Tobak XXL

No Gravatar

Unter dieser Überschrift habe ich gerade eine Mail mit einem Link zu einem längeren Text bekommen.

Das erste Querlesen war schnell erledigt… und führt zu einem zweiten Lesen mit mehr Zeit. Und das bringt mich in ein Dilemma:

Verlinken oder nicht?

Der nette Mensch, der mich auf den Text aufmerksam gemacht hat – bevor ich ihn vermutlich selbst als Leser des betreffenden Blogs gefunden hätte – hat nicht ganz unrecht mit der gefühlten Unsicherheit.

Inhaltlich ist es… herb. Es geht um Kinder, Kindesmißbrauch, Kinderpornographie. Und in der Folge um die Geschäfte die sich darum entwickelt haben und um die Sinnlosigkeit der angestrebten Zensurmaßnahmen. Womit sich der Kreis wieder schließt und wir bei den Themenschwerpunkten meines Blogs wären.

Jetzt ist es allerdings so, dass der Verfasser der dort publizierten eMail einen viel tieferen Einblick haben muss, als gut sein kann. Viele Dinge die ich erwartet hätte, finde ich dort mit sehr klaren Worten bestätigt. Und einiges von dem was dort steht, ist sicherlich von einer gewissen “dual-usability”.

Trotzdem werde ich den Text verlinken. Nach reichlich Gedanken. Ich denke, ich mache das hauptsächlich aus zwei Gründen, die ich Euch gerne nahe legen möchte:

  1. Um zu dokumentieren, wie es um die Realität gestellt ist – im Kontrast zu dem was man aus Berlin zu hören bekommt und
  2. weil ich denke, dass hier zu sagen “das zeige ich nicht” genau die Schere im Kopf ist, die unsere aktuelle politische Führung erzeugen möchte.

Versteht Ihr?

Der Text  analysiert die Geschäfte dahinter und die Unmöglichkeit, der Sache mit unseren Gesetzen Herr zu werden. Er ist dringend notwendig um das gesellschaftliche Bewusstsein dahingehend zu erweitern, was genau dort passiert, wo man nicht drüber redet. Notwendig – unabhängig von jeder Wertung.

Meine “Quelle” würde den Text nicht verlinken. Empfiehlt ihn aber zum kompletten Lesen “um die Hintergründe der Zensurgeschichte unter JuSchu-Mantel zu verstehen”.

Und trotzdem. Ich spüre die Schere in meinem Kopf. Selbst wenn ich Euch nicht sagen werde, was ich über die Inhalte denke. Ohne zu wollen, dass hier das Für und Wider diskutiert wird (daher auch keine Kommentare möglich). Selbst als einfach Weitergabe einer reinen Information habe ich das Gefühl, hier eine Abwägung zu treffen, die auf einem sehr, sehr schmalen Grat statt findet… Nicht zuletzt weil viele meiner Stammbesucher ja eigene Familien, oft mit kleinen Kindern haben. Aber vielleicht ist genau das der Punkt gewesen, der mich letztlich zu einer Entscheidung hat finden lassen. Und doch…

Nie war es so schwer für mich, hier einfach einen Link zu platzieren.

  1. Anonymxyz
    3. März 2009, 19:32 | #1

    dieser brief ist genau so unpräzise wie unser rechtssystem.

    würde man dem artikel folgen und kinder ab, hm sagen wir 12 für erwachsen erklären … natürlich haben jugendliche ein bewusstsein für ihren körper, und auch wünsche usw, aber es geht hier darum kinder vor ihrer eigenen naivität! zu schützen. und vor manipulation durch viel erfahrenere menschen. eine 14 jährige ins bett zu bekommen is ja nun nicht schwer, jedenfalls bei einer naiven. so. dies nun als ihre “eigene entscheidung” zu betrachten, ist angesichts der verbalen manipulation recht schwer. was kennzeichet eine “freie entscheidung” ? (vorschlag: un-abhängigkeit, manipulations-freiheit, bewusst-sein, anerkennung, bzw die frage nach “macht”)
    das einzig sinnvolle an diesem brief ist, dass man evtl die begrifflichkeit “kinderpornografie” klären muss, international und das behörden viel intensiver gegen menschen ermitteln müssen die andere menschen missbrauchen und das zensur noch nie das problem gelöst, sondern nur hat “verschwinden” lassen. generell wird selten zwischen kinderporno, kindesmissbrauch, missbrauch usw unterschieden. kindesmissbrauch ist nicht durch “kind” schrecklich, sondern durch den teil “missbrauch” (jeden tag werden frauen vergewaltigt, und pornos mit vergewaltigten frauen gedreht, oder welchen, die in solchen verhältnissen leben, dass sie sich “frei” dazu entscheiden, pornos zu drehn/sich zu prostituieren …)
    am unsinnigsten finde ich vorallem die rechtsprechung, wenn kinder für kindesmissbrauch angeklagt werden, das macht in der tat keinen sinn.
    der staat sollte auch ein stärkeren blick auf ALLE mit pädagogik verbundenen berufe haben! (lehrer, kindergarten, soziale einrichtungen, kirche, usw) denn: für kindesmissbrauch braucht es kinder …
    ich würde generell kinderpornografie als das “untergeordnete” problem definieren.
    dennoch halte ich die vermarktung von nacktbildern von kindern für krank.
    viele dieser leute wollen dabei den schwulenhass und den hass auf kinderporno-bezieher auf EINE EBENE !!! stellen. und DAS ist krank. (wer den brief liest, wird die stelle finden …) sich auf eine ebene mit homosexualität zu stellen, ist doch eher gewagt.

