Krebs durch Bodyscanner? Oder: als man DDT noch gegessen hat
Epic.org berichtet, dass durch vom Department of Homeland Security herausgegebene Dokumente der Eindruck entsteht, dass es bei Sicherheitspersonal der TSA an Flughäfen auffällige Krebs-Cluster gibt, so diese an den “Bodyscannern” arbeiten. Natürlich ist das kein Grund für Dosimeter:
In a FOIA lawsuit against the Department of Homeland Security, EPIC has just obtained documents concerning the radiation risks of TSA’s airport body scanner program. The documents include agency emails, radiation studies, memoranda of agreement concerning radiation testing programs, and results of some radiation tests. One document set reveals that even after TSA employees identified cancer clusters possibly linked to radiation exposure, the agency failed to issue employees dosimeters – safety devices that could assess the level of radiation exposure.
Das erinnert irgendwie daran, dass die menschliche Lernkurve manchmal ohnehin einen fragwürdigen Verlauf nimmt. Hier zum Beispiel, 1947, als man noch der Meinung war das DDT so ungefährlich ist, dass man es sogar essen kann:
Heute liest man deswegen in dem verlinkten Wikipedia-Artikel:
DDT geriet unter Verdacht, beim Menschen Krebs auslösen zu können. Aus diesen Gründen wurde die Verwendung von DDT von den meisten westlichen Industrieländern in den 1970er-Jahren verboten.
Über Körperscanner lesen wir dann morgen was?
Aber hey, wo Geld, viel Geld, im Spiel ist, da kann man ja so ein bisschen Krebs bei Mitarbeitern, so wie die Gefahren für die Flugreisenden, auch gerne mal wegignorieren. Oder einfach sagen, der kausale Zusammenhang sei derzeit nicht eindeutig bewiesen. Macht man bei Leukämieclustern rund um Atomkraftwerken ja schließlich auch erfolgreich.
Herr Anton hat ein Häuschen
mit einem Gartenzwerg
und davor,
da steht ein Kernkraftwerk.
Da gab es eines Tages
eine kleine Havarie:
Die Tomaten
woarn so groß wie nie.
(Und a da Sellerie!)
Und seine Frau die Resi,
die nix versteht vom Cäsi-
um und vom Plutonium,
die haut’s vor Glück mit samt dem Toni um.
Wie dem auch sei,
ois geht vorbei,
die Zeit heilt alle Wunden
und im Mai, da ward ein Sohn entbunden.
Als er das Licht der Welt erblickt
der Anton Junior,
kommt er allen
sehr verdächtig vor.
Bedenklich find der Oberarzt,
daß er net schreit und a net pforzt.
Die Hebamm sogt: „Ans waaß i g’wieß:
Daß der Bua was ganz was b’sondres is!“
Burli, Burli, Burli.
Mein Gott, is unsa Burli siaß.
Der Burli hot links und rechts drei Uhrli,
am Kopf hot er a Schwammerl,
fünf Zechn auf die Fiaß,
Mein Gott, is unsa Burli siaß.
Mein Gott, is er net siaß.
Es geht die Zeit, der Burli nicht,
er sitzt nur still am Schammerl
mit seim Wasserkopf
und spuit si mit seim Schwammerl.
Am Abend nimmt die Frau Mama
ihr’n Remutantenwastl
und stellt ihn beim Bett
durt auf des Kastl.
Das Geld wird immer knapper,
doch es frohlockt der Papa,
weil er den halben Strom nur zahlt
seit der Bub als Nachttischlamperl strahlt!
Burli, Burli, Burli.
Mein Gott, is unsa Burli siaß.
Der Burli hot links und rechts drei Uhrli,
An jeda Hand zehn Finga,
und Hände hat er vier.
Keiner spielt so schnell Klavier.
Heute zählt der Burli
dreißig Lenze oder mehr,
eine Frau zu finden,
das ist schwer.
Doch des Nachbars Tochter,
die Amalia,
ja die gleicht dem Burli
fast auf’s Haar.
(Das ziemlich schütter war!)
Auch sie hat einiges zuviel
als Andenken von Tschernobyl.
Und auf geht es zum Traualtar,
meiner Seel, ein schönes Paar!
Burli, Burli, Burli.
Mein Gott, is unsa Burli siaß.
Der Burli hot ganz rote Uhrli,
Und mehr noch als die Eltern
freut sich die Amalia,
weil ihr Burli, der hat:
Zwa, drei, ans, zwa drei vier…
(Erste Allgemeine Verunsicherung, 1988)