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Websites: Beharrlichkeit zahlt sich aus

21. Oktober 2011
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Seit geraumer Zeit verfolge ich mit Interesse die Entwicklungen im Bereich Social Network. Irgendwann war ich der Überzeugung, dass eine Seite auf Facebook nicht das bringt, was man sich erhofft und auch Google+ nicht wirklich hilfreich ist, wenn man Botschaften vermitteln möchte.

Meinen Beobachtungen nach sind z. B. Firmenprofile bei Facebook in erster Linie für Gutscheinabstauber gut genug. Bei Google+ gibt es noch keine Business-Profile und selbst wenn diese kommen ist die Frage ob die letztlich Unternehmen und Parteien helfen.

Das Problem ist vor allem bei Facebook offensichtlich: Man ist nicht nur in der Gestaltung stark limitiert. Vielmehr unterliegt man auch dem Rechtsverständnis eines amerikanischen Konzerns. Sagt der, bestimmte Themen wären nicht opportun, dann ist das so. Überhaupt, aus politischer Sicht, ist Facebook gnadenlos überschätzt.

Ich denke, früher oder später werden Parteien und Unternehmen erkennen, dass es sinnvoller scheint, eigene Websites wieder in den Vordergrund zu stellen – und mit echten Inhalten zu füllen, die über den Kurznachrichten-Charakter von Facebook und Google+ hinausgehen. Eine blogartige Struktur hat da sicherlich eine Reihe von Vorteilen.

Quasi im Selbstversuch habe ich vor einiger Zeit mit dem Projekt “Wiederbelebung der Grünen-Voerde-Website” begonnen. Hintergrund ist der, dass es mich massiv stört wenn Parteien das Internet eigentlich nur während und für den Wahlkampf nutzen. Zugleich bin ich der Meinung, dass gerade die Alltagsarbeit der Parteien mehr Transparenz benötigt. Dabei sehe ich die Websites der Parteien als Schaltzentrale – um so peinlicher, wenn ich mir allein den Aktualitätsgrad der Websites der CDU, SPD, WGV, Linken und FDP in Voerde ansehe.

Natürlich bedeutet das Aufbauen einer Website und “Community” eine Menge Arbeit, allein durch die Notwendigkeit regelmäßig neue und vor allem thematisch passende Inhalte anzubieten. Und es ist vor allem ein langwieriger Prozess. Um so schöner ist es, wenn man nach und nach Erfolge sieht und sei es nur an den langsam aber stetig wachsenden Zugriffszahlen:

Zugriffsmuster gruene-voerde.de

Zugriffsmuster gruene-voerde.de

Schöner wären jetzt natürlich nur noch direkte Interaktionen mit den Nutzern der Website. Aber hey, man kann ja nicht alles haben ;-) Den “Peak” im Oktober verdanken wir übrigens dem #Staatstrojaner #0zapftis.

Wo sich Facebook und Google+ in Zukunft finden? In Konkurrenz zu Twitter als Linkschleuder: Man wird vermehrt Hinweise auf Beiträge auf externen Sites finden. Wetten?

  1. 22. Oktober 2011, 08:51 | #1

    Aber ist denn “Linkschleuder” nicht genau der Zweck, den Google+, Facebook und Twitter für den aufmerksamen und interessierten Benutzer seit jeher sind? Exakt das ist Aspekt 2 bei meiner Nutzung dieser Medien – Twitter mal außen vor. Aber Facebook ist nur automatisierter Abladeplatz für Tweets und somit Links zum Blog. Und die Chatfunktion (vulgo: Instant Messenger) nutze ich, da die meisten heute kein ICQ oder Jabber nutzen, sondern per Facebook “on” sind.

    Diese Plattformen aber originär als Diskussionsort zu nutzen ist mir nie in den Sinn gekommen. Wobei ich Google+ inzwischen so gut wie komplett den Rücken gekerht habe – das automatische Abkippen von Links funktioniert dort nicht.

    • 22. Oktober 2011, 09:44 | #2

      Naja Andreas,
      Du und ich sehen das so. Wir dürften aber in unserer Wahrnehmung dem “durchschnittlichen Facebooker” voraus sein. Übrigens ICQ: Ich benutze das nach wie vor sehr gerne, muss allerdings eine leichte Verschiebung zu Gunsten von Skype feststellen… Facebook-Chat spielt hier keine Rolle.

      Was ich von Google+ halten soll, weiß ich noch immer nicht so recht. Nicht Fisch, nicht Fleisch.

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