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DU-OB2009: Wenn Blogger Lust am Bloggen bekommen :-)

30. Januar 2009
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Wie ja einige von Euch wissen, bin und war ich nicht unschuldig daran, dass der Kandidat der Duisburger SPD angefangen hat, seinen Wahlkampf auch bloggend zu begleiten. Und es ist schön zu sehen, wie sich die Beiträge im Laufe der Zeit verändert haben, wie offensichtlich Spaß Einzug gehalten hat.

Als ich die ersten Gespräche mit Jürgen über das Thema Internet führte, war ich ein wenig skeptisch. Aber ich glaube die Tatsache, dass er selbst dann wesentlich hartnäckiger zweifelnde Menschen davon überzeugen mußte, dass es gut ist, eben nicht nur über die Presse zu kommunizieren, hat letztlich den Ausschlag gegeben.

Und so gibt es ja seit Monaten den Blog auf der Website du-ob2009.de. Zwar nicht mit den Kommentarmengen, die ich mir gewünscht hätte, aber stetig steigenden Leserzahlen. Sehr schön.

Mittlerweile werden die Beiträge auch durchaus mal amüsant in ernste Geschehnisse eingebettet. Auslöser ist ein Pressetext über Integration, der Jürgen dazu veranlasst hat, etwas richtig zu stellen:

Total falsch liegt dagegen Herr Sauerland, der heute sehr pressewirksam ein kommunales Integrationsprogramm vorstellte und sich dabei unberechtigt selber feste lobte. Er hat nun über 2 Jahre Zeit verschwendet, die unsere Stadt hätte besser gebrauchen können – denn die von mir initiierten Integrationskonferenzen mit vielen Duisburgerinnen und Duisburgern hatten ihre Wünsche und Vorstellungen bereits Ende 2006 fertig.

Quelle: Klick!

Aber wie gesagt, inzwischen ist er nicht mehr der bloggende Politiker, sondern ein Blogger mit dem Beruf Politiker. Und dann findet man halt auch schon mal nette Spitzen wie diese:

Und Deutsch lernen ist der Schlüssel zur Integration … siehe oben!

Mit einem Verweis auf:

Der Eine oder Andere wird sich noch an meine weblog-Eintrag erinnern, mit dem ich das schöne Zitat von Herrn Sauerland zum Besten gab, er wolle “Zukunft generieren”.

Das Fremdwort scheint ihm zu gefallen und so hat er – laut NRZ vom 27.01.2009 – als der Große Generator wieder zugeschlagen, als es um die Fläche seines gescheiterten Projektes “Gate to Asia” gehen sollte:

“Wir sind dabei, die Erschließung zu generieren.”

Quelle: Klick!

Und während die Linke ja nach wie vor keine Leserbeiträge auf ihrer Website zulassen will (oder kann), hoffe ich beim Relaunch der Website von Onkel Adolf darauf, dass zumindest er sich der Diskussion stellt.  Denn dann – glaube ich – kann man sich entspannt zurück lehnen und abwarten, auf das der Bessere (also Jürgen ;-) ) gewinnen möge. :-D

Mal ehrlich: Macht Politik so nicht viel mehr Spass?

  1. 30. Januar 2009, 22:05 | #1

    >Und während die Linke ja nach wie vor keine Leserbeiträge auf ihrer Website zulassen will (oder kann)[…]

    Sowohl als auch. Wie auch immer.

    Sie vermögen die Technik nicht hinreichend zu handeln. Weil sowohl die Site der Duisburger Ratsfraktion als auch die des Kreisverbandes auf dem CMS Typo3 beruht – eine wegen dessen steiler Lernkurve klassische Systemfehlentscheidung für eine Operatorengruppe von Freiwilligen mit geringer Internetaffinität.

    Der Duisburger OB-Kandidat der Linkspartei, Herrmann Dierkes, hat allen Ernstes anläßlich der Entwicklung der Site des Kreisverbandes als absolute Priorität gefordert: “Da müssen unbedingt streikende Arbeiter drauf zu sehen sein!” – Soweit dazu.

    Und zeitgenössische, Demokratie konstituierende Diskursfunktionen wie Comments, Trackbacks, RSS etc sind bei der Duisburger Linkspartei nicht wirklich gewollt. Hier bevorzugt man das im warmen-Mief-der-Gruppe-einander-gegenüber-der-bösen-Welt-bestätigen.

    Wenn man das nicht close-up erlebt, kann man sich kaum einen Begriff davon machen, wie engstirnig, wie wenig open-minded, ja: wie sektoid die Linkspartei-Mitglieder in der Diaspora – und natürlich ihre Wähler in den bildungsfernen Schichten – jenseits der Hauptstadt-Stabsreferenten sind.

