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Orandum est, ut sit mens sana in corpore sano.

31. Januar 2013
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Tja… die Sache mit dem Sport.

Ich persönlich war nie der sportliche Typ, aber ich hatte immer Spaß an Sport. Als Teenager mit dem Rennrad hunderte und tausende Kilometer abgerissen. Später Schwimmen, dann Laufen und jetzt bin ich wieder beim Fahrrad: ich rase mit dem Rennrad über die Straßen und stürze mich mit dem Mountainbike die Berge hinab.

Vielleicht mache ich die Dinge, die ich mache manchmal zu extrem. Aber ich für meinen Teil glaube, dass in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist wohnt.

Kennt Ihr den Spruch? Klar kennt ihr den. Da war was mit Nazis und so… Was die meisten aber nicht wissen ist, dass es sich dabei um ein verkürztes Zitat handelt. Ursprünglich satirisch gemeint, wurde er mal kurz umgedeutet. Aber die richtige Langfassung steht oben und bedeutet, für die die nicht des lateinischen mächtig sind, soviel wie:

Beten sollte man darum, dass in einem gesunden Körper ein gesunder Geist sei.

Tatsächlich ist es so, dass Sport sehr viele Auswirkungen auf den Menschen hat, über die man sich die meiste Zeit keine Gedanken macht. Und von denen viele noch gar nicht erforscht sind.  Wir wissen, dass Sport gesund ist und gesund macht und wir wissen, dass kein Sport das schlimmste ist, was man sich, seinem Körper und seinem Geist antun kann. Aber darüber hinaus? Gut, ich kann an meinem Bauchumfang die Intensität des Trainings ablesen.  Aber jenseits?

Viele Leute vergessen (auch weil sie es seit Jahren nicht mehr empfunden haben) die Ausschüttung von Hormonen beim Sport. Das können Streßhormone und das kann Adrenalin während des Sports sein. Es geht aber vor allem um die Glückshormone danach.

Eben dieses Gefühl, körperlich erschöpft zu sein, aber glücklich. Den Kopf frei gepustet zu haben.

Von daher ist es kein Wunder, dass Sport auch durchaus bei Depressionen sehr wirksam helfen kann. Einen Ansatz den ich persönlich jeder Medikamentation vorziehen würde. Gleiches gilt übrigens in vielen Fällen auch für Diabetis: Auch hier hilft Sport mehr als jede Diät. Schon allein weil ich bei einer Diät nur kontrolliere, was ich hinzuführe, beim Sport aber der Körper seine eigenen Mechanismen umstellt.

Die Wirkung Sport geht noch weiter: Wer hätte gedacht, dass Fahrrad fahren bei Parkinson hilft? Vermutlich niemand – ist aber uch nicht verwunderlich, weil wir eigentlich noch gar nicht verstanden haben, wie das alles funktioniert.

Was wir verstanden haben ist aber, dass jeder Gang zu Fuß, statt im Auto, Bus oder im Zug und jede Tour mit dem Rad unserem Planeten hilft. Natürlich könnte mir das scheiß egal sein, aber ich gehöre ja zu den Menschen die auch Politik betreiben um die Welt nicht schlechter, sondern besser zu hinterlassen.

Und natürlich könnte ich auch noch versuchen, mit dem Sport selbst die Welt besser zu machen.

Aber um all das geht es mir persönlich gar nicht.

Mir geht es um das Glücksgefühl, wenn ich einen Kilometer geschwommen, 10 Kilometer gelaufen oder 100 km geradelt bin. Mir geht es um den Stolz, den Berg hinauf und auf der anderen Seite wieder herunter gekommen zu sein. Mir geht es um…

Vor allem geht es mir wohl darum, dass ich beim Sport komplett abschalten kann. Meistens beschäftigt mich am Anfang noch irgendwas und am Ende habe ich keine Ahnung mehr, was das war. Oder wie gerade erst gestern meine Freundin zu berichten wußte:

Wenn man nach einem Tag Arbei im Büro komplett durch ist, ist man nach dem Sport wieder fit.

Und sie hat recht. Man ist vielleicht körperlich nicht mehr fit, weil man sich verausgabt hat. Aber man ist mental fit. Und dabei spielt es keine Rolle, ob man 30 Minuten spazieren war oder 30km geradelt ist. Es zählt das man sich bewegt hat und das man an der frischen Luft gewesen ist.

Im langen Lauf der Dinge hat man natürlich noch mehr Vorteile. Klar, ich könnte mir beim Radfahren einen Arm brechen, aber ich könnte auch im Zug stürzen oder von einem Auto angefahren werden. In der Summe dürfte ich mit Sport aber deutlich gesünder leben.

Und auch wenn man eine schlechte Ernährung mit Sport nie ausgleichen kann, so ist doch die Pizza oder Currywurst-Pommes alle paar Wochen etwas anderes, wenn ich vorher oder nacher Sport getrieben habe.

Juvenal, jender römische Dichter der einst die Überschrift formulierte, wollte seine Mitbürger darauf aufmerksam machen, wie dumm manche ihrer Fürbitten sind.

Für mich bedeutet sein Spruch aber, dass es mir gut geht, wenn es meinem Körper gut geht. Und das es an mir liegt, dass es so bleibt. Und das ich etwas dafür tun muss, dass so bleibt:

Und meinem Körper geht es nicht gut, wenn ich auf dem Sofa sitze und Fresse bis nur noch Operationen und Medikamente helfen. Meinem Köper geht es nicht gut, wenn unter schlaffer Haut Geschwüre wuchern. Meinem Körper geht es nicht gut, wenn mein Herz kaum noch in der Lage ist, genug Blut durch meinen Körper zu pumpen, weil ihm die Wachstumsanreize fehlen. Und meinem Körper geht es nicht gut, wenn ich keine zwei Stockwerke die Treppen rauf hüpfen kann, ohne zu klingen wie ein Fisch auf dem Land.

Dagegen geht es meinem Körper gut, wenn mein Skelett wie von der Natur vorgesehen von Muskeln gestützt wird. Es geht mir gut, wenn mein Herz fit ist, weil es beim Sport gefördert wird und Wachstumsanzreize bekommt. Meine Gelenke freuen sich, wenn sie nur das Gewicht tragen müssen, für das sie vorgesehen sind.

Und mein Kopf…

… mein Kopf freut sich über das Gefühl, dass es mir mit Sport einfach gut geht.

 

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