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Duisburg ist vielfältig!

7. August 2009
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Jawohl – was wir alle schon längst wissen und ab September nochmal bestätigt bekommen werden: Duisburg ist vielfältig! Und wer jetzt beim Wort September stutzt: Es ist ja kein Geheimnis, dass es bald neue aufregende Darstellungen der Stadt geben wird – in einem neuem öffentlichen Aushangekasten namens Duisburgfans. Wenn bei dem Begriff ein wissendes Lächeln über das Gesicht des Postillions huscht, dann hat das durchaus seinen Grund…


Doch zurück zum Thema Vielfalt. Der Postillion weiß nicht so Recht was er davon halten soll – also nicht vom Thema Vielfalt an sich. Es ist schön, dass die Stadt ausgezeichnet worden ist. Wirklich. Da sollte man sich als Duisburg drüber freuen. Und auch, dass das Schild jetzt am JZ “Die Mühle” angebracht wird – allerdings – so auf Anhieb wüßte der Postillion jetzt auch nicht genau wo die liegt. Im Gegensatz zum Rathaus, das kennt man. Die Begründung warum das JZ “Die Mühle” stellvertretend für die ganze Stadt die Auszeichnung tragen darf ist folgende:

“Jugendzentren sind Orte in denen Demokratie aktiv gelebt wird. In jedem Zentrum gibt es Basisgruppen, die das Programm mitbestimmen”, erklärte Oberbürgermeister Adolf Sauerland seine Wahl. “Außerdem setzen sich die Jugendlichen gerade hier mit Themen wie Mobbing oder Diskriminierung auseinander. Jeder ist willkommen, egal welcher Hauttyp, Religion oder Geschlecht. Doch wer sich nicht an die Regeln hält, der muss gehen.”

So zitiert in der RP. Deren Artikel ein kleines Layout-Problem zur Zeit hat, da klafft eine größere Lücke aka weiße Fläche. Würde hinter dem Telegrammdienst der RP nun auch wirklich ein Mensch stecken hätte man das der RP sofort mitteilen können – allein, nur die willig geölten Räder der Maschine fassen hier die Meldungen auf kleinstem Raume zusammen. Und um diese Zeit ist in der Redaktion vermutlich eh niemand mehr.
Nun, über die Begründung des Königs darf man geteilter Meinung sein – sicherlich eine schöne Geste wenn man denn weiß wo “Die Mühle” nun überhaupt liegt. Duisburg ist groß. Ergänzend dazu die WAZ. Ebenso wie bei der RP findet sich dort eine Formulierung, die den Postillion etwas stutzig werden lässt:

„Und wir hätten sogar Nachfrage für noch mehr als die insgesamt 1500 Plätze gehabt”, freut sich Jugendamtsleiter Thomas Krützberg. „Das zeigt, wie wichtig der ,Kinderalarm’ ist. Und das wäre nicht möglich ohne die engagierte Arbeit der 260 Betreuer, die einen tollen Job machen – und das für einen Stundenlohn von 2,91 Euro.”

Hmm… Leider wird nicht genau der Status der Helfer definiert – sind das Freiwillige? Oder muss man angesichts der Summe doch eher ARGE Vermutungen hegen was das anbelangt? Der Postillion weiß es nicht und wird mal bei Gelegenheit nachfragen, aber der exakt angegebene Stundenlohn ist – hmm…

Dass die Stadt fleißig Geld ausgibt – so die Überschrift in der RP zum Konjunkturpaket II – ist durchaus nichts, was berichtenswert wäre. Eher berichtenswert wäre ja die Frage wo sie angesichts der Wirtschaftskrise, die man nicht für verfrüht als überstanden deklarieren sollte, spart. Da war doch so ein Gerangel um den Haushalt, nicht wahr?
Nun – jedenfalls weiß man jetzt als Bürger zumindest eines der Projekte die dieses Paket verschönern kann: Den Böninger Park in Hochfeld. Der soll jetzt barrierefrei werden. Im Herbst 2010 soll es dann soweit sein merkt die WAZ an:

Höhenunterschiede sollen ausgeglichen, Stolperkanten beseitigt werden. Auch die Treppenanlage am Tunnel Johanniterstraße wird umgebaut und mit einer behindertengerechten Rampe versehen.

