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Dinge, die einem den Morgen versauen

22. Januar 2009
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Es gibt manche Tage, da macht man den Computer besser gar nicht erst an. Weil das, was man findet ist das, was man garantiert nicht finden will.

Da gehst Du auf das Lawblog und Dir fällt der Kitt aus der Brille:

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien fühlt sich auch für Weblogs zuständig. Sie hat ein Blog indiziert, das Magersucht verherrlichen soll.

Äh… wie bitte? die BpjM indiziert jetzt Blogs? Waraum dann nicht gleich die Presse und dann bitte die Bildzeitung wegen Verbreitung von Pron?

Udo referenziert dabei das beck-blog, das schreibt:

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat erstmals einen Blog im Internet indiziert, der Anorexie  und Magersucht (Anorexia nervosa) in Gedichten, so genannten „Glaubensbekenntnissen”, Handlungsanweisungen und „Motivationsverträgen” extrem positiv darstellt und glorifiziert.

Also, um das klar zu stellen: Das geht mal gar nicht.

Was mir dann richtig die Nägel hochrollt, ist diese Begründung:

Solche Medieninhalte unterliefen Elternrecht- und -pflicht und nötigten Kinder und Jugendliche, sich dem Erziehungsbemühen zu entziehen.

Natürlich. Man nötigt die Kinder und man unterläuft die Rechte der Eltern. Statt hier mal die Frage zu stellen, warum heute so viele Kinder versuchen auszubrechen, warum so viele Kids “entgleiten”, will man lieber wieder einfach nicht darüber reden. Dann merkt es vielleicht keiner.

Und generell, wenn schon bewerten, dann doch bitte nicht so, dass Blogs “einfach Medien” sind:

Blogs sind wenn überhaupt eher der Presse zuzuordnen, als manche “Zeitung” das heute noch ist.  Und schon von daher verbietet sich eine Zensur.

Und nur damit wir uns richtig verstehen: Es geht mir nicht um die inhaltliche Wertung dessen, was hier beanstandet wird.

Es geht mir um das Prinzip:

  1. Wir wissen, dass solche Maßnahmen nichts bringen
  2. Wir wissen, dass es solche Informationen an anderer Stelle gibt
  3. Wir wissen, dass Verbote den Reiz erhöhen
  4. Wir wissen, dass solche Aktionen willkürlich sind!

Heute ist es die “Verherrlichung von Magersucht”. Morgen wird Burks dann “indiziert” wegen Terrorismus.  Dann Fefe wegen Verschwörung, und am Ende ich, weil ich öffentlich zur “Verschwörung” aufrufe.

Zensur ist niemals richtig. Zensur ist niemals gut.

Natürlich gibt es Grenzen in dem, was man schreiben darf. Diese Grenzen regelt ein Gesetz, in letzter Instanz das Grundgesetz mit den Regeln zur allgemeinen Würde des Menschen. Und an der Stelle ist Feierabend. Wo kommen wir denn da hin, wenn demnächst kritische Veröffentlichungen von der BPjM dahingehend geprüft werden, ob sie nicht zu opportun zum Mainstream sind?

[Entschuldigt, der letzte Satz war... ohne zu denken :-(]

Bei der Gelegenheit übrigens auf ein interessantes Blog gestoßen: News-HQ

Nachtrag:

Das Thema scheint von besonderem Interesse, ich hatte bereits um 13 Uhr  ~98% der Unique Visitor eines durchschnittlichen Tages!

Nachtrag2:

Inzwischen der Tag mit den meisten eindeutigen Besuchern des Monats und des letzten Quartals. Liegt möglicher Weise auch daran, dass inzwischen Fefe auf das beck-blog verweist und ich dort einen Trackback ziemlich weit oben habe. Derzeit ca 60% Visits von da, 30% via Lawblog, 10% andere Quellen (Google und andere Blogs)

Nachtrag3:

Ich fürchte ich muss versuchen, mich noch deutlicher auszudrücken, nachdem sich Spreeblick nicht sehr positiv zu meinem Beitrag hier positioniert hat. Hoffe aber mein Kommentar dort hat die Unklarheiten beseitigt. Allerdings scheint Spreeblick nicht unumstritten. Keine Ahnung, was ich davon halten soll. Freshzweinull wertet das alles als lesenswerte Diskussion :-)

  1. Tanja
    22. Januar 2009, 12:04 | #1

    Außerdem ist noch nie ein Problem (hier: Magersucht) gelöst worden durch Verschweigen, was durch Zensur ja versucht wird.

