Die CDU Voerde. Opferdenken in Reinkultur

1. Mai 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Die CDU in Voerde irritiert mich immer mehr.

Vorige Tage kam ja der nächste „Schachzug“ und ohne jede politische Diskussion stellte man in der Presse die beiden Dezernentenstellen in Voerde in Frage. In der RP las sich das so:

Mittlerweile wird der Verzicht auf die beiden Dezernentenstellen, die gegenwärtig mit Simone Kaspar als Kämmerin und dem Ersten Beigeordneten Wilfried Limke besetzt sind, ernsthaft erwogen. „Dieser Gedanke ist nicht unsexy“, erklärte gestern Bernd Altmeppen, CDU-Ratsmitglied und christdemokratischer Parteichef.

und in der NRZ so:

Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Georg Schneider ist die Abschaffung der Beigeordnetenstellen eine Facette in der Gesamtbetrachtung darüber, wie die Voerder Verwaltung zukunftsfähig aufgestellt werden kann. „Wir wollen endlich vernünftig über das Thema Personal reden“, fordert er. Aus seiner Sicht fehlt bei SPD und Grünen dazu bislang die Bereitschaft. Was soll die Stadt leisten und was nicht mehr? – dazu erwarte die CDU zeitnah Aussagen vom Bürgermeister.

Das ist in meinen Augen relativ eindeutig in seiner Aussage. Ich persönlich sehe das auch im Kontext zur Diskussion um die Kämmerin (und Beigeordnete) Kaspar. Denn hier zitiert die NRZ Herrn Hülser (CDU) wie folgt:

Das Verhältnis zwischen der CDU und ihrer ehemaligen Bürgermeisterkandidatin Simone Kaspar ist spätestens seit der Diskussion um die Grundsteuer-B-Anhebung merklich abgekühlt. (…)

CDU-Fraktionsvize Ingo Hülser machte im Telefongespräch mit der NRZ keinen Hehl daraus, dass es zwischen seiner Partei und Simone Kaspar inzwischen große Differenzen gibt: „Natürlich sind da Risse entstanden, die im Moment nicht zu kitten sind.“

Wenig Überraschend sind nicht nur wir Grüne „not amused“ über diesen reichlich merkwürdigen Vorschlag. Auch die SPD bezieht auf Facebook sehr klar Stellung:

Mit Befremden musste die SPD Fraktion zur Kenntnis nehmen, dass die Gruppe aus CDU, WGV, Linken und weitere Einzelmitgliedern scheinbar kein Vertrauen in die Kämmerin Simone Kaspar und den Dezernenten Wilfried Limke mehr haben. Anders ist die klare Positionierung gegen die jetzige Aufgabenteilung im Verwaltungsvorstand nicht zu verstehen.

Das die SPD hier eine Verbindung zu dem „Theater“ um die Kämmerin sieht, ist ja eigentlich naheliegend. Der Gedanke kam mir auch. Dabei habe ich aber die CDU unterschätzt. Denn in einem höchst denkwürdigen Beitrag äußert sich nun Herr Hüler. Screenshot als Veränderungssperre:

Screeenshot Facebook 01.05.2006 - 18.45

Der arme Herr Hülser fühlt sich Diffamiert. Denn

Mich macht betroffen, dass sich die Stellungnahme im Kern auf eine Unterstellung und schlichtweg falsche Behauptung stützt. Dort heiß es, dass scheinbar kein Vertrauen in die Kämmerin Simone Kaspar und den Dezernenten Wilfried Limke mehr besteht. Mit keinem Wort haben meine Fraktionskollegen einen persönlichen Bezug hergestellt oder versucht den Eindruck zu erwecken, kein Vertrauen mehr zu haben.

Nochmal das Zitat aus der NRZ:

CDU-Fraktionsvize Ingo Hülser machte im Telefongespräch mit der NRZ keinen Hehl daraus, dass es zwischen seiner Partei und Simone Kaspar inzwischen große Differenzen gibt: „Natürlich sind da Risse entstanden, die im Moment nicht zu kitten sind.“

Also für mich wirft das schon einige Fragen auf. Interessant auch die Opfer-Rolle in der sich Herr Hülser, bzw. die CDU sich sieht:

„Ist das ein Einstieg in respektvollen Austausch und entspricht das dem respektvollen Umgang miteinander, der hier gefordert wird?

