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Das von der Leyen – Syndrom

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Es gibt verschiedene Stimmen, die sagen, wenn man Pädophil ist, möge man die CDU wählen. Keine Partei verhindere die Strafverfolgung von Pädophilen im Netz so effektiv und nachhaltig, wie die CDU und ihre Vorturnerin vdL im Auftrage ihres Herrn Schäuble.

Natürlich ist das ein extremer Standpunkt – und einer den ich persönlich nicht teile. Aber ich kann verstehen, dass man auf die Idee kommt, so etwas zu formulieren. Hier reicht es einfach sich anzusehen, was die längst überalterte CDU so von sich gibt – hier insbesondere das Wahlprogramm, aber nicht nur:

Bis hier ist es ja schon heftig. Aber vor allem der letzte Punkt wird jetzt noch getoppt:

Das ist für sich genommen jetzt nicht negativ zu bewerten, den Touch bekommt es erst, wenn man sich folgende Argumentation mal zu Gemüte zieht:

Von der Leyen fordert Intranet an jeder Grundschule

[...]

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen fordert ein Intranet-Angebot in jeder Grundschule, damit Kinder in einem geschützten Raum Internet-Techniken lernen können. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Studie im Auftrag des Branchenverbands Bitkom, sind 70von 100 Grundschülern in Deutschland bereits online – jedenfalls dann, wenn zuhause auch ein Internetanschluss vorhanden ist.

Angesichts dieser Nutzungs-Zahlen bei Kindern forderte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) zudem, dass jede Grundschule ein Intranet anbieten müsse, damit die Kinder in einem geschützten Bereich zusammen mit den Lehrern Techniken und Verhaltensweisen für das Internet üben könnten.

[...]

«Das Einstiegsalter liegt bei sieben Jahren», sagte Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Für Kinder und Jugendliche entwickle sich das Surfen im Netzt zu einer «Kulturfähigkeit wie Lesen und Schreiben». Während Eltern im Internet vorwiegend einkaufen und Informationen einholen, ist das Medium für Jugendliche «Teil der sozialen Welt».

Und genau hier ist das Problem:

Selbstverständlich ist das Internet eine “Kulturtechnik” mit der auch die Jüngsten sich begegnet sehen. Und genau hier ist die Gefahr, wenn ich von einem “geschützten Raum” rede. Als würde ich meine Kinder in den ersten Jahren daheim einschließen, damit ihnen draussen nichts passiert. Völlig sinnfrei!

Viel wichtiger wäre, auch mit Fortbildungen für die Lehrer!, den Kids Medienkompetenz zu vermitteln. Ihnen genau wie im wahren Leben außerhalb des Netzes den Unterschied von Gut und Böse zu vermitteln. Ihnen klar zu machen, was für ein wunderbares Instrument das Internet ist – und zu gleich die Kompetenz zu vermitteln, damit umgehen zu können.

Kinder brauchen einen begleiteten Weg in die Medienkompetenz – und das bedeutet eben auch kompetente Ansprechpartner in der Schule und in der Freizeit zu haben. Auch eben welche, an die sie sich wenden können, wennn sie auf weniger schöne Angebote im Netz stoßen. Eben auch, weil die Kids eben zu Hause das Netz nutzen, wo vielleicht niemand da ist oder niemand die entsprechende Kompetenz hat. Ich denke da an meinen kleinen Cousin, der schon mit 6 in Sachen Netz seine Eltern gnadenlos abgehängt hatte.

Solche Kinder brauchen eine Führungsperson, einen Ansprechpartner. Einen Ratgeber. Einen Lehrer.

Und eben keine eingezäunte Wiese.

Wäre ich jedoch paranoid würde ich überlegen, ob hier nicht was anderes passiert: Die Kids an ein gefiltertes “Gutnetz” zu gewöhnen, dass sie vielleicht dann auch später entweder einfordern oder vom Staat willig einfordern. Weil sie ja schließlich gelernt haben, dass ein moderiertes Intranet gut und ein wildes Internet böse ist. Wie gut, dass ich nicht paranoid bin. Sonst würde ich ja jetzt wirklich glauben, dass Zensursula und Co die jüngsten Surfer unter uns schon mal an chinesische Verhältnisse gewöhnen will…

Übrigens, kleines Update vom ZensurFamilienministerium in Sachen Kipo-Zahlen: Klick!

  1. Prospero
    7. Juli 2009, 14:45 | #1

    Richtig – der Lehrer muss als Ansprechpartner dienen und deswegen müsste der geschult werden. Die Frage ist natürlich warum das bisher entweder gar nicht oder nur ab und an passiert – es gibt natürlich Lehrer jenseits der Fünzig – hüstel – die überhaupt nicht geschult werden wollen… Übrigens meine ich doch, dass Schule Ländersache ist – da kann die Zensursula fordern was sie will wenn die Länder nicht wollen, dann ist da nichts zu machen.
    Ad Astra

  2. 7. Juli 2009, 14:48 | #2

    Aber auf der abgezäunten Wiese kann man die Kinder doch so schön unbeaufsichtigt toben lassen, ohne dass es geschultes Personal braucht…

    Nebenbei frage mich, ob der Internetexperte Armin Laschet schon mal was von ICRA-Labels gehört hat.

  3. Prospero
    7. Juli 2009, 15:28 | #3

    Banger :Nebenbei frage mich, ob der Internetexperte Armin Laschet schon mal was von ICRA-Labels gehört hat.

    Ist das ICRA-Label denn wirklich relevant? Ich kenne so gut wie keine Webseite, die das einsetzt.
    Ad Astra

  4. 7. Juli 2009, 16:24 | #4

    Ist das ICRA-Label denn wirklich relevant?

    Thematisch auf jeden Fall. Es ist ein bereits definierter Standard, der zudem wesentlich feinere Abstufungen erlaubt als “Frei ab 16″.

    Ich kenne so gut wie keine Webseite, die das einsetzt.

    Darum ging es mir auch weniger, eher darum, dass nach einer neuen Kennzeichnung gekräht wird, offensichtlich ohne dass sich mal jemand zuvor schlau gemacht hat, was in dieser Richtung denn schon existent ist.

  1. 7. Juli 2009, 23:55 | #1
  2. 11. Juli 2009, 18:41 | #2
  3. 21. Juli 2009, 18:49 | #3