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Artikel Tagged ‘Deutschland’

I, Economy. I am Master. Be my Slave.

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Erst gestern habe ich unter dem Titel “Panik um der Panik Willen?” mich mit der Situation der Beschäftigten beschäftigt. Und heute finde ich bei Fefe einen aktuellen Bericht aus einem amerikanischen Superlagerhaus und über die dortigen Arbeitsbedingungen.

Wirkliche Zweifel an den Schilderungen habe ich nicht. Und auch in Deutschland halte ich das in weiten Teilen für möglich. Was ich jedoch besonders interessant finde ist nicht die spontane Assoziation mit Amazon und Co. Sondern mit der Deutschen Post:

Vor einigen Monaten lief im ARD eine Doku über die “Paketsklaven” bei DHL. Die natürlich nicht bei DHL angestellt waren, sondern bei einem Subunternehmen. Und was lese ich in dem Bericht? Natürlich, dass die Mitarbeiter in den Lagerhäusern über Subunternehmen rein kommen. Aber am spannensten ist doch:

The stuff we order from big online retailers lives in large warehouses, owned and operated either by the retailers themselves or by third-party logistics contractors, a.k.a. 3PLs. These companies often fulfill orders for more than one retailer out of a single warehouse. America’s largest 3PL, Exel, has 86 million square feet of warehouse in North America; it’s a subsidiary of Deutsche Post DHL, which is cute because Deutsche Post is the German post office, which was privatized in the 1990s and bought DHL in 2002, becoming one of the world’s biggest corporate employers.

Und hey. Was in den USA funktioniert, funktioniert fast überall.

Ich frage mich wie wir an einen Punkt kommen konnten, an denen der “freie Markt” bei angebotener und nachgefragter Arbeitsleistung keinen Preis im Equilibrium mehr entstehen läßt. Sondern Leute für Almosen sich selbst bis zur Erschöpfung, vielleicht sogar noch weiter selbst ausbeuten.

Wie können wir Unternehmen erlauben, so mit Mitarbeitern umzugehen? Wie können wir Regierungen erlauben, dies zuzulassen?

Wie können wir selbst die Augen davor verschließen?

 

Politischer Umbruch, politisches Chaos

7. Mai 2012 4 Kommentare
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Was war denn da am Wochenende los?

Zuerst die Wahl in SH. Wieso zum Teufel zieht die FDP wieder in den Landtag ein? Ist der Kubicki so gut? Und wieso will die SPD mit den Dänen eine knappe Mehrheit, statt mit den Piraten?

Dann Griechenland, Erdrutsch-artige Verluste für die beiden großen Parteien. Eigentlich nicht überraschend.

Und Frankreich? Hollande sägt verdient Sarkozy ab und Merkel steht “mit nacktem Arsch an der Wand”, hat sie doch ihr Wohl an den Wahlsieg von Sarko gehängt. Und muss jetzt bangen, wo der wichtigste Partner für die “deutschen Pläne für Europa” erfolgreich in die Wüste geschickt worden ist?

Soweit zum Umbruch,

jetzt zum Chaos:

Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen, wieso lasst Ihr Euch von den Rechten eigentlich so provozieren, dass Steine fliegen und Messer (ausgerechnet!) gegen die Polizei eingesetzt werden? Wie bescheuert und endlos debil ist das denn bitte? Die dummen Nazis stehen da und grinsen sich einen, bekommen sie in Print und TV doch genau das Bild, dass sie wollen: Sie, die friedliebenden deutschen Demonstranten, auf der anderen Seite die aggressiven und gemeinen Ausländer/Andersgläubigen/Fremden. So leid mir das tut, aber die Ausschreitungen in Bonn sind ein klares Nazis 1 : Gesellschaft 0 geworden.

Ohne jede Not, was es so schlimm macht.

Virtueller Haushaltsausgleich in Voerde?

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Manchmal, wenn ich morgens daheim die Zeitung lese, bin ich leicht bis mittelmäßig irritiert.

So auch Heute, bei der Frühstückslektüre von derWesten:

Bei Erträgen von etwa 59,45 Millionen Euro und Aufwendungen von 69,85 Millionen Euro liegt der Fehlbedarf bei 10,4 Millionen Euro. Durch die Ausgleichsrücklage kann das Defizit fiktiv nicht ausgeglichen werden, der Betrag geht in vollem Umfang zu Lasten der allgemeinen Rücklage, wie die Verwaltung erläutert.

