Die FDP in Voerde: Mit offenen Augen in den Abgrund?

Die FDP in Voerde ist ja ein sehr spezieller Fall – was vor allem an ihrem Fraktionsvorsitzenden Benninghoff liegt. Und ich persönlich hatte ja die Hoffnung, dass er mit seinen 79 Lebensjahren nicht noch einmal kandidiert.

Mit einer erheblichen Enttäuschung musste ich dann am 18. Januar 2014 in der RP lesen, dass die FDP ihn doch wieder zum designierten Fraktionsvorsitzenden für die  nächste Ratsperiode gewählt hat. Diese Wahl wurde begleitet von interessanten Randbedingungen:

Gegen ihn angetreten war Werner Ellenberger. Allerdings ist es wohl ein typisches Vereins-Phänomen, dass es oft jemanden gibt, der schon lange dabei ist und die Fäden fest in der Hand hält. Gerne hinter den Kulissen und vor allem dann, wenn es um „freie“ Wahlen geht. Das ist zumindest der Eindruck der bei mir entsteht, wenn Ellenberger nicht nur nicht gegen Benninghoff gewinnt – sondern in der Folge überhaupt nicht mehr auf der Liste auftaucht.

Wenig verwunderlich wird dann auch Benninghoffs Wunsch-Kandidatin auf Platz 2 der Liste gewählt – gegen den ebenfalls kandidierenden Vorsitzenden des Ortsverbands, Torsten Larek. Jetzt ist mir Michaela Niewerth eigentlich nie (positiv, aber eigentlich überhaupt nicht) aufgefallen – Torsten schon.

Ebenfalls in der Folge der Wahl hat dann Manfred Gockel auch gleich angekündigt, nicht mehr als Direktkandidat für Möllen zur Verfügung zu stehen.

Für mich sieht das so aus, als wenn es in der FDP zwei Lager gibt: das eine ist das um Benninghoff, der mit aller Macht und vermutlich allen Mitteln an der Macht hängen bleiben will und damit die notwendigen Veränderungen in der Partei verhindert. Dabei hilft ihm, so sagt man mir, der Machteinfluß seiner Familie erheblich.

Heute nun ist in der Presse der Rücktritt von Torsten Larekt als Vorsitzender der FDP Voerde Thema. Dabei gibt man sich ungewohnt offen und in der RP von heute kann man lesen:

Keinen Hehl macht das liberale Urgestein [Benninghoff, Anm. d. Verf.] daraus, dass es zwischen ihm und Torsten Larek, der knapp zwei Jahre Parteichef war, in der letzten Zeit Meinungsverschiedenheiten gegeben hat.

Jetzt übernimmt Frau Niewerth den Job von Torsten und ich denke mir, dass die FDP damit einen riesen Fehler gemacht hat:

Klar, Benninghoff hat damit Vorstand und Fraktion nach seiner Vorstellung gebildet und sich durchgesetzt. Solche Machtspielchen sind aber immer auch Ausdruck eines internen Gefüges, dass langfristig dazu führt, dass nur noch genehme Vorstellungen auf die Tagesordnung kommen. Und am Ende sind nur noch Ja-Sager übrig, die der Vorsitzende um sich herum zuläßt.

Für die FDP Voerde sind diese Entwicklungen extrem bedenklich: Auch wenn ich ein solches Machtpokern in vielen Vereinen beobachten kann, bedeutet es aber hier ein besonderes Problem. Denn es geht nicht um irgendwelche Kleintiere die gezüchtet werden, sondern es geht um die Zukunft meiner Stadt. Und mir ist völlig klar, dass ich nicht erwarten kann, dass sich die FDP hier in den nächsten Jahren positiv verändert.

Mir persönlich tut der Rücktritt von Torsten Larek leid – ich habe viel von ihm gehalten und gehofft, dass er Teil der notwendingen Veränderungen sein wird.

Ich kann ihn aber auch verstehen, denn solche Machtkämpfe beschränken sich selten auf die Sache, gerne wird es persönlich und betrifft irgendwann auch Arbeit und Familie. In sofern muss man Torsten Respekt zollen, die eigene Position nicht zu sehr überzuwerten und die Prioritäten klar zu setzen.

Natürlich könnte man jetzt hoffen, dass die Mitglieder der FDP den Rücktritt als Warnschuss verstehen und endlich aufwachen. Es ist aber zu befürchten, dass der innere Zirkel um Benninghoff sich inzwischen so eingemauert hat, dass da keine Veränderungen zu erwarten sind.

Und Einsicht ist etwas, dass ich da schon lange nicht mehr erwarte.

Jetzt wünsche ich mir, das die Voerderinenn und Voerder die FDP bei der kommenden Wahl einfach ignorieren.

Denn eine Partei, die sich so darstellt, zerstritten und geprägt von Machtkämpfen, ist das Letzte, was Voerde im nächsten Rat braucht. Denn die nächste Ratsperiode wird von vielen schwierigen Entscheidungen geprägt sein, für die es flexible, entschlossene und auch kompromissbereite Politikerinnen und Politiker braucht.

