Twitter Weekly Updates for 2012-01-08

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Darkest Hour

Eigentlich wollte ich das Jahr mit Sherlock Holmes beginnen. Der lief im UCI gestern aber nur in einem kleinen Saal und war fast ausverkauft. Also Plan B:

„The Darkest Hour“

Ich mag Filme mit Aliens und ich mag großartige Schlachten. Wenn sie denn gut gemacht sind. Und genau hier ist das Problem: Der Film Darkest Hour war 3D – aber wohl nur um das Abfilmen zu verhindern. Denn die Effekte waren zwar gut, die 3D-Wirkung aber eher mangelhaft.

Die Schauspieler waren alle irgendwie interessant zu beobachten. Sie waren nicht gut aber auch nicht schlecht – teilweise nur urig.

Was dem Film aber irgendwie den Rest gegeben hat war, dass die Story absolut stümperhaft gezeichnet worden war. Das Setting war prima, die Umsetzung Mist. Zunächst erwartet man von einem Film mit dem Titel „Darkest Hour“ nicht, dass er zum größten Teil in Tageslicht spielt. Aber man erwartet auch nicht Sonnenaufgänge die etwa doppelt so lang andauern wie eine ganze Nacht. Und richtig übel wird es dann, wenn ein U-Boot-Mechaniker ein Handy(!) durch Austausch von Komponenten(!) repariert und man sich dann einig ist, dass in einer fast völlig zerstörten Welt, im inneren eine U-Boots natürlich die SMS der eigenen geretteten Mutter empfangen werden kann.

Ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh!

Ich würde dem Film eine 4- geben. Gerade noch ausreichend, weil er kurzweilig war, gute Effekte hatte und eine gute Idee zu Grunde lag. Für mehr reicht es aber wirklich nicht.

Wulff mich nicht voll…

Da war es also gestern. Das mit Spannung erwartete Interview mit Christian Wulff, unserem Noch-Bundespräsidenten.

In den nächsten Tagen wird noch viel darüber geredet werden, nicht zuletzt über die offenen Widersprüche. Und Menschen, die weit klüger sind als ich, werden sich über seine Worte und die Metabotschaft Gedanken machen.

Trotzdem war ich erstaunt, als ich das Transkript des Interviews bei Netzpolitik.org gelesen habe, dass (ich bin immer wieder erstaunt vom Netz!) quasi „live“ entstand. Denn einige Dinge finde ich schon bemerkenswert:

Interessant ist schon der Einstieg in das Interview, als Wulff gefragt wird, ob er an Rücktritt gedacht hat:

Wulff: Nein, denn ich hatte die ganzen Wochen über große Unterstützung von vielen Bürgerinnen und Bürgern, meiner Freunde, auch der Mitarbeiter. Ich nehme meine Verantwortung gerne wahr, ich habe sie für fünf Jahre übernommen und ich möchte nach fünf Jahren eine Bilanz vorlegen, dass ich ein guter, erfolgreicher Bundespräsident war und mache das mit Freude und aus Überzeugung und weiß, dass ich nichts Unrechtes getan habe, aber nicht alles richtig war, was ich getan habe.
Schausten: Waren Sie es bisher nicht? Ein guter Bundespräsident?
Wulff: Doch, aber es wird ja im Moment gerade über die letzten Wochen gesprochen und da steht es in Abrede und man muss am Ende nach fünf Jahren bewerten und beurteilen.
Ich glaube auch vor drei Wochen über die ersten anderthalb Jahre wäre ein gutes Urteil ausgefallen.

Für mich ist schon erstaunlich, wie Wulff sich selbst lobt und über sich selbst ein Urteil spricht, in dem er ein „guter Präsident“ ist. Das widerspricht meiner Meinung nach auch extrem seiner Aussage, er habe nicht über Rücktritt nachgedacht. Denn wäre er der Präsident, der er vorgibt zu sein, muss er vor allem sich selbst gegenüber eine sehr hohe moralische Messlatte anlegen.

Das hat er in der jüngsten Vergangenheit nicht getan und ich habe den Eindruck, dass er schon in der ersten Fragerunde zu einer Lüge als Antwort greift. Irrtum vorbehalten.

Interessant ist direkt der Hinweis auf all die Menschen, die ihn vorgeblich unterstützen. SO überzeugt ist er dann wohl doch nicht von sich selbst, dass er die anonyme Gruppe der Unterstützer prominent positionieren muss.

Übrigens, wie ein roter Faden zieht sich der Begriff „Freunde“ durch das Interview. Der mich schmerzlich an die Übersetzung „Amigo“ erinnern möchte.

Wulff: Wenn Sie die Erfahrung machen, dass privateste Dinge aus dem privatesten Bereich, zum Teil Jahrzehnte zurückliegend, aus einer schwierigen Kindheit, einer schwierigen Familie, öffentlich gemacht werden und Sie kurz vor Veröffentlichung mit den Fakten konfrontiert werden, dann ist es doch normal, dass man darum bittet, noch ‘mal ein Gespräch zu führen.

Wenn es Fakten sind, sind es Fakten. Wulff sagt hier nicht, dass es sich um Unwahrheiten handeln würde. Ist es aber dann „normal“ „ein Gespräch zu führen“? Ihm muss klar sein, dass es keine Handhabe gegen die Berichterstattung gibt, sofern sie ihn eben nicht verleumdet. Also ist doch m. M. n. der einzige Sinn und Zweck eines solchen Gesprächs – noch dazu am Amtssitz – die Präsentation der eigenen Machtstellung, oder?

Und man muss es doch sehen, 2008 war die Bankenkrise, da wollte Frau Geerkens das Geld bei mir anlegen, zu diesen Zinsen, weil in der Bankenwelt das so auch gar nicht ohne weiteres realisierbar war.

Also eigentlich war das kein Kredit, sondern Wulff war so großzügig? Natürlich wäre der von Wulff gezahlte Zins auch am Kapitalmarkt möglich gewesen. Interessant ist, wie Wulff hier versucht ein „Geschäft auf Gegenseitigkeit“ aufzubauen. Die Frage ist: Warum hätte die Frau Geerkens das machen sollen? Denn anders als die Bank bei der Besicherung des folgenden Kredits, sind die Durchgriffsmöglichkeiten bei solchen privaten Krediten durchaus schwieriger zu realisieren. Frau Geerkens ging also ein höheres Risiko ein.

Und so weiter und so fort.

Das Interview war nicht so bissig, wie es vielleicht hätte sein müssen. Und in meinen Augen hat Wulff genau gar nichts (neues) gesagt. Und zeigt sich damit als Vollblutpolitiker.

Aber genug von mir. Gehet hin und leset: Klick!

 

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