Ein wenig selbstkritisch könnte sich die CDU jetzt fragen ob es „respektvoller Umgang“ ist, nicht in den politischen Gremien solche Vorschläge vorzustellen und zu diskutieren. Sondern sie direkt an die Presse zu geben – wohl wissend das es ein dickes Veto anderer politischer Parteien gibt.

Auf der anderen Seite muss man Herrn Hülser konstatieren, dass er sich selbst treu bleibt. Ich verweise auf seine, in meinen Augen, unglücklichen Einlassungen auf Facebook zur Grundsteuererhöhung.

Das Ingo Hülser übrigens in dem oben eingebundenen Screenshot zu erst ablehnt, dass es überhaupt was mit dem Verhältnis zwischen CDU und Frau Kaspar zu tun hat – uind dann am Ende noch mal das Thema aufgreift, ist da nur eine amüsante Randnotiz.

Hey CDU Voerde,

„Get your shit together“, wie man im Internet sagt.

Und klärt mal ab, wer von Euch wann was in die Öffentlichkeit bläst. Denn das Internet vergisst nur sehr selten. Und so lange ihr Euch so aufführt, wird auch wenig Interesse sein, mit Euch zusammen zu arbeiten.

Was total Banane ist, weil es Themen in Voerde gibt (Sportpark, Schwimmbäder, B8 und so weiter) in denen wir dringend zusammen arbeiten sollten. Und nicht gegeneinander. Dazu gehört aber eben auch, dass ihr mit dem Unsinn aufhört, Dinge in die Welt zu blasen und hinterher auf Opfer zu machen. Macht bitte endlich wieder ernstzunehmende Politik. Das ist es was Voerde braucht.

Nicht Euer Rumjammern.

 

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Ende einer Ära

27. April 2016 2 Kommentare
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Auf der Website der Welt kann man lesen, dass die Konzert-Zeiten für Roxette zu Ende gehen. Das macht mich traurig, was eigentlich komisch ist: ich hatte keine Karten. Um genau zu sein war ich schon ewig auf keinem Konzert mehr. Auch auf keinem von Roxette.

Auf der anderen Seite habe ich ziemlich viele CDs von Roxette. Denn in meiner Jugend fand ich die echt gut. Und es war ein Roxette-Konzert, auf das ich als aller erstes alleine gegangen bin – mein zweiter Konzertbesuch überhaupt. Und es war extrem beeindruckend.

Und irgendwie… zu sehen das ein weiterer Teil meiner Jugend den Bach runter geht, macht ein Mal mehr klar, dass man eigentlich viel zu selten darüber nachdenkt, was man für tolle Momente hatte. Hätte ich damals schon Internet gehabt, ich hätte vielleicht drüber gebloggt. Und könnte heute noch mal lesen, was ich damals dachte.

Denn wenn ich ehrlich bin: Bis zur Konzertabsage hatte ich Roxette irgendwie völlig aus dem Gedächtnis verloren.

Ich glaube heute Abend gibt es ein Glas Wein und „Look Sharp„, meine Lieblings-CD von Roxette. Mit den Freundinnen und Freunden von damals habe ich heute nichts mehr zu tun. Aber ich werde mal an sie denken und vielleicht google ich mal, was der eine oder die andere heute macht. Und erinnere mich an früher.

(Scheiße, wenn man so was bloggt, fühlt man sich schon ziemlich alt…)

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Börse: Gaga ist gar kein Ausdruck mehr

27. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Heute morgen fette Headline, unter anderem bei der Frankfurter Rundschau:

Twitter-Quartalszahlen enttäuschen Anleger

und dann im Text:

Zwar legte der Umsatz in den drei Monaten bis Ende März verglichen mit dem Vorjahreswert um 36 Prozent auf 594,5 Millionen Dollar (526,4 Mio Euro) zu, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Analysten hatten jedoch mit einem wesentlich höheren Wert gerechnet. Besonders enttäuschend: Die Werbeerlöse, Twitters wichtigste Geldquelle, wuchsen nur noch um 37 Prozent auf 595 Millionen Dollar. Im Vorquartal hatte es hier noch ein Plus von 48 Prozent gegeben.

