Blackout als Druckmittel?

Ich bin jetzt mal Verschwörungs- Theoretiker:

Wäre ich einer der Big-4 Stromerzeuger, würde ich nicht zu viel unternehmen, um einen totalen Stromausfall zu verhindern. Ganz gleich ob durch Netzüberlastung oder Mangelversorgung auf der Produktionsseite.

Denn ein solcher Blackout wäre das perfekte Argument für neue Großkraftwerke oder gar den Ausstieg aus dem Ausstieg. Denn die Stimmung in der Bevölkerung würde in der Panik vor Wohlstandsverlust schnell kippen: Von Vernunft zu Angst und bei Angst ist fast alles möglich. Die Politik sähe sich zu schnellem Handeln gezwungen und die Kraftwerksbetreiber würden die Lösung bieten:

Ein Wiederanfahren von alten AKW oder der möglichst schnelle und reibungslose Neubau von CO2-Schleudern.

Es gibt so Momente, da wünsche ich mir Unrecht zu haben. Dies ist einer.

Fukushima strahlt um die Welt

Wer glaubt, Fukushima sei vorbei, nur weil es nicht mehr in der Presse auf der Seite 1 steht, der irrt vermutlich.

Nach wie vor ist die Katastrophe nicht beseitigt und die Folgen weiten sich aus. Aktuell wird in Thunfischen vor der West-Küste der USA eine erhöhte Radioaktivität festgestellt, die sich direkt auf den Unglücksreaktor zurückführen läßt.

Die Welt dazu:

In Thunfischen vor der US-Küste sind radioaktive Stoffe nachgewiesen worden, die bei der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima freigesetzt wurden. Die im August 2011 vor der kalifornischen Küste gefangenen Blauflossen-Thunfische seien deutlich stärker mit Cäsium 137 als 2008 gefangene Fische sowie mit Cäsium 134 belastet gewesen, berichten Forscher um Daniel Madigan von der Stanford University (US-Staat Kalifornien) in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („PNAS“). Im März 2011 waren nach einem verheerenden Tsunami im Kernkraftwerk Fukushima große Mengen Radioaktivität freigesetzt und auch ins Meer gespült worden.

Daran wird deutlich, dass der Ausstieg aus der Atomkraft in Deutschland zwar ein wichtiger und richtiger Schritt ist – aber nicht der letzte sein darf. Ziel muss es sein, global aus der Atomenergie aus zu steigen. Ein Anfang wäre dabei, dass die deutsche Bundesregierung nicht weiter den Bau von neuen Kraftwerken mit Garantien absichert…

Ökostrom macht den Strom teuer!

Kein Witz. Mein ich so, wie es da steht. Ganz genau so!

Wie das sein kann? Wo ich doch sonst immer das Gegenteil behaupte und sogar erst Gestern den Grünen im Kreis Wesel bei einer entsprechenden Pressemitteilung geholfen habe? In der  ich dann behaupte, dass die Industrie nicht unter realen Strompreiserhöhungen wegen Ökostrom zu leiden hat? Nun, das kann sein,weil…

Wenn man sich die Energielandschaft in Deutschland anschaut, wird diese von einem Oligopol beherrscht. Den Big-4, wie man sie liebevoll nennt. Und die jammern unter anderem über einbrechende Gewinne wegen des Wegfalls des Atomstroms. Nicht über Verluste. Über Gewinneinbußen.

Und genau diese Big 4 haben kein, aber auch gar kein Interesse an dezentraler Stromerzeugung durch viele kleine Quellen. Die wollen große Anlagen, die man nur zentral steuern kann und die viel Gewinn abwerfen. Damit das schnell geht, mit dem Gewinn, braucht man aber eine Möglichkeit bei den Investitionen zu sparen oder den Return on Investment zu erhöhen. Bei den Atomkraftwerken war es vor allem ersteres durch indirekte Subventionen im Bereich Forschung, Endlagerung, Nachlässe bei Versicherungen etc.

Aberdie Großen wären nicht Groß, wenn sie nicht wüßten auch aus Ökostrom eine Cash-Cow zu machen. Und das geht so: Wir bauen riesige Windparks, die so teuer sind, dass sie sich nur für Großkonzerne lohnen und nebenbei die Netzbetreiber belohnen. Dann gehen wir hin und legen die Kosten nicht allein dem Betreiber auf. Sondern frech dreist dem Kunden.

