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Von der kritischen Distanz

6. September 2009
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Es ist mein Vorteil in keiner Partei zu sein. Es hat den Vorteil der kritischen Distanz, die manche ja in meiner Berichterstattung für Xtranews vermissen, da müsse man näher dran. Ich weiß nicht, ob das wirklich so von Vorteil sein kann. Doch kritische Distanz ist wichtig. Das merke ich wenn ich mir die Berichte über Steinmeiers Besuch in Duisburg anschaue und dabei auf den Bericht im NRW-SPD-Blog stoße. Klar, man darf hier natürlich nichts Besonderes erwarten, denn die wollen ja für sich werben. Durchaus legitim. Doch muss das so platt sein?

Die Stimmung ist ähnlich wie das Wetter, es hellt sich immer mehr auf

Nö. Es hellte sich zwar auf, aber es gab gegen Ende wieder bewölkten Himmel und Regentropfen. Und die Stimmung? War alles andere hell. Wären die Unterstützer von Steinmeier nicht dagewesen wäre das alles sehr piano vonstatten gegangen.

Der Kundgebungsort (Landschaftspark-Nord) ist gut gewählt und füllt sich zusehends.

Das Füllen stimmt. Das mit dem zusehends… Also wenn die nicht Ehrengäste vorne auf Sitzbänke platziert hätten wären das so an die 200 Leute gewesen. Mit waren es um die 500. Wenig. Und der Landschaftspark mag eine schöne Kulisse abgegeben haben – aber er liegt nicht gerade sehr zentral. Warum man nicht den König-Heinrich-Platz gewählt hat ist mir ein Rätsel, Platz genug hätte der allemal geboten…

Der Wandel und vor allem der Aufschwung nach der noch zu überstehenden Krise ist nur durch Frank Walters “Deutschlandplan” machbar und die ökologische Industriepolitik der SPD machbar.

Dass die SPD diese ökologische Politik eventuell von den Grünen übernommen haben könnte sollte man aber schon auch einwerfen müssen. Die haben viel voneinander gelernt. Und wenn Steinmeier allen Ernstes Vollbeschäftigung verspricht, dann schüttele ich den Kopf. Das wird nie wieder passieren. Wir müssen uns als Gesellschaft einfach damit abfinden, dass es Teile gibt, die nicht arbeiten können oder wollen und Konzepte entwickeln. Den Begriff Arbeit vielleicht neu definieren, Grundeinkommen, was auch immer. Aber Vollbeschäftigung? Nicht mehr machbar.

Na ja. Gegen Rechtschreibfehler bin ich auch nicht gefeit, aber hier wird deutlich, dass es durchaus seine Vorteile hat die Dinge kritisch zu sehen. Auch wenn die SPD meine Sympathie hat heißt das ja nicht, dass ich meinen Verstand abschalte wenn es um Parteifragen geht. Sympathisanten anderer Parteien können das nur all zu gut.

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  1. Guy Fawkes
    6. September 2009, 10:49 | #1

    Ich will dir ja jetzt nicht zu nahe treten, aber ist es nach all den verlorenen Jahren, in denen die SPD an der Regierung beteiligt war und alles getan hat, um ihre Wähler zu enttäuschen, nicht Grundvoraussetzung, den Verstand abzuschalten, damit man dieser Partei noch Sympathien entgegenbringen kann?
    Ich habe in den letzten 15 Jahren bei jeder Wahl mindestens ein Kreuzchen bei der SPD hinterlassen und würde mich im Rückblick für jedes einzelne Kreuzchen und meine damit verbundene Ignoranz gegenüber dem tatsächlichen Treiben dieser Partei am liebsten selbst geißeln.
    Die SPD kann erst wieder auf meine Sympathie hoffen, wenn die komplette Führungsriege und auch Leute wie Wiefelspütz oder Edathy von der Basis mit Schimpf und Schande wegen Parteischädigung vom Hof gejagt werden und sie wieder GLAUBHAFT sozialdemokratische Politik betreibt.

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