Entschuldigung, das ist doch nicht mehr normal. Ein Umsatzplus von 36% und ein Wachstum der Werbeerlöse um 37%. Und die Börse ist unzufrieden, die Anleger sind enttäuscht.

Was für ein unfassbarer Schwachsinn.

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HARDCORE Henry

25. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Erinnert Ihr Euch noch an Crank (2006) und Crank (2009)? Oder „Der 6 Millionen Dollar-Mann“?

Stellt Euch vor, Ihr gebt das als „Quellmaterial“ ein paar russichen Filmemachern. Dann lasst Ihr sie mit Bewußtseinsverändernden Medikamenten experimentieren und 24h am Stück einen EGO-Shooter spielen.

Das Ergebnis ist HARDCORE Henry:

Ein Film der auf so vielen Ebenen dermaßen absurd ist, dass man gar nicht weiß, was man sagen soll. Der so schlecht ist, dass man schreiend aus dem Kino rennen möchte und so kurios, dass man bis zum Abspann sitzen bleibt.

Wenn es einen besten schlechtesten Film 2015 geben würde, wäre er ein heißer Kandidat. So kann man vielleicht noch sagen: Das ist also dieses „Kunst“ 😉

Wer  mutig ist, sollte den Film gucken. Wer bei klarem Verstand ist, sollte ihn auf keinen Fall gucken.

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Fracking… was kann da schon schief gehen?

24. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Die FDP will das Bedingungslose Grundeinkommen und Schäubel dagegen…. ach…

21. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Wir leben in einer Welt, in der durch moderne Technik und Organisation mehr Arbeitsplätze „vernichtet“ werden, als geschaffen. Gleichzeitig steigt aber der vorhandene Wohlstand, wenn auch ungleich verteilt. Ein Lösungsansatz könnte das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) sein, dass jetzt sogar in der Schweiz zur Diskussion steht.

Entsprechend irritiert, aber grundsätzlich positiv überrascht war ich, als ausgerechnet die FDP jetzt einen Vorstoß für ein „BGE-Light“ wagte. In der Welt konnte ich lesen:

 Vor dem Hintergrund der veränderten Arbeitswelt macht sich die FDP für einen radikalen Kurswechsel in der Rentenpolitik stark. Ein entsprechender Antrag, der der „Welt“ vorliegt, soll beim Bundesparteitag am kommenden Wochenende verabschiedet werden. Danach soll das starre Renteneintrittsalter abgeschafft werden. Ab dem 60. Lebensjahr soll jeder Arbeitnehmer selbst entscheiden können, ob und wann er in den Ruhestand geht.

Die Hinzuverdienstgrenzen sollen wegfallen, sodass das Arbeiten für Rentner attraktiver wird. „Wer seine Rente früher bezieht, erhält eine geringere Rente, wer später in Rente geht, eine höhere“, heißt es in dem Antrag. Die Berechnung erfolge über einen „jahrgangsindividuellen Faktor“, der sich aus der Lebenserwartung der jeweiligen Generation ergebe.

Das ist für die Rente das, was das BGE für alle sein will: Es gibt einen finanziellen Grundstock, mit dem man (gut!) leben kann. Will ein Arbeitgeber einen klugen Kopf, zahlt er auf das BGE drauf, also weniger als ein Gehalt. Muss aber genug zahlen um den BGE-Bezieher zu motivieren. Eigentlich eine klasse Sache.

Ein bisschen Schade ist, dass die FDP das für die Rente derzeit anspricht und nicht generell.

Denn in der EU ist ja zum Beispiel die Jugendarbeitslosigkeit ein Problem. Will ich aber, dass die weniger werdenden Stellen durch jüngere Leute besetzt werden, muss ich dafür sorgen, dass die älteren Arbeitnehmer sich früher in ein entspanntes Rentenleben verabschieden und damit die Stellen frei machen.

Das liegt ja eigentlich auf der Hand. Deswegen könnte man erstaunt sein, wenn Schäuble das Gegenteil in der FAZ fordert:

Finanzminister Schäuble warnt vor den Folgen der Alterung und wirbt für ein höheres Renteneintrittsalter. Die Junge Union hat sogar schon einen konkreten Vorschlag.