    (-:

    Gleichwohl bleibt die Linkspartei eine gute Sache: Weil nur diese Marke, brand, und nicht Brandt, hihi, das Ding mit der sozialen Gerechtigkeit auf der Pfanne hat.

    • 30. Januar 2009, 22:13 | #2

      Schlimmer wird es aber, wenn jener Blogger jetzt 2 Aussagen postuliert, die nach meiner Interpretation den Schluss zulassen, dass er Einblick in die Interna hat, wenn er nicht sogar der angesprochene Admin ist:

      1. Er schreibt, es sei kein technisches Problem vorhanden, es sei einfach so, dass noch keine Inhalte vorlägen und die Website ja auch erst seit 3 Wochen online ist
      2. Weiter schreibt er, dass der Admin ohnehin (noch) nicht in der Lage ist, das im Hintergrund laufende System zu bedienen. Er spricht davon, dass der Admin sich erst einarbeiten müsse.

      Die Linke in Herne muss sich m. E. nach jetzt fragen lassen, ob ihr klar ist, welchen immensen Image-Verlust solche Aussagen potentiell mit sich bringen:

      3 Wochen sind im Internet eine kleine bis mittlere Ewigkeit. Eine leere Website ist schon fast das Schlimmste. Aber dann noch verlauten zu lassen, dass der mit der Betreuung vertraute Mensch vielleicht gar nicht in der Lage ist, die Betreuung durchzuführen, ist ein Desaster. Rein vom Marketing-Charakter einer solchen Website aus betrachtet.

      Und was macht man in so einem Fall?

      Ich habe einfach mal Die Linke in Herne angeschrieben und gebeten, mir zu sagen, was man vorhat, was kommen wird. Kommt eine Antwort, steht sie hier.

      Ja, so ist das. Wenn schon der Webadmin nicht mit dem CMS umgehen kann, erwarte ich dann wirklich einen funktionieren Mail-Dienst? Ich meine, was kann man denn da falsch machen?

      Manche Dinge muss man einfach nicht weiter kommentieren. Jetzt bleibt nur noch die Spannung, was die CDU wohl bringt.

  2. 30. Januar 2009, 22:41 | #3

    Ich halte Christians und Deine Abarbeit an Fenrir für Kindergeschiß.

    Angesichts des Lästerpotentiales, daß darin besteht, daß sich die Linkspartei NRW für ihre Kreisverbände in der Empfehlung des Mietkaufes eines – aus meiner Sicht – völlig falschen, weil steil lernkurvigen – CMS, nämlich Typo3, verstiegen hat.

    Im jetzt anlaufenden Kommunal-Wahlkampf rächt sich diese Entscheidung schon ungemein. Weil kaum einer damit souverän umgehen kann.

    Das wird auch in Zukunft so sein.

    Und damit wird gerade diese wenig netzaffine und wenig medienkompetente Partei der bildungsfernen Schichten, die immerhin einen guten Claim hat: den mit der sozialen Gerechtigkeit, obschon sie netzoperativ weit zurückliegt, noch ein gutes Stück weiter in den kommenden Wahlkampfauseinadersetzungen zurückgeworfen.

    Das find’ ich schade.

  3. 30. Januar 2009, 22:52 | #4

    @Thomas
    Weißt Du was wirklich schade ist?

    Das die Linke nicht ehrlich ist. Es ist doch noch immer absolut keine Antwort hier angekommen, weder von Fenrir noch von den anderen Mitgliedern der Partei die ich angemailt habe:

    Meine Frage war ganz einfach: Wie passt das Gerede um soziale Gerechtigkeit mit dem Beschluss aus Dezember zusammen?

    Weißt Du, ich bin aus 2 Gründen für Jürgen als OB:
    1) ich schätze ihn als sehr integer
    2) ich weiß, dass er die Probleme der Menschen ernst nimmt.

    Was macht Dierkes? Da verweise ich doch mal auf die Kommunikation mit Werner Jurga.

    Was mich dagegen sehr betrübt ist, dass die Grünen und die SPD sich in Duisburg so wahnsinnig voneinander entfernt haben. Das gefällt mir nicht, leider kann ich natürlich nichts daran ändern.

    Was Fenrir angeht: Natürlich ist das Kinderkram. *Schulter zuck*

    Und wenn Du noch was über die CMS-Geschichte schreiben magst, richte ich Dir gerne einen Account ein. Ich finde Deine Kommentare in der Regel zu schade, um vielleicht übersehen zu werden – selbst wenn wir offensichtlich in Duisburg nicht die gleiche politische Linie verfolgen :-)

    Ach, und kennst Du das Wahlweb-Blog schon?