Und 2 der 3 Adjektive sind keine, die ich mit Benninghoff und Niewerth in Verbindung bringe.


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Autor: unkreativ

Gelegentlich hat der Unkreative das Gefühl, er müsse Euch etwas wissen lassen. Das kann sinnvoll sein. Muss es aber nicht. ;-)

11 Gedanken zu „Die FDP in Voerde: Mit offenen Augen in den Abgrund?“

  1. Das stimmt in vielen Punkten Stefan- nur dass die Voerder die FDP nicht wählen sollen- Das kann ich im Moment nicht teilen. Übrigens, dass man im Alter weise wird, kann ich nicht bei jeden Menschen bestätigen. Oder hat Egoismus und Machtherrschaft etwas mit weise zu tun?

  2. Soso…da schreibt Herr Meiners heute also mal über Voerder Lokalpolitiker,inklusive altersdiskriminierender Äusserungen,ganz grünen-like!Und gut versorgt aus Parteikreisen,wie es scheint.War Ihnen das Beleidigen von Voerder Bürgern nicht mehr befriedigend genug?War das gezielte Denunzieren von Bürgern bei ihren Arbeitgebern nicht mehr genug? Grünen-like!?Was für ein Demokratie-Verständnis wird hier offenbart,welches unterstellt,man hält sich eine Familie als Stimmvieh!?Es gab ordentliche,demokratische Wahlen,die nicht so ausgingen,wie es manche gehofft haben;das soll ja vorkommen.Anstatt den Mund auf dem Ortsparteitag aufzumachen,wird hinterher per mail zu Rundumschlägen ausgeholt;wilde Mutmassungen angestellt und die Partei geschädigt!Vielleicht fragen Sie Ihren Freund Torsten doch mal,wieso viel ihm die gefolgschaft verweigert haben….
    Nur eines seien sie versichert…Ihr Gebahren,auch das von Ihrem Chefkoch wird demnächst auch öffentlich noch mal Thema werden.

  3. Ach ja…zum Thema „schwierige Zeiten“ für Voerde….Respekt,da haben Sie ja ein ganz tolles Mittel mit einem Bürgermeisterkandidatencasting!
    Klasse,Herr Meiners…..

  4. @dirk benninghoff

    @dirk benninghoff

    @dirk benninghoff

    Ich finde ja, das spricht für sich. 😀

    Vielleicht sollte man sich aber nicht so weit aus dem Fenster lehnen, denn oft kommt sowas als Bumerang zurück.

    Drohungen, (falsche) Unterstellungen & Beleidigungen sind also das Stilmittel, für das hier der Name Dirk Benninghoff steht.

    Gut, kann man so hinnehmen. Und sich seinen Teil dazu denken…

    Für mich persönlich zeigen diese hochemotionalen, wenig sachlichen und inhaltlich zum größten Teil falschen Kommentare aber vor allem eines:

    Da habe ich wohl doch einen Nerv bei der FDP getroffen.

  5. @Torsten
    Torsten,
    nach dem Aufschlag von D. B. hier solltest Du vielleicht noch mal überlegen, ob Du die FDP in Voerde noch für eine Partei hälst, zu deren Wahl man raten kann. Oder ob man nicht eher abraten sollten, denn mit der Wahl der Partei wählt man ja auch die Personen, die sie repräsentieren…

  6. Tja,Herr Meiners…wenn man zu dem,was man tut,nicht steht….dann beisst man halt….
    Schauen wir doch mal,wie unsere Bürger das sehen,oder!?
    Denn bei denen ist das ein Thema,nicht bei mir.
    Wenn sich hier einer aus dem Fenster hängt,sind das doch Sie,oder!?
    Aber ergehen Sie sich weiter in Analysen anderer Parteien und/oder Politiker anstatt persönliche Gespräche zu führen.Schade,dass Ihnen da andere weit voraus sind….Wäre es nämlich nicht so,würden Sie o.g. nicht als Drohung empfinden.
    VG

  7. Nunja….Sie sind ja nicht der Ansprechpartner….Ich hatte da jemand ganz anderen im Sinn!:-)

  8. @dirk benninghoff

    Tja… dann sind vielleicht die Bürgerinnen und Bürger gemeint, mit denen ich teilweise sehr lange im Büro gesessen habe, um über ihre Ängste und Sorgen zu sprechen. Insbesondere die Anwohner vom Kempkenskath – oh halt, genau die können ja nicht gemeint sein.

    Also wird es wohl für immer ein Rätsel bleiben…

  9. @D.B. armselig ist Ihr Niveau, fragen sie doch mal die Fraktions- Mitglieder wie sie dazu stehen und wieviel Rückendeckung es bei der FDP Voerde gibt ?
    Ach ja -die kennen sie ja nur von oben aus dem Flugzeug!
    Das sind die die sich öfters im Rathaus treffen und versuchen etwas zu bewegen- na klingelts ?
    Bei Ihnen habe ich den Eindruck, das Sie sich nur zum abstimmen bewegen können- Nicht aber zum Partei- Wohl und schon gar nicht um aktiv mitzuarbeiten.
    Also Ball Flach halten !

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