Wer jetzt meint, das kann nicht sein, dem rate ich zwei Artikel in Verbindung zu setzen.

1) Rheinische Post: RWE will Windparks im Meer massiv ausbauen

RWE will sich vom Braunkohle- und Atom-Konzern zum grünen Versorger wandeln. Gestern nahm RWE ein Spezialschiff zur Installation von Offshore-Windparks in Betrieb. Das Schiff hat ausfahrbare Stahlbeine und soll von Bremerhaven aus den Windpark „Nordsee Ost“ errichten, der 30 Kilometer nördlich von Helgoland liegt und künftig 300 000 Haushalte mit Strom versorgen soll.

 

2) Der Westen: Windpark-Umlage läßt Strompreis klettern

Im Gesetzentwurf, der dieser Zeitung vorliegt, heißt es deshalb: „Die Kosten werden im Rahmen einer Offshore-Anbindungsumlage“ bundesweit abgewälzt und in den Stromrechnungen ausgewiesen.

Der Gesetzentwurf kommt dabei aus dem CDU-Bundesumweltministerium (ehemals Röttgen, jetzt Altmaier) und wird den Segen von Mutti haben. Denn Bundeskanzlerin Merkel läßt die Big 4 sicher nicht hängen, nachdem sie den Ausstieg vom Ausstieg aus der Atomenergie ja nicht mehr halten konnte – Angesichts der Katastrophe von Fukushima.

Interessant ist, dass der Westen lediglich die eine, die Rheinische Post lediglich die andere Seite betrachtet. Oder will mir jemand ernsthaft weiß machen, hier handele es sich um eine zufällige Verkettung von Ereignissen?

Was hier passiert, ist das alte Muster von Kosten und Verluste sozialisieren und Gewinne privatisieren. Das ist dann die „Energiewende“ und der „nationale Konsens“, die der neue CDU-Bundesumweltminister Altmaier heute versprach…

Mir hat mal ein NRW-Landtagsabgeordneter der SPD gesagt, wer in der Politik was werden und bleiben will, der legt sich nicht mit RWE an. Ich finde es ist an der Zeit, daran etwas zu ändern!

Energiewende? Nicht mit Merkel und der CDU

Klar, wir steigen aus der Atomenergie aus. Dafür müssen wir jetzt der CDU dankbar sein, die erst den Ausstieg aus dem Ausstieg besiegelte. Um dann vom Ausstieg aus dem Ausstieg wieder auszusteigen.

Leider aber wäre Merkel nicht Merkel und die CDU nicht CDU, wenn das wirklich etwas ändern würde. Statt in neue AKW investiert man dann einfach… richtig in Kohlekraftwerke. Alternativ auch gerne in „Offshore-Windparks“. Die wirken dann Öko, sind aber im Grunde doch wieder nur zentrale Großprojekte.

Telepolis hat noch einmal anläßlich des gestrigen „Energiegipfels“ zusammengefasst, wie die Bundesregierung versucht, die Big Four im Energiemarkt zu schützen, wie sie dezentrale Strukturen zu verhindern versucht und wie sie die Risiken der Atomenergie nach wie vor leugnet:

Merkel mag keine Erneuerbaren

Besser kann man es eigentlich gar nicht zusammenfassen. Und jeder, der am 13. Mai in NRW sein Kreuz bei der CDU macht, unterstützt Merkel und die ihren in ihrem irren Kurs…

 

Fracking bitte nur im Stillen

Wenn Exxon einen Expertenkreis zum Thema Fracking zusammenruft und mit 1.000.000€ fördert, darf man dem Konzern blind vertrauen, dass keine Einflußnahme stattfindet.

Interessant ist dennoch, dass wohl auch kritische Punkte genannt wurden.

Beunruhigend wird es aber, wenn man im Kleingedruckten liest, was uns in Zukunft noch intensiv beschäftigen wird:

Eine grundsätzliche Umweltverträglichkeitsprüfung mit Beteiligung der Öffentlichkeit halten sie nicht für nötig – es soll nur strategische Prüfungen geben, die bestimmte Gebiete als geeignet oder ungeeignet identifizieren.

Das ist wieder urtypisch für das Denken und Handeln solcher Konzerne, nur zu gern bereitwillig von der Politik gedeckt. Nur nicht zu viel prüfen und auf keinen Fall die Betroffenen einbinden. Hier und da mal ein Placebo, das muss dann aber auch reichen.

Wie sagt man im Internet?