    Dem Herrn Minister … lacht bestimmt das Herz im Leibe – oder was er statt dessen hat *eg*

  2. unkreativ
    22. Januar 2009, 12:23 | #2

    Kommentar von mir im News-HQ:
    Ich schreie nicht ;-)

    Die Grenze nach der Du fragst, habe ich aufgezeigt: Blogs haben sich an Gesetze zu halten und in letzter Instanz an die Regelungen des GG (na gut, eigentlich dem EU-Recht, aber lassen wir das mal außen vor).

    Ich spreche von Zensur, weil eine staatlich legitimierte Stelle hier ohne Gesetz, wohl aber auf Grundlage einer sie “ermächtigen” Rechtsgrundlage die Verbreitung von Schrift und Wort einschränkt. Und Zensur kann nur ein Staat üben.

    Schau, würde zum Mord aufgerufen oder sonstwas, gäbe es in jedem Fall ein Lex specialis, das es erlauben würde, gegen solche Äußerungen vorzugehen. Würde jemand in seiner Würde beleidigt, könnte er sich auf seine Grundrechte berufen. Aber hier?

    Eine selbsternannte “Elite” mit “staatlich fürsorglichem Mandat” entscheidet in Eigenregie, was geschrieben werden darf und was nicht. Und das ist niemals gut.

    Und ansonsten zitierst Du mich richtig: ich halte es nicht nur für willkürlich, sondern auch für wirkungslos. Ich würde Dich aber bitten, deutlicher eine Trennung zu dem folgenden Textteil einzufügen, weil ich den Eindruck hatte, man kann Deinen Text so lesen, dass ich auch gleich gegen des TMG oder die Rundfunkstaatsverträge wettere ;-) Zudem ich auch nicht “jede staatliche Regelung als Eingriff” empfinde, gegen den ich mich wehren würde. S. O. Aber die Meinungsfreiheit ist eines der letzten hohen Güter in Deutschland, nachdem man andere Grundrechte in den letzten Jahren immer weiter hat erodieren lassen.

  3. 22. Januar 2009, 12:27 | #3

    Das zeigt mal wieder deutlich, wie manche Damen und Herren Politiker auf der Höhe der Zeit sind. Manchmal fühle ich mich ins Mittelalter zurückversetzt.

  4. 22. Januar 2009, 12:58 | #4

    Danke für den Kommentar, den ich grad auch beantwortete!

    Im übrigen Danke für das Kompliment “Bei der Gelegenheit übrigens auf ein interessantes Blog gestoßen” – ich hoffe, das war ein Kompliment ;-)
    Kann ich zurückgeben! Und “ohne Bedeutung” ist dieser Blog/Artikel sicher nicht!

    Grüße,
    BN aka Rüdiger

  5. 22. Januar 2009, 13:14 | #5

    jo, als ich das heute morgen las dachte ich auch nur “ach du scheisse”. Wieso Blogs indizieren, was ist mit den Magersucht seiten? Seit wann ist magersucht strafbar? Warum gibt es dann noch blogs von Kiffern? Was ist mit Chefkoch.de? schliesslich verglorifizieren die das essen, was für viele mit Fettsucht zu einem echten Problem wird?

    tjoa. wie gesagt, das Zensieren von Blogs ist großer Mist, ich kann mich nur nicht so toll ausdrücken wie du :)

  6. 22. Januar 2009, 13:20 | #6

    Also ich finde den Satz:
    “Was ist mit Chefkoch.de? schliesslich verglorifizieren die das essen, was für viele mit Fettsucht zu einem echten Problem wird?” auch schon sehr gut ausgedrückt!!!

  7. unkreativ
    22. Januar 2009, 13:20 | #7

    @Abraxa
    Wieso? Du hast doch sehr gut ausgedrückt, was Du denkst. So gut, dass ich das direkt zitiert habe:
    #41 auf Lawblog

  8. 22. Januar 2009, 13:23 | #8

    Zwei Blogger, ein Gedanke… *g*

  9. 22. Januar 2009, 13:57 | #9

    danke :) nun werd ich berühmt *grins*

  10. unkreativ
    22. Januar 2009, 14:03 | #10

    @Abraxa
    Und reich. 50% für mich, bitte.