Das ist natürlich absolut unklug und kann eigentlich nur dadurch erklärt werden, dass es die Rentenkassen erleichtert, wenn die Menschen sich zu Tode arbeiten. Aber gut, CDU halt. Die Junge Union steht da natürlich in nix nach:

Deren Vorsitzender Paul Ziemiak schlägt in einem Beitrag für die „Rheinische Post“ vor, das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre zu erhöhen

Bleibt die Frage ob die FDP wirklich an das BGE gedacht hat. Oder das einfach als Sprungbrett für die alte Laier der privaten Vorsorge nutzen will. Vermutlich letzteres, aber es ist trotzdem gut, wenn das Thema ein Mal mehr auf’s Tablett gelegt wird.

Denn machen wir uns nix vor: Wir werden etwas ändern müssen.

Und noch haben wir die Wahl. Ob im Sinne der Menschen oder im Sinne der CDU.

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Dinge aus dem All betrachtet

20. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Es gibt Tweets die leitet man gerne weiter.

Und es gibt Tweets, die einem vor Augen halten, was man weiß. Und trotzdem immer wieder verdrängt.

Aktulles Beispiel ist dieser Tweet von Alexander Gerst:

Das machen wir. Die Krone der Schöpfung, wie wir uns gerne nennen.

Danke, RWE

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Deutschland. Autoland.

20. April 2016 3 Kommentare
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Irgendwie hält sich ja die Mär vom Autoland Deutschland.

Der freien Fahrt für freie Bürger.

Das wir mittlerweile mehr Fahrräder als Autos besitzen, ist da sicherlich nur eine Randnotiz. Mehr im Mittelpunkt sollte aber schon stehen, dass der MIV (Motorisierte Individual-Verkehr) auch beim Klimaschutz eine Rolle spielt.

Während der Energie-Bereich dank der Eneuerbaren hiere zu einem europaweiten Vorzeigeprojekt wird, ist erfreulich. Ein bisschen Schade ist, dass im Verkehrsbereich noch keine wesentliche Änderung in Sicht ist.

Um genau zu sein ist eigentlich das Gegenteil der Fall:

Was Deutschland braucht ist eine moderne Infrastruktur, die aus der Kombination ÖPNV + Fahrrad + Auto das Maximum heraus holt. Wir brauchen Anreize mit dem Rad zu fahren und wir brauchen einen guten ÖPNV. Das Auto muss das „Letzte Mittel“ sein für alles, was nicht mit dem Rad, Bus und Bahn zu erledigen ist.

Wir brauchen Anreize für Arbeitgeber, Fahrradreundlich zu planen. Das schließt Stellplätze, Duschen und Umkleinen mit ein. Wir brauchen Steueranreize für Menschen die das Rad zur Arbeit nutzen. Ebenso brauchen wir genug Kapazitäten um z. B. bei schlechtem Wetter auch mit dem Rad auf Bus und Bahn ausweichen zu können.

Wir brauchen einen Bund der sich bemüht, den MIV zu reduzieren. Zum Beispiel in dem als Vorreiter (Öffentlicher Dienst) und durch Steueranreize Dinge fördert die Verkehr vermeiden, wie zum Beispiel Telearbeit.

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, die sich mit wenig bis gar keinem Aufwand umsetzen ließen. Das Ziel wäre mannigfaltig: Die Luft wäre besser, die Menschen würden entspannter sein, der MIV würde abnehmen und alle hätten was davon.

Statt dessen aber plant der Bund munter neue Monster-Straßen für noch mehr Autos. Und damit die Autos auch irgendwo her kommen, werden gleich wieder Subventionen für die Autoindustrie geschaffen – auf Kosten aller Steuerzahler.

Das ist dermaßen wenig zukunftsweisend, dass man es schon getrost als modernen Rückschritt bezeichnen kann. Es ist Ausdruck einer Bundespolitik, die das Wohl von VW, BMW, Mercedes; so wie RWE, E-On und Vattenfall im Auge hat.

Das ist keine zukunftsweisende Politik, von der Menschen, Umwelt und Gesellschaft profitieren würden.

Das ist, zusammengefasst, dumm.

 

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Der Terrorismus, die Bekämpfung und die Verfassung

20. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Mal wieder. Und in schöner Regelmäßigkeit: Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) zerlegt ein Gesetz der CDU-dominierten Regierung. Mal wieder ein Überwachungsgesetz.