“kann das Defizit fiktiv nicht ausgeglichen werden” kann doch eigentlich nur ein Schreibfehler sein, oder? Andersherum kann ich mir vorstellen, dass eine solche Aussage ernst gemeint ist… Dann stellen wir halt fest, dass wir an einem realen Ausgleich gar nicht mehr interessiert sind und selbst ein fiktiver (aka eingebildeter?) Ausgleich nicht mal mehr möglich scheint?

Das wäre dann  beunruhigend.

Das große Aber  ist jedoch, dass Voerdes Haushaltssituation an sich gar nicht so schlimm ist…

Die Sache mit dem Betreuungsgeld

25. April 2012 Keine Kommentare
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Das ist schon kurios… das mit dem Betreuungsgeld.

Es ist ja offensichtlich mal wieder ein Schlag ins Gesicht der Ärmsten, dass ausgerechnet die Bezieher von H-IV ausgeschlossen werden sollen. Also nicht theoretisch, sondern praktisch:

Geben H-IVler ihre Kinder nicht in die Kinderbetreuung, so erhalten sie aus dem Topf des Familienministeriums 100€ jeden Monat. Damit es ihnen aber nicht gut geht und sie das Geld sinnvoll in die Kinder investieren, streicht ihnen das Arbeitsministerium einfach 100€ bei den H-IV-”Bezügen”. (1)

Das könnte man als die “übliche” Taktik betrachten, H-IVler am Boden der Gesellschaft zu halten. Der Spiegel(2) erweckt aber den Eindruck, dass da noch was anderes hinter stecken könnte:

Viele Kritiker befürchten Fehlanreize, da manche Eltern sich wegen der Barleistung dafür entscheiden könnten, ihr Kind nicht in eine Krippe zu geben. Dabei würden gerade Kinder aus prekären Verhältnissen vom Besuch einer solchen Einrichtung besonders profitieren.

Das bedeutet jetzt für mich im Klartext:

Der Bund schafft es nicht, genügend KITA-Plätze zur Verfügung zu stellen. Besser lebenden Eltern (also alles über H-IV-Satz) belohnt der Staat für den Verzicht auf einen rechtlich zugesicherten Kita-Platz mit 100€ im Monat. Er kaufe sich also frei. Aber H-IV-Betreuern unterstellt der Staat pauschal, dass sie weniger geeignet sind, ihre Kinder zu Hause zu betreuen, weswegen bei ihnen die 100€ ein “Fehlanreiz” wären.

Ich halte es da sehr mit Volker Beck (Grüne)(2), wenn er sagt:

Ähnlich argumentierte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck. Die “Herdprämie” sei für Frauen wie die stellvertretende CSU-Generalsekretärin Dorothee Bär “ein schönes Taschengeld”, hieß es in einer Mitteilung Becks. “Die alleinerziehende Mutter mit Hartz IV, für die es nicht genug Kita-Plätze gibt, geht aber leer aus. Der Adjektiv-Rattenschwanz des Betreuungsgeldes mit ‘familienpolitisch falsch’, ‘verfassungsrechtlich bedenklich’, ‘haushaltspolitisch unklar’ erweitert sich nun um ‘unsozial’.”

Und mehr ist dazu wirklich nicht mehr zu sagen. Schwarz-Gelb sollte sich schämen. Aber Moral findet man wohl am allerwenigsten im Bundestag.

 

Danke an @plaetzchen für den Hinweis…

_______________________

Quellen:

1) RP

2) SPON

Rückbau von Atomkraftwerken?

24. April 2012 Keine Kommentare
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Man ist ja von den Betreiberen, Errichtern und Rückbauern von Atomkraftwerken einiges gewöhnt – nicht zuletzt den Versuch, die Kosten für den Rückbau durch die Bevölkerung zahlen zu lassen.

Ein neuer, nicht weniger kurioser und auf jeden Fall erschreckender Vorschlag kommt jetzt aus Hamburg vom stillgelegten Kraftwerk Lubmin: Stehenlassen und hoffen, dass sich das Problem von selbst erledigt!

Die Strategie ist schnell erklärt: Die Gebäude des Atomkraftwerks Lubmin sollen rund 50 Jahre stehen bleiben – so lange, bis die Radioaktivität in Mauern und Böden weitgehend von selbst abgeklungen ist. Danach sollen die AKW-Anlagen wie herkömmliche Häuser abgerissen werden.

Quelle: SPON

Ja ne ist klar. Da ist man dann erst mal Sprachlos..

Internetentwicklungsland Deutschland?

