Internetzensur: Vom Sinn und Unsinn
Unser geliebtes Bundesfamilienministerium fordert ja, dass Internetseiten mit KiPo gesperrt werden sollen. Das ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, weil es damit erschwert wird, entsprechendes Material sich zu verschaffen.
Das eine solche Sperre jedoch – wenn sie überhaupt funktioniert – nur eine lokale Gültigkeit hat, in der Regel leicht zu umgehen ist, wird dabei ignoriert. Auch das die Herstellung und damit die Qualen der Kinder weder verhindert noch gesühnt werden, nimmt man eher am Rande zur Kenntnis. Immer getreu dem Motto: Was wir nicht sehen, das gibt es nicht.
Eigentlich ist es dann begrüßenswert, wenn der Bund Deutscher Kriminalbeamten darauf hinweist, dass das nicht genügt:
Die vom Bundesfamilienministerium geforderte Sperrung von Kinderporno-Seiten reicht nach Meinung des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) nicht aus. Sie würde lediglich eine trügerische Sicherheit vorgaukeln, sagte der BDK-Bundesvorsitzende Klaus Jansen heute im Deutschlandradio Kultur. Wer im Internet Kinderpornos finden wolle, werde dies auch weiterhin schaffen. Der Tatort Internet sei ganz anders als herkömmliche Tatorte und erfordere deshalb andere Möglichkeiten der Bekämpfung von Kriminalität.
Quelle: Klick!
Die Sache hat nur einen Haken:
Anders als die Sache mit dem gesperrten Pro-Ana-Blog ist es hier ja so, dass es schon Rechtsnormen gibt, die den Mißbrauch von Kindern sanktionieren. Also würde nicht einmal ich meckern, wenn entsprechende Websites ausgeblendet werden und dann im weiteren die Betreiber dingfest gemacht werden. Genau hierzu ruft auch der BDK auf und fordert “Cyber Cops”.
Jetzt könnte man auf die Idee kommen, dass die Betreiber solcher Server in Staaten agieren, die sich unserer Jurisditkion entziehen und bei denen auch nicht unbedingt ein Rechtssystem installiert ist, dass eine adäquate Verfolgung ermöglicht. Wäre das so, wäre eine “Indizierung” des Webs ja wirklich die einzige Möglichkeit.
Aber ist das auch so?
Eine erschreckende Antwort auf die Frage liefert der scusiblog, der mal der Frage nachgegangen ist – vermutlich an Hand der verfügbaren Sperrlisten – wo eigentlich die Server stehen, die keiner haben will und an die man ran müßte um die Hintermänner dingfest zu machen.
Und siehe da: Nicht nur die USA, wo ein Nippel schon mal zu einem Skandal wird, sind ganz vorne dabei. Nein, auch Europa und ganz besonders Deutschland scheint als Serverstandort sehr beliebt zu sein:
Also die meisten der Webseiten wird auf Servern in Ländern gehostet in denen eine strafrechtliche Verfolgung durchaus möglich ist. Die Deutsche Regierung muss sich dann halt auch mal Fragen lassen warum sie nichts gegen die 321 in Deutschland vorgehaltenen Angebote unternimmt.
Scusiblog hat leider auch schon die passende Antwort auf die Frage:
Achso, doch – wir werde sie ja bald ausblenden, ich vergaß.
Quelle: Klick!
Tja… wie heißt es in amerikanischen Gerichtssendungen auf Deutsch immer? Keine weitern Fragen. Ich denke hier wird evident, zu was die gesamte Diskussion um Indizierung den Boden bereitet. Wer immer noch glaubt, es ginge um Jugendschutz, der teilt vermutlich nicht meine Realitätsebene.

Der Vergleich Kinderporno und pro-ana-blog ist kaum möglich. Das sind zwei Dinge für sich. Interessant wie man das so zu einem Thema machen kann.. Damit meine ich NICHT den Herrn Unkreativ!!
Wie Herr Unkreativ ja bereits sagte: da es gegen Kinderpornographie ja Rechtsmittel gibt verstehe ich nicht, wie man entscheiden kann das die Seiten einfach “ausgeblendet” werden… was soll sowas? Die Kinder “leiden” immer noch. Wie kann ein Staat dabei zusehen??
(Das Leiden ist deswegen in () gesetzt, da es nicht genügend beschreiben kann wie es in den Kindern vorgehen mag und mir nichts anderes einfällt)
Aber Hauptsache, die Kinder/Jugendlichen hören nicht mehr so laut Musik… sowas ist ja viel wichtiger! -.- Ich kieg’s kotzen!