  11. unkreativ
    22. Januar 2009, 15:23 | #11

    Ich werde im Gulli zitiert, direkt danach folgt folgender Satz:

    “So richtig dieser Einwand sein mag, so falsch ist doch die Schlussfolgerung, dass es sich hierbei um Zensur handele. Das 12-köpfige Gremium der BpjM ist unabhängig, es besteht aus Beamten sowie Sachverständigen, die zum großen Teil keine staatlichen Bediensteten sind.”

    Leider kann man dort nicht ohne Anmeldung im Forum antworten und da mir das da etwas Suspekt ist, hier nochmal ein paar Worte dazu, denn die Begründung ist in sich nicht schlüssig:

    Die “Unabhängigkeit” der BpjM streite ich in dem Fall ab, denn sie ist ein staatliches Organ – und das ist Voraussetzung für Zensur. Da die “Indizierung” eines Blog in der Folge, wie mehrfach im Lawblog betont wurde einer faktischen Zensur gleich kommt, bin ich nach wie vor der Meinung:

    Hier “nur” von Indizierung zu reden greift zu kurz. Es ist eine in meinen Augen unzulässige Verkürzung der daraus resultierenden Folgen und verschleiert lediglich die grundsätzliche Bedeutung.

  12. 22. Januar 2009, 16:48 | #12

    Vielleicht liest man sich der Einfachheit halber auch mal die Website der Bundesprüfstelle durch, um da allen Mißverständnissen vorzubeugen:

    “Die Bundesprüfstelle ist eine selbstständige Bundesoberbehörde mit eigenem Haushalt. Sie ist dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) nachgeordnet.” -> staatliches Organ

    “Die Mitglieder der Bundesprüfstelle sind nicht an Weisungen gebunden”, heißt es ausdrücklich in § 19 Abs. 4 Jugendschutzgesetz (JuSchG).” -> Unabhängig in ihrem Entscheidungsermessen.

    Das mit 2/3 der Anwesenden über eine Indizierung entscheidende 12er-Gremium besteht neben dem Vorsitzenden aus 3 von den Länderregierungen bestellten Beisitzern, sowie aus 8 aus den Verbänden Kunst, Literatur, Buchhandel und Verlegerschaft, Anbieter von Bildträgern und Telemedien, Träger der freien Jugendhilfe, Träger der öffentlichen Jugendhilfe, Lehrerschaft, Kirchen, jüdische Kultusgemeinden und andere Religionsgemeinschaften, die Körperschaften des öffentlichen Rechts sind.

    Zum Begriff der Zensur siehe http://breaking-news.de/blog/2009/01/22/blog-auf-dem-index-jugendgefaehrdender-medien-was-ist-zensur/

  13. unkreativ
    22. Januar 2009, 16:55 | #13

    Das ist richtig. Es handelt sich um eine “faktische Zensur” nach meinem Verständnis, da hier ja die Indizierung die Folge haben wird, den Inhalt komplett dem Zugriff zu entziehen. Wichtig ist dabei, dass Zensur etwas ist, was man per se nur einem Staatsorgan anlasten kann. Würdest Du zum Beispiel bestimmte Veröffentlichungen hier unterbinden wollen, wäre es keine Zensur.

    Und ich würde das Ganze anders bewerten, wenn hier eine Anklage wegen eines Gesetzesverstoßes vorliegen würde und ein Richter auf Schuld erkannt hat.

  14. Christian
    22. Januar 2009, 16:59 | #14

    @all – es ist verblüffend wie selbstherrlich und zugleich ahnungslos ihr alle hier seid! Hier dominiert allein die von der Leine gelassene Netz-Bürger-Aufgeregtheit, in der man sich wohltuend suhlt, immer gewiss, dass alle andere es sowieso genauso sehen – leider hat keiner von euch auch nur einen Funken Ahnung von dem vorliegenden Problem und dessen juristischer Behandlung! Insbesondere ist dieses politische und juristische Halbwissen, dass hier verbreitet wird, schmerzerfüllend! Hier findet eine derartig pseudo-intellektuelle Selbsthinrichtung statt – beeindruckend!

  15. unkreativ
    22. Januar 2009, 17:04 | #15

    @Christian
    Na, da bin ich ja froh, dass Du gekommen bist und uns alle auf unsere Fehler in der allgemein kontrovers geführten Diskussion hinweist.