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Als erste, einzig richtige und logische Reaktion hat unser grüner NRW-Umweltminister dementsprechend auch das Nein zum Fracking bestätigt:

Nachdem eine vom Energiekonzern Exxon Mobil in Auftrag gegebene Studie dieses Projekt am Mittwoch empfahl, sprach sich NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) gegen die umstrittene Methode zur Erdgasförderung aus. „Selbst die Expertenrunde von Exxon hat festgestellt, dass der Einsatz der umstrittenen Fracking-Methode große Risiken für Mensch und Umwelt birgt“, sagte Remmel Mittwoch in Düsseldorf. Die NRW-Landesregierung sehe sich in ihrer Haltung bestätigt.

Deutschland – Land der verpassten Möglichkeiten?

Es gibt ein paar Dinge, die darf man als Fakten bezeichnen:

  • Braunkohle ist der (fossile) Energieträger mit dem niedrigsten Brennwert
  • Steinkohle aus dem Import wird unter teils unsäglichen Bedingungen gefördert und rund um die Welt verschickt
  • Kohlekraftwerke haben immer (prinzipbedingt) einen niedrigeren Wirkungsgrad als z. B. Gaskraftwerke und sind schlechter zu regeln
  • Wir exportieren heute nach Abschaltung der Atomkraftwerke noch immer 6000 Gigawatt-Stunden elektrischen Strom

Viel spricht dafür, Kohle als nächsten Energieträger auf die Liste der aussterbenden Technologien zu setzen. Leider sehen das aber nicht alle so und deswegen twittert Oliver Krischer gerade aus dem Bundestag:

#CDUCSU#FDP lehnen im Umweltausschuss Neubauverbot für Kohlekraftwerke ab. In Deutschland unmöglich, in #USA beschlossen. #Grüne#Bundestag

Eine Chance weniger. Mal wieder. 🙁

Ein Radweg, sie alle zu (ver-)binden

Ich freue mich gerade über die Planungen, einen Radweg von Duisburg bis Hamm zu bauen.  Schade, dass man schon wieder anfängt, das Thema zu zerreden, bevor es überhaupt richtig in Fahrt gekommen ist.

Für die strategische Infrastruktur wäre das, nicht nur wegen der steigenden Benzinpreise, eine tolle Sache. Zumal mein subjektiver Eindruck ist, dass man derzeit mehr und mehr Menschen wieder auf dem Rad sieht. Teilweise wohl auch dank der neuen Räder mit Elektrischem (Hilfs-)Antrieb.

Was ich jetzt noch toll fänd wäre, wenn die Gemeinden nördlich von Duisburg sich an die Planung anschließen.

Denn mit den schon vorhandenen Radwegen und alten Bahntrassen ließe sich die Strecke nach Norden über Dinslaken, Voerde, Wesel bis nach Holland fortsetzen – und ich denke mal mit einem finanziellen Aufwand weit unter dem, was neue Straßen oder die Betuwe kosten.

Dafür aber mit deutlichem Gewinn für Natur und Gesellschaft.

Die Deutsche Bahn & Betuwe – Salamitaktik in Reinform?

Im Rahmen der „Betuwe“, die mich als Anwohner der Banhstrecke Duisburg-Emmerich ja betrifft, scheint die Bahn weiter auf Zeit und vor allem auf die berühmte Salamitaktik zu setzen.
Statt „einfach“ mal zu sagen was geht und was nicht und statt mal auf die Menschen mit einem großen Schritt zuzugehen, setzt man auf Häppchen. Nur nicht zu viel auf ein Mal.

Dabei geht es nach wie vor um zwei große Streitfragen: Streckensicherheit und Schallschutz.
Bei der Streckensicherheit scheint die Bahn jetzt wieder ein Häppchen anzubieten. So schreibt die RP heute im Print:

Gleichzeitig gibt es erkennbar Bewegung in der Frage der Streckensicherheit. Hier hat sich die Bahn bislang auf ihre gesetzliche Pflicht zurückgezogen. Die Feuerwehren standen mit ihren Anforderungen auf dem Abstellgleis. Beim Betuwe-Gipel in Berlin standen die Signale gestern auf Annäherung.

Dafür zeigt man sich beim Lärmschutz unnachgiebig:

Beim Lärmschutz deute nichts auf einen vorzeitigen Verzicht auf den Schienenbonus (fünf Dezibel) hin. Bahn und Bund hätten betont, dass die am Lärm ausgerichtete Trassengebühr und innovativer Lärmschutz den höheren zulässigen Grenzwert an der Schiene kompensieren könne.

