Auch Beleidigen will gelernt sein…
Der Blogger, der nicht verlinkt werden will, ist heute Nacht explodiert. Vermutlich hat mein letzter Beitrag einen Nerv getroffen oder so. Wer kann das schon sagen. Im Grunde wäre es ja einfach für ihn: Sich vernünftig verhalten.
Aber vermutlich ist das eine Sache, für die die Lernkurve nicht steil genug ist.
Wie dem auch sei. In seiner Wut hat sich der Blogger, der nicht verlinkt werden will, richtig hart verbal an mir vergangen. Er schreibt doch glatt über mich:
Freut es mich doch, wie ein Ochsenfrosch der nicht so recht weiß ob er Grün oder Rot (schwarz?) sein will sich nach Kräften aufplustert um auf dicke Hose zu machen.
Hihi – würde Prospero jetzt sagen.
Ist da jemand sauer, weil ich grüne Politik in Voerde für das Mittel der Wahl halte und den SPD-Kandidaten für den Job des Oberbürgermeisters in Duisburg? Übrigens völlig gegensätzlich zu hier? Da mag ich persönlich den Kandidaten von der SPD nämlich nicht.
Oder ist er sauer, weil ich darauf hingewiesen habe, dass mit gleichem Nick und ähnlichen Fehlern jemand im ultra rechten Bereich Kommentare abgibt und ich überlegt habe, ob es eine Personalunion ist? Man weiß es nicht.
Spielt aber auch keine Rolle.
Bin ich der Ochsenfrosch und damit die Kröte, die er zu schlucken hat. Und vermutlich ist er sich nicht einmal bewußt, dass ich gerne auf “Dicke Hose” mache. Vor allem, seit mir ein Blogger und Autor, den ich sehr schätze, mal genau das in sein Buch geschrieben hat:
Für “Dicke Hose”, einen unkonventionellen, aber ehrlichen Typen, der zur rechten Zeit in mein Leben getreten ist.
Natürlich wäre es mir aber lieber, der Blogger, der nicht verlinkt werden will, würde endlich mal was anderes betreiben, als SPD-Bashing. Oder dem verzweifelten Versuch, mich anzugehen und dabei zu ignorieren, dass ich mich nur über Menschen ärgern kann, die ich zumindest im Ansatz respektire. Völlig sinnfrei, sein Verhalten.
Das wünsche ich mir von ihm, wo er doch selber soooo Links ist. Also das er mal was mit Sinn von sich gibt, dass er mal Licht ins Dunkel bringt, dass er mal Probleme aufzeigt, vielleicht sogar Lösungsvorschläge macht. Denn es ist doch alles supi mit und bei der Partei “Die Linke”. Und es ist ja nicht so, als gäbe es nicht genug Themen zu diskutieren – auch ohne auf den Beschluss der Linken zur Beibehaltung von H-IV hinzuweisen.
Zum Beispiel hätte er mal die jüngsten Urteile aufgreifen und analysieren können:
Zwei Nachrichten haben in den letzten Tagen die Diskussion um Hartz IV erneut angeheizt, die im Grunde nie abgerissen war. Die erste war vom Hessischen Landessozialgericht: Man erklärte, nach Ansicht dieses Gerichts sei der Hartz-IV-Regelsatz (351,- Euro) verfassungswidrig, weil er in nicht nachvollziehbarer Weise Abschläge ohne Begründung enthält. Man verwies deshalb ein Verfahren an das Bundesverfassungsgericht (BVG). Gleich am darauffolgenden Tag kam eine ähnliche Nachricht, diesmal vom Bundessozialgericht, der höchsten Instanz im Sozialrecht, das bisher dadurch aufgefallen war, alle Vorgaben der Politik abzusegnen: Der verminderte Satz für Kinder, so das Bundessozialgericht, sei verfassungswidrig, denn er sei nicht begründet. Auch dies Gericht verwies Verfahren ans BVG, das nun nicht mehr darum herumkommt, sich dazu zu stellen.
So Karl Weiss in einem sehr lesenswerten Artikel zu dem Thema. Und der Blogger? Schimpft wie ein Rohrspatz, aber ist nicht einmal in der Lage diese wichtigen Kernpunkte aufzunehmen und zur Diskussion zu stellen?
Ich finde, das wäre mal sinnvoll.Und würde ihm gut stehen. Würde vielleicht weniger Häme mit sich bringen und vielleicht sogar dazu führen, wieder von den Menschen respektiert zu werden, die im Moment nur mitleidig den Kopf schütteln und hoffen, dass er aus dem selbst gegrabenen Loch wieder hervorkommt.
Selber habe ich ja versprochen, weniger Politik (hier nur ein paar Zeilen) und mehr Privates (wie über den Blogger, der mich so sehr haßt, weil er mit sich selbst nicht klar kommt) zu schreiben. Und wenn ich mal nicht mehr weiss, was ich schreiben könnte, gehe ich einfach zu Don Alphonso und seinem FAZ-Blog und lese dort:
Im Tod sind wir alle gleich, sagen die Linken, die Unzufriedenen, die Realitätsverleugner, die Neider und alle, die keine Weltrevolution mehr sehen werden. Das letzte Hemd hat keine Taschen, singen die Toten Hosen, glauben die Hartzvierer, versichern sich die Besitzlosen, schreibt man in diesem Blog in die Kommentare. Die Maden fressen jeden, erzählen die Betschwestern, die Profiteure der sozialen Berechtigung, es rülpst der Vulgärmarxist, und es stände so geschrieben im Urin der Obdachlosen und der Seniorenresidenzler. Es lebe der Tod, der alle unterschiedslos niederstreckt, der alle erwischt, und der als einziger keinen Unterschied zwischen reich und arm macht.
Und hey, das ist Unterhaltung auf hohem Niveau. Für das gehobene Niveau
Dem lieben Blogger, der nicht verlinkt werden möchte und der als lebender Beweis dafür gilt, dass es ein Leben jenseits der Anorexie gibt, wünsche ich dagegen, dass er sich nicht so sehr über mich aufregt, dass es seiner Gesundheit abträglich ist. Gewisse Körpermaße und Kreislaufleiden gehen ja leider oft Hand in Hand.
Und das er vielleicht wirklich mal sinnvolles von sich gibt. Denn ein politischer Diskurs wäre ja – da halte ich es mit dem Ollen Osel – durchaus wünschenswert. Nur… außer Polemik kam da leider noch nie was.
Versteht mich nicht falsch:
Ich mag Polemik. Ich mag Zynismus. Ich mag Dispute. Nur intelligent muss es sein.

Sehr gut – diskutieren hat auch etwas mit Kultur zu tun. Man muss nicht unbedingt die Meinung des Diskussionspartners teilen, jedoch muss man den Diskussionspartner respektieren. Und dann zeigen sich ganz schnell die kulturell bildungstechnischen Unterschiede bei den Beteiligten.
Mir geht es jedenfalls gehörig auf den Geist, was dieser Blogger, der nicht verlinkt werden möchte, da so manchmal von sich gibt. Ich glaube, das nächste Bloggertreffen wird spannend.
In diesem Sinne, immer hübsch fröhlich bleiben – gelle?