    Leider hast Du vergessen uns mit Details zu langweilen und mit Fakten zu irritieren, die wir dann getrost ignorieren würden.

    Also entweder hast Du sachlich was beizutragen, das inhaltlich her passt, oder Du hältst einfach Deinen Mund und verschwindest wie Du gekommen bist.

    Eine solche Art meine Leser & Kommentatoren anzugehen dulde ich nicht.

  16. 22. Januar 2009, 17:24 | #16

    @Christian: Natürlich sind wir (Udo ausgenommen) keine Jura-Profis, und wahrscheinlich haben wir auch relativ wenig Fachwissen im Psychologiebereich.

    Doch es geht gar nicht darum, durch Wortdreherei in Gesetzestexten die Arbeit der Behörden zu diffamieren, es geht um das Empfinden über die Weiterentwicklung der Gesellschaft, in der wir alle leben. Und genau hier sitzt der Wurm drin: Seit mehreren Jahren fällt das staatliche Bestreben, das Internet überwachen und kontrollieren zu wollen, fast täglich auf. Mal wird eine Jugendschutzbehörde an die Front geschickt, mal ist es die Familienministerin, mal die wechselnden Innenminister mit den gleichen Law&Order-Vorstellungen.

    In der westlichen Welt heisst es nicht Zensur, ist es aber. Dies fängt nicht erst im Netz an, hier fällt es nur auf, da nach ein paar überraschten Anfangsjahren der Anarchie der Staat hier das gleiche Meinungsbildungspotential aufbaut wie in den restlichen Medien auch.

    @unkreativ: Bitte mehr Toleranz :) Eine Kommentarfunktion wär ja schad, wenn man nur Zustimmung erhalten würd, jeder noch so unbedacht und schlecht argumentierte Beitrag enthält schliesslich einen kleinen Kern, der dazu dient, die eigene Position zu überdenken und – in diesem Fall – sich seiner Position umso klarer zu werden.

    Immerhin ist der Teil, dass die Netzbürger-”Gemeinschaft” kollektiv und vorhersehbar aufschreit, nicht so falsch. Die Wortwahl mag aggressiv sein, die Beobachtung selbst passt. Nur die Weiterführung des Gedankens hin zur “pseudointellektuellen Selbsthinrichtung von politisch Halbwissenden” ist amüsant polemisch, davon fühl ich mich nicht einmal angesprochen :)

  17. unkreativ
    22. Januar 2009, 17:28 | #17

    @truetigger
    Toleranz ist das eine, Anstand das andere.

    Du siehst ja, dass ich durchaus erst mahne, bevor ich sperre oder lösche. Kann ja sein, dass Christian einfach nur in Rage war und ich würde mich freuen, von ihm noch vernünftige Kommentare zu lesen.

    Sie dürfen nur niemanden in seiner Ehre & Würde verletzten.

  18. Christian
    22. Januar 2009, 17:35 | #18

    @unkreativ

    [...] Du hältst einfach Deinen Mund und verschwindest wie Du gekommen bist. [...] Eine solche Art meine Leser & Kommentatoren anzugehen dulde ich nicht.

    Danke, dass war genau das, was ich erwartet habe und provozieren wollte. Ich spare mir und erspare euch, an dieser Stelle auf die Meinungsfreiheit hinzuweisen und Zensur zu beschreien!

  19. unkreativ
    22. Januar 2009, 17:38 | #19

    @Christian
    Es wäre auch reichlich dumm: Dein Kommentar ist unverändert zu sehen, Du wurdest auf ein Problem hingewiesen und ich bin nicht der Staat, der Dir was verbietet. Ergo nicht einmal der Hauch dessen, was Du “provozieren” wolltest.

    Wenn ich was mag, dann sind das Leute die versuchen klug zu sein, denen es aber nicht unbedingt wie gewünscht gelingt. Das hat einen gewissen Unterhaltungswert.

    Also, lieber Christian: Du bist wie alle anderen herzlich eingeladen Dich an der Diskussion zu beteiligen, aber Du würdest nicht der Erste sein der gehen muss, wenn er zu sehr über die Stränge schlägt ;-)

  20. Christian
    22. Januar 2009, 18:28 | #20

    @unkreativ

    Ok, also noch einmal:

    [...] Du hältst einfach Deinen Mund und verschwindest wie Du gekommen bist.