  4. 30. Januar 2009, 23:55 | #5

    >Es ist doch noch immer absolut keine Antwort hier angekommen, weder von Fenrir noch von den anderen Mitgliedern der Partei die ich angemailt habe.

    Aus meiner Erfahrung würd’ ich in erster Näherung vermuten: Die sind einfach technisch dazu nicht in der Lage.

    Die können in der Regel noch nicht mal mit Strompost umgehen.

    E-Mail-Presse-Anfragen, die Kollegen von etwa an MdBs, Pressesprecher, usf stellen, werden, wenn überhaupt nur mit unentschuldbarem Delay beantwortet. Sowie: Der Pressesprecher der NRW-Linkspartei wird von Landeskorrespondenten belächelt.

    Angesichts dessen: Was willste da von Kreisverbands-Verantwortlichen erwarten?

    Dann – NRW-Linkspartei-Häuptlinge reden sich um Kopf und Kragen:

    http://www.ruhrbarone.de/nrw-vorsitzender-der-linkspartei-israel-provoziert-selbstmordattentate/

    >Weißt Du, ich bin aus 2 Gründen für Jürgen als OB:
    1) ich schätze ihn als sehr integer
    2) ich weiß, dass er die Probleme der Menschen ernst nimmt.

    Ich bin gegen Jürgen. Und verweise auf dessen Vergangenheit:

    http://www.ruhrbarone.de/steinmeier-goes-revier-goes-duisburg-featuring-jurgen-brand-next-duisburgs-spd-ob-vogel/

    Ich gestehe aber mittlerweile zu, nach allem, was ich höre und lese: Der scheint sich wirklich reinzuschaffen, das hab’ ich unterschätzt. Ich mein’, ich werd’ den weder wählen, noch supporten, aber: Ich schätze gute Arbeit. Die schafft er runter.

    Der hat aber auch in der PR-Performance sehr schwache Gegner. Muß man auch sagen.

    >Was macht Dierkes?

    Ich habe die Nummer mit der rausgehängten Flagge zu der Milli Görus-Demo auf der Claubergstraße – ich war auch dort vor Ort – akkurat dienstlich verfolgt und auch alle Implikationen daraus.

    Aber – es gab – aus meiner Sicht niemanden – der sich, angesichts der globalen Relevanz dieses Sachverhaltes, von allen Stimmen so verstiegen hatte wie Herrmann Dierkes, der dieses als “leider bewusst hochgespielte[n] Zwischenfall” bezeichnete.

    http://www.netzwerk-gegen-rechts.org/?section=news&cmd=details&newsid=775

    Und das dann noch zur Veröffentlichung anheim gab auf der Website einer Organisation, deren eines Mitglied HDR eine Woche später als Veranstalter einer Demo fungierte, auf der, an deren Spitze, eine Ikone eines Häuptlinges der Muslimbrüder herumgetragen wurde.

    http://www.ruhrbarone.de/unter-dem-banner-des-scheichs/

    >Da verweise ich doch mal auf die Kommunikation mit Werner Jurga.

    Werner ist wirklich eine absolute Bereicherung des Diskurskanons in Duisburg und der Welt in den Sachen. Ich kenne wenig Duisburger, die gut schreiben können, Werner ist einer von denen. Wir sollten den bei Gelegenheit unterstützen, etwa, indem wir dessen Site auf WP umstellen, sofern der mag.

    (Ich bin in Kontakt mit Werner.)

    > Ich finde Deine Kommentare in der Regel zu schade, um vielleicht übersehen zu werden

    > Das mit dem vielleicht-übersehen-werden, das mag ich, ist nur schnöde Methode: Ich steh’ auf Understatement im Rauschen. Hat halt ne diffusere Wirkung. Und Diffusion ist eindringlicher. (-:

    > selbst wenn wir offensichtlich in Duisburg nicht die gleiche politische Linie verfolgen.

