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Kanada 2017 – An- und Abreise mit Air Transat

18. Juli 2017
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Seit ich nach Kanada fliege – und das ist schon sehr lange – nutze ich Air Canada. Dummerweise ist Air Canada reichlich preisintensiv und mit Air Transat gibt es eine Luftfahrtgesellschaft, die deutlich günstiger ist.

Günstig oder Billig?

Bekanntlich sagt der eine so, der andere so. Zeit also, es mal auszuprobieren.

Erster Eindruck: Die Flüge sind wirklich extrem günstig. Selbst mit der gewählten „Option Plus“ ist der Preis noch weit unter dem von AC.

Sowas macht mich natürlich skeptisch…. und ich sag mal, so ganz unbegründet war meine Skepsis nicht.

Auf dem Hinflug hatten wir einen Airbus A330-200, der schon etwas älter wirkte. Die Kopfstützen leicht speckig und die allgemeine Pflege… ließ zu wünschen übrig:

Nicht schön, vor allem angesichts der Tatsache das wir morgens der erste Flug waren.

Nun gut, als Option-Plus-VIPs hatten wir immerhin lustige Schonbezüge auf den Kopftstützen, das war besser als nix (und sollte noch wichtig werden)

Das Flugzeug war leider sehr laut und extrem heruntergekühlt. So sehr, dass ich es als kühl empfand. Wer mich kennt: das ist üblicherweise kurz vor Arktis.

Von Air Transat gab es gegen die Kälte eine Decke.

Für schlappe 9€. Zu zahlen mit Kreditkarte, es sei denn man war „Option Plus“. Gleiches galt für die (überraschend gut dämmenden) Kopfhörer: 9€, außer für Plus.

Kurz nach dem Start gab es „Snacks“. Also eine Tüte Brezel und einen kleinen (0,1l?) Becher eines Softdrinks. Außer natürlich, ihr ahnt es, für die Plus-Gäste:

Wir bekamen zudem Schokolade, hätten ein Bier haben dürfen und bekamen die ganze Dose. Die Nicht-Plus-Gäste herum fingen an das gar nicht lustig zu finden.

Bei der regulären Mahlzeit dann gab es solche Unterschiede für die Plus-Kunden nicht. Hier gab es ein Essen und ein „Chefs Menü“, dass man für schlappe 25€ vorbuchen oder für 25can$ an Bord buchen konnte.

Das sich der eine oder andere spontan für das „Chefs Menü“ entschied, könnte an der optisch herausragenden Qualität des Standard-Essens gelegen haben:

So sah das Foto für das Menü aus:

Und so die Realität:

Nicht schön, aber von Hundefutter deutlich weiter entfernt. Und mit echtem Besteck. Ja wirklich, nach der üblichen Sicherheitshysterie kann der geneigte Irre für 25can$ ein echtes Messer erwerben 😉

Für die Unterhaltungselektronik gibt es ein WLAN, über das man verschiedene Angebote nutzen kann. Dessen Default-Einstellungen sind so, wie man es erwarten würde: Billig und damit extrem unsicher: Alle WLAN-Clients waren in dem unverschlüsselten Netz sichtbar und konnten untereinander kommunizieren.

Der einzige Vorteil des älteren Flugzeugs war, dass die Sitze breiter und weiter von einander weg waren: 345 Plätze standen den  375 Plätzen auf dem Rückweg gegenüber.

Da hatten wir einen A330-300, der deutlich moderner und leiser war. Wärmer war es auch. Problematisch war, dass bei 375 Plätzen die Sitze viel enger waren und dichter beieinander standen.

Für „normal gebaute“ wie mich schon eine echte Herausforderung, die man nur gut überstehen konnte, weil der Flug nicht ausgebucht gewesen ist und meistens 2 Leute 3 Sitze hatten.

Im Fazit ist Air Transat also „you get what you pay for“ und wer wenig zahlt, darf auch wenig erwarten.

Der Buchungsprozess ist allerdings angenehm einfach, das Checkin für Option Plus sehr gut und das Personal überall nett. Für 350€ kann man zudem noch auf „Club“ (sowas wie Business Light) upgraden und wäre immer noch günstiger als bei AC unterwegs.

Das man dann an Board für alles löhnen soll, ist verständlich. Wer das nicht möchte überlebt den Flug, halt nur frei von jedem Komfort. Zumindest Option Plus sollte man also dazu buchen.

Auf der Pro-Seite kann man bei Air Transat auch mehr als 1 Jahr im Voraus buchen  – was es noch mal günstiger macht.

Ob ich noch mal mit Air Transat fliegen würde? Vermutlich ja, dann aber Club. Ich bin relativ leidensfähig auf Flügen und die gesparten 1000-2000€ kann ich gut anderweitig vor Ort verbraten.

Leute die aber unter so widrigen Umständen nicht gut abschalten oder gar schlafen können, sollten vielleicht doch den Aufpreis für AC zahlen. Dort ist alles deutlich besser. Aber es gilt halt: You get what you pay for.

 

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  1. Torsten
    19. Juli 2017, 11:43 | #1

    Moin Stefan, was zahlt man denn für diesen VIP Status im Flieger? Hattest du den Rückflug auch so gebucht, WTF ist Air Transat? Ein Ableger von eaysy jet?

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