23. April 2012 Keine Kommentare
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Realität in Prag, undenkbar in einer deutschen Großstadt:

Ich war in den vergangenen Tagen ein paar Mal in Prag. Mein Mobilfunkvertrag erlaubt keine Datenübertragung im Ausland – das wäre mir auch zu teuer. Trotzdem hat mir nix gefehlt, weil jedes Restaurant, jedes Cafe und viele Wohnhäuser in Prag offenes WLAN bieten.

Ohne Angst vor dem “Störer”, der Urheberrechte verletztend Kinderpornos raubmörderkpopiert.

Das muss man sich mal vorstellen: Prag, eine Stadt in der auf jeden Einwohner vermutlich mindestens 1000 Touristen am Tag kommen, bietet mir freies Internet an jeder Ecke. Offensichtlich hat man da kein “Problembewußtsein”, was die im allgemeinen bösen Menschen so alles mit dem eigenen Internetzugang anstellen würden. Und eine davon lebende Abmahnindustrie scheint es auch nicht zu geben. Erstaunlich: Trotzdem war das Internet dort nicht krimineller als hier ;-)

Ich lebe in Deutschland also in einem Entwicklungsland. Denn bei uns gibt es “Internet Everywhere” nur für den, der sich einen Mobiltarif erlauben kann. Internet ist hier also eine Geldfrage und den “Wohlhabenden” vorbehalten.

Zum Kotzen. Wird Zeit, dass sich was ändert…

Etwas stimmt nicht in unserer Gesellschaft…

29. März 2012 2 Kommentare
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Wir alle waren mal Kinder. Die Schule mochten viele von uns nicht und Nachmittags hingen wir gerne mal ab. Lungernten rum. Spielten Fußball auf Wiesen, kletterten im Wald und tobten mit den Nachbarskindern durch den Garten von Oma Erna.

Leistungsdruck?

Den gab es. Unsere Eltern sorgten dafür, dass wir regelmäßig zur Schule gingen und im Optimalfall war zumindest ein Elternteil daheim, wenn wir wieder kamen. Es gab Essen, die Hausaufgaben wurden gemacht und der Rest des Tages? Den hatten wir frei.

Dann kam die “Ganztagsschule” und plötzlich war der Nachmittag auch Schule. Dann veränderte sich die Gesellschaft grundlegend und plötzlich kommt kaum eine Familie aus, wenn nur ein Elternteil arbeitet. Und dann verändert sich die Gesellschaft weiter und am Ende…

Am Ende geht es bei Kindern nicht mehr ums Kind sein. Es geht darum, schnell und effektiv ein Leistungsträger zu werden:

Die 14- bis 17-Jährigen in Deutschland stehen unter Druck. Das ist ein Ergebnis der Sinus-Studie. Junge Menschen glauben, dass sie in der Gesellschaft nur dann angesehen werden, wenn sie einen guten Schulabschluss erreichen und auch im Beruf viel leisten. Den meisten ist klar: Sie dürfen keine Zeit vertrödeln und müssen schon früh einen Weg einschlagen, der zu einem guten Job und Erfolg führt.

Teilweise werden auch Tatsachen offenbar, die niemanden überraschen dürften, über die wir trotzdem nicht sprechen. Zum Beispiel Reich vs. Arm:

Die prekären Lebenswelten machen den Autoren der Studie Sorgen. Sie berichten von 14- und 15-jährigen sozial benachteiligten Jugendlichen, die ihre Zukunftschancen bei Null sehen und sich damit abgefunden haben, nach der Schule keine Lehrstelle zu finden und letztendlich in Hartz IV zu landen.

So gebe es beispielsweise Jugendliche, die sagten: “Ich würde die Hartz-IV-Leute, die zu Hause sitzen und keine Lust zum Arbeiten haben, dazu verdonnern, Arbeiten zu müssen. Leute aus niedrigem Stand, unterem Stand, die sich verhalten, als wären sie sonst wer. Das sind zum größten Teil Ausländer, die sich so verhalten, als könnten sie alles und die Welt beherrschen.”

Ich kann nur empfehlen, den Bericht der ARD zu lesen: Klick!

Und vielleicht setzen wir uns dann mal in Ruhe hin und überlegen, ob das denn so richtig sein kann. Ob es das ist, was wir wollen. Und wenn wir feststellen, dass es das nicht ist, sollten wir wohl endlich mal anfangen, das Ruder herum zu reißen.

Die Welt wie wir sie uns machen. Oder: ein typischer Tag?

15. März 2012 Keine Kommentare
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Meine Lieblingskollegin sagt gerade:

“Das ist die Realität die wir uns machen. Haste das Tor nicht gesehen? Da stand “Twilightzone”. Das ist nicht wie ein Gewitter, das einfach kommt – das hier sind wir.”