Man beachte die Wortwahl: „Vorzeitigen Verzicht“.

Denn obwohl bekannt ist, dass Lärm krank macht und obwohl bekannt ist, dass die Belastung für die Anwohner der Strecke deutlich steigen wird, ist die Bahn hier wohl der Meinung, dass man den Lärmschutz als Trumpf noch nicht ausspielen will.

Damit belegt die Bahn, ein großer Logistik – Konzern, einmal mehr, dass sie rein betriebswirtschaftlich orientiert denkt und handelt. Damit wird auch klar, warum es ein Fehler ist, Grunddaseinsversorgungen wie Trinkwasser oder eben den ÖPNV zu privatisieren oder auch nur in eine Unternehmensform zu überführen, bei der Gewinnstreben vor sozialen Aspekten steht.

 

Atomenergie: Japan steigt aus (nicht ganz freiwillig)

Ich will nicht so weit gehen zu sagen, dass wäre das Gute im Schlechten – weil es eigentlich keine Kompensation zu der Tragödie von Fukushima geben kann. Trotzdem bin ich gespannt, was nächste Woche passiert, wenn der letzte japanische Reaktor vom Netz geht:

Der japanische Handelsminister Yukio Edano machte es nun offiziell. Ab dem 6. Mai wird Japan atomstromfrei sein – „für einen Moment“, versicherte er. Am 5. Mai wird auch das AKW Tomari wegen der vorgeschriebenen Routineinspektion vom Netz gehen müssen.

Mit der Erklärung wird auch deutlich, dass die japanische Regierung es nicht schaffen wird, die zwei Reaktoren des AKW Oi in der Präfektur Fukui vor der Abschaltung des letzten AKW wieder ans Netz zu bringen, wie dies beabsichtigt war.

(…)

Wenn nun alle 54 AKWs vom Netz sein werden und die Stromversorgung nicht zusammenbricht, wird dies für die Kritiker der Atomenergie ein Erfolg sein. Die Regierung und die Energiekonzerne haben hingegen Druck auf die Wiederinbetriebnahme von AKWs ausgeübt und vor Stromausfällen im Sommer gewarnt, falls es keinen Atomstrom mehr geben sollte.

Quelle: TP

Wenn dann dort das Gleiche passiert wie hier, nämlich nichts, wird es langsam eng für die Atomlobby…

Rückbau von Atomkraftwerken?

Man ist ja von den Betreiberen, Errichtern und Rückbauern von Atomkraftwerken einiges gewöhnt – nicht zuletzt den Versuch, die Kosten für den Rückbau durch die Bevölkerung zahlen zu lassen.

Ein neuer, nicht weniger kurioser und auf jeden Fall erschreckender Vorschlag kommt jetzt aus Hamburg vom stillgelegten Kraftwerk Lubmin: Stehenlassen und hoffen, dass sich das Problem von selbst erledigt!

Die Strategie ist schnell erklärt: Die Gebäude des Atomkraftwerks Lubmin sollen rund 50 Jahre stehen bleiben – so lange, bis die Radioaktivität in Mauern und Böden weitgehend von selbst abgeklungen ist. Danach sollen die AKW-Anlagen wie herkömmliche Häuser abgerissen werden.

Quelle: SPON

Ja ne ist klar. Da ist man dann erst mal Sprachlos..

Willkommen bei der Linken, willkommen im Wahlkampf

In NRW ist – Überraschung – Wahlkampf. Und im Wahlkampf verspricht man viel und man verspricht sich schnell.

Vorreiter im Wahlkampf 2012 ist die Partei die Linke (PDL) mit ihrem Versuch, sich als grüne Partei zu etablieren:

Die Linkspartei will den Abbau rheinischer Braunkohle schnellstmöglich stoppen. Die Braunkohle sei unter den fossilen Energieträgern der größte „Klimakiller“, sagte der Links-Fraktionschef im nordrhein-westfälischen Landtag, Wolfgang Zimmermann, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwochausgabe) laut Vorabbericht. Seine Partei sei für die Energiewende.