    man möge sich auf kindesmissbrauch konzentrieren, diese leute sind leicht zu finden, und dann , KÖNNTE man nochmal über sexuelle freizügigkeit (nicht aber UNGEZÜGELTHEIT!) reden.

  2. 3. März 2009, 22:10 | #2

    Bis auf die Sache mit dem “krank” ist das eigentlich ein sehr guter Kommentar. Und Deine Verwendung der Bezeichnung “krank” ist eben ein Beispiel dafür, wie unterschiedlich Menschen denken, werten, interpretieren. Die Frage ist jetzt: Was ist zulässig?

    Darfst Du es krank finden?
    Darf es ein anderer abnormal finden?
    Ein Dritter normal?

    Und das ist ja nicht nur bei diesem Thema die spannende Frage. An der auch immer Toleranz gemessen wird: Wir akzeptieren Schwule, andere finden Homosexualität dagegen krank ;-)

  3. Anonymxyz
    3. März 2009, 22:34 | #3

    ein kind von 8 jahren sexuell anziehend zu finden ist sehr fraglich, ich benutze mal fraglich. “mädchen” attraktiv zu finden die sich mit x jahren schminken wie 18, is dagegen, naja eher ein “irrtum” und geht vom mädchen aus.
    wichtig is eben, sich erstmal auf den missbrauch! zu konzentrieren, alles andere ist iwo schon ansichtssache, klar, aber bei allem unter 12 wirds sehr sehr, fraglich. eben weil ich glaube, dass es da mehr darum geht, vllt, auch “macht” ausüben zu können, aber auch vllt weil man sich dabei, also bei jemandem der noch keinen sex/erfahrung hat, sicherer fühlen könnte.

    aber stimmt schon, der begriff krank war auch von mir nicht “medizinisch” krank gemeint, wie man ja zb transexualität medizinisch einstuft.
    ich denke, es ist oft eine art “fetisch” aber iwo muss es grenzen geben. wäre das thema nicht tabuisiert, könnte man ja zb die eltern fragen, ob das in ordung ist, die sprechen dann mit der tochter/dem sohn und naja … das wäre halt dann was, was ich zumindest demokratisch akzeptieren könnte. als beziehungsform! kinder (pornografisch) zu vermarkten, ist mir zumindest zuwieder, eher noch wegen der vermarktung, als jetzt nun wegen der tatsache kind. und bei kindern die das “freiwillig” tun, müsste eben jene freiwilligkeit untersucht werden. ich habe auch nichts gegen freiwille prostitution, aber ist prostitution jemals wirklich freiwillig? und wenn ja, wann, bzw woran erkennt man das dann? ich denke wir kommen hier iwann zwangsläufig auf “mündigkeit”, und hopps, da sind wir wieder bei kindern.
    also nur ein “mündiger” mensch (vgl kant) kann überhaupt “freie” entscheidungen treffen, dafür braucht es wissen und – oh – erfahrung! und genau da hätten wir das problem doch nochmal beim schopfe gepackt.
    Freiheit ist nicht das gleiche wie willkür oder freiwilligkeit.
    kinder handeln oft willkührlich, eher selten “gewollt” (gewolltheit setzt ein ziel und klarheit über methode vorraus, kompetenz)
    ein mädchen zb lernt relativ schnell durch beobachtung von der mutter, das sich schminken und dressen, über die funktion und zielsetzung die mit makup und kleidung verbunden sind, wird sich leider manches mädchen erst klar, wenns zu spät ist.

  4. 3. März 2009, 22:38 | #4

    @Anonymxyz
    Tatsächlich ist der Kern aber ja der:

    Zensur ist Verbergen, nicht verhindern und nicht verfolgen. Das ist das eigentliche Problem.

    Ich würde jedes sinnvolle Bestreben unterstützen, Menschen vor Mißbrauch zu schützen und – falls nicht möglich – die Täter zu belangen. Was hier durch die Zensur allerdings eher erschwert und gar nicht ermöglich wird :-(

  5. Anonymxyz
    4. März 2009, 09:31 | #5

    jo, das sehe ich auch so. dennoch sollte man vorsichtig sein, da man schnell auf einer seite mit genau jenen steht. sie wollen evtl auch diese lage nur nutzen um sich wiederum von jeder schuld frei zu sprechen.

    ich bin gegen zensur und gegen (kindes-)missbrauch und kinderpornografie.

    (aus dem brief geht nämlich noch viel merh hervor als anti-zensur, warum zb auch einige für dessen linkung belangt werden!)

  1. Bisher keine Trackbacks