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Für öfter mal das Handy ausschalten

2. Juni 2016
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Wo Daten sind, sind Begehrlichkeiten.

Ein schönes Beispiel dafür ist gerade die Polizei in Meck-Pomm, die „mal eben auf Verdacht“ ganze Verkehrsabschnitte überwachen möchte. Der NDR dazu:

Die Polizei von Mecklenburg-Vorpommern will künftig den Mobilfunk auf ganzen Straßen- und Autobahnabschnitten überwachen dürfen. Immer dann, wenn es sich um die „vermutete Fahrstrecke“ eines Tatverdächtigen handelt, sollen Beamte dazu befugt sein, die Daten von Handys zu erheben, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt entlang dieser Fahrstrecke bei ihrem Netzanbieter eingeloggt haben.

Das Problem ist, dass damit auch alle anderen auf der Strecke ins Netz geraten und überwacht werden. Und was dann mit den Daten passiert, ist ja oft eine Black-Box. Will man das? Ich will das nicht.

Zudem sollte man sowieso mal schauen, was das Handy so macht. Will man zum Beispiel, dass Twitter bei jedem Tweet die GPS-Daten speichert? Eigentlich eher nicht.

Und begrüßt Euch auf Eurem Handy von Zeit zu Zeit Google und sagt Euch, dass Ihr auf dem Heimweg seid und wie lange Ihr brauchen werdet? Das liegt daran, dass Google nicht nur weiß wo Ihr wohnt und arbeitet. Sondern auch daran, dass Google Eure Bewegungsprofile speichert. Die übrigens gerne schon mal abgefragt werden.

Während ich aber Twitter und Google am Handy selbst deaktivieren kann, habe ich mit dem Telefon ein Problem:

Ein angeschaltetes Handy bucht sich je nach Standort in eine bestimmte Funkzelle ein. Diese Daten können von Ermittlern abgefragt werden.

Und das kann man eigentlich nur umgehen, wenn man das Handy in den Flugmodus schaltet oder ganz aus. Das wiederum scheint Euch bestimmt auf den ersten Blick unangebracht. Handy aus, macht doch heute keiner mehr.

Aber seht es mal andersherum: Wenn Ihr Euer Telefon in den Flugmodus schaltet oder (noch besser) gleich ganz aus, dann kann es Euch beim Autofahren nicht ablenken. Ihr kommt also gar nciht in Versuchung die gerade eingegangene SMS zu lesen oder einen Anruf zu tätigen.

Und selbst wenn Ihr mit dem Zug unterwegs seid: Einfach mal in Ruhe das Hörbuch hören, ohne das ständig irgendeine App stört und Eure Aufmerksamkeit an sich binden will. Was übrigens ein Thema für sich ist.

Fazit ist also: Macht es den Überwachern nicht zu leicht. Und haltet es mit dem kürzlich, leider viel zu früh, verstorbenen Peter Lustig:

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