Home > gedanken, ökonomisch, politik > Was Voerde von Duisburg lernen kann…

Was Voerde von Duisburg lernen kann…

15. September 2011
No Gravatar

Vor ein paar Tagen schrieb ich unter dem Titel “Wenn Politiker träumen” über die Aussagen von H. D. Langefurth (CDU) zur Sportplatzverlagerung in Voerde.

Unter anderem brachte ich folgendes Zitat von ihm:

Oberstes Ziel sei ein Sportstättenneubau, der die Stadt nichts koste. Zusätzlich zum Erlös aus der Vermarktung der derzeitigen Sportstätten als Bauland müssten Sponsoren und Fördergelder gefunden werden.

Im Kontext meiner Schreiberei über die Geschehnisse in Duisburg bin ich dann auf einen alten Artikel in der Rheinischen Post gestoßen. Und auch wenn die Dimensionen nicht vergleichbar sind, sollten wir in Voerde mal intensiv darüber nachdenken:

DerWesten 2011:

Den Bauherrn, die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gebag, hat das Projekt bereits in finanzielle Schieflage gebracht. Nach Informationen der WAZ Mediengruppe sollen rund 34 Millionen Euro verbaut sein. Der Baustopp im Juni hatte auch die Banken alarmiert: Sie drohten, der Gebag den Geldhahn zuzudrehen. Auf Drängen der Kreditgeber sitzt inzwischen ein Sanierungsberater im Vorstand, die Stadt Duisburg soll jetzt für die Risiken der Museumserweiterung bürgen.

Rheinische Post 2009:

Es gibt ein neues Finanzierungsmodell für den Erweiterungsbau am Museum Küppersmühle. Die dafür veranschlagten Baukosten in Höhe von 40 Millionen Euro brutto werden ausschließlich durch private Sponsoren finanziert. Die von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers zugesagten EU-Fördermittel in Höhe von zehn Millionen Euro werden demnach nicht in Anspruch genommen.

Hmmm,

zu meinem großen Bedauern entwickele ich mich ja zum “Berufspessimisten” was Bauprojekte der öffentlichen Hand angeht. Und wenn dann die Analogien so stark ausgeprägt scheinen wie hier, dann möchte ich in die Tischkante beißen.

Was soll ich machen? Glauben und Hoffen, dass in Voerde alles gut geht und alles anders wird, weil dort zwar auch ein CDU-Bürgermeister die Geschicke der Stadt lenkt, dieser aber deutlich weniger Verhaltensoriginell scheint als der Duisburger?

Oder pessimistisch auf die Stadt schauen, den Kopf schütteln und erwarten, dass die Stadt, sollte der Sportplatz verlagert werden, sich gnandenlos übernehmen wird?

Vielleicht kann ich auch einfach optimistisch annehmen, dass Voerde die Fehler seines großen Nachbarn nicht wiederholen wird?

 

Kommentare sind geschlossen