Seine Partei sei für die Energiewende? Ja, das mag sein, aber nachrangig. Vorrangig ist die PDL nämlich nur an Regierungsbeteiligung interessiert und dafür wird die Energiewende gern mal bei Seite geschoben. So wie in Brandenburg, wo die Linke sich nämlich aktiv für den Abbau von Braunkohle einsetzt:

Das von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) geführte rot-rote Kabinett ignoriert den überraschenden Radikalbeschluss der Brandenburger Linken für einen Verzicht auf neue Tagebaue und Kohlekraftwerke in der Lausitz sowie ein Ende der Stromexporte aus der Mark. Und wendet so eine Koalitionskrise ab.

Und zwar mit der super Begründung:

Auf PNN-Anfrage bestätigten Vize-Regierungschef Helmuth Markov, Wirtschaftsminister Ralf Christoffers, Umweltministerin Anita Tack (alle Linke) und der neue Landesvorsitzende Stefan Ludwig am Sonntag, dass der Parteibeschluss unmittelbar „keine Auswirkungen auf aktuelles Regierungshandeln“ hat. Begründet wird dies damit, dass der Landesparteitag sich neben dem mit 54 gegen 53 knapp beschlossenen Ja zu einem schnelleren Kohleausstieg in einem zweiten, mit weit größerer Mehrheit gefassten Beschluss (66 Ja, 48 Nein) zum geltenden rot-roten Koalitionsvertrag bekannte.

Man setzt hier also das Wohl der Koalition über Umwelt- und Naturschutz, über Energiewende und Nachhaltigkeit.  Oder anders ausgedrückt: der PDL ist kein Wert so wichtig, wie der persönliche Machterhalt.

Schade eigentlich. Aber nicht verwunderlich.

 

Grüne besichtigen Steinkohlekraftwerk Voerde

Man kann natürlich per Definition gegen alles Mögliche sein. Besser aber ist es, sich intensiv damit zu beschäftigen, was einen stört. Und deswegen haben die Grünen hier in Voerde die Einladung der STEAG Essen angenommen, sich mal das Steinkohlekraftwerk Voerde von Innen anzusehen…

Kleiner „Staunfakt“ am Rande: das Kraftwerk verbrennt täglich(!) zwischen 11 und 20 Tausend(!) Tonnen(!) Steinkohle aus Süd- und Nordamerika, so wie aus Russland. Die Menge muss man sich mal vorstellen…

Windenergie Voerde: Ein Schildbürgerstreich?

Ein Unternehmer hat in Voerde ein Windkraftfeld geplant. In einem als „Vorranggebiet“ ausgewiesenen Gelände wollte er Windkraftanlagen installieren. Das Vorranggebiet, der Name läßt es vermuten, soll vorrangig genau dazu dienen.

Der Haken an der Sache: Das Vorranggebiet für Windkraft ist von Vogelschutzgebieten umgeben.

Und es kommt wie es kommen muss: Das LANUV hat nun begutachtet, dass der Bau von Windkraftanlagen die Wildgänse gefährden könnte.

Beide Behörden führen an, dass durch den Bau der Windkraftanlagen eine „erhebliche Beeinträchtigung“ der nordischen Wildgänse des Vogelschutzgebietes Unterer Niederrhein nicht ausgeschlossen werden könne.

Das ist verwunderlich, denn mir ist noch kein Haufen toter Vögel rund um Windkraftanlagen aufgefallen. Ebenso verstehe ich den Unmut des Unternehmers:

Jansen hält die Einschätzung von LANUV und Kreis für „nicht nachvollziehbar“; er glaubt, dass „persönliche Antipathien gegen Windkraft“ eine Rolle spielen und verweist auf die neu gebaute Rheinbrücke in Wesel. Das Bauwerk stelle mit seiner Höhe und seinen Abspannungen ein „viel viel größeres Hindernis“ für Wildgänse dar. „Die Frage ist, ob da mit gleichen Maßstäben gemessen wird.“

Denn die Brücke ist in der Tag ja gewaltig und steht, so gesehen, mitten im Weg.

Ich glaube nicht, dass das LANUV per se Bedenken gegen Windkraft hat. Allerdings stellen sich schon weitere Fragen. Wie zum Beispiel die, warum ein Steinkohlekraftwerk, dass Jahr für Jahr Millionen von Tonnen CO2 in die Atmosphäre pustet weiter geduldet wird – neue regenerative Energieerzeuger aber mit einem recht schwachen Argument behindert werden.

Auch stellt sich die Frage, ob der damalige Ratsbeschluss nicht angesichts der Flächenverhältnisse an Schilda erinnert:

Die von der Stadt nach einem Ratsbeschluss von 1998 ausgewiesene Konzentrationszone für Windkraft ist nahezu vollständig von Flächen des Vogelschutzgebietes umgeben. Dieses wurde ausgeweitet, als die Windkraft-Vorrangzone in Voerde bereits existierte.

