#EfuerAlle

10. Februar 2016
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Als ich gestern bei „It started with a fight“ den Artikel #EfuerAlle gelesen habe, dachte ich: coole Idee.

Und um so mehr ich darüber nachdenke, um so mehr ärgere ich mich, dass ich nicht selbst die Idee hatte. Denn als ich das erste Mal von den 5000€ für Käufer von E-Autos gehört habe, war mir klar wer Nutznießer ist: Besserverdiener und vor allem die Automobilindustrie.

Das ist weder nachhaltig, noch sinnvoll. Geschweige denn klug.

Statt mehr (E-)Autos auf die Straße zu bringen, müsste die Politik endlich anfangen den PKW-Verkehr (und auch die LKW) drastisch zu reduzieren. Auto fahren muss zu etwas werden, dass man nach reiflicher Überlegung macht. Das muss nicht unbedingt durch einen hohen (finanziellen) Druck passieren, sondern es kann eben auch durch Anreize passieren.

Wenn man sich überlegt, was man für 5000€ für ein (E-)Bike bekommt. Selbst für 2500 oder 1000€ könnte man ein gutes Rad, manchmal sogar ein gutes E-Bike bekommen. Und wenn man dann die Arbeitgeber noch motiviert, Umkleideräume und Duschen zur Verfügung zu stellen (z. B. durch Steueranreize) und man Druck auf die Arbeitgeber ausüben würde Heimarbeit zu fördern. Und wenn dann noch die Bahn mitspielt?

Stellt Euch mal vor, viele Büromenschen müssten nicht mehr 5 Tage die Woche zur Arbeit pendeln. Und könnten bei schönem Wetter mit dem Rad fahren und bei schlechtem mit der Bahn. Oder eine Strecke so, eine so. Ich fahre zum Beispiel oft mit dem Zug und Rad zur Arbeit und radel dann zurück.

Wie wäre es also, wenn der Staat nicht Millionen an die Automobilindustrie verschenkt. Sondern über die Kombination Heimarbeit, Steueranreize für Arbeitgeber, Zuschuss für Radkäufer und Ausbau des ÖPNV den PKW-Verkehr dramatisch reduziert?

Würden wir nicht alle am Ende davon profitieren?

Kategoriengedanken, ökologisch, ökonomisch Tags:
  1. Freistaat:Markus
    10. Februar 2016, 08:52 | #1

    Ja, das wäre alles schön und relativ problemlos praktikabel.
    Leider sehe ich dafür nicht mal am Horizont eine Realisierbarkeit.
    Neben der deutschen Affinität zum Auto, ist da Autoindustrie mit Arbeitsplätzen und einer der stärksten Lobbys in der BRD.
    Dazu kommt das viele die mal im urbanen Raum mit Rad am Berufsverkehr teilnehmen, sich zu Recht fragen, ob sie das mit ihrem Selbsterhaltungstrieb vereinbaren können, weil sich gerade um die Zeit weite Teile der Autofahrer wie Rotz am Ärmel benehmen.

  2. 15. Februar 2016, 21:35 | #2

    > Dazu kommt das viele die mal im urbanen Raum mit
    > Rad am Berufsverkehr teilnehmen, sich zu Recht
    > fragen, ob sie das mit ihrem Selbsterhaltungstrieb
    > vereinbaren können

    Dir ist schon klar, dass wenn sich ein nennenswerter Teil der Autofahrer aufgrund der Prämien auf das Rad setzen (und genau das ist geplant, wenn auch dämlicherweise mit E-Autos), dass es dann *sicherer* wird, weil weniger Autos unterwegs sind?

  3. Freistaat:Markus
    16. Februar 2016, 00:27 | #3

    Na ja, ich glaube nicht das das so einfach geht.
    So schnell wechselt der Deutsche nicht aufs Rad.
    Als Sofortmaßnahme fände ich es erstmal hilfreicher, wenn man die Rahmenbedingungen fürs Rad fahren massiv verbessert, die Gesetzeslage für Radler besser gestaltet und die Verstöße der Autofahrer angemessen ahndet.

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