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Ich sag es ja. Aber auf mich hört ja keiner.

27. März 2017
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Was sag ich immer?

Ich sag immer, wenn ich wen los werden will, schiebe ich ihm oder ihr einfach ein paar fatale Dateien auf den Rechner. Denn „das habe ich nicht runtergeladen“ glaubt einem ja niemand.

Leider steh ich damit ja schon fast in der Verschwörungs-Ecke. Denn wer würde sowas schon machen. Und solche Fälle dürften nur selten in die Öffentlichkeit gelangen. Da bin ich ja mal froh, dass es jetzt einen genau solchen Fall gibt. Heise berichtet:

Unbekannte Hacker haben Kinderporno-Fotos auf dem Computer des tschechischen Präsidenten Milos Zeman installiert. „Ich habe den Computer eingeschaltet und knapp zehn Sekunden ungläubig geschaut, was da geschieht, bevor mir aufgegangen ist, dass es ein Hackerangriff ist“, sagte der Präsident in einem Interview.

Und glaubt bl0ß nicht, dass könnte Euch nicht treffen. Eiferüschtige/r Ex vielleicht? Ärger mit dem Arbeitskollegen?

Um so bedauerlicher, dass unser gesamtes System der „Beweissicherung“ genau darauf eigentlich keine Rücksicht nimmt. Oder wie Fefe es ausdrückt:

Ich habe ja hier schon ein paar Mal das Argument gebracht, dass wenn man schon den Besitz von etwas für strafbar erklärt (beispielsweise Hackertools oder Kinderpornographie), dass es dann zu einem validen Angriff gegen jemanden wird, auf dessen Rechner solche Materialien zu hinterlassen.  (…)

Digitale Spurensicherung ist Schlangenöl-Bullshit, genau so wenig wie man Malware attribuieren kann. Jede „Spur“, die ein „Forensiker“ findet, kann auch ein fieser Hacker da extra hingelegt haben. Wenn ein Gerät einmal kompromittiert ist, kann man „Spuren“ von diesem Gerät nicht mehr ernst nehmen.

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