Die Frankfurter Allgemeine dazu:

Das Gesetz zur Terrorismusbekämpfung durch das Bundeskriminalamt (BKA) ist in weiten Teilen verfassungswidrig. Das gab das Bundesverfassungsgericht am Mittwoch in Karlsruhe bekannt. Das Gesetz muss bis Ende Juni 2018 stark nachgebessert werden. (…)

Die konkrete Ausgestaltung der Befugnisse durch den Gesetzgeber sei aber in verschiedener Hinsicht ungenügend. (…)

Der Senat habe „in etlichen Einzelvorschriften unverhältnismäßige Eingriffe festgestellt“. (…) Insbesondere treffe das Gericht erstmals Aussagen zur Übermittlung von Daten ins Ausland.

Wer verwundert ist, dass erneut das Bundesverfassungsgericht (mit Ansage!) hier das letzte Bollwerk der Bürger vor dem Überwachungswahn der Bundesregierung ist, der hebe die Hand. Niemand? Das überrascht nicht.

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Sei auf der Hut – und gewiss: WIR beobachten dich.

18. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Es scheint für unsere Regierung zunehmend problematisch zu sein, dass Menschen sich anonym bewegen wollen. Anonym Geld (bar) übergeben? Ein Unding. Anonym Telefonieren? Ach hör auf. Unbeobachtet Auto fahren? Terrorist, ganz klar.

Und jetzt neu im Theater: die flächendeckende Rund-um-die-Uhr-Überwachung des ÖPNV.

Völlig unbestritten mag Videoaufzeichnung im Einzelfall helfen, Täter zu finden. Aber Taten verhindern? Kaum. Und das all die Überwachung vor Terror schützt, glaubt doch allenfalls jemand, der auch glaubt was in der Bild-Zeitung steht.

Bleibt also die Frage nach dem Warum. Dem Motiv.

Was verspricht sich der Staat davon, wenn sie ihre Bürger auf Schritt und Tritt überwacht? Baustein für Baustein eine Gesellschaft baut in der Verdächtig wirkt, der sich der Überwachung entzieht?

Und warum scheint es, mit wenigen Ausnahmen, niemanden zu stören?

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Wenn Extrem nicht mehr reicht…

17. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Wer ins Fernseh will, muss dem Zuschauer etwas bieten.

Und der Zuschauer hat Erwartungen.

Kategoriensoziologie Tags:

„EFF würdigt WhatsApp“ – I don’t get it?

13. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Heise hat in den letzten Tagen eine Reihe von Artikeln zu WhatsApp veröffentlicht, die sich mit der nun verfügbaren Verschlüsselung beschäftigen. Der letzte Artikel beleuchtet dabei das Lob, dass die EFF nun ausgesprochen hat:

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) lobt neben der „starken Verschlüsselung“ von WhatsApp auch die einfache Handhabung: Wer den Krypto-Messenger benutzt, muss sich nicht mit der Schlüssel-Verwaltung herumschlagen, sondern versendet Nachrichten wie gewohnt; nur sind diese jetzt Ende-zu-Ende verschlüsselt. Dabei hebt die EFF besonders hervor, dass wenn ein Schlüssel kompromittiert wird, Chats aus der Vergangenheit dank Forward Secrecy (durch Axolotl Ratcheting) verschlüsselt bleiben.

Wenn man sich dann aber die verlinkte Quelle ansieht, wird schnell deutlich: WhatsApp ist ein Nachzügler: Es macht nichts besser als viele andere, manches schlechter und ist bei den Dingen für die es nun gelobt wird, Nachzügler.

Außerdem bleibt eine wichtige Frage ungeklärt:

Facebook macht nichts umsonst. Wenn man also jetzt darauf verzichtet, die Kommunikationsinhalte auswerten zu können, bleibt die Frage warum. Mögliche Antworten wären, dass der Druck durch Abwanderung zu groß wurde. Schließlich gibt es mit Threema und Co ebenbürtige Mitspieler.

Oder das es Facebook in dem Fall sogar genügt zu wissen, wer mit wem. Denn es steht leider nirgendwo geschrieben, dass Facebook sich nicht mehr den Vollzugriff auf das Adressbuch genehmigt. Oder das Facebook nicht die Verbindungsdaten mitschneidet und auswertet. Denn auch wenn man nicht den Inhalt der Nachricht sehen kann, so weiß FB doch sehr genau wer wem wann wo geschrieben hat.

