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Canary Mail

22. November 2017
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Eigentlich mag ich den schlanken Mail-Client von iOS. Überladene Programme wie Outlook oder auch Thunderbird sind mir immer ein Gräul, ich bevorzuge so Lösungen wie das alte Outlook Express 🙂

Was mich allerdings bei dem iOS-Mailclient nervte war die Unmöglichkeit, PGP vernünftig einzubinden. Also blieb nur der heimische Desktop, wenn ich verschlüsselte Mails lesen oder versenden oder Mails auch nur signieren wollte.

Nach Suchen und Probieren bin ich jetzt bei Canary Mail gelandet. Aktuell (nur) verfügbar für MacOS und iOS.

Die Bedienung ist etwas gewöhnungsbedürftig, danach aber relativ intuitiv. Allerdings dürften viele „einfach-Anwender“ von den zahlreichen Menüpunkten und Einstellungen auch schnell überfordert sein.

Der Transfer der PGP-Keys kann dann über iTunes erfolgen, ohne einen Cloud-Dienst nutzen zu müssen. Was allerdings auch geht, allerdings nicht ratsam ist. Das Verknüpfen von Keys und Accounts ist ein Kinderspiel.

Sehr schön ist, dass Canary Mail eine gemeinsame Inbox für alle Accounts anbietet, die dann farblich gekennzeichnet sind. Der Abruf von Mails ist schnell und insgesamt gibt es wenig zu meckern.

Bis auf zwei Punkte:

Während Canary Mail es ermöglicht, Tracking in empfangenen Mails zu unterbinden, bietet es das für versendete Mails an. Man kann also sehen wann jemand eine Mail liest, sofern der oder die den Empfang von externen Inhalten nicht unterbunden hat. Wie das realisiert wird und welche Daten dabei wo von wem gespeichert werden, ist das Geheimnis von Canary Mail. In einer FAQ steht nur, dass es sich um ein Tracking-Pixel handelt und natürlich keine persönlichen Informationen gespeichert werden.

Ebenso übrigens wie die Frage, wer dahinter steckt. Denn die Homepage verrät nur, dass ein „Fortune 500“-Unternehmen die Finanzierung sicherstelle. Welches erfährt man nicht. Die Firma hinter Canary Mail ist die indische MailrTech LLP. Über die man auch recht wenig findet.

Das stellt jetzt eine unschöne Situation dar. Die Software hat Zugriff auf meine privaten Keys und die Eingaben (Passphrase) die ich in ihr tätige – und verrät mir wenig über sich.

Tja und jetzt weiß ich auch nicht: Vertraue ich einer jungen Firma mit nicht mal 1500€ Stammkapital und einem geheimnisvollen Sponsor aus den USA? Der Verstand sagt nein, aber die Finger mögen die Anwendung 😉

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