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Der kritische Verstand oder Lokal und Kommunal

30. März 2009
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Es ist schon interessant wenn in meinem persönlichen Blog momentan ganz begierig die Links angeklickt werden, die mit Herrn Dierkes zu tun haben. Das Thema ist also von Interesse. Noch interessanter ist es, wenn ein Duisburger Blogger, der laut eigener Aussage in keiner Partei ist, meint dass ich als Blogger durch mein ehrenamtliche Arbeit für Herrn Brandt meinen Verstand an der Garderobe abgeben würde wenn es um das Thema “SPD vor Ort” ginge.

Interessanter wirds dann wenn dieser Blogger offenbar im Namen der LINKEN Duisburgs redet – jedenfalls klingt dies ganz so in seinem Kommentar:

bei der Linken bist du nach deiner SPD-Wahlkampfnummer zur absoluten persona non grata geworden!

Interessant – auf einmal ist es “meine” SPD-Wahlkampfnummer. Ich frage mich gerade: Welche Wahlkampfnummer ist das? Und wieso meine?

Mittlerweile dürfte bekannt sein, dass Herr Dierkes von der LINKEN schlichtweg keine Ahnung vom Netz hat, dass er aus dieser Unwissenheit ominöse “dubiose Netzwerke” strickt und dass offizielle Stellen, mit denen ich das gerne mal unter vier Augen geklärt hätte, mir nicht antworten. Weder auf die Pressemitteilung, noch auf Anrufe bei der Ratsfraktion, noch beim Kreisverbandbüro – das bei mir um die Ecke liegt – findet sich ein Ansprechpartner für mich, der mir endlich mal die Beweise für eine “Hetzkampagne” in Duisburg, der endlich mal Beweise für ein “dubioses Netzwerk” auf den Tisch legt.

Es ist nur keiner da.

Und das heißt einfach: Herr Dierkes hat sich da eine Hypothese zurechtgelegt, die nicht stimmt. Denn wenn er ja angeblich – so stehts im bekannten Interview – Beweise für eine gesteuerte Kampagne hätte, dann würden die doch wohl präsentiert werden. (Zum Beitrag der Linken gegen Herrn Jurga hat Herr Unkreativ hier ja seinen Teil geschrieben und deswegen steht das Ganze auch hier und nicht im Privatblog.) Aber: Werden sie nicht. Man könnte daraus schlussfolgern, dass es einfach keine gibt.

Stattdessen aber gibt es andere lokale Politiker, die zuhören, die neugierig sind. Natürlich muss man sich bewußt sein: Es ist zu Zeit Wahlkampf und alle wollen ihre Interessen vertreten. Machen aber die LINKEN doch auch so, oder? Auch Herr Dierkes hat in seiner Rolle als Politiker gewisse Dinge zu tun oder zu lassen. Das gilt für alle. Nur: Ich versuche immer die Politiker, die lokal – lokal wohlgemerkt, ich lebe in Duisburg, da sollte mich das auch interessieren – eine Rolle spielen kennenzulernen. Dafür investiere ich auch gerne meine Freizeit und gehe zu Ausschuss-Sitzungen oder auch mal zur Montagsdemonstration oder auch in Veranstaltungen von anderen Parteien.

Was das jetzt wiederum damit zu tun haben soll:

Ich habe nur leider den Verdacht, dass du deine Unabhängigkeit gegen eine Rolle im SPD-Wahlkampfzirkus getauscht hast.

keine Ahnung. Meine Auseinandersetzung und meine Entscheidungsfindung konnte man im Blog verfolgen – auch beim Postillion übrigens, der auch schon mal den SPD-Politikern eins auf die Nase gegeben hat. Insofern ist der Vorwurf uninteressant.

Denn: Natürlich mache ich Wahlkampf – aber ich werde nicht dafür bezahlt. Ich mache es freiwillig weil ich Spaß daran habe und weil ich den Menschen mag – ich habe keine Probleme damit, dass die Politikerrolle manchmal anders ist als der Mensch selbst, das gehört dazu. Ich trenne auch persönliche und private Dinge – manchmal vermischt sich das auch unfreiwillig.  Macht der betreffende Blogger aber nicht auch Wahlkampf in seinem Blog, könnte man jetzt zurückfragen? Denn die meisten Einträge beschäftigen sich mit den LINKEN und der SPD, deswegen kann ich auch die Kommentare – die ausdrücklich ja “nicht auf der Sachebene” stattfinden, weil die “langweilig” wäre bei Bloggern – besser einordnen.

