FDP: Freundschaften muss man pflegen

Das ist schon kurios.

Angeblich hat Herr Dams, FDP-Vertreter im Kreistag in Wesel, wohl gesagt, die Wohlfahrtsverbände würden nicht gut mit Geld umgehen. So jedenfalls verstehe ich die Äußerungen auf der Website der FDP Voerde:

In den letzten Tagen ist es im Zusammenhang mit der von Heinz Dams, Vorsitzender der FDP/VWG-Fraktion im Kreistag Wesel, abgegebenen Presseerklärung, in der von Steuerverschwendung der Wohlfahrtsverbände die Rede ist, (…)

Andere Quellen hier: 1, 2

Und dann wird erklärt, wie man sowas unter Freunden regelt:

Als ehemaliger langjähriger Vorsitzender und jetziges Ehrenmitglied des genannten DRK-Kreisverbandes habe ich mit Heinz Dams über die leidige Angelegenheit gesprochen und mit ihm Einigkeit darüber erzielt, dass dem DRK Steuerverschwendung nicht vorgeworfen werden kann.

Beide Zitate stammen aus einer Veröffentlichung des Voerder FDP-Stadtrates Benninghoff.

Ich bin jetzt nicht sicher ob ich das richtig verstanden habe: Die FDP sagt zwar das sei so, aber nur dann, wenn es niemanden von der FDP betrifft. Also in dem Fall gibt es zwar Steuerverschwendung (sagt der Weseler FDP-Mann), aber eben nicht beim Voerder FDP-Mann. Bzw. bei „seinem“ DRK. Demnach würde das bedeuten, dass es bei (den? allen?) anderen Wohlfahrtsverbänden um so mehr geben muss. Oder?

Egal, darum geht es ja nicht. Es geht darum, dass hier mal kurz auf dem kleinen Dienstweg zwischen zwei Freunden geklärt wurde, was Sache ist.

Allerdings sind echte Freundschaften natürlich keine Einbahn-Straße. Das geht auch andersherum. Wieder zitiert von Herrn Benninghoff:

Nicht ohne Grund habe ich in der Sondersitzung des Stadtrates im November 2015 die gegen meine Stimme beschlossene neue „Ehrenordnung“ mit einem „zahnlosen Tiger“ verglichen; denn gegen den Willen des betroffenen Ratsmitglieds dürfen seine (teils ganz erheblichen und überzogenen)  Aufwandsentschädigungen nicht mehr auf den dafür vorgesehen gewesenen Stadtratsseiten im Internet veröffentlicht werden. Das hat offensichtlich auch damit zu tun, dass bestimmte Ratsmitglieder die Öffentlichkeit und insbesondere auch ihre Wähler nicht wissen lassen wollen, was sie in bestimmten Gremien, die sie sich ausgesucht oder ausgekungelt haben, an unverhältnismäßig hohen, um nicht zu sagen maßlosen Entschädigungen erhalten.

Okay.

Das Problem ist nur, dass Herr Dams auf der Website des Kreises zwar angibt, dass er u. a. im Zweckverband der Sparkasse ist. Allerdings sehe ich da keine Angabe zu den Entschädigungen, die ja lt. Herrn Benninghoff exorbitant sein müssen:

dams

Aber wenn ich Herrn Benninghoff richtig verstehe, gibt Herr Dams die erhaltene Entschädigung ja nur deswegen nicht an, weil es offensichtlich damit zu tun hat, dass er seine Wähler nicht wissen lassen will, was er in bestimmten Gremien, die er sich ausgesucht oder ausgekungelt hat, an unverhältnismäßig hohen, um nicht zu sagen maßlosen Entschädigungen erhält. Ob Herr Dams eigentlich weiß, in welchen Kontext er hier von seinem Parteifreund gestellt wird?

Oder habe ich das auch missverstanden?

Hach, das ist alles so verwirrend mit der FDP. 🙁

 

P.S. Nur der Vollständigkeit halber: das zweite FDP-Kreistagsmitglied gibt natürlich auch keine Aufwandsentschädigungen an.  Was ich persönlich übrigens überhaupt nicht verwerflich finde. Ich weiß ja, aus welcher Richtung die Vorstellung / Behauptung kommt, es gäbe da wahnwitzige Summen zu verdienen.

Autor: unkreativ

Gelegentlich hat der Unkreative das Gefühl, er müsse Euch etwas wissen lassen. Das kann sinnvoll sein. Muss es aber nicht. ;-)