Und dann so euphorisch wegen einer Barcode-Authentifizierung, die es anderswo schon seit Jahren gibt… es ist mir ein Rätsel.

Einzige Erklärung die ich für das wenig kritische Verhalten von Heise und das überschwängliche Lob der EFF habe ist, dass jetzt die Kommunikation auch der Menschen verschlüsselt wird, denen es bisher völlig egal war. Nicht zu kompliziert, denn auch Threema und Co machen das transaprent und ohne zutun. Einfach egal.

Naja,

wie die Überschrift schon sagt: Ich versteh es nicht. Andersherum gibt es in der Erziehung wohl auch den Trend alle zu loben. Selbst den, der als letztes über die Ziellinie kommt.

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Apple, Zensur und Fragen

12. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Ich teste gerade u. a. die Beta-Version einer VPN-Software. Im Rahmen des heutigen Updates steht im Changelog:

„Bypass censorship“ profile removed, as requested by Apple, in accordance with the Apple Review Guidelines.

Die Profile sollen dem Nutzer erlauben, ohne tiefe Kenntnisse die „richtige“ Stufe der Anonymität, bzw. die richtigen Einstellungen zu wählen. Bei diesem Profil zum Beispiel geht es logischer Weise darum einen VPN-Server in einem Land zu wählen, dass weniger Restriktionen vorsieht:

Anti-Censorship
The main purpose here is to simply get a server which is NOT located in your country in order to simulate a location outside of your country. As this feature will be available free forever, it will not contain additional features like ad blocker etc. It’s our gift to citizens in countries which suffer from censorship.

Was mich irritiert ist, dass nicht die Funktionen entfernt wurden. Nur das Profil. Also nur die Voreinstellung und der Name….

 

hmmm….

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Out-Put

11. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Ende letzten Jahres ist mir aufgefallen, dass ich meine Blogs sträflich vernachlässigt habe. Und ich habe mir gedacht (naja, vielleicht so was wie ein guter Vorsatz), dass ich dieses Jahr mal wieder mehr blogge.

Bis jetzt klappt das auch ganz gut. hab gerade mal nachgesehen:

Mal gucken ob das auch im Rest des Jahres so bleibt. Die Lesezahlen jedenfalls erholen sich gaaaaanz langsam von der langen Abstinenz. Wobei sie natürlich deutlich niedriger sind als zu den Zeiten, als ich jeden Furz auf Facebook verbreitet habe. Aber vor allem im Geocaching-Bereich kommt immer mehr über die Link-Aggregatoren. Ist ja auch was.

blog

Und wenn man davon ausgeht, dass ich ja nicht bezahlt werde für Aufrufe meiner Seiten, ist es letztlich auch egal ob 50 Treue oder 200 Zufallsleser hier vorbei schauen. Das Einzige, was sich in all den Jahren nicht geändert hat (dieser Blog hier besteht ja seit Mitte 2005) ist, dass meine Leser extrem kommentarfaul sind 😉

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Quo Vadis, Facebook?

11. April 2016 Kommentare ausgeschaltet
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Im Januar 2014 konnte man auf Golem lesen, dass Facebook in weniger als 5 Jahren das Schicksal diverser sozialer Netze teilen würde. Das ist in sofern interessant, als das heute, also 2 Jahre später, die SZ eine interessante Entwicklung dokumentiert:

Besonders dramatisch wirkt sich der Rückgang beim sogenannten „original broadcasting sharing“ aus.

Es geht also nicht um die üblichen viralen Videos, die schon Dutzende Male wiedergekäut wurden, sondern vor allem um die von den Nutzern selbst produzierten Inhalte. All die Babybilder, Hochzeitsfotos und anderweitige Erfolgsbeweise, bei denen man schon fast automatisch auf „Gefällt mir“ klickt – 21 Prozent weniger wurden im vergangenen Jahr auf Facebook verbreitet.

Das ist natürlich spannend zu beobachten. Die Frage ist ja, ob Facebook Neulinge nicht schlichtweg überfrachtet, während sich Twitter und Snapchat auf das Wesentliche konzentieren. Möglicherweise wird Facebook ja ein Opfer der eigenen Strategie, die einzige Seite im Netz zu sein, auf der man sich aufhalten will und muss.

Dem „Internet“ wäre es zu wünschen 🙂

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