no-kids.org – Fragen wir mal nach…
Nachdem im Lawblog ja inzwischen Stellungnahmen der Betreiber von no-kids.org auftauchen, die nicht unwidersprochen bleiben, dachte ich ich frage mal woanders nach.
Hinter no-kids.org steht lt. Impressum die Firma Grabarz und Partner, die ihrerseits mit diversen Kunden wirbt. Und ich dachte, das sind alles große und renommierte Unternehmen, frag die doch mal!
An: vw@volkswagen.de; info@devk.de; IKEA-SERVICE.DE1@MEMO.IKEA.COM; bauknecht.de@bauknecht.com ; kontakt@vodafone.com; brother@brother.de; huber.brigitte@brigitte.de; info@immonet.de; uwe.cremering@sennheiser.com <uwe.cremering@sennheiser.com>; info@igfm.de <info@igfm.de>; service-inbev-deutschland@inbev.com; info@radiozentrale.de
Betreff: Anfrage zu “no-kids.org”
Text:
Sehr geehrte Damen und Herren,
wie ich der Eigenwerbung der Firma Grabarz & Partner GmbH(1) entnehmen kann,
stehen oder standen Sie mit dieser in geschäftlichem Kontakt. Alle
Unternehmen die diese eMail erhalten vertreten durchaus bekannte Namen.Die Firma Grabarz & Partner GmbH ist nunmehr nach Angabe aus dem Impressum
ferderführend für das Internet-Angebot “no-kids.org”(2), welches sich dem
aktuellen Trend anzuschließen versucht, aktiv gegen die Verbreitung von
“Kinderpornographie” (besser wäre: Dokumentierten sexuellen Missbrauch von
Kindern) im Internet vorzugehen.Das Projekt verfolgt dabei den Ansatz, eine mögliche Quelle für
“Kinderpornographie” im Internet durch das bereitstellen gefälschter Dateien
zu “überfluten”.Insgesamt ist dieses Vorgehen m. E. kritisch zu betrachten, ausführlicher
stellt die Probleme der Düsseldorfer Rechtsanwalt U. Vetter auf seinem
Blog(3) zusammen und schreibt dort unter anderem:“Wer also bei der Aktion mitmacht, gibt sich als Tauschbörsennutzer aus, der
kinderpornografische Dateien im Angebot hat. Nach Angaben der Betreiber
werden bis zu 200 verschiedene Dateinamen mit verschiedenen Endungen und
Hash-Werten erstellt. Die Aktion nennt selbst zum Beispiel einen Dateinamen,
der zum “Angebot” zählt:
2yo old girl raped by dad.mpgJeder Teilnehmer sollte sich klarmachen, dass er derart betitelte Dateien
unter seiner IP-Adresse anbietet – wenn die Angaben der Seitenbetreiber
stimmen. Wortreich wird zwar darauf hingewiesen, in den Dateien seien
selbstverständlich keine Kinderpornos, sondern ein Hilfsangebot. Die
Verwendung bestimmter Dateinamen sei nicht strafbar. Die Verwendung von
No-kids.org sei “vollkommen unbedenklich”.Letztere Aussage ist schlicht falsch. Für keine Ermittlungsbehörde
(weltweit!) dürfte erkennbar sein, dass ausgerechnet dieses Angebot über die
Seite No-kids.org generiert wurde. Und ich würde mich auch nicht darauf
verlassen, dass die Polizei jede Datei tatsächlich überprüft. Tatsächlich
checken die verwendeten Scan-Programme, zum Beispiel beim Bundeskriminalamt,
regelmäßig nur Hashwerte; auf den tatsächlichen Download wird meist
verzichtet.Es ist überdies nicht auszuschließen, dass schon allein das massenweise
Angebot eindeutig benannter Dateien unter einer bestimmten IP-Adresse einen
Anfangsverdacht begründet. Wenn man dem Ratschlag der Betreiber folgt, wird
das betreffende Fenster ständig geöffnet gehalten. Man kann sich also
ausmalen, wie viele Dateien dann in kurzer Zeit über die eigene IP-Adresse
in die Tauschbörsen gepumpt werden.”Dort finden Sie in den Kommentaren unter der lfd. Nummer 45 auch eine
Stellungnahme des Projekts selbst. Bitte auch die nachfolgende Antwort von
Herrn Vetter unter der lfd. Nr. 60 beachten.Da ich selbst blogge und gerne nachfrage, würde ich Sie bitten mir kurz
folgende Fragen zu beantworten:1) Kannten Sie als Unternehmen das Angebot “no-Kids.org”?
