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Kanada 2017 – Montreal

25. Juli 2017
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Nachdem wir mit Air Transat in Montreal angekommen sind, haben wir den Bus zum Hotel genommen. Die 3-Tages-Karte für den ÖPNV (Bus, Bahn, Metro) kostet keine 20€ und ist die beste Alternative zum Auto. Zudem gibt es einen Bus vom Flughafen nach Downtown und zurück. Alles prima 🙂

Vielleicht abgesehen davon, dass unsere Bushaltestelle (direkt beim Hotel) wegen Bauarbeiten dann doch nicht direkt am Hotel gelegen war. Und wir 1 km laufen durften. Bergauf. Aber so lernt man die Stadt halt kennen 🙂

Wir waren im Chateau Versailles und um es vorweg zu nehmen: Es war das teuerste und schlechteste Hotel unserer Reise. Zwei alte Stadtvillen, direkt in Downtown – die Voraussetzungen waren toll. Die U-Bahn 3 Minuten entfernt und die zentrale Einkaufstraße 5 Minuten.

Stutzig hätte uns schon die kaputte Eingangstreppe und der (aus der Ferne nicht sichtbar) dreckige rote Teppich machen sollen. Aber hey, gerade angekommen rechnet man ja mit nix bösem 🙂

Architektonisch fühlte ich mit direkt wie im Overlook Hotel aus Shining. Vor allem die Szene mit dem Dreirad sollte Euch in Erinnerung sein:

Denn von Innen bestand das Hotel aus einem Wirrwarr von Treppen, Durchgängen und Türen, die eine Orientierung echt schwer machten. Und das Gefühl dafür, wie groß oder klein das Hotel wirklich sein mochte, völlig zunichte machte.

 

Leider war unser Zimmer dann… um es mal vorsichtig zu sagen… eine Herausforderung:

Die Klimaanlage blies in Orkanstärke arktische Luft – direkt auf das Bett. Der im Raum befindliche Regler war allerdings nur Staffage. Als ich beim Personal nachfragte, teilte man mir mit, dass die AC nur per Schieber für Räume Ein- und Ausgeschaltet werden kann. Zwischenstufen, andere Temperaturen oder so? Fehlanzeige.

Da es nicht sonderlich heiß war, wäre das eine echte Option gewesen. Wäre, wenn nicht der Kompressor direkt über(!) unserem Zimmer gewesen wäre. Und kaputt. Denn er vibrierte so stark, dass ungelogen das ganze Zimmer wackelte.

Auf erneute Nachfrage wurde uns ein Ersatzzimmer angeboten. Das leider so groß wie ein Schuhkarton war. Als ich damit nicht einverstanden war, wurde dankenswerter Weise die Klimaanlage einfach abschaltet. Allerdings für das ganze Hotel 😉

Um den Teil der Geschichte zu Ende zu erzählen: Am nächsten Tag wurde sie wieder eingeschaltet und sollte wegen anderer Beschwerden auch nicht abgeschaltet werden. Auf meine Frage warum man sie denn nicht hat reparieren lassen im Laufe des Tages, bekam ich die Antwort, das sei schon die reparierte Version. Wir bekamen dann doch  noch mal ein anderes Zimmer, dass diesmal aber direkt neben der Rezeption und am Eingang lag. Und ich sag mal „Schalldämmung“ scheint ein Fremdwort zu sein.

Aber gut, wir waren ja für die Stadt da und haben die beiden Tage, die wir zur Verfügung hatten, auch gut genutzt. Mein Schrittzähler behauptet, dass wir beide Tage etwa 35.000 Schritte hinter uns gebracht haben…

Montreal ist in sofern witzig, als das die Menschen dort den Eindruck machen, sie würden lieber in Frankreich sein. So ist z. B. die Metro ein 1:1 Nachbau der Metro in Paris:

Und auch eine eigene Notre-Dame gönnt man sich. Zwar kleiner als das Original, aber nicht weniger beachtenswert:

Wenn man sich die Bauwerke in der Stadt ansieht, kommt man schnell zu dem Ergebnis, dass jeder Baustil in Montreal gerne gesehen ist. 🙂

 

Zu den beiden mit Sicherheit bemerkenswertesten Örtlichkeiten gehören dann natürlich der Olympia-Park und das Biodome.

Montreal war mal Ausrichter der Olympischen Spiele und hat danach versucht, die Anlagen einer weiteren Nutzung zuzuführen. Das Fußballstadion wird heute nicht nur für Fußball genutzt, sondern auch für Konzerte und andere Großveranstaltungen.

