Rule #1: Schuld hat immer der andere!

Manchmal bin ich schon reichlich fassungslos.

Aktuell wegen einer Nachricht auf heise.de, in der ich lesen kann, was das Problem der Kino-Betreiber ist:

So mancher Kinosessel bleibt leer, weil die Filmfans lieber zu Hause auf der Couch bleiben und dort ihre legal oder illegal beschafften Filme schauen. Mit Investitionen in neueste Technik und Ambiente versucht die Branche schon länger, dagegenzusteuern. Auch mit Live-Übertragungen von Opernaufführungen, Konzerten und speziellen Events wie Lady-Nights oder Familientagen soll neues Publikum in die Lichtspielhäuser gelockt werden.

Ja ne, is klar?

Ich behaupte mal, so mancher Kinosessel bleibt leer, weil viele Leute sich den Besuch im Kino gar nicht leisten können. Neue Technik ist fein, aber die Preise gehen mal gar nicht. Wenn man sich mal überlegt:

Am Sonntag war ich mit Freunden im Kino und habe schon „ermäßigte“ Karten für eine Nicht-3D-Vorstellung bekommen. Und trotzdem noch 8€ je Karte gezahlt, also 32 Euro für vier Karten. Das ist der reine Eintritt, ohne auch nur ein kleines Paket Popcorn oder Getränk – auf eine Familie gesehen finde ich das ganz schön viel Geld. 3D kostet Extra, Überlänge kostet Extra, Internetbuchung kostet Extra, gute Plätze kosten Extra.

Vielleicht sollte man aufhören über die illegalen Filmgucker als Problem zu sprechen und sich fragen, ob statt Theater- und Opernaufführungen nicht angemessenere Preise eher geeignet wären, mehr Leute ins Kino zu locken? Denn Kino ist zweifellos viel geiler, als auf dem Monitor daheim zu schauen. Allerdings kann ein jeder sein Geld auch nur ein einziges Mal ausgeben…

Und wenn wir mal ehrlich sind, liebe Kinobetreiber: Schlechte Zeiten sehen anders aus, als die 20 Millionen Überschuss die allein Cinemaxx letztes Jahr gemacht hat. Und auch die anderen Zahlen sprechen eine klare Sprache:

Bereits im vergangenen Jahr konnte der Kinomarkt bei Besucherzahlen und Umsatz zulegen. Fast 130 Millionen Besucher wurden vor die Leinwände gelockt, gut 2,3 Prozent mehr als in 2010. Der Umsatz wuchs zum dritten Mal in Folge und erreichte gut 960 Millionen Euro, unter anderem auch wegen höherer Ticketpreise.

 

Jammern, auf hohem (Preis-)Niveau?

Autor: unkreativ

Gelegentlich hat der Unkreative das Gefühl, er müsse Euch etwas wissen lassen. Das kann sinnvoll sein. Muss es aber nicht. ;-)

2 Gedanken zu „Rule #1: Schuld hat immer der andere!“

  1. Ich habe mir „The Avengers“ angeschaut. In 3D, mit Brille, Überlänge, Studierendenrabatt und in der günstigen Preisklasse. Das ganze hat mich an Eintritt, wenn ich das richtig im Kopf habe, um die 14 Euro gekostet. Dazu kommt noch Popcorn und Getränk. Ich glaube, ich hab so ca. 22 Euro gelatzt.

    Bei Amazon kriege ich „The incredible Hulk“, „Iron Man“ (1 UND 2) und „Thor“ für jeweils ca. 5 Euro, dazu noch Mikrowellenpopcorn für 2 Euro für 6 Personen und Getränke für 99 Cent die 1,5 Liter Flasche. Wir waren zu viert in dem Film und haben insgesamt damit dann ungefähr 80 Euro gezahlt für 2,5 Stunden Unterhaltung und eine halbe Stunde Werbung vorne weg. Hätte ich die Leute zu mir nach Hause eingeladen, hätten wir 4 Filme kaufen, jedem Popcorn machen, Gummibärchen, Chips, Nachos und für jeden seine Sorte Getränk zur Verfügung stellen können und wären immer noch unter 35 Euro geblieben. Dazu kommt noch, das ich die Filme später immer wieder anschauen kann.

    Ja, solche Preise schrecken ab.

  2. Rinteln, Sonntagnachmittag, „Ice Age 4 – 3D“ … 6 Euro pro Person, 18 Euro für uns 3. Morgen abend UCI, „Der Lorax – 3D“ … 32 Euro für die gleiche Familie. Und das 3D-Erlebnis ist in Rinteln besser!

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