    Du bist nicht der Staat, keine Frage – aber vielen Dank für den erhellenden Hinweis, bedienst dich dennoch desselben Instruments, das du ihm (zu Unrecht) vorwirfst, namentlich den Meinungsausschluss. Du repräsentierst hierbei die mächtige Instanz, die qua Gesetz oder durch faktische Gewalt hierzu in der Lage ist und wogegen ich wenig bis keine Mittel zu Verfügung habe, mich zur Wehr zu setzen – gefühlt oder tatsächlich. Ursächlich sind dabei meine Meinungsinhalte, Ansichtsweisen, Vortragsform des Protests, whatever! Will ich meine Meinungen, meinen Protest, meine Wut, Trauer oder Enttäuschung unangepasst kund tun, werde ich gelöscht. Du kannst das gern so nennen wie du möchtest!

    Warum die Drohung mit Ausschluss allein – gegenüber einer tatsächlich vorgenommenen Löschung – eine weniger repressive Maßnahme sein soll, erschließt sich mir nicht. Ich bin sicher, du wirst mir das gleich erklären, bestenfalls habe ich erneut zum Unterhaltungswert deiner Kommentare beigetragen. Und es ist doch schön, wenn du dich freust!

    Insofern sehe ich schlußletztlich das Ziel absolut erreicht: ich ärgere mich öffentlich über euch in unangepasster Weise und du reagierst wie erwartet.

    An der Diskussion beteilige ich mich inhaltlich auf GAR KEINEN FALL! Weil ich sie soOooo unglaublich satt habe, das kannst du dir schlicht nicht vorstellen. Und du kannst daran anknüpfend gern nachfeuern, es interessiert mich nicht, was du von mir denkst!

  21. unkreativ
    22. Januar 2009, 18:32 | #21

    @Christian
    Was soll ich mit so einem Kommentar anfangen? Außer den Kopf zu schütteln?

    Auf Grund Deiner Weigerung, Dich an der Diskussion zu beteiligen, macht es auch keinen Sinn, ernsthaft auf Deinen Kommentar zu antworten. Der übrigens – und das ist ja das paradoxe – Teil der Diskussion wurde.

    Wie gesagt, manchmal sollte man vielleicht etwas kleinere Brötchen backen.

  22. 22. Januar 2009, 23:10 | #22

    Ich persönlich finde es eine unmögliche Tatsache, dass die Politik und irgendwelche Ministerien die Meinungsfreiheit in Deutschland derart beschneiden!

    Die Internet-Zensur in China wird von allen öffentlichen Seiten in “Good Old Germany” hart angeprangert und nun selbiges in Deutschland?

    Magersucht ist sicher kein Thema, welches man bagatellisieren sollte, aber es ist keine Straftat oder? Wenn jemand über “Dick ist schick” bloggt, muss er vermutlich auch demnächst mit juristischer oder stattlicher Verfolgung rechnen, weil Fettsucht ja auch nicht grade gesund ist ….

    ….. wo leben wir hier eigentlich? In einer Diktatur?

    …..

  23. enrico
    23. Januar 2009, 01:51 | #23

    Ich fühle mich in meiner Meinungsbildungsfreiheit eingeschränkt!

    Die Blechtrommel,
    Josefine Mutzenbacher,
    De Sade?

    Darf ich das mal bitte,
    selbst entscheiden!

  24. awk
    23. Januar 2009, 06:09 | #24

    @Christian: *lach* Du gehst wohl auch immer in die Oper, die du schon dutzende Male gesehen hast, nur im dich lauthals während der Aufführung über den altbekannten Plot aufzuregen und während du freundlich rausgebeten wirst, über die Mißachtung deiner Freizügigkeit zu lamentieren.
    Oja, du hast es schon immer gewusst: Türsteher sind Verfassungsfeinde, warum sieht die Polizei das nur nicht?

  25. 23. Januar 2009, 11:17 | #25

    @enrico: eine frage, da ich ansonsten nicht ganz erkennen kann, ob du evtl. fälschlicherweise annimmst, du könntest nicht selbst entscheiden. bist du minderjährig?

