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Dynamos, der ADFC und das Kopfschütteln

3. Januar 2013
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In den vergangenen Tagen habe ich ab und an daran gedacht, mir mal den ADFC näher anzusehen – für Touren ist eine professionelle Unterstützung bestimmt nicht verkehrt und mal schauen, was die sonst noch bieten.

Das ist jetzt irgendwie… nicht mehr so aktuell. Grund dafür sind die Ausführungen von Herr Rommelspacher eben auf WDR 2 zum Thema: Dynamopflicht bei Rädern soll abgeschafft werden.

Dort erklärte er sinngemäß folgendes in umgekehrter Reihenfolge:

  • Akkuleuchten taugen nichts, weil man die Akkus regelmäßig laden muss und er bei seinen Kindern (oder seinem Kind?) sieht, dass das nicht gut geht.
  • Die Akkulaufzeit beträgt nur wenige Stunden.
  • Als Standlicht reicht ein Kondensator, der das Licht beim Stillstand des Dynamo für 1 bis 2 Minuten am Laufen hält.
  • Akkuleuchten kommen nicht an die Leuchtkraft von Dynamolampen heran.

Srsly, Herr Rommelspacher? In welchem Jahrhundert leben denn Sie?

  • Schon als Kind hatte ich am Rennrad nur Akkuleuchten, die ich Abends ans Ladegerät gehängt habe und morgens wieder in die Schultasche geschmissen habe. In der übrigens auch ein Satz Ersatzakkus nicht weiter aufgefallen ist.  Das ist eine Frage der Erziehung und der Vermittlung, wenn das bei Ihrem Kind nicht klappt, liegt das an ihnen.
  • Die Akkulaufzeit von Lampen liegt zwischen 90 Minuten und etlichen Stunden. Wer genau ist denn bitte in der Dunkelheit länger als 2 oder 3 Stunden unterwegs? Davon abgesehen gibt es erstens Ersatzbatterien und zweitens geniale Lösungen wie die ICS-Lampen, von denen ich eine als “Notfalllampe” im Sattel habe, falls mir wirklich mal die Akkus leer laufen.
  • Ein Standlicht das 60 bis 120 Sekunden leuchtet ist nett. Ein Licht, dass auch weiterleuchtet, wenn man mit seinem Bike schon mehrere Minuten neben der Straße (oder schlimmer auf ihr!) liegt ist besser. Und warum soll ich mich mit 2 Minuten zufrieden geben, wenn ich meine Batterielampe einfach durchlaufen lassen kann?
  • Das letzte Argument ist das schärfste: Etliche Batterielampen sind zu hell(!) für den Straßenverkehr und auch mehrere Modi (nennen wir sie mal Abblendliche und Fernlicht) sind heute usus. Wenn mir der Herr vom ADFC wirklich weiß machen will, seine Dynamo-Funzel sei heller als die Lampen mit denen z. B. Mountainbiker Wälder ausleuchten, dann hat er keine Ahnung wovon er redet.

Im Fazit bin ich enttäuscht vom ADFC angesichts solcher überholter Weltbiler. Und von WDR2, unwiedersprochen nur diesen “Experten” zu Wort kommen zu lassen.

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  1. 3. Januar 2013, 19:50 | #1

    Im ADFC engagieren sich Leute wie Du und ich. Und genauso, gibt es auch verschiedene Ansichten. Ich halte z.B. von geführten Touren nichts, freue mich aber, dass der ADFC hier vor Ort so wie ich sehr am Alltagsradverkehr interessiert ist und weitgehend ins gleiche Horn tutet. Ich habe das aus anderen Ecken auch schon anders vernommen.

    Und natürlich gibt es Dynamolampen, die so hell sind wie meine Sigma Evo-X (mit dimmbarem Ablendlicht und einem extra Fernscheinwerfer ;-) Ich finde Batterielampen für mich im übrigen doof, weil sie eben genau dann leer sind, wenn ich sie mal brauch. Du hast Recht, dass ist eine Frage der Disziplin – aber Dynamo ist bequemer *g*

  2. René
    4. Januar 2013, 13:41 | #2

    Lustigerweise gibt Herr Rommelspacher nicht den offiziellen Standpunkt des ADFC zum Besten, sondern offenbar nur seine Privatmeinung. Der ADFC fordert schon seit langem, dass anstelle der technischen Vorschriften Wirkvorschriften eingesetzt werden. Das heißt, was zählt, ist was auf der Straße an Licht ankommt, egal wie es erzeugt wurde, ob jetzt mit Dynamo oder über Batterie oder Atomreaktor. Deine Enttäuschung über den ADFC kannst du also zu einer Enttäuschung über Herrn Rommelspacher umwandeln ;)

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