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Der Landtagskandidat der AFD Wesel

12. November 2016
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Die AFD schickt für den Landtagswahlkampf Stefan Kawinski ins Rennen. Und das verspricht einen gewissen Unterhaltungswert.

Vorab: Ich hatte inzwischen die Gelegenheit, Stefan etwas näher kennen zu lernen und glaube, dass er eigentlich das Richtige will, sich aber bei der Wahl des Werkzeugs einen Bärendienst erweist. Allerdings erwächst daraus ein gewissesn kommödiantisches, sich selbst befeuerndes Werk von aneinander gereihten Merkwürdigkeiten.

Stefan Kawinsikif fiel mir das erste Mal auf, als er ein Sharepic postete. Leider kann ich das in seiner Timeline nicht mehr finden, aber man hat ja Screenshots 😉

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Seine Qualifikation, so damals seine Aussage, sei Berufserfahrung. Und die hat er. Sehr viel als Berufskraftfahrer. Was ich einen gesellschaftlich wichtigen Beruf finde – mir aber doch überlege, warum man sich selbst so ins Bein schießt. Denn als Berufskraftfahrer gilt man ja leider nicht unbedingt als Bildungselite. Wenn ich aber doch den Beleg bringen möchte, dass die AFD soweit vor den Grünen ist…

 

Nun ja. Geschenkt.

Stefan Kawinski hat aber auch Angst, missverstanden zu werden. Deswegen postet er auch ein Sharepic, dass seine persönlichen Standpunkte definiert:

img_9140Das ist gleich in mehreren Punkten interessant:

  • Schon im ersten Satz, wenn auch in komisch klingendem Deutsch (gegen jede statt von jeder): Mit diesem Satz will er sagen: Seht her, ich bin nicht rechtsextrem und finde rechtsextrem so Scheisse wie linksextrem. Das ist natürlich putzig von jemandem, der einer offen rechten Partei angehört. Zumal wenn es dann so weiter geht:
  • Er bekennt sich zur Deutschen Kultur und den damit verbundenen Bräuchen. Damit meint er mit Sicherheit Nikolaus (Grieche), Weihnachten (Konsumfest und Wintersonnenwende), St. Martin (Ungarn), Ostern (Heidnisch). Ich könnte ewig so weiter machen, aber ich glaube er ist sich einfach nicht im Klaren, wovon er redet. Wobei…
  • Sein Wunsch, alles sei so wie früher, der ist schon sehr konkret. Deutschland wieder aufbauen, nachdem es völlig zerstört wurde (nachdem wir einen Krieg geführt haben, an dem seine Großeltern vermutlich beteiligt waren). Der Tankwart der das Auto voll tankt, wenn der Man von der Arbeit nach Hause kommt, wo die Frau die Bude geputzt, die Kinder erzogen und das Essen gekocht hat. Gut, so kann man leben wollen. Daraus aber Politik machen? In 2016? Really?
  • Dann kommt das erste Mal das deutsche Recht. Ich hätte mir gewünscht sein erster Satz wäre „Ich bekenne mich zum Grundgesetz und der freiheitlich demokratischen Grundordnung“. Hier aber setzt er das Grundgesetz in Kontext mit der Sharia, offensichtlich völlig unbeeindruckt von der Tatsache, dass es gerade das Grundgesetz ist, dass einen sakulären Staat erlaubt. Wenn ihm das vielleicht bei Gelegenheit mal jemand erklären könnte?
  • Und schließlich fordert er einen gesunden Patriosmus den jedes Land zum Funktionieren bräuchte, abgeschlossen mit der rhetorischen Frage warum es in Deutschland anders sein sollte. Warum ein Land sowas brauchen soll, das gesunder Patriotismus überhaupt ist, das sind alles Nebensachen, über die man offensichtlich nicht diskutieren braucht.

Ingesamt wirkt das wie ein missglückter Befreiunngsschlag. „Ich bin doch gar nicht so übel“ und „ihr wollt es doch auch“ ist dann bei näherem Hinsehen halt doch nur rechts Stammtischgebrabbel.

Stefan ist übrigens ein richtig emsiger Arbeitnehmer. Der, wenn ich richtig gezählt habe, sogar deutlich länger auf dem Bock sitzt als erlaubt. Und trotzdem auf die Tränendüse drücken muss. Weil einfach am Ende des Monats kein Geld mehr übrig ist.

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Übrigens findet man dafür noch den einen oder anderen Hinweis in seiner Timeline.

Zum Beispiel seine Nähe zur jungen Freiheit:

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Seine Haltung zum öffentlich rechtlichen Rundfunk:

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Seine Links zu „unser Mitteleuropa“ (die Seite verlinke ich mit Absicht nicht, Ansehen lohnt aber):

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Sexualkunde ist ihm natürlich auch ein Dorn im Auge. Vor allem darf man doch Kinder nicht dazu animieren, sich durch experimentieren an die eigene Sexualität heran zu tasten. Damit einher geht auch eine starke Ablehnung des „Gender“. Wenn ihm mal kurz jemand das Wort übersetzen würde? Aber weil er halt so dagegen ist, hält er es halt mit der AFD Deutschland.

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Das ist alles so irre, dass man nicht ernsthaft glauben mag, was man da liest. Wenn man sich mit der AFD Wesel ingesamt beschäftigt, wird es übrigens durchweg noch kurioser.

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