Aber – und das ist es ja gerade – meine Fragen und kritischen Anmerkungen waren immer sachlich, bis auf so einige Ausrutscher die dem Herner Einfluß geschuldet waren. Daher finde ich es höchst seltsam, wenn auf einmal – nach längerer Zeit übrigens – versucht wird die Debatte auf eine “persönliche” Eben zu bringen. Nun – das hätte man ja beim letzten Bloggertreffen machen können, da gabs Interesse. Wer da nicht aufgetaucht ist weiß ich. Es hat aber auch keinen Sinn die Dierkes-Diskussion auf ein “persönliche” Eben hieven zu wollen. Denn: Da kommt nichts dabei rum. Weiß ich doch – wie lange habe ich mich mit dem Herner Blogger im persönlichen Blog rumgeschlagen, der doch angeblich so viel Hintergrundwissen über die LINKE besaß? Wie oft habe ich ausweichende, taktierende Antworten bekommen von ihm? Nochmal: Ich habe Diskussionsbereitschaft signalisiert – ich habe Vorwürfe aufgenommen und mich dagegen verwehrt – die Duisburger LINKE verharrt bis heute im Schweigen. Und dann soll ich mich als “Persona non grata” herablassen mit einem Homberger Blogger – der übrigens wie alle Homberger das Thema Dierkes geflissentlich übersehen haben zu scheint – auf persönlicher Ebene zu diskutieren? Nach meinen Erfahrungen?

Nein.

Vielleicht hätte Herr Dierkes verstehen können, dass ihm nichts besseres passieren konnte als dass Blogger sich anfangen für die Inhalte der Partei zu interessieren. Dass diese Blogger auch Bürger der Stadt sind. Hat er aber nicht. Stattdessen wittert eine Intrige im Rang von Transparency-International. Die Chance wäre hier gewesen zu reagieren. Einzugehen auf alle kritischen Fragen, einzuladen zu Treffen oder wenigstens mal eine kurze Notiz zu senden, dass man die Mail zur Kenntnis genommen hat.

Aber egal – die “Persona non grata” wird der LINKEN jetzt auf die Finger schauen. Vorher habe ich euch nicht ernstgenommen, ich tue es auch jetzt nicht. Aber intelligent, nein, intelligent ist eure Strategie nicht. Vielleicht merkt ihr das mal auch…

KategorienDU-OB2009, gedanken, internettes, politik Tags:
  1. Sylvia
    30. März 2009, 18:12 | #1

    “meint dass ich als Blogger durch mein ehrenamtliche Arbeit für Herrn Brandt meinen Verstand an der Garderobe abgeben würde wenn es um das Thema “SPD vor Ort” ginge.”

    Wo er recht hat, hat er recht! Eure Kampagne gegen Dierkes ist in ihrer Art unverschämt, aber leicht zu durchschauen.

    • 30. März 2009, 20:05 | #2

      Liebe Sylvia,
      das wäre der perfekte Moment gewesen, argumentativ das Thema aufzugreifen. Leider hast Du das versäumt. Warum?

      Tatsache ist, dass Dierkes sich verrannt hat. Und statt stehen zu bleiben, rennt er immer wieder mit Wucht weiter und wundert sich, dass er auf Widerstand trifft. Du kannst jetzt natürlich versuchen darzulegen, warum das alles so unverschämt ist, wenn man die Fakten nennt wie sie sind.

      Also, nur Mut ;-)

  2. Prospero
    30. März 2009, 23:33 | #3

    @Sylvia
    Ich möchte das ja wirklich nicht herausstellen – aber du verhältst dich gerade so wie ich es oben dargestellt habe. Du kannst natürlich gerne deine Meinung äußern wenn du magst, wäre aber nur nett mal zu begründen warum ich denn sooo falsch liegen würde deiner Meinung nach.
    Ad Astra

  3. Sylvia
    31. März 2009, 03:05 | #4

    [Edit vom Chef, beleidigen lasse ich mich hier nicht.]

  4. 31. März 2009, 18:28 | #5

    Hat man das nicht damals im Sandkasten so gemacht? Dem anderen das Schippchen unter die Nase gehauen und gebrüllt “Du bist doof!”

    Nenn mich altmodisch, aber wenn ich lautstark eine Meinung vertrete, sollte ich in der Lage sein, sie begründen zu können. Wenn nicht, dann sollte man es wie Dieter Nuhr halten: “Man darf in der Demokratie eine Meinung haben, man muss nicht.”

    Du hast die Chance bekommen, Dich argumentativ zu äußern. Und Argument ist nicht das Äquivalent zu verbalem Dreck werfen. Das hat nämlich den unschönen Nebeneffekt, daß man sich damit meist selber besuddelt. Dumm gelaufen.

  5. 31. März 2009, 20:17 | #6

    @Sylvia
    Liebe Sylvia,
    mäßige Dich bitte.

    Ansonsten wurde Dir schon gesagt, auf welchem Level Du Dich gerade bewegst. Würde mich freuen, wenn Du den zu Gunsten einer offenen Diskussion verlassen kannst.

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