Tja…

Internet an

Srsly?

Ein Sprecher des Bundesamtes räumte den Vorgang grundsätzlich ein, machte aber zugleich deutlich: „Ein Säugling würde nie allein ohne seine Mutter oder seinen Vater abgeschoben“.

Ja ne, is klar. Geht’s noch? Will man hier die Eltern los werden? Und mal im Ernst: ein acht Monate altes Baby?? Wann genau sind eigentlich die letzten Reste Moral und Anstand auf dem Altar der Bürokratie geopfert worden?

*Klick*

WTF?

Ja, kein Witz. Abstimmungsergebnis zu Gunsten der Content-Mafia: 14 zu 12. Das sind 26 abgegebene Stimmen bei 23 anwesenden Politikern. Kein Grund zur Panik?

Dann nehmen wir auch tiefenentspannt zur Kenntnis, welcher Ausschuss das war:

The final kicker here is that the 113-per-cent voter turnout happened in the Legal Affairs committee (JURI), which has the responsibility of safeguarding the integrity and trustworthiness of the legal framework as a whole in Europe.

*Klick*

  • Sarkozy erhielt 42 Millionen Pfund für seinen Wahlkampf 2007 – von Gaddafi

Also jetzt ist die Schmerzgrenze echt überschritten. Denn natürlich wurde die großzügige Spende erst ausgiebig gereinigt:

At the time Mr Sarkozy was France’s interior minister with well-documented ambitions to succeed Jacques Chirac. Political financing laws ban candidates from receiving cash payments above €7,500 (£6,300) but Mediapart claims that €50 million mentioned in the memo were laundered through bank accounts in Panama and Switzerland.

*Internet off*

Ich mach dann mal das Internet aus und verkriech mich unter meiner Bettdecke. Weckt mich bitte, wenn die Gesellschaft den Sprung in die nächste Entwicklungsstufe geschafft hat und wir wieder etwas haben, dass man guten Gewissens Hochzivilisation nennen kann.

Ansonsten wäre der Weltuntergang 2012 vielleicht doch keine schlechte Idee.

CTF Dinslaken 2012

11. März 2012 3 Kommentare
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Früher, in der guten alten Zeit, bin ich relativ häufig mit dem Rad unterwegs genommen und habe auch an sogenannten RTFs teilgenommen. Quasi “Jedermann-Rennen” ohne Wertung.

Das Ganze gibt es auch für Nicht-Rennradler und nennt sich dann CTF. Und die CTF-Saison 2012  hat der Radsportclub Dinslaken eröffnet – quasi vor meiner Türe. Grund genug, mal wieder den Drahtesel aus dem Keller zu holen und völlig ohne Training mitzuradeln :-)

 

In Dinslaken gab es heute zur Auswahl 33, 46 oder 72km zu fahren. Die 33km waren mir irgendwie soft, die 72 vielleicht ein wenig hart, also habe ich mich auf die 46-KM-Runde (

GPX) gewagt. Und was soll ich sagen? Ohne mich groß anzustrengen, war der Drops schon nach 2:39:58 gelutscht und ich wieder im Ziel.

So viel zu den guten Nachrichten. Kommen wir zu den Schlechten:

Die Organisation der Veranstaltung war absolut verbesserungswürdig. Die Anmeldung lief noch gut, und der Anfang der Strecke auch. Leider wurde das Niveau nicht gehalten:

  • Der erste Verpflegungspunkt kam viel zu früh und vor einer satten Steigung. Absteigen, essen und trinken und ausgekühlt mit vollem Bauch den Berg hoch. Auch wenn sich das übertrieben liest, aber hier hätten den Veranstaltern klar sein müssen, dass das nix taugt.
  • Die Ausschilderung der Strecke: Die Abbiegehinweise der Routen waren zu klein gedruckt – aus der Fahrt gar nicht zu lesen. Das dann die 46km-Runde plötzlich auf die 72km-Runde trifft war ebenfalls suboptimal: da die Schilder keine Hinweise auf die Tour enthielten, wußten viele 46er auf einmal gar nicht mehr, ob sie auf der richtigen Strecke waren.
  • Die Übergänge an den Straßen waren ohne Hilfskräfte des Veranstalters. Und wir sprechen hier von schnell befahrenen Landstraßen, die schnell fahrende Radfahrer kreuzen. Das mindeste wäre hier “Sicherheitspersonal” gewesen.
  • Über lange Streckenabschnitte gab es keine Möglichkeit, schnell an Erste Hilfe zu kommen. Ich habe nicht einen Helfer der einschlägigen Dienste gesehen. Was besonders an den doch heftigeren Stellen im Gelände angebracht gewesen wäre.