Wusste die Stadt damals nichts von der geplanten Ausweitung? Wenn ja, wieso nicht? Und wieso wurde nicht schon bei der Erweiterung der Schutzflächen das Problem widerstrebender Interessen erkannt und angegangen?

In Voerde ist man jetzt um Schadensbegrenzung bemüht:

Die Stadt Voerde versucht nun, in „absehbarer Zeit“ ein Gespräch zu initiieren, an dem Kreis, Investor und eventuell weitere Behördenvertreter mit am Tisch sitzen, um doch noch eine Lösung in der Sache herbeizuführen. Der Ausgang ist nicht zuletzt auch für sie von großer Bedeutung, geht es doch um die Frage, ob von ihr festgelegte Vorrangzone für Windkraft in der Form überhaupt Sinn macht. „Das würde uns schon treffen“, betont Bürgermeister Leonhard Spitzer mit Blick auf einen negativen Bescheid des Kreises.

Aber ob das letztlich hilft?

Im Zweifel würde man, zu Gunsten des Artenschutzes, die Konzentrationszone (wer hat sich den Begriff eigentlich ausgedacht??) vermutlich verkleinern oder gar aufheben.

Und die Steag wird bis auf  Weiteres das Klima schädigen dürfen…

(Zitate aus einem Artikel auf derWesten)

Gutes Timing :-)

Heute morgen ist im Lokalteil der hiesigen NRZ (offline / online) ein Artikel von mir, bzw. über mich, der sich mit der STEAG befasst, die auch ein Kraftwerk in Voerde betreibt. Ich freue mich darin über das möglicherweise vorgezogene Ende des Kohlesauriers und hoffe auf eine kluge Wahl was die Zukunft angeht.

Das schöne daran ist nicht nur, dass man meinem Artikel einen guten Platz im Lokalteil eingeräumt hat, sondern das ich unwissend auch ein perfektes Timing hatte:

Beginnend auf der Titelseite widmen sich heute mehrere Artikel in der NRZ mit dem Thema Energiesicherheit, Graskraftwerke und Erneuerbare.

Dabei ist natürlich nicht alles 100% in meinem Sinne – aber das macht nichts, denn ich möchte ja meine Mitmenschen zum Mitdenken und Mitreden animieren 🙂

Zum ersten Mal seit langem finde ich, dass sich der Kauf einer Papierzeitung heute morgen gelohnt hat 🙂

Moving Planet gegen Kohlekraft

 

Demonstranten am Kohlekraftwerk Walsum - Foto St. Meiners
Demonstranten am Kohlekraftwerk Walsum – Foto St. Meiners

Am 24.09.2011 fanden weltweit Veranstaltungen des „Moving Planet“ statt. Dabei geht es um die Frage einer Zukunft jenseits der fossilen Brennstoffe. Zahlreiche Veranstaltungen in Deutschland luden zum Mitmachen ein.

In Duisburg rief Greenpeace zusammen mit der Bürgerinitiative gegen den Kohlehafen und der Bürgerinitiative gegen das Kohlekraftwerk Walsum zu einer Fahrradtour vom Kraftwerk Walsum zum Kohlekraftwerk der Steag in Voerde ein. In Voerde wurde die Veranstaltung von den Grünen unterstützt, die auch mit mehreren Mitgliedern der Fraktion eine der größeren Gruppen bildeten. Andere politische Vertreter blieben der Veranstaltung fern.

Leider waren an diesem Tag mit wunderschönem Wetter deutlich weniger Besucher bereit, sich auf ihre Fahrräder zu schwingen, als zur Demo im vergangenen Jahr, die damals die gleiche Route nahm.

Trotzdem fanden sich zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Voerde, Duisburg, Wesel und Essen ein, um dann gemeinsam und Lautstark mit einem Fahrrad-Korso auf das Anliegen des Moving-Planet und vor allem auf das Problem der Kohleverstromung hinzuweisen.

Insgesamt zeigte sich die Veranstalter von Greenpeace zufrieden und auch die Polizei lobte die vorbildliche Planung und das angemessene Verhalten aller Teilnehmer. Auch die Presse war mit Fotografen und das WDR mit einem Kamerateam vor Ort. Lediglich das Fernbleiben der erhofften Teilnehmerzahlen trübte das Bild etwas.