2) Unterstützen Sie als Unternehmen aktiv oder passiv das Angebot
“no-Kids.org”?
3) Wird dieses Projekt der Firma Grabarz & Partner GmbH in irgendeiner Form
Auswirkungen auf mögliche Kooperationen / Geschäftsbeziehungen haben?Ich möchte Sie darum bitten zu beachten, dass ich beabsichtige Ihre Antwort
ganz, in Auszügen oder als sinnwahrende Zusammenfassung auf meinem Blog
unterhttp://blog.unkreativ.net
veröffentlichen möchte.
Selbstverständlich gehe ich davon aus, dass jedes einzelne hier adressierte
Unternehmen nicht gefragt werden muss, ob es Maßnahmen gegen die Verbreitung
von dokumentiertem sexuellen Mißbrauch (bewußt nicht nur von Kindern!)
befürwortet.Es geht lediglich um das wie, also die Wahl der Methoden. Meiner Meinung
nach läuft man gerade hier Gefahr, nicht nur die Arbeit der
Ermittlungsbehörden zu erschweren, sondern auch gerade unbescholtene und
hilfsbereite Mitbürger einem schweren Verdacht auszusetzen.Ich finde jedoch die Frage sehr spannend, wie sie zu diesem sehr speziellen
Projekt stehen, dass derzeit im Internet sehr kritisch diskutiert wird.
Daher freue ich mich auf Ihre Antwort.Mit freundlichen Grüssen,
Stefan Meiners—
Urls:
(1) http://www.grabarzundpartner.de/system/
(2) http://no-kids.org
(3) http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/07/07/ins-offene-messer/

Na, da bin ich mal gespannt!
Frage mich sowieso, welcher halbwegs denkende Netz’ler da mitmacht. Scheinbar sind alle scharf auf Frühstücksbesuch (eines SEKs)… Von dieser überaus bedenklichen Idee (no-kids.org) ganz zu schweigen. *kopfschütteln*
Und das ist jetzt die Lösung aller Probleme?
@Felix
Kontext?
na den kunden von g&p eine email zu schreiben
@Felix
Das ist keine Lösung, weil da kein Problem ist. g&p ist ein renommiertes Unternehmen, wenn man auf die Kundenliste schaut. In solchen “Sphären” besteht ein ständiger Austausch. Was g&p sagt, wissen wir: sie haben es in verschiedene Blogs gepackt.
Was mich interessiert ist, wie sich die angeschriebenen Unternehmen dazu positionieren – und zwar ganz speziell zu dem Angebot von no-kids.org. Und hier gibt es viele Möglichkeiten von vollständiger Unterstützung bis zu totaler Ablehnung ist alles möglich.
Ich bin neugierig. Du weißt doch: wer nicht fragt, bleibt dumm!
Was Du hier veranstaltest, macht mich komplett sprachlos. Anstatt mit den Betreibern in Dialog zu treten, und sachlich Argumente zu tauschen, trittst Du hier eine Hexenjagd los, für die Du Dich schämen solltest. Das ist übelste Blockwart-Mentalität.
@To
Lieber Tom,
die Betreiber befinden sich bereits im Dialog. Was für Argumente sollen denn noch sachlich ausgetauscht werden? Das Unternehmen hat seinen Standpunkt und seine Argumente dargestellt, Udo Vetter hat dagegen argumentiert. Dem ist aus meiner Sicht nichts wesentliches hinzuzufügen – ich würde nur aus meinem Wissen heraus einige Aussagen der Firma widerlegen, aber das ändert im Grunde überhaupt nichts an den eigentlichen Standpunkten und ist daher überflüssig. Da muss ich mich nicht einbringen.
Zudem wird KEIN Unternehmen, dass in der Marketing-Welt unterwegs ist, seinen Namen auf ein Webprojekt wie no-kids setzen, wenn es ein Problem damit hätte, dass die Unternehmen mit denen und für die man arbeitet, davon Kenntnis erlangen. In sofern kannst Du vergessen mir vorwerfen zu wollen, ich würde g&P in ein schlechtes Licht rücken wollen, denn das könnte ich folgerichtig nur dann, wenn no-kids ein anonymes Projekt gewesen wäre – und genau das war es nicht. g&p hat im Impressum mit dem eigenen Namen dafür eingestanden.
Deine Formulierungen (Hexenjagd, Blockwart-Mentalität) und das Ausbleiben jeglicher sachlicher Argumente, die Du doch selber einforderst, hinterlassen jedoch einen nachhaltigen Eindruck, welch Geistes Kind Du zu sein scheinst.
Du darfst gerne wiederkommen, wenn Du Dich mit mir auf Augenhöhe unterhalten willst. Weitere Flames werde ich aber ohne Kommentar löschen.
Have a nice day.
versteh die argumentation nicht und finde auch, dass die mail an die geschäftspartner nicht notwendig war. feedback wirst du von den unternehmen sehr wahrscheinlich nicht bekommen – und weil die argumente vom lawblog gekommen sind, ist das hier nichts als billige nachtreterei…
@palosalto
Das ist durchaus ein möglicher Standpunkt. Als billige Nachtreterei ich das allerdings nicht bezeichnen, weil mich ein anderer Standpunkt als der bereits diskutierte Inhalt interessiert. Der Schluss, den Du ziehst, ist also falsch.
Eine Antwort habe ich bisher übrigens immer von den angeschriebenen Unternehmen / Organisationen erhalten, mit denen ich – gleich um was es ging – Kontakt aufgenommen habe. Auch bei Themen, bei denen ich viel deutlicher Position gegen die Unternehmen selbst bezogen habe. Siehe TI oder MM hier im Blog.
Da nokids ja mit ihren Partnern wirbt ist es sehr interessant.
natürlich ist das billige nachtreterei. augenscheinlich hast du schon vorher über no-kids geschrieben, allerdings keine meinung gehabt oder dich getraut, eine zu haben. deine meinung hast du dir erst vom lawblog abgeschaut und plapperst die jetzt nach. große leistung.
und dass du an die geschäftskontakte der werbeagentur rangehst, finde ich schwach. wenn es keine petzerei ist, dann ist es ein ganz arg billiger versuch, aus der menschlichen dummheit der agentur eine story zu kitzeln. das ist vor dem hintergrund des missglückten, vom grunde her aber unterstützenswerten ansinnen der agentur (engagement gegen kinderporno) und ihrer schnellen korrektur (seite vom netz) einfach nicht angemessen.
dass es gleich die geschäftskontakte sind, find ich komplett daneben. wenn du als moralapostel auftreten willst, dann verstehe ich nicht, warum du dich nicht an die mütter der agentur-mitarbeiter wendest? müttern wird eher geglaubt und sie verzeihen auch wieder. weil du dich aber direkt an die geschäftskontakte wendest, von denen du keine antwort erwarten wirst, kann ich nur annehmen, dass es dir mit der moral nicht ernst ist. nein, du willst der agentur, die dir nichts getan hat, eine reindrücken aus einer position, die du dir abgeschaut hast. find ich einfach nicht in ordnung. das ist einfach…. wahnsinnig uncool.
noch kurz hinterhergeschoben: will die dinge nur beim namen nennen. will dir nicht auf die füße treten, dein wohnzimmer, deine regeln, deine post.
@palosalto
Wenn Du meine Beiträge aufmerksam gelesen hast, vielleicht auch mal die Suchfunktion genutzt hast, dann weißt Du das das, was Du da schreibst nicht richtig ist. Ich habe erst durch Lawblog & Netzpolitik.org von dem Thema erfahen.
Wie definierst Du denn “schnelle Korrektur”?
Und natürlich frage ich bei den genannten Partnern nach, ob sie die Aktion kannten, welche Position sie dazu beziehen. Denn ich trete ggf. in geschäftlichen Kontakt mit diesen Firmen und möchte dann wissen, auf welcher Ebene wir uns bewegen.
Menschliche Dummheit einer Agentur?
Ich bitte Dich: Entweder Du arbeitest hier in deren Sinne um gute Stimmung zu machen, oder aus Deiner Ansicht spricht eine bemerkenswerte Interpretation des Geschäftsbereichs Kommunikation und Marketing. Es gibt keine menschliche Dummheit einer Agentur. Und auf gar keinen Fall würde eine Agentur wie g&p “aus Versehen”, “als Schnellschuss”, oder “vielleicht nicht richtig zu Ende gedacht” ihren Namen so präsent auf die Seite von no-kids.org packen, wie es hier geschehen ist.
Okay, das lasse ich so stehen. Denn das ist Deine Meinung und selbst wenn sie massiv von meiner abweicht ist das ja kein Grund, sie in irgendeiner Form nicht wahrnehmen zu können.