Auch zu meinen Mitfahrern muss ich noch ein paar Worte verlieren:

  • Der Mitfahrer, der sich in einem engen Singletrail in die Kurve hockte um Fotos zu machen, hatte wohl den Knall nicht mehr gehört. Ich hätte ihn fast platt gefahren, weil er so unerwartet in einer Kurve auf dem Boden kauerte.
  • Es ist okay, wenn man nicht alle Abfahren fahren will. Niemand muss überall mit dem Rad runter. Wer aber zu Fuß geht, sollte am Rand laufen und auf keinen Fall auf der Abfahrt in der Mitte oder spontan die Seiten tauschen. Die Damen, die ich dabei erlebt habe, haben einige heftige Beinahunfälle ausgelöst.

Dann noch ein Wort zum örtlichen Presseknipser:

Wieso zum Teufel steht der in einer heiklen Fahrsituation am Rand und lenkt die Fahrer durch seine Präsenz (und die seiner Canon) so heftig ab, dass einige die Spur verloren haben und statt auf der Planke plötzlich im Bach standen?

Und dann noch mal zur Orga:

Am Ziel gab es nichts. Außer kostenpflichtigem Essen und Trinken. Liebe Orga, ich erwarte nicht viel für mein Startgeld, aber im Ziel etwas kostenloses (weil ich keinen Bock habe in meinem mit Schlamm versautem Gerödel noch Geld suchen zu müssen) zu trinken und zu essen ist imho das absolute Minimum. Und überhaupt, welche Knallerbse kam eigentlich auf die Idee, an der Verpflegungsstation zwar Kanister mit Getränken, aber keine Becher bereit zu halten? Übrigens: Die Strecke selbst hatte zu viel Straßenelemente. Viel zu viele!

Aber trotz der Kritik hier hat die Runde heute Spaß gemacht. Vor allem zu sehen, dass ich doch noch nicht total eingerostet bin und zu wissen, dass ich die Zeit auf 2h drücken kann. Auch durch den Schlamm zu düsen und hinterher auszusehen wie ein Schwein war durchaus was, dass ich schon lange nicht mehr hatte – an der Stelle dann auch ein Lob an die Organisatoren: Der Kärcher zum Abspritzen der Räder wurde sehr dankbar angenommen.

Fazit:

Auch wenn die Organisation stark verbesserungswürdig und die Teilnahme nicht das Startgeld wert war, hatte ich meinen Spaß. Und… vermutlich fahre ich beim nächsten CTF auch wieder.

 

Lieber VRR…

8. März 2012 Keine Kommentare
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Können wir mal kurz über was reden? Du und ich? Ja? Super! Pass auf, es geht um folgendes:

Du hast eine Lücke in Deinem Angebot. Die ist RIIIIIIIIIIIESIG.

Wieso, fragst Du? Pass auf, deswegen:

Ich würde gerne mit dem Rad im Zug zur Arbeit und dann mit Beinkraft zurück. Nach aktueller Preisstruktur würde ich pro Fahrt 4,90€ für mich und unfassbar unverschämte 3,50€ für mein Rad zahlen. Das zu dem Preis noch nicht mal sitzen darf. Das macht insgesamt dann 8,40€. Soweit kannst Du mir folgen?

Würde ich jetzt 5 Tage die Woche fahren und das 4 Wochen in einem Monat wären das 168,00€.

Wenn ich jetzt eine Monatskarte kaufen will, die die gleiche Leistung pauschal abgilt, dann brauche ich das teurere Ticket 2000 und in meinem Fall (Preisstufe B) kostet das 99,00€. Auf den ersten Blick ist das natürlich fast 70,00€ günstiger, es hat aber trotzdem einen gewaltigen Haken:

Das Ticket2000 richtet sich an Pendler, die beide Richtungen fahren. Ich will aber konsequent nur eine Richtung fahren.

Und hier finde ich jetzt, hast Du eine Lücke im Programm: Alle Deine Monatskarten sind inzwischen RFID-Chipkarten, die ausgelesen wären. Es wäre also ohne Probleme möglich, ein reines Oneway-Biker-Ticket anzubieten. Sagen wir in meinem Fall für 60,00€.

Na, wäre das nix?

