BSI, was geht? – Follow Up

Vor ein paar Tagen hatte ich über diese merkwürdige Nummer gebloggt, die sich das BSI geleistet hat.

Dazu gibt es jetzt ein nettes „Follow Up“ bei Netzpolitik.org:

Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass der Datenklau nicht erst seit Dezember bekannt war. Der Spiegel hat gestern bekannt gegeben, dass BKA und BSI bereits im August vor geknackten Konten gewarnt hatten. (…)

Konstantin von Notz sagte gestern dem Spiegel gegenüber, es stehe der Verdacht einer massiven Schutzpflichtverletzung im Raum, falls die Behörden wirklich seit August Bescheid gewusst hätten. Schutzpflichtverletzung ist ein sehr nüchterner Ausdruck für einen Vorfall, der illustriert, dass wir in Deutschland eine Zwei-Klassen-Gesellschaft haben, wenn es um Datenschutz und Privatsphäre geht.

Ich grabe mal ein bisschen weiter und stelle eine andere Frage:

Was ist denn, wenn das BKA oder andere diesen Schatz (erst einmal) für sich genutzt haben?

Natürlich kann man mittels Lawful Interception schon heute beliebige Mails  lesen und auf Wunsch (Richtervorbehalt?) gibt es vermutlich auch gleich eine Kopie des Postfachs.

Was aber, wenn jetzt dieser Datenstamm um den es da geht, erst einmal hinsichtlich der eigenen Interessen analysiert wurde? Wer garantiert dafür, dass nicht von staatlicher Stelle in welcher Form auch immer Unfug mit den Daten getrieben wurde?

Ich glaube, meine anfängliche Skepsis war mehr als berechtigt.

Und sie weicht langsam echter Beunruhigung.

 

Autor: unkreativ

Gelegentlich hat der Unkreative das Gefühl, er müsse Euch etwas wissen lassen. Das kann sinnvoll sein. Muss es aber nicht. ;-)