Das Du allerdings die Agentur g&p hier so unglaublich vermenschlichst, finde ich beachtlich. Vielleicht solltest Du darüber mal nachdenken. Wie ich darüber nachdenke, welche Empfindungen meine Nachfrage bei Dir ausgelöst haben. Deal?
@palosalto
Zu Deinem Nachtrag: Auch kritischer Diskurs ist hier gerne gesehen. Wenn ich Beifall will, weiß ich wo es den billiger gibt
ich finde diese ganze posse einfach nur richtig, richtig peinlich!
hast du dir überhaupt gedanken gemacht, wie bescheuert du rüberkommst?
hast nichts, aber auch gar nichts mit no-kids zu tun, wirst nicht belangt, haste keinen schaden ´, keiner hat dich angegriffen – aber trittst mit geschäftpartnern der ausführenden agentur in kontakt?
ich hoffe, dass deine mail ungelesen und unkommentiert in den spamordner kommt!
du hast nicht, aber auch gar nichts von einer stellungnahme! außer vielleicht ein paar mehr menschen die dich nicht leiden können!
@unkreativ
Ok, und wenn du mal auf der Straße Zeuge einer (Kindes-) Entführung wirst, rufst du auch beim Autohersteller an und bittest die um eine Stellungnahme…..?
Da fällt mir nur noch eines ein: Schwachmat!
@freckle
@renton
Liebe/r Renton,
liebe/r Freckle (Lost-Fan?)
Ich nehme mal an, Ihr seid 2 verschiedene Personen, habt ja schließlich 2 unterschiedliche Mail-Adressen verwendet. Und ich nehme mal weiter an, Ihr würdet mich gerne davon überzeugen, mein Verhalten wäre in Euren Augen falsch gewesen, ist dann Eurer Meinung nach Eure Ansprache an mich geeignet, dieses Ziel zu erreichen?
@Freckle:
Ja, ich habe mir Gedanken gemacht. Warum sollte no-kids.org mich belangen oder mir Schaden zu fügen oder mich angreifen und wo ist der Zirkelschluss zu Deinem Vorwurf meiner Nachfrage? Allerdings bin ich erschüttert, welch merkwürdige Blüten unsere Gesellschaft inzwischen treibt, wenn eine renommierte Agentur beschließt mit so einem Projekt aufzuwarten und es dann schnell und heimlich wieder einstampft.
Deine Hoffnung kann ich leider nicht bestätigen.
Und ich habe nichts von einer Antwort? Dann hätte ich nicht gefragt.
@Renton:
Wenn ich Zeuge einer Entführung werde, werde ich Zeuge einer Straftat. Wurde ich durch Kenntnisnahme von no-kids.org Zeuge einer Straftat? Also ebenfalls ein Vergleich der mehr als hinkt. Es sei denn Du möchtest mich darauf hinweisen, dass ich die Aufforderung auf der Website als Aufforderung zur Vortäuschung von Straftaten hätte interpretieren sollen – auf den Gedanken kam ich ehrlich gar nicht.
Oh, doch halt, was ist das: Du nennst mich Schwachmat? Das könnte man doch glatt unter §185STGB packen, wenn man denn wollte. Will ich? Ich könnte es mir überlegen. Und dann Deinem implizierten Vorschlag folgen.
Vor allem angesichts der Tatsache, liebe/r Freckel und liebe/r Renton, dass Ihr sicherlich der Firma Grabarz und Partner keinen Gefallen damit erweist, aus deren Netz heraus solche Kommentare zu posten. Das weist zum einen nicht unbedingt auf große Kompetenz in Sachen Diskussionsführung hin. Eher auf persönliche Betroffenheit und unüberlegtes Handeln.
Zum anderen könnte das auch wieder zu einem negativen Ding werden.
Also nehmt bitte folgenden Hinweis zur Kenntnis: Ihr könnt gerne mit mir ernsthaft diskutieren, aber beleidigen lasse ich mich nicht. Und wer mich beleidigen will, sollte das nicht mit der “Absender-IP”: 145.253.158.***, *.grabarzundpartner.de machen. Findet Ihr nicht auch?
P.S.: Ich persönlich hätte einen Kommentar im Sinne des Beitrags #116 im Lawblog für wesentlich besser gehalten. Das hätte hier einen völlig anderen Eindruck Eures Unternehmens hinterlassen, als Eure Beiträge! Aber gut, es ist mir immer noch lieber, Ihr surft auf meiner Website, als auf anderen (Screenshot Eurer Eingagsseite)