Das wäre für uns alle super: Du würdest mehr Fahrgäste wie mich kriegen, die nicht verstehen warum sie ohne Monatskarte so viel bezahlen müssen und bei einer Monatskarte die nicht genutzte Rückfahrt eingepreist haben. Die Umwelt würde davon profitieren, weil die Radler dann “gezwungen” wären den Rückweg auch wirklich mit dem Rad anzutreten – sonst müssten sie ja wieder 8,40€ latzen. Und mir wäre geholfen, weil ich nicht 100€ jeden Monat für eine Leistung zahle, die ich nur zu 50% in Anspruch nehme. Also eine klassische Win-Win-Win-Situation ;-)

Arbeitgeber! Achtet auf Eure Mitarbeiter! (aber nur die muslimischen)

7. März 2012 Keine Kommentare
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Schünemann ist wieder da:

Wie das MigMagazin berichtet, hat Schünemann erkannt, dass der beste Schutz Prävention ist. Prävention habe ich mir allerdings persönlich anders vorgestellt, als Arbeitgeber ihre Mitarbeiter nach einseitigen Kriterien im Auge behalten zu lassen:

Diese sollen in die Lage versetzt werden, „Radikalisierungsprozesse im eigenen Firmenumfeld frühzeitig zu erkennen“, heißt es dazu im Handlungskonzept. Um dieses Ziel zu erreichen, sei vorgesehen, Arbeitgeber für die Themenfelder „Islamismus“ und „Radikalisierung“ zu sensibilisieren.

Alles klar, Herr Schünemann? Vielleicht sollten wir noch mal intensiv über die wirklichen Probleme unserer Gesellschaft reden. Zum Beispiel über die Anzahl Toter durch rechten Extremismus im Vergleich mit “Islamisten” und dem “Linken Terror”?

Aber statt dessen gehen Politiker wie Schünemann (CSU) lieber hin und schüren noch die Vorurteile…

Meine Meinung: Zum Kotzen!

IT-Land Deutschland: Epischer Schwachsinn ist episch

5. März 2012 Keine Kommentare
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Es gibt so Tage, da will man das Internet nicht lesen. Wirklich nicht. Weil einen dann ein solcher Schwachsinn zu überfluten droht, dass man daran zu ersticken scheint.

Als erstes ist da die Sache mit dem B:

FSK B von Henning Tillmann

Wie man in dem Blog von Henning Tillmann und an anderen Stellen lesen kann, hat die CDU sich mal wieder ganz was geniales ausgedacht. Demnach sollen die (ohnehin untauglichen) “Jugendschutzprogramme” demnächsten neben den Altersklassen auch die Klasse “B” für Blogs enthalten. Dazu zitiert Henning aus dem Positionspapier:

So sollte neben den Kennzeichnungen der Altersstufen 6, 12, 16 und 18 eine weitere Kennzeichnung hinzukommen: „B“ für Blogs. Eltern sollten bei den Jugendschutz-Programmen das Alter ihrer Kinder einstellen und zusätzlich entscheiden können, ob auch Angebote mit der Blogger-Kennzeichnung auf dem Computer ihrer Kinder angezeigt werden dürfen – unabhängig von der eingestellten Altersstufe.

Das muss man sich mal vorstellen: hier sollen alle Blogs, unabhängig von der Art des Inhalts, über einen Kamm geschert werden. Was ist das Ziel? Sollen alternative Informationsstränge reduziert werden? Oder soll einfach pauschal die mögliche Reichweite reduziert werden?

Die Angst der Konservativen vor dem Verlust der Meinungsführerschaft im Internet nimmt mittlerweile nur noch groteske Züge an. Es war ja schon ein absurder Gedanken, Blogs nach Altersklassen klassifizieren zu wollen (und wohl nur die Deutschen!), aber jetzt alle pauschal mit einem B zu markieren? Ich höre schon den ersten  mit gelber-Stern-Analogie um die Ecke kommen.

Nicht weniger absurd ist der Plan der Koalition aus CDU und FDP, das sogenannte “Leistungsschutzrecht” einzuführen:

Deshalb sollen Hersteller von Presseerzeugnissen ein eigenes Leistungsschutzrecht für die redaktionell-technische Festlegung journalistischer Beiträge oder kleiner Teile hiervon erhalten. Gewerbliche Anbieter im Netz, wie Suchmaschinenbetreiber und News-Aggregatoren, sollen künftig für die Verbreitung von Presseerzeugnissen (wie Zeitungsartikel) im Internet ein Entgelt an die Verlage zahlen.