    Ganz offensichtlich. Können wir uns ja beim nächsten Bloggertreffen in der sterbenden Eisenhüttenstadt im Ruhrdelta in unserer Rollenzuweisung ‘Spindoctors der selben Schule, heute mal auf verschiedenen Baustellen’ drüber streiten. (-:

  5. Prospero
    31. Januar 2009, 02:00 | #6

    Klar – das mit dem Herner Blogger hat schon Kindergartencharakter. Allerdings hat er in meinem Sandkasten gespielt und sich danebenbenommen – da darf ich als Kindergärtner schon mal einen Klaps austeilen. Zumal: ZWEIMAL einen Klaps von mir zu bekommen, das muss man schon mal hinbekommen. Ich bin ja durchaus nicht “geduldig und von großer Güte” – ähem – aber wer nicht lernen will…

    Es ist schon bezeichnend, Thomas, dass du ja oben schon selber ein klein wenig den Grund für dieses ganze Theater angibst und genauso erlebt man das auch wenn man das Gespräch mit den LINKEN sucht – nämlich dieses “das im warmen-Mief-der-Gruppe-einander-gegenüber-der-bösen-Welt-bestätigen”. Du bezeichnest als sektoid und wenn ich drüber nachdenke – nun – man reduziert die Komplexität der Wirklichkeit durch ein einfaches Weltbild, man hat einen großen bösen Feind – nämlich die Welt – man hat seine Argumente und weicht nicht von denen ab – nun… Bisher habe ich immer in der Kategorie von Verschwörungstheorie-Fans gedacht, aber sektoid…

    Ich habe da eine Frage: Hat sich in den letzten vier Jahren unter Herrn Sauerland die Stadt Duisburg nun zum Besseren oder zum Schlechteren entwickelt? Als jemand, der bestimmt länger hier in Duisburg wohnt als ich kannst du doch sicherlich den Zustand vorher mit dem jetzigen vergleichen. Lass mich dann noch eine weitere Fragen anschließen: Wo hat ganz konkret die LINKE hier in Duisburg dafür gesorgt, dass es der Stadt besser geht? Ich bin mir sicher dass es da eine Seite geben muss, die zumindest mal die Erfolge der LINKEN für Duisburg auflistet – selbst wenn sie in der Opposition im Rat sind, für die Bezirke muss sie doch irgendwas getan haben. Ja, die Erwerbslosenberatung, ich weiß, ich weiß… Und sonst?

    Es wäre schön, wenn ich darauf endlich mal eine Antwort haben könnte. Vielleicht hat die LINKE ja in Eigenregie die Erwerbslosenberatung in Marxloh fortgeführt, die das Land geschlossen hat? Vielleicht hat die LINKE ja konstruktiv an diesem Sparpaket mitgearbeitet, für das Duisburg bis Ende März Zeit hat? Eventuell gibts ja tolle Kulturinitativen, die die LINKE angestoßen hat in den Bezirken? Ich weiß das nicht – aber ich bekomme bei konkreten lokalen Fragen auch keine Antworten – selbst auf der Montagsdemo nicht.

    Stattdessen bekomme ich halt diese sehr sektoiden Züge der LINKEN mit und vor allem das “Generieren” ;-) von Phrasen, die für mich nichtssagend sind. Geschweige denn davon, dass ich mal endlich gern auch die Frage beantwortet hätte wie die Linke die 109 Seiten Forderungen ihres Programms nun vor Ort finanziert bekommen möchte – die letzten zwei Seiten ihres Programms nämlich verweisen auf Dinge, die ich nicht für vernünftig ansehe. Soviele Reiche haben wir in Duisburg gar nicht, wenn man Start-Ups abwürgen möchte kann man ja gerne diese eine gewisse Steuer erhöhen – letztendlich aber sehe ich da nichts, was sich so verwirklichen lässt.

    Nun denn – vielleicht kannst du, Thomas, mir dann ja mal einige Fragen beantworten oder zumindest mal sagen wo ich nachlesen kann was die LINKEN so getrieben haben damit es Duisburg besser geht. Ich würde es begrüßen, dann könnte man nämlich auf der Sach-Ebene – nicht auf der Beziehungs-Ebene, nicht auf der Offenbarungs-Ebene, nicht auf der Apell-Ebene – ja, ich kenne meinen Schulz-von-Thun ;-) – argumentieren. Gerade das nämlich, das kann der Blogger aus Herne nämlich nicht. Was schade ist, aber nicht zu ändern.
    Ad Astra

  6. 31. Januar 2009, 10:29 | #7

    >Nun denn – vielleicht kannst du, Thomas, mir dann ja mal einige Fragen beantworten […]

    Prospero, question of:

    Die Linken in Duisburg haben in der Tat nicht viele kommunalpolitische Erfolge zu feiern:

    Sie haben einen Realo am Start, der aufgrund seiner Hartnäckigkeit in der Stadt rund um das Jugendamt paar Stellen für die Kinder rausgeschraubt hat.

    Sie haben eine große qualifizierte Klappe am Start, aufgrund deren Lautstärke ein linksrheinischer Stadteil nicht überhört werden dürfte.

    Das sind die besten Leute der Duisburger Linkspartei auf der kommunalen operativen Ebene; der Rest – das sind Schwätzer und die sind vielfach sektoid. (:

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