Unter anderem. Auch die Rheinische Post griff das Thema auf, kein Wunder, der König selber gab ja dazu den Spatenanstich:

“Wir hatten immer die Idee, diese wunderschöne Perle in Hochfeld zu renovieren, aber das Geld fehlte”, so der Oberbürgermeister. Mit den Geldern aus dem Konjunkturpaket II wurde eine Erneuerung im heutigen Umfang schließlich erst möglich.

Na dann: Grün auf.

Die WAZ hat aufsehenerregende Ergebnisse zum Thema Unfälle – Kinder – Haushalt hervorgezaubert:

Jedes Jahr verletzen sich in Duisburg 3200 Kinder zwischen ein und vier Jahren so schwer, dass sie ärztlich behandelt werden müssen. 60 Prozent der Unfälle geschehen im Haushalt. Dies belegt eine Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland des Robert-Koch-Instituts.

Besorgniserregend in der Tat. Und was rät die Techniker-Krankenkasse?

Aber es sollten natürlich auch keine spitzen Gegenstände herumliegen oder Steckdosen ungesichert sein. Und ganz wichtig: Schutzgitter an Treppen oder Etagenbetten.

Angesichts der Dummheit von manchen Menschen ist der erste Satz wirklich nötig ausgeprochen zu werden. Obwohl es eine Selbstverständlichkeit sein sollte Steckdosen mit einem Kinderschutz zu versehen oder halt Wasserkochen NICHT auf den Küchentisch zu stellen, wo dann die Kleinen mit einem Ruck an der Tischdecke sich verbrühen können. Eigentlich sollten diese Dinge normal sein. Eigentlich.

Beginnen wir den nächsten Absatz mit dem Beginen-Hof und lassen wir das schlechte Wortspiel ganz rasch hinter uns. Die Planungen für einen solchen Hof nehmen in Duisburg allmählich Formen an so die WAZ:

Der Duisburger Beginenhof soll maximal 30 Wohneinheiten umfassen, in denen Frauen alleine leben können. Zudem soll es mindestens fünf Wohnungen für allein erziehende Frauen mit ein oder zwei Kindern sowie eine Wohngemeinschaft für drei bis vier Frauen geben. Auch eine Pflege-Wohngemeinschaft mit professionellem Pflegedienst spielt in den Planungen eine Rolle.

Bis es soweit ist wird allerdings noch etwas Wasser den Rhein runterfließen – fünf Jahre sind insgesamt für das Projekt veranschlagt.

Und sonst? Das Stadttheater wird renoviert – immer Stück um Stück in den Sommerferien. In diesem Jahr wurde die Obermaschinerie erneuert. Da musste der Photograf der RP wohl recht hoch hinaus. Der Stimmführer der zweiten Geigen der Duisburger Philharmoniker verabschiedet sich nach Berlin. Für die Duisburger Ensembles bleibt er aber erhalten. In Ruhrohrt hätte man noch das Hafenfest, dass ausführlich in der RP geschildert wird – im Telegrammdienst kam übrigens sinnigerweise nur bei einer Meldung “Duisburg – Programm” an, was den Postillion nur zu Kopfschütteln veranlasste. Die WAZ hats ebenfalls. Sachdienliche Hinweise zu Einbrüchen in sechs Lauben in Toeppersee werden dann noch gesucht.

Und bitte schon mal vormerken: Mimi Müller liest umsonst und drinnen. Nicht verpassen. Und wer nicht weiß wer Mimi Müller ist, xtranews hat die Kandidatin für das Amt des OBs in Duisburg interviewt. ;-)

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