Mal eben übersetzt steht da, dass Verlage ihre Texte ins Internet einstellen, durchsuchbar machen (denn die Einbindung in den Index von Suchmaschinen kann man sehr leicht unterbinden, und dann bei Google und Co die Hand aufhalten, wenn diese Surfer auf das Angebot weiterleiten. Diesen Schwachsinn muss man sich einmal vorstellen. Gleichwohl das Modell nicht neu ist, denn im Grunde ist es analog zu den Bestrebungen der GEZ: Zwar gibt es im Internet kein vollwertiges “Rundfunkangebot”, gleichwohl soll man aber dafür bezahlen, denn es könnte ja eines geben.

Ziel des Leistungsschutzrechtes ist es, Betreiber erfolgreicher Finanzierungsmodell wie Google abzustrafen und zu melken, weil man selbst bis heute kein Modell gefunden hat, den erwarteten Gewinn aus dem Internet zu ziehen. Das das möglicherweise an der veränderten Rezeption der Konsumenten liegt, ist den Konzernen nicht bewußt. Hier fährt man, eine erneute Analogie des Handelns, den Kurs der Medienindustrie und versucht, durch unsinnige und schädliche Gesetze das eigene Versagen zu kaschieren und den Cash-Flow zu sichern.

Die dritte, eigentlich unglaubliche, Nachricht des Tages ist von der CeBit:

Das Programm “White IT Edition” soll auf Computern installiert werden und nach Kinderpornographie ausscshau halten:

Mit ihr können sich Nutzer vor dem unbeabsichtigten Zugriff auf kinderpornografische Seiten schützen. Die Software, der kriminelle Vergleichsdaten zugeführt werden sollen, prüft per Hash-Verfahren, ob eine Website kinderpornografische Dateien, Bilder und Videos enthält. Dann werden die Dateien auf der Seite gelöscht oder der Zugriff verweigert. Möglich ist auch, das Programm als Teil eines Betriebssystems zu installieren.

Wenig überraschend ist der Unterstützerkreis, geführt von Uwe Schünemann, Innenminister von Niedersachsen, CDU; so wie BKA und diverse LKA. Und genau hier wird das Problem offenbar, denn diese Software ist der Staatstrojaner in Reinkultur. Warum? Darum:

Zunächst ist es nahezu ausgeschlossen, dass jemand “unbeabsichtigt” Zugriff auf solche Daten erhält. Ich kenne niemandem dem das mal passiert wäre, mich selbst eingeschlossen – als Heavy User, der ich bin. Aber durch das Einspielen von Hash-Werten kann ja auch ganz anderer Content still und heimlich geblockt werden. Mit dem Argument der Kinderpornographie wird man aber natürlich die Datenbank die dahinter liegt geheim halten.

Ein feuchter Traum ist natürlich, dass diese Software Teil des Betriebssystems wird und sich damit der Kontrolle des Nutzers entzieht. Bilder im Internet löschen? Wohl kaum. Dateien auf dem Rechner indizieren und durchsuchen? Schon eher. Intransparent und gefährlich wird hier wieder mit Totschlagargumenten versucht etwas durchzudrücken, was nicht im genannten Sinne funktionieren kann. Wohl aber in einem ganz anderen Sinne. Von dem viele vielleicht bald gar nichts mehr lesen, wenn mein Blog das gelbte rote B ziert…

Mal ehrlich, war heute was im Wasser?

Isst doch unfassbar!

 

 

Wer entscheidet über meinen Tod?

1. März 2012 Keine Kommentare
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Der Westen berichtet heute recht ausführlich über Planungen in den Niederlanden, eine “Sterbeklinik” einzurichten. Natürlich kommen in dem Artikel vor allem die Bedenkenträger zu Wort. Das ganze gipfelt dann in einer Aussage von Eugen Brysch, Chef der Deutschen Hospiz-Stiftung:

Die Folge für die schwerstkranken und sterbenden Menschen sei: „Sie geraten unter Druck.“

Ach?

Selbstverständlich ebenfalls tief betroffen die CSU:

Der CSU-Gesundheitspolitiker Johannes Singhammer spricht von einem Abgrund, der sich durch „professionelles Töten auf Verlangen“ auftue.

Ist das so?

Und der in meinen Augen beste Klopper:

Die aktive Sterbehilfe sei keine menschliche Zuwendung, „sondern eine Kapitulation“, sagt der Essener Medizinethiker Prof. Eckhard Nagel der WAZ. „Wenn eine Gesellschaft die aktive Sterbehilfe bestärkt, ist das eine klare Aussage zur Wertigkeit des Lebens“, so Nagel. „Das bedeutet: Der schwerstkranke Mensch ist ein Mensch, der getötet werden darf.“ Dies sei mit unseren ethischen Werten nicht vereinbar.

