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Deutschland. Autoland.

20. April 2016
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Irgendwie hält sich ja die Mär vom Autoland Deutschland.

Der freien Fahrt für freie Bürger.

Das wir mittlerweile mehr Fahrräder als Autos besitzen, ist da sicherlich nur eine Randnotiz. Mehr im Mittelpunkt sollte aber schon stehen, dass der MIV (Motorisierte Individual-Verkehr) auch beim Klimaschutz eine Rolle spielt.

Während der Energie-Bereich dank der Eneuerbaren hiere zu einem europaweiten Vorzeigeprojekt wird, ist erfreulich. Ein bisschen Schade ist, dass im Verkehrsbereich noch keine wesentliche Änderung in Sicht ist.

Um genau zu sein ist eigentlich das Gegenteil der Fall:

Was Deutschland braucht ist eine moderne Infrastruktur, die aus der Kombination ÖPNV + Fahrrad + Auto das Maximum heraus holt. Wir brauchen Anreize mit dem Rad zu fahren und wir brauchen einen guten ÖPNV. Das Auto muss das „Letzte Mittel“ sein für alles, was nicht mit dem Rad, Bus und Bahn zu erledigen ist.

Wir brauchen Anreize für Arbeitgeber, Fahrradreundlich zu planen. Das schließt Stellplätze, Duschen und Umkleinen mit ein. Wir brauchen Steueranreize für Menschen die das Rad zur Arbeit nutzen. Ebenso brauchen wir genug Kapazitäten um z. B. bei schlechtem Wetter auch mit dem Rad auf Bus und Bahn ausweichen zu können.

Wir brauchen einen Bund der sich bemüht, den MIV zu reduzieren. Zum Beispiel in dem als Vorreiter (Öffentlicher Dienst) und durch Steueranreize Dinge fördert die Verkehr vermeiden, wie zum Beispiel Telearbeit.

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, die sich mit wenig bis gar keinem Aufwand umsetzen ließen. Das Ziel wäre mannigfaltig: Die Luft wäre besser, die Menschen würden entspannter sein, der MIV würde abnehmen und alle hätten was davon.

Statt dessen aber plant der Bund munter neue Monster-Straßen für noch mehr Autos. Und damit die Autos auch irgendwo her kommen, werden gleich wieder Subventionen für die Autoindustrie geschaffen – auf Kosten aller Steuerzahler.

Das ist dermaßen wenig zukunftsweisend, dass man es schon getrost als modernen Rückschritt bezeichnen kann. Es ist Ausdruck einer Bundespolitik, die das Wohl von VW, BMW, Mercedes; so wie RWE, E-On und Vattenfall im Auge hat.

Das ist keine zukunftsweisende Politik, von der Menschen, Umwelt und Gesellschaft profitieren würden.

Das ist, zusammengefasst, dumm.

 

Kategorienökologisch, ökonomisch, politik Tags:
  1. Freistaat:Markus
    20. April 2016, 13:30 | #1

    Unsere Mitarbeiter könnte sogar Stellplätze oder ein Garage für die Räder nutzen. Sie kommen nicht mit dem Rad, weil die Stadt (trotz Prädikat „Fahrrad freundlich“) einfach katastrophal gefährlich und unkomfortabel ist.

    • 20. April 2016, 13:33 | #2

      Ich bin ja Jahrelang jeden Morgen nach und jeden Abend aus Wesel mit dem Rad gefahren. Von daher wage ich mich mal zu sagen, dass das Gefühl von Unsicherheit nicht der messbaren Realität entspricht.

      Allerdings kann man das niemandem vorwerfen. Außer z. B. den Autofahrern die viel dafür tun, dass sich Radfahrer nicht sicher fühlen. Und vielleicht ein bisschen auch der Polizei, die gerne mit Radfahrern diskutiert und ungern Autofahrer sanktioniert…

  2. Freistaat:Markus
    20. April 2016, 15:45 | #3

    Ich bin früher nur einmal die Woche durch Wesel mit dem Rad gefahren: Radwege an jeder 2. Straße zu geparkt, mitunter völlig bescheuerte Radwegführung, Bereich Großer Markt/ KH immer alles voller Scherben, Bereich Wilhelmstr. fast immer Gefahr durch rückwärts ausparkende Pkws.
    Also mir reicht das als „Unsicherheit“ und als früher noch der Biketreff an der Niederrheinhalle war kamen viele mit dem Auto hin, obwohl sie auch mit dem Bike anreisen könnten. Grund fast immer: „Ist mir zu stressig durch Wesel zu fahren“

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