  26. Pater Rolf Hermann Lingen
    23. Januar 2009, 15:54 | #26

    Man denke auch an b***caust.de – die Seite wurde von der brd auch zur Zensur gezwungen.
    Der Betreiber K. G. A. kommentiert ein diesbzgl. Schreiben der einschlägig berüchtigten “Sozietät R.” (Ausrottung der katholischen Kirche in Deutschland); die R****ianer haben im Auftrag der brd die Indizierung von b***caust.de betrieben:

    O-Ton Annen:
    a****
    Dieses Schreiben der RAe R., S., D. & W. aus **** im Auftrage der Bundesprüfstelle jugendgefährdender Medien ist schon eine bodenlose Frechheit Auf der ganzen indizierten Homepage http://www.B***caust.de (alte Version) wurde die Abtreibung nicht mit dem Holocaust gleichgesetzt. Es wurde lediglich der Holocaust dem B***caust gegenüber gestellt. Und dies dürfte doch legitim sein, oder? Die Forderung , die Vielzahl der beanstandeten Bilder durch ein einziges zu ersetzen, bringt das Faß zum überlaufen. Das hat nichts mehr mit Informations- oder Meinungsfreiheit zu tun. Das ist knallharte Meinungs-Diktatur
    ****e

    Außerdem weist A. darauf hin, dass die Ausstellung “Körperwelten” von der brd unbeanstandet bleibt.

    [Anmerkung: Ich habe relativ strikt anonymisiert, weil ich mir über die Quelle nicht im Klaren bin und auch nicht so genau weiß, was ich von der ganzen Geschichte halten soll. Man sehe es mir nach ;-) MS]

  27. Jan
    24. Januar 2009, 01:53 | #27

    Die Argumentation hier ist das peinlichste was ich seit langem gelesen habe. Bleibt mir nur noch ein But Alive-Zitat:

    Das Gegenteil von Freiheit ist Gesetz,
    das Gegenteil von Kunst ist Zensur.
    Seid Euch weiter so sicher,
    macht euch noch lächerlicher.

    Und nehmt besser von uns Abschied,
    denn wir werden Euch nur enttäuschen.
    Eure verbitterte Empörung werden wir
    niemals erreichen.
    Es geht um Freiheit statt Gesinnung
    Ich will denken statt Parolen.

  28. La Chatte
    26. Januar 2009, 11:19 | #28

    Macht ihr bei der Zensur von Kinderpornographie den gleichen Aufstand?

    Ich bin kein Psychologe hatte aber lange Zeit beruflich mit Essgestörten zu tun. Und ich kenne durchaus Geschichten, insbesondere über ProAna-Foren, in denen sich Essgestörte vom Rest der Welt abschotten und in aller Ruhe ihre Krankheit kultivieren können. Dort entziehen sie sich dem Anreiz, etwas an der Krankheit zu ändern, den dort sieht man die Krankheit etwas wünschenswertes. Es ist allgemein bekannt, das Magersucht tödlich enden kann, insofern finde ich es sehr gut, solche Seiten zu verbieten.

    Die Behauptung, dass doch die Probleme ganz woanders liegen ist und eine Website überhaupt nicht verantwortlich sein kann ist schlicht Phrasendrescherei. Wir sind alle von unserer Umwelt beeinflusst. Und das Internet gehört nunmal für viele Menschen zu dieser Umwelt dazu. Ist eigentlich ganz einfach.
    Mag sein, dass eine ProAna-Seite niemanden auf die Idee bringt, sich vor die Kloschüssel zu knien, der nicht sowieso schon Probleme mit seinem Körper hat. Aber viele Mädchen und Frauen sind mit ihrem Körper unzufrieden und demzufolge empfänglich für radikale Diät-Tipps. Manche brauchen nur einen kleinen Schubs in Richtung Magersucht, und ehe sie wissen was los ist, sind sie schon mittendrin.

    • unkreativ
      26. Januar 2009, 12:34 | #29

      *seufz*
      1) KiPo ist verboten und wird sanktioniert. Hättest Du meine Texte gelesen, wüsstest Du, dass genau das mein Hauptargument ist: Magersucht ist nicht verboten. Diese dauerenden Vergleiche mit Totschlag-Argumenten sind der Diskussion nicht förderlich.
      2) Du findest das Verbot hier gut. Wo noch? Wo ist die Grenze, wer legt sie fest?
      3) Triggern die Texte auf SPON weniger? Hier sei nochmal auf den Kommentar von Abraxa hingewisen…

  29. 26. Juni 2009, 02:44 | #30

    Zensur wird sich niemals durchsetzen können. Weil Zensur ein großes Problem hat: Zensur macht interessant!

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