Ethisch?

Und die SPD weiß die Lösung:

Für ein Sterben in Würde und ohne große Schmerzen sei ein Ausbau der palliativmedizinischen Versorgung und des Hospiz-Angebots in Deutschland notwendig.

Ist denn irgendwie der Autor mal auf die Idee gekommen, die offensichtlichste aller Fragen zu beleuchten? Ist es denn unethisch einem Menschen den Wunsch zu erfüllen, sterben zu dürfen? Damit er nicht ein Leben im Dämmerzustand der Medikation führt, dahinsiechend, langsam auf den Tod wartend und Angehörige belastend?

Die gesamte Diskussion in dem Artikel blende den freien Willen des Menschen vollkommen aus. Mit Ethik wird gerechtfertigt, sterbenskranke Menschen in ihrer Freiheit zu beschränken. Denn wenn ich frei bin, entscheide ich nicht nur, wie ich Lebe. Sondern ich habe auch immer die Möglichkeit zu entscheiden ob ich weiter machen will.

Die Aussage, Sterbenskranke gerieten unter Druck halte ich für unhaltbar. Aber andersherum wird ein Schuh draus: Sterbenskranke werden schnell zum Spielball zwischen Administration und Medizin.

Die Diskussion um Sterbehilfe halte ich für eine sehr schwierige Diskussion. Hier treffen tatsächlich Werte aufeinander, die zunächst unvereinbar scheinen wollen. Doch Artikel wie der in DerWesten helfen dabei nicht. Sie sind kontraproduktiv, wenn sie so einseitig auf das Negative abstellen – ohne allerdings wirkliche Argumente zu liefern.

Ich kann nicht für andere entscheiden. Aber ich kann für mich entscheiden. Und wenn ich in die Lage kommen sollte mich zu entscheiden den Notausgang zu nehmen, dann wäre es mir lieber es gäbe Menschen die mich auf dem letzten Weg begleiten – statt mit aller Kraft dagegen zu halten.

 

Fahrradmesse Essen

26. Februar 2012 Keine Kommentare
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Das Gemeine an solchen Messen ist das Ausbleiben des benötigten Lottogewinn… Es gibt schon echt geile Fahrräder :-)

(Deswegen hab ich auch vergessen, mehr zu knipsen…)

 

Wenn das stimmt, sind wir am Arsch

25. Februar 2012 1 Kommentar
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Der Spiegel kommt heute morgen mit einer ehr beunruhigend Meldung. Allerdings habe ich Zweifel am Wahrheitsgehalt – was unter anderem an der Quelle liegt: Bild.

Die deutschen Geheimdienste überwachen in immer größerem Stil E-Mails und andere Internetkommunikationen: 2010 wurden 37.292.862 E-Mails und Datenverbindungen überprüft, weil darin bestimmte Schlagwörter wie zum Beispiel “Bombe” vorkamen, wie die “Bild”-Zeitung berichtet.

Nehmen wir an, das stimmt.

Dann würde das bedeuten, dass die deutschen Geheimdienste die gesamte Kommunikation der bundesdeutschen Bürger überwachen. Anlasslos und auf der Suche nach willkürlichen Schlagworten. Dafür spricht, dass wir schon in den 80ern gerne “Füllwörter” genutzt haben, um das amerikanische Überwachungssystem zu necken ;-)

Aber man muss sich die Dimensionen vorstellen: Da ein paar Terrorismusverdächtige kaum im zweistelligen Millionenbereich Mails versenden, muss man hier annehmen, dass die gesamte eMail-Kommunikation und auch andere Dienste gefiltert werden. Das wäre eine Totalüberwachung, von der die Stasi träumen würde.

Dagegen spricht, dass die Quelle die Bild ist. Aber auch, dass die Geheimdienste unbemerkt von der Öffentlichkeit Zugriff auf die zentralen Internetknoten haben müssten – es ist eher unwahrscheinlich, dass es Vereinbarungen mit jedem einzelnen ISP, Mailproviter, etc gibt. Vor allem wenn diese im Ausland sitzen, werden die nicht einfach kooperieren. Also müssten die Geheimdienste den gesatem Datenverkehr mitschneiden und filtern, um an auswertbare Kommunikationsinhalte zu kommen.

Gleichwohl ich es für extrem unwahrscheinlich halte – unmöglich ist es nicht.

Vielleicht sollte ich doch noch mal versuchen, wieder mehr Menschen für eMail-Verschlüsselung zu gewinnen?