archiv für Oktober, 2017

Ein Terroranschlag in den USA. Und niemand hört davon.

12. Oktober 2017 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Ich habe gerade das Buch „American War“ gelesen und daran musste ich denken, als ich folgenden Artikel las:

The man authorities say left an explosive device at Asheville Regional Airport on Friday morning that contained ammonium nitrate and fuel oil said he was preparing to „fight a war on U.S. soil,“ according to a criminal complaint filed in federal court.

Öh wie jetzt?

Gut, dass die Bombe vor der Explosion gefunden wurde. Und interessant, dass der vermutliche Täter auch gar keine Probleme hat zuzugeben, dass er einen „Krieg auf US-Boden“ führen wollte.

Und eigentlich sollte man jetzt erwarten, dass wieder alle frei drehen. Müsste nicht Trump drüber Twittern? Irgendwer schärfere Gesetze fordern? Der Untergang des Abendlandes beschworen werden? Stellt sich raus: Nein.

Allerdings hat „The Intercept“ eine interessante und durchaus plausible Idee warum das nicht so ist:

The story didn’t go viral and Trump didn’t tweet about it because the bomb was not placed by an immigrant, or a Muslim, or a Mexican. It was placed there by a good ol’ white man, Michael Christopher Estes. Unlike the Las Vegas shooter, Stephen Paddock, whose motive is still hard to discern, Estes wanted to be very clear that his ultimate goal was to accelerate a war on American soil.

Und genau das solltet Ihr auch hier im Auge behalten: der NSU konnte nur deswegen 10 Jahre mordend durch Deutschland ziehen, weil niemand auf die Idee kam, die Mordserie zu verbinden und als (Rechts-)Terrorismus zu markieren. Statt dessen machen wir uns in die Hose vor vermeintlichen islamistischen Schläfern und gehen steil auf jeden Bericht der andeutet, es könnte ein Ausländer eine Gefahr sein.

Dabei sind die Gefahren aus der Mitte der Gesellschaft heraus viel wahrscheinlicher und oft auch realer. Wir erlauben uns nur, dass unsere Aufmerksamkeit immer in die Richtung gelenkt wird, die gerade opportun oder „hip“ ist.

Kategorien1984, politik Tags:

Und das poste ich jetzt auf Facebook *irres kichern*

9. Oktober 2017 Kommentare ausgeschaltet
No Gravatar

Kategorienfilm, unsinn Tags:

IT

2. Oktober 2017 1 Kommentar
No Gravatar

Am Sonntag hatte ich die Gelegenheit, „IT“ in OV in Duisburg zu sehen. Dafür habe ich sogar eine Cache-Tour vorzeitig beendet 😉

Es war eines der ersten Bücher, die ich von Stephen King gelesen habe und es war grauenvoll…. gut. Ich habe es verschlungen, denn die Geschichte um die Loser/Lover war absolut beeindruckend.

Die Neuverfilmung lehnt stark am Vorgänger von 1990 an und erlaubt sich. Das ist erst mal nicht schlecht. Allerdings konnte der originale Film mich nicht vom Hocker hauen, weil einfach zu viel aus dem Buch fehlte. Dafür war die Spannung sehr subtil und prägend.

Das ist auch der größte Unterschied zum neuen Film: Während der IT im ersten Film nur sehr sparsam eingesetzt wurde, ist er im neuen Film quasi omnipotent. Und wo man früher auf subtilen Horror gesetzt hat, setzt man heute auf CGI und teilweise auch Splatter-Momente.

Das Problem dabei ist, dass die immer wieder auftauchenden Horrorgestalten – so genial sie auch animiert sind – schnell an Reiz verlieren. Dass der neue IT trotzdem ein guter Film ist, liegt an etwas anderem:

Er ist als erster Teil konzipiert und dreht sich nur um den Clubder Loser/Lover und wie sie sich treffen. Das ist richtig schön und mit ausreichender Zeit erzählt, so dass man auch als außenstehender und nicht lesender Mensch ein Gefühl für die Welt bekommt, die King hier geschaffen hat.

Das dabei das wahre Wesen von IT etwas zu kurz kommt, ist fast schon Nebensache, denn der Boss-Fight am Ende ist trotzdem spannend zu sehen. Und das Ende macht auch Lust auf den zweiten Teil.

Insgesamt also ein Film, den man durchaus gucken kann – auch wenn man das Buch gelesen hat. Und das macht ihn schon zu was besonderem. Man sollte den Film aber nicht gucken, wenn man keine Splatter-Szenen mag. Das eine oder andere abgerissene Gliedmaß inklusive.

Übrigens: Ich finde den Film wirklich gut besetzt – ganz ohne Stars  können die Jungs und Mädchen sich auf der Leinwand entfalten und ich finde, dass die Auswahl der Charaktere wirklich nah an die Vorstellungen kommt, die man sich nach dem Buch macht.

Kategorienfilm, Kino Tags: