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Wir werden alle stöööööööööööööörben

21. November 2011
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Man kann ja eigentlich die Uhr danach stellen. Und Merkel wird hoch erfreut sein:

In New York gibt OccupyWallstreet einfach nicht klein bei. Sogar die Medien interessieren sich offensichtlich und was brauch man da? Richtig: Ablenkung.

Und so wird “rein zufällig” mal wieder ein “Islamistischer Terroranschlag” eines “Einzelgängers” vereitelt. DerWesten dazu:

Der 27-Jährige El-Kaida-Anhänger wollte nach Polizeiangaben mit Rohrbomben Regierungsbeamte und aus dem Irak wie Afghanistan heimkehrende US-Soldaten töten. Das Material habe er unter anderem in einem 99-Cent-Ramschladen besorgt.

Alles klar?

Sogar Merkel dürfte sich freuen, lenkt das doch in der Presse die Aufmerksamkeit vielleicht zumindest zum Teil von unserem “Homegrown Terrorism” ab, nämlich staatlich subventionierten Nazis. Aber der Teufel steckt wie so oft bei Artikeln auf derWesten im Detail:

Pimentel sei bereits seit Mai 2009 auf dem Radarschirm der Behörden gewesen. Damals sei er durch Hasstiraden auf Amerikas Militär-Einsätze im Irak und Afghanistan und verbale Unterstützung des Terror-Netzwerks El Kaida zum ersten Mal auffällig geworden. Über einen verdeckten Informanten und mitgeschnittene Gespräche war die Polizei nach eigenen Angaben fortlaufend über den Grad der Radikalisierung des Täters im Bilde, der sich als erklärter Anhänger des Ende September durch einen US-Drohnen-Einsatz getöteten Top-Islamisten Anwar Al-Awlaki zu erkennen gegeben habe. Es sei nicht auszuschließen gewesen, so Kelly, dass nach Awlakis Liquidierung ein Anschlag nur noch eine Frage von Tagen war.

Es ist nicht auszuschließen, man weiss es also nicht. Und er wurde verdächtig, weil er sich als Sympatisant offen zu erkennen gab – was ja sehr sinnvoll für einen Bombenleger scheint. Man vergleiche das mit der medialen Unauffälligkeit der vergleichsweise “erfolgreichen” Zwickauer Gruppe.

Aber derart auffällig geworden zu sein reichte hier aus aus, um überwacht und abgehört zu werden? Ah ja, alles klar, keine weiteren Fragen.

Das ist fast wie im Fall von Andrej Holm:

Hoch konspirativ ist es dann, wenn zu einem Treffen, einem Spaziergang oder einer Veranstaltung das Mobiltelefon ausgeschaltet wird oder zu Hause liegen bleibt.

Konspirativ ist, was konspirativ sein soll. Eindeutige Belege sind, was eindeutige Belege sein soll. Alternativ greift auch gerne mal die kriminalistische Erfahrung.

So langsam dürfte es an der Zeit sein, dass aus Unwohl Angst wird.

  1. 21. November 2011, 12:09 | #1

    Als Ergänzung taugt u. U. noch der Artikel bei n-tv, in dem man u. a. erfährt, daß der “indoktrinierte” mutmaßliche Bomber die Anleitung (“Wie man in der Küche seiner Mutter eine Bombe bauen kann”) aus dem Internet (!) hat und wie die Polizei den ganzen Kram dramatisiert, indem sie auf der PK ernsthaft Videos von in die Luft fliegenden Autos zeigt.

    Außerdem sei das der 14. vereitelte Anschlag seit den Angriffen vom 11. September 2001 gewesen und die They-hate-us-for-our-freedom-Rhetorik ist noch lebendig, wenn Staatsanwalt Cyrus Vance behauptet: “Er wollte hier bomben, weil diese Stadt für alles steht, was die Terroristen hassen. Aber New York bleibt die Hauptstadt der Toleranz und unserer Wirtschaft.”
    Jaja, das tolerante New York. Ich sag nur Occupy…

    http://www.n-tv.de/politik/Terroranschlag-in-New-York-vereitelt-article4820441.html

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