Der 165m hohe Turm des Stadions, der früher das Dach des Stadions abheben konnte, ist heute ein Aussichtspunkt über die Stadt. Und was für einer!

Das ehemalige Velodrome ist heute übrigens ein Indoor-Zoo, das Biodome Montreal:

Namentlich ähnlich ist die Biosphere, ein sehr aufwändig gestaltetes Wasser- und Umweltmuseum, dass sich aktuell sehr intensiv mit Klima und Klimawandel befasst.

Die Biosphere liegt dabei auf einer kleinen Insel, mitten im St. Lorenz Strom:

Screenshot Google Maps

Screenshot Google Maps

 

Allerdings hat man, dank des wirklich genialen ÖPNV-Netzes kein Problem dahin zu kommen. Und die Geocacher unter uns finden natürlich auch einen schönen Earth-Cache vor Ort 😀

Montreal gilt übrigens auch als eines der kulinarischen Zentren von (Ost-)Kanada und wird dem „Foodie“ dringend empfohlen. Allerdings ist es gar nicht so leicht, einen guten Ort zum Essen zu finden, denn wie viele kanadischen Städte ist auch Montreal mittlerweile Dominiert von Fastfood- und Fastdrink-Ketten. Mc Donalds und Starbucks? Kein Problem. Lokale Küche? Viel Spaß beim Suchen.

Wer sich davon aber nicht abhalten lässt, der findet das eine oder andere Kleinod. Und lernt dabei erstaunliches. Nämlich z. B. das die Kanadier „das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit des Tages“ wohl sehr ernst nehmen:

Und ja, das ist das Frühstück 🙂

Auf der St. Hubert Street, einer im Internet gehypten „Shopping Mile“ haben wir dann das „Montreal Plaza“ gefunden. Und wer ausgefallenes Essen mag, ist hier genau richtig 😀

 

Die St. Hubert Street dagegen besteht aus einer Reihe von kleinen Cafes und Shops sehr unterschiedlicher Qualität und Zielrichtung.

Nice, aber kein Must-See 😉

Auf dem Weg dahin ist uns aber aufgefallen, wie extrem gut in Montreal die Infrastruktur für Radfahrer ist.

Große, mehrspurige Radwege die baulich von der Straße getrennt sind, sind häufig anzutreffen. Die Anzahl der Radfahrer ist echt enorm und steht anderen großen Bike-Citys in wenig nach. Schönes Beispiel für die Überlegung, dass entsprechende Infrastruktur auch genutzt wird, wenn sie denn vorhanden ist.

Auf jeden Fall einen Besuch wert ist aber der Alte und der Neue Hafen der Stadt.

Yachthafen, Frachthafen, künstlicher Strand, Cafes und Büdchen haben in einer ziemlich wilden Mischung (wie schon bei der Architektur) durchaus ihren eigenen Charme. Einziges Problem am Hafen:

Wenn man dort ist und gerade ein Zug mit Containern beladen die Stadt verlässt, ist man für gut 30-45 Minuten im Hafen gefangen – die Züge sind ungelogen so lang, dass sie alle Zugänge gleichzeitig blockieren :-O

Noch mal zurück zum Thema Fastfood: Was mir in den letzten ~10 Jahren in Kanada auffällt ist, dass mit dem um sich greifenden Angebot von billigstem Fastfood leider auch die Menschen mehr und mehr das Aussehen der Nachbarn im Süden annehmen.

Montreal scheint was dagegen machen zu wollen und motiviert mehr oder weniger subtil die Menschen aller Orten sich zu bewegen: Laufen und Treppen zu steigen wird massiv beworben: 100m-Sprints in den Tunneln oder die Anzahl der Stufen findet man fast über all im Metro-Netz:

Zudem wurde Montreal während unseres Besuchs gerade 375 Jahre alt – entsprechend herausgeputzt hatte sich die Stadt 🙂

Und zusammenfassend kann man sagen, dass wir durchaus unseren Spaß hatten.

Nachdem ich ja schon unzählige Male in Kanada war, war das auf Julias Wunsch mein erster Stop im Osten – ich bin da vorgeprägt. Und tatsächlich fällt es mir schwer mit den Menschen dort warm zu werden – ich verstehe diesen Drang französisch sein zu wollen einfach nicht.

Als Stadt ist Montreal aber spannend und auch ohne uns von Caches durch die Stadt führen zu lassen, hätten wir viel entdecken können. Wenn man sich erst mal an das scheinbare Durcheinander verschiedenster Stile gewöhnt hat, macht die